Mediabox vermarktet auch Partysan

Seit März verantwortet die Mediabox Print das Anzeigengeschäft des Titels Partysan. Die Zusammenarbeit mit Channelmedia endet per sofort.

 Seit März verantwortet die Mediabox Print das Anzeigengeschäft des Titels Partysan. Die Zusammenarbeit mit Channelmedia endet per sofort. Die Vermarkterin von Magazinen und Ambient Medien, konzentriert sich künftig vermehrt auf die Kommunikationsplattformen des Lifestylmagazins Faces und des Jugendmagazins Party News. Bereits letzte Woche war bekannt geworden, dass die beiden Magazine Bewegungsmelder und What’s up zu Mediabox wechseln (siehe ).

Radikales Umdenken

Kolumne Das tägliche Informationsmenü soll nicht den Röhrenblick der Spezialisten, sondern die offene und neugierige Sicht der Menschen prägen.

Kolumne Das tägliche Informationsmenü soll nicht den Röhrenblick der Spezialisten, sondern die offene und neugierige Sicht der Menschen prägen. Letztes Jahr waren es die Blogs, dieses Jahr ist Second Life der Modeartikel der Saison. Man trägt Einbildung (oder vornehmer: Imagination) und parkt seine Marke in der virtuellen Welt. Einmal mehr weiden wir uns selbstquälerisch an bedrückenden Zukunftsszenarien, die Druckmedien und insbesondere die Tageszeitungen betreffend. Die sind auch in den ungezählten Blogs der (häufig unterbeschäftigten) Medienjournalisten billig zu haben. Aufgefallen ist (auf der vielbeachteten Site www.netzausfall.de) eine Vision von Sven Wagenhöfer: «Alle Nachrichten werden nur noch in einer grossen Redaktion nach deren Gutdünken thematisch angeschnitten, den Rest erledigt der Computer. Aus Textbausteinen, verknüpften Informationen wie persönlichen Erfahrungen und Blogs aus aller Welt sowie Internetseiten werden die Nachrichten der Zukunft geschrieben. Webdienste verknüpfen sich immer weiter und schaffen Synergieeffekte. Algorithmen kreieren für jeden Benutzer individualisierte Nachrichten anhand seiner Persönlichkeits- und Nutzerprofile. Am Schluss steht der Information-Overdose, die Nachricht komplett aus der Retorte.»
Kurz und ketzerisch nachgedacht: Und wenn es denn so wäre – was wäre eigentlich so schlimm dabei? Sind wir denn auf ein Verbreitungsverfahren (den Druck) fixiert und somit, genau genommen, ein Teil der holzverarbeitenden Industrie? Oder ist unser Kerngeschäft nicht vielmehr das Sammeln, Ordnen, Veredeln und Formatieren von Inhalten auf bestimmte Kundenwünsche hin, unabhängig von den verwendeten Medien?
Hier bahnt sich in der Tat ein neuer Trend an, der freilich nicht nur einen weiteren grundlegenden Wandel des Marktes – etwa einen zusätzlichen Mobilitätsschub – voraussetzt, sondern auch ein radikales Umdenken der massgebenden Informationsanbieter (Verleger). Wenn sich diese eines Tages nicht mehr als exklusive Anbieter eines geschlossenen Informations-Menüs namens Zeitung verstehen, sondern als A-la-carte-Köche an einem Informationsbuffet, können Visionen wahr werden, die Vordenker wie der Schweizer Medienberater Heinz Ruesch an der Dreikönigstagung 2006 präsentiert haben.
Das könnte dann etwa so gehen: Der mobile Informationskonsument stellt sich sein tägliches Menü nach individuellen Bedürfnissen und Vorlieben zusammen: die Weltpolitik von der New York Times, die Lokalnachrichten von der Zürichsee-Zeitung, den Wirtschaftsteil von der NZZ, die Sportnachrichten vom Blick. Dazu abonniert er von entsprechenden Spezialanbietern die Jagd- oder Taucher-News aus aller Welt, weil er Jäger oder Sporttaucher ist, und klinkt sich vorübergehend in ein Berliner Hochschulportal ein, weil seine Tochter dort studiert. Für dieses individuelle Medien-Menü bezahlt der Nutzer einen individuellen, am Nutzen der Informationen orientierten Preis an eine Plattform, die wie ein Verkehrsverbund oder wie die Telekurs funktioniert und die Erlöse an die verschiedenen Informationsanbieter nach Massgabe ihrer Leistungsbeiträge verteilt.
Der selektive Suchmodus ersetzt das wahllose Scannen. Zweckgerichtetes Verhalten tritt an die Stelle des freien Schweifens. Nicht mehr die elementare Neu-gier treibt den Menschen, sondern das, was ihm durch sein Tagesprogramm gerade diktiert wird: der Flugplan, der Zugstakt zum Flughafen, die Telefonnummer aus www.telsearch.ch. Verloren geht in diesem Szenario das «Gesamtkunstwerk» Zeitung und dessen kulturgeschichtlicher Reiz des Unerwarteten und vermeintlich Unnötigen. Indem die Zeitung in ihrer heutigen Gestalt den Leser auch an Themen heranführt, die er eigentlich weder gesucht noch erwartet hat, öffnet sie ihm neue Horizonte und unerwartete, aber spannende kulturelle oder soziale Kontexte.
Nicht der Röhrenblick des Spezialisten bestimmt die Auswahl des täglichen Informationsmenüs, sondern das alte, vielleicht romantische Modell des neugierigen, frei laufenden Entdeckergeistes. Damit wird nicht einfach der Spezialist und der – z. B. als Investor, wetterabhängiger Sportler oder recherchierender Sachbearbeiter – auf unmittelbar nutzenstiftende Sachinformationen erpichte Konsument angesprochen, sondern der kulturell offene Geist, der vielseitig interessierte Staatsbürger, der gebildete und neugierige Mensch. Vielleicht ists wirklich eine abgelebte Utopie, möglicherweise ist es aber die grosse Zukunftschance des Kulturmodells Zeitung im 21. Jahrhundert und darüber hinaus.
 
Karl Lüönd ist freier Publizist und Buchautor. «Verleger sein – Öffentliches Nachdenken über Menschen und Märkte» (Huber, Frauenfeld), erscheint Ende April.

Zehnder bietet neues Werbekombi

Das Zehnder Verlagshaus präsentiert eine neue Werbekombination. Das Angebot umfasst 21 Zeitungen mit einer Auflage von 750'000 Exemplaren. Die neue Marke heisst Swiss Regio Kombi und ist ab sofort buchbar.

 Das Zehnder Verlagshaus präsentiert eine neue Werbekombination. Das Angebot umfasst 21 Zeitungen mit einer Auflage von 750’000 Exemplaren. Die neue Marke heisst Swiss Regio Kombi und ist ab sofort buchbar, wie das Verlagshaus in einer Mitteilung schreibt. Das Angebot werde mit einem attraktiven Preis lanciert, die Beratung führt der Verkaufsverantwortliche André Hardmeier durch. Unterstützung erhält er von den Verkaufsleitern der einzelnen Zeitungstiteln, damit die Wünsche und Vorstellungen der Auftraggeber auch regional wahrgenommen werden können.   

Hyde Park Corner

René Worni über die neue Breitenwirkung der Bloggosphäre

René Worni über die neue Breitenwirkung der BloggosphäreEs isch e Ploog. Lautmalerisch liegen im Schweizerdeutschen Blog und Plage dicht beieinander. Und Bloggen, also das Schreiben von Internettagebüchern, hat sich angesichts von Millionen von Weblogs weltweit epidemisch ausgebreitet. Eine Plage? Theoretisch kann sich heute jede und jeder mit ein paar regelmässig getippten Zeilen aus dem Fenster seiner Mansarde lehnen und in der diffusen Öffentlichkeit des Internets auf Echo hoffen. Glaubt man Berlins bekanntestem Blogger Johnny Haeusler (Spreeblick), so wissen jedoch die wenigsten Leute, was überhaupt ein Blog ist. Blogs sind beim passiven Leser noch nicht wirklich angekommen. Blogs lesen vor allem andere Blogger und Journalisten. Und ohne die klassischen Medien gäbe es wohl nur einen Fünftel aller Weblogs, schätzt Katharina Borchert (Lyssas Lounge). Doch die Blogosphäre ist im Wandel, wenn auch nicht so, wie sich das geschäftstüchtige Spindoctors vorstellen, die mit unbeliebten Konzern-Blogs kaum Geld verdienen. Wenn auch nicht so, wie sich das eingeschworene und vor allem jugendliche Blog-Anarchisten wünschen. Denn jetzt haben Politiker das Bloggen entdeckt. Schon bieten die Medien Schützenhilfe als klassische Gatekeeper und erfinden Mischformen. So hat die NZZ (immer mehr auf Augenhöhe mit den medialen Anforderungen der Zeit) den Zürcher Kantonalparteien die Schleusen geöffnet (nzzvotum.ch). Wer in den Zürcher Regierungsrat will, der setzt sich dort einer erbsenzählerisch analysierenden Schar von Kommentatoren  aus. Auch die Neue Luzerner Zeitung setzt mit einem Bürgerforum auf leserunterstützten Wahlkampf, und blickt man nach Frankreich, so findet Royale contre Sarkozy vor allem im Web statt. Traumquoten, wie sie der Medienminister derzeit mit seinem Leuenberger-Blog einfährt (Hillary Clinton machts vor), sind die Ausnahme. Doch richtig sexy ist das nicht, denn Blogs haben anarchische Wurzeln, leben von Mitteilungsbedürfnis und vielschichtiger Authentizität, sind manchmal von Krisen und Katastrophen motiviert. Vor allem Jugendliche wollen ungefiltert zu Wort kommen, für deren Ansichten es bisher keine breite Öffentlichkeit gab. Immerhin macht trendy Moritz für diesen virtuellen Hyde Park Corner beste Reklame.
René Worni, Redaktor

M6 hält nun 60 Prozent der Romandie

Das Genfer Kabelnetz Naxoo hat das Werbefenster des französischen TV-Senders früher als angekündigt aufgeschaltet. Ursprünglich war von Ende März die Rede, nun ist das zweite, Signal schon seit mehreren Tagen in Genfer Haushalten empfangbar.

 Das Genfer Kabelnetz Naxoo hat das Werbefenster des französischen TV-Senders früher als angekündigt aufgeschaltet. Ursprünglich war von Ende März die Rede, nun ist das zweite, eigens für die Romandie bestimmte Signal schon seit mehreren Tagen in den 170’000 Genfer Haushalten empfangbar. Dies bestätigt Naxoo-CEO Antoni Mayer auf Anfrage. Naxoo verbreitet das Signal ungeachtet des Entscheids des Westschweizer Fernsehens TSR, genau wegen dieses zweiten Signals seine Klage gegen M6 an das Bundesgericht weiter zu ziehen. Die Klage war zuvor von der Freiburger Justiz abgelehnt worden. Aus Sicht der TSR betreibt M6 aber mit den auf den Westschweizer Markt ausgerichteten Werbeblöcken unlauteren Wettbewerb (siehe
). Naxoo hat sich denn auch bei M6 vertraglich abgesichert: Sollte TSR vor Bundesgericht Recht erhalten, wäre nicht Naxoo, sondern M6 schadenersatzpflichtig, sagt Mayer. IP Multimedia, Vermarkterin des M6-Werbefensters, scheint von Naxoo’s raschem Vorgehen überrascht worden zu sein, jedenfalls war keine Auskunft darüber erhältlich, wie sich die verbesserte Reichweite auf das Angebot auswirken wird. Dank Naxoo ist das M6-Werbefenster nun in rund 60 Prozent aller Westschweizer Haushalte empfangbar (bisher 37 Prozent). Eine grössere Lücke klafft noch im Raum Lausanne.
Wegen des Aufschaltens des zweiten M6-Signals in Genf ist TSR-Direktor Gilles Marchand per sofort aus dem Verwaltungsrat von Naxoo zurückgetreten. Er hatte dort M6-Werbefenster immer bekämpft. Klar, denn Marchand ist auch VR-Präsident der TSR-Vermarkterin Publisuisse.
 
 
Markus Knöpfli
 

Klares Verdikt gegen PubliGroupe

Vermittler Im Fall AdX vs. PubliGroupe verhängt die Weko eine Busse gegen den Inserateriesen.

Vermittler Im Fall AdX vs. PubliGroupe verhängt die Weko eine Busse gegen den Inserateriesen.«Weko stellt Behinderung von KMU durch PubliGroupe ab» – mit diesen ungewöhnlich scharfen Worten betitelte die Wettbewerbskommission am 20. März eine Mitteilung zum Abschluss ihrer Untersuchung gegen die P. Das Ergebnis: Gemäss Weko hat die P bei der Platzierung von Werbung in Printmedien ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht und wird deshalb mit 2,5 Millionen Franken gebüsst. Konkret habe die P anhand selbst formulierter Kriterien festgelegt, welche anderen Klein- und Mittelfirmen (KMU) sie für das Vermitteln von Inseraten entschädigen will und welche nicht. Mehrere dieser Kriterien seien aber «kartellrechtlich unzulässig» gewesen, weshalb die P «die unabhängigen Vermittler in unzulässiger Weise behindert und den Markt zu ihren Gunsten abgeschottet» habe, schreibt die Weko. Sie billigt der P allerdings mildernd zu, dass diese die kritisierten Selektionskriterien mittlerweile im Sinn der Weko abgeändert habe. Doch sie hält an der Busse fest.
Dass die Weko einer einvernehmlichen Regelung sowie den geänderten P-Richtlinien zustimmt, aber doch eine Busse verhängt, «überrascht» PubliGroupe-CEO Hanspeter Rohner. Die Busse will er nicht akzeptieren, ebenso wenig den Vorwurf, die P habe ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht. Rohner spricht deshalb von einem «vermeintlichen Missbrauch» und wird das Urteil wohl ans Bundesverwaltungsgericht und ans Bundesgericht weiterziehen. «Wir haben ein solides Dossier», sagt er.
Bei den KMU-Vermittlern freut man sich zwar über den Sieg der Agentur AdX, obwohl sich nichts  ändert, da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Zudem will sich die P weiter an ihre neuen Richtlinien halten. Basierend darauf anerkannte sie letztes Jahr drei weitere Vermittler – unter ihnen AdX. Immerhin könnte AdX auf zivilem Weg eine Entschädigung für die entgangenen Umsätze vor 2006 einklagen. Ob es dazu kommt, hat Inhaber Werner Baumann noch nicht entschieden.     
Markus Knöpfli

Presserat fordert Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung

Der Schweizer Presserat sorgt sich um die zunehmende Vermischung von redaktionellen Inhalten mit Werbung in den Medien. Die berufsethischen Regeln gelten auch für die Ausarbeitung und Veröffentlichung von Berichten, die Konsumgüter vorstellen.

 Der Schweizer Presserat sorgt sich um die zunehmende Vermischung von redaktionellen Inhalten mit Werbung in den Medien. Die berufsethischen Regeln gelten auch für die Ausarbeitung und Veröffentlichung von Berichten, die Konsumgüter vorstellen. An diese Grundsätze erinnert der Presserat in einer an seiner Jahrespressekonferenz vom Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme zu einer Beschwerde des Vereins Info en danger. Im April des letzten Jahres gelangte der Verein mit einer Beschwerde gegen die stetig zunehmende Vermischung von redaktionellen Inhalten und Werbung an die Stelle. Info en danger beklagte sich immer mehr Versandkataloge statt Zeitungen zu lesen. Der Presserat nahm die Beschwerde zum Anlass, sich mit dem von der Beschwerde aufgeworfenen Grundsatzproblem auseinanderzusetzen und führte im Herbst 2006 Hearings mit verschiedenen Experten durch. Diese Hearings bestätigten den Eindruck, dass sich die Beziehungen zwischen Redaktionen und Inserenten in jüngster Zeit wesentlich verändert haben. Zum einen gehe das Werbevolumen zurück, was den Druck auf die Zeitungen verstärkt. Zum anderen haben sich laut dem Presserat mit dem Aufkommen der Gratiszeitungen und der Entwicklung des Internets die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschoben. Für den Presserat ändern diese Gewichtsverschiebungen aber nichts an der zentralen Bedeutung des Trennungsgrundsatzes für die Glaubwürdigkeit der journalistisch bearbeiteten Medien. Er warnt davor, dass die zunehmend unkritische Präsentation von Konsumgegenständen, Nennung von Produktemarken und Wiedergabe von Werbeslogans in der redaktionellen Berichterstattung erhebliche Gefahren für die journalistische Unabhängigkeit und die Glaubwürdigkeit der Medien birgt.

Zwei Westschweizer Tageszeitungen erscheinen in neuem Kleid

Die Tageszeitungen Tribune de Genève und 24 Heures erscheinen seit Mittwoch in einem neuen Layout. Die beiden Titel verstärken die Zusammenarbeit und veränderten Layout und Grafik. Zusätzlich haben sie die Onlineausgaben umgekrempelt.

Die Tageszeitungen Tribune de Genève und 24 Heures erscheinen seit Mittwoch in einem neuen Layout. Die beiden Titel verstärken die Zusammenarbeit und veränderten Layout und Grafik. Zusätzlich haben sie die Onlineausgaben umgekrempelt, wie die Nachrichtenagentur SDA mitteilt. Beim Online Auftritt wollen die beiden Westschweizer Zeitungen auf moderne Kommunikations- und Informationsgewohnheiten (siehe Bei Edi wirds internett
).
Eine Neuerung besteht darin, dass die Leser ab halb fünf Uhr nachmittags eine aktuelle Miniversion der beiden Zeitungen für den Nachhauseweg ausdrucken können.

To pitch or not to pitch – das ist die Frage

Werbung Ohne Wettbewerbspräsentationen geht nichts. John Steel, der über eine Milliarde Dollar Honorare mit Neukunden generiert hat, zeigt in «Perfect Pitch», wie Werberinnen und Werber erfolgreich(er) pitchen.

Werbung Ohne Wettbewerbspräsentationen geht nichts. John Steel, der über eine Milliarde Dollar Honorare mit Neukunden generiert hat, zeigt in «Perfect Pitch», wie Werberinnen und Werber erfolgreich(er) pitchen.Seit ein paar Jahren grassiert in der Schweiz ein Übel: Potenzielle Auftraggeberinnen und Auftraggeber laden möglichst viele Agenturen zu einer Wettbewerbspräsentation ein. Am liebsten kostenlos, aber nicht umsonst, denn die Agenturen sollen Ideen und Konzepte präsentieren. Eine macht das Rennen, die anderen haben Zeit, Geld und Ideen investiert, ohne Return on Investment. Kein Wunder, überlegen sich Agenturen immer öfter, ob sie an einem Pitch mitmachen wollen.Erfolgsquote: 90 ProzentFür alle, die sich dafür entscheiden, hat Jon Steel den einen oder anderen Tipp zur Hand. In seinem jüngsten Buch «Perfect Pitch» geht es nicht darum, was jemand präsentiert, sondern wie. Und das ist für Steel eine Kunst, darum lautet der Untertitel seines Buches «The Art of Selling Ideas and Winning New Business». Offenbar weiss der Mann, wovon er schreibt: Seit 1984 hat er 90 Prozent aller Wettbewerbspräsentationen gewonnen und über eine Milliarde Dollar Honorare mit neuen Kunden generiert. Nicht übel für einen, der am Anfang seiner Karriere Absage um Absage kassierte.
Steels wichtigster Tipp: Finger weg von PowerPoint! Trotzdem ist «Perfect Pitch» kein Aufruf, das Präsentationsprogramm sofort vom Rechner zu deinstallieren – Steel zeigt, wie es besser, sprich effizienter und vor allem effektiver geht. Back to the basics ist sein Motto, Steve Jobs eines seiner Vorbilder. Steel erzählt unter anderem, wie er vor zehn Jahren, als Jobs eben erst zu Apple zurückgekehrt war, die Arbeit seiner Agentur in Cupertino vorstellen sollte. Jobs liess ihn warten, zwei Marketingleute stellten Apple vor, um die Wartezeit zu verkürzen.
Fünf Minuten für die StrategieUnd dann, knapp zwei Stunden später, ging die Tür auf und Steven Jobs betrat den Raum. «Hi, I’m Steve», begrüsste er seinen Gast. Dann skizzierte er in kurzen Sätzen, wo Apple steht und wohin er Apple führen will. Seine Strategie hatte auf einer Flip-Chart-Seite Platz. Von 13 oder 14 Produkten auf seiner ursprünglichen Skizze strich er alle bis auf G4 und iMac. Und dann fasste er in zwei, drei Sätzen zusammen, wie er diese Produkte an die Frau und an den Mann bringen wollte. In fünf Minuten hatte er seine Strategie erklärt und die dazu passende Kommunikation entwickelt.
Natürlich, nicht jeder ist ein Steve Jobs. Der Mann hat Charisma, das beweisen seine Auftritte. Vor allem aber weiss er, wie er eine Idee wie das iPhone verkaufen muss: leidenschaftlich, begeistert, voller Verve. Charisma hat man oder nicht, alles andere ist lernbar, das war das Fazit von Jon Steel nach seiner Audienz. Aus dieser Begegnung mit Steve Jobs lernte er mehr als an der Business School – obwohl er diese Wettbewerbspräsentation verlor. Kurze Zeit darauf startete die neue Apple-Kampagne von TBWA Chiat Day mit dem unverwechselbaren Claim «Think Different». Das waren Jobs Worte im Originalton …
Die perfekte PräsentationDas ist nur eine der vielen Episoden, die Steel in seinem unterhaltsamen und doch lehrreichen Buch erzählt. Ab und zu schweift er ein wenig ab, doch er findet immer wieder den Weg zurück. Das Buch überzeugt nicht mit konkreten Tipps und Checklisten, sondern mit vielen Beispielen aus der Praxis. Stark ist, wie Steel schwache, halbstarke und ganz starke Wettbewerbspräsentationen analysiert statt nur Beispiele auflistet und einzelne Massnahmen vorstellt. 
Roger Hausmann

Nur Köbi bleibt auf der Ersatzbank

Landwirtschaft Burson-Marsteller in Bern hat für eine Image-Kampagne Prominente in die Hemden von Bauern gesteckt.

Landwirtschaft Burson-Marsteller in Bern hat für eine Image-Kampagne Prominente in die Hemden von Bauern gesteckt.«Gut, gibts die Schweizer Bauern.» Mit diesem Claim sind schon verschiedene Kampagnen für den Schweizerischen Bauernverband SBV lanciert worden. Nach der Agentur Lang Gysi Knoll ist nach einem Pitch jetzt bereits zum zweiten Mal Burson-Marsteller in Bern mit dem Auftrag betraut worden. Im letzten Jahr hat deren Idee mit dem Abbilden von Bekanntheiten wie Köbi Kuhn oder Michelle Hunziker im charakteristischen Edelweisshemd ziemlich für Furore gesorgt. Jetzt startet die Kampagne in die zweite Runde. Natürlich hat man Michelle als «Bauernmädchen» und Testimonial «gerne wieder mitgenommen», wie Berater Olaf Pilleri bei Burson-Marsteller verrät. Köbi Kuhn bleibt noch auf der Reservebank. Er wird vielleicht aktiviert während der Zeit der EM, «je nachdem, wie es dann läuft».Für das «Bekenntnis zur einheimischen Scholle» sind diesmal auffallend auch mehr Persönlichkeiten aus dem Bereich Kultur mit dabei. Etwa Stefanie Glaser, die mit ihrem Film «Herbstzeitlose» zum neuen Publikumsliebling avancierte. Oder Stephan Eicher und die Opernsängerin Noëmi Nadelmann. Aus dem Sportbereich «besonders stolz» ist die Agentur auf die Weltmeister Stéphane Lambiel und Michael Schumacher. Dieser habe sich «sehr gerne und wie die anderen auch ohne Honorar» in den Dienst dieser Sache gestellt.
Die Image-Kampagne will Sympathien für die Bauernfamilien gewinnen, zum Kauf von einheimischen Produkten animieren und die Bedeutung der Landwirtschaft für unser Land unterstreichen. Mit den Prominenten will die Schweizer Landwirtschaft «den Dialog mit der Gesellschaft stärken».
Für Berater Pilleri ist diese Arbeit die erste Kampagne mit Testimonials von Prominenten. «Ich finde es hier aber passend.» Interessant sei vor allem, dass die Agentur Leute genommen hat, bei denen man auf den ersten Blick nicht das Gefühl hat, sie würden für unsere Bauern einstehen. Persönlichkeiten auch möglichst fern von SVP-nahen Kreisen im Berner Oberland  sollen auch beim Städter ein modernes Image der heutigen Bauern vermitteln. 
«Schweizer Bauern? Ja, unbedingt», sagt etwa Stephan Eicher. Für Pilleri «fast ein politisches Statement». Als weitere Themen wird auch der Umweltschutz angesprochen sowie natürlich in den Testimonials auch landwirtschaftliche Produkte in den Vordergrund gestellt.
Alle Prominenten sind mit dem typisch blauen Bauernhemd abgebildet. Einige krempeln auch ihre Ärmel hoch. Das Muster des Stoffes wird als Keyvisual auch für viele weitere Aktionen und Medien in dieser Kampagne eingesetzt. Es wird zum Beispiel Give-aways von Badetüchern bis kleinen Packungen mit Süssmost geben. Diese sollen auch für weitere Infos die Website www.landwirtschaft.ch des Bauernverbandes bekannt machen.
Am Montag dieser Woche haben Delegationen echter Bauernfamilien in der ganzen Schweiz verschiedene Redaktionen besucht, um in den Medien weitere Geschichten rund um die Bedeutung der Bauern in der Schweiz zu deponieren.
Drei Viertel der Schweizer Bevölkerung leben bereits heute in Städten und Agglomerationen. Der Graben zwischen Stadt und Land wird grösser. Die vielfältigen Leistungen der Bauernfamilien zu Gunsten der Gesellschaft, aber auch der übrigen Wirtschaft würden dabei «leicht übersehen und unterschätzt». Deshalb braucht es «prominente Städter», die sich für die Anliegen der Bauern einsetzen, ist man beim  SBV überzeugt.
Andreas Panzeri

Res Strehle wechselt als Stellvertretender Chefredaktor zum Tagi

Der Chefredaktor der Wochenendbeilage des Tagesanzeigers verlässt das Magazin und wechselt in die Chefredaktion des Tages-Anzeigers. Strehle bleibt jedoch weiterhin Geschäftsführer des wirtschaftlich erfolgreichen Magazins, bei dem er seit 2001 Chefredaktor ist.

Der Chefredaktor der Wochenendbeilage des Tagesanzeigers verlässt das Magazin und wechselt in die Chefredaktion des Tages-Anzeigers. Diese besteht neu aus Res Strehle und Daniela Decurtins als Stellvertretende Chefredaktoren sowie Peter Hartmeier als Chefredaktor. Strehle bleibt jedoch weiterhin Geschäftsführer des wirtschaftlich erfolgreichen Magazins, bei dem er seit 2001 Chefredaktor ist. Er übernimmt die neue Stelle am 1. April und tritt die Nachfolge von Roland Schlumpf an, der die neu geschaffene Funktion des Leiters der Bundeshaus-Redaktion übernimmt. Der bisherige Stellvertretende Chefredaktor des Magazins Finn Canonica übernimmt die Nachfolge Strehles beim Magazin. Er hat die redaktionelle Linie des Magazins in den letzten Jahren wesentlich mitgeprägt, wie Tamedia am Mittwoch bekannt gab. Canonica schreibt seit 1997 für Das Magazin und ist seit 2003 Stellvertretender Chefredaktor. Neuer Stellvertretender Chefredaktor des Magazins wird Guido Mingels.

Irritation der Plakate

Platzierungen Der Zufall beim Platzieren von Inseraten und Plakaten führt immer wieder zu amüsanten Kombinationen, die den Betrachter zu allerlei Assoziationen anregen können.

Platzierungen Der Zufall beim Platzieren von Inseraten und Plakaten führt immer wieder zu amüsanten Kombinationen, die den Betrachter zu allerlei Assoziationen anregen können. Gehört Easy Jet jetzt bereits zur Post? Oder hat PostMail auf dem Flughafen Basel ihr neues logistisches Zentrum installiert? Auffallend jedenfalls, wie diese Brieftaube zielsicher Richtung Euro-Airport segelt.
get_footer();