Frischer Wind bei Mövenpick

Food Die Rauchfischprodukte und Salatsaucen von Mövenpick Fine Foods präsentieren sich in einem neu überarbeiteten Verpackungsdesign.

Food Die Rauchfischprodukte und Salatsaucen von Mövenpick Fine Foods präsentieren sich in einem neu überarbeiteten Verpackungsdesign. Damit positioniert sich Mövenpick Fine Foods verstärkt als Anbieter von Premium-Produkten. Zudem lancierte das Unternehmen im Herbst 2006 eine ganz neue Produkte-Gruppe: die Premium-Schokoladen. Für das neue Design der drei Produktegruppen ist die Luzerner Agentur Visuelt verantwortlich.

Axel Springer meldet Erfolgsergebnis

Der deutsche Axel Springer Verlag hat nach vorläufigen Angaben im Geschäftsjahr 2006 das bisherige Rekordergebnis aus dem Vorjahr übertroffen. Der Konzern steigerte das EBITA von 338 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2005 auf 374 Millionen.

Der deutsche Axel Springer Verlag hat nach vorläufigen Angaben im Geschäftsjahr 2006 das bisherige Rekordergebnis aus dem Vorjahr übertroffen. Der Konzern steigerte das EBITA von 338 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2005 auf 374 Millionen. Der Umsatz im Kerngeschäft, Summe der Vertriebs- und Anzeigenerlöse, stieg von 2,165 Mrd. auf 2,191 Mrd. Euro. Der Konzernumsatz belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2,376 Mrd. Euro (Vorjahr 2,392 Mrd.). Im Vorjahresvergleich wirkte sich hier der Wegfall von Erlösen durch die Ausgliederung der Tiefdruckaktivitäten in das Joint Venture Prinovis aus. Axel Springer verbesserte darüber hinaus den Jahresüberschuss deutlich von 231 Mio. auf 291 Mio. Euro. Hierzu trugen auch eine Gesetzesänderung und die daraus resultierende Aktivierung eines Körperschaftssteuerguthabens bei. Angesichts des deutlichen Ergebnisanstiegs wird der Vorstand vorschlagen, die Dividende je Aktie von 1,70 EUR im Vorjahr auf 3,50 EUR für das Geschäftsjahr 2006 mehr als zu verdoppeln.
Den vollständigen Jahresabschluss und die Prognose für das laufende Geschäftsjahr wird Axel Springer auf der Bilanzpressekonferenz anfangs März in Berlin präsentieren.

Vom Blatt getragen

Papier II Sihl + Eika setzt auf Blatt und Blink.

Papier II Sihl + Eika setzt auf Blatt und BlinkNicht nur sinngemäss, sondern auch konzeptionell setzt Sihl + Eika beim Relaunch seiner Kollektion aufs Blatt. Das Naturwerk wird als Basis der neuen Kollektion herangezogen und derart eine Verbindung zum Papier(blatt) hergestellt.  Sihl + Eikas Paper Collection – übersichtlicher und aktuellerDie neue Grosskollektion umfasst 15 handliche Einzelkollektionen, die ihrerseits eine grosse Vielfalt an Papierqualitäten zusammenfassen. Die «Paper Collection» ist ganz auf die Bedürfnisse der Druckindustrie, von Produktionern, Designern und Agenturen ausgerichtet. Als Ziel will Sihl + Eika mit der neuen Kollektion ein übersichtliches, handliches und vor allem auch schönes Standardwerk anbieten, das durch seine Einfachheit und Klarheit überzeugen soll. Damit gesuchte Papiere noch schneller aufgefunden werden können, wurde das Angebot inklusive sämtlicher Neuheiten auf 15 Bände aufgeteilt und in einer Box zusammengefasst.
Die Einzelkollektionen organisieren die Papiervielfalt nach gestrichenen und Naturpapieren (je zwei Bände), fassen jeweils die Sortimente PlanoColor und Falkenkarton sowie Invercote und Incada zusammen und ordnen, ebenfalls in je einem Band, die Chromolux-Papiere sowie die Sortimente von Römerturm und Zanders. Je eine Einzelkollektion widmit sich weiter den Sicherheitspapieren, den Selbstdurchschreibe-, Selbstklebe- und synthetischen Papieren sowie den Etikettenpapieren. Band 15 schliesslich ist als Nachschlagewerk konzipiert und ermöglicht einen raschen Querverweis zwischen Kollektion und Preisliste.

Weiter hat das Thalwiler Papierhandelsunternehmen neben seiner Grosskollektion eine Kollektionsbücherserie konzipiert. Blink, so der Name dieser erfolgreichen Serie, hat sich als Sammelwerk bereits etabliert. Kürzlich ist die sechste Ausgabe erschienen, die siebte ist per Ende April 2007 geplant.   
Jürgen Franck

Orange8 weitet Kundenpalette aus

Die Bieler Internetagentur Orange8 Interactive verzeichnet neue Kunden. So hat die Agentur neue Projekte in der Pharma-, Medien-, Uhren- und Technologiebranche.

Die Bieler Internetagentur Orange8 Interactive verzeichnet neue Kunden. So hat die Agentur neue Projekte in der Pharma-, Medien-, Uhren- und Technologiebranche. Für das Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis erarbeitet Orange8 in enger Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Publicis einen umfassenden Auftritt, der über das neue Medikament Acomplia informiert, heisst es in der Mitteilung. Ein neues Online-Magazin entwirft die Agentur für den Finanzfachverlag Financialmedia. Zwei Bieler Uhrenfirmen, unter anderem Milleret, haben die Onlineagentur beauftragt, eine neue Webseite zu kreieren. Zusätzlich lässt der Berner Ascom-Konzern aufgrund eines neuen Corporate Designs die Webstrategie von der Bieler Agentur neu überdenken. 

Deutliches Wachstum

GEMI Mit einem ausgezeichneten Jahresstart können die elektronischen Medien aufwarten, die ein Wachstum von 4 Indexpunkten auf 359 verzeichnen.


GEMI Mit einem ausgezeichneten Jahresstart können die elektronischen Medien aufwarten, die ein Wachstum von 4 Indexpunkten auf 359 verzeichnen. Auch der Gesamtmarkt kann ein Wachstum von einem Indexpunkt auf 182 ausweisen. Alle Januarzahlen bestätigen den Trend vom Vorjahr: Internet mit einem Plus von 5 Indexpunkten auf 261 weist wiederum den höchsten Zuwachs aus. Aber auch TV mit 4 Indexpunkten auf 363 und Radio um 3 Indexpunkte auf 255 machen Tempo. Teletext behauptet sich auf dem Stand von 144 Indexpunkten. Der Goldbach Electronic Media Index (GEMI) basiert auf den publizierten Daten von Media Focus für erschienene Werbung und Werbedruck. Weil die Werbeaufwandstatistik AIS nicht weitergeführt wird, muss auf die Publikation von aktuellen Adscreen-Daten verzichtet werden. Der GEMI informiert seit 1993 über die indexierte Entwicklung der diversen elektronischen Medien im Vergleich zum Gesamtmarkt.

Für Pendler spannend

Kiosk-Abos Um den Einzelverkauf anzukurbeln, machte Tamedia im Herbst gemeinsam mit den K-Kiosken der Valora einen Versuch mit dem Verkauf von Gutscheinheften für Facts, Annabelle, Schweizer Familie und SonntagsZeitung.

Kiosk-Abos Um den Einzelverkauf anzukurbeln, machte Tamedia im Herbst gemeinsam mit den K-Kiosken der Valora einen Versuch mit dem Verkauf von Gutscheinheften für Facts, Annabelle, Schweizer Familie und SonntagsZeitung. Der Test dauerte bis Ende 2006, die Kunden können aber die Bons bis Mitte 2007 einlösen. «Dieses neue Angebot löste zwar keine Lawine aus, aber sie könnten als Angebot etwa für Pendler sehr spannend sein», zieht Markus Will, bei Tamedia Leiter Lesermarkt Zeitschriften, eine Zwischenbilanz. Wie viele Gutscheinhefte abgesetzt wurden, sagt er nicht. Doch er betont, dass ein solches Gutscheinsystem hohe Ansprüche an die Kommunikation, an das Kioskpersonal sowie an die Vertriebslogistik stelle.
Tamedias Gutscheinhefte enthielten je sechs Bons zum Preis von fünf Ausgaben des gewählten Titels. Die Bons konnten zu einem beliebigen Zeitpunkt an irgendeinem K-Kiosk eingelöst werden.
Markus Knöpfli

Zorros Lifestyle

Lifestyle Publicis bewirbt für die NZZ das Magazin Z für die schönen Seiten des Lebens.

Lifestyle Publicis bewirbt für die NZZ das Magazin Z für die schönen Seiten des Lebens. «Neues Leben in alten Mauern». So wird auf der Titelseite des neuen Magazins Z eine Geschichte über «Die neue Generation» angekündigt. Experimentell, undogmatisch und mit viel Humor gehe eine junge Garde von Gestaltern mit den Fragen der Einrichtung um, steht dann auf Seite 28 im Magazin. Der Artikel über das «neue Leben in alten Mauern» könnte auch für «die neue Generation» von Zeitungsgestaltern im traditionsreichen Haus an der Zürcher Falkenstrasse gelten.Die Lancierung des Lifestyle-Magazins Z ist Teil einer im Herbst bekanntgegebenen Restrukturierung. In deren Rahmen wurde unter anderem das Ausgehmagazin NZZ Ticket eingestellt und durch eine Internetplattform ersetzt. Näher zusammengeführt wurden die Newsredaktionen von Zeitung und Online-Portal. Und als augenfälligste Modernisierung liegt nun das Magazin Z jeweils der Samstagausgabe der NZZ sowie der NZZ am Sonntag bei. Nicht nur modischer Lifestyle, sondern trendig elegantes Leben mit Stil ist dabei das Konzept. Zehnmal pro Jahr widmet sich Z «den schönen Seiten des Lebens», wie die redaktionellen Leiter Philipp Meier und Jeroen van Rooijen in ihrem Editorial schreiben (siehe auch Seite 17 in dieser Werbewoche).
Die Art Direction für Z ist von Simon Esterson und Hans-Peter Hösli erarbeitet worden, die auch schon für die NZZ am Sonntag verantwortlich zeichneten. Für die Lancierungs-Kampagne von Publicis hat dieser Stil natürlich einen direkten Einfluss bedeutet – und umgekehrt. «Das Arbeiten mit den Farben Purple und Silber sollte den Anzeigen für Z einen Hauch dieser englischen Eleganz geben. Dieser Farbcode ist dann rückwirkend auch wieder in die grafische Gestaltung des Magazins zurückgeflossen», erklärt Markus Gut. Der CD bei Publicis ist stolz darauf, dass er nach dem blauen Bleistift für die werktägliche NZZ und dem Olive für die Zeitung am Sonntag nun auch noch die charakterisierenden Farben für das Magazin Z zu bestimmen wusste.
Die Anzeigen für Z sollen sich aber nicht nur in der Farbgebung, sondern auch inhaltlich am Magazin orientieren. Herausragendes Element – beziehungsweise in die Tiefe gehendes – ist dabei der Buchstabe «Z», der in verschiedene schöne Dinge des Lebens geritzt wird. Für die Kreativen versinnbildlicht diese Idee, dass die neue Zeitschrift Z nicht nur schöne Dinge abbilden, sondern auch «an der Oberfläche des Lifestyle kratzen soll». Z geht tiefer. Das geritzte Z findet sich somit bewusst irritierend auf einem Golfschläger, auf einer modischen Sonnenbrille, einem Design-Stuhl von Vitra oder einem silbernen Aston Martin. Fotografiert hat diese Bilder Thomas de Monaco, der auch für die Redaktion arbeitet. Thematisch hat die Werbung mit diesen Objekten ebenfalls Themen aufgenommen, die sich inhaltlich im Z wieder finden.
Das Z – für das neue Magazin, nicht Zorro – wird auch in weiteren Werbemitteln Verwendung finden. Bereits ist die Einladung für die Lancierungsparty mit einem ausgestanzten Z gestaltet worden. Markus Gut denkt weiter an Kleber, die sich bei einer Guerilla-Aktion wie Kratzer überall hin peppen lassen.
Das aktuelle Heft ist dem Thema Wohnen gewidmet. Weitere Nummern sind geplant rund um Inserate-trächtige Ideen wie Wein, Uhren, Schmuck und Mode.
Andreas Panzeri

Wort trifft Bild

Marco Trüeb und Andy Strässle wollen mit T’Sign in Basel aus dem Bereich der grafischen Ateliers ausbrechen und neu die Dienste einer echten Agentur anbieten.

Marco Trüeb und Andy Strässle wollen mit T’Sign in Basel aus dem Bereich der grafischen Ateliers ausbrechen und neu die Dienste einer echten Agentur anbieten.Zürich gilt in der Schweiz als das Mekka der Werbung. Dabei ist es eine – typisch Basler Humor – Tatsache, dass viele der erfolgreichsten Agenturen in der Wirtschaftsmetropole ihre kreativen Wurzeln in Basel haben. Seit die GGK aber ihre Agentur am Aeschengraben geräumt und sich ebenfalls nach Mekka ausgerichtet hat, «ist hier die ganze Szene ein bisschen auseinander gefallen», meint der Designer Marco Trüeb. Beigetragen zu dieser Entwicklung habe auch die Gründung der Novartis. Mit dem Zusammenschluss der Basler Chemieunternehmen zu ei-nem noch globaleren Player, wurden viele Werbebudgets aus Basel immer mehr in die weite Welt vergeben. Das Resultat: «Die Kreativen sind nach Zürich geflüchtet. Umgekehrt ist die ganze chemische Industrie für jedes Visitenkärtchen nach London gegangen. Das war eine harte Zeit. In Basel ist alles umstrukturiert worden. Entweder ist man mitgegangen nach Zürich oder hat verstreut als kleines Atelier weiter gemacht.»
Jetzt glaubt Trüeb wieder einen neuen Aufbau zu spüren. «Man formiert sich neu. Vorerst läuft aber vieles noch vorwiegend im B2B.» Damit sei man in Basel auch nicht so «hype- orientiert» wie Zürich. Man arbeitet mehr auf handwerklicher Basis.
Auch Trüeb hat 1987 ein eigenes Atelier gegründet. T’Sign funktionierte seither erfolgreich als Einmannbüro mit spezialisierten Freelancern und zwei total zehnköpfigen Partnerfirmen, mit denen T’Sign einen umgebauten  Swisscom-Loft in Allschwil teilt. Trüeb konnte sehr schnell «tolle Design-Jobs machen», Logos entwickeln, etwa für das Pharmazie-Historische Museum in Basel oder Kataloge für LC Systems. Dieser frühe Kunde ist bis heute bei T’Sign geblieben. Andere, für die Trüeb wirkungsvolle Werbung machte, sind mit dem Wachsen abgesprungen. «Obwohl sie mit meiner Arbeit sehr zufrieden waren, wollten neue Manager die Sicherheit einer grösseren Agentur», stellte Trüeb fest. Und hat deshalb gehandelt.
Seit Beginn dieses Jahres ist sein bisheriger Freelancer in Sachen Text ein fest engagierter Wert im Loft von T’Sign. Gemeinsam sind sich Andy Strässle und Marco Trüeb einig: «Wir sind der Beginn einer richtigen Agentur.» Das Rüstzeug zu diesem Versprechen können die beiden schon lange vorweisen.
Nach seiner Lehre als Dekorateur ist Marco Trüeb zuerst beim Basler Theater eingestiegen. Unter der Intendanz von Horst Statkus wirkte er als persönlicher Assistent des Bühnenbildners. Um auch selber eines Tages die Gestaltung übernehmen zu können, wollte er noch eine weitere Ausbildung an der Kunstgewerbeschule absolvieren. Noch mehr als Theater hat ihn hier aber die Grafik fasziniert. So hat sich Trüeb entsprechend weiterbilden lassen und dann in Stuttgart einen Job als Grafiker für Trickszenen bei einer Filmproduktion gefunden.
Wieder zurück in Basel, wirkte er als AD bei der Allcom. Das war bis zur Novartis-Gründung die hauseigene Agentur der Ciba. Als die Allcom verselbstständigt wurde, wechselte Trüeb zur Werbeagentur Dialog, bevor er sich dann ebenfalls selbständig machte.
Der jetzt dazugekommene Andy Strässle ist nach seiner KV-Ausbildung zuerst einmal sehr viel gereist. «Das war die Epoche, wo man sich solche weissen Flecken in der Biografie noch leisten konnte», fasst er die Zeit in Asien und Südamerika zusammen. Mit 25 wollte er es aber auch theoretisch wissen. Strässle hat in Zürich Publizistik, Germanistik und Anglistik studiert. Bald folgten erste journalistische Arbeiten für Studentenzeitungen. Später hat er als Korrespondent für den Tages-Anzeiger gearbeitet. Als Redaktor für die Basler Zeitung hat er sich nicht nur mit einem Rollstuhl als Testfahrer durch Basel schieben lassen, über Kinderpornografie geschrieben oder die besten Websites der Schweiz recherchiert, sondern auch die redaktionelle Verantwortung für Beilagen wie etwa den Stellenfant übernommen. «Bei diesen Beilagen kann man meine Verbindung zum kommerziellen Denken und Schreiben orten.»
Um für seine Leidenschaft Schreiben aber auch einen freieren Rahmen zu finden, hat Strässle 1997 das Strassenmagazin Surprise gegründet und mehrere Jahre als Chefredaktor betreut. Bei diesem Projekt haben bis heute über 2000 Menschen in prekären Lebensumständen eine neue Arbeit gefunden und insgesamt um die zwei Millionen Hefte abgesetzt. Für Strässle war Surprise bis zu seinem Ausstieg «ein dankbares Feld zum journalistischen Experimentieren.»
Mit «experimentell» könnte man auch den Charakter seines ersten Buches umschreiben. «Das Meer ohne Wasser» heisst das philosophische Werk, für das Strässle nach langem Kampf schliesslich einen Verlag gefunden hat. Sein zweites Buch, «ein mehr unterhaltender Kriminalroman», soll demnächst auf den Markt kommen. Man streitet sich aber noch um den Titel. Nachdem Strässle zuerst an «Sperma» dachte, diese Idee aber zu radikal empfand, hat er sich für den Titel «Der Krishna Effekt» entschieden. Der Verleger möchte das Buch aber als «Vodka ohne Boden» drucken. Somit ist die Frage des Brandings bei diesem Romanprojekt noch offen.
Entspannung und künstlerische Anregung bei solchen jobverwandten Nebenprojekten findet auch Marco Trüeb. Im National Iranian Graphic Design Magazin zeigt er stolz eine Briefmarke, die er zum 150-Jahr-Jubiläum der Zürcher ETH für die Schweizer Post realisieren durfte.
Für ihre jetzt im Aufbau befindliche Agentur T’Sign wollen der Designer Trüeb und Wortkünstler Strässle als USP «eine hochstehende Gestaltung mit Inhalt zusammenbringen». Schlecht gestaltete Texte liest niemand und Gestaltung ohne Inhalt bringt ebenso nichts – ist ihre Philosophie. Mit diesen Prämissen wird auch Corporate Publishing eine wichtige Rolle bei T’Sign spielen.
In ihrem Loft ist eine vollständige Infrastruktur für Grafik und Druckvorstufe vorhanden. Davon profitieren bereits Kunden wie zum Beispiel der Versicherung Nationale Suisse, Basler Aids Stiftung oder Haecky Fine Food, für die man die ganze Katalogproduktion wie auch neue Verpackungen macht.
Als ihre wichtigste Zielgruppe sehen Trüeb und Strässle Kunden aus dem Bereich B2B – «was natürlich auch mit unserer Vergangenheit zu tun hat.» Und sicher auch mit der nach wie vor speziellen Situation in Basel.   
Andreas Panzeri

Tequila startet mit Modekeller in den Frühling

Pünktlich zur neuen Mode-Saison Frühling/Sommer 2007 erstrahlt die Website des Familienunternehmens Modekeller in neuem Glanz. Umgesetzt hat den Relaunch die Zürcher Agentur Tequila.

Pünktlich zur neuen Mode-Saison Frühling/Sommer 2007 erstrahlt die Website des Familienunternehmens Modekeller in neuem Glanz. Umgesetzt hat den Relaunch die Zürcher Agentur Tequila; und dabei die Modefarben der neuen Saison adaptier. Das integrierte Kommunikationskonzept umfasst neben Plakaten, Flyern, Prospekten und POS-Material auch einen jeweils auf die Kampagne abgestimmten E-Newsletter.

Zeigen, was man hat

Papier I Die drei grossen Papierhandelshäuser warten mit neuen Kollektionen auf.

Papier I Die drei grossen Papierhandelshäuser warten mit neuen Kollektionen auf.Es tut sich was im Blätterwald. Die drei führenden Papiergrosshändler der Schweiz – Biber/Baumgartner, Sihl + Eika (siehe nächste Seite) und Antalis rücken ganz aktuell oder in naher Zukunft ihre neuen Blattwerke ins Rampenlicht. Gemeint ist die Lancierung neuer Papierkollektionen oder von Erweiterungen, die den Produktioner wie auch den0 Kreativen bei der Papierwahl unterstützen sollen. Leider haben, was die Konzepte der Papierkollektionen angeht, dabei Angleichungen stattgefunden. So sind, was die Aufmachung und Aufteilung angeht, kaum Unterschiede zwischen den Kollektionen von Baumgartner/Biber und Sihl + Eika zu erkennen. Mehr zu deren neuen Kollektionen auf der Folgeseite.
Antalis’ neue Vision
Anders bei Antalis, die diesbezüglich nach wie vor andere Wege beschreiten. Wer die Papierkollektion «Paper Vision» von Antalis kennt, weiss, wie sich Papiermuster attraktiv präsentieren lassen. Das ganze Konzept der Kollektion war ein Hingucker. War – denn mit dem Launch der neuen Kollektion «Paper Vision II» am 15. Februar beschreitet der in Lupfig beheimatete Ableger der Antalis-Gruppe trotz einer Eigenständigkeit wieder traditionellere Wege. Verpackt in bis zu drei Schuber mit bis zu zwölf Ordnern findet der Papierinteressierte nicht zuletzt auch dank einer praktischen Einsteckkarte schnell Zugang zu unterschiedlichen Papieren und Grammaturen.
Form follows function
Was bei der Erstauflage der Paper Vision fehlte, wurde nun korrigiert. So überzeugt das neue Konzept mit einer deutlich verbesserten Praxistauglichkeit. «Wir haben auf unsere Kunden gehört und die neue Kollektion besonders anwenderfreundlich konzipiert», konstatatierte Print-Verkaufsleiter Andreas Schraner am Launch-Event und wies vor allem auf die nun grösseren Papiermuster hin. Tatsächlich sind die wie in den meisten anderen Kollektionen auch hier treppenartig zugänglichen Papiermuster nun mindestens 14 ¥ 10 cm gross, womit sich in der Praxis gut arbeiten lässt.
Eine zu den Kollektionen passende, in Deutsch und Französisch beigefügte Einsteckkarte hat es in sich. So kann mit diesem Tool nach Kategorien oder Marken gesucht oder – und das ist bislang einzigartig – das Papier nach seiner Oberflächenbeschaffenheit ausgewählt werden. Dies alles auf nur einem zweifach gefalzten Übersichtsbogen.
Praktisch innerhalb der Kollektion sind neu eingeführte Symbole. Auf einen Blick erfährt der Papierinteressent etwa, ob sich die ausgesuchte Qualität etwa für den Kopierer eignet oder ob diese nach ökologischen Gesichtspunkten – sprich FSC-zertifiziert – produziert wurde.
Papiere für Kreative und Digitaldrucker
Die acht Ordner sind dabei nur der Anfang – wenn sie auch bereits den grössten Teil des Antalis-Sortiments abdecken. Nachliefern an interessierte Kunden wird Antalis zwei weitere Ringordner mit dem Thalo-Sortiment, das Antalis seit der Übernahme von Thalo Papier Anfang 2005 vertreibt. Der Update, der im Mai dieses Jahres ausgeliefert werden soll, ersetzt damit die bisherige Thalo-Kollektion.
Einen neuen Weg beschreitet Antalis beim Segment Digitaldruck. Um auch in diesem Geschäftsfeld tätigen Unternehmen ein Papier-Arbeitsinstrument anbieten zu können, hat Antalis Papiere in Zusammenarbeit mit Maschinenherstellern und Weiterverarbeitern getestet. Vorerst für die sechs verbreitetsten Systeme, darunter die Xerox Docucolor iGen3 oder die Systeme von HP-Indigo, werden bis ca. Mitte Jahr zwei weitere Kollektionen produziert und den entsprechenden Unternehmen abgegeben. Die Unternehmen können damit ihren Kunden echte Druckresultate aufzeigen und diese entsprechend beraten.
Paper Vision IIDie komplett neue Kollektion
Paper Vision II ist das neue Arbeitsinstrument für Kreative, Gestalter und Druckereien. Die in der Grundausstattung aus acht Ordnern bestehende Kollektion präsentiert sich in übereinander stapelbaren Einheiten, die ihrerseits je 4 Ordner beinhalten. Die Ringordner 1–4 umfassen die Segmente gestrichene/ungestrichene Papiere, weisse/farbige Naturpapiere und Kartons, die Ordner 5–7 halten die Kreativpapiere vor und Ordner 8 zeigt Selbstklebepapiere.
Zusätzlich ist das Thalo-Sortiment, das separat und später verfügbar sein wird, in zwei weitere Ordner aufgeteilt. Ordner über Standard-Digitaldruckpapiere und Specials für den Digitaldruck erweitern das Sortiment.
Jürgen Franck

Journal de Genève im Briefformat

Presse Vor neun Jahren erschien letztmals die Genfer Tageszeitung Le Journal de Genève. Nun wollen ehemalige Mitglieder des Verwaltungsrates das Blatt wieder aufleben lassen.

Presse Vor neun Jahren erschien letztmals die Genfer Tageszeitung Le Journal de Genève. Nun wollen ehemalige Mitglieder des Verwaltungsrates das Blatt wieder aufleben lassen. Im Februar 1998 erschien die letzte Nummer der Tageszeitung Le Journal de Genève. Sie ging in der Fusion mit dem Lausanner Nouveau Quotidien unter. Es entstand die Zeitung Le Temps, mit dem ehrgeizigen Ziel, zur «NZZ der Romandie» zu werden. Doch als die ersten Sparpläne bei Le Temps einsetzten und die Zeitung redimensioniert wurde, gab es Enttäuschte, vor allem im linksliberalen Genfer Bürgertum und in intellektuellen Kreisen der Westschweiz. Und im «Verein der Freunde des Journal de Genève et Gazette de Lausanne» scharte sich ein harter Kern von treuen Leserinnen und Lesern des verschwundenen, stolzen Traditionsblatts. Dieser Verein mit seinen 650 Mitgliedern hat nun ein aussergewöhnliches Projekt: Das Journal de Genève soll eine neue Chance erhalten, und zwar in Form eines wöchentlichen Briefs an interessierte Kreise. Mitte März erscheint die Nullnummer des vier- bis achtseitigen Briefs. Er geht an eine Leserschaft, die mehr fordert als Mainstream-Journalismus. Mitte April startet das Projekt, das im Titelkopf, in der Farbe und im Layout an seinen berühmten Vorgänger erinnert.
Einer der wichtigsten Persönlichkeiten, die hinter dem Projekt stehen, ist der ehemalige Genfer Rechtsprofessor Pierre Engel, der sich als Mitglied des Journal-de-Genève-Verwaltungsrats vergeblich gegen die Fusion zur Wehr setzte und im Jahr 2006 vor Bundesgericht das Recht erstritt, den Namen der fusionierten Zeitung wieder zu benützen. Mit dabei ist auch ein ehemaliger Redaktor des «Journal», Christian Campiche, der die redaktionelle Leitung übernimmt. Auch Dominique Flaux, der einstige Marketing-Verantwortliche, ist dabei. Von ihm stammt die Idee, statt einer wöchentlich oder zweiwöchentlich erscheinenden Zeitschrift mit einem einfachen Brief zu starten. «Eine Wochenzeitung wäre der schnellste Weg in die Katastrophe gewesen», meint Flaux, der Wert auf die Feststellung legt, dass das Projekt weder von Nostalgie beseelt noch ein unrealistisches Abenteuer sei. «Wir haben die notwendigen Gelder zusammen, um den Brief mindestens ein Jahr lang herauszugeben.» Und das geschieht völlig ohne Werbung, ohne Verteilung an den Kiosken und mit geringen Produktionskosten – laut Flaux gehen 85 Prozent der Mittel an die Redaktion. Er rechnet für den Beginn vorsichtig mit rund 300 Abonnenten, deren Zahl, falls sie auf 800 bis 1000 anwächst, die Publikation tragen kann. Alles Weitere ist Zukunftsmusik – doch der Wunsch, das ehrwürdige «Journal» als Zeitung wiederaufleben zu lassen, steht weiterhin Pate beim Projekt.
Das Jahresabonnement kostet stolze 750 Franken. «Das ist der Preis der Unabhängigkeit!», sagt Chefredaktor Christian Campiche. Der heutige Wirtschaftsredaktor bei der Regionalzeitung La Liberté arbeitet zu 60 Prozent für das Projekt, 40 Stellenprozente sind für eine weitere Person vorgesehen. Journalistisch soll der Brief von einem grossen Netz von freien Mitarbeitern und Informanten leben. Er soll Informationen aus Wirtschaft und Politik bringen, die nach Ansicht von Campiche heute allzu oft untergehen oder unterdrückt werden. Und die redaktionelle Linie? Im Redaktionsstatut heisst es, der Brief werde eine «Referenzpublikation für Information, Analyse, Reflexion und Kommentar» sein, vollständig unabhängig und nur dem Publikum und der Gesellschaft gegenüber verantwortlich. «Unsere Publikation ist für alle Meinungen offen, sofern sie die Würde des Menschen in all ihren kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und geistigen Dimensionen achtet und fördert», sagt Campiche. Der Brief richtet sich an die Mitglieder des Vereins der Freunde des Journal de Genève, aber auch an Unternehmen, Institutionen, Rechtsanwälte, kurz Entscheidungsträger in der Romandie, die auf unabhängige und zuverlässige Informationen angewiesen sind.
Und was meint man bei Le Temps zu diesem Projekt? «Wir sind stolz auf unseren Vorgänger, das Journal de Genève», sagt Valérie Boagno, die stellvertretende Direktorin. Le Temps bemühe sich, die Tradition des «Journal» aufrechtzuerhalten. Pierre Engel hingegen habe die Fusion nie akzeptiert und nehme jetzt die Verantwortung auf sich, das ehrwürdige Blatt in der Gestalt eines Heftchens neu zu lancieren. «Wir sind ein wenig traurig, dass die Sache nun so läuft.» Boagno weist darauf hin, dass Le Temps noch dieses Jahr die Digitalisierung des gesamten Journal-de-Genève-Archivs abschliessen will. Es handelt sich um ein gross angelegtes Projekt in Zusammenarbeit mit der Genfer Universität und der Schweizer Nationalbibliothek: 600000 Seiten «Journal» in verschiedenen Formaten – sämtliche Jahrgänge der Zeitung über zwei Jahrhunderte hinweg – werden erfasst und anschliessend für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. «Dies ist unser Weg, das Journal wieder aufleben zu lassen und es für die Menschen zugänglich zu machen, die es geliebt haben», sagt Boagno.
Helen Brügger

Eine Idee, viele Gedanken

Beilagen McCann Erickson hat sich für Das Magazin ein paar freie Gedanken zur Werbung gemacht.

Beilagen McCann Erickson hat sich für Das Magazin ein paar freie Gedanken zur Werbung gemacht. Der Grundgedanke: Das Magazin greift jeden Samstag Geschichten auf, die nicht als kurzlebige News ihr Publikum erreichen wollen, sondern als neue Ideen überraschen und verblüffen. Das Erfolgsrezept heisst demnach: Freie Wahl der Themen und der Form, wie etwas angegangen wird.  Namhafte Autorinnnen und Autoren stellen ihre Neugierde und Gedanken in den Dienst einer ebenso interessierten und weltoffenen Leserschaft. Ihre Reportagen, Interviews und Kolumnen werden begleitet von den Bildern international renommierter Fotografen. Mit dem Resultat, dass Das Magazin «länger und intensiver gelesen wird als jedes andere Magazin», wie die Eigenwerbung verkündet. Dass die Zahlen gut sind, hat McCann Erickson in einer vorgängigen Kampagne mit der Idee der «Wetten» dramatisiert. Hans Heinrich Coninx wettete seine Fliege, Res Strehle seinen besten Anzug und (noch) Kolumnist Martin Suter ein Flugticket in der Business Class. Die Zocker mussten nicht bezahlen: Die Wemf hat für Das Magazin inzwischen  650 000 Leser in Zürich, Bern und Basel bestätigt. Jetzt hat McCann Erickson eine neue Kampagne entwickelt. Diese heisst «Die Gedanken sind frei. Das Magazin.» Die Kampagne soll auch die Gedanken der Betrachter anregen, hofft CD Peter Rettinghausen, denn die Szenen sind mal so oder auch mal anders zu interpretieren. Die Bilder sind vom Magazin-Fotograf Nathan Beck gestaltet worden.
Ihre Gedanken spielen lassen sollen zuerst potenzielle Inserenten. Später folgt auch eine ähnliche Leser-Kampagne.   
Andreas Panzeri
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