Neue Marketingdirektorin bei Richemont

Piet Beyers, der Marketingdirektor des Genfer Luxuskonzerns Richemont, verlässt das Unternehmen. Er geht Ende Juni in Pension. Neue Marketing-Chefin wird Anne Dellière, die seit 2003 mit Beyers zusammenarbeitet.

Piet Beyers, der Marketingdirektor des Genfer Luxuskonzerns Richemont, verlässt das Unternehmen. Er geht Ende Juni in Pension und tritt dann von ebenfalls als Mitglied der Geschäftsleitung zurück. Beyers hatte seine Position seit dem Jahr 2000 inne. Neue Marketing-Chefin wird Anne Dellière, die seit 2003 mit Beyers zusammenarbeitet. In der Geschäftsleitung dagegen wird der gebürtige Südafrikaner nicht ersetzt, wie Richemont am Montag mitteilte.

Startbahnwest wirbt für Wander

Die Firma Wander geht mit ihren Viomalt-Produkten stahlhart gegen Eisenmangel vor. Um ihre natürliche Mittel bekannt zu machen, lässt Wander die Kreativschmiede von Startbahnwest walten.

Die Firma Wander geht mit ihren Viomalt-Produkten stahlhart gegen Eisenmangel vor. Um ihre natürliche Mittel bekannt zu machen, lässt Wander die Kreativschmiede von Startbahnwest walten.Neue Anzeigen sollen Viomalt-Fläschchen an den Mann bringen.  Die Produkte aus dem Haus Wander gibt es in vier Sorten. Vor allem Viomalt Eisen sollte laut Medienmitteilung beworben und bekannter werden. Die Zürcher Agentur Startbahnwest hat die Natürlichkeit des Produktes durch die reduzierte Bildsprache der Anzeigen hervorgehoben.
Die erste Anzeige erscheint im kommenden Beauty & Lifestyle, einem Magazin von Coop.

Zu guter Letzt: J.-P. Love wird abgehört

Am Montag erreichte die Werbewoche eine Medienmitteilung mit dem Titel «Unglaublich! Lausch-Angriff auf J.-P. Love». Doch wer eine Schnüffelaktion im Stil der Fichenaffäre wittert, liegt ganz falsch.

Am Montag erreichte die Werbewoche eine Medienmitteilung mit dem Titel «Unglaublich! Lausch-Angriff auf J.-P. Love». Da schwante der Redaktion schon Böses: Sind die prüden Zeiten zurück, als das ausschweifende Sexualleben eines Pornostars reichte, um vom Staatsschutz in eine Kartei eingetragen zu werden? Doch wer eine Schnüffelaktion im Stil der Fichenaffäre witterte, lag ganz falsch. Der Sender U1 TV verkabelt nämlich seinen langhaarigen Moderator selbst. Gegen eine Gebühr von 50 Rappen pro Minute und 1.50 Franken pro Anruf kann jeder mithören, was Love gerade treibt. Der Pressetext verspricht, dass man via Telefonhörer rund um die Uhr am Leben des Pornodarstellers teilnehmen kann: «J.-P. Love ist 24 Stunden abhörbar, sei er gerade auf einem Pornodreh, mit seiner Mutter am Kaffee trinken oder in einer pikanten Situation mit einer Gespielin (oder gar Gespiele?)». Und die Freude ist nicht von kurzer Dauer: «J.-P. Love soll voraussichtlich für ein ganzes Jahr kein privates Gespräch mehr führen können!» U1 TV hofft, dass Love für eine Menge Gesprächsstoff sorgen wird.
Der poppende Mime brachte den Blätterwald in den letzten Wochen immerhin schon ein paar Mal zum Rauschen. Und zwar wegen seinem angeblichen Skandalvideo mit Baschi, der Nation liebstem Ex-Castingshowkandidaten. Fraglich bleibt einzig, ob Love nicht schon so sehr «News von gestern» ist, dass man damit nicht mal mehr das peinliche Schweigen während der Liftfahrt mit dem Chef überbrücken kann.

Neuer Award für studentische Werbe-Genies

Die Werbeagentur Contexta verleiht zusammen mit der Universität Bern und den Basler Versicherungen erstmals den Advertising Talent Award. Dabei werden die besten Kommunikationskonzepte von Studierenden des Berner Instituts für Marketing und Unternehmensführung prämiert.

Die Werbeagentur Contexta verleiht zusammen mit der Universität Bern und den Basler Versicherungen erstmals den Advertising Talent Award. Dabei werden die besten Kommunikationskonzepte von Studierenden des Berner Instituts für Marketing und Unternehmensführung prämiert.Das in der Vorlesung vermittelte Wissen kann man laut Medienmitteilung der Contexta und der Uni Bern auch vor Studiumsabschluss in die Praxis umsetzen. Bewiesen haben es Studierende des Berner Instituts für Marketing und Unternehmensführung. Im Rahmen des neu erschaffenen Advertising Talent Awards entwarfen sie Konzepte zur Gewinnung junger Zielgruppen für die Basler Versicherungen. Dabei arbeiteten die Studierenden als Junior-Kommunikationsagenturen.
Profitieren tun wohl alle. Die Werbeagentur Contexta kann ein Auge auf zukünftige Werbetalente werfen und sich von deren Ideen inspirieren lassen. Die Basler Versicherungen ihrerseits lassen sich den Zugang zu jungen Zielgruppen dank ebendiesen erschliessen. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit erhalten, unter realistischen Agentur-Bedingungen zu arbeiten.
Die Gewinner vom Advertising Talent Award wurden zum ersten Mal am 8. Juni ausgezeichnet. Die Jury bestand aus leitenden Führungskräften der Contexta, der Basler Versicherungen und des Instituts für Marketing und Unternehmensführung der Uni Bern.

SFLB bringt die Schweiz ins Ausland

Die Schweiz wirbt neuerdings mit «Entdecke das Plus» im Ausland. In der neuen Standortmarketing-Kampagne preist die Zürcher Agentur Spillmann/Felser/Leo Burnett die Vielfalt des kleinen Landes mit dem Plus auf der Flagge an.

Die Schweiz wirbt neuerdings mit «Entdecke das Plus» im Ausland. In der neuen Standortmarketing-Kampagne preist die Zürcher Agentur Spillmann/Felser/Leo Burnett die Vielfalt des kleinen Landes mit dem Plus auf der Flagge an.Nachdem der Claim «Entdecke das Plus» festgelegt wurde, galt es, ihn mit Inhalt zu füllen. So kreierte SFLB verschiedene Anzeigen, die bereits jetzt in Deutschland, England, Frankreich, Italien, Holland, Russland und Spanien zu sehen sind. Laut Pressemitteilung wird die Schweiz darin als interessanter Standort für internationale Unternehmen, als vielfältiges Ferienland, als Plattform für Forschung und Bildung sowie als sicherer und schöner Lebensstandort dargestellt. Werte und Eigenschaften, wofür die moderne und traditionelle Schweiz der vier Kulturen stehen und welche das Land einzigartig machen würden.
Die Anzeigensujets präsentieren die Schweiz von ihrer besten Seite. So wirbt die Schweiz ab sofort mit johlenden Schweizer Fussballfans für Neutralität, mit einem Mikroskopbild für Grösse, mit dem Heidi für Prominenz oder mit dem Matterhorn für Stabilität. Ab Juni 2007 werben die Sujets in der ausländischen Presse und auf Switzerland.com für die Schweiz. Und sind zu sehen auf der Roadshow des Schweizerkreuzes, welcher die wichtigen europäischen Städte besucht.

Maxomedia ist dank Swissquote im Hoch

Die Crossmedia-Kommunikationsagentur Maxomedia hat sich das Mandat von Swissquote gesichert. Sie setzte sich gegen drei Mitbewerber durch und wird künftig für alle Werbemassnahmen des Online-Traders verantwortlich sein.

Die Crossmedia-Kommunikationsagentur Maxomedia hat sich das Werbemandat für Swissquote gesichert. Maxomedia setzte sich gegen drei Mitbewerber durch und wird künftig für alle Werbemassnahmen des Online-Traders verantwortlich sein. In der Präsentation überzeugte die Agentur laut Medienmitteilung mit einer Auswahl an Promotions- und Kampagnenvorschlägen, die alle Werbekanäle nutzen, sich online einsetzen lassen und auf unterschiedliche Zielgruppen abgestimmt werden können. Erste Arbeiten für den neuen Kunden werden im Juli zu sehen sein.

Mitlinks konzipiert Feinkost-Website

Die Zürcher Agentur Mitlinks realisierte für den Bio-Feinkostladen Yanick + Fée die visuelle Umsetzung des Corporate Designs der Website.

Die Zürcher Agentur Mitlinks realisierte für den Bio-Feinkostladen Yanick + Fée die visuelle Umsetzung des Corporate Designs der Website.Der Bio-Feinkostladen Yanick + Fée liess sein Internet-Auftritt laut Medienmitteilung von Mitlinks gestalten. Auf der Flash-Website finden die Besucher Informationen über das Schweizer Unternehmen, die Marke und das Bio-Sortiment. Die Bio-Produkte sind ab September 2007 im gehobenen Einzelhandel im gesamten deutschsprachigen Raum erhältlich.

Walker-Werbung wandert aus

Die Kampagne für Amnesty International ist ein Hit. Die Agentur Walker konnte für ihre Arbeit nicht nur zahlreiche Preise abräumen, sondern ist nun auch von AI Dänemark mit einer entsprechenden Adaption beauftragt worden.

Die Kampagne für Amnesty International ist ein Hit. Die Agentur Walker konnte für ihre Arbeit nicht nur zahlreiche Preise abräumen, sondern ist nun auch von AI Dänemark mit einer entsprechenden Adaption beauftragt worden.«Nicht hier, aber jetzt» heisst es auf den wirkungsvollen Plakaten, welche die Zürcher Werbeagentur Walker im Auftrag von Amnesty International konzipierte. Die Kampagne sorgte für eine Verzwanzigfachung der Amnesty-Webpage-Besucher. Auch der dänischen Kampagnenchefin fiel sie auf. Daraufhin beauftragte diese Walker laut Pressemitteilung sogar mit einer Adaption der Kampagne.
Ab 25. Juli werden die «Nicht hier, aber jetzt»-Plakate in den fünf grössten Städten Dänemarks ihre Wirkung entfalten. Ursprünglich hatte Walker Torturszenen im urbanen, schweizerischen Umfeld inszeniert, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die stete Einsetzung der Folter zu lenken. Für die dänische Kampagne reiste Federico Naef, der bereits die Schweizer Kampagne fotografierte, mit seiner Kamera bis nach Skandinavien.
Zurzeit wird auch eine Adaption für den amerikanischen Markt in Erwägung gezogen.

Metadesign-Bericht nominiert

Beim Best of Corporate Publishing 2007, dem grössten europäischen Wettbewerb für Unternehmenskommunikation, wurde die Agentur Metadesign für den Geschäftsbericht der Espace Media Group nominiert.

Beim Best of Corporate Publishing 2007, dem grössten europäischen Wettbewerb für Unternehmenskommunikation, wurde die Agentur Metadesign für den Geschäftsbericht der Espace Media Group nominiert.Fast 600 Arbeiten wurden beim Best of Corporate Publishing 2007 eingereicht, mehr als je zuvor. Das nominierte Projekt, das Metadesign für die Espace Media Group gestaltete, wurde laut Pressemitteilung zum ungewohnten, neugierig machenden, aber doch verlagsadäquaten Geschäftsbericht. Der Leitgedanke ist, die spezielle Rolle des Verlagshauses darzustellen, welche dieses mit seinen Medien in der Gesellschaft allgemein und speziell im Schweizer Mittelland spielt.
Studenten der Hochschule der Künste Bern hatten sich in einem Wettbewerb mit diesem Thema auseinandergesetzt. Die besten Entwürfe wurden in einem gekennzeichneten Teil des Geschäftsberichtes aufgenommen. Dadurch wurde das Kernthema des Verlags, den Umgang mit Informationen, kritisch beleuchtet und dadurch ganz anders darstellt. Für die Studenten war es eine Möglichkeit, ihre Arbeiten einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Die Gewinner des Best of Corporate Publishing 2007 werden am 27. Juni beim Kongress «Print meets Digital: Corporate-Publishing-Medien für das 21. Jahrhundert» in München bekannt gegeben. Insgesamt werden 27 Awards vergeben in Kategorien wie Business-to-Business, Electronic Publishing, Druckinnovation oder Recyclingpapier.

GAV zwischen SSM und Radio Top beschlossen

Der Winterthurer Sender Radio Top schliesst mit dem Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) einen Firmenvertrag ab. Dabei handelt es sich um den ersten Gesamtarbeitsvertrag (GAV) in der privaten elektronischen Medienbranche der Schweiz. Die Verhandlungen für den Vertrag haben zwei Jahre gedauert.

Der Winterthurer Sender Radio Top schliesst mit dem Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) einen Firmenvertrag ab. Dabei handle es sich um den ersten Gesamtarbeitsvertrag (GAV) in der privaten elektronischen Medienbranche der Schweiz, schreiben die beiden Vertragspartner am Montag in einem Communiqué. Der GAV tritt per 1. Januar 2008 in Kraft und betrifft die rund 45 Angestellten des Sender sowie die Praktikanten und Auszubildenden. Er regelt unter anderem die maximale Praktikumsdauer, die Arbeitszeiterfassung, schreibt Mindestlöhne fest, vergütet das Copyright der JournalistInnen, garantiert einen 13. Monatslohn sowie eine grosszügige Ferien- und Urlaubsregelung.
Die Verhandlungen für den Vertrag haben zwei Jahre gedauert. Am vergangenen Donnerstag hatte die Belegschaft des Privat-Radios Top in Winterthur einstimmig dem Vertrag zugestimmt. Am Freitag zog der Verwaltungsrat von Radio Top nach.
Die Gewerkschaft SSM will damit zusammen mit Radio Top ein klares Signal zu Gunsten der Angestellten setzen und sich gegen prekäre Arbeitsbedingungen in der privaten Medienbranche stellen. Der Vertrag zeige, dass es trotz grossem wirtschaftlichen Drucks möglich sei, faire und gerechte Arbeitsbedingungen zu garantieren.
Leider würden in der Medienbranche prekäre Arbeitsbedingungen zunehmen, heisst es in der Mitteilung weiter. Speziell im Bereich der Praktikums- oder Volontariatsstellen seien grosse Ungerechtigkeiten vorhanden. Der Vertrag bei Radio Top soll laut der Gewerkschaft ein Signal sein, damit in der Branche der privaten elektronischen Medien eine aktive Sozialpartnerschaft entsteht und faire und respektvolle Arbeitsbedingungen für die Angestellten garantiert werden.

Net-Metrix-Profile macht Profile von Surfern sichtbar

Die Forschungsfirma Net-Metrix hat erstmals die Daten der Studie Net-Metrix-Profile veröffentlicht. Mit der Studie lassen sich die Nutzerprofile von einzelnen Websites detailliert beschreiben. 44 Websites bzw. Websitekombinationen und 74 Unterrubriken nahmen an der Studie teil. Vorne liegen Bluewin, Search.ch, Blick Online, Sf.tv und 20minuten.ch.

Die Forschungsfirma Net-Metrix hat erstmals die Daten der Studie Net-Metrix-Profile veröffentlicht. Mit der Studie lassen sich die Nutzerprofile von einzelnen Websites detailliert beschreiben. 44 Websites bzw. Websitekombinationen und 74 Unterrubriken nahmen an der Studie teil. Vorne liegen Bluewin, Search.ch, Blick Online, Sf.tv und 20minuten.ch. In der Studie werden so genannte Unique Users gemessen. Dieser Wert gibt an, wie viele Personen eine Website in einem bestimmten Zeitraum nutzen. Bluewin verzeichnete im Untersuchungszeitraum Oktober bis Dezember 2006 pro Monat 1’782’000 Unique User. Search.ch kam auf 1’176’000 Unique User. Die drittplatzierte Website, Blick Online, verzeichnete mit 548’000 Unique Usern deutlich weniger Besucher. Sf.tv erreichte 502’000 und 20minuten.ch 480’000 Unique User. Auf den Plätzen sechs bis zehn folgen NZZ Online, Tagesanzeiger.ch, Tsr.ch, Espace.ch und Teletext.ch.
Die Daten basieren auf einer vollständigen technischen Messung und auf Befragungsdaten. Durch diese Kombination von unterschiedlichen Erhebungsmethoden könne eine neue Qualität punkto Aussagekraft und Zuverlässigkeit der publizierten Daten erzielt werden, schreibt Net-Metrix in einem Communiqué. Zusätzlich kann eine Reihe von Zielgruppeninformationen ausgewertet werden, um die Nutzer einer bestimmten Website detailliert zu beschreiben. Dafür stehen insgesamt 35 verschiedene Kategorien zu den Themen Soziodemografie, Internetnutzungsgewohnheiten und Themeninteressen zur Verfügung. Die umfassenden Reichweiten- und Zielgruppeninformationen sollen den Betreibern für die Vermarktung ihrer Websites und für strategische Analysen zur Positionierung der eigenen Website im Nutzermarkt dienlich sein.
In die Studie Net-Metrix-Profile fliessen die Messdaten aus der Webstatistik Net-Metrix-Audit als Basis für die neuen Leistungswerte ein. Net-Metrix-Audit erhebt aber nicht die Anzahl der einzelnen Nutzer, sondern der Computer (Unique Clients), über die eine Website aufgerufen wird, sowie die Zahl der Visits (Besuche) auf einer Website. Die Menge der Rechner kann nicht mit jener der Besucher gleichgesetzt werden. Deshalb schätzt Net-Metrix aufgrund der Unique Clients in einem komplexen Auswertungsprozess die Anzahl der Unique Users ab. Die Messdaten werden um Befragungsdaten ergänzt, die in einer Onlinebefragung und einer telefonischen Befragung erhoben werden. Durch den Einbezug der Messdaten ist es möglich, zuverlässige Reichweiten nicht nur für Websites, sondern auch für thematische Unterrubriken zu erheben.
Die Studie Net-Metrix-Profile erscheint zweimal im Jahr. Die Datenerhebung für die zweite Studienwelle 2007 wird Ende Juni abgeschlossen. Die Resultate dieser zweiten Studienwelle werden im Herbst 2007 publiziert.

«Die Preise werden sinken»

Am Montag erschien zum ersten Mal die Internet-Studie Net-Metrix-Profile. Projektleiterin Christine Diemand erklärte der Werbewoche, weshalb die Preise für die Studie sinken werden, warum Google nicht dabei ist und aus welchem Grund es zwei Studien braucht, um die Anzahl User abzuschätzen.

Am Montag erschien zum ersten Mal die Studie Net-Metrix-Profile. Sie gibt Auskunft über die Anzahl der Besucher auf den untersuchten 44 Websites und liefert soziodemografische Angaben zu diesen Usern. Die Geburt der neuen Internetforschung, die aus den Vorgängerstudien der Wemf und der SRG hervorging, war keine ganz leichte. Die Websitenbetreiber äusserten unter anderem an den Kosten des vier Module umfassenden Gesamtmodells Kritik. Nun allerdings scheint es mit den einzelnen Forschungsmodulen vorwärts zu gehen – zumindest, was die beiden Module Net-Metrix-Audit und –Profile angeht. Wie Christine Diemand, Projektleiterin Net-Metrix-Profile, gegenüber der Werbewoche sagte, haben sich für die zweite Welle der Studie schon mehr Sites angemeldet als für die erste. «Wir arbeiten mit Net-Metrix-Profile bereits kostendeckend. Da sich nun mehr Websites beteiligen werden, können wir die Preise ab 2008 senken.»
Ein grosser Player in Sachen Internetwerbung fehlt in der Studie: Google. Laut Diemand richtet sich die Untersuchung schwerpunktmässig an die Betreiber von klassischer Online-Werbung: «Google hat bereits sehr viele Informationen über das Profil der eigenen Nutzer und wendet eine andere Form der Online-Vermarktung an.» Deshalb ist die Suchmaschine bei Net-Metrix nicht mit an Bord.
Die Audit- und die Profile-Studie erheben unterschiedliche Werte: Audit misst die Anzahl Rechner und Visits, Profile die einzelnen Besucher. Net-Metrix hat stets betont, dass von den Clients, also den Rechnern, nicht direkt auf die einzelnen Personen (User) geschlossen werden kann. Zudem liegen aus der Messstatistik keine Zielgruppeninformationen über die Website-User vor. Deshalb seien zwei Studien nötig.
In beiden Studien sind die Top Fünf aber sehr ähnlich. Zu erklären ist das laut Diemand damit, dass Websites, die von vielen Rechnern abgerufen werden, meist auch viele Nutzer generieren. Es gibt jedoch auch Unterschiede: Während Sf.tv es mit Platz sechs in Net-Metrix-Audit nicht unter die fünf meistabgerufenen Seiten schafft, steht die Fernseh-Site bei den Usern pro Monat auf Platz vier.
«Die Zahl der User ist nicht direkt messbar wie jene der Rechner. Wir schätzen sie aufgrund der erhobenen Daten aus der Onsite-Befragung zu den Internetnutzungsgewohnheiten der Websitenutzer ab. Ausgangsbasis für die Ermittlung der User sind die gemessenen Rechner (Clients). Wenn eine Website mehrheitlich nur an einem Ort – beispielsweise zuhause – abgerufen wird, resultiert im Umrechnungsverfahren ein höheres User-Client-Verhältnis, als wenn eine Website von ihren Nutzern von vielen Standorten aus regelmässig genutzt wird und somit mehr Rechner (Clients) pro User gezählt werden», erklärte Diemand.

get_footer();