Gut miaut, Löwe!

Tourismus Wirz hat für Kuoni die Welt neu erfunden und verblüfft Ferienhungrige mit speziellen Destinationen.

Tourismus Wirz hat für Kuoni die Welt neu erfunden und verblüfft Ferienhungrige mit speziellen Destinationen. 
Von solchen Ansichtskarten können wir nur träumen. Zumindest auf dieser Welt. Wirz hat nämlich für Kuoni eine Serie von neuen Ferienbildern gestaltet, die beim Betrachter so etwas wie übersinnliche Reaktionen auslösen sollen.     
Vor einem Jahr startete Wirz eine neue Werbekampagne für die führende Marke der Schweizer Reisebranche. Gestaltet war diese nach dem Konzept, das vorausreisende Unterbewusstsein der Zielpersonen schon vor der Buchung in den Ferien ankommen zu lassen. Solche Gefühle provozierten die Werber zum Beispiel mit der Golden-Gate-Brücke – allerdings stand diese nicht im Nebel von San Francisco, sondern über der Gischt der Niagara-Fälle. Dazu der Claim: «Wenn Ihnen nichts auffällt, empfehlen wir Ferien.»
Die Vorgabe war es, für diese Montagen klassische Ferienbilder zu verwenden. Das gilt auch wieder für die Fortsetzung der langfristig angelegten Kampagne im Jahr 2007. «Gar nicht so einfach, Klischeebilder zu Hinguckern zu mache», meint CD Hanspeter Schweizer bei Wirz. «Oder vielleicht doch?», meint AD Sascha Fanetti, der mit der Grafikerin Kim Sokola zusammen «grossen Spass» bei den kreativen Spielereien mit diesen Stockbildern erleben durfte. 
Indem zwei Ferienbilder zu einem zusammengefügt werden, «entsteht Irritation und damit ein Stopper-Effekt», erklärt Schweizer. Wenn sich beim Betrachten auch gleich das Fernweh verdoppelt, dann haben die Plakate ihren Zweck schon fast erfüllt.
Mit der Fortsetzung der Kampagne zeigt sich ihr vielseitiges Potenzial: Neben acht neuen Plakat- und Anzeigenmotiven sind auch zwei Filme fürs Kino entstanden. Hier wird die Irritation aber nicht über das Bild, sondern über den Ton erzeugt: Ein Aborigine entlockt seinem Didgeridoo Alphornklänge, und der mächtige Löwe gibt, schön lippensynchron, ein klagendes Katzenmiauen von sich.
In den Schaufenstern der Kuoni-Filialen wird die Idee noch einmal erweitert: Fast unmerklich veränderte Nationalflaggen von klassischen Ferienländern geben witzige Rätsel auf. Und die als Give-away an Kunden verteilten Bonbons schmecken überraschenderweise überhaupt nicht nach dem, was auf der Verpackung steht.
Erfolgreiches Jubiläumsjahr 
Kuoni
steigerte 2006 den Nettoerlös auf 4082 Millionen Franken. Mit schwarzen Zahlen und dem bisher höchsten je erzielten Konzernergebnis von 116,7 Millionen Franken hat der grösste Schweizer Reiseanbieter sein 100-jähriges Jubiläum erfolgreich abgeschlossen. Im Jubiläumsjahr 2006 ist der Nettoerlös um 10,7 Prozent gestiegen. Das organisatorische Wachstum lag bei 7,9 Prozent.
Andreas Panzeri

Leader ist Matin Dimanche

Leseforschung Le Matin erreicht mehr als 50 Prozent aller Westschweizer Führungskräfte. In der Deutschschweiz ist NZZ Folio die Nummer eins.

Leseforschung Le Matin erreicht mehr als 50 Prozent aller Westschweizer Führungskräfte. In der Deutschschweiz ist NZZ Folio  die Nummer eins.Alle zwei Jahre werden in der Schweiz die Führungskräfte und Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft zu ihrem Leseverhalten befragt. Die aktuell publizierte MA Leader 2007 der Wemf wurde zwischen dem 23. September und dem 26. November 2006 mittels Interviews (rund 4000 in der Deutschschweiz, etwa 1500 in der Romandie) erhoben. Die Grundgesamtheit aller Menschen, die als Entscheidungsträger in Firmen und Behörden den Wemf-Definitionen (siehe Kasten) entsprechen, beträgt neu 335 000 Personen. Das sind 15 000 mehr als 2005, was zeigt, dass die verbesserte Konjunktur auch auf den Chefetagen erste Spuren hinterlassen hat (siehe Grafik).Tagi überholt NZZ bei LeadernDer Zuwachs ist durchaus von Bedeutung, denn dadurch ergab sich bei einigen Titeln auch dann eine prozentuale Reichweitenreduktion, wenn sie – in absoluten Zahlen – keinen Verlust ausweisen. Es kommt auch vor, dass die Reichweite sogar dann noch sank, wenn der entsprechende Titel in absoluten Zahlen zulegen konnte. In Einzelfällen reichte nicht einmal ein signifikanter Leader- oder Top-Leader-Zuwachs, um auch prozentual über den Stand von 2005 zu kommen (Beispiel: Full House).
Die eindeutig beste Performance aller Schweizer Titel weist Le Matin Dimanche auf, nicht nur in Bezug auf seine Sprachregion: Denn das Sonntagsblatt ist der einzige Titel überhaupt, mit dem Woche für Woche mehr als die Hälfte aller Westschweizer Führungskräfte (insgesamt sind es 51 000 Leader und 24 000 Top Leader) erreicht werden können. Gegenüber der MA Leader 2003, bei der das Blatt letztmals mitmachte, konnte es seine Werte sogar noch ausbauen.
Eine ähnliche Leistung erreicht in der Deutschschweiz nur das Monatsmagazin NZZ Folio. Es kommt – allerdings ausschliesslich bei den Top Leadern – auf eine Reichweite von 54,4 Prozent, bei den Leadern erreicht es bloss 46,2 Prozent. Doch in einem Punkt ist das NZZ Folio dennoch schweizweit Spitze: Mit ihm können absolut gesehen am meisten Schweizer Führungskräfte erreicht werden, nämlich neuerdings insgesamt 80 000 Leader und 47 000 Top Leader. Bei den Leadern liegt es zwar gleichauf mit der SonntagsZeitung (SoZ), doch bei den Top Leadern konnte das Monatsmagazin seinen Vorsprung gegenüber der SoZ noch leicht ausbauen.
Ein anderer Titelvergleich aus den Verlagshäusern NZZ und Tamedia: Der Tagi hat mittlerweile unter den Leadern 2000 Leser mehr als die NZZ, vor zwei Jahren fanden beide Titel in dieser Zielgruppe noch ein gleich starkes Interesse. Bei den Top Leadern hingegen hat weiterhin die NZZ die Nase vorn.
Den grössten Zuwachs unter den Deutschschweizer Führungskräften verzeichnet das Magazin – weil es mittlerweile nicht mehr nur dem Tages-Anzeiger, sondern auch der Basler Zeitung und der Berner Zeitung beiliegt. Dieser Vertriebsausbau wirkte sich bei den Leadern mit plus 34 Prozent aus, bei den Top Leadern betrug der Zuwachs 28 Prozent. Die zweitgrösste signifikante Leistungssteigerung verzeichnet die NZZ am Sonntag, sie legte um 6000 Leader und 3000 Top Leader zu, was einem Plus von 10 beziehungsweise 8,6 Prozent entspricht. Auch Geo legte in beiden Zielgruppen signifikant zu, und zwar um je 4000 Leser (+6,6 / +14,8 Prozent). In der Romandie gab es dagegen keine klaren Leistungssteigerungen.
Die grössten Verluste bei den Entscheidungsträgern weisen Facts und Bilanz aus. Bei Facts sprangen 13,5 Prozent seiner Leader und 11,5 Prozent seiner Top Leader ab. Nicht zum ersten Mal: Verglichen mit 2003 hat das Heft heute einen Viertel weniger Leader (minus 16 000) und fast einen Fünftel weniger Top Leader (- 5000). Bei der Bilanz ist der Leserrückgang unter den Entscheidungsträgern analog zu den Verlusten bei der Mach Basic wesentlich auf die seit zwei Jahren geltende 14-tägliche Erscheinungsweise (vorher monatlich) und damit auf die veränderte Befragung zurückzuführen. So viel lässt sich aber sagen: Pro Ausgabe erreicht das Magazin von Axel Springer Schweiz heute 17 000 Leader (27,2 Prozent) und 8000 Top Leader (23,5 Prozent) weniger als noch vor zwei Jahren. Beim Edipresse-Titel Bilan in der Romandie ist die Situation exakt dieselbe, auch dort wurde der Erscheinungsrhythmus erhöht. Der Rückgang fiel aber vergleichsweise moderat aus: 12,5 Prozent weniger Leader, 8,3 Prozent weniger Top Leader. Und der Verlust bei den Top Leadern war nicht einmal signifikant.
Interessant ist, auf welche Titel die Leader-Personen problemlos verzichten könnten. Die Studie gibt dazu eine Antwort, dank der Interview-Frage «Würden Sie den Titel vermissen, wenn es ihn nicht mehr gäbe?». Das Resultat: Die drei Titel, die den Deutschschweizer Leadern am meisten fehlen würden, heissen NZZ, Geo und Tages-Anzeiger, sie wurden alle von über 80 Prozent ihrer Leser genannt. Ähnlich ist es bei den Top Leadern, nur vermissen diese den Tagi noch etwas mehr als Geo.
Die Titel, auf die Leader und Top Leader am ehesten verzichten können, sind dagegen Panorama Raiffeisen, Bulletin Credit Suisse und das KMU-Magazin: Klar weniger als die Hälfte ihrer Leser würden sie vermissen (zwischen 32 und 42 Prozent).
Das sind Leader und Top LeaderGemäss Wemf-Definition
sind Leader mindestens 20 Jahre alt, in der Deutsch- oder Westschweiz wohnhaft und mindestens teilzeitlich erwerbstätig. Sie sind selbstständig erwerbend, führen einen Betrieb mit vier oder mehr Angestellten.  
Als Freiberufliche weisen sie eine höhere Ausbildung aus, als Angestellte haben sie eine leitende Funktion inne mit Einfluss auf betriebliche Entscheidungen.
 
Das persönliche Brutto-Jahreseinkommen beträgt 100 000 Franken oder mehr.
 
Top Leader sind darüber hinaus entweder freiberuflich tätig und in dieser Funktion auch Arbeitgeber von mindestens einem Mitarbeiter. Oder sie stehen als Angestellte zumindestens einem Mitarbeiter vor. Das Jahreseinkommen der Top Leader beträgt wenigstens 140 000 Franken.
Interessant, wer nicht mehr dabei istNicht von der MA Leader erheben
liessen sich Brückenbauer und CoopZeitung, die beiden grössten Schweizer Titel. Auch 20 Minuten, die grösste Tageszeitung, ist nicht mit von der Partie, ebenso sein Westschweizer Ableger 20 minutes. Der SonntagsBlick, der bis 2003 mitmachte, bleibt der MA Leader weiterhin fern, neuerdings verabschiedeten sich zudem die Südostschweiz, die Mittelland Zeitung, die Neue Luzerner Zeitung und das St. Galler Tagblatt. Erstmals dabei ist die Automobil Revue und ihr welsches Schwesterblatt, das TCS-Magazin, Touring hingegen beteiligt sich weiterhin nicht.In der Westschweiz machte Edipresse eine Kehrtwende: Der Verlag, der 2005 mehrere Titel aus der Studie herausgenommen hatte, brachte Le Matin Dimanche, 24 heures und Tribune de Genève zurück. Das neue Pendlerblatt Le Matin Bleu sowie seine Konkurrenz 20 minutes machen dagegen nicht mit.
Was ebenfalls auffällt: Sämtliche Frauentitel glänzen durch Abwesenheit, ebenso Programmzeitschriften. Vorbildlich sind hingegen NZZ, NZZ am Sonntag und Le Temps, sie liessen erstmals auch erheben, wie stark sie jeweils jenseits des Röstigrabens von Führungskräften genutzt werden. (mk)
Markus Knöpfli
 
 

Mit Sensibilität gegen PR-Gewusel

Medien Wie gehen Chefredaktoren mit dem stetig ansteigenden Input von geschulten PR-Spezialisten um?

Medien Wie gehen Chefredaktoren  mit dem stetig ansteigenden Input von geschulten PR-Spezialisten um? An der jährlichen Dreikönigstagung vom vergangenen Januar sorgte Vizekanzler Oswald Sigg mit einer simplen Zahl für Raunen in den Reihen der Verleger und Medienleute. Innert weniger Jahre, so Sigg, habe Bundesbern den Etat seiner Kommunikationsfachleute von ursprünglich 25 auf derzeit 600 verstärkt. Es ist nicht das erste Mal, dass Sigg sich mit dieser Zahl an ein Publikum wendet, doch sie wird mit jedem Mal grösser. Was in der Bundesverwaltung passiert, gilt als sicheres Indiz für das Aufrüsten der PR-Industrie auch in der Privatwirtschaft. Für Journalisten wird es zunehmend schwierig, zu ungefilterten Informationen zu kommen. Wo man früher den Geschäftsführer eines Unternehmens direkt an den Draht bekam, platziert heute im besten Fall sein Kommunikationschef in säuberlich abgewogenen Formeln Botschaften (bis hinunter zur konformen Schreibweise der Marke), die meist nur er selber versteht. Die Reibungsverluste sind dabei auf beiden Seiten enorm.
Das Aufrüsten der PR-Industrie, so möchte man auf den ersten Blick meinen, müsste eine Verstärkung der Redaktionen nach sich ziehen. Nach den zahlreichen Sparrunden, welche die Branche hinter sich hat, behilft man sich jedoch weitgehend mit Konzepten. Der Begriff der schlanken Redaktion hat zwar etwas von seiner budgetverträglichen Dringlichkeit verloren, weil es mit der Konjunktur ja wieder aufwärts geht. Doch Verleger investieren bestenfalls dort in die Redaktion, wo sie neue Projekte anreissen.
So findet etwa Artur K. Vogel, seit Januar Chefredaktor beim Bund, die Redaktion des lange gebeutelten Blattes sei immer noch gross und gut ausgestattet. «Von Ausdünnung kann keine Rede sein.» Vogel gibt sich zuversichtlich. Er habe vor seinem Job in Bern bei der Aargauer Zeitung mit weniger Leuten den ganzen Mantel für die Mittelland Zeitung produziert.
Peter Buri, Chefredaktor selbiger Aargauer Zeitung, sieht sich da schon eher in einer komfortablen Lage. «Wir sind daran, 15 bis 20 neue Leute für die Redaktion einzustellen», sagt er. Die auf September geplante siebte Ausgabe der Mittelland Zeitung erfordere natürlich diesen massiven Ausbau, räumt Buri ein. Sowohl Artur K. Vogel wie auch Peter Buri bestätigen indessen die wachsende Flut von Verwaltungs- und Unternehmens-PR auf ihren (elektronischen) Schreibtischen. Dabei verdrehten geschulte Leute die Informationen solange, bis sie ins PR-Konzept passten, meint Vogel. Auf die Bundesverwaltung gemünzt, sähen er und seine Redaktion sich einer regelrechten Phalanx von Kommunikationsfachleuten gegenüber. Das sei für die Politik schädlich. «Politiker geraten in den Hintergrund und sind nicht mehr fassbar.»
Chefredaktor Peter Hartmeier schickt deshalb für den Tages-Anzeiger seine besten Leute nach Bundesbern. «Wir müssen Kontra bieten mit Journalisten, die dem Gewusel der PR-Verantwortlichen standhalten.» Hartmeier hat deshalb seinen Stellvertreter Roland Schlumpf nach Bern beordert, wo der Tagi mit fünf Leuten präsent ist.
Spiess umgedrehtAuch die Neue Luzerner Zeitung hat in der politischen Berichterstattung reagiert. Im Hinblick auf die Regierungs- und Kantonsratswahlen vom 1. April, zu denen 526 Kandidaten auf 69 Listen antreten, hat die Neue LZ den Spiess umgedreht und in Public-Journalism-Manier ein Bürgerforum eingerichtet. Dort setzen Leserinnen und Leser mit Fragen die Impulse für den politischen Diskurs. Der stellvertretende Chefredaktor, Stefan Ragaz, begründet die Einrichtung des Forums mit dem Bestreben der Redaktion, die Leser in die Themenwahl und in die politische Debatte einzubinden. Bisher sei die politische Agenda vor Wahlen vor allem von den Parteien bestimmt worden.
Die Redaktionen halten sich mit einer immer komplizierter werdenden Triage den Rücken frei. Von unzähligen Einladungen und Angeboten wandern die meisten in den Papierkorb. «Aus Dutzenden von täglichen Angeboten gibt es vielleicht ein bis zwei Themen pro Monat, die sich redaktionell verwerten lassen», sagt Peter Buri. Die AZ behilft sich mit einem publizistischen Konzept, wobei die Redaktion die tägliche Flut zunächst grob nach einem definierten Kriterienraster (Relevanz, Aktualität usw.) scannt.
Bei der Neuen LZ wurde schon 1996, zu Zeiten der Fusion von Luzerner Zeitung und Luzerner Neuste Nachrichten, losgelöst von der Redaktion, eine eigene PR-Redaktion eingerichtet, welche auf die Interessen von Firmen und Institutionen eingeht. Von 11176 produzierten Textseiten im letzten Jahr stellte die Verlagsredaktion 650 Seiten her, die sich in Layout und Typografie vom Rest des Blattes unterscheiden. Die Tendenz ist stark steigend. Für Ragaz ist auch klar, dass sich allgemein Redaktionen beim Themen-Setting durch professionelle PR immer wieder instrumentalisieren liessen.
«Wie gehen wir mit dieser Gratwanderung zwischen PR und Journalismus um?» Für Colette Gradwohl, Chefredaktorin des Landboten in Winterthur, stellt sich nicht die Frage nach den redaktionellen Ressourcen, sondern nach der Sensibilität der Medienschaffenden. Die Gratwanderung hat beim Landboten seit dessen Relaunch im Herbst 2005 auch eine institutionelle Schnittstelle zwischen Verlag und Redaktion. Laut Gradwohl ist aber der informelle Austausch, etwa bei der Diskussion um Medienpartnerschaften, nicht mehr so lebendig wie zu Beginn. Ihre Entscheide als Chefredaktorin seien jedoch stets respektiert worden.
Mehr Kommerz-AnfragenBei der NZZ steht man laut Angaben von Chefredaktor Markus Spillmann auf Grund der Marktposition des Titels weitgehend über der Sache. Es gebe zwar mehr Anfragen kommerziellen Inhalts, doch die Interessen seien dieselben wie eh und jeh. «Wir lassen uns von Kommunikationsfachleuten nicht in die Irre führen», sagt Spillmann. Man schätze aber auch die Kompetenz auf der anderen Seite.
Ungeachtet dessen, dass Vertreter der PR-Industrie auch willkommene Türöffner sein können und die Redaktionen auf wichtige Geschichten hinweisen, bleibt Beziehungspflege das A und O einer gut geölten Redaktion. «Wir müssen tendenziell die PR-Leute umgehen, denn wir brauchen den direkten Kontakt zu den Verantwortlichen», sagt Peter Hartmeier. Der Unterschied zwischen Titel- und Pressevielfalt ist ihm wichtig. «Wenn wir uns Redaktionen mit ausgewiesenen Spezialisten leisten wollen, dann bleiben am Schluss nicht mehr viele Titel.»
«Unglaublich, erschütternd»Ende Januar
veröffentlichte das Medienforschungsunternehmen Publicom eine Studie über den re-daktionellen Umgang mit PR mit für Medienschaffende enttäuschendem Verdikt. Über 50 Prozent der Medien hatten die Inhalte von behördlichen Medienkonferenzen ohne zusätzliche Eigenleistung einfach übernommen. Dabei schnitten die elektronischen Medien schlechter ab als die Printmedien. Print geniesst nach wie vor die höchste Glaubwürdigkeit beim Publikum. Die Autoren der Studie erwarten darüber hinaus eine weitere Verschiebung des Kräfteverhältnisses zugunsten von Public Relations.Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier findet das Ergebnis «unglaublich», Bund-Redaktionschef Artur K. Vogel bezeichnet es als «erschütternd». Diese Praxis sei auch dann äusserst heikel, wenn Redaktionen kleiner Zeitungen, die mit wenig Ressourcen auskommen müssten, Informationen einfach tel quel übernähmen. Silvan Lüchinger, stellvertretender Chefredaktor des St. Galler Tagblatts, gibt zu bedenken, dass die Studie rein quantitativ erhoben wurde. «Es kommt häufig vor, dass wir zunächst einmal die Fakten eines Themas bringen und zwei, drei Tage später, vielleicht auch Wochen, erst die vertiefte Recherche nachliefern.» Doch auf Eigenrecherche dürfe auf keinen Fall verzichtet werden.
René Worni

AZ Medien verkauft Meissner Bücher an Thalia-Gruppe

Die AZ Medien Gruppe hat Meissner Bücher rückwirkend auf den 1. Januar 2007 an die Thalia-Gruppe, Marktführerin im Schweizer Buchhandel, verkauft. Thalia setzt weiterhin auf die Marke Meissner.

Die AZ Medien Gruppe hat Meissner Bücher rückwirkend auf den 1. Januar 2007 an die Thalia-Gruppe, Marktführerin im Schweizer Buchhandel, verkauft. Thalia setzt weiterhin auf die Marke Meissner sowie auf Fachwissen und Engagement der 45 Mitarbeitenden in Aarau, Baden und Brugg. Manfred Beck bleibt Geschäftsführer von Meissner Bücher; die Standorte Aarau, Baden und Brugg bleiben bestehen. Laut einer Mitteilung hat sich AZ Medien zum Verkauf entschieden, um den traditionellen Buchhandlungen eine weiterhin prosperierende Entwicklung zu gewährleisten und deren Existenz im hart umkämpften Buchmarkt zu sichern. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Meissner Bücher hat sich im regionalen Markt erfolgreich positioniert. Sie erwirtschaftet einen Umsatz von rund 13 Millionen Franken, zeichnet sich als fachlich kompetente Buchhandlung aus und ist auch im Versand- und Online-Geschäft tätig. Im Jahr 2001 wurde die Filiale in Baden im Langhaus bezogen, im Jahr 2005 folgte die Filiale im AZ Medienhaus in Aarau. Die Filiale in Brugg wird in diesem Frühjahr an den Neumarktplatz an zentraler Lage umziehen.
Für die Thalia-Gruppe ist der Kauf von Meissner Bücher ein weiterer Schritt, um die Marktführerschaft im Schweizer Buchhandel auszubauen. Am 12. April eröffnet Thalia unter dem Namen Wirz Thalia eine weitere Buchhandlung in Aarau.
Thalia Bücher gehört zusammen mit Stauffacher Buchhandlungen und der ZAP zur Thalia Holding mit Sitz im deutschen Hagen. Die Gruppe ist in der Schweiz mit insgesamt 17 Standorten und beschäftigt über 550 Mitarbeitende. Neben dem stationären Handel ist die Gruppe auch im Online-Geschäft tätig. Die Mutterfirma Thalia gehört zur Douglas-Holding.

In Flagranti holt sich Profi-Pokerspieler als Junior-Texter

Die Lysser Werbeagentur verstärkt ihr Team: Neu wagt Simon Kümin (25), Internationaler Schachmeister und Profipokerspieler, den Schritt in die Werbung. Künftig ist er als Junior-Texter bei den Lyssern beschäftigt.

Die Lysser Werbeagentur verstärkt ihr Team: Neu wagt Simon Kümin (25), Internationaler Schachmeister und Profipokerspieler, den Schritt in die Werbung. Künftig ist er als Junior-Texter bei den Lyssern beschäftigt. Dort ist man überzeugt, dass er über Kurz oder Lang internationaler Werbemeister wird, heisst es in einem Mediencommuniqué.

Scherrer Transport hat bei der Agentur am Flughafen eingecheckt

Die Agentur am Flughafen führt neu das Textillogistikunternehmen Scherrer Transport aus St. Margrethen auf ihrer Businesspassagierliste.

 Die Agentur am Flughafen führt neu das Textillogistikunternehmen Scherrer Transport aus St. Margrethen auf ihrer Businesspassagierliste. Scherrer Transport, das Logistikunternehmen, das auf das Spedieren und Konfektionieren von Mode und textilen Sportausrüstungen spezialisiert ist, hat die Agentur aus Altenrhein damit beauftragt, einen neuen Firmenauftritt zu entwickeln sowie die gesamte Kommunikation zu begleiten. Erste Massnahmen werden in Kürze zu sehen sein. 

Rettungsseil für verzweifelte Kinder

Fundraising Publicis setzt sich mit Terre des hommes für ausgebeutete Kinder ein.

Fundraising Publicis setzt sich mit Terre des hommes für ausgebeutete Kinder ein.Mit einer Kampagne auf Plakatwänden und mit Inseraten macht die Schweizer Kinderhilfsorganisation Terre des hommes zur Zeit auf die Tatsache aufmerksam, dass weltweit unzählige Kinder in unerträglichen Situationen leben. Eindringliche Bilder stellen die Missstände dar. Die Hilfe von Terre des hommes wird auf diesen Plakaten von Publicis Zürich durch ein einfaches, geknüpftes Rettungsseil symbolisiert. Die Botschaft: «Terre des hommes als Ausweg aus der misslichen Situation». In einer ersten Welle im November 2006 warb Terre des hommes – Kinderhilfe noch mit einer leeren Plakatfläche um die Aufmerksamkeit der Passanten. Am unteren Rand des Plakats war ein mit Kinderhand gekritzelter, leiser Hilferuf zu lesen. Die Jury des Art Directors Club Schweiz zeichnete diese ebenfalls von Publicis realisierte Plakatserie mit einem bronzenen Würfel aus. Nicht überall ist die Idee allerdings so begeistert aufgenommen worden. Die Tagespresse sah sich veranlasst, über Kinder in der Werbung zu räsonieren.
In der jetzigen zweiten Welle werden die Schwerpunktthemen von Terre des hommes mit der Marke verbunden. Eindringliche Bilder veranschaulichen die Themen Gesundheit von Mutter und Kind, Ausbeutung von Kindern und Gewalt an Kindern. Es sind Bilder, die die ausweglos scheinende Lage eines Kindes darstellen – ein Leben in Krankheit, Armut oder Gefangenschaft. Ein einfaches Rettungsseil symbolisiert die Hilfe von Terre des hommes, den Ausweg aus der misslichen Situation. Der Claim «Es gibt einen Weg aus jedem Unrecht» verweist auf das Logo der Kinderhilfsorganisation.
Der Plakataushang wird von einer schweizweiten Inseratekampagne begleitet. Ein Teil der  Plakatstellen wird überdies als 3D-Version installiert, indem ein echtes Seil über das Sujet gehängt wird.
Die Stiftung Terre des hommes – Kinderhilfe ist in insgesamt 31 Ländern der Welt für Kinder in Not tätig.
Andreas Panzeri

Web2com verstärkt Verkauf und Siterelation

Das Zürcher Unternehmen Web2com erhält Verstärkung im Verkaufsteam und im Bereich Siterelation: Karin Schmid als Account Executive und Oliver Frank als Account Manager unterstützen neu das Verkaufsteam.

Das Zürcher Unternehmen Web2com erhält Verstärkung im Verkaufsteam und im Bereich Siterelation: Karin Schmid als Account Executive und Oliver Frank als Account Manager unterstützen neu das Verkaufsteam. Als Product Manager betreut neu Urs Bühler den Bereich Siterelation. Schmid hat Ihren Abschluss als Kommunikatorin FH im September 2006 gemacht. Während ihres Studiums konnte sie in verschiedenen Bereichen der Kommunikation wertvolle Erfahrungen sammeln. Frank ist seit 1995 im Internetumfeld tätig und bringt Erfahrung und Know-how in den Bereichen der Online-Werbung und dem Suchmaschinen-Marketing mit. Bisher war er verantwortlich für den Verkauf und für das Product Development eines Online-Portals. Bühler verfügt über Erfahrung im Bereich Werbung, PR, Web- und Multimedia mit. Er war zuvor für die Koordination von Web- und Multimediaanwendungen sowie für die technische und grafische Umsetzung im Bereich der digitalen Medien tätig. Laut einer Mitteilung möchte Web2com mit dieser Verstärkung im Verkaufs- und Siterelation-Team seine Präsenz auf dem Markt und seinen Kundensupport erweitern.

Hochspannung sammelt Neukunden

Gleich mehrere Neukunden konnte die Zürcher Werbeagentur Hochspannung in den letzten Wochen verbuchen. Für Lotos sind erste Sujets der Kampagne bereits ab Mittwoch an der Giardina Zürich im Einsatz.

Gleich mehrere Neukunden konnte die Zürcher Werbeagentur Hochspannung in den letzten Wochen verbuchen. Für Lotos, einem auf asiatische Möbel und Wohnaccessoires spezialisierten Geschäft, sind erste Sujets der Kampagne bereits ab Mittwoch an der Giardina Zürich im Einsatz. Weiter geplant sind eine Plakatkampagne, Inserate sowie diverse Spezialauftritte in der Stadt Zürich. Neu im Portfolio ist auch das Zürcher Bettwarengeschäft Bettgeschichten. Der Auftrag umfasst neben der Entwicklung eines neuen Gesamtauftritts auch die Realisation eines TV-Spots. Zusätzlich geplant sind Plakate, Inserate und Kinodias. Mit Promotion Tools, einem führenden Dienstleister im Below-the-Line-Marketing, konnte Hochspannung den jüngsten Coup landen. Promotion-Tools entschied sich nach einer Agenturevaluation unter vier Konkurrenten für Hochspannung. Der Auftrag umfasst die Entwicklung eines neuen Gesamtauftritts sowie die Konzeption und Realisation einer neuen Website.

Maxomedia realisiert SchoolNetGuide für Swisscom

Der Internet-Ratgeber SchoolNetGuide von Swisscom geht in die 10. Runde – erstmals als Kooperation zwischen Swisscom und Maxomedia. Die Berner Agentur setzte sich im Pitch gegen mehrere Konkurrenten durch.

Der Internet-Ratgeber SchoolNetGuide von Swisscom geht in die 10. Runde – erstmals als Kooperation zwischen Swisscom und Maxomedia. Die Berner Agentur setzte sich im Pitch gegen mehrere Konkurrenten durch. Der SchoolNetGuide erscheint schweizweit dreisprachig mit einer Auflage von über 250’000 Exemplaren. Zusätzlich zur Broschüre soll zukünftig mehr Fokus auf den Online-Inhalt gelegt werden, heisst es in einem Mediencommuniqué. Maxomedia ist verantwortlich für Redaktion, Design und die Online-Erweiterung des SchoolNetGuide. Die kommende Ausgabe des SchoolNetGuide dreht sich um das Thema «Virtuelle Identität». Der Guide richtet sich vor allem an Lehrer und Eltern. Ziel ist, den häufig existierenden Wissensvorsprung von Kindern und Jugendlichen in Sachen Internet gegenüber Lehrern und Eltern zu verringern. Zudem soll bei allen Altersstufen Interesse für das Thema «Virtuelle Identität» geweckt werden und über Chancen und Risiken aufgeklärt werden.

Trimedia und PR Access erhalten CMS II-Zertifizierung

Die Berner Agentur PR Access sowie die Zürcher Agentur Trimedia haben die Qualitätszertifizierung nach CMS II erfolgreich bestanden. Das Zertifikat CMS II zeichnet Agenturen für den höchsten international anerkannten Qualitätsstandard der PR-Branche aus.

Die Berner Agentur PR Access sowie die Zürcher Agentur Trimedia haben die Qualitätszertifizierung nach CMS II erfolgreich bestanden. Das Zertifikat CMS II zeichnet Agenturen für den höchsten international anerkannten Qualitätsstandard der PR-Branche aus. CMS ll – Consultancy Management Standard – ist ein speziell auf die Kommunikationswirtschaft zugeschnittenes Zertifizierungsprogramm, das Elemente des ISO-Systems mit solchen des Systems „Investors for people“ verbindet. Für den begehrten Qualitätsausweis müssen sich Kandidaten einer strengen Prüfung in acht Bereichen unterziehen: Führung und Kommunikation, Unternehmensplanung, Unternehmensentwicklung, Finanzsystem, Projekte und Kampagnen, Kundenzufriedenheit, New Business und Personalmanagement. Mit der Zertifizierung verfügen die beiden Agenturen nun über einen international anerkannten Ausweis, der ihre gute Beratungsqualität und Professionalität in allen unternehmerischen Belangen bezeugt.

Der Web2com-Index steigt im Februar auf 104.0 Punkte

Der Index von Web2com steigt im Februar 2007 auf 104.0 Punkte und liegt somit über dem Februar des Vorjahres. Neben einem allgemeinen Aufschwung in der Werbewirtschaft wird dieser Aufwärtstrend vor allem durch einige Tourismus und Finanzen begünstigt.

Der Index von Web2com steigt im Februar 2007 auf 104.0 Punkte und liegt somit über dem Februar des Vorjahres. Neben einem allgemeinen Aufschwung in der Werbewirtschaft, und speziell in der Internetwerbung, wird dieser Aufwärtstrend vor allem durch einige wichtige Branchen wie Tourismus und Finanzen begünstigt. Wie eine aktuelle Studie (Outsell) aus Amerika zeigt, wird im Jahr 2007 auch in den USA mit einem Wachstum der Internetwerbung gerechnet (+ 18 %). Die grösste Zunahme soll dabei beim Suchmaschinen-Marketing entstehen (+ 39 %).
Der Web2com-Index basiert auf monatlichen Erhebungen der Investitionen für kommerzielle Werbung nationaler und internationaler Online-Plattformen. Er soll somit aufzeigen, wie sich die Internetwerbung in der Schweiz entwickelt.
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