Cannes: Wenn Konsumenten Marketing machen
Die Konsumenten übernehmen die Kontrolle über Marketing, Werbung und Content im World Wide Web. Zuschauer kreierten Werbung für die Super-Bowl-Pause und die Werbeblocks der Oscar-Verleihungen. Ist das die Zukunft? Viele Agenturmanager sagen Nein… Beat Fritsch berichtet aus Cannes über ein Seminar, das sich mit dem Thema «Consumer generated marketing» befasste.
Die Konsumenten übernehmen die Kontrolle über Marketing, Werbung und Content im World Wide Web. Zuschauer kreierten Werbung für die Super-Bowl-Pause und die Werbeblocks der Oscar-Verleihungen. Ist das die Zukunft? Viele Agenturmanager sagen Nein… Beat Fritsch berichtet aus Cannes über ein Seminar, das sich mit dem Thema «Consumer generated marketing» befasste. Was etwas grossmundig als Debatte angekündigt wurde, entpuppte sich leider als eine Runde von sich gegenseitig zustimmenden Podiumsgästen. Interessant waren die Learnings daraus dennoch.
Was mit der Kreation eigener Stylings von Pepsi-Dosen oder Nike-Turnschuhen begann, setzt sich in Youtube und anderen User-generated-Content-Geschichten fort. Es herrschen neue Regeln auf einem neuen Spielfeld, meinte USA-Today-Reporterin und Diskussionleiterin Theresa Howard eingangs der Diskussion. Von der Generation der Millennials (13- bis 24-Jährige) nutzen 50 Prozent das WWW täglich, unter der Generation X (24- bis 40-Jährige) sind es nur 35 Prozent.
Die Millennials und die Generation X bestimmen über das Netz. Kampagnen wie Join the Chain oder Create your own Spot von Nike, bei der man aus filmischen Versatzstücken einen eigenen Spot bauen konnte, kamen in den USA auf sensationelle Impact-Werte.
Die Dove-Evolution-Kampagne (campaignforrealbeauty.com), WWW-Werbung für Dorito-Chips, für Axe (Game Killers), der In-the-Motherhood-Blog von Pampers sind Beispiele für erfolgreiche User-generated-Kampagnen grosser Unternehmen. Der Ronaldinho-Clip von Nike wurde auf Youtube gar 30 Millionen Mal runtergeladen. Die Sache sei ja nicht neu, explodiere aber momentan geradezu, meinte Stefan Olander, Global Director, Digital & Content bei Nike. Babs Rangaiah, Director, Media & Entertainment bei Unilever USA vertrat sogar die Meinung, dass diese Art Marketing für jedes Produkt funktioniere und keine Präferenzen kenne. Man müsse aber absolutes Vertrauen ins eigene Produkt haben, entgegnete Stefan Olander.
Ann Mukherjee, Vice President Marketing beim Chips- und Junk-Food-Produzenten Frito-Lay hält User-generated-Content-Kampagnen sogar fürs Brand Equity Building geeignet. Es sei ein Two-way-Dialog. Die Konsumenten sagen uns, was gut für sie ist. Und der PR-Effekt sei momentan sehr gross. Zudem verteidige der Konsument, wenn er sich mit dem Brand identifiziere, diesen stärker als jede Marketingabteilung.
Mark Wnek, Chairman & Chief Creative Officer von Lowe New York schwärmte vor allem von den günstigen Produktionskosten für solche Kampagnen und der guten Impact-Kosten-Relation. Und es habe ja teils sogar sensationelles Zeug drunter. Nun sind UG-Content-Geschichten vor allem in den USA/Kanada und in Südamerika sehr erfolgreich. Dies liegt natürlich an der Poolgrösse des einheitlichen Sprachraums, der über die Landesgrenzen hinausreicht.
Die ganze Angelegenheit habe sehr viele Upsides – es gebe aber auch Downsides in Form von Spot-Parodien wie Slob Evolution oder der VW-Terrorspots. Die Marketingkontrolle könne so abhanden kommen, schloss Theresa Howard die Diskussion. Das Fazit von Ann Mukherjee war, dass der Konsument heute nicht mehr entdeckt werden, sondern sich selbst entdecken will. Es geht nicht mehr um «fifteen seconds», sondern um «fifteen megabytes of fame». Immerhin zählt man auf Youtube 15’000 Videouploads pro Tag.
Bild, von links nach rechts):
Ann Mukherjee, Vice President, Marketing, Frito-Lay
Stefan Olander, Global Director, Digital & Content, Nike
Theresa Howard, Reporter, USA Today, Diskussionsleiterin
Babs Rangaiah, Director, Media & Entertainment, Unilever USA
Mark Wnek, Chairman & Chief Creative Officer, Lowe New York
Was mit der Kreation eigener Stylings von Pepsi-Dosen oder Nike-Turnschuhen begann, setzt sich in Youtube und anderen User-generated-Content-Geschichten fort. Es herrschen neue Regeln auf einem neuen Spielfeld, meinte USA-Today-Reporterin und Diskussionleiterin Theresa Howard eingangs der Diskussion. Von der Generation der Millennials (13- bis 24-Jährige) nutzen 50 Prozent das WWW täglich, unter der Generation X (24- bis 40-Jährige) sind es nur 35 Prozent.
Die Millennials und die Generation X bestimmen über das Netz. Kampagnen wie Join the Chain oder Create your own Spot von Nike, bei der man aus filmischen Versatzstücken einen eigenen Spot bauen konnte, kamen in den USA auf sensationelle Impact-Werte.
Die Dove-Evolution-Kampagne (campaignforrealbeauty.com), WWW-Werbung für Dorito-Chips, für Axe (Game Killers), der In-the-Motherhood-Blog von Pampers sind Beispiele für erfolgreiche User-generated-Kampagnen grosser Unternehmen. Der Ronaldinho-Clip von Nike wurde auf Youtube gar 30 Millionen Mal runtergeladen. Die Sache sei ja nicht neu, explodiere aber momentan geradezu, meinte Stefan Olander, Global Director, Digital & Content bei Nike. Babs Rangaiah, Director, Media & Entertainment bei Unilever USA vertrat sogar die Meinung, dass diese Art Marketing für jedes Produkt funktioniere und keine Präferenzen kenne. Man müsse aber absolutes Vertrauen ins eigene Produkt haben, entgegnete Stefan Olander.
Ann Mukherjee, Vice President Marketing beim Chips- und Junk-Food-Produzenten Frito-Lay hält User-generated-Content-Kampagnen sogar fürs Brand Equity Building geeignet. Es sei ein Two-way-Dialog. Die Konsumenten sagen uns, was gut für sie ist. Und der PR-Effekt sei momentan sehr gross. Zudem verteidige der Konsument, wenn er sich mit dem Brand identifiziere, diesen stärker als jede Marketingabteilung.
Mark Wnek, Chairman & Chief Creative Officer von Lowe New York schwärmte vor allem von den günstigen Produktionskosten für solche Kampagnen und der guten Impact-Kosten-Relation. Und es habe ja teils sogar sensationelles Zeug drunter. Nun sind UG-Content-Geschichten vor allem in den USA/Kanada und in Südamerika sehr erfolgreich. Dies liegt natürlich an der Poolgrösse des einheitlichen Sprachraums, der über die Landesgrenzen hinausreicht.
Die ganze Angelegenheit habe sehr viele Upsides – es gebe aber auch Downsides in Form von Spot-Parodien wie Slob Evolution oder der VW-Terrorspots. Die Marketingkontrolle könne so abhanden kommen, schloss Theresa Howard die Diskussion. Das Fazit von Ann Mukherjee war, dass der Konsument heute nicht mehr entdeckt werden, sondern sich selbst entdecken will. Es geht nicht mehr um «fifteen seconds», sondern um «fifteen megabytes of fame». Immerhin zählt man auf Youtube 15’000 Videouploads pro Tag.
Bild, von links nach rechts):
Ann Mukherjee, Vice President, Marketing, Frito-Lay
Stefan Olander, Global Director, Digital & Content, Nike
Theresa Howard, Reporter, USA Today, Diskussionsleiterin
Babs Rangaiah, Director, Media & Entertainment, Unilever USA
Mark Wnek, Chairman & Chief Creative Officer, Lowe New York
