Schreibszene möchte mit Studiengang Schreibprofis produzieren

Ab Oktober 2007 bietet Schreibszene Schweiz den neuen Studiengang «Dipl. Texter/-in» in Zürich und Luzern an. Der zweisemestrige Lehrgang richtet sich an alle, die das Handwerk des Texters in seiner ganzen Bandbreite kennenlernen wollen.

 Ab Oktober 2007 bietet Schreibszene Schweiz den neuen Studiengang «Dipl. Texter/-in» in Zürich und Luzern an. Der zweisemestrige Lehrgang richtet sich an alle, die das Handwerk des Texters in seiner ganzen Bandbreite kennenlernen wollen. Bestandteil des Studiums sind die Disziplinen des Schreibens: Werbetexten, PR-Sprache, journalistischen Texten und Schreiben fürs Internet. Zudem werden Konzepte erstellt, Geschriebenes redigiert, Direct Marketing gelehrt sowie literarisches Schreiben im berufsbegleitenden Lehrgang geübt. Die Studierenden erhalten Einblick in die Medienarbeit sowie in die Herstellung von Printprodukten und Radiospots. Zahlreiche Übungen sollen einen hohen Lernerfolg garantieren. Das Studium dauert 18,5 Tage, verteilt auf ein Jahr. Im Frühjahrsprogramm von Schreibszene stehen unter anderem die Seminare Krimis schreiben (Bern), Flyer und Inserate schreiben (Luzern) sowie Lieblingsbücher mit dem Autor Hansjörg Schertenleib in Zürich. Schreibszene Schweiz ist Seminarveranstalter für alle Disziplinen des Schreibens und Kooperationspartner von Script, dem Berufsverband der Schweizer Texterinnen und Texter.

Als Werbung noch Werbung war

Werbung «Am Anfang war die Litfasssäule»: ein Streifzug durch fast 100 Jahre deutsche Reklamegeschichte.

Werbung «Am Anfang war die Litfasssäule»: ein Streifzug durch fast 100 Jahre deutsche Reklamegeschichte.Schon die alten Römer warben. Nicht nur um die Gunst weiblicher Schönheit, sondern auch für Produkte und Dienstleistungen. In den Ruinen von Pompeji fanden die Archäologen unter anderem die ältesten bekannten kommerziellen Werbetafeln. Die Stadt in Kampanien im Golf von Neapel verschwand am 24. August 79 n. Chr. unter der glühenden Lava des Vesuvs. Damit gehört werben zu den ältesten Gewerben der Welt – das allein dürfte allerdings kaum der Grund sein, warum die eine oder der andere die Werber immer wieder gerne mit den Damen vergleicht, die dem ältesten aller Gewerbe nachgehen …Die Zeit der ExpeditionenWerbung, wie wir sie kennen, gibt es seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die industrielle Revolution löste die Massenproduktion von Gütern aus, für die natürlich geworben werden musste. Der Marktschreier, der von Markt zu Markt zog und seine Produkte an den Mann oder an die Frau brachte, hatte ausgedient. Dank der Pressefreiheit erschienen in vielen Zeitungen mehr und mehr Anzeigen, die damals noch Annoncen hiessen. Ab 1855 entstanden so genannte Annoncen-Expeditionen, die den stark und rasch wachsenden Anzeigenmarkt organisierten – die ersten Werbeagenturen im deutschsprachigen Raum.
Ein Beispiel dafür ist Mosse-Annoncen, an die sich die eine Leserin, der andere Leser wohl noch erinnern dürfte. 1867 gründete Rudolf Mosse in Berlin seine internationale Anzeigen-Expedition und baute ein Netzwerk mit Filialen in ganz Deutschland auf. 1869 kam die erste Schweizer Niederlassung in St. Gallen dazu, 1871 die Filiale in Zürich. Bis 1939 war Mosse-Annoncen selbstständig, dann wurde sie Teil der PubliGroupe. Seit 1999 heisst die ehemalige Anzeigen-Expedition Mosse Media und ist heute das Kompetenzzentrum der PubliGroupe für Tourismus- und Schulwerbung im In- und im Ausland.
Lernen aus der VergangenheitVolker Ilgen und Dirk Schindelbeck erzählen die Geschichte von Rudolf Mosse und seiner Anzeigen-Expedition im Exkurs «Revolution der Aussenwerbung – die Litfasssäule» ihres Buches «Am Anfang war die Litfasssäule». Diese reich illustrierte deutsche Reklamegeschichte ist viel mehr als ein Bilderbuch, sie ist ein Lesebuch für alle, die sich für Kommunikation und Geschichte interessieren. Besonders lesenswert, weil unterhaltsam und lehrreich, ist das Kapitel «Die Zeit fährt Auto» über die Reklame während der Weimarer Republik, also bis 1933. In dieser Zeit, als Werbung noch Werbung sein durfte und keine Propaganda sein musste, entwickelten die deutschen Werber Massnahmen, die heute stark an Guerilla Marketing erinnern.    
Roger Hausmann

Zu guter Letzt: Mausarm-Syndrom lässt Computergeneration schmerzen

Immer mehr Menschen verbringen immer mehr Zeit vor dem Computer. Damit gehen Schmerzen einher, die oftmals chronisch werden. In der Fachliteratur finden sich die Computerkrankheiten unter RSI oder Mausarm.

 Immer mehr Menschen verbringen immer mehr Zeit vor dem Computer. Damit gehen Schmerzen einher, die oftmals chronisch werden. In der Fachliteratur finden sich die Computerkrankheiten unter RSI oder Mausarm. Nicht selten schmerzt den Computerarbeitern am Abend der Nacken oder das Handgelenk. Falls der Schmerz bei Ihnen nicht mehr weg geht, leiden Sie unter dem Mausarm-Syndrom oder RSI (Repetitive Strain Injury), auf Deutsch: Verletzung durch wiederholte Belastung. Sie entstehen durch eine ungesunde Haltung vor dem Bildschirm oder durch täglich vielfach wiederholte Bewegung der Hände an Maus und Tastatur. Durch diese Wiederholungen kommt es zu Verletzungen am Gewebe der Muskeln, Sehnen und Bänder. Und wenn die Belastung, wie bei vielen von uns, anhält, kann sie mit der Zeit zu chronischen Beschwerden führen. Hilfe gegen das Syndrom findet sich – sinniger Weise – auch auf dem Computer; nämlich im Netz auf Me-first.ch. Auf dieser Website erhalten die Verletzten seit kurzem Informationen zu RSI, Ratschläge zum Umgang und Hinweise auf Therapiemöglichkeiten.

Blick-Chefredaktor Werner De Schepper tritt zurück

Werner De Schepper tritt von seiner Funktion als Chefredaktor der Tageszeitung per sofort zurück. Rolf Cavalli, sein bisheriger Stellvertreter, übernimmt die Leitung der Redaktion ad interim.

Werner De Schepper tritt von seiner Funktion als Chefredaktor der Tageszeitung per sofort zurück. Rolf Cavalli, sein bisheriger Stellvertreter, übernimmt die Leitung der Redaktion ad interim, wie Ringier am Mittwochabend bekannt gab. Werner De Schepper (41) ist seit 1. Februar 2003 als Chefredaktor im Einsatz und hat in dieser Zeit wesentlich zur Weiterentwicklung der grössten Schweizer Tageszeitung beigetragen. Nach einer Auszeit wird er als Chefredaktor Politik im Bundeshausbüro in Bern für Blick und SonntagsBlick tätig sein. Über die näheren Umstände dieses Wechsels ist nichts bekannt. Sein interimistischer Nachfolger Rolf Cavalli (38) ist studierter Historiker und seit 4 Jahren beim Blick. Zuvor war er unter anderem beim SonntagsBlick tätig.

Ein Bub soll mit dem Business wachsen

Versicherungen Numéro 10 in Bern hat für Vaudoise Versicherungen die ersten zwei Folgen einer «Familiensaga» gedreht.

Versicherungen Numéro 10 in Bern hat für Vaudoise Versicherungen die ersten zwei Folgen einer «Familiensaga» gedreht.Die meisten Versicherungen haben zwei kleine Imageprobleme. Man assoziiert sie in unserer globalisierten Welt mit grossen Finanztransaktionen und arroganten Managern. Im Kleineren bekommen die meisten Leute beim Wort «Versicherung» sofort Panik, dass ihnen ein Vertreter eine Police anhängen will «und nicht mehr von der Türe weicht, bevor er uns etwas verkauft hat», wie Gilles Aeby die Szene beschreibt. Der Head of Strategic Planning bei der Agentur Numéro 10 möchte diese negativen Wahrnehmungen deshalb korrigieren. Zumindest für seinen Neukunden Vaudoise. Denn diese lokal gewachsene Versicherung kann sich in diesem Kontext durchaus sympathischer als die internationale Konkurrenz präsentieren. Mit «Kleinismus gegen Gigantismus» versucht der bilingue Aeby den Basiswert zu umschreiben. Dazu gehören zur Vaudoise ebenso eine gewisse «Sociability und Proximity», was man mit Sozialverträglichkeit und Nähe zum Kunden übersetzen könnte.
Spagat über dem RöstigrabenAlle diese Werte will Aeby in seiner ersten Kampagne für die Vaudoise Versicherungen kommunizieren. Gewonnen hat Numéro 10 das Budget nach einer Agentur-Evaluation. Dabei spielte es auch eine Rolle, dass die Berner Agentur hüben und drüben des  Röstigrabens ideale Voraussetzungen mitbringt, die Vaudoise sowohl in der Romandie wie auch in der deutschen Schweiz im richtigen Stil bekannt zu machen. In Zürich erwarte man, dass eine Versicherung finanzielle Kompetenz ausstrahle. Im Welschen sei mehr ein Sympathie-Effekt entscheidend.
In den ersten zwei Spots, die Numéro 10 zusammen mit Markenfilm Berlin realisiert hat, werden beide Stärken für den Zuschauer überzeugend ausgespielt. Beim ersten Spot geht es um die Pensionskasse. «Mein Grossvater ist mein bester Freund», verrät darin ein zehnjähriger Junge. Wenn er einmal gross ist, will er deshalb Forscher werden, «um den Grossvater klonen zu können». Und wenn alle ganz alt werden, will der Bub «Präsident von allen Banken werden, weil es dann Milliarden von Millionen braucht, damit für alle gesorgt wird». Der Enkel hofft, dass sein Grossvater nach der baldigen Pensionierung genug Zeit findet, um täglich mit ihm das Penaltyschiessen zu trainieren. Diese Überlegungen des Enkels werden zum Schluss des Films von einem Off-Kommentar aufgefangen: «Die Welt bewegt sich. Die Menschen leben länger. Die Vaudoise Versicherungen bieten Vorsorgepläne, die zu allen Pensionswünschen passen.»
Ein zweiter Spot richtet sich an die Kundengruppe KMU. Illustriert wird das mit den Zukunfts-träumen des Buben, der wie sein Vater Unternehmer werden will. Auch hier hilft die Vaudoise, weil sie «Risiken mit Lösungen für die Zukunft» abdeckt.
Wieso ein Kind? Numéro 10 wollte die Evolution der Gesellschaft nicht mit erwachsenen Augen zeigen. «Es ist sympathischer, über die Problematik der Pensionierung mit den Visionen eines Kindes zu reden. Wir zeigen eine Vision von morgen. Ein Kind beobachtet die Welt und seine erwachsene Umwelt. Darüber macht es sich seine Gedanken«, erklärt Gilles Aeby.
Die Kampagne ist auf mehrere Jahre angelegt. In dieser Zeit soll das Kind auch älter werden. Aus der Kampagne könnte sich dann so etwas wie eine Serie oder Familiensaga entwickeln, hoffen die Werber in Bern.
Parallel zu den Spots gibt es auch Printsujets, die gestalterisch an die Filme anknüpfen.
Tradition im Zeichen der GenossenschaftDie Vaudoise
gehört zu den zehn grössten Privatversicherern des Schweizer Marktes. Das 1895 gegründete Unternehmen ist der einzige unabhängige Versicherer mit einem Entscheidungszentrum in der Westschweiz. Die Mehrheit des Aktienkapitals der Vaudoise Versicherungen Holding wird von der Genossenschaft Mutuelle Vaudoise gehalten. Da die Gruppe nicht von Investoren abhängig ist, kann sie sich in einer langfristigen Perspektive unabhängig und im Interesse ihrer Kunden und Stakeholder entwickeln.Andreas Panzeri

Neue Zürcher Zeitung mit neuer Struktur

Zeitung Seit dem 12. März dieses Jahres erfreut eine klarere Struktur die NZZ-Leser. Die Neuheiten steigern die Zugänglichkeit der NZZ und gleichzeitig das Lesevergnügen.

Zeitung Seit dem 12. März dieses Jahres erfreut eine klarere Struktur die NZZ-Leser. Die Neuheiten steigern die Zugänglichkeit der NZZ und gleichzeitig das Lesevergnügen. Die bewährte journalistische Qualität des Weltblattes erhält ein neues Erscheinungsbild. Obschon die traditionsreiche Zeitung ihrem Charakter treu bleibt, wurden die Leser vor dem 12. März mehrmals über die Verbesserungen informiert. Und zwar mit einer mehrseitigen Anzeige, die natürlich einen markanten Auftakt brauchte. Publicis entwickelte dafür ein Sujet, das die Elemente des blauen Bleistifts fein säuberlich auseinander nimmt und sie getrennt zeigt. Ein Visual, der wahrhaftig eine perfekte Struktur darstellt und in seiner Konsequenz auch amüsiert. Naturgemäss erschien die ganzseitige und vierfarbige Anzeige bisher nur in der Neuen Zürcher Zeitung.

Ringier empfängt auf neuem Internetportal

Die Ringier Gruppe hat ihren Internetauftritt überarbeitet. Neu erhält auch der frisch geschaffene Ringier Verlag Schweiz einen eigenen Auftritt. Auf beiden Sites wurde der Mediencorner ausgebaut, auf der Schweizer Site wurde die Produktepalette übersichtlicher gestaltet.

 Die Ringier Gruppe hat ihren Internetauftritt überarbeitet. Neu erhält auch der frisch geschaffene Ringier Verlag Schweiz einen eigenen Auftritt. Auf beiden Sites wurde der Mediencorner ausgebaut, auf der Schweizer Site wurde die Produktepalette übersichtlicher gestaltet. Auf der neuen Einstiegsseite des Schweizer Auftritts präsentieren sich Ringier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Produkten. Mit einem Klick auf die Bilder können neu alle Details zu den Produkten eingesehen werden. Die Besucher finden auf der neuen Website auf Deutsch, Englisch und neu auch auf Französisch Informationen zu allen Ringier Aktivitäten in der Schweiz. Im Mediencorner ist unter anderem der Download von Portrait- und Gebäudefotos möglich. Ausserdem erleichtert jetzt ein eigenes Suche-Feld das Finden von Themen und Mitteilungen.
Das neue Konzept der Website haben auch die weiteren Ringier Verlage in Europa und Asien übernommen. Der Ringier Verlag Serbien, der Ringier Verlag Slowakei und Ringier Pacific starten ebenfalls in den nächsten Wochen einen entsprechenden Webauftritt. Das grafische Konzept und die technische Umsetzung hat Ringier in Zusammenarbeit mit der Firma Previon erstellt, das Projekt wurde intern von Irène Messerli geleitet.

Werbewoche steht als e-Paper im Netz

Ab sofort gibt es die Werbewoche auch als E-Paper im Netz. In der elektronischen Ausgabe können Sie blättern, einzelne Artikel anschauen, diese speichern und ausdrucken. Während zwei Monaten ist der Zugang für Sie kostenlos.

 Ab sofort gibt es die Werbewoche auch als E-Paper im Netz. In der elektronischen Ausgabe können Sie blättern, einzelne Artikel anschauen, diese speichern und ausdrucken. Während zwei Monaten ist der Zugang für Sie kostenlos. Sie müssen sich nur unter registrieren und schon können Sie das Angebot nutzen. Wir wünschen Ihnen viel Spass mit dem E-Paper der Werbewoche.
 
 
Pierre C. Meier
Chefredaktor
 

Michael Sutter übernimmt Verkaufsleitung bei ConRadio-TV

Werbung in den regionalen elektronischen Medien spielt zunehmend eine grössere Rolle. Um diese Herausforderungen im Markt optimal umzusetzen, hat ConRadio-TV Anpassungen in der Verkaufsabteilung vorgenommen.

Werbung in den regionalen elektronischen Medien spielt zunehmend eine grössere Rolle. Um diese Herausforderungen im Markt optimal umzusetzen, hat ConRadio-TV Anpassungen in der Verkaufsabteilung vorgenommen. Per 1. Juni wird Herr Michael Sutter die Verkaufsleitung übernehmen. Er verfügt über langjährige Erfahrung in Führungspositionen im Verkauf. Bisher war Sutter bei der Publicitas in Bern tätig, zuletzt als Key Account Manager und Leiter des DTP und Mediaservice. Er ist zudem vertraut mit der nationalen Werbe- und Medienlandschaft, sowie den Anforderungen an crossmediale Konzepte. Der bisheriger Verkaufsleiter Michael Schüpbach sucht vermehrt den direkten Kundenkontakt und übernimmt als Senior Account Manager und stellvertretender Verkaufsleiter das neu gebildete Verkaufsgebiet «Bern Nord». Er ersetzt in dieser Funktion Bruno Hofer, welcher ConRadio-TV verlässt. ConRadio-TV gehört zu Espace Media Gruppe und amtet als Verkaufsorganisation der Sender TeleBärn, Capital FM und Canal3 sowie als Vermittler für gesamtschweizerische Werbeeinsätze in den Regionalfernsehen und Regionalradios. Das Unternehmen verfügt über eine eigene Produktionsabteilung, in der sämtliche videobasierten TV-Formate hergestellt werden können.

Fundamentale Stärke

Finanzen McCann Erickson konzipierte im fünften Jahr die Kampagne von XL Capital.

Finanzen McCann Erickson konzipierte im fünften Jahr die Kampagne von XL Capital.Die Kampagne von McCann Erickson Zürich für XL Capital startet mit fundamentaler Stärke ins fünfte Jahr. Zu Beginn galt es für die Agentur, XL Capital in der internationalen Finanzwelt bekannt zu machen und zu positionieren. XL Capital ist ein Versicherer, Rückversicherer und Finanzdienstleister «mit fundamentaler finanzieller Stärke zur Deckung der grössten Risiken der Welt», wie Barry Brewer, Vice President Marketing bei XL, versichert. Schon nach dem ersten Jahr hatte die Kampagne «den Bekanntheitsgrad von XL Capital innerhalb der anvisierten Zielgruppe um 95 Prozent erhöht», kann CD Peter Rettinghausen bei McCann Erickson mit Stolz vermelden.
Die Fortsetzung dieser Erfolgsstory ist jetzt mit drei neuen Motiven angelaufen. McCann Erickson mit ihrem AD Tom Kees hat zusammen mit dem Fotografen Tom Nagy in Süddeutschland das grösste Solarfeld der Welt, Ölfelder vor der kalifornischen Küste sowie die Schiffswerften in Hamburg fotografiert.
Die internationale Kampagne für XL Capital erscheint in Finanz- und Leader-Titeln der USA, in England, Deutschland, Frankreich, Spanien sowie in der Schweiz.
Andreas Panzeri

Freiluft bei Openair-Guides

Festival-Guides Im Sommer beginnt die Openair-Saison, für die Werbung hat sie schon angefangen.

Festival-Guides Im Sommer beginnt die Openair-Saison, für die Werbung hat sie schon angefangen.Der Wunsch eines jeden Verlegers sind üppige Ausgaben, gefüllt mit viel guter Werbung. Im Verkauf muss er nicht aktiv sein, denn der Kunde kommt von alleine. Illusion? Den Idealfall gibts. Der umfangreichste aller Openair-Führer Sommer 07 ist praktisch voll. Bei der Vermarktungsagentur Mediabox herrscht bereits Monate vor dem offiziellen Openair-Start Hochsaison. «Wir werden buchstäblich überrannt», sagt Geschäftsführer Sandro Proietto. Die enorme Nachfrage führt Mediabox auf das Magazinkonzept zurück. Inhaltlich biete der Guide mehr als die meisten Festivalführer und Sonderbeilagen. Organisatoren wie Philippe Cornu vom Gurten-Festival schätzen die Vollständigkeit und Informationsvielfalt. Das aufwändig produzierte Heft geniesst auch einen guten Ruf bei den Lesern. Was seinen Preis hat. Florian Biafori von Mediabox rechnet, dass der redaktionelle Inhalt allein um ein Vielfaches höher sei als die komplette Produktion einer Openair-Sonderbeilage einer der grösseren Zeitungen in der Schweiz. Teuer sind die Texter. Sie gehören zur «crème de la crème» des Schweizer Musikjournalismus.
Vermehrt HintergrundartikelNeben dem Branchenprimus buhlen noch andere Openair-Agenden um die Gunst der Freiluftenthusiasten. Pünktlich zum Saisonstart wird Ende Mai der SonntagsZeitung ein Festivalmagazin beigelegt. Ein detailliertes Nachschlagewerk, jedoch nicht mit dem Anspruch auf Vollständigkeit wie bei Sommer 07. Die Macher präsentieren nur die Rosinen aus Pop, Klassik, Theater und Ausstellungen. Es dürfte auch der einzige Freiluftführer sein, der den Musikgenuss aus dem Ausland vorstellen wird. Erstmals werden die Leser vermehrt Hintergrundartikel und Interviews vorfinden. Die Reaktionen bei den Werbetreibenden sind allerdings noch bescheiden. Es gingen seit letzter Woche die ersten Anfragen ein, von einem Ansturm könne nicht die Rede sein, so die Verantwortlichen der SonntagsZeitung.
20 Minuten versucht es dieses Jahr mit einer neuen Strategie. Mit «The Guide 2006» im Pocket-Format hat es sich «ausgeguidet». Stattdessen setzt Tamedia auf die High-Society. Für die Openair-Schwärmer produziert Tamedia die 20-Minuten-Wochenendausgabe Week auf Hochglanzpapier. Nicht zum ersten Mal. An Weihnachten schon gab es die Week-Ausgabe auf edlem Papier. Musik ist eine Kompetenz von 20 Minuten. Für die Festivalsaison 2007 plant die Gratiszeitung ein «Internet-Content-Special» und ein eigenes Festival-Webradio. Wie hat die Werbewirtschaft auf das Angebot reagiert? Verkaufsleiter Marco Gasser: «Wir werden zwar nicht gerade mit Anfragen überhäuft, aber der Verkauf läuft gut.» Dieses Festivaljahr ist auch ein spezielles. Die Werbetreibenden reagierten noch verhalten, weil ein Grossanlass wie eine WM oder EM fehlten, sagt Gasser.
Das Trend Magazin ist mit der gegenwärtigen Inserate-Situation zufrieden. Das Heft bringt gleich mehrere Specials rund um das Thema Freiluftparty. Die Mini-Vorschau im Mai ist laut Verlagsleiter José Samanas fast ausgebucht. Auf gutem Kurs ist auch das Openair Extra von Blick. Übrigens der auflagenstärkste Guide. Man werde zwar nicht «überrannt», sei aber besser dran als andere Publikationen im Haus, so die Verantwortlichen bei Ringier.
Für Openair-Gänger wird die Auswahl zur Qual. Welcher Festivalführer den Zweck erfüllt, bleibt offen. Denn die Guides könnten optisch und inhaltlich unterschiedlicher nicht sein. Bei den Zeitungs-Sonderausgaben handelt es sich um redaktionelle Konzentrate, die einem breiten Publikum selektiv die Highlights vorstellen. Bei den Szenenheftli hingegen handelt es sich um wahre Openair-Enzyklopädien, die mit wissenswerten Details auftrumpfen.
Christian Lüscher

Zuvorderst im Hintergrund

Great Garbo sind Nora, Diego und Lionel Vincent Baldenweg. Die drei Geschwister machen Musik für Film und Werbung, haben bereits zwei Edis gewonnen und sind aktuell in einer weltweiten Kampagne für Carlsberg zu hören.

Great Garbo sind Nora, Diego und Lionel Vincent Baldenweg. Die drei Geschwister machen Musik für Film und Werbung, haben bereits zwei Edis gewonnen und sind aktuell in einer weltweiten Kampagne für Carlsberg zu hören. Sie wollen Musik machen, aber sind nicht unbedingt die Leute, die auf einer Bühne stehen müssen. «Wir arbeiten lieber im Hintergrund. Mehr als ein einzelnes Projekt, lieben wir auch die Abwechslung», erklären Nora, Diego und Lionel. Für die Geschwister Baldenweg ist Musik für Film und Werbung deshalb «die ideale Lösung», seit ihre Eltern vor drei Jahren wieder nach Australien zurück gekehrt sind. Dort sind die drei Geschwister bis 1994 aufgewachsen. In der Schweiz wurden sie später bekannt mit diversen Bandprojekten. Mit der Familienband Trash Bag sind sie durch ganz Europa getourt. Als Vater Pfuri und Mutter Marie-Claire, die auch als Kunstmalerin bekannt ist, ihre inzwischen erwachsenen Kinder 2003 allein in der Schweiz zurück liessen, bedeutete das auch das  Ende der Band.
Wer seit Kindsbeinen, «schon mit vier Jahren», mit Musik durch die Welt gezogen ist, kann das nicht einfach aufgeben. Ein Agent in London kam deshalb gerade richtig, als er anfangs 2004 ein Demotape der jungen Baldenwegs hörte und spontan meinte, ihre Kompositionen würden sich «sehr gut für Filmmusik und Werbung» eignen.
Great Garbo heisst seither das Label, unter dem das Trio Töne für Kunden wie Kuoni, Findus oder Unicef anbietet. Für den Stop-Aids-Film von Euro RSCG und Kuoni hat Great Garbo letztes Jahr beide Edis für die beste Filmmusik gewonnen. Eine Komposition für Carlsberg ist derzeit um die ganze Welt zu hören.
Solche Erfolge haben auch das Interesse der grossen Filmproduzenten geweckt. Für Condor hat das Trio die Musik zum mehrfach preisgekrönten «Building the Gherkin» geschrieben sowie «Replay» mit Roger Federer. Im Kino ist Great Garbo auch  mit der Musik zu «Ring Thing», «Undercover» mit Viktor Giacobbo und kürzlich «Cannabis» aufgefallen. Neben Adrian Frutiger haben sie «20 Prozent der Musik und die Hälfte des Soundtracks» zum Filmhit «Mein Name ist Eugen» gestaltet. Aktuell experimentieren sie in ihrem Studio unter dem Dach der neuen Börse in Zürich an spannungsgeladenen Tönen für einen Thriller von Regisseur Mike Huber und der C-Films.
«Great Garbo steht für eine Mischung zwischen Glamour und Trash», erklärt Diego den Stil dieser Kompositionen. Im variantenreichen Klangspektrum finden sich die verschiedensten Elemente zwischen Pop und Klassik. Zu Papier gebracht werden die Noten vorwiegend von Diego. Dieser hat schon mit neun Jahren klassische Klavierwerke komponiert und sich seither «autodidaktisch» mit Harmonie-Lehrbüchern weiter gebildet. Später hat er Klavierwerke komponiert, die er selber «technisch gar nicht mehr spielen» konnte. Sein theoretisches Wissen bildet heute das Fundament für die grossen Orchester-Arbeiten, wie sie Great Garbo vor allem im Spielfilm einsetzt.
Nora ist innerhalb dieser grossen Partituren für die vielen individuellen Töne und einzelnen Melodien zuständig. Sie ist als Sängerin ausgebildet und hat ebenfalls bereits als Mädchen ihre eigenen Songs komponiert.
Lionel, der bereits als 13-Jähriger Schlagzeug in diversen australischen Punkrock-Bands spielte, ist heute vorwiegend für das Management von Great Garbo zuständig.
Wenn ein Auftrag rein kommt, nimmt er als Erster das Briefing entgegen. «Ich bin die Drehscheibe zwischen Kunden und der Musikproduktion.» Später wird er «als Supervisor und Berater» seinen Geschwistern beim Komponieren den Rücken freihalten. «Wenn man in einen kreativen Prozess involviert ist, braucht man sehr viel Energie für das Produkt, da wäre es sehr hinderlich, wenn die ganze Zeit das Telefon klingelt.»
Probleme untereinander gibt es beim Arbeiten im Studio von Great Garbo nicht. «Wir haben das gleiche Ziel und verfolgen die gleiche Ästhetik.» In einer Dreier-Konstellation könne man auch sehr gut diskutieren. Wenn zwei stecken bleiben, kommt der oder die Dritte mit einer neuen Ansicht. «Damit bleibt immer alles in Bewegung.» Weil Great Garbo Geschwister sind, gibts auch keine Hahnenkämpfe, für die in Agenturen zum Teil viel  Energie verbraten wird. «Wir müssen uns nicht beweisen. Wir argumentieren ehrlich und nicht hierarchisch. Und niemand wird in unserem Familienbetrieb je den Job verlieren.» Einig sind sich die drei Geschwister vor allem, dass sie bei ihrer Arbeit keine qualitativen Kompromisse eingehen wollen. Die ersten 18 Monate nach der Gründung ihres Labels haben deshalb alle nebenher noch in «normalen» Jobs gearbeitet, um sich «den Luxus der Kompromisslosigkeit leisten zu können». Lionel arbeitete in einer Design-Agentur, Diego im Konsumbereich und Nora für Fashion und PR.
Alle drei sind ihren Eltern dankbar, dass diese neben der Musik auch auf eine ganz konventionelle Ausbildung bestanden haben. Lionel machte das KV, Nora die Matur und Diego eine Wirtschaftsschule. «Wir sind keine musikalischen Träumer, sondern leben in der Realität. Wir haben aber eine gute Mischung der beiden Welten.»
Dass ihre Kids heute erfolgreich von der Musik leben können, freut die Eltern natürlich. Auch aus der Ferne in Australien würden sie die Entwicklung sehr interessiert verfolgen. Pfuri fungiert auch als Chairman von Great Garbo.
Diese sind heute echt froh, dass ihre Eltern sie mit den verschiedenen Bandprojekten und dem ständigen Reisen in einem ziemlich unkonventionellen Rahmen aufwachsen liessen. «Familientechnisch hat das viel gebracht. Wir mussten immer neue Leute kennen lernen. Das hat die Familie zusammengeschweisst.» Das Leben im Ausland habe ihnen auch einen gewissen Drive gegeben. «Wer lange am gleichen Ort ist, entwickelt eine gewisse Bequemlichkeit und Abschottung. Wir haben uns ständig mit neuen Situationen auseinander setzen müssen, das spiegelt sich extrem in unseren Projekten.» Great Garbo wagt sich an alles und will die neuen Grenzen finden. Dabei ist es den drei Geschwistern manchmal auch egal, dass sie für ihre liebsten Projekte das ganze Budget «restlos für die Qualität verpulvern».
Die Zukunft wird es bestimmt bald einmal zurück bringen.
Andreas Panzeri
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