Giroflex setzt auf Spillmann/Felser/Leo Burnett.

In einer Agenturevaluation hat sich der Schweizer Bürostuhl-Hersteller Giroflex für die Zusammenarbeit mit Spillmann/Felser/Leo Burnett entschieden.

In einer Agenturevaluation hat sich der Schweizer Bürostuhl-Hersteller Giroflex für die Zusammenarbeit mit Spillmann/Felser/Leo Burnett entschieden.
Die Firma Giroflex betraut Spillmann/Felser/Leo Burnett (SFLB) mit ihrer Neupositionierung und der Entwicklung einer Visual-Identity. Zusätzlich soll SFLB verschiedene Anzeigensujets für die weltweiten Distributionskanäle schaffen. Erste Arbeiten sind ab Sommer 2007 zu sehen.

P will im Web aufsteigen

Internet Mit dem Kauf des Online-Portals Zanox entdeckt die PubliGroupe den virtuellen Vertriebskanal.

Internet Mit dem Kauf des Online-Portals Zanox entdeckt die PubliGroupe den virtuellen Vertriebskanal. Die Zukunft liegt im Internet. Das machten die Übernahme- Meldungen in den letzten Wochen deutlich. Für mediales Aufsehen sorgte die PubliGroupe. Zusammen mit dem Axel Springer Verlag kauft die Gesellschaft aus Lausanne für 215 Millionen Euro das Berliner Online-Marketingportal Zanox. Der Erwerb ist ein Bekenntnis zum boomenden Internetgeschäft. Der Schweizer Offline-Dinosaurier will sich für das digitale Geschäft von Morgen rüsten.  
Der Trend: Weltweit werden die Werbeinvestitionen um 50 Prozent zunehmen, ist in einer Studie von Google und dem britischen Industrieverband CBI zu lesen. Da die Umsätze mit klassischen Medien jährlich schwinden, setzt die PubliGroupe auf die Karte Web. Was seinen Preis hat. Die Akquisition des Portals ist bisher der teuerste Kauf in der Geschichte des Unternehmens.
 
«Der Kauf wird Auswirkungen auf alle Geschäftsbereiche haben», teilte PubliGroupe-Chef Hans-Peter Rohner an der Pressekonferenz mit. Da die traditionellen Wertschöpfungsketten auf dem Prüfstand seien, müsse man das digitale Geschäft konsequent ausbauen. Wie das Unternehmen die Technologien von Zanox einsetzen will, liess Rohner offen. Offensichtlich hat ihn aber die Vision der Berliner Firma beeindruckt. Deren ehrgeiziges Ziel: «Wir wollen das Internet monetarisieren.» Selbstbewusst gaben sich die Zanox-Gründer an der Pressekonferenz im noblen Mariott-Hotel: «Die Vision hat bis heute auch ganz gut funktioniert.» Jährlich wächst das Unternehmen um 100 Prozent. Geld wird hauptsächlich mit dem so genannten Affiliate-Marketing verdient. Anders als Vermarkter von Bannerwerbung arbeitet Zanox mit einer «erfolgsbasierten Online-Marketinglösung».
 
Zu vergleichen ist das mit dem klassischen Vertretermodell. Ein Werbetreibender (Advertiser) platziert zum Beispiel einen Link auf einer Website (Publisher), um seine Ware oder Dienstleistungen an den Mann zu bringen. Die Mittlerrolle zwischen Advertiser und Publisher übernimmt Zanox. Die Firma führt die beiden Parteien zusammen und übernimmt die technischen und kaufmännischen Dienstleistungen. Kommt eine Kaufaktion zustande, wenn der User beispielsweise einem codierten Link folgt, erhält der Publisher eine Provision vom Advertiser und Zanox eine Vergütung vom Publisher. Das Prinzip funktioniert nach den gleichen Spielregeln wie wenn ein Vertreter einem Kunden einen Staubsauger verkauft. Interessant an der Online-Lösung ist, dass ein Buchhändler nur für eine Kampagne oder ein Inserat zahlen muss, wenn es zum Kauf kommt. Was bei Bannerkampagnen nicht der Fall ist.
 
Das Affiliate-Marketing ist ein Erfolg versprechendes Konzept. Kaum eine andere Disziplin boomt derzeit im Netz so stark. Noch ist Zanox der einzige Anbieter in 30 Ländern, verteilt auf allen fünf Kontinenten. Die Konkurrenz schläft aber nicht. Auch der Suchmaschinenriese Google steigt in den Cost-per-Action-Markt ein. Hinzu kommt, dass neben Zanox andere Affiliate-Plattformen wie TradeDoubler, ValueClick oder Affilinet viel Bewegung in den Markt bringen.
 
Für die PubliGroupe und den Axel Springer Verlag wird sich mit dem Kauf ein attraktiver Markt auftun. Deutschland nimmt in Europa unter den E-Commerce-Nationen mit 15 Milliarden Euro Umsatz einen Spitzenplatz ein. Geht es nach den Experten von Forrester Research, wird sich diese Entwicklung beschleunigen und weltweit überproportional wachsen. Deshalb will Zanox in den nächsten Jahren seine Reichweite an Publisher von 1 Million auf 50 Millionen aufstocken. Was ihnen mit dem PubliGroupe-Netzwerk nicht schwer fallen wird. Mit der Übernahme kann der Schweizer Medienkonzern 80000 seiner Kunden mit Hilfe von Zanox vermarkten, was sich in barer Münze niederschlagen wird. Spannender wird in den nächsten Jahren aber auch der Konkurrenzkampf zwischen Google und der PubliGroupe sein. Wie zunehmend aus Meldungen zu erfahren ist, plant der Suchmaschinenriese, ins Offline-Geschäft einzusteigen. Umgekehrt betreibt der Schweizer Medienkonzern die kürzlich lancierte Suchplattform local.ch.
 
Christian Lüscher

Cash-Aus stärkt Axel Springer in der Schweiz

Des einen Leid, des anderen Freud: Die zum Axel Springer Konzern zählenden Verlagsgruppen Handelszeitung und Jean Frey übernehmen von Ringier den gesamten Abonnentenstamm der wöchentlichen Wirtschaftszeitung Cash. Damit baut die deutsche Axel Springer die Marktposition seiner Schweizer Wirtschaftstitel Handelszeitung, Bilanz und Stocks weiter aus.

 Des einen Leid, des anderen Freud: Die zum Axel Springer Konzern zählenden Verlagsgruppen Handelszeitung und Jean Frey übernehmen von Ringier den gesamten Abonnentenstamm der wöchentlichen Wirtschaftszeitung Cash. Damit baut die deutsche Axel Springer die Marktposition seiner Schweizer Wirtschaftstitel Handelszeitung, Bilanz und Stocks weiter aus.  
Das voraussichtliche Aus der Printausgabe des Cash per Ende Juni beschert den anderen Schweizer Wirtschaftstiteln unerwarteten Zuwachs. Ab Juli können die 43’000 Cash-Abonnenten auswählen, ob sie entweder die wöchentlich erscheinende Handelszeitung (Auflage: 30’776 Ex.), die zweiwöchentlich erscheinende Bilanz (Auflage: 38.100 Ex.) oder das ebenfalls 14-täglich erscheinende Anlegermagazin Stocks (Auflage: 18’250 Ex.) beziehen können. Die Belieferung erfolgt gemäss Angaben des Axel Springer-Verlages für die bisherigen Cash-Abonnenten während der gesamten bezahlten Abonnementsdauer ohne weitere Kostenfolge. Ralph Büchi, Vorsitzender der Gruppenleitung Handelszeitung und Jean Frey zeigt sich überzeugt, dass dieser Schritt die Marktposition der drei Wirtschaftstitel deutlich verbessern wird: «Wir erwarten sowohl auf dem Leser- als auch dem Anzeigenmarkt sehr positive Auswirkungen.»

Hier kocht der Mann

Amuse Bouches Reinhold fordert für Annemarie Wildeisens Kochmagazin: «Männer an den Herd».

Amuse Bouches Reinhold fordert für Annemarie Wildeisens Kochmagazin: «Männer an den Herd». Bereits im vierten Jahr macht Reinhold die Werbung für Annemarie Wildeisens Kochen. Das Flaggschiff der AZ Fachverlage hat inzwischen eine Auflage von 100000 pro Monat. Unter der Leserschaft von 316000 sind 30 Prozent Männer. Einige davon sind mit Bestimmtheit würdige Mützenträger. Eine für das Medium interessante Mehrheit dürfte aber in der Kategorie «Einsteiger» zu orten sein. Und über diese viel versprechende Gruppe will Reinhold jetzt noch mehr Gourmets für das Kochen sowie das gleichnamige Magazin begeistern. Im Heft findet sich als Tool dazu bereits die neue Rubrik «Kochen für Einsteiger». In die Werbung umgesetzt präsentiert sich dieses Tool als ein Signet, das irgendwie zwischen Hammer und Kochlöffel angelegt ist. Die passende Kampagne dazu hat den Claim: «Männer an den Herd».  
Die Kampagne arbeitet nicht nur mit witzigen Sujets, die das Thema «Männer und kochen» mit einem leicht sexistisch gewürzten Witz in die Pfanne hauen. Die peppig gewürzte Werbeidee wird auch getragen von der Aktion: Annemarie Wildeisen sucht den schlechtesten Koch der Schweiz. Für Reinhold Weber und Berater Marco Schönenberger ist diese Idee eine Strategie, um über den Mann als Werbefigur an die Frau als Abonnentin zu kommen.
 
Mit der diese Woche angelaufenen Kampagne soll die Starköchin Annemarie Wildeisen als Chefredaktorin des Magazins etwas mehr in den Vordergrund gerückt werden. Obwohl sie aber anders als Betty Bossi echt existent ist und alle Rezeptvorschläge auch selber auslöffelt, soll Wildeisen allerdings nur als verlässlicher Name und weniger als sichtbare Figur in die Werbung eingebaut werden.
 
Reaktionen erwünscht Die Koch-Unfähigkeit der Männer als Thema einer Kampagne «wird sicher zu Reaktionen führen», ist Weber überzeugt. Man hofft auf Männer, die sich von dieser Aussage betupft fühlen. Das wäre ganz im Sinn der Sache. Bis jetzt hat die Direktwerbung von Reinhold für Kochen einen Rücklauf von fast fünf Prozent generieren können. In einer Branche, wo ein Prozent bereits als sehr gut gilt, sind deshalb «alle potenziellen Adressen wohl abgelutscht», weshalb man jetzt nach einem neuen Dreh suchen wollte.
 
Über den Wettbewerb zum schlechtesten Koch wird unter www.maenner-an-den-herd.ch Korrespondenz geführt. Hier kann auch ein «Einsteiger-Abo» bestellt werden, wie die Probeabos in dieser ausgekochten Kampagne betitelt werden.
 
Andreas Panzeri

Schritt für Schritt nach oben

Michael Gassler will als neuer Geschäftsleiter Beratung bei Ruf Lanz den Kreativen noch mehr Schub zum Abheben verleihen.

Michael Gassler will als neuer Geschäftsleiter Beratung bei Ruf Lanz den Kreativen noch mehr Schub zum Abheben verleihen. Ein Job in den Medien musste es sein. Das wusste Michael Gassler schon in der Mittelschule. Sein Bubentraum war Sportreporter. Sein damaliges Hobby: Matchberichte für den FC Zürich, die er an seine Kollegen verteilte. Später spielte der Handelsschüler im toggenburgischen Ebnat-Kappel in einer Band. Das brachte seinen ersten Kontakt mit der Werbung. Der Sohn eines Fotografen, der eine Zeit lang auch mit der Kunstgewerbeschule liebäugelte, «aber zuwenig angefressen für eine Existenz als Künstler kämpfte», gestaltete Flyer und Plakate für die Konzerte seiner Rock-Combo. Auch die Hülle einer CD erinnert noch an diese Zeit. «Auf der Schwelle zum kleinen Erfolg» ist die Band dann aber auseinander gegangen, «trotz Plattenvertrag». Was nun?  
Der heutige Geschäftsleiter Beratung einer Top-Drei-Agentur kämpfte sich durchs Telefonbuch und schickte damals 25 Bewerbungen an die besten Adressen der Zürcher Werbeszene. Einige haben geantwortet. Niemand aber positiv. So verdiente der noch in der Startbox zurückgehaltene Medienmann zuerst ein bisschen Geld im Kundendienst bei einem Farblabor und reiste dann für vier Monate nach Amerika. Bei seiner Rückkehr 1985 legte ihm sein Vater ein ganz kleines Inserat auf das Bettkissen. Das eben gegründete Radio Wil suchte «Mitarbeiter aller Art». Gassler setzte sich auf die Bettkante, nahm seine Gitarre zur Hand und bastelte ein Demotape.
 
Kurz darauf war er der einzige fest angestellte Redaktor der Morgenshow, verantwortlicher Musikredaktor und rasender Reporter, bevor der eben geschlüpften Truppe von autodidaktischen Radiopionieren «ein schreibender Profi vor die Nase gesetzt» wurde. Man kündigte «kollektiv», und Gassler suchte ein neues Glück bei der St. Galler Verlags AG.
 
Die Herausforderung brachte ihn auf den richtigen Weg. Der nach wie vor «im Grunde Berufslose» durfte das Marketing für mehrere Gratiszeitungen betreuen, bekam dazu die Verantwortung über sein erstes Werbebudget von 60000 Franken und wurde so auch für die Ausbildung zum Werbeassistenten animiert. Nach dem Diplom belohnte er sich mit vier Monaten Französischkurs in Paris. Dann sollte es endlich bei einer richtigen Werbeagentur klappen. Doch wer ganz hoch hinaus will, muss oft ein bisschen länger Anlauf nehmen. Die angefragten Topagenturen zeigten an Gassler kein Interesse. Dafür erlebte die Zürich Versicherung gerade eine Blüte und musste ihre Werbeabteilung auf 15 Leute ausbauen. Gassler durfte ein Beratungsteam leiten und ist heute noch «sehr dankbar» für diese Zeit. Das war die Epoche, wo die verantwortliche Werbechefin Rita Kopp «damals noch völlig unkonventionell für eine Versicherung» auf möglichst kreative Werbung setzte. «Das hat auch bei mir den Virus für solche Ideen freigesetzt», glaubt Gassler. Als ein Beispiel erinnert er sich an die «Relax»-Kampagne von Wirz. Jetzt auf Kundenseite schon sehr nahe an seinem Ziel, machte er 1994 noch die Ausbildung zum Werbeleiter und wechselte – «weil fünf Jahre Versicherung zu monothematisch waren» – erstmals in eine Agentur zu Zogg Kettiger Gasser. Peter Kettiger war zu jener Zeit Präsident des BSW, die Agentur betreute die grossen Budgets von Masterfoods. Entsprechend professionell erlebte Gassler das Umfeld an seinem neuen Arbeitsplatz. «Ich lernte marketingtechnisch sehr viel von Peter Kettiger und den Leuten auf Kundenseite, die oft von Hochschulen gekommen sind und auch mit fundierten Analysen aus den USA vertraut waren.» Ganz neu gehörten auch Controlling-Gedanken zum Repertoire, mit denen man die Effizienz der Werbung messen wollte. «Das Ganzheitliche interessiert mich, nicht Werbung als l’art pour l’art», meint Gassler zu seinem beruflichen Ansatz. Er ist aber «überzeugt, dass kreative Werbung besser verkauft».
 
Mit dieser Prämisse war es ein guter Entscheid, dass Gassler sich von Christoph Bürge, mit dem er zusammen den Werbeleiter machte, bei Rolf Zimmermann von Advico vorstellen liess. Bei AY&R folgten dann fünf Jahre, wo der junge Aufsteiger Gassler plötzlich «an einem Tisch mit den Stars der Branche» mitreden konnte. Das kreative Umfeld stachelte ihn an, auch alle wichtigen Bücher von internationalen Grössen der Werbung «leidenschaftlich zu verschlingen». Gassler interessierte sich immer mehr für Strategie. Und er lernte vor allem, wie erst ein kreativ mitdenkender Berater die Arbeit der Texter und Art Directoren beim Kunden richtig verkaufen kann.
 
Nicht nur «Pappen hochhalten bei einer Präsentation», ist jetzt auch der neue Job bei Ruf Lanz. Der von Danielle Lanz und Markus Ruf in ihrer kreativen Boutique eingeführte «Geschäftsleiter Beratung» soll der herausragenden Kreation eine ebenbürtige Beratung zur Seite stellen. Das letzte Rüstzeug für diese bisher höchste Verantwortung in seiner Karriere hat sich das neue Mitglied der Geschäftsleitung die letzten vier Jahre als Managing Partner im GL-Team mit Stefan Erhart und Dieter Hofmann bei der Exxtra Kommunikation geholt. «Exxtra war ein wichtiger Schritt, mir jetzt diese Rolle zuzutrauen und eine Herausforderung zu sehen, die Beratung innerhalb von Ruf Lanz neu zu positionieren.» 2006 hat Gassler auch noch das Executive MBA Marketing an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich gemacht.
 
Markus Ruf und Danielle Lanz hat er bisher «natürlich von ihren Kampagnen, aber nicht persönlich gekannt». Gassler findet es mit seinem Werdegang und «kreativer Vorstellung von Werbung» aber das richtige Happyend, dass er jetzt bei diesen beiden gelandet ist. Auch das Thema «Selbständigkeit und Leidenschaft als Steuerung für den Einsatz» statt Abhängigkeit von einem Konzern und fremden Gewinnerwartungen geisterte schon lange in seinem Kopf herum. Es sollten aber Partner mit ähnlich hohen Ansprüchen sein. Bei Ruf Lanz soll Gassler jetzt «die Beratung hinsichtlich grösserer Kunden ausbauen» sowie auch integrierter Kommunikation und Crossmedia mehr Gewicht geben, «ohne die kreative Positionierung der Agentur zu ändern».
 
Michael Gassler ist mit einer Türkin verheiratet, spielt Fussball beim FC Witikon und trinkt dort lieber Bier mit seinen Teamkameraden als Cüpli an einer Werber-Party. «Ich finde es in dieser Branche wichtig, dass man möglichst geerdet bleibt.»
 
Andreas Panzeri

YouTube-Videos auf Apple TV zu bestaunen

Apple will den Inhalten von YouTube den Weg ins Wohnzimmer ermöglichen. Ab Mitte Juni können Videos direkt von YouTube drahtlos über Apple TV gestreamt und auf dem Breitbild-Fernseher angeschaut werden.

Apple will den Inhalten von YouTube den Weg ins Wohnzimmer ermöglichen. Ab Mitte Juni können Videos direkt von YouTube drahtlos über Apple TV gestreamt und auf dem Breitbild-Fernseher angeschaut werden.
Laut Pressemitteilung vom Mittwoch sollen Apple TV-Anwender YouTube-Videos durchstöbern, finden und direkt auf ihrem Fernseher anschauen können. Zum Start von Apple TV Mitte Juni werden Tausende der aktuellsten und beliebtesten YouTube-Videos verfügbar sein. Darüber hinaus wird YouTube jede Woche weitere Videos hinzufügen und es wird erwartet, dass das komplette YouTube-Angebot im Herbst für Apple TV erhältlich ist. Ausserdem hat Apple bekannt gegeben, dass es eine neue Konfiguration von Apple TV mit einer 160GB Festplatte anbieten wird. Die grössere Festplatte bietet viermal so viel Speicherkapazität und kostet 579 Franken (die 40 GB Version kostet 429 Franken).
Apple TV ist mit iTunes ideal kompatibel und bietet eine komfortable Möglichkeit, die eigenen Lieblingsfilme, TV-Serien, Musik, Fotos und Podcasts aus iTunes vom PC oder Mac auf dem Breitbild-TV drahtlos wiederzugeben. Apple TV benötigt ein Breitbild-TV-Gerät und ein WLAN-Netzwerk, damit er sich automatisch mit dem Computer abgleichen kann.

Neuer Mediapulse-Verwaltungsrat

Der Stiftungsrat der Mediapulse hat den Verwaltungsrat neu bestellt. Nebst Präsident Marco de Stoppani wurden sechs Personen neu in das Gremium gewählt

Der Stiftungsrat der Mediapulse hat den Verwaltungsrat neu bestellt. Nebst Präsident Marco de Stoppani  wurden sechs Personen neu in das Gremium gewähltNach dem Rücktritt des Mediapulse-Verwaltungsratspräsidenten, Walter Rüegg, wurde festgelegt, dass der Stiftungspräsident Marco de Stoppani das Amt übernehmen soll. Ausserdem wurde beschlossen, dass der Stiftungsrat Ende Mai sechs neue Verwaltungsrat-Mitglieder wählen muss. Nun sind deren Namen bekannt. Gemäss Pressemitteilung vom Donnerstag besteht der neue Verwaltungsrat der Mediapulse exklusiv aus Männern: Walter Rüegg (SR DRS), Martin Schneider (Publisuisse), Filippo Lombardi (Telesuisse), Martin Muerner (VSP), Klaus Kappeler (Goldbach Gruppe) und Jürg Siegrist (SWA).

Das jüngste Gerücht

Bier Numéro 10 in Bern hat für Cardinal Bier eine Buzz-Kampagne mit kleinem Budget und grosser Wirkung gestaltet.

Bier Numéro 10 in Bern hat für Cardinal Bier eine Buzz-Kampagne mit kleinem Budget und grosser Wirkung gestaltet. «Wir leben in einer Zeit, wo wir alle überfordert sind mit zuviel Informationen. Deshalb muss die Werbung nach neuen Wegen suchen, um trotzdem an ihr Zielpublikum gelangen zu können.» Diese täglich wahrer werdende Erkenntnis hat sich Gilles Aeby von Numéro 10 ganz dick ins Strategiebuch eingetragen. Die Agentur für Branding und Kommunikation im bernischen Bremgarten hat sich nämlich schon seit längerer Zeit neben klassischer Werbung auch auf dynamische Kommunikation und darunter vor allem auf Buzz-Marketing spezialisiert.  
«Buzz» kann mit «Gerücht» übersetzt werden. Buzz funktioniert meistens in Kombination mit den drei weiteren «dynamischen» Aktionen Guerilla-Werbung, Blogs und Viral-Marketing.
 
Eine Buzz-Kampagne, die aktuell im Welschland für grossen Wirbel trotz einem kleinen Budget sorgt, ist die Aktion von Numéro 10 für die Lancierung des neuen Cardinal-Weizenbiers. Dieses Jubiläumsbier zum 850. Geburtstag der Stadt Fribourg wird mit ausgesuchtem Weizen aus der Umgebung von Fribourg gebraut. In der Teaser-Phase der Kampagne hat die Agentur drei Wochen lang den in Fribourg sehr bekannten Nationalrat und Ex-Stadtverwalter Dominique de Buman kommentarlos, aber mit einer Weizenähre im Mund in mehreren Kleininseraten in den lokalen Zeitungen erscheinen lassen. «Was soll das?», musste sich die Öffentlichkeit fragen. Natürlich wurde bald einmal ein Bezug zwischen Weizen und Bier hergestellt. Da Monsieur de Buman aber eine sehr angesehene Persönlichkeit ist, dem niemand einen Nebenerwerb mit einem Werbeauftritt zutraut, tauchten schon bald auch erste spekulative Artikel mit möglichen Erklärungen auf. Auch die Blogger-Szene machte sich natürlich so ihre Gedanken. «Die Gerüchteküche brodelte», freute sich Aeby, als die Zeitung Le Matin in einem Aushang dem Politiker Buman unpassende Werbegeschäfte vorwarf.
 
Erst am Vortag der Lancierung des neuen Bieres lüftete die Agentur dann an einer von zwölf Journalisten besuchten Medienkonferenz das Geheimnis. Monsieur de Buman sitzt offiziell im Komitee für das Stadtjubiläum und hat sich deshalb für das Jubiläumsbier der traditionellen Fribourger Brauerei einspannen lassen. Sämtliche Medien im Welschland haben in der Folge ausführlich über diese Aktion berichtet. Das welsche Fernsehen TSR widmete dem Thema sogar eine längere Reportage.
 
Parallel zu diesen Berichten in den Medien präsentierte Numéro 10 das neue Produkt in Anzeigen, in denen Dominique de Buman persönlich über den Hintergrund dieses zeitlich begrenzten Bieres berichtet.
 
Andreas Panzeri
 
 
 
Eine Stadt im Siegestaumel  
Die dynamischen Möglichkeiten der Kommunikation
hat Numéro 10 auch rund um die Siegesfeier des Benetton Freiburg Olympic Basketball Club zum Spielen gebracht. Als dieser Club den Schweizer Cup gewonnen hatte, sollte das Ereignis auch breiten Kreisen der Bevölkerung bekanntgemacht werden.  
In einer Guerillaaktion
überklebte Numéro 10 am Montag nach dem Cupsieg wichtige Strassenschilder mit den Namen der Basketballspieler. Das Denkmal des Père Girard wurde mit einem Trikot des Clubs eingekleidet, ebenso wurden solche Trikots auf Wäscheleinen über den Strassen aufgehängt. Alles war natürlich illegal, hat aber bei der Bevölkerung trotzdem für viel sympathisches Aufsehen gesorgt. (pan)

CBS Corporation übernimmt Last.fm

Nach der milliardenschweren US-Akquisitionswelle im Onlinebereich zieht man in Europa nach: Die CBS Corporation kauft die Social Community Seite Last.fm für etwa 300 Mio. Dollar. Damit hat die CBS Corporation die bisher grösste Web. 2.0-Investition auf dem alten Kontinent getätigt. Mit dem Erwerb will CBS seine Online-Reichweite erhöhen.

 Nach der milliardenschweren US-Akquisitionswelle im Onlinebereich zieht man in Europa nach: Die CBS Corporation kauft die Social Community Seite Last.fm für etwa 300 Mio. Dollar. Damit hat die CBS Corporation die bisher grösste Web. 2.0-Investition auf dem alten Kontinent getätigt. Mit dem Erwerb will CBS seine Online-Reichweite erhöhen.  
Mit über 20 Mio. Nutzern in über 230 Ländern ist Last.fm die grösste Social Community zum Thema Musik. Entsprechend euphorisch ist bei CBS: «Das Last.fm-Management versteht es hervorragend, das Gleichgewicht zwischen Wachstum, eingeschworener Community und Montarisierungspotentialen zu halten.» Es wurde vereinbart, dass die Gründer von Last.fm, der Deutsche Felix Miller, der Österreicher Martin Stiksel und der Engländer Richard Jones das Netzwerk weiter leiten. Gemäss Presseportal teilen die Partner die Vision von intelligenten, personalisierten Medienangeboten und Social Networking. Felix Miller: «Zusammen werden wir den Menschen eine neue Art des Medienkonsums in den Bereichen News, Sport und Unterhaltung anbieten.»
 
Seit 2002 bringt Last.fm Hörer, Künstler und Musik zusammen. Auf ihren iPods, itunes, winamp und 50 weiteren Playern können die Nutzer ihre Lieblingsmusik hören und mit der Last.fm-Software «scrobbeln»: Mithilfe der eigenen Songsammlung wird ein persönliches Musikprofil erstellt, welches eigene Charts, individualisierte Radiostationen, Musik- und Konzertempfehlungen enthält. Zudem sucht Last.fm aufgrund dieser Benutzerprofile nach musikalisch gleich Gesinnten und bietet seinen Benutzern die Möglichkeit, Freunde hinzuzufügen und Gruppen zu gründen, in denen sich Nutzer mit gleichen musikalischen Interessen zusammenfinden können.

Bereit für Tells Geschoss

Karten Map Link wird von der Agentur Hochspannung in Tells Manier beworben.

Karten Map Link wird von der Agentur Hochspannung in Tells Manier beworben. Um die Werbeplattform Map Link von search.ch zu bewerben, beauftragte die Schweizer Suchmaschine die Werbeagentur Hochspannung damit, eine landesweite Inserate-kampagne zu entwickeln. Für die Zürcher Kreativen war die Quelle der Inspiration die rote-weisse Zielscheibe, die auf dem Internetportal map.search.ch die Standorte von Unternehmen und Geschäften markiert.  
Die bezahlten Anzeigen erscheinen immer dann, wenn man in der Nähe des Eintrags etwas sucht. Dieses Angebot richtet sich an KMU, die auf sich aufmerksam machen möchten. Damit die Botschaft auch visuell auf Anhieb herüberkommt, wurden die auffallenden Zielscheiben entsprechend gross in der realen Welt in Szene gesetzt, was traditionsverbundene Militaristen vermutlich nur in den Inseraten akzeptieren. Die Sujets sind seit Anfang Mai landesweit im Einsatz.
 
Christian Lüscher

Plakate für die Nase

Plakate II Die APG-Niederlassung Aarau will dem herkömmlichen Plakat eine weitere Wahrnehmungsdimension erschliessen.

Plakate II Die APG-Niederlassung Aarau will dem herkömmlichen Plakat eine weitere Wahrnehmungsdimension erschliessen. Im Rahmen eines Innovationsprojekts der Affichage zielt das Tochterunternehmen des Aussenwerbe- Spezialisten Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) neben unseren Augen derzeit auf einen weiteren Sinn ab: den Geruchssinn. An zehn ausgewählten Standorten in Aarau und auch in Zürcher Bahnhöfen ausgehängten «Duftplakaten» wird derzeit die Akzeptanz dieser aktiv oder passiv Duft verströmenden Werbemittel untersucht.  
Der am 21. Mai gestartete Pilotversuch ist aus einer Partnerschaft mit und durch Initative vom zur Galencia-Gruppe gehörenden Unternehmen Vifor hervorgegangen. Getestet wird daher die Akzeptanz des Vifor-Produkts Perskindol. «Dieses bei Muskel- und Gelenkbeschwerden anzuwendende Gel ist vermutlich allen sportlich Aktiven bekannt – ebenso dessen Geruch», erklärt Alexandra Schär, bei Vifor für das Marketing verantwortlich. Sie ergänzt, dass dieser Vorstoss unter anderem mit dem veränderten Arzneimittelgesetz zusammenhänge, das nun verbiete, wie früher Produktmuster abzugeben: «Aussenwerbung und nun der Test der Duftplakate sind Teil einer auf Grund dieser veränderten Bedingungen angepassten Strategie.»
 
Zwei Techniken – ein Duft Insgesamt möchte, so denn aus dem derzeit lancierten Projekt einmal ein fest angebotenes Produkt daraus erwächst, die Affichage zwei Varianten anbieten. Zum einen einen mehr klassischen Ansatz: Wenn Passanten auf vorzugsweise markierten oder hervorgehobenen Stellen auf dem Plakat rubbeln, verströmt das Plakat den vom Auftraggeber beabsichtigten Duft. Für das Auftragen des Dufts auf die ansonsten ganz normalen Plakate ist die mit dem Plakatdruck vertraute Hutter Werbeproduktion AG in Wohlen besorgt, die sich insgesamt mit der Herstellung des auch Rubbelplakat genannten Mediums spezielles Know-how angeeignet hat. Dazu wird ein Duft einer Marke oder eines Produkts mittels eines in Mikroperlen eingegossenen Konzentrats auf das Sujet aufgetragen bzw. aufgedruckt.
 
Auf deutlich mehr Technik setzt die zweite Version. Ein eigens in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordostschweiz als weiterem Partner entwickelter, auf den Plakatflächen montierter Duftapparat verströmt in zu definierenden Zeitabständen die gewünschte bzw. eingefüllte Duftkomposition. «Der im Pilotprojekt verwendete Apparat kann später auch ganz anders aussehen oder», so Bernhard Schnyder, Key Account Berater bei der APG, «er lässt sich auch in den Plakatrahmen integrieren.»
 
Pilotversuch mit unklarem Ausgang Schnyder, der Projektleiter des Pilotprojekts, ist gespannt auf die Auswertungen, die ebenfalls die Fachhochschule Nordostschweiz durchführt. Er verspricht sich viel vom Projekt, weiss aber auch, dass die Olfaktorik, die «Riechwahrnehmung», ein noch wenig erforschtes Gebiet ist und sich das Projekt damit auf unsicherem Terrain bewegt.
 
Wer weiss, vielleicht leisten die Studenten der FH hier Basisarbeit. Sie führen seit dem Aufstellen der ersten Duftplakate am 21. Mai eine Marktforschung durch. In insgesamt 300 Face-to-Face-Interviews soll die Akzeptanz sowohl der Rubbelplakate als auch der mit dem Duftapparat versehenen Plakate unter Zuhilfenahme eines strukturierten Fragebogens ermittelt werden.
 
Zu den Kosten geben sich die APG-Verantwortlichen noch etwas bedeckt. Während der Aufpreis für 100 Duftplakate mit gegen 4000 Franken zu Buche schlägt, kann, so Schnyder, «zu den Kosten für die Installierung und den Unterhalt eines Duftkastens beziehungsweise mehrerer Duftkästen erst nach der Auswertung des Prototyps mehr gesagt werden».
 
Für Bernhard Schnyder erheblich wichtiger als der Erfolg des Projekts ist der Umstand, dass der von der Affichage initiierte Pilotversuch dem Image des Plakats auf keinen Fall schaden darf. «Sollten die Resultate der Befragung keine Erfolge zeigen, werden wir das Pilotprojekt einfach wieder abbrechen», erklärt Schnyder lakonisch.
 
Das wäre schade. Denn wenn die Duftplakate sorgfältig und sparsam eingesetzt werden, dann stellen diese doch eine Bereicherung in der Aussenwerbung dar. Was natürlich reine «Geschmackssache» ist.
 
Jürgen Franck
 
 
Die Partner 
Initiant war ein Kunde:
Das zur Galencia-Gruppe gehörende Unternehmen Vifor suchte nach neuen Wegen, um auf deren Produkt Perskindol aufmerksam zu machen. Als Ziel des «multisensualen Marketingkonzepts» soll sich deren Gel besser in den Köpfen der Konsumenten verankern.  
Die Projektleitung
und die Koordination oblag der APG-Niederlassung in Aarau. 
Gedruckt hat die Duftplakate
die Hutter Werbeproduktion AG in Wohlen. Dort werden mit einem speziellen Druckverfahren die in Mikroperlen eingegossenen Duftsubstanzen aufgetragen.  
Last but not least
hat die Fachhochschule Nordwestschweiz in Zusammenarbeit mit der APG den Duftapparat entwickelt und führt derzeit noch die insgesamt 300 Erhebungen durch.  
Erhoben werden soll,
wie vielen Passanten welcher der beiden Plakattypen aufgefallen ist, welchen Sympathiewert sie den Plakaten entgegenbringen. Weiter wird die grundsätzliche Einstellung zu Duftplakaten ermittelt. (jf)

Reicht gute Absicht?

Kolumne Starke Marken tun manchmal Gutes und verändern die Welt, doch:

Kolumne Starke Marken tun manchmal Gutes und verändern die Welt, doch:Microsoft hat in den letzten Jahrzehnten unsere Welt fundamental verändert: unsere Arbeitsweisen, unser Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsverhalten und nicht zuletzt unser soziales Zusammenleben. Die Marke wurde zu einer der wertvollsten der Welt. Ihren Gründer hat dieser Markenerfolg zum reichsten Mann der Welt gemacht. Dieser angehäufte Reichtum macht sich nun daran, die globale Landschaft im Gesundheitssektor massiv zu verändern. Und zwar steuerbegünstigt: Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung ist – gemessen am jährlichen Ausgabenvolumen und beispielsweise im Vergleich mit der Weltgesundheitsorganisation – zum wichtigsten und einflussreichsten Akteur im Gesundheitssektor dieser Welt geworden.  
Adäquat beschreibt Michael Schrage in der Financial Times die aktuelle Welle der Stiftungsgründungen als epochale «tax-supported ambitions to change the world». Er verweist darauf, dass diese philanthropischen Institutionen ihre Milliarden dafür ausgeben, die Arbeit und die Ergebnisse üblicherweise zuständiger öffentlicher Politikeinrichtungen zu verändern. Sie agieren damit nicht mehr bescheiden und ergänzend im Schatten politischer Einrichtungen wie Parteien, Parlamente, Behörden, Regierungen und internationale Institutionen. Sie werden zu deren Rivalen und Wettbewerbern. Die Gates-Stiftung entscheidet in umfassenderem Ausmass und mit einschneidenderer Wirkung als die eigentlich dafür zuständige Einrichtung der Vereinten Nationen darüber, welche Krankheiten weltweit bekämpfenswert erscheinen. Schrage fasst dies prägnant als «philanthrophic imperialism» zusammen und vermisst korrekterweise die entsprechenden demokratischen Kontrollmechanismen.
 
Historische Betrachtungen machen klar, dass dieser altruistisch getriebene Veränderungswille sehr weit zurückreicht und dass Stiftungsgründungen in grösseren Wellen die Entwicklung der modernen Welt immer begleitet haben. In der Entwicklung unserer aktuellen Gesellschaften sehr präsent sind die Institutionen aus der letzten dieser grossen Gründungswellen um den vorletzten Jahrhundertwechsel – verbunden beispielsweise mit Namen wie Ford, Carnegie oder Guggenheim. An der aktuellen Gründungswelle scheinen einige Aspekte jenseits der historischen Kontinuitäten dennoch bemerkenswert.
 
Der Politologe Herfried Münkler erinnert daran, dass Stiftungen auch als «Diktat der toten Hand» verstanden werden können. Die Stifter reizt traditionell am Instrument der Stiftung neben steuerlichen Aspekten vor allem die Tatsache, dass ihr Wille so über ihren Tod hinaus als einflussreich fixiert werden kann. Stiftungsaktivitäten lassen sich, um es einmal so auszudrücken, auch aus dem Jenseits noch durch ihre Stifter steuern.
 
Dies scheint für Bill Gates eher sekundär. Explizit verweist er immer wieder darauf, dass er das Instrument durchaus noch im Diesseits weltverbessernd nutzen möchte. Er glaubt an seine Gestaltungskraft hier und heute. Für ihn ist die Stiftung der Weg, um überlegenes unternehmerisches Handeln für mehr Effizienz und mehr Effektivität ganz aktuell weltverändernd einzusetzen. Er setzt das Gestaltungspotenzial als Stiftungschef über dasjenige des Unternehmenschefs und tritt als letzterer zu einem Zeitpunkt nicht einmal in der Nähe des Ruhestandsalters zurück.
 
Als Unternehmenschef hat Bill Gates die wertschaffende Funktion der Marke erkannt und genutzt. Mit seinem Namen verbindet sich eine der wertvollsten Marken der Welt. Nun setzt er diesen geschaffenen Wert ein, um mit seinem Namen eine der bedeutendsten Einrichtungen unserer Zeit zu erschaffen. Auch so verändern Marken die Welt.
 
Jürgen Häusler ist CEO der Gruppe Interbrand, Zintzmeier und Lux in Zürich sowie Honorarprofessor an der Universität Leipzig.
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