Thomas Campolongo zieht in die Selbstständigkeit

Nach zuletzt sechs Jahren als Texter, Konzepter sowie Verantwortlicher für die TV-Spots bei der By Heart Werbeagentur macht sich Thomas Campolongo per 1. April 2007 selbständig.

 Nach zuletzt sechs Jahren als Texter, Konzepter sowie Verantwortlicher für die TV-Spots bei der By Heart Werbeagentur macht sich Thomas Campolongo per 1. April 2007 selbständig. Er hat sein Büro am See in einer alten Fabrikhalle an der Bachstrasse in Zürich Wollishofen eingerichtet. Sein Portfolio umfasst neben anderen PKZ, Adidas und Parisienne.

Fast nur Verluste

Mach Basic 2007-1 Ein ernüchterndes Bild: Gegenüber der Auswertung 2006-1 haben 35 Titel signifikant Lesende verloren, nur gerade 4 haben dazugewonnen.

Mach Basic 2007-1 Ein ernüchterndes Bild: Gegenüber der Auswertung 2006-1 haben 35 Titel signifikant Lesende verloren, nur gerade 4 haben dazugewonnen. Insgesamt weist die Mach Basic 2007-1 wegen Verlusten aller Titelgruppen fast 1,5 Millionen Kontakte weniger aus als die Mach Basic 2006-1. Bei den Verlagen haben Edipresse und Axel Springer (also Jean Frey und die Handelszeitung zusammen) deutlich am stärksten verloren. Dadurch haben alle andern Verlage trotz Verlusten Marktanteile gewonnen. Die Zahl der Titel mit mehr als einer Million Leserinnen und Lesern ist auf sechs gesunken. Von den vier Publikationen mit Gewinnen stammen drei aus der deutschen und einer aus der französischen Schweiz (siehe Tabelle). Bei den Titeln mit signifikanten Verlusten werden 26 in deutscher, 8 in französischer und 1 in italienischer Sprache herausgegeben.  
Die stärkste Einbusse musste die Finanz-und-Wirtschafts-Presse hinnehmen. Sie verlor im Jahresvergleich über zehn Prozent ihrer Kontakte. Ein wesentlicher Grund dafür waren die signifikanten Verluste von Bilanz und Bilan. Die beiden Monatsmagazine haben auf Anfang 2005 ihre Erscheinungsfrequenz verdoppelt und wurden dadurch methodisch benachteiligt. Denn bei der LPA-Methode haben Titel mit einer tieferen Erscheinungsfrequenz einen nicht genau feststellbaren Startvorteil, weil nach der Nutzung im letzten Erscheinungsintervall gefragt wird. Je grösser dieses Intervall ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass eine Nutzung stattgefunden hat. Wie der Vergleich mit der Auswertung 2006-2 zeigt, hat sich der Rückgang vor allem bei der Bilanz beruhigt.
 
Hat 20 Minuten bereits den Zenit erreicht? Kontakte verloren hat auch die abonnierte Tagespresse. Signifikant ist in der deutschen Schweiz aber nur der Verlust des Tages-Anzeigers mit 1,1 Prozentpunkten. Der Gewinn der Mittelland Zeitung von 1,1 Punkten ist dagegen vor allem auf den Einbezug der Basellandschaftlichen Zeitung zurückzuführen. In der Westschweiz sind die Verluste von Le Matin (–3,1 Punkte) und 24 Heures (–2,4 Punkte) signifikant. Bei 24 Heures liegt die Reichweite jetzt tiefer als vor der Fusion mit den beiden La-Presse-Titeln. Auf Grund der jetzt abgeschlossenen Expansion hat 20 Minuten (+3,2 Punkte) vermutlich zum letzten Mal signifikant zugelegt. Das Blatt kommt jetzt in der deutschen Schweiz mit 28 Prozent hinter den beiden Genossenschaftstiteln Coop-Zeitung (62,9%) und Migros-Magazin (54,8%) auf die dritthöchste Reichweite aller Einzeltitel und ist damit das reichweitenstärkste täglich belegbare Angebot.
 
Erwischt hat es auch die erfolgsverwöhnte Sonntagspresse. Le Matin Dimanche hat nach einem signifikanten Verlust jetzt mit 40,6 Prozent sogar die tiefste Reichweite seit 2000. Lesende verloren hat auch die SonntagsZeitung. Ihre Reichweite ist nach einem signifikanten Verlust von 19,7 auf 18,8 Prozent gesunken. Ein Einfluss der neuen, (noch) nicht ausgewiesenen Sonntagsausgabe der Südostschweiz ist aber unwahrscheinlich. Die Reichweiten der SonntagsZeitung haben sich in den betreffenden Wirtschaftsgebieten jedenfalls nicht signifikant verändert.
 
Die reichweitenstarken Zeitschriften verlieren Bei der Publikumspresse haben die drei reichweitenstärksten Titel TV täglich, Beobachter und Schweizer Illustrierte durchwegs signifikant an Reichweite verloren. Aber auch der Weltwoche sind Lesende abhanden gekommen. Bei den Frauenzeitschriften mussten vor allem das Regenbogenblatt Glückspost sowie Brigitte leiden. Lichtblick in diesem Segment ist Joy, einer der vier Pressetitel, deren Reichweite signifikant zugenommen hat. Signifikante Verluste erlitten haben neben einer Vielzahl von kleineren Spezialzeitschriften vor allem verschiedene Kundenzeitschriften. So das Migros-Magazin, der Drogistenstern, Touring (deutsch und italienisch), aber auch die Ratgeberzeitschrift K-Tipp. Umgekehrt ist der welsche Apothekentitel Pharmacie chez soi der einzige Gewinner in der Westschweiz und bei der Spezialpresse.
 
Ueli Custer
 
 
Mach-Basic-Beilage Detaillierte Analysen zur neuen Mach Basic sind in der Spezial- ausgabe des Media Trend Journal zu finden, das dieser Ausgabe der Werbewoche beiliegt. Weitere Exemplare können beim Verlag bezogen werden.
E-Mail: [email protected]

Köpfe mit Nägeln in Berlin

Awards Beim ADC-Festival in Berlin haben die Schweizer Agenturen, die erstmals teilnahmen, zwar nur mässig abgeschnitten. Immerhin haben sie fünf Nägel gewonnen.

Awards Beim ADC-Festival in Berlin haben die Schweizer Agenturen, die erstmals teilnahmen, zwar nur mässig abgeschnitten. Immerhin haben sie fünf Nägel gewonnen. «Die Schweizer haben erkannt, dass sich in Deutschland ein Markt öffnet. Deshalb benützen sie die Chance, um sich hier vorzustellen. Und wir begrüssen das, denn das bedeutet für uns mehr Wettbewerb», erklärt Michael Preiswerk. Der Vorstandssprecher des ADC Deutschland und Geschäftsführende Gesellschafter der GPP Werbeagentur in Stuttgart ist gebürtiger Schweizer. Bei der Pressekonferenz zur Preisverleihung zeigte er sich patriotisch – und somit leicht enttäuscht, dass die erstmals eingeladenen Schweizer Agenturen nur 111 Arbeiten für die Leistungsschau des ADC Deutschland eingereicht haben. Die ebenfalls neu dazu gekommenen Österreicher schlugen «uns» knapp mit 127 Einreichungen. Österreich war auch etwas glücklicher beim Gewinnen. Vier silberne «Nägel» (wie die «Würfel» in Deutschland heissen) sowie vier bronzene und vier Shortlistplätze gingen an die Nachfahren der Habsburger. Die Helvetier machten insgesamt fünf Nägel. Je zweimal Silber und Bronze holte Pius Walker und sein Team. Davon war ein silberner Nagel für Amnesty International. Den Rest plus vier Auszeichnungen mit der Shortlist gab es für Fleurop. Den fünften Nagel mit Köpfen machte Spillmann Felser Leo Burnett mit Bronze für Mary Woodbridge. Wirz reichte es für eine Nomination auf der Shortlist mit dem Fotografenfilm für Mobiliar, der in Cannes mit einem Löwen und auch sonst international schon mehrfach ausgezeichnet worden ist.
Diese Wertung zeigt, wie subjektiv Wettbewerbe sind. Das illustriert auch Walkers Fleurop-Film zum Muttertag. Dieser ist nach der ersten noch geheimen Wertungsrunde punktemässig auf Platz 1 gestanden. Nach der Diskussion in der Jury wurde daraus nur noch Bronze. Walker als «die kleinste Werbeagentur der Welt» landete trotzdem auf Anhieb auf Platz 10 unter allen Werbeagenturen im Ranking dieses Wettbewerbs. Überlegener Sieger ist Jung von Matt Deutschland mit 10 Silber, 21 Bronze und 43 Nominationen.
Insgesamt haben 20 Fachjurys bei 7875 Arbeiten 13 goldene, 53 silberne und 128 bronzene Nägel vergeben. Das sind 49 Nägel mehr als im Vorjahr bei einer Zunahme um 22 Prozent oder 1521 Einreichungen. Der Vorstand des ADC wertete das als «Quantität plus Qualität», denn man könne das Niveau der Arbeiten als sehr hoch einstufen im Sinne von «intelligente Kommunikation für mündige Konsumenten».
Der Wettbewerb hat sich etabliert als «der grösste im deutschsprachigen Raum». In Zukunft soll alles noch mehr international werden, indem auch bekannte Namen aus England oder Frankreich als Jurymitglieder vorgesehen sind. Alle eingereichten Arbeiten wurden in einem ehemaligen Hangar des Berliner Flughafens Tempelhof ausgestellt und bildeten dort «die grösste Kreativschau der Welt».
Filmische Wettbewerbsbeiträge und andere Reportagen rund um den Award können ab sofort auf dem neuen Internet-TV-Sender www.idee07.tv angeschaut werden. Die Werbewoche empfiehlt unbedingt einen Click auf den viralen Spot «Evolution» für Dove Aktion für mehr Selbstwertgefühl. Der Film wurde bei der Preisverleihung von den 3000 Gästen mit tosendem Applaus gefeiert, obwohl – oder vielleicht auch weil – Ogilvy & Mather hier einen gewissen Geist der Werbung sehr selbstkritisch zu Film gebracht hat. Ebenso sehenswert eine neue Aktion im «Woodbridge»-Stil mit «Ron Hammer» von der Agentur Heimat für die Baumarktkette Hornbach. Beide viralen Ideen wurden mit Gold ausgezeichnet.
Künstlerisch genial sind «Schattenspiele» für VW von Grabarz & Partner oder «Typofonie» von Jung von Matt für Konzerthaus Dortmund.
Alle Preisträger werden im Juli im ADC-Jahrbuch publiziert, das den sinnigen Titel «Fehler frei» tragen soll.
Andreas Panzeri

BaZ schliesst Café

Fernsehen Nach rund zehn Jahren beendet die Basler Zeitung Medien die Satiresendung «Café Bâle» auf SF 2. Dafür wird im Hinblick auf die Euro 08 der Fussballtalk ausgebaut.

Fernsehen Nach rund zehn Jahren beendet die Basler Zeitung Medien die Satiresendung «Café Bâle» auf SF 2. Dafür wird im Hinblick auf die Euro 08 der Fussballtalk ausgebaut.Am Sonntag, 1. Oktober 1995, feierte «Café Bâle» seine Premiere. Seither wurde die Satiresendung aus dem Hause Basler Zeitung Medien (BZM) alle 14 Tage im Rahmen des Verlegerfernsehens Presse-TV (PTV) auf SF 2 ausgestrahlt. Doch mit dem Basler Humor auf dem SRG-Sender ist es bald aus. «Wir setzen Café Bâle ab der Sommerpause ab», sagt BZM-CEO Beat Meyer. Der Grund: Die Quoten sind seit 2003 kontinuierlich gesunken, der Marktanteil der Sendung reduzierte sich von 8 auf 4,7 Prozent (siehe WW 10/07) – trotz Relaunch im letzten Jahr. Noch im November hatte die Allschwiler Produktionsfirma Allcomm Productions viel Zweckoptimismus versprüht. «Die Renovation der Comedy-Sendung Café Bâle beginnt zu greifen, die Sendung erreicht heute neben dem Stammpublikum auch jüngere Zuschauer und die Quote ist höher als früher, teilte Mitinhaber Klaus Vieli damals per Communiqué mit. Nun muss er den Schauspielern das definitive Aus mitteilen. Die Verträge liefen allerdings ohnehin im Sommer aus.
Allcomm selbst kommt mit einem blauen Auge davon. Denn die BZM baut ihren Fussballtalk aus, der seit 2004 fast monatlich und ebenfalls von Vielis Truppe produziert wurde. Künftig wird die Gesprächssendung mit Fussballern, Trainern, Sponsoren, Klubfunktionären und Sportjournalisten alle zwei Wochen ausgestrahlt, an Stelle von «Café Bâle» und alternierend mit Ringiers «Motorshow tcs». «PTV schafft so am Sonntagabend eine Sportschiene», sagt PTV-Geschäftsführer Hansjürg Deutsch. Gleichzeitig erhofft man sich so mehr Zuschauer für den Fussballtalk, denn auch diese Sendung verzeichnete 2006 ein Drittel weniger Zuschauer als im Jahr zuvor.
Zu weiteren Änderungen kommt es beim PTV-Gefäss Standpunkte: Der PTV-Verwaltungsrat beschloss, die Sendung am Samstag- und am Sonntagabend punkto Dekor und Auftritt zu vereinheitlichen, gleichzeitig aber vielfältiger zu gestalten. So sollen neben SonntagsBlick und NZZ ab Spätsommer auch die Basler Zeitung und Axel Springer Schweiz redaktionell mitwirken. Bei den Standpunkten der NZZ wird zudem NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann und ein weiterer Journalist die bisherigen Gastgeber Hugo Bütler und Erich Gysling ablösen.
Doch dies sind nur die vordergründigen PTV-Änderungen. Ende 2008 läuft der Vertrag der Verleger mit der SRG aus – und damit auch die Konzession. Deshalb denkt man bei PTV an die Zukunft. «Wir sind überzeugt, dass wir mit PTV weitermachen wollen. Nach wie vor sehen wir in der Kooperation mit der SRG die einzige Möglichkeit für uns Verleger, auf nationaler Ebene TV machen zu können», sagt PTV-Verwaltungsratspräsident Wolfgang Frei. Bisher hätten aber noch keine offiziellen Verhandlungen stattgefunden.
Frei macht auch klar, dass PTV nicht als Bittsteller antreten wird. «SF 2 war von Beginn weg als Kooperationsmodell konzipiert, wir sind hier nicht Auftragnehmer», sagt er. Deshalb werde man demnächst das weitere Vorgehen mit dem Bundesamt für Kommunikation besprechen und danach mit der SRG verhandeln, nicht primär mit SF-Direktorin Ingrid Deltenre. Diese hatte in letzter Zeit mehrfach durchblicken lassen, dass sie PTV als Klotz am Bein von SF 2 empfindet.   
Zu 30 Prozent deutschAn ihrer Generalversammlung am 19. März haben die PTV-Aktionäre Ralph Büchi, CEO von Axel Springer Schweiz, in den PTV-VR gewählt – an Stelle des bisherigen Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger. Nach der Übernahme der Jean Frey AG durch Axel Springer hält nun der Schweizer Zweig des deutschen Verlagshauses 10 Prozent der PTV-Aktien. Da die deutsche Verlegergruppe DTCP weitere 20 Prozent bei PTV hält, ist nun fast ein Drittel des Verlegerfernsehens in deutscher Hand. Ringier und NZZ besitzen je 30 Prozent, die Basler Zeitung Medien 10 Prozent.
 
 
Markus Knöpfli

Zu guter Letzt: Uri weiterhin zuvorderst im Rennen um den teuersten Platz von Monopoly

Der Kampf um die besten Plätze – oder besser gesagt teuerstes Spielfeld – von Monopoly Schweiz geht in die Endrunde. Bis Samstag 31. März kann die Schweizer Bevölkerung noch eingreifen und für den Stellenwert des eigenen Kantons im Monopoly kämpfen.

 Der Kampf um die besten Plätze – oder besser gesagt teuerstes Spielfeld – von Monopoly Schweiz geht in die Endrunde. Bis Samstag 31. März kann die Schweizer Bevölkerung noch eingreifen und für den Stellenwert des eigenen Kantons im Monopoly kämpfen. So wie es aussieht ist der Kanton Thurgau der unbeliebteste Kanton der Schweiz oder vielleicht auch einfach nur der Kanton mit den wenigsten Monopolybegeisterten oder gar Internetnutzer, die gewillt sind, für den eigenen Kanton zu stimmen. Das Rennen macht bis jetzt Uri und wenn es so weiter geht, wird der Paradeplatz vom Kanton Uri als teuerstes Spielfeld verdrängt. Wahrscheinlich nutzen gewiefte Marketingverantwortliche die Wahl, indem sie Pro-Uri-Flugblätter in die Briefkästen der Einwohner stecken, damit der Kanton nicht nur allösterlich durch den Stau am Gotthard in die Schlagzeilen kommt. 

Le Lac muss Behauptungen um Tierschützer richtig stellen

Erwin Kessler gewinnt in einem Streit mit der zweisprachigen Zeitung Le Lac aus Murten. Das Bezirksgericht Münchwilen verurteilte die Zeitung zu einer Richtigstellung.

 Erwin Kessler gewinnt in einem Streit mit der zweisprachigen Zeitung Le Lac aus Murten. Das Bezirksgericht Münchwilen verurteilte die Zeitung zu einer Richtigstellung. Das Gericht bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA eine Mitteilung des Tierschützers, wonach es seine Klage gegen Le Lac gutgeheissen hat. Der Präsident des Vereins gegen Tierfabriken klagte wegen Aussagen in einem Artikel der Zeitung. In diesem Artikel behauptete der Schreiber, dass das Zürcher Obergericht Kessler zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt habe und dass er an vorderster Front gegen die Ansiedlung der Firma Amgen in der Region Murten gekämpft habe. Das Urteil des Obergerichts gegen Kessler ist aber nie rechtskräftig geworden, denn das Zürcher Kassationsgericht hob es wegen Verfahrensmängeln auf. Weiter kommt das Bezirksgericht Münchwilen im Fall Amgen zum Schluss, dass sich Kessler nie öffentlich zu der umstrittenen Ansiedlung des Unternehmens in der Landwirtschaftszone geäussert habe.

Die Zukunft wartet am Gate

Dölf Früh, VR-Präsident der neuen Media Swiss Group, wird zum Top-Player im Schweizer Online-Markt.

Dölf Früh, VR-Präsident der neuen Media Swiss Group, wird zum Top-Player im Schweizer Online-Markt.Vor wenigen Wochen hat Dölf Früh in der Schweizer Medienwelt für Aufsehen gesorgt, als seine Media Swiss AG, Betreiberin von www.gate24.ch, die E-Business-Anbieterin Xmedia mit deren erfolgreichen Scout24-Online-Plattformen übernahm.Dölf Früh? Der Unternehmer hat bisher im Hintergrund gewirkt. Die Erfolgsgeschichte, weshalb er künftig das grösste schweizerische Kompetenzzentrum für Online-Marktplätze und crossmediale Dienstleistungen betreibt, könnte allerdings den Stoff für ein «Lehrbuch für Unternehmer» abgeben.
Von ihrem Hauptsitz im appenzellischen Teufen aus operiert die Media Swiss Group heute mit 350 Mitarbeitenden. Angefangen hat die Erfolgsgeschichte vor etwas mehr als 20 Jahren mit Telefonaufklebern. Auf diesen war neben wichtigen Telefonnummern auch Werbung des lokalen Gewerbes angebracht. Dölf Früh entwickelte sein Geschäft mit der Herstellung von Dorfplänen und geografischen Karten für Kommunen. Die traditionellen Kartenverlage waren für viele Gemeinden zu teuer. In dieser Situation gelangten einige Ortschaften an Früh, mit dem Anliegen, ob er die Kartenherstellung zu günstigeren Preisen realisieren könne.
1986 hat Dölf Früh die ersten «rudimentären Karten» gedruckt und mit lokaler Werbung finanziert. «Leider wollten die grossen Kartographen nicht kooperieren.» So hat der Selfmademan begonnen, die Karten auf der Basis der Daten von Swisstop selber herzustellen. Rund alle drei Jahre verlegt er seither eine neue Ausgabe. «Heute verfügen wir über einen Standard, der absolute Spitze ist. Wir sind Marktleader und haben die ganze Schweiz abgedeckt.»
Der Unternehmer Dölf Früh ist als Bauernsohn aufgewachsen, hat eine handwerkliche Lehre gemacht, sich kaufmännisch weitergebildet und dann auf dem zweiten Bildungsweg die Matura nachgeholt. Schon damals hat er sich diese Ausbildung im Aussendienst finanziert. «Meine grundlegende Business-Erkenntnis war, dass ich früh festgestellt habe, dass wir überall in Verdrängungsmärkten operieren. Es gewinnt, wer stärker im Marketing ist und den stärkeren Verkauf hat», fasst Früh sein Erfolgsrezept zusammen. Im Sinne eines starken Verkaufs hat der gross gewachsene Appenzeller bereits in seinen Anfängen eine Anzahl Verkäufer um sich geschart. Er sei, so Früh, damals «eher zufällig in die Medienbranche gerutscht», habe diesen Weg konsequent verfolgt, Know-how aufgebaut und Leute ausgebildet. Heute stehen über 100 Aussendienstmitarbeitende in der Media Swiss und seit dem Zusammengehen zusätzlich 50 Verkäufer der Scout-Gruppe im Einsatz für die neue Media Swiss Group. Ohne Zweifel eine der beachtlichsten Verkaufsdivisionen der Schweizer Medienlandschaft. Dölf Früh war bis 1997 noch selber im Aussendienst als Frontmann unterwegs. «Das Spannende war, dass ich vom Einmannbetrieb bis zum Unternehmer mit 350 Mitarbeitenden alle Stufen selber durchleben konnte.»
Was hat ihn angetrieben? Früh hätte sich angesichts der kontinuierlich wachsenden Geschäfserfolge bald einmal ein geruhsameres Leben leisten können. Früh begründet, weshalb er seinen Einsatz trotz der Erfolge bis heute nicht reduziert hat: «Der Mann von der Strasse sagt: Wenn ich mal eine Million habe oder vielleicht fünf, dann gehe ich auf die Bahamas. Doch solche Gedanken hat man vermutlich höchstens, bis man finanziell gesättigt ist. Dann treten andere Dinge in den Vordergrund. Die Faszination an der Arbeit. Der Spass am Entwickeln. Ein Unternehmen ist wie ein Fluss. Wenn er nicht mehr fliesst, dann beginnt er zu stinken.» Was fliesst, muss auch wachsen. «Da steckt man in einer faszinierenden Aufgabe drin, man will einfach nur noch vorwärts gehen.»
Für Dölf Früh und seine Unternehmungen bedeutete dieser Fluss auch eine ständige Anpassung an verschiedene Medien. «Wir versuchen, die alte Ökonomie mit der neuen zu verknüpfen. Das eine tun und das andere dezidiert anpacken. Diese Handlungsmaxime hilft uns immer wieder vorwärts.»
Bereits 1998 ist Media Swiss in das noch junge Medium Internet eingestiegen. Zuerst hat Früh die Entwicklungen nur sorgfältig beobachtet. «Dafür haben wir ein Business-Modell gefunden, welches gleich von Beginn weg Erträge abgeworfen hat.» Media Swiss hat Anfang des neuen Jahrtausends auch durchgehalten, als die Internet-Blase 2001 platzte. «Heute ist es so, dass Internet stark wächst und Print einigermassen stabil bleibt.» Für Dölf Früh eine komfortable Situation, da er mit den Karten und seinen Internet-Portalen in den interessanten Mediengattungen präsent ist.
Bei all diesen Aktivitäten musste zwangsläufig ein drittes Standbein dazukommen, wenn Media Swiss ihre Finanzen richtig steuern wollte. Da von den rund 100000 Kunden die meisten aus dem Bereich KMU stammen, arbeiten hier viele Unternehmer mit WIR-Geld. Sein Unternehmen muss pro Jahr «hohe siebenstellige Summen an WIR entgegennehmen». Um dieses WIR-Geld wieder in den Kreislauf bringen zu können, hat Früh sein Engagement im Immobilienbereich aufgebaut. «Wir bauen konstant auf rund zehn Baustellen und realisieren gepflegte Überbauungen, die wir dann vermieten und verkaufen.»
Mit Gate24 und jetzt auch mit den diversen Portalen von Scout24 hat die 2007 neu entstandene Media Swiss Group marktführende Portale im Angebot. Was haben Dölf Früh und sein neuer Geschäftspartner Daniel Grossen besser gemacht als die Konkurrenten? Früh sieht die Basis zum Erfolg, «dass wir vom klassischen Verlagsumfeld geprägt sind». Viele Internet-Marktplätze sind entstanden, weil die Verlage wussten, dass sie auch die Internet-Schiene würden fahren müssen. Aber ein Verleger mit seinem klassischen Verlag hat zwei Seelen in seiner Brust: Jeder Franken, der ins Internet fliesst, bricht drei Franken aus dem Printgeschäft heraus. «Also kannibalisiert man sich selber. Aber bis man so weit ist, sich selber zu kannibalisieren, dauert es in einem Verlag Jahre, bis der Entscheid gereift ist.» Bei reinen Online-Portalen herrscht eine andere Denkweise und gibt es einen anderen Businessplan. «Wir haben freie Bahn.» Einen grossen Vorteil sieht Dölf Früh für die Zukunft in der Dachmarke Scout24. Konkurrenten bieten ihre Dienste über mehrere Brands an, «was sehr viel mehr Marketingleistung und Technik erfordert».
Unter dem Dach der Media Swiss Group sind heute verschiedene Kompetenzen konzentriert. Neben 150 Leuten im Verkauf verfügt man in der Technik und im Umfeld der Informationstechnologie über zahlreiche Spezialisten, mit denen bereits auch Support für interessante Kunden im Ausland geliefert wird.
Ein Unternehmen mit dem seit Februar neuen Namen Media Swiss Group klingt ambitioniert. «Ja, es stimmt, wir haben den strategischen Weg definiert, eine bedeutende Firmengruppe zu werden», sagt Früh. Da über eine Beteiligung bei Scout auch die deutsche Telecom im Boot ist, kann sich der Unternehmer in Teufen künftig auch eine verstärkte Expansion ins Ausland vorstellen.
Die Zukunft der Online-Marktplätze ist für die Manager der Media Swiss Group unbestritten. Die Media Swiss will ihre führende Position «festigen und ausbauen». Ein anderes Feld wollen Früh und Grossen in baldiger Zukunft ebenso stark besetzen. Ihre Portale weisen zurzeit «gegen sechs Millionen Besuche im Monat auf. Das sind pro Jahr rund 2,9 Milliarden Page-Impressions.» Und auf Sites, die so intensiv genutzt werden, kann man Werbung schalten. «Hier haben wir praktisch noch nichts vermarktet. Das ist etwa so, wie wenn die Zeitungen neben ihren publizistischen Artikeln noch leere Seiten drucken würden», so Früh.
Und er rechnet, dass hier für sein Unternehmen noch einmal ein riesiges Potenzial ausgeschöpft werden kann, wenn der langsam erwachende Online-Werbemarkt mit knapp zwei Prozent in der Schweiz sich irgendwann dem europäischen Schnitt von zehn Prozent annähert.
Andreas Panzeri

Valora verzeichnet höheren Reingewinn

Der international tätige Schweizer Handelskonzern Valora hat nach dem letztjährigen Verlust von 56.3 Millionen den Reingewinn auf 65.8 Millionen gesteigert. Die Betriebsergebnismarge liegt mit 2.9 Prozent innerhalb der Prognose.

 Der international tätige Schweizer Handelskonzern Valora hat nach dem letztjährigen Verlust von 56.3 Millionen den Reingewinn auf 65.8 Millionen gesteigert. Die Betriebsergebnismarge liegt mit 2.9 Prozent oder 82.0 Millionen Franken innerhalb der Prognose. Der Ertrag auf dem investierten Kapital konnte von rund 4 Prozent auf 10.6 Prozent mehr als verdoppelt werden. Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung beantragen, eine Dividende von 9 Franken pro Aktie auszuschütten. Entsprechend der überarbeiteten Strategie, fokussiert sich Valora klar auf das Wachstum im Handelsgeschäft. Der Bereich Own Brands (Produktionsbetriebe) der Division Valora Trade soll veräussert werden, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. In einem rückläufigen Marktumfeld konnte die Division Valora Press & Books mit 560.2 Millionen Franken den Nettoerlös auf dem Niveau vom Vorjahr halten. Auch dank dem erfolgreichen Vertrieb von Zusatzprodukten steigerten die Gesellschaften in Österreich und Luxemburg ihre Umsätze leicht. Das Schweizer Geschäft, das mit seinem hohen Anteil an Tageszeitungen dem Marktrückgang am stärksten ausgesetzt ist, verlor rund 3 Prozent Umsatz. Durch gutes Kostenmanagement konnte die Betriebsgewinnmarge der Division auf erfreuliche 5 Prozent gesteigert werden.
Beim Pressegrosshandel ist Wachstum mit der Konzentration und dem Ausbau der Distributionstätigkeit in neuen Märkten einerseits und dem Aufbau neuer Distributionsformen andererseits verbunden. Die zunehmende Mediacontent-Distribution über digitale Kanäle erfordert neue Geschäftsmodelle, die auch für Valora profitable Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Aus diesem Grund soll die Division neu als Valora Media auftreten.
Valora korrigiert abschliessend den bisherigen Ausblick für dieses Jahr etwas nach unten. So rechnet das Unternehmen für 2007 neu mit einer Betriebsergebnismarge von rund 3 Prozent – und nicht wie im vergangen August angekündigt mit 4 Prozent.

Wemf muss korrigieren

Leserforschung Wemf-Direktor Marco Bernasconi ist keine 30 Tage im Amt – und schon muss er klärend eingreifen: Am 27. März seien von den Westschweizer Pendlerzeitungen 20 minutes und Matin bleu Leserzahlen kommuniziert worden, «die teilweise nicht auf Wemf-Zahlen basieren».

Leserforschung Wemf-Direktor Marco Bernasconi ist keine 30 Tage im Amt – und schon muss er klärend eingreifen: Am 27. März seien von den Westschweizer Pendlerzeitungen 20 minutes und Matin bleu Leserzahlen kommuniziert worden, «die teilweise nicht auf Wemf-Zahlen basieren». Das erstaunt, sind doch beide Titel noch nicht in der gleichentags veröffentlichten Mach Basic 2007-1 enthalten (siehe auch Seite 21).Allerdings hatte die Wemf von April bis Dezember 2006 in der Romandie eine Extrastudie durchgeführt, die die beiden Verlage ebenfalls am 27. März veröffentlichen durften. Offenbar fehlerhaft. Die nun von der Wemf selbst veröffentlichten Werte betragen für den am 31. Oktober 2005 gestarteten Matin bleu 309 000 Leser und für das am 8. März 2006 lancierte 20 minutes 241 000 Leser. 

Angie wieder mit neuer Frisur

Design Sie scheint der Darling der virtuellen Figaros zu sein. Nachdem der Autoverleiher Sixt bereits einmal mit Angela Merkel und einem extremen Hairstyling geworben hat, ist die inzwischen zur «mächtigsten Frau der Welt» gekürte Kanzlerin etwas eleganter geworden.

Design Sie scheint der Darling der virtuellen Figaros zu sein. Nachdem der Autoverleiher Sixt bereits einmal mit Angela Merkel und einem extremen Hairstyling geworben hat – damals noch mit aufgestellten Haaren im Gegenwind bei einer Cabrio-Fahrt –, ist die inzwischen zur «mächtigsten Frau der Welt» gekürte Kanzlerin etwas eleganter geworden. Aufgefallen ist die computergenerierte Fönfrisur aus der Agentur KNSK auf einem Titelblatt für das Magazin Dummy. Illustriert wird damit eine Story zum Thema Werben & Verkaufen. Aufgefallen ist die Montage nicht nur am Kiosk, sondern auch beim ADC-Wettbewerb in Deutschland. Dort hat Aufsteigerin Merkel letztes Wochenende schon wieder gewonnen. Diesmal Gold in der Kategorie Zeitschriftentitel.

Blick heute

René Worni über Boulevard-Optionen

René Worni über Boulevard-OptionenGeht es um das Wie-weiter der ersten und einzigen Boulevardpostille der Schweiz, dann ist die Ratlosigkeit gross. Der Auflagenschwund hat sich zwar verlangsamt, wie die Ringier-Verantwortlichen entspannter als auch schon mitteilen. Doch die Wende ist nicht geschafft. Verleger Michael Ringier sieht darin kein Blick-spezifisches Phänomen, schaut er nach Deutschland auf artverwandte Gebrechen der Bild-Zeitung. Kein Geringerer als Claus Larass, einstiger Chefredakteur der Bild (früher bekannt als Vizevorstands- und Zeitungschef und damit sozusagen Statthalter von Axel Springer für die Schweiz), werkelt an den neuen Blick-Konzepten mit. Selbst diese vermochten jedoch nicht, den begutachtenden Projektausschuss aus den Socken zu heben.
Dem ehemaligen Chefredaktor a. D. und Hardliner Peter Uebersax ist klar, dass die Macher beim Aufkommen der Pendlerpresse verpasst haben, den Blick in einen Gratistitel zu verwandeln. Auch Verleger Ringier hat beizeiten eingestanden, von der Gratispresse auf dem linken Fuss erwischt worden zu sein. Doch ein Gratis-Blick geht auch ihm gegen den Strich. Er warf sich wiederholt dafür in die Bresche, dass journalistische Inhalte, bitte schön, etwas zu kosten haben. Seine Überzeugung ist intakt, denn, so will es der Verleger, der Blick bleibt eine Bezahlzeitung. Diese gönnen sich Leserinnen und Leser besonders in den ländlichen Gebieten der Deutschschweiz.
Dort passt der Blick – so will es das Klischee – ins Ambiente von Wirtshäusern und Gaststuben, an Stammtische mit schmiedeisernen Aschenbechern, wo nur Eingeweihte von sich aus Platz nehmen und abendfüllend – so hofft die Redaktion (kein Klischee?) – über die Deutschen in der Schweiz gestikulieren. Und in der Stadt? Auch hier gibt es Kneipen und Spelunken, wo Blick-Kontakte (auch mit Deutschen) vorstellbar sind.
Doch die Mehrheit greift lieber zu 20 Minuten und Heute und zu den Qualitätsblättern. Die Stadtmenschen scharen sich kaum mehr um den journalistischen Stammtisch. So gesehen bleibt es ein Rätsel, warum Ringiers Gratisblatt für die jüngere Generation heute heisst und warum Heute nicht schon längst als Blick am Abend oder Ausgeh-Blick oder Freizeit-Blick zur Verjüngungsspritze des schlingernden Flaggschiffs genutzt wurde.
René Worni, Redaktor

Auge soll den Braten riechen

Nahrungsmittel Polyconsult in Bern serviert für Proviande eine neue Kampagne mit Schweizer Fleisch.

Nahrungsmittel Polyconsult in Bern serviert für Proviande eine neue Kampagne mit Schweizer Fleisch.«Schweizer Fleisch – alles andere ist Beilage.» Nach diesem Rezept gestaltet sich seit 2005 die Werbung von Proviande. Nach verschiedenen Arbeiten im Below-the-line-Bereich hat Polyconsult nach einem Pitch 2004 dieses Budget nach Bern bringen können. Die erste Kampagne dieser Agentur arbeitete mit einer TV-Kampagne, Inseraten sowie Plakaten in Metzgereien. Die Filme und Printsujets zeigten Teller, bei denen das Fleisch weggelassen und für die enttäuschten Protagonisten nur die Beilage abgebildet wurde. Das wirkte. Der Claim erreichte nach neun Monaten bereits eine Wiedererkennung von 54 Prozent bei der Bevölkerung. Die Fleischbranche kann für 2006 ein Marktwachstum von 1,3 Prozent vermelden – und dies im gesättigten Nahrungsmittelmarkt. Der Rindfleischkonsum nahm im dritten Jahr in Folge zu, 2006 um 5,6 Prozent. Insgesamt nahm der Pro-Kopf-Konsum um 0,6 Prozent zu und liegt bei 51,3 Kilo pro Person und Jahr. Dank der guten Nachfrage konnte die inländische Produktion von Schlachttieren um 2,7 Prozent gesteigert werden.
Inzwischen ist die Kampagne bereits zwei Jahre gelaufen. Bei Polyconsult ist man deshalb überzeugt, dass die Bevölkerung den Mechanismus dieser Werbung kennt und die Kampagne weiter- entwickelt werden kann. Die Botschaft bleibt gleich. Die Umsetzung zeigt nun aber statt der Beilagen das Fleisch. Kommuniziert wird: Schweizer Fleisch verspricht Genuss und Gesundheit. Es ist unerlässlicher Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.
«Wurde Fleisch in der Vergangenheit oft durch pflanzliche Nahrungsmittel ersetzt, steht es nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen wieder im Mittelpunkt einer gesunden und ausgewogenen Ernährung», so Regula Kennel, Kommunikationsleiterin bei Proviande. Dieses Umdenken nahm die Branchenorganisation und Polyconsult zum Anlass, den Spiess umzudrehen. Jetzt werden Fleischersatz und Beigemüse aufs Korn genommen – mit Fleischfotos, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Als «Beilagen» gibt es leicht provozierende Headlines. Diese ironischen Texte sollen beim Betrachten Aufmerksamkeit schaffen.
«Wunderbar fotografiert» hat Julien Vonier, wie sich CD Jürg Tscharner freut. Polyconsult hat einen anderen Ansatz gewählt und wollte «bewusst keinen Food-Fotografen», sondern jemand, der vom Licht her sehr gut ist und nicht nur perfektes Food ablichten sondern vor allem auch eine Stimmung schaffen kann. «Wir wollten uns mit diesen Bildern abheben vom Rezeptbuch», meint Berater Erich Schlumpf.
Ab Juni gibt es zu den Printsujets auch noch einen TV-Spot, der aktuell von Rosas ’n’ Co gedreht wird.    
Andreas Panzeri
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