Mobile Radio Mobile Radio steigert die Aufmerksamkeit und fördert den Dialog mit Kunden und Mitarbeitern. Mit dem neuen 2007 Office-System hat Microsoft den grössten Launch in der Firmengeschichte vollzogen. Für den Software-Riesen war dies Anlass genug, mit einem neuen Dialogkanal für seinen Vertrieb zu starten. Im Zwei-Wochen-Rhythmus erhalten seit Anfang Mai rund 250 Aussendienst-mitarbeiter und -partner eine Radiosendung auf ihr Mobiltelefon. Die marketingstrategischen Ziele sind klar umrissen: Umsatzsteigerung, Partnerbindung, Vertriebsmotivation und Wissensmanagement. Persönlicher kann ein Informationsmedium kaum sein: Per SMS erhalten die Hörer einen Link zur Sendung. Durch Abrufen der SMS und per Tastendruck lässt sich die Sendung vom Handy aus abhören. Die Inhalte zielen darauf ab, den Verkauf beim täglichen Geschäft zu unterstützen. In Interviews erläutern Experten die neuen Produkte-Features, geben Hintergrundinformationen zu Umsatzentwicklungen, Anwendungsszenarien und Wettbewerbsprodukten. Zusätzlich erhalten die Hörer Neuigkeiten über aktuelle Kundenprojekte, Praxisbeispiele sowie nützliche Verkaufsargumente. Einzelne Bausteine der Sendung variieren je nach Empfänger. Mit Hilfe einer vorher festgelegten Whitelist kann das System beim Abrufen der SMS prüfen, wer anruft. «Betriebsinterne Informationen, etwa Details über Absatzzahlen, wollen wir nur intern kommunizieren», erklärt Katherine Heumos, bei Microsoft für Corporate-Publishing-Projekte zuständig. «Wir können so gezielt Interviewpartner auswählen, die entweder intern oder extern stärker bekannt sind», so Heumos weiter. Entscheidend ist, dass jeder die Nachrichten bekommt, die für sein tägliches Geschäft am interessantesten sind. Der Praxisnutzen der Sendung steht nämlich im Vordergrund.
Das Handyradio eröffnet neue Wege in der KommunikationEin besonderes Augenmerk liegt auf dem Dialog. Um die Mitarbeiter- und Kundenbindung zu fördern, wird der Hörer aktiv ins Sendekonzept eingebunden: Per Tastatur kann er über einzelne Beiträge abstimmen, mittels Aufsprache hat er die Möglichkeit, Verbesserungs- und Themenvorschläge an die Redaktion zu senden. «Diese Möglichkeit wird rege genutzt und stellt für uns ein wichtiges Feedback-Instrument dar», berichtet Heumos. Umfangreiche Analysen sorgen zusätzlich für Transparenz: Statistiken erfassen, wie viele Hörer angerufen haben und wie lange einzelne Beiträge durchschnittlich gehört wurden. Bei konkreten Fragen kann sich der Anrufer auch direkt mit dem entsprechenden Experten verbinden lassen.
Die Vorteile des Handyradios gegenüber klassischen Kommunikationsmedien liegen auf der Hand: Es ist lebendig und daher authentisch, interaktiv, überall verfügbar, messbar und exklusiv. Die Whitelist stellt sicher, dass die Informationen nicht in falsche Hände gelangen. Vorab werden die Telefonnummern der gewünschten Adressaten auf dem Server gespeichert. In dem Moment, in dem jemand die Nachricht abruft, wird die Nummer des Anrufertelefons mit der auf dem Server hinterlegten abgeglichen. Herrscht keine Übereinstimmung, lässt sich die Sendung nicht abhören.
Technisch sind solche Lösungen schon seit Jahren möglich, doch erst jetzt schaffen mobile Medienformen wie Handyradio, Podcasts und Vodcasts den Durchbruch. Der Corporate-Publishing-Dienstleister BurdaYukom Publishing GmbH ist hier Vorreiter. Bereits 2004 sendete der Münchner Dienstleister im Auftrag von Roland Berger die erste Radiosendung, die Berater per Mobiltelefon abhören konnten. Weitere Handyradio-Projekte realisierte BurdaYukom Publishing für Siemens Networks, heute Nokia Siemens Networks, und Fujitsu Siemens Computers.
Die Chancen solcher mobiler Dienste liegen vor allem in der Verknüpfung mit bestehenden Medien, mit dem Ziel, den Leser über den momentan für ihn am geeignetsten Kanal zu erreichen. Kunden von Fujitsu Siemens Computers beispielsweise erhalten vor Erscheinen des Magazins Impact0 ein E-Journal, das mit einem Mix aus Print-, Audio- und Videoelementen Lust auf die neue Printausgabe machen soll. Crossmediale Vernetzung wird von Verlagen und Marketern schon lange gepriesen. Doch mittlerweile ist es keine Utopie mehr, dass sich der morgendliche Handy-Nachrichtenhörer wenige Stunden später Online-Meldungen, Podcasts oder Print-Artikel zur Vertiefung zu Gemüte führen kann – sei es im Business-to-Consumer- oder im Business-to-Business-Bereich.
Das Beispiel zeigt, dass sich Corporate Publishing längst nicht mehr nur auf Printmedien beschränkt. In Kombination mit mobilen Geräten können Informationen nun jederzeit und ortsunabhängig verfügbar gemacht werden.
Handyradio – so funktioniertsPer SMS – der Inhalt entspricht der Überschrift der wichtigsten Meldung – bekommt der Empfänger den Hinweis, dass eine neue Sendung für ihn bereit steht. In der Nachricht ist eine Service-Rufnummer hinterlegt, die durch Drücken der Anruftaste automatisch angewählt wird. Nur diejenigen, deren Handynummern im Vorfeld registriert wurden, können die Nachricht auch abhören. Damit ist das Medium vor Zugriffen Unbefugter geschützt.
Sabine Pracht ist Objektleiterin und Redakteurin Audio-Formate bei BurdaYukom Publishing.