Die Ballflachhalte-Gesellschaft

Kolumne Kindern wird der Geburtsschein verweigert. Und Shakira hat einen neuen Lover. Und die Mehrwertsteuer wird steigen. Medien vernichten massenhaft Unterscheidungsvermögen.

Kolumne Kindern wird der Geburtsschein verweigert. Und Shakira hat einen neuen Lover. Und die Mehrwertsteuer wird steigen. Medien vernichten massenhaft Unterscheidungsvermögen.Jene, die den Niedergang einer Zivilisation betreiben, die Kleinbürger, schildern ihn gerne, angstlustig, in orgiastischen Bildern. Brennendes Rom etc. Das möchte wohl kaschieren, dass die Entmenschung gerade darum vorankommt, weil sie sich der Banalität bedient, des Details, des Reglements. In der Schweiz werden Kinder geboren, denen die Behörden einen Geburtsschein verweigern. Nicht schlimm? Ohne Geburtsschein existieren diese Menschen legal nicht. In Fleisch und Blut sind sie zwar da, aber bleiben doch amtlich ungeboren. Die Welt kennt sie nicht. Sie werden nirgendwo einen Pass bekommen, sie können keine Schule besuchen, sie können nicht heiraten … Man ahnt: Es geht hier um Kinder von Ausländern, deren Papiere unvollständig sind. Nur gibt der Geburtsschein, über die schiere legale Existenz hinaus, keine weiteren Rechte. Und jedes Kind weltweit hat nach Uno-Kinderrechtskonvention Anrecht auf einen Zettel, der seine Geburt besiegelt.
Wie kömmts also? Um die 200 solcher Fälle soll es geben. Die Zivilstandsbeamten, welche Geburstscheine verweigern, berufen sich auf Reglemente, die Folge der verschärften Ausländer- und Asylgesetze sind. Spielraum gäbe es wohl, und sehr viele Beamte nutzen ihn. Was treibt die anderen? Einer gab dem Beobachter, der die Geschichte 2006 recherchierte, zu Protokoll: «Uns sind die Hände gebunden.» Ist es die Unmenschlichkeit des Untertans? Vorauseilender Gehorsam, dem manisch-repressiven Minister Blocher zuwedelnd. Schiere Parteigängerei, Niedertracht von Spiessern, heimliche Machtausübung im Rücken einer Gesellschaft, die das, so hoffe ich, kaum billigen würde. Oder spricht in dieser Verweigerung gar der Hass auf sich selbst, ein Selbstbild, in dem der Mensch, das Politikon zoon, zum Bios verkommt? Just dies ist doch das heimliche Projekt der neuen Rechten.
Die Sache gibt uns auch ein paar Aufschlüsse über den Zustand der Medien. Liest man die Berichte darüber, weiss man nicht recht, worüber man mehr erschrecken soll: Über die Untat oder die Art, mit welcher Indifferenz die Kolleginnen und Kollegen damit umgehen. Gewiss, Empörung ist ein steriles Gefühl. Uncool sowieso. Das merkt jeder, der den Hinweis auf die Uno-Kinderrechtskonvention wagt. Kindern wird ein Geburtsschein verweigert? Gewiss, es wurde recherchiert und berichtet. Und Shakira hat einen neuen Lover und die Mehrwertsteuer wird steigen.
Wir leben in einer Gesellschaft der horizontalen Wahrnehmung. Alles ist gleich unwichtig. Hauptsache, wir halten den Ball flach. Naiv, wer daraus auf die Bedeutungslosigkeit der Medien schlösse. Ihre Wirkung besteht gerade darin, dass sie die horizontale Wahrnehmung zur einzig möglichen machen, dass sie massenhaft Unterscheidungsvermögen vernichten und jeden Tag sich und allen anderen erzählen: Weitergehen, es gibt nichts zu sehen.
P. S. Am 26. März jährte sich zum zehnten Mal, dass die Uno Kinderrechtskonvention für die Schweiz in Kraft trat.
P. S. 2: Vor 25 Jahren erschien ein Buch eines jüdischen Emigranten in den USA, das solche kleine Meldungen sammelte. Es hiess: «Täglicher Faschismus.» Es ist immer noch zu haben, sogar auf Amazon. Preis: 1 Cent.
Oliver Fahrni ist freier Publizist.

Mischa Hauswirth leitet Baslerstab

Die Basler Gratiszeitung Baslerstab bekommt mit Mischa Hauswirth einen neuen Chefredaktor. Zurzeit leitet Hauswirth die Basler Redaktion des Gratisblattes Heute.

 Die Basler Gratiszeitung Baslerstab bekommt mit Mischa Hauswirth einen neuen Chefredaktor. Er tritt am 1. Juli die Nachfolge von Markus Sutter an. Zurzeit leitet Hauswirth die Basler Redaktion des Gratisblattes Heute. Zuvor war er Leiter des Blick-Büros in Basel. Sutter, der seit Juni 2002 Chefredaktor des Baslerstabs war, wechselt als Deutschlandkorrespondent der Basler Zeitung nach Berlin (siehe ).

Macht AZ Medien Front gegen P?

Inseratevermittlung Trotz P-Pacht gründet AZ Medien zwei Firmen für die Werbeakquisition. Diese Aktion sei aber nicht gegen die P gerichtet, heisst es zu diesem Thema in Aarau.

Inseratevermittlung Trotz P-Pacht gründet AZ Medien zwei Firmen für die Werbeakquisition. Diese Aktion sei aber nicht gegen die P gerichtet, heisst es zu diesem Thema in Aarau.Die AZ-Medien-Gruppe hat eine eigene Firma für die «Vermittlung von Inseraten für Zeitungen und Zeitschriften» gegründet. Das neue Unternehmen heisst Media Factory AG und besteht seit dem 14. März 2007. Im Verwaltungsrat der Factory sitzen lauter Personen, die bei der AZ-Medien-Gruppe bereits Rang und Namen haben, etwa Jürg Schärer, VR-Präsident der AZ Medien, Verleger Peter Wanner, Ueli Eckstein, COO und Leiter Printmedien, sowie Christoph Marty, Leiter Crossmedia/Key-Account. Als Geschäftsführer der Firma fungiert Roger Knabenhans, der für die AZ-Medien-Gruppe den Online-Rubrikenmarkt evaluiert und aufgebaut hat.
Ein Bündel FragenSo weit, so gut – aber was will die AZ Medien mit einer eigenen Inseratevermittlerin? Für ihre Magazine hat sie ja bereits eine Anzeigenabteilung, und die Zeitungsregie trat sie vor erst zwei Jahren an Publicitas ab.
Doch der Vorgänge nicht genug im Rüebliland: Die AZ Medien AG hat auch ihre Firma Neue Medien AG, die bisher für den Verkauf von Radio- und Fernsehwerbung zuständig war, in AZ Crossmedia AG umbenannt. «Verkauf und Vermittlung von Werbung und Werberaum» wird neu als statutarischer Zweck im Handelsregister angegeben.
Doch wozu das alles? Ist Verleger Peter Wanner unzufrieden mit der P, ähnlich wie die Basler Zeitung Medien (BZM), die – ebenfalls in P-Pacht – schon vor einiger Zeit mit Key Media und mit der BZM Werbe AG zwei eigene Akquisitionsfirmen gründete?
Die Key Media ist seit 2005 als Vermittlerin, Crossmediaanbieterin und Mediaagentur tätig. Und die BZM Werbe AG vermarktet im Baselbiet die Basler Zeitung und deren Grossauflage. Denn man traut der P offenbar nicht zu, dass diese sich dort gleichermassen für die BaZ und die zur Mittelland Zeitung gehörende Basellandschaftliche Zeitung (ebenfalls in P-Regie) ins Zeug legen kann.
Wählte man also in Aarau einen ähnlichen Weg? Manches deutet darauf hin. Doch bei der AZ-Medien-Gruppe gibt man sich zurückhaltend. Christoph Marty, VR-Mitglied bei der neuen Media Factory, bestätigt zwar Firmengründung und Zweckänderung, er will die Sache aber nicht weiter erklären und verwahrt sich gegen einen Vergleich mit der BZM. «Unser Vorhaben zielt überhaupt nicht in dieselbe Richtung. Key Media ist für uns kein Vorbild für ein Geschäftsgebaren, auf dem wir aufbauen wollen», sagt er.
Markus Knöpfli

Auch Familien werden beobachtet

Zeitschriften Der Beobachter wagt einen Relaunch und will Familienthemen mehr Raum geben.

Zeitschriften Der Beobachter wagt einen Relaunch und will Familienthemen mehr Raum geben. «Wir sind überzeugt, dass die Lösung für viele Probleme der Gesellschaft in der Familie liegt», schreibt Chefredaktor Balz Hosang im Editorial des Beobachters, der am 30. März erstmals in neuer Aufmachung erscheint. Augenfälligste Veränderung ist ein neuer und eigenständiger Familienteil mit Berichten über Erziehung, Schule, Konsum, Gesundheit und Freizeit auf jeweils zwölf Seiten. Alimentiert wird der neue Teil nach bewährter «Beo»-Praxis, indem einerseits die Redaktion Geschichten recherchiert und andererseits Fälle aus dem Beratungsdienst aufgegriffen und redaktionell behandelt werden. Das Themenspektrum ist breit. In der ersten Nummer geht es zum Beispiel darum, wie die eine Primarschule im sanktgallischen Wil schon heute die Schule von morgen praktiziert, wann Eltern ihre Kinder so richtig nerven, wie man mit Kindern über die Geschlechtsteile spricht, dass viele Kinder in zu engen Schuhen gehen und so fort. Mit dem Konzept wolle man der Familienzeitschrift Wir Eltern keine Konkurrenz machen, erklärt dazu Verlagsleiter Roland Wahrenberger. «Wir wollen einer bestehenden Zielgruppe mehr Inhalt geben und selbstverständlich auch neue Leser gewinnen.» Wahrenberger schätzt, dass das positive Themenumfeld Familie auch den Inseratemarkt interessieren dürfte. Bis jetzt jedenfalls sei das Echo bei den Inserenten «extrem positiv».
Jüngere Leserschaft im FokusDie neuen Familienseiten stehen überdies in einem angenehmen Kontrast zu den übrigen Teilen des Blattes. Der «Beo» ist längst eine traditionsreiche Institution und thematisiert die Probleme der Gesellschaft (und der Leserschaft) in einer geschickten Mischung aus anwaltschaftlichem Journalismus und konkreter Lebenshilfe durch den hauseigenen Beratungsdienst. Der Familienteil wird darüber hinaus durch Angebote im Internet unterstützt und durch eine Beratungshotline ergänzt, über die zum Beispiel Ärzte Auskünfte erteilen. Zum Relaunch gehört ausserdem die prominente Platzierung der Leserstimmen auf den ersten Seiten im Blatt. Mit den Veränderungen haben die Verantwortlichen auch eine tendenziell jüngere Leserschaft im Fokus.
Der Beobachter baut seine Berichterstattung generell aus, was auch personell Konsequenzen hat. «Wir sind daran, neue Leute zu rekrutieren», sagt Chefredaktor Hosang. In welcher Grösse ist noch nicht definitiv, laut Hosang eine Mischung aus mehr Budget für freie Journalistinnen und Journalisten sowie neuen Redaktionsstellen.
Noch ohne Impulse aus DeutschlandNach der Übernahme der Jean-Frey-Verlags-Gruppe, zu welcher der Beobachter zählt, zeigten sich die neuen Besitzer des Axel Springer Verlages vom Traditionsblatt begeistert. In Berlin träumt man, vorerst noch ohne konkrete Konsequenzen, von allerlei Extensions rund um den Brand Beobachter. Der aktuelle Relaunch des Blattes geschah noch gänzlich ohne Beteiligung von Axel Springer. «Wir haben mit der Planung im vergangenen Herbst begonnen, Impulse aus Deutschland gab es noch keine», bestätigt Chefredaktor Balz Hosang. Der Relaunch ist allerdings nicht der letzte Schritt im Verlauf der weiteren Evolution des Beobachters. Voraussichtlich bis Spätsommer will der «Beo» mit einem vollständig neu überarbeiteten Webportal online gehen.
 
 
René Worni

Boxing Kings laden zum «Eiertütschen»

Sport Der Boxing Day, der traditionellerweise am Stephanstag stattfindet, nimmt im sportlichen als auch im gesellschaftlichen Leben von Bern einen wichtigen Platz ein. Dieses Jahr findet der Boxing Day erstmals am Ostermontag statt.

Sport Der Boxing Day, der traditionellerweise am Stephanstag stattfindet, nimmt im sportlichen als auch im gesellschaftlichen Leben von Bern einen wichtigen Platz ein. Dieses Jahr findet der Boxing Day erstmals am Ostermontag statt. Die Werbeagentur Contexta macht nun in Bern, Biel und Thun mit Radiospots und F12-Plakaten Stimmung für den österlichen Megaevent. Und das mit einem fadengeraden Visual, bei dem die Fetzen oder besser die Eierschalen fliegen.

Junge Gurkentruppe

Food Chirat suchte die Supergurke. Die Werbewoche hat darüber berichtet. Die Suche wurde zur knackigen Erfolgsstory.

Food Chirat suchte die Supergurke. Die Werbewoche hat darüber berichtet. Die Suche wurde zur knackigen Erfolgsstory.Frank Hauerken mag alte Marken und Traditionen. Weil Liebe und viel Arbeit dahinterstecke. Bei seiner ersten Begegnung mit der Marke Chirat dachte der Foods Director von Unilever Schweiz spontan an einen «schlummernden Diamanten». Er würdigt die Arbeit von Generationen, die viel Herzblut in den Aufbau der Marke investiert hätten. Seit 1854 gibt es Chirat. «Es ist meine Verpflichtung, das Beste aus der Marke herauszuholen», sagt Hauerken. Das sind keine Worthülsen. Als eine Konsumentenbefragung zeigte, dass Chirat bei jüngeren Konsumenten in Vergessenheit gerate, wollte Hauerken etwas dagegen tun. Die Generation der 18- bis 24-Jährigen wollte er nicht abschreiben, den Imageverlust der Marke nicht einfach hinnehmen. Der Unilever-Mann selbstkritisch: «Es war ein Fehler, die Marke über Jahre nicht aktiv zu bewerben.» Auch die stärkste Marke verliert sich im Nirwana, wenn man sie nicht pflegt. Der Deutsche wollte Chirat wieder auf Trab bringen. Was ein schwieriger Entscheid war: Unilever muss viele grosse internationale Marken pflegen. «Man hat aber nur ein Portemonnaie», sagt der Verantwortliche. Auf Grund der aussergewöhnlichen Markengeschichte waren sich seine Strategen und er einig, dass sich eine grössere Kampagne lohnen würde.
Chirat sucht die SupergurkeUnilever gab der Werbeagentur JWT+H+F die Aufgabe, eine TV-Kampagne zu kreieren. Unilever wollte an die erfolgreichen Kampagnen aus den Achtzigerjahren anknüpfen. Die Chirat-Trickfilme und die Chirat-Melodie sind Klassiker der Schweizer Werbegeschichte. «Ein Kulturgut», so Creative Director Remy Fabrikant von JWT+H+F.
Die Zürcher Agentur konzipierte Spots. Im ähnlichen Stil wie die alten, nur farbiger, moderner, mit dem gleichen Jingle und dem berühmten «Knacki» am Schluss. Die Kreativen von JWT+H+F setzten die Gurken in einer Castingshow in Szene («Chirat sucht die Super-Gurke» Werbewoche 20. 9. 2006). Die Spots parodieren den Castingshowboom. Das Motto: «Nur die knackigsten schaffen es ins Glas.» Die Spots begleiteten die Castingformate von 3+ und des Schweizer Fernsehens.
Neben lustigen Spots präsentierten Unilever die Gurkengläser in neuem Kleid. Der britisch-niederländische Konzern lancierte ein neues Verpackungsdesign. Frank Hauerken: «Das Design war verstaubt. Wir wollten im Regal aufräumen.» Unilever ging vorsichtig an die Aufgabe heran. Der Chef ist kein Freund der Schraubenschlüsselmethodik. Wie man es nicht macht, hatte Nestlé mit Cailler gezeigt. Die PET-Verpackung floppte bei den Konsumenten.
Hauerken wollte nur das Notwendigste modifizieren und an der Mustererkennung festhalten. Ausser den «altertümlichen Bildern» wurde nur wenig verändert.
Ein halbes Jahr später zieht Frank Hauerken eine positive Bilanz. Er hat in seiner Karriere viele Kampagnen realisiert: «Selten habe ich so eindeutige Zahlen gesehen.» Vom Ergebnis ist er beeindruckt, nachdem er es anfangs für unmöglich gehalten hatte, im stagnierenden Markt etwas zu bewegen.
Letztlich hat die Kampagne das erreicht, wovon Werber träumen. Sie hatte einen signifikanten Effekt auf die Verkaufszahlen. Insgesamt konnte Unilever laut Marktforschungsinstitut AC Nielsen eine Volumensteigerung um 6,5 Prozent erzielen. Trotz aller Faktoren und Trends, die gegen das Kürbisgewächs sprechen, konnte Unilever dank der Kampagne mehr verkaufen, obwohl Chirat im Vergleich zur Konkurrenz teurer ist und der Kampf um Konsumenten überwiegend über den Preis geführt wird. Das musste Unilever zu Beginn der Kampagne schmerzlich erfahren. Ein Konkurrent lancierte zeitgleich zur Ausstrahlung der Spots eine Mengendruckaktion, die einen Vorratskauf auslöste. Die Konsequenz: Chirat verkaufte 32 Prozent weniger. Diese Aktion verfälschte zuerst den Effekt der TV-Kampagne. Ihre volle Wirkung zeigte diese in den folgenden Monaten. Dank den Spots konnte Unilever die Verkaufszahlen markant steigern, und die knackige Gurke steht bei den jungen Konsumenten wieder ganz zuoberst.
Hauerken führt den Erfolg der Kampagne auf das gute Fundament des Produkts zurück. Selten habe er eine Marke betreut, die so robuste Zahlen aufweise. Hinzu kommt, dass Strategie und Kreation optimal aufeinander abgestimmt waren.
Hauerken bleibt aber trotz des Erfolges kritisch. Es sei ihm klar, dass er mit der Aktion «Awareness» eingekauft habe. Er macht aber zugleich deutlich, dass grosse Marken eine kontinuierliche Kommunikation bräuchten. Im Marktumfeld von Essigkonserven sowieso. Dieser sei eben kein klassischer Markt für Innovationen, und Marktpotenzial sei wenig vorhanden. Es gelte, die Position zu halten und die Konsumenten immer wieder daran zu erinnern, dass Chirat eben zu den Knackigsten gehörten.
Was sie auch wirklich sind. Unilever produziert nämlich direkt neben den Gurkenplantagen in der Türkei. Was sie per se zwar nicht zur Schweizer Gurke macht. «Aber die Marke Chirat ist echt schweizerisch», ergänzt Frank Hauerken.
Christian Lüscher

Das kann nur ein Inserat

Inserate 86 Arbeiten wurden dem Verband Schweizer Presse für den Young-Creative-Wettbewerb «Das kann nur ein Inserat» eingereicht.

Inserate 86 Arbeiten wurden dem Verband Schweizer Presse für den Young-Creative-Wettbewerb «Das kann nur ein Inserat» eingereicht. Die beiden Siegerarbeiten sind der «Glace-Gutschein» (Martin Arnold und Beni Haslimeier, Wirz Werbung AG) und die Formel «e=mc2» (Isabelle Hauser, Werbeagentur Advico Young & Rubicam) Die Gewinner reisen am 31. Mai 2007 nach Paris – zum «best YET» (Best Young European Team). Dort messen sie sich mit den Siegerteams eines analogen Wettbewerbs in acht weiteren Ländern und kämpfen um ein Ticket nach Cannes.

Publigroupes Expansionen schmälern den Gewinn

Dank des Wachstums in internationalen Märkten sowie bei den elektronischen Medien verzeichnet die Publigroupe eine Umsatzzunahme von 3,8 Prozent. Der EBIT im Wert von 61.8 Millionen Franken entspricht einer Zunahme von 7,7 Prozent.

 Dank des Wachstums in internationalen Märkten sowie bei den elektronischen Medien verzeichnet die Publigroupe eine Umsatzzunahme von 3,8 Prozent. Der EBIT im Wert von 61.8 Millionen Franken entspricht einer Zunahme von 7,7 Prozent. Der Gewinn habe auf vergleichbarer Basis um 12,2 Prozent zugenommen und beträgt 53.9 Millionen Franken, wie es in der Mitteilung des Inseratevermittlers heisst. Demnach klammerte das Unternehmen einmalige Erträge aus Beteiligungsverkäufen sowie Änderungen im Konsolidierungskreis aus, die hautsächlich im zweiten Halbjahr Übernahmen bei den elektronischen Medien und lokalen Guides betrafen. Insgesamt sind alle Geschäftssegmente gut aufgestellt: Ein verbessertes EBIT der Division PubliPresse (+15,9 Prozent), der internationalen Division Publicitas Promotion Network (+18,5 Prozent) und des Segments Geschäft im Aufbau, das seinen Verlust um die Hälfte reduzieren konnte. Die Division PubliDirect weist Aufgrund ihrer Aufwendungen für die Lancierung und den Ausbau des Online-Portals Local.ch einen um  15,3 Prozent geringeren EBIT aus.
Die Umsatzsteigerung ist auf die Akquisitionen im Zusammenhang mit dem Ausbau der elektronischen Medien und lokalen Guides zurückzuführen. Damit positioniert sich Publigroupe in ausgeprägten Wachstumssegmenten mit strategischer Tragweite. Mit ihrem Angebotsportfolio für elektronische Medien und Online-Dienstleistungen verzeichnete die Gruppe im Berichtsjahr ein Wachstum von über 60 Prozent. Weitere Engagement in diesem Bereich sollen folgen. Die Dividendenausschüttung soll um einen Franken pro Aktie auf 12 Franken gehoben werden. Die Ausschüttungsquote steigt von 37 Prozent auf 53 Prozent.

Google und Yahoo bekämpfen sich auch mobil

Der von den Internetportalen Yahoo und Google geführte Kampf um Marktanteile im milliardenschweren Anzeigengeschäft hat sich nun auch ins mobile Netz ausgeweitet.

 Der von den Internetportalen Yahoo und Google geführte Kampf um Marktanteile im milliardenschweren Anzeigengeschäft hat sich nun auch ins mobile Netz ausgeweitet. Die Wachstumszahlen für den mobilen Werbemarkt schätzen Branchenkenner als gigantisch ein: Innerhalb vier Jahren soll dort geschaltete Werbung bereits eine Milliarde Menschen erreichen. Die Werbeeinnahmen werden auf jährlich über zwei Milliarden Euro geschätzt. Wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet, hat Branchenprimus Google am Dienstag ein speziell für Handys konzipiertes Programm vorgestellt, bei dem die Startseite nach dem Geschmack und den Bedürfnissen der User eingerichtet werden kann. Beispielweise erscheinen je nach Geschmack die aktuellen Kurse der eigenen Aktien oder das Programm vom Kino um die Ecke. Weil sich das mobile Google-Fenster auch zuvor aufgesuchte Internetseiten merkt, sollen für den Nutzer typische Web-Suchen mit wenigen Klicks möglich sein.
Yahoo hingegen bietet das Suchsystem OneSearch ab Sommer an, über welches die Nutzer Anzeigen von lokalen Anbietern finden können. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen soll das Angebot die Möglichkeit zur Navigation bieten. Das Mobile Ad Network getaufte Programmpaket soll dabei der Anzeigenwirtschaft ermöglichen, Werbung speziell auf kleine Handy-Bildschirme zuzuschneiden.

Glacé und Einsteinformel reisen mit jungen Kreativen nach Paris

Zum zweiten Mal hat der Wettbewerb des Verbands Schweizer Presse für junge Kreative stattgefunden. Nachwuchswerber aus kleinen und grossen Agenturen reichten 86 Arbeiten für den Young Creative Wettbewerb «Das kann nur ein Inserat» ein.

Zum zweiten Mal hat der Wettbewerb des Verbands Schweizer Presse für junge Kreative stattgefunden. Nachwuchswerber aus kleinen und grossen Agenturen reichten 86 Arbeiten für den Young Creative Wettbewerb «Das kann nur ein Inserat» ein. Am Mittwoch 28. März wurden die Sieger in der Zürcher Bar Hard geehrt. Die beiden Siegerarbeiten sind der Glacé Gutschein der Wirz Agenturjünglingen Martin Arnold und Beni Haslimeier, sowie die Formel E=mc2 von Isabelle Hauser, die bei Werbeagentur Advico Young & Rubicam arbeitet. Die Gewinner reisen am 31. Mai nach Paris zum best YET (best Young European Team). Dort messen sie sich mit den Siegerteams eines analogen Wettbewerbes in acht weiteren Ländern und kämpfen um ein Ticket nach Cannes. Aber auch für die anderen Arbeiten, die in die Shortlist gelangten, gibt es einen Gewinn. Sie erscheinen im Rahmen der grössten Anzeigenkampagne der Schweiz, die bis Ende Jahr für das Inserat in der Schweizer Presse wirbt. Zum Schluss wählt das Publikum die beste Anzeige. Der Gewinner des Publikumspreises wird an der Tagung des Verbands Schweizer Presse am 8. Januar 2008 geehrt.

Schweizer nageln sich zum Erfolg

Beim ADC-Festival in Berlin haben die erstmals teilnehmenden Schweizer Agenturen fünf Nägel gewonnen. Die Deutschen scheinen sich über den gesteigerten Wettbewerb zu freuen.

 Das «Fremdgehen» der Schweizer Kreativen zum ADC-Wettbewerb nach Berlin hat für viele Diskussionen und geteilte Meinungen über dieses Punktesammeln im Exil geführt. Die Bilanz zeigt für die kleine Agentur Walker einen grossen Schritt in die Welt. Für die restlichen Teilnehmer bleibt die Diskussion rund um eine solche Teilnahme weiterhin offen. «Die Schweizer haben erkannt, dass sich in Deutschland ein Markt öffnet. Deshalb benützen sie die Chance, um sich hier vorstellen zu können. Und wir begrüssen das, denn das bedeutet für uns mehr Wettbewerb», erklärt Michael Preiswerk. Der Vorstandssprecher des ADC Deutschland und Geschäftsführende Gesellschafter der GPP Werbeagentur in Stuttgart ist gebürtiger Schweizer. Bei der Pressekonferenz zur Preisverleihung zeigte er sich patriotisch – und somit leicht enttäuscht, dass die erstmals eingeladenen Schweizer Agenturen nur 111 Arbeiten für die Leistungsschau des ADC Deutschland eingereicht haben. Die ebenfalls neu dazu gekommenen Österreicher schlugen «uns» knapp mit 127 Einreichungen. Österreich war auch etwas glücklicher beim Gewinnen. Vier silberne «Nägel» (wie die «Würfel» in Deutschland heissen) sowie vier bronzene und vier Shortlistplätze gingen an die Nachfahren der Habsburger.
 
Die Helvetier sammelten insgesamt fünf Nägel. Je zweimal Silber und Bronze holte Pius Walker und sein Team. Davon war ein silberner Nagel für Amnesty International. Der Rest plus vier Auszeichnungen mit der Shortlist gab es für Fleurop. Den fünften Nagel mit Köpfen machte Spillmann Felser Leo Burnett mit Bronze für Mary Woodbridge. Wirz reichte es für eine Nomination auf der Shortlist mit dem Fotografen-Film für Mobiliar, der in Cannes mit einem Löwen und auch sonst international schon mehrfach ausgezeichnet worden ist.
 
Walker als «die kleinste Werbeagentur der Welt» landete als Trost für die Schweiz auf Platz 10 unter allen Werbeagenturen im Ranking dieses Wettbewerbs. Mehr dazu finden Sie in der aktuellen Werbewoche Nummer 12.
 
Andreas Panzeri

Inserate Niveau steigt auch im Februar

Die Brutto-Werbeinvestitionen in der Schweiz sind im Februar 2007 im Vergleich zum letzten Jahr um 8,3 Prozent gestiegen. Insgesamt betrugen sie 259.2 Millionen Franken, wie Media Focus in ihrem monatlichen Bericht vom Montag schreibt.

 Die Brutto-Werbeinvestitionen in der Schweiz sind im Februar 2007 im Vergleich zum letzten Jahr um 8,3 Prozent gestiegen. Insgesamt betrugen sie 259.2 Millionen Franken, wie Media Focus in ihrem monatlichen Bericht vom Montag schreibt. Die Internetwerbung, Werbung in Publikumszeitschriften und in der Tagespresse legten überdurchschnittlich zu. In den anderen Mediengruppen stagnierte der Werbedruck. Einzige Ausnahme ist das Kino, das starke Investitionseinbussen verzeichnete.  
Nach Werbemärkten betrachtet hatte die Eidgenössische Abstimmung vom 11. März einen grossen Einfluss. So verzeichneten politische Kampagnen einen Zuwachs von 107 Prozent. Auch Gemeinnützige Kampagenen (+55,8 Prozent), IT (+57,7 Prozent) und Finanzen (+31 Prozent) konnten stark zulegen. Stark rückläufig waren dagegen Tabak (-80 Prozent), Energie (-30,3 Prozent) und Getränke (-21,5 Prozent). Am meisten Werbung buchten im Februar 2007 die Migros, Coop, Swisscom, Toyota und Protecter & Gamble.
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