Forum Digital Radio diskutiert über Radiozukunft

Am kommenden Freitag 8. Dezember 2006 führt das Forum Digitalradio Schweiz im Hans Erni-Museum in Luzern eine erste Informationsveranstaltung durch. Während eines Tages werden alle digitalen Technologien vorgestellt, über die gegenwärtig diskutiert wird.

Am kommenden Freitag 8. Dezember 2006 führt das Forum Digitalradio Schweiz im Hans Erni-Museum in Luzern eine erste Informationsveranstaltung durch. Während eines Tages werden alle digitalen Technologien vorgestellt, über die gegenwärtig diskutiert wird. Zudem kommen verschiedene Vertreter der Wertschöpfungskette und der Nachbarländer der Schweiz zu Wort. Diskutiert werden Fragen wie: Wird sich das klassische Digital-Audio-Broadcast (DAB) durchsetzen oder bereits die neue Fassung DAB+, die mehr Kanäle auf der gleichen Frequenz zulässt? Oder ist DAB+ bloss ein Zwischenschritt auf Digital-Multimedia-Broadcast (DMB), das im Ausland, insbesondere Korea, bestens eingeführt ist? Hat die Digitalisierung von UKW in Form von HD-Radio eine Chance? Oder wird sich mit Wireless das Internet-Radio und -Fernsehen ohnehin anders entwickeln?
Das Forum Digitalradio Schweiz wurde vergangenen Sommer lanciert. Es ist eine international vernetzte Plattform der digitalen Technologien für Radiostationen und soll als Ort des Meinungsaustausches dienen. Anmeldungen für den Event sind bis zu Veranstaltungsbeginn möglich unter:
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Spielen mit Fantasie

Spielzeug II Publicis wühlt für Pastorini in der guten alten Spielzeugkiste.

Spielzeug II Publicis wühlt für Pastorini in der guten alten Spielzeugkiste.Wer erinnert sich noch an die Zeit, wo eine gewöhnliche Kartonschachtel beim Spielen zur Burg, ein Stecken zum Laserschwert oder ein Holzklotz zum Lastwagen wurde? Im Vergleich zur Gegenwart  sehr einfache Spielzeuge haben die Kindheit der heutigen Eltern unserer Gamer geprägt. Dank Pastorini, dem bekannten Schweizer Anbieter von pädagogisch wertvollen Holzspielsachen, kann man diese Zeit aber auch heute noch erleben. Pastorini steht für fantasieförderndes und lehrreiches Holzspielzeug. Für Spielsachen, die den Kindern Freiraum lassen, ohne ihnen das Spiel blinkend und quäkend vorzugeben.Publicis mit einem Team um CD Philipp Skrabal dramatisiert auf einfachste Weise, was Pastorini bietet: Spielzeug, das mit der Fantasie des Kindes zu leben beginnt. Ein einfacher Holzklotz wird zum Funkgerät für kleine Spione auf geheimer Mission. Eine umgedrehte Brücke zur Kutsche. Ein Zylinder zur schnellsten Rakete des Universums.
So einfach wie die Spielsachen so reduziert die Umsetzung: Einfache Klötze auf weissem Grund stehen stellvertretend für die vielen wunderbaren Spielsachen, aus denen mit einem kleinen bisschen eigener Fantasie ganze Welten entstehen können.   
Andreas Panzeri

Von auffinden bis zukaufen

Marktplätze SFLB entführt Kaufwillige und Wohnungssuchende ins Mittelland.

Marktplätze SFLB entführt Kaufwillige und Wohnungssuchende ins Mittelland.Mit a-zimmo, a-zjobs und a-zauto führt die AZ Medien Gruppe die ersten drei Marktplätze unter der neu entwickelten Dachmarke a-z ein. Damit wird die AZ Medien Gruppe zusammen mit den Partnerverlagen der Mittelland Zeitung das erste Medienunternehmen der Schweiz, das im Rubrikenmarkt eine eigenständige Marke lanciert, welche in den Zeitungen und im Internet für alle Rubrikenbereiche und bei allen Partnern konsequent eingesetzt wird. Wer im Marktgebiet Mittelland/Nordwestschweiz ein Haus oder eine Wohnung, eine neue Stelle oder ein Fahrzeug sucht, der findet unter a-zimmo, a-zjobs oder a-zauto schnell und effizient das Passende. Und bekommt dazu noch viele Informationen und Serviceleistungen, welche mit der Angebotsevaluation zu tun haben.
Mit der Werbung wurde Spillmann Felser Leo Burnett beauftragt. Die Agentur thematisiert in einer Print- und Webkampagne alltägliche Probleme von Immobilien-, Auto- und Jobsuchenden. Auf den Sujets werden Leute gezeigt, die nicht mehr in ihre Wohnung, in ihr Auto oder in ihr Büro passen. Sie schauen uns aus den Fenstern entgegen, an die sie gequetscht werden, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes aus ihrem Haus, ihrem Auto oder ihrem Job herausgewachsen sind. Aber zum Glück gibts jetzt a-zimmo.ch, a-zauto.ch und a-zjobs.ch, dort findet man schnell eine grössere Wohnung, einen Kombi oder auch einen Job, in dem man sich besser entfalten kann.
a-z soll zur relevanten Marke für Anbieter und Konsumenten im Rubrikenmarkt Mittelland/Nordwestschweiz werden.
Andreas Panzer

Profilwerk castet Senioren

Senioren über 70 sind derzeit höchst begehrt: Für das Gesangs-Casting, das von Profilwerk im Auftrag der Maag MusicHall für die kubanische Show «The Bar at Buena Vista» durchgeführt wird, wird das Schweizer Pendant zum 89-jährigen kubanischen Sänger gesucht.

Senioren über 70 sind derzeit höchst begehrt: Für das Gesangs-Casting, das Profilwerk im Auftrag der Maag MusicHall für die kubanische Show «The Bar at Buena Vista» durchführt, wird das Schweizer Pendent zu Sänger Reynaldo Creagh (89) gesucht. «Das Feedback war sehr positiv bis jetzt», sagte Christoph Rüdt von Profilwerk gegenüber der Werbewoche. Der älteste Herr, der bisher angerufen hat, ist 85 Jahre alt und möchte beim Casting unbedingt dabei sein. Für Rüdt wären schon 30 Anmeldungen ein Erfolg – neben den Informationen, die an die Medien gingen, wurden auch alle Altersheime und Alterschöre angeschrieben. Zudem auch alle Organisationen wie Pro Senectute, die sich mit alten Menschen befassen. Das Thema kommt auch bei den Medien gut an, so hat beispielsweise der Blick dem Thema eine 3/4-Seite eingeräumt.  
«Es geht um Spass», so Rüdt weiter. Nicht nur, dass die Gewinnerin oder der Gewinner des Castings auf der Bühne inmitten der kubanischen Stars den letzten Song performen darf, auch das Schweizer Fernsehen plant innerhalb einer bestehenden Sendung einen Beitrag. Das Casting findet am 16. Januar statt, der Auftritt am 6. Februar.

Swiss Adex: Google-Werbung legt weiter zu

Auch der November brachte einen Anstieg der Google-Werbung. Die Werbeplätze werden immer beliebter: Zum vierten Mal in Folge ist der Index für die Anzahl gebuchter Werbeplätze hochgeschossen, insgesamt um mehr als 25 Punkte.

Auch der November brachte einen Anstieg der Google-Werbung. Die Werbeplätze werden immer beliebter: Zum vierten Mal in Folge ist der Index für die Anzahl gebuchter Werbeplätze hochgeschossen, insgesamt um mehr als 25 Punkte – allein im Monat November war ein Plus von 7.7 Punkten oder 2.5 Textanzeigen pro Suchabfrage zu verzeichnen. Der Rekord des Monats Oktober wurde locker gebrochen: Damit stieg der Index für die Anzahl gebuchter Werbeplätze steil an – mittlerweile zum vierten Mal in Folge. Am meisten Weihnachtsschub gaben die Branchen Nahrungsmittel und Buchhandel sowie Sicherheit. In 11 von 39 gemessenen Branchen stieg die Anzahl AdWords um über 10 Stück an. Führend: Nahrungsmittel (+18 Anzeigen), Lesen (+17) und Sicherheit (+16). Den stärksten Rückgang verzeichnet ausgerechnet die Tourismus-Branche: dort waren pro Suchabfrage gerade noch rund 35 Textanzeigen zu sehen (Vormonat: rund 46), wobei der Anzeigenschwund zu 80% aufs Konto ausländischer Anbieter geht. Ebenfalls abgegeben haben die EDV-Dienstleister und die Fahrzeugmärkte. Und wie schon im Vormonat lässt sich feststellen: Der Auslanddruck sinkt. Für den Zuwachs an Textanzeigen sind beinahe ausschliesslich Schweizer Unternehmen verantwortlich.
Entgegen der gängigen Meinung schlägt dieser massive Konkurrenzzuwachs nicht aufs Portemonnaie: Der Index für die Klickpreise ist um 3.5 Punkte oder CHF 0.06 gefallen. Insgesamt stagnieren die Klickpreise seit nunmehr einem halben Jahr – da scheint man unternehmensseitig Erfahrungswerte gewonnen zu haben, übertriebene Klickpreise werden nicht mehr bezahlt.
 
Der monatlich publizierte Swiss Adex von Angelink yourposition misst, wie sich Suchmaschinenmarketing mit Google AdWords in der Schweiz entwickelt. Sämtliche Preisangaben stützen sich auf die Klickpreise, die Google potenziellen Werbekunden online offeriert.

Virtueller Friedhof

Kommentar René Worni über lokale Innovationsarmut.

Kommentar René Worni über lokale Innovationsarmut.Die Ideenwerkstatt im Mikrokosmos Jungfrau bleibt fortan für Dritte geschlossen. Verleger Urs Gossweiler, der sich bei den zahlreichen einschlägigen Branchenanlässen mit Lust als Hofnarr betätigt und den Grossverlegern in der Medienstadt Zürich mitunter am Rand der Glaubwürdigkeit den Tarif erklärt,  hat drei Jahre lang vergeblich versucht, Verleger als Partner für seine Mikrozeitung zu erwärmen. Schwer zu sagen, ob es dem Berner Oberländer an Verhandlungsgeschick fehlt. Doch eine stattliche Reihe von Verlegern und Medienprofis hat sich mit einem Konzept befasst, das Print und Online schon geschickt verzahnte, als noch niemand gross darüber nachdachte. Der Grund für die Entstehung der Mikrozeitung, nämlich die Kosten für Druck und Distribution so gering wie möglich zu halten, schmälert dabei ihre Innovationskraft keineswegs. Die Krisenresistenz seines Projektes gab dem Bergler schliesslich recht. Ähnliches kann nur Eugen A. Russ mit seinen Vorarlberger Nachrichten von sich sagen.
Die wohl bedeutendste Lokaloffensive überhaupt hält derzeit der Tages-Anzeiger am Kochen. Seit der Lancierung der neuen Regionalausgaben liegen diese als sechster Bund des Tamedia-Flaggschiffes schon bedeutend besser in der Hand, vergleicht man diese mit dem einstigen Tabloid am linken Seeufer, dessen Anmutung eklatant mit den Erfolgsbeteuerungen aus der Chefredaktion kontrastierte. Jetzt ist auch der Regionalteil schon eher ein Tagi, den man am Schluss noch rasch mitnimmt.
Doch ist das schon alles? Warum soll der Gegner (hier die Zürcher Landzeitungen) mit denselben Mitteln bekämpft werden, wo er ohnehin schon schwerwiegende Heimvorteile geniesst? Die Ideen für geeignete Strategien liegen praktisch auf der Strasse. Leute wie Gossweiler oder Russ haben unternehmerisch bewährte Antithesen formuliert, auf die man auch an der Werdstrasse mit geringem Risiko bauen könnte. An Web-TV zum Beispiel hätten Inserenten bestimmt Freude. Und fehlen die Todesanzeigen im Blatt (Ausdruck mangelnder Akzeptanz bei den Einheimischen), wär der virtuelle Friedhof bestimmt die Antwort. Von weiteren (Mehrwert-)Features mal ganz zu schweigen.
René Worni, Redaktor

Rätsel sucht Leser

Mysterium SFLB hat eine rätselhafte Kampagne für einen unbekannten Kunden lanciert.

Mysterium SFLB hat eine rätselhafte Kampagne für einen unbekannten Kunden lanciert.Manche Werbung ist ein Rätsel. Diese Werbung will ganz bewusst eines sein: Es sind 1/1-seitige Inserate, die aus nichts anderem bestehen als aus einem Rätsel mit vielen, schwierigen Fragen. Inserate, die kein Kundenlogo und keinen Werbetext enthalten und entsprechend wirklich für jeden Betrachter ein grosses Rätsel sind. Worum gehts da? Herausfinden wird dies nur, wer sich die Mühe nimmt, das Rätsel zu lösen.Schrägstriche als Hinweis Für Werbeinsider wurde das rätselhafte Inserat auch ein bisschen rätselhaft signiert, aber eben nur ein bisschen – die Schrägstriche in der Signatur weisen auf Spillmann Felser Leo Burnett hin. Dort bestätigt man, die rätselhaften Inserate kreiert zu haben, will jedoch nichts Weiteres verraten. Martin Spillmann: «Da unsere Zielgruppe über ausserordentliches Wissen und grosses Interesse verfügt, haben wir uns für diese Form entschieden. Wer das Rätsel lösen kann, der entspricht wirklich unserer auserlesenen Zielgruppe. Und er wird zudem belohnt.»
Die Rätsel, die ganzseitig in NZZ am Sonntag, NZZ Folio, Dezember-Du und WoZ erscheinen, sollen nicht aufgelöst werden. Spillmann: «Es ist die erste Kampagne, die nur unsere Zielgruppe decodieren kann. Für alle andern wird das Rätsel ewig ein Rätsel bleiben.»

Macho gegen Big Mother

Kolumne Bikini Royal und Zirkus Sarkozy: Im französischen Wahlkampf um die Präsidentschaft spielen die Medien eine neue Rolle.

Kolumne Bikini Royal und Zirkus Sarkozy: Im französischen Wahlkampf um die Präsidentschaft spielen die Medien eine neue Rolle.Als ihre Kinder zur Welt kamen, hatte sich die Sozialistin Ségolène Royal im Wochenbett für Paris Match fotografieren lassen. Dass sie immer noch eine gute Figur macht, zeigte sie im vergangenen August: In der französischen Klatschpresse erschienen Fotos, die Ségolène Royal im blauen Bikini zeigen. So war noch nie eine französische Politikerin zu sehen gewesen. Die Genossen und die Gegner schäumten, keiner glaubte den Beteuerungen der Frau, die scharfen Bilder seien von einem Paparazzo aus dem Hinterhalt geschossen worden. Neben ihr sass der Generalsekretär der Partei, François Hollande, im Boot – der Lebensgefährte, der Vater ihrer Kinder.Als Antwort auf Ségolènes Busen liess der Innenminister Nicolas Sarkozy seine Muskeln spielen. Oben ohne liess sich der Rivale beim Joggen am Strand ablichten – mit Sonnenbrille und MP3-Player. Die Bodyguards, die ihn begleiteten, waren alle mit einem T-Shirt bekleidet. Er zeigte seinen straffen Bauch und publizierte ein Buch: Eine Liebeserklärung voller Kitsch an seine Frau Cecilia, die rechtzeitig zum Wahlkampf nach Hause zurückgekehrt war. Vor einem Jahr hatte Sarkozy eine Biographie seiner Gattin verbieten und 20 000 gedruckte Exemplare einstampfen lassen. Der Chefredaktor von Paris Match, der Cecilia mit einem Lover aufs Titelblatt gehievt hatte, wurde entlassen – und Peter Rothenbühlers Le Matin mit einem Prozess in Thonon eingedeckt.
Sarkozy ist mit allen wichtigen Verlegern und TV-Chefs befreundet. Sogar bei der serbelnden Libération, bei der inzwischen ein Rothschild der massgebliche Aktionär ist, konnte er verhindern, dass der renommierte Journalist Edwy Plenel Chef wurde – mit dem Konzept, eine «Anti-Sarkozy-Zeitung» zu machen.
Seine Terroristenfahndungen scheint er ausschliesslich nach dem Sendeschema des Fernsehens zu inszenieren, dessen Journalisten zahlreicher als die Polizisten vor Ort sind. Bei seinen Wahlveranstaltungen wird er von einer privaten Produktionsfirma gefilmt – deren Sequenzen auch vom staatlichen Fernsehen verwendet werden. Italien, Berlusconi? Nein, Frankreich mit einem Innenminister, der sich für Napoleon hält und die Medien beherrschen will. Er schürt die Ängste und präsentiert sich als letzte Instanz zur Abwehr der Gefahren.
Noch gefährlicher als die Royal ist für Sarkozy – Sarkozy selber. Die Ankündigung seiner Kandidatur geriet zum peinlichen Flop. Mit den Verlegern der Regionalpresse hatte er verhandelt, sechs Journalisten wurden zum Interview zitiert, 61 Zeitungen sollten es drucken. Doch viele haben sich geweigert, so Ouest France mit mehreren hunderttausend Exemplaren Auflage. Die Zeitungen, die dabei waren, fühlten sich instrumentalisiert – und die anderen ausgeschlossen. Einer hat das Interview Libération zugespielt – die es bereits am Tag zuvor ins Internet stellte.
Wer denn wohl die Kinder hüten werde, hatten Ségolènes Genossen und Gegner gespottet. Doch drei TV-Debatten hat sie relativ unbeschadet überstanden. Auch mehrere Attacken im Internet. Eine Szene aus einem Interview des längst verstorbenen Soziologen Pierre Bourdieu wurde kaum weniger oft angeklickt als Zidanes Kopfstoss. Sie sei gar keine Linke, sondern eine konservative Moralistin, erklärte der Soziologe des Klassenkampfs. Zu den Sozialisten ging sie, weil sie hier die besseren Karrierechancen – besonders für Frauen – erkannte. Freund filmt mit: Ein mit dem Handy gefilmter Auftritt Ségolènes bei einer nicht öffentlichen Besprechung gelangte ins Netz.
Es hat alles nichts genützt. Die Männer ihrer Partei hat sie per K.o. besiegt. Und im Umgang mit den Medien steht sie auch Sarkozy in nichts nach. Sie hat dem Fernsehen verboten, sie beim Essen zu zeigen. Gegen kritische Journalisten opponiert sie fast so autoritär wie Sarkozy. Eine Gegendarstellung verlangte sie «mit einem grossen Foto, das die Aufmerksamkeit der Leser auf sich zieht». Ein Medienkritiker befand, dass ihre TV-Auftritte wie ein «heidnischer Kult» inszeniert würden: «Niemand macht das Licht so hell wie Ségolène.»
Sie weiss, was inzwischen auch die Wähler wissen: Programme werden nicht verwirklicht, Versprechungen nicht gehalten – auf sie zu verzichten, muss kein Nachteil sein. Die Traumpaarung der Traumpaare macht den französischen Wahlkampf zum Machtdrama mit grossem Unterhaltungswert: Der nervöse Macho, der sich nicht im Zaume hält, gegen die «Big Mother» ohne Konzept, die sich als Beruhigungsmittel verkauft.
Jürg Altwegg ist Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen in Genf und Buchautor.

Finito mit Katzenjammer

Food Mit der neuen Kampagne will sich Excelcat als bodenständiges Katzenfutter positionieren.

Food Mit der neuen Kampagne will sich Excelcat als bodenständiges Katzenfutter positionieren. Werbung für Katzenfutter kennt keine Kreativität. Meist zeigen Katzenfutter- Hersteller einfach nur einen athletischen Stubentiger mit glänzendem Fell. Mehr liegt nicht drin. Den visuellen Katzenjammer hat Wirz Werbung erkannt und zeigt mit der aktuellen Excelcat-Kampagne für Masterfoods AG, dass Ideen und Humor nicht auf der Strecke bleiben müssen. Wirz Werbung spielt in der neuen Excelcat-Kampagne mit Hund und Katz. Die kräftigenden Eigenschaften der exklusiv nur in der Migros verkauften Katzennahrung bedeuten für den Hund nichts Angenehmes. Denn Excelcat macht aus der scheuen Quartierkatze einen Gewinner, der mit allem fertig wird.
Eine neue Positionierung von Excelcat ist nötig. Bei der Vielfalt an Katzenfutter, sie reicht vom Super-Premium-Produkt bis zum normalen Budget-Dosenfutter, hat der Konsument schnell die Qual der Wahl. Excelcat will sich als bodenständige Mittelstandsmarke zwischen Migros-Budget und Perfect Fit positionieren. Excelcat gibt es seit mehr als 30 Jahren in der Migros und gehört in der Schweiz zum zweit meist verkauften Katzenfutter.
Inszeniert wurde die Excelcat-Kampagne von AD Barbara Hartmann und Texter Thomas Kurzmeyer zusammen mit dem britischen Fotografen David Stewart. Zu sehen ist die Kampagne ab sofort auf Inseraten und Plakaten. Weitere neue Sujets sind für das neue Jahr in Planung.
Christian Lüscher

Mathias Neu startet als Textchef bei TV-Star

Seit dem 1. Dezember 2006 arbeitet Mathias Neu als Textchef bei der Fernsehzeitschrift TV-Star. Der 43-Jährige ist bereits seit September 2004 bei der Publikation, zuletzt als Leiter des Korrektorats.

Seit dem 1. Dezember 2006 arbeitet Mathias Neu als Textchef bei der Fernsehzeitschrift TV-Star. Der 43-Jährige ist bereits seit September 2004 bei der Publikation, zuletzt als Leiter des Korrektorats. Neu hat an der Universität Zürich Germanistik, Latein und Römisches Recht studiert und vier Jahre Latein unterrichtet. Nach einem einjährigen journalistischen Praktikum erfolgte 1999 der Einstieg ins Verlagswesen als Texter/Konzepter beim Weka Verlag in Zürich.

Gib mir mein Schaukelpferd zurück

Spielzeug I SFLB hat einen unsentimentalen Weihnachtsfilm für Franz Carl Weber unter den Baum gelegt.

Spielzeug I SFLB hat einen unsentimentalen Weihnachtsfilm für Franz Carl Weber unter den Baum gelegt.Für Generationen von Kindern wurde das Fiebern auf Weihnachten eingeläutet, wenn der Pöstler in den ersten dunklen Novembertagen den Katalog brachte. Nicht irgend einen Katalog – sondern den speziellen, der für die Kids damals direkt vom Christkind kam. Allerdings sagte man damals noch nicht «Kids» – und so musste dieser Katalog auch noch nicht so cool und mega modern sein. Die Zeiten haben sich geändert. Die Kataloge vom Christkind sind zu Prospekten der DM-Spezialisten geworden. Und aus dem kitschigen Katalog ist bei Spillmann (nomen est omen), Felser, Leo Burnett ein kidsgerecht animierter Spot geworden.
Diese neue Positionierung ist auch nötig, weil bei Franz Carl Weber aus ehemals 50 Filialen immer weniger bis schliesslich nur noch neun Kinderläden geworden sind. Als Denner die Kette zu retten versuchte, wurde das Stammhaus an der Zürcher Bahnhofstrasse in Kids Town umbenannt. Auch das hat noch nicht den Anschluss an das moderne Kind gebracht. Die Umsätze sind markant eingebrochen.
Mit echtem Bedauern – «emotional schmerzt mich der Verkauf sehr» – hat Denner-Chef Philippe Gaydoul deshalb per 1. September 2006 sein von den andern nicht mehr geliebtes Spielzeug an die französische Lutendo-Gruppe verkauft.
Jetzt soll das Schaukelpferd in der Schweiz wieder mehr zu sehen sein. Lutendo ist europäischer Marktführer im Spielwarenfachhandel mit 350 Millionen Euro Jahresumsatz und will die serbelnde Marke Franz Carl Weber wieder aufwerten. Das Filialnetz in der Schweiz soll bis 2010 auf 40 verdoppelt werden, die Ladenfläche wird von 400 auf 1500 Quadratmeter vergrössert.
Neues Image mit Techno-SongZwar hat es heuer zum Jubiläum 125 Jahre Franz Carl Weber noch einmal einen nostalgischen Jubiläumskatalog gegeben. In ihm wird das schöne Weihnachtslied gesungen: Franz Carl Weber Zürich ist das Paradies für Kinder und alle, die es geblieben sind. Denn nirgendwo in der Schweiz gibt es eine grössere Auswahl an Spielsachen.
Ein bisschen cooler vertont hat dieses Lied Spillmann, Felser, Leo Burnett. Der modern arrangierte Song «Ihr Kinderlein kommet» wird in einem frechen und absolut zeitgemässen TV-Spot der Agentur gleich von den Spielzeugen selbst gesungen. Jedes Spielzeug liefert dazu einen Ton: die Bahnhofsglocke, das Xylofon, die Registrierkasse, eine Lokomotive und ein Tamagotchi zum Beispiel eher die hohen, ein Quietschentchen, ein Frosch oder ein Indianer die schrägen, ein Truck, ein Elefäntchen oder ein Hochseedampfer die tiefen Töne. Der TV-Spot läuft seit dem 16. November auf Tele Züri.
Der Spot macht zwar Werbung für Franz Carl Weber. Er macht aber ebenso deutlich: Auch die Spielwaren haben sich verändert. Vieles holt man sich immer mehr im Elektronikdiscounter. Im traditionellen Bereich sind Manor und Migros Marktführer vor Franz Carl Weber. Man darf gespannt sein, was die Offensive von Lutendo hier verändern wird.
Seit 2002 expandiert die erst 1977 gegründete Lutendo ins Ausland. In ganz Europa soll es bis in fünf Jahren 100 Filialen geben. In Frankreich inskünftig 400 Spielzeugläden und 100 Babyshops.
Andreas Panzeri

Das Wasser im Mund

Food Diese Tage wirbt Migros für zwei neue Sélection-Produkte. Wie gewohnt im Stil einer Reportage.

Food Diese Tage wirbt Migros für zwei neue Sélection-Produkte. Wie gewohnt im Stil einer Reportage. Gerade rechtzeitig zu den Feiertagen erweitert Migros ihr Sélection-Sortiment um zwei Produkte. So kann sich die verwöhnte Anhängerschaft neu Austern aus Cancale an der bretonischen Küste schmecken lassen oder den edlen Aceto Balsamico di Modena über den Salat träufeln. Zusammen mit der Werbeagentur Exxtra Kommunikation wirbt Migros wie gewohnt mit stimmigen Schwarzweiss-Bildern, die an Reportagen erinnern. Zu den Bildern gibt es für den Feinschmecker auch interessante Geschichten, die überraschen. Exxtra Kommunikation erzählt jeweils die eigenständige und langjährige Geschichte der Produkte, die geprägt ist durch geografische Herkunft sowie den Menschen. So liest sich die folgende amüsante Austern-Story:
«Umhüllt vom Dunst des Meeres hebt sich die Silhouette der Benediktiner-Abtei St. Michel an manchen Tagen vom Horizont ab. Und vielleicht hätten sich die Benediktinermönche zweimal überlegt, ob sie um das Jahr 966 ihre Abtei so nah an der Baie de Cancale gründen sollen, wenn sie sich der Tatsache bewusst gewesen wären, dass Austern transsexuell sind. Das heisst, sie verändern innerhalb einer Saison ihr Geschlecht. Je nach Nahrungsangebot und Wassertemperatur sind sie mal männlich oder weiblich. Offensichtlich aber haben die Mönche beide Augen zugedrückt, weil auch sie von den Austern aus der Baie de Cancale so begeistert waren. Begeistert wie Stephan Alleaume, der passionierte Züchter, der die besten unter ihnen Tsarskaya, Zarin der Austern, taufte.»
Ebenfalls im klassischen Look und mit einer kleinen Geschichte wird der Aceto Balsamico di Modena beworben. Die Geschichte handelt vom «Heiligtum» der Aceto-Herstellung und ist nicht minder unterhaltsam:
«Immer die älteste Frau der Familie hütet den Schlüssel zur Acetaia, von dem es notabene nur gerade einen einzigen gibt. Entsprechend streng wird er behütet. Er wird zwar ab und zu ausgeliehen, nie aber an Nicht-Familienmitglieder, die nur in Begleitung in die Acetaia gelangen. Das Geheimnis eines Rezeptes verlässt die Wände einer Acetaia sowieso nie: alles Wissen um einen feinen Aceto ist in den Köpfen und Nasen der Menschen gespeichert. Über Generationen. Giacobazzis Aceto Balsamico di Modena gibt es übrigens seit Anfang des Novecento.»
Die Sélection-Kampagne macht einen stimmigen Eindruck und wird in den Tageszeitungen, Zeitschriften und Special-Interest-Magazinen zu sehen sein. Mit ihren neuen Edellinien will der Grossverteiler eine zahlungskräftigere Klientel ansprechen und damit bessere Margen für sich herausholen.
Im Herbst 2005 startete die Migros mit 35 Produkten. Inzwischen ist das Sortiment auf rund 80 Produkte erweitert worden. Besonders beliebt bei den Connaisseuren ist der Schinken Jamon Pata Negra. Aber auch das teure Arganöl aus Marokko wird von den anspruchsvollen Kunden geschätzt.
Christian Lüscher
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