Städtereisen bis vor die eigene Haustüre

Shopping Die Agentur Noise hat den Auftrag übernommen, noch mehr Menschen in die Zürcher Sihlcity zu locken.

Shopping Die Agentur Noise hat den Auftrag übernommen, noch mehr Menschen in die Zürcher Sihlcity zu locken.Der Touristenstrom ist unübersehbar: Seit die Sihlcity am 22. März 2007 ihre Stadttore geöffnet hat, verzeichnet die neue «Stadt in der Stadt» täglich Tausende von Touristen aus nah und fern. 80 Geschäfte auf 41000 Quadratmetern Fläche machen das neue Zentrum zu einem der grössten Shoppingtempel der Schweiz. Bereits sehr gut funktioniert das Konzept bei den 13 Gastrobetrieben. Während hier die Kassen befriedigend klingeln, machen viele Detailhändler aber noch lange Gesichter, wie eine Analyse des Wirtschaftsmagazins Cash aufzeigen will. 46 Millionen Franken Miteinnahmen müssen in der Sihlcity insgesamt amortisiert werden. Genaue Zahlen von der Verkaufsfront gibt es noch nicht. Aber vor allem die Läden aus dem Nonfood-Bereich klagen hinter vorgehaltener Hand, dass ihre Erwartungen noch nicht erfüllt sind. An Wochenenden läuft das Geschäft gut. An Werktagen gilt aber immer noch das Prinzip Hoffnung. Was tun?
Nur wenig bezahlte WerbungViele Werber haben sich vor der Eröffnung gewundert, dass die Sihlcity offenbar voll auf die rein journalistische Propaganda rund um die Berichterstattung zur Eröffnung setzte. Bezahlte Werbung wurde nur bescheiden geschaltet. Das wird jetzt offensichtlich geändert. Damit der Strom an «Touristen» noch lange nicht abreisst, sondern im Gegenteil noch grösser wird, hat Sihlcity die Werbeagentur Noise in Zürich nach Lösungen suchen lassen.
Dieser Tage ist die Kampagne in der «Nachbarstadt» Zürich sowie den Sihlcity-Vororten mit Plakaten, Anzeigen und ÖV-Werbung gestartet. Mit einer einfachen und klaren Botschaft: Machen Sie wieder einmal eine Städtereise in die kleinste Grossstadt.
In diesem Sinne bedient sich der ganze Auftritt bei den klassischen Ingredienzien eines erfolgreichen Städtemarketings und kehrt die Anziehungspunkte einer Grossstadt nach vorne. Denn: «Wer Sihlcity besucht, macht keine Einkaufstour, sondern eine Städtereise mit allem Drum und Dran», meint Projektleiter Patrik Leuenberger bei Noise.
Für die Werber hat der Besucher gegenüber Metropolen wie London oder Paris sogar einige Vorteile: Sihlcity liegt direkt vor der Haustüre, die Reisekosten sind sehr gering, und man kann sowohl sehr spontan als auch nur für einen Kürzesttrip anreisen.
Verpackt werden die Botschaften in ein schnörkelloses Layout mit witzigen Headlines und einem Reiseanhänger als visuellem Aufhänger. So einfach kann Städtemarketing sein.
Andreas Panzeri

Von Washington bis Moskau

Direct Marketing Swiss Post bringt ein praktisches Nachschlagewerk zu 22 nationalen Adressmärkten heraus – neu inklusive USA und Russland.

Direct Marketing Swiss Post bringt ein praktisches Nachschlagewerk zu 22 nationalen Adressmärkten heraus – neu inklusive USA und Russland.Genau definierte Zielgruppen und korrekte Adressen sind der Schlüssel einer erfolgreichen Direct-Marketing-Kampagne. Aus diesem Grund legt Swiss Post International, ein Unternehmensbereich der Schweizerischen Post, ein umfangreiches Nachschlagewerk für Adressen vor. Der International Adressguide 2007/2008 ist gedacht für all jene, die Direct-Marketing-Aktionen jenseits der Grenze planen und realisieren wollen. Das schlaue Buch erscheint dieses Jahr bereits in der dritten Auflage. Auf 270 Seiten findet der Nutzer detaillierte Informationen zu 22 Adressmärkten. Insgesamt sind 629 Anbieter von Privat- und Firmenadressen dokumentiert. Neben den Kontaktdaten sind zudem die Art und Grössen der Adressbestände erfasst (www. swisspost.com/addressguide). Online-Version inbegriffenEbenfalls als hilfreich erweist sich für Planer das umfassende Lexikon von Fachausdrücken in deutscher, englischer und französischer Sprache. Die Macher sind mit der aktuellen Version auch im Internetzeitalter angekommen. Der Online-Guide ermöglicht eine rasche und gezielte Recherche der Adresshändler im Ausland, damit die nächste Kampagne mit möglichst geringen Streuverlusten glückt.     
Christian Lüscher

Die SI kopiert ihren Erfolg

Zeitschriften Die Schweizer Illustrierte hat ihr Layout überarbeitet und setzt auf Line Extension.

Zeitschriften Die Schweizer Illustrierte hat ihr Layout überarbeitet und setzt auf Line Extension.Zu den hier zu Lande 20 beliebtesten Marken gehören gemäss einer Studie von Advico Young & Rubicam vor allem Schweizer Traditionsnamen wie Sugus, Rivella, Thomy oder Zweifel. Was auffällt: Kein einziger dieser Brands hat den Zusatz «Schweizer» im Namen. Die Erkenntnis daraus: «Swissness» ist zwar gefragt, sollte aber nicht überbetont werden. Das scheint man auch bei der Schweizer Illustrierten (SI) gemerkt zu haben. Seit Montag erscheint das Wochenmagazin im überarbeiteten Look. Selbst das Logo wurde angetastet. Neu kommt vor allem das Wort «Schweizer» weniger gewichtig und somit zurückhaltender daher. Die Buchstaben, bisher um ein Sechstel grösser als beim Wort «Illustrierte», haben neu dieselbe Höhe. Das Logo sei bisher «sehr maskulin» gewesen, sagt Urs Heller, SI-Verlagsdirektor und interimistischer Chefredaktor. Überhaupt komme das neue Layout, das von Uli Beling und Nina Thoenen in Zürich überarbeitet wurde, «grosszügiger, geordneter, eleganter und femininer» daher, meint Heller. Letzteres, weil die SI-Leserschaft mittlerweile zu 60 Prozent weiblich ist. Vor einem Jahr machten die Leserinnen noch 57 Prozent aus. Seither hat die SI signifikante 6,3 Prozent Reichweite verloren – vorab bei den Männern. Dieser Verlust sei aber nicht der Anlass für das Redesign gewesen, sagt Heller, ein solches sei ohnehin alle drei bis fünf Jahre nötig. Den Leserverlust trägt er «mit Fassung», denn die SI verzeichnet keine Einbussen bei den Abos, sondern beim Einzelverkauf – «und dort haben derzeit ja alle Titel Probleme», sagt Heller. Am Heftkonzept wurde denn auch nichts verändert, die SI will weiterhin «näher bei den Stars» sein.
Trotzdem tut sich konzeptionell einiges. Die SI-Familie erhielt in den letzten zwölf Monaten Zuwachs: Zum schon länger bestehenden Genuss-Magazin Al dente kamen zwei weitere Line Extensions hinzu. Im April 2006 wurde SI Style lanciert, ein zehnmal jährlich erscheinendes Magazin für die modebewusste junge Frau. Und im April dieses Jahres kam erstmals Goal, ein Heft zur Euro 08, heraus. Ferner wurde die SI-Website überarbeitet, so dass dort neu auch Vodcasts zu aktuellen SI-Themen heruntergeladen werden können.
Doch zurück zu den Line Extensions: SI Style, das den SI-Abonnenten ein Jahr lang gratis mitgliefert wurde, kommt gemäss einer Wemf-Sonderauswertung auf 355000 Leserinnen (zum Vergleich: Annabelle von Tamedia hat 333000 Leserinnen). «SI Style wurde innert einem Jahr die grösste Schweizer Frauenzeitschrift», folgert Heller mit Stolz. Nicht nur das. SI Style war auch im Anzeigenmarkt enorm erfolgreich, notabene ohne die SI zu kannibalisieren. «SI Style war in jeder Hinsicht eine Punktlandung, wir sind damit deutlich über Budget», sagt Heller. Nun soll das Magazin langsam vom Mutterblatt abgenabelt werden. SI-Leserinnen, die SI Style weiterhin erhalten wollen, müssen neu 35 Franken für ein Jahresabo bezahlen, für jenes der SI bezahlt man 208 Franken. Der erste Trend macht Heller «unglaublich Freude»: Immerhin vier von zehn SI-Abonnentinnen wollen SI Style weiterhin beziehen.
Das Heft Goal dagegen erscheint dieses Jahr nur viermal, ab 2008 dann monatlich – bis zur Europameisterschaft. Der EM-Schlusspfiff wird vorderhand auch das Aus für Goal sein – je nach Erfolg kann sich das aber noch ändern. «Bei den Public Viewings anlässlich der Fussballweltmeisterschaft in Deutschland betrug der Frauenanteil rund 40 Prozent», weiss Heller. Darum ist er zuversichtlich, dass die Euro-Begeisterung auch hier zu Lande von Monat zu Monat noch zunimmt. Goal soll dazu einen Beitrag leisten – und davon profitieren.
Selbst bei Al dente, dem ältesten SI-Beiheft, stehen Änderungen auf der Traktandenliste: «Wir überlegen uns, ob wir den derzeit vierteljährlichen Erscheinungsrhythmus erhöhen sollen», sagt Heller. Seitens Anzeigenmarkt und Leserschaft sei die Nachfrage gegeben, weiss er. Weil Al dente nur alle drei Monate erscheint, wird es in der Mach Basic nicht erhoben. Auch das wäre ein Grund für einen Kadenzwechsel. Ein weiterer: Die TV-Sendung «Al dente» auf SF1 (in Kooperation mit Betty Bossi) wird 14-täglich ausgestrahlt – auch deshalb würde ein häufigeres Erscheinen des Magazins Sinn machen. Zumal Al dente Print die Rezepte aus der Kochsendung abdruckt.
Markus Knöpfli

M6-Werbefenster auch in Lausanne

TV Auch das Lausanner Kabelnetz verbreitet jetzt das Werbefenster des französischen Senders M6.

TV Auch das Lausanner Kabelnetz verbreitet jetzt das Werbefenster des französischen Senders M6.Fünf Jahre nach dem Start des Schweizer Werbefensters auf dem französischen Sender M6 erreicht dieses nun auch die Olympia-Hauptstadt Lausanne. Der Grund: Das städtische Kabelnetz CityTV mit rund 75000 angeschlossenen Haushalten verbreitet das für die Westschweiz bestimmte Signal  von M6 seit dem 6. Juni nun ebenfalls. Das Genfer Kabelnetz Naxoo hatte denselben Schritt schon im März gemacht. Somit kann das M6-Werbefenster nun in beiden grossen Westschweizer Agglomerationen empfangen werden – ein Plus von 245000 Haushalten. Dennoch ist unklar, wieviele der total 739700 Westschweizer Haushalte vom M6-Werbefenster nun technisch erreicht werden können. Die Goldbach-Tochter IP Multimedia, die das Werbefenster vermarktet, geht von 60 Prozent aus, kann aber nicht sagen, wo noch «Löcher» bestehen. Bernhard Cron, der Anwalt von M6, meint dagegen, dass nun die «gesamte Westschweiz» abgedeckt werde. Gesicherte Zahlen waren weder bei Swisscable, dem Verband der Kabelnetze, noch beim Bundesamt für Kommunikation erhältlich. In Fribourg, in Teilen der Waadt und im Berner Jura wird das Werbefenster teils schon seit Jahren verbreitet. Die Kabelnetze von Lausanne und Genf hingegen spiesen aus Rücksicht auf die SRG nur das ursprüngliche M6-Sendesignal ein – ohne Schweizer Werbung. Da die SRG anfangs Jahr aber mit ihrer Klage gegen das Werbefenster in zweiter Instanz abblitzte, brach das Eis. Mittlerweile wurde die Klage aber ans Bundesgericht weiter gezogen.    
Markus Knöpfli

Jungfilmerbewegung

Jugendorganisationen Zwei Imagespots feiern das 100-jährige Bestehen der Pfadibewegung Schweiz. Regie führte ein 17-jähriger Regisseur.

Jugendorganisationen Zwei Imagespots feiern das 100-jährige Bestehen der Pfadibewegung Schweiz. Regie führte ein 17-jähriger Regisseur.Eine 30-köpfige Crew drehte die zwei zwölfsekündigen Kinospots, um dem Jubiläum der Pfadibewegung auch in der Öffentlichkeit ein Gesicht zu geben. Die Pfadfinder der Gemeinde Maur entwickelten die Konzepte selber und drehten anschliessend die Spots im Zürcher Schulhaus Balgrist und in einem Privathaus auf der Forch. Verantwortlich zeichnen der 17-jährige Regisseur Mark Bosshard, in der Pfadi als Seismo bekannt, und ein Team von 14- bis 20-Jährigen. Ein Berufsfilmer und Pfadi-Vater unterstützte die Crew. Die Spots sind im Juni in allen grösseren Kinos der Schweiz zu sehen und richten sich in erster Linie an ein erwachsenes Publikum. Sie machen darauf aufmerksam, dass die Jugendlichen in der Pfadi Grossartiges realisieren – unter Aufbietung all ihrer Kräfte. Mit Sätzen wie «Nach jedem Pfingstlager s’gliche, und das sit 100 Jahr. Sorry liebi Lehrer, d’Natur isch härt» entschuldigen sie sich augenzwinkernd bei Lehrern und Eltern für die Folgen der Erschöpfung, welche Pfadfinder nach dem Treiben in der Natur befällt.
Carole Scheidegger

Metadesign gestaltet crossmedialen Auftritt für Bossi

Metadesign, die Zürcher Agentur für Branding und Corporate Identity, hat den crossmedialen Auftritt für Bossi gestaltet. Das neue Produkt des Betty Bossi Verlags richtet sich an Geniesser mit wenig Zeit und Lust auf Kochen.

 Metadesign, die Zürcher Agentur für Branding und Corporate Identity, hat den crossmedialen Auftritt für Bossi gestaltet. Mit Bossi lancierte der Betty Bossi Verlag im April 2007 ein neues Produkt. Dieses richtet sich primär an Geniesser mit wenig Zeit, aber einer Menge Lust auf Kochen und Essen und soll auf kulinarische Fragen in inspirierender Form Antwort geben.  
Das Magazin, das sechs Mal jährlich erscheint, präsentiert eine Mischung leicht zu kochender Rezepte und Artikel rund um Essen, Trinken und Gastfreundschaft. Ergänzend dazu bietet
eine Reihe von Tools, die das Einladen, Einkaufen und Kochen erleichtern und Menschen mit spärlichem Zeitbudget Zugang zur Welt des Geniessens verschaffen sollen.  
Metadesign entwickelt Strategien und Corporate-Design-Systeme für den Auftritt von Marken und Unternehmen in allen Medien, unter anderem für ABB, Audi, Bluewin, Bucher, Migros Bank und Mövenpick. Die Agentur beschäftigt rund 250 Mitarbeiter in Zürich, Berlin und San Francisco.

Rickschas ab Bischofszell

Vitamine Bischofszell Nahrungsmittel lanciert mit einer ausgefallenen Werbeaktion speziell gewürzte Fruchtsäfte mit dem Namen Cosmo. Diese sind in den drei exotischen Geschmacksvarianten Mexico, Marocco und India ab sofort bei der Migros erhältlich.

Vitamine Bischofszell Nahrungsmittel lanciert mit einer ausgefallenen Werbeaktion speziell gewürzte Fruchtsäfte mit dem Namen Cosmo. Diese sind in den drei exotischen Geschmacksvarianten Mexico, Marocco und India ab sofort bei der Migros erhältlich. Verteilt werden die Fruchtsäfte durch Rickschafahrer, welche in den nächsten Wochen vor grossen Migros-Filialen die Kunden aufnehmen und mit der in den Cosmo-Farben geschmückten Rickscha an das gewünschte Ziel bringen. Die Promotion wurde durch Face in Frauenfeld entwickelt und umgesetzt.

Die Jukebox bringt Farbe ins Leben

Mobile Bunt zeigt sich die neue Swisscom-Napster-Kampagne von Publicis.

Mobile Bunt zeigt sich die neue Swisscom-Napster-Kampagne von Publicis. Die goldenen Zeiten der Mobilfunkbetreiber sind vorbei. Allein mit Telefonieren werden keine Traumumsätze mehr erzielt. Die Preise erodieren. Der Kunde will immer mehr für immer weniger Geld. Mit Konvergenzstrategien versuchen die Konzerne die Kunden an sich zu binden. Plötzlich ist ein Handy auch ein Fernseher. Plötzlich ist ein Handy auch eine Jukebox. Swisscom will mit Musik Kasse machen und geht mit der Musiktauschbörse Napster eine Partnerschaft ein. Unabhängig von Ort und Zeit kann jeder Konsument auf Songs zurückgreifen. Kunden haben via Handy Zugriff auf mehr als 3 Millionen Musikstücke. Hobby-DJs können unterwegs einen Hit suchen, diesen zuerst Probe hören, dann herunterladen und sofort abspielen.
Das Jukebox-Handy machen die Werber von Publicis nun auch zum Thema. Kernstück der derzeit laufenden Swisscom-Kampagne ist ein TV-Spot von Regisseur Uwe Falde, der schon Clips für Bands wie Depeche Mode, Franz Ferdinand und Rammstein gedreht hat. Um das neue Musikgefühl zu kommunizieren, setzt die Agentur den Play-Button in Szene. Im Spot ist der Knopf der Auslöser für Musik, die mit viel Farbe auf den Strassen sichtbar wird. Die zum Leben erweckten Illustrationen sind das eigenständige Key Visual der Kampagne und werden in Inseraten, auf Plakaten und anderen Werbemitteln integriert. Gezeichnet wurden die Grafiken von Timo Böse. Musikalisch wird der Spot vom Berliner Electronica-Produzenten Dishwasher Junior begleitet.
Die Partnerschaft zwischen der Musiktauschbörse Napster und Swisscom stösst trotz der kreativen Kampagne auf wenig Begeisterung. So wird in Foren und Weblogs die Download-Praxis des neuen Services kritisiert. Obwohl Konsumenten den Umweg über einen Computer sparen und auf ein riesiges Angebot an Musik zugreifen können, ist der Preis eines Downloads relativ hoch. Ein einziger Song kostet 2.50 Franken. Zum Vergleich: Auf iTunes liegt der Preis bei 1.50 Franken. Auch das Rechtemanagement wird angezweifelt. Der Käufer kann seine Songs nur auf Handys und PCs mit Windows-Betriebssystem abspielen. Eine Wiedergabe auf dem beliebten MP3-Spieler iPod ist nur mit speziellen Computerkenntnissen möglich. Hinzu kommt, dass der Claim «Lebe Musik mit Napster Mobile und 3 Millionen Songs» derzeit nur auf 600000 der 4,5 Millionen Handykunden im Land zutrifft. Der Rest hat kein kompatibles Gerät für den jüngsten Service von Swisscom.
Ungewisse Zukunft Bleibt abzuwarten, wie sich das Geschäft mit der digitalen Musik auf dem Handy entwickelt. Wie schon Orange und Sunrise, die seit 2005 in diesem Markt tätig sind, verspricht sich die Swisscom viel von der Napster-Strategie. Ob sie es schafft, eine Musikrevolution zu lancieren, wie es der Kopfhörerkatze Napster vor Jahren gelang, ist fraglich. Laut Tages-Anzeiger sei der Umsatz winzig. 2006 wurde digitale Musik im Wert von 7 Millionen Franken verkauft, das sind 3,6 Prozent des Gesamtmarkts. Falls der Download in Zukunft weiterhin so teuer bleibt und die Nutzungsrechte einer Einschränkung unterliegen, werden die drei hiesigen Mobilfunkbetreiber vermutlich noch lange aufs grosse Geld warten müssen.
Christian Lüscher

Schiff ahoi

Claims Die besten Werbetexte sind diejenigen, welche vom Volksmund so verinnerlicht werden, dass sie bei jeder richtigen und auch falschen Gelegenheit wieder zitiert werden. Falsch scheint uns die Gelegenheit bei diesem Schriftzug über dem Eingang der Panta Rhei.

Claims Die besten Werbetexte sind diejenigen, welche vom Volksmund so verinnerlicht werden, dass sie bei jeder richtigen und auch falschen Gelegenheit wieder zitiert werden. Falsch scheint uns die Gelegenheit bei diesem Schriftzug über dem Eingang der Panta Rhei. Die Aussage gemäss der ursprünglichen Idee von Publicis ist hier mehr als ausgereizt, denn beim neusten Ding der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft ist «auch» ein Restaurant ein bisschen übertrieben. Es müsste heissen: «Ich bin nur ein Restaurant» – denn dieses Schiff ist bekanntlich nicht zum ordentlichen Schwimmen geeignet.

Zu Guter Letzt: Vorerst ist ausgebloggt bei Sunrise

Seit kurzem hat auch die Schweizer Telekommunikations-Firma Sunrise einen Web-Log. Doch nun herrscht das grosse Schweigen...

 Seit kurzem hat auch die Schweizer Telekommunikations-Firma Sunrise einen Web-Log. Auf will das Medien-Team von Sunrise «vertiefte Informationen, offenen Dialog und hohe Transparenz» bieten. Dazu soll es «die offiziellen Statements zu aktuellen Themen, Reaktionen auf publizierte Artikel, Ankündigungen von Events, Downlaods und Medien-Umfragen» geben. Doch seit Sunrise die Massenentlassung – die Streichung von 140 Vollzeit-Stellen – gemeldet hat, herrscht auf dem neuen Firmen-Blog das grosse Schweigen, wie der Zürcher Presseverein berichtet. Grund: Auch die Pressesprecher gehören zu den Gefeuerten. In der Sunrise-Medienmitteilung zum Stellenabbau heisst es, man leide unter «dem hohen Preisdruck in der Telekommunikationsbranche.» Der weitgehend gesättigte Markt sei ausserordentlich umkämpft, heisst es weiter. Der Kostendruck werde daher weiter steigen und die Unternehmen zur Steigerung der Effizienz zwingen. Dazu gehört wohl auch die Entlassung der Pressesprecher.

Werbeverbot auf SF info fällt

Fernsehen SF info soll künftig Werbung ausstrahlen dürfen. Die Privaten möchten dies verhindern.

Fernsehen SF info soll künftig Werbung ausstrahlen dürfen. Die Privaten möchten dies verhindern.    Nachdem das neue Radio- und Fernsehgesetz am 1. April in Kraft getreten ist, wird die SRG SSR eine neue Konzession erhalten. Den Entwurf hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) Anfang Mai in die Anhörung gegeben. Markant ist vor allem eine Neuerung: Alle Fernsehprogramme der SRG SSR werden bezüglich Werbung nun gleich behandelt. Stillschweigend erlaubt der Konzessionsentwurf damit auch dem Wiederholungskanal SF info die gleiche Menge Werbung, die das Schweizer Fernsehen (SF) bislang nur auf seinen beiden Hauptkanälen ausstrahlen durfte. SF ist bereits in den Startlöchern: «Die Publisuisse ist mit SF an der Vorbereitung der kommerziellen Angebote», sagt SRG-Sprecher Daniel Steiner auf Anfrage.Bis jetzt war SF info komplett werbefrei. Den Versuchsbetrieb nahm der Kanal über die Kabelnetze des Grossraums Zürich im Mai 1999 auf. Anfang 2001 erhielt der Sender eine definitive Konzession, die eine Ausstrahlung über die Kabelnetze der ganzen Schweiz und auch über Satellit erlaubte – allerdings erst nach zähem Ringen, weil die privaten Lokalsender sich gegen Werbung gewehrt hatten. Schliesslich operieren die lokalen TVs fast alle nach dem gleichen Muster wie SF info: Auch sie wiederholen die Infosendungen im Stundenrhythmus. Bewilligt wurde SF info vor sechs Jahren deswegen nur als vollständig werbefreies Programm. Selbst Sponsoring, zum Beispiel bei «Meteo», war bislang nicht möglich.
Private befürchten AusbauZwar soll das Werbeverbot auf SF info nun fallen. Aber der Kanal wird bleiben, was er ist. Mehr als die stündliche Wiederholung der Informationssendungen und ab und zu die Übertragung von Grossereignissen – zum Beispiel vom World Economic Forum oder von Debatten aus dem Bundeshaus – ist laut der neuen Konzession nicht möglich. Für Werbesendungen könnte der Kanal dennoch attraktiv sein. Er wird als einziges SRG-Angebot unverschlüsselt über Satellit ausgestrahlt. Und weil auf SF info fast ausschliesslich eigenproduzierte Wiederholungen ausgestrahlt werden, verursacht der Kanal SF kaum Kosten. Schon geringe Werbeeinnahmen dürften daher interessant sein.
Dass das Werbeverbot auf SF info fallen soll, stösst bei den Konkurrenten der SRG SSR auf harsche Kritik. Soeben ist die Vernehmlassungsfrist für den Entwurf der neuen SRG-Konzession abgelaufen. Sowohl Sat1 Schweiz und ProSieben als auch 3+, StarTV und der Verband Schweizer Presse verlangen in ihren Stellungnahmen, dass das Werbeverbot auf SF info weiter bestehen soll. Sat1 befürchtet zudem, dass SF info mit attraktiven Sportübertragungen aufgewertet werden könnte, weil der Begriff «Ereignisse von nationaler Bedeutung» in der Konzession dies grundsätzlich zulasse.
Zusammen mit dem HDTV-Versuchskanal HD suisse, der den Betrieb im Dezember dieses Jahres aufnehmen wird, könne die SRG SSR in der deutschen Schweiz ihr kommerzielles Angebot auf einen Schlag verdoppeln, lautet der Tenor der Stellungnahmen. Entsprechend fordern die Privaten auch ein Werbeverbot für HD suisse. 3+ und der Verband Schweizer Presse möchten HD suisse sogar ganz streichen. Dem tritt SRG-Sprecher Daniel Steiner vehement entgegen: «Betrachtet man die Marktanteile 2006, ergibt sich folgendes Bild: SF1 23,7 Prozent, SF2 9,7 Prozent und SF info 1,1 Prozent. Dies bedeutet, dass das kommerzielle Angebot der SRG SSR in der deutschen Schweiz mit SF info um 3,3 Prozent zunimmt. Der Testkanal HD suisse wird auf Grund der stark eingeschränkten Empfangbarkeit keine spürbare Vergrösserung des Angebotsvolumens ausmachen.»    
Qualität wird festgeschriebenDie neue Konzession verlangt von der SRG SSR erstmals, Qualitätsstandards einzuhalten, die sie ausdrücklich von kommerziellen Veranstaltern unterscheiden sollen. Im Entwurf der Konzession sind sie mit Glaubwürdigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Relevanz und journalistischer Professionalität umschrieben. Solche Vorschriften machte der Bund der SRG bislang noch nie.
Die Journalistenverbände begrüssen in der Anhörung den neuen Qualitätsartikel im Konzessionsentwurf. Auch die SRG SSR äussert sich positiv, stösst sich aber an der Formulierung, dass bei der Erfolgsmessung «nicht in erster Linie Marktanteile» entscheidend sein sollen. Eine «derart erfolgsunabhängige Betrachtungsweise» sei gefährlich, weil dadurch die Akzeptanz von Gebühren in Frage gestellt werden könnte, schreibt die SRG.
Kritisch äussert sich die SRG auch dazu, dass ihre Online-Angebote explizit auf jene Informationen eingeschränkt werden, die einen direkten Bezug zu den Programmen haben. Das war schon im Gesetzgebungsverfahren ein heiss diskutierter Punkt. Denn das Bakom ist damit den Wünschen der Presse nachgekommen, die ihre Online-Angebote nicht konkurrenziert sehen wollte. In der Tat doppelt der Verband Schweizer Presse nun in seiner Stellungnahme nochmals nach: Er schlägt vor, eine Obergrenze zu definieren, wieviel die SRG für Online-Angebote ausgeben darf.
Adrian Scherrer

Britische Firma testet Werbung nach Zuschauerwunsch

British Sky Broadcasting, grösster Anbieter für Satellitenfernsehen in Grossbritannien und Irland, will den Zuschauer entscheiden lassen, welche Werbung er sieht. Analog zum Fernsehen «on demand» will das Unternehmen den Zusc...

 British Sky Broadcasting, grösster Anbieter für Satellitenfernsehen in Grossbritannien und Irland, will den Zuschauer entscheiden lassen, welche Werbung er sieht. Analog zum Fernsehen «on demand» will das Unternehmen den Zuschauern bestimmen lassen, wann er welchen Spot sieht, wie Medianet.at schreibt. Sky hat vor kurzem interaktive Smart-Werbung eingeführt: Die Idee dahinter ist, dass Werbung ein Service darstellen und keine Unterbrechung sein sollte. Am Anfang einer Sendung läuft ein kurzer Werbespot von etwa 30 Sekunden mit einer Einladung, mehr über das gezeigte Produkt oder die Entstehung des Werbespots am Ende der Sendung zu sehen. Die Zuschauer können per Knopfdruck den längeren Spot anfordern oder die Homepage des Herstellers besuchen, Händlerlisten einsehen oder Produktproben bestellen. Die Langformwerbung dauert im Schnitt drei bis vier Minuten.
Für die Werber ergibt sich allerdings kreativer Mehraufwand: Sie müssen statt eines Werbespots gleich mehrere entwickeln, um sowohl den Anforderungen der Unterbrecherwerbung als auch dem Kurz- und dem Langspot gerecht zu werden. Werbekunden wie Carlsberg, Sony oder Honda nutzen diese Form der Werbung laut Medianet.at bereits. Wie die Zuschauer die Langwerbeform «on demand» aufnehmen, will Sky in den nächsten Wochen austesten.
get_footer();