Die Presse kommt unter Druck

Die Walker Werbeagentur hat für ihren Neukunden Maxiprint die Aktion «Newsweek» lanciert und beweist: «Schneller druckt keiner.»

Die Idee könnte «das Druckgewerbe revolutionieren», sind sich Fachleute einig. Das Unternehmen Maxiprint von Ingo Grünig und Marcos Gonzales bietet als «erste Internetdruckerei der Schweiz» einen Online-Shop, wo Kunden «zu unglaublichen Tiefpreisen» alle nur möglichen Drucksachen in Auftrag geben können. Diese werden in Rekordzeiten ausgeliefert. Für den Druckauftrag sucht Maxiprint per Netz noch freien Kapazitäten quer durch die Schweiz oder je nach Auftrag auch im Ausland. «Schneller druckt keiner», heisst deshalb der Claim, den Walker für Maxiprint erfunden hat. Bewiesen wird dieses Werbeversprechen im Verlauf dieser ganzen Woche mit einer spektakulären Aktion «Newsweek». «Heathrow wieder offen», knallte am letzten Montag von unzähligen Plakatwänden im Zürcher Hauptbahnhof und im S-Bahnhof Stadelhofen. Das buntfarbene Plakat im Stil einer Frontseite der englischen Boulevardpostille Sun wurde bereits vor sechs Uhr morgens aufgehängt. Ebenso ein Plakat mit der aufklärenden Schlagzeile, dass Elton John beim Gedenk-Konzert für Diana am Vorabend in London den von Prinz Harry gewünschten Song «Candle in the Wind» nicht gesungen hat. Im Tages-Anzeiger vom gleichen Montag war nur zu lesen: «Bei Redaktionsschluss noch offen.» Das Medium Plakat schneller als die Tageszeitung? Bei der Agentur Walker laufen seither die Telefone heiss. Was soll das? Wie geht das? Wer hilft da mit? «Natürlich wollen wir nicht die Presse an die Wand spielen, schliesslich freuen wir uns bei der Aktion auch auf die Mithilfe einer Redaktion», erklärt Walker. Mit den an die Wand gehängten Schlagzeilen soll einfach bewiesen werden, wie effizient Maxiprint in Sachen Drucksachen alle Kundenwünsche in Rekordzeit erfüllen kann. Walker hat seinen Neukunden bei der Präsentation mit einem Plakat überzeugt, dass er nur wenige Minuten vor Eintreffen der Auftraggeber mit einer ebenso «druckfrisch» auffallenden Schlagzeile neben seiner Agentur aufhängt hat.
Für die Aktion «Newsweek» ist die Logistik ein bisschen komplexer geworden. Um diese Plakatkampagne realisieren zu können, ist die Agentur Walker für eine ganze Woche in einen «Newsroom» umfunktioniert worden. Wie in einer echten Boulevard-Redaktion durchkämmt man ab 21 Uhr mit steigender Spannung die Agenturmeldungen. Welche Story ergibt für die «Maxiprint-Newsweek» den grossen Scoop?

Kabel-TV-Unternehmen setzen auf HDTV

Bis Dezember wollen rund 80 Prozent der Kabelnetzunternehmen hochauflösendes Fernsehen anbieten. Sie planen damit auch, sich von Bluewin TV abzugrenzen. Eine Hemmschwelle ist allerdings die geringe Verfügbarkeit von HD-Programmen.

 Die Schweizer Kabel-TV-Unternehmen setzen auf das hochauflösende Fernsehen HDTV. «Wir gehen jetzt davon aus, dass bis zum 1. Dezember 70 bis 80 Prozent der Kabelnetzunternehmen HDTV anbieten werden», sagte die Geschäftsführerin des Branchenverbandes Swisscable, Claudia Bolla-Vincenz, am Dienstag vor den Medien in Bern. Für einen weiteren Schub werde dann die Fussball-Europameisterschaft EURO 2008 sorgen. Ein weiterer Antrieb wird die Lancierung des HD-Kanals HD Suisse durch die SRG per 1. Dezember 2007 sein. Bislang bieten zehn regionale Kabelnetzbetreiber das hochaufgelöste Fernsehen an. Cablecom hat den Start auf den 1. Oktober angekündigt. «Wir brennen darauf, HDTV anzubieten», sagte Swisscable-Präsident Hajo Leutenegger. Ab Spätsommer werde die Einführung auf breiter Front losgehen. Die schnelle Einführung von HDTV sei wichtig, damit sich die Kabelnetzbetreiber gegenüber der Swisscom-Konkurrenz Bluewin TV abgrenzen könnten, sagte Bolla-Vincenz.
Hemmschwellen bestehen aber im kleinen Angebot von attraktiven HD-Programmen und die geringe Verfügbarkeit von HDTV-fähigen Empfangsgeräten.
Zu sehen seien bei den bisherigen Anbietern in der Regel die Sender Sat.1-HD, Pro7, Anixe, Astra und Eurosport oder die britische BBC, teilte Swisscable mit.

Contexta lässt Spatzen von den Seilen pfeifen

Am 28. Juli wird in der Berner Matte geboxt. Für das Open Air Boxturnier des Veranstalters Boxing Kings hat Contexta nun ein Plakat entworfen, das den Freiluft-Charakter des Turniers auf den Punkt bringt.

Am 28. Juli wird in der Berner Matte geboxt. Für das Open Air Boxturnier des Veranstalters Boxing Kings hat Contexta nun ein Plakat entworfen, das den Freiluft-Charakter des Turniers auf den Punkt bringt. So sind selbst die Berner Spatzen bereit für das Turnier mit den packenden Fights. Sie freuen sich, dass dort geboxt wird, wo sie zu Hause sind: unter freiem Himmel.

Neuer Marketingleiter bei Premiere Global Services

Sebastian Hölzl besetzt ab sofort die Position des Marketingleiters Deutschland, Österreich, Schweiz bei der Premiere Global Services in München, dem weltweiten Anbieter für digitale Kommunikationslösungen.

Sebastian Hölzl besetzt ab sofort die Position des Marketingleiters Deutschland, Österreich, Schweiz bei der Premiere Global Services in München, dem weltweiten Anbieter für digitale Kommunikationslösungen. Hölzl betreue, nach dem Zusammenschluss der beiden Geschäftsbereiche Datacommunication und Conferencing, das Marketing des Unternehmens vor Ort, heisst es in einer Mitteilung. Der Fokus seines Aufgabenbereichs liege im strategischen Marketing Management sowie in der Unternehmens- und Produktkommunikation. Hölzl gelte als Experte für integrierte Kommunikation und Markenbildung. Bei Unternehmen wie der BMW AG und der Grey Worldwide trug er dazu bei, neue Perspektiven und Handlungsoptionen als Basis innovativer Produkt- und Kommunikationskonzepte zu entwickeln. Zuvor arbeitete der 32-jährige im IT-Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt. Als Marketingleiter des H&T Verlags restrukturierte er die strategische Ausrichtung sowie die internen Arbeitsprozesse.

Kabelfernsehen spürt Bluewin TV noch nicht

Bluewin TV konnte den Kabel-TV-Unternehmen bis jetzt nur sehr wenige Kunden abspenstig machen. Die Digitalisierung liegt laut dem Verband Swisscable zwar noch unter den Erwartungen, soll aber bald durchstarten. Das bedeutet allerdings, dass weitere analoge Sender aus dem Angebot gestrichen werden.

 Die Lancierung von Bluewin TV bereitete den Kabel-TV-Unternehmen Bauchschmerzen. Anscheinend müssen sich aber bislang nicht allzu sehr vor der Konkurrenz von Swisscom fürchten. Laut einer Umfrage, die der Verband der Kabel-TV-Unternehmen Swisscable in Auftrag gab, haben bislang nur 0,5 Prozent der 1000 befragten Personen zu Bluewin TV gewechselt. Dies entspricht rund 14’400 Abonnenten, wie es in einer Mitteilung von Swisscable heisst. Bluewin TV kommt vor allem dort zum Zuge, wo kein Kabelfernsehen-Anschluss verfügbar ist, oder es wird in Ergänzung zum Kabelfernsehen abonniert. Eine weitere Umfrage hat ergeben, dass rund 13 Prozent der Schweizer TV-Haushalte digitales Fernsehen nutzen. Vor einem Jahr lag dieser Wert bei knapp zehn Prozent. Immerhin haben gemäss der von Demoscope im Mai 07 durchgeführten Befragung rund 40 Prozent vor, in den nächsten 12 bis 36 Monaten zu Digital-TV zu wechseln. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 34 Prozent. Als Hauptgründe werden das grössere Programmangebot und die bessere Bild- und Tonqualität angegeben. Wie schon im letzten Jahr sagte rund ein Viertel der Befragten, dass sie kein Interesse an Digital-TV hätten.
Laut Swisscable-Präsident Hajo Leutenegger liegt die Nutzung von Digital-TV klar unter den Erwartungen. Es gebe aber Anzeichen, dass die Nachfrage bald massiv steigen werde. Aus diesem Grund gestalten viele Kabel-TV-Unternehmen ihr Angebot so, dass sie analoges und digitales Fernsehen bis auf weiteres parallel verbreiten. Es ist aber damit zu rechnen, dass weiterhin analoge Programme in das digitale Angebot verschoben werden. Solche Entscheide haben allerdings bei Cablecom-Kunden für Unmut gesorgt (siehe
). Laut Leutenegger soll es bis weit nach 2010 ein analoges Angebot im Kabel geben, das allerdings gegenüber heute reduziert wird. Weiterhin wichtig sein wird für Kabel-TV-Anbieter das sogenannte Triple Play, also Radio/TV, Internet und Telefonie aus einer Hand. Die diesjährige Demoscope-Befragung ergab, dass 53 Prozent der Befragten es wichtig finden, diese Dienste von einem einzigen Unternehmen beziehen zu können.

Euro RSCG lässt die Konkurrenz schlecht aussehen

Die Zürcher Agentur der Euro RSCG präsentiert in einer Anzeigenkampagne für Keystone die Konkurrenz in nicht ganz korrekten Bildern

Euro RSCG Zürich setzte sich Ende 2006 im Rahmen einer Konkurrenzpräsentation gegen die Konkurrenz durch und gewann den Gesamtetat von Keystone. Das erste Resultat ist nun in einer Anzeigenkampagne zur Neulancierung der Website Keystone sichtbar. Keystone verbesserte durch eine modernisierte und optimierte Bild-Datenbank die Suche nach dem perfekten Bild. Denn ganz gleich ob redaktionell oder für die Werbung bestimmt, das Bild muss den anspruchsvollsten Kriterien entsprechen. Darauf basiert auch die Kampagne von Euro RSCG Zürich. Anhand von stereotypen Stockbildern, wird mit einem Augenzwinkern dramatisiert, dass diese Art von Bild nicht nur jeder Kampagne schlecht zu Geschichte steht, sondern auch der Agentur, die solche verwendet. Dargestellt werden die Image schädigenden Stockbilder von Werbern der Agenturen Ruf Lanz und Publicis.

Admazing steigert sich

Der Onlinevermarkter Admazing positioniert sich im Schweizer Markt auf den dritten Platz und expandiert nach Zürich.

 
Nach eigenen Angaben verbuchte der Online-Werbevermittler Admazing aus Tägerwilen ein Umsatzwachstum von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit festige das Unternehmen die Position als Nummer drei im Schweizer Online-Werbemarkt, heisst es in einer Mitteilung. Der positive Geschäftsverlauf im zweiten Quartal 2007 führte zu einem ersten Expansionsschritt. Admazing eröffnete in Zürich eine erste Vertretung. Der Standort Zürich stelle mehr Kundennähe und eine höhere persönliche Verfügbarkeit sicher, heisst es weiter.

«Es ging um die Positionierung des Verlags»

Ringier gab am Dienstag den Weggang von Verlagsleiter Thomas Landolt bekannt und kündigte eine straffere Organisation an. Unternehmenssprecher Mario Castellaneta erklärte der Werbewoche, in welcher Beziehung sich Landolt und die Konzernleitung uneins waren, was das Ziel der neuen Organisation ist und warum die Straffung erst ein halbes Jahr nach der grundsätzlichen Umstrukturierung bei Ringier Schweiz kommt.

 Ringier gab am Dienstag den Weggang von Verlagsleiter Thomas Landolt bekannt und kündigte eine straffere Organisation an. Unternehmenssprecher Marco Castellaneta erklärte der Werbewoche, in welcher Beziehung sich Landolt und die Konzernleitung uneins waren, was das Ziel der neuen Organisation ist und warum die Straffung erst ein halbes Jahr nach der grundsätzlichen Umstrukturierung bei Ringier Schweiz kommt. Werbewoche: Es heisst in der Medienmitteilung, dass Thomas Landolt das Unternehmen verlasse, weil man unterschiedliche Auffassungen über die Geschäftsführung des Unternehmens hatte. In welchen Bereichen? Marco Castellaneta: Es ging um die Art und Weise, wie der Verlag in der Schweiz positioniert und weiterentwickelt werden soll. WW: Waren auch einzelne Produkte wie beispielsweise der Blick ein Thema? Castellaneta: Nein, es ging um den Verlag als ganzes.
WW: Gleichzeitig gibt Ringier eine straffere Organisation bekannt: Der Verlagsleiter Ringier Schweiz führt die Bereiche Zeitungen, Zeitschriften und Romandie direkt. Was soll damit erreicht werden? Castellaneta: Wir passen unsere Organisation leicht an und zwar aufgrund der Erfahrungen, die wir in den ersten Monaten mit der neuen Struktur gesammelt haben. Die Organisation wird gestrafft. Wir verkürzen die Entscheidungswege. Neu sind also alle Bereichsleiter in ihrem Bereich auch tatsächlich operativ tätig. WW: Gibt es denn weitere Änderungen? Bleibt beispielsweise Thomas Passen, Verlagsleiter Zeitungen, in seiner Position? Castellaneta: Abgesehen von der Zusammenfassung von Zeitungen, Zeitschriften und Romandie zu einem Bereich gibt es keine Veränderungen. Herr Passen bleibt in seiner Position. WW: Wieso hat Ringier denn diese Form nicht schon Anfang Jahr gewählt, als die neue Organisation umgesetzt wurde? Castellaneta: Es gab den Ringier Verlag Schweiz ja letztes Jahr noch nicht. Niemand hätte also wissen können, wie die ideale Organisationform aussieht. WW: Tickt denn Ringier Schweiz anders als die Ableger im Ausland, dort funktioniert das Modell ja? Castellaneta: Für eine Geschäftseinheit ist es immer etwas speziell, wenn sie im gleichen Land operiert, in dem das Mutterhaus zu Hause ist. Wenn also der Ringier Verlag Schweiz etwas verändert, findet das auch immer grössere mediale Resonanz in der Schweiz, als wenn etwa der Ringier Verlag in Prag Änderungen bekannt gibt. WW: Steht der Entscheid, die Organisation zu straffen, im Zusammenhang mit Thomas Landolts Abgang? Castellaneta: Sicher wurde die Korrektur vorgenommen, weil Thomas Landolt den Verlag verlässt, langfristig wäre dies aber sicher auch unabhängig von seinem Weggang in Angriff genommen worden. WW: Wie lange lässt man sich Zeit, um den Posten des Verlagsleiters wieder zu besetzen? Castellaneta: Daniel Pillard übernimmt die Aufgabe auf seinen eigenen Wunsch interimistisch für ein Jahr. In dieser Zeit kann in Ruhe geplant werden. WW: Übernimmt Pillard im Sommer 2008 wieder die Leitung von Ringier Romandie? Castellaneta: Das ist so geplant.Interview: Carole Scheidegger

 

Der Presserat weisst Klage einmal ab und einmal gut

Der Schweizer Presserat weist eine Klage der Rätoromanen gegen die Weltwoche ab. Hingegen hat er die Klage des Waldwirtschaftsverbandes gegen die Bilanz gut geheissen.

Die Weltwoche titelte «Jäger, Räuber, Rätoromanen. Die frechste Minderheit der Schweiz» und die Sprachorganisation Surselva Romontsch war entsetzt und legte Beschwerde beim Schweizer Presserat ein. Ihrer Meinung nach verstosse der Autor eklatant gegen den Respekt der Menschenwürde und das Diskriminierungsverbot in den journalistischen Pflichten, ist einer Meldung der Nachrichtenagentur SDA zu entnehmen. Der Presserat ist da anderer Meinung und weist die Beschwerde ab. Er ist der Meinung, dass der Artikel die Rätoromanen im Menschsein nicht herabwürdige. Zwar möge der polemische Ton und die verwendeten Begriffe die Betroffenen unangemessen verletzt haben, die Grenzen der Kommentar- und Kritikfreiheit habe der Autor aber nicht überschritten. Hingegen hiess der Presserat die Beschwerde des Waldwirtschaftsverbandes Schweiz gegen die Bilanz gut. Die Wirtschaftszeitung habe die Differenzierung unterlassen und damit Informationen entstellt. Der Walwirtschaftsverband führte Beschwerde gegen einen Artikel über eine Grossägerei, wie die Nachrichtenagentur SDA weiter meldete. In diesem Artikel verwendete die Bilanz Zitate nicht ganz korrekt. Der Bericht schädige den Ruf des Verbandes und sei tatsachenwidrig. Diese Ansicht stützte der Presserat.

Reto Lipp moderiert «Eco»

Das Schweizer Fernsehen lanciert am 20. August ein neues Wirtschaftsmagazin. Das neue Format namens «Eco» wird von Reto Lipp moderiert.

Das Schweizer Fernsehen lanciert am 20. August ein neues Wirtschaftsmagazin.  Das neue Format namens «Eco» wird von Reto Lipp moderiert.Am 20. August 2007 wird das neue Wirtschaftsmagazin «Eco» laut Pressemitteilung erstmals ausgestrahlt. Reto Lipp, der ehemalige Chefredaktor des Anlegermagazins «Stocks», moderiert die Sendung. Das neue Format vom Schweizer Fernsehen läuft auf dem bisherigen Sendeplatz von «Start up» (montags, 22.20 Uhr) auf SF 1 und spricht ein wirtschaftsinteressiertes Publikum an.
 
Der 47-jährige Reto Lipp arbeitet zurzeit als Vizedirektor im Bereich Wealth Management & Business Banking der UBS. Zuvor war der Zürcher Ökonom Initiator und sechs Jahre lang Chefredaktor des Anlegermagazins «Stocks». In den neunziger Jahren war Lipp erst stellvertretender Chefredaktor von Radio Z, danach Ressortleiter des Finanz-Bundes der Handelszeitung.

Altdorfer Eventfabrik schiesst scharf mit Walterli

Die Eventfabrik in Altdorf UR – Agentur für Grafik, Design und Event – treibt ihr Eigenprojekt «Walterli Clothing since 1291» voran: Das Kleiderlabel präsentiert das erste Walterli.

Die Eventfabrik in Altdorf UR – Agentur für Grafik, Design und Event – treibt ihr Eigenprojekt «Walterli Clothing since 1291» voran: Das Kleiderlabel präsentiert das erste Walterli. Mahara MC Kay stand für das Magazin Modell und setzt die Kollektion in Szene. Der kürzlich eröffnete Walterli Freaks Shop direkt beim Telldenkmal, die neue Website und die Bar am Openair Gampel würden auf grosse Begeisterung stossen, so die Macher.

Zu guter Letzt: Durch die Blume gesagt

Wenn man etwas buchstäblich durch die Blume an die Öffentlichkeit gelangen lassen will, muss man sich in Geduld üben. Nicht nur, weil das Grünzeug zuerst einmal wachsen muss, sondern weil das geliebte Vaterland an akuter Bewusstseinsspaltung leidet.

Wenn man etwas buchstäblich durch die Blume an die Öffentlichkeit gelangen lassen will, muss man sich in Geduld üben. Nicht nur, weil das Grünzeug zuerst einmal wachsen muss, sondern weil das geliebte Vaterland an akuter Bewusstseinsspaltung leidet.Ja! – Nein! – Ich bestehe darauf! – Niemals! Und so geht’s weiter im Kampf um die Bewilligung für Musik nach 22h, zur Schau gestellten Tangas, das Streichen der eigenen Hauswand oder eben die Entfaltung von Knospen zu einem duftenden Werbesujet. Denn, entspringt dem helvetischen Boden ein bisschen Vegetation, greift man zur schweren demokratischen Artillerie: Klagen, Entscheide, Einsprachen, Verfügungen, Aufhebungen, Berufungen… Das Beste daran? Jeder Kanton – und wenn man Glück hat, jede Gemeinde – ist anderer Meinung und kämpft mit Leib und Seele (auch ein Kanton kann personifiziert werden, da er doch bekanntlich einen Geist hat) für seine Lösung, die naturgemäss ganz anders und viel klüger ist als diejenige der Fremden von nebenan.
Uns Schweizer geht’s nun einmal nicht um die Länge. So richtig vergnüglich ist es nur dann, wenn man sich an möglichst vielen Instanzen gerieben hat, zu jedem Mist Stellung genommen hat und das grosse Finale eine halbe Ewigkeit hinausgezögert hat. Das musste auch die Agro-Firma Agrola auf eigene Kosten lernen. Vor fast zwei Jahren besäte sie den Berner Grauholz, woraufhin eine originelle Reklame aus Gras, Getreide, Raps und Blumen aus dem Boden spross. Vor einem Jahr und nach gehörig vielen administrativen Zwischenstufen musste der 320 Meter lange Schriftzug auf einen gerichtlichen Entscheid hin gemäht werden. Nun verlangt SVP-Politiker Rudolf Joder Joder laut der Berner Zeitung eine generelle Zulassung von Feldwerbung. Bei dem von Papiertigern verseuchten verwaltungsrechtlichen Dschungel gedeiht eine nationale Lösung wohl nicht so schnell…
 
Natalie Favre 
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