Die prickelnde Eva

Aperitifs Ruf Lanz verrät, dass neu sogar Mahara Mc Kay ganz gern an einem Eve von Cardinal nippt.

Aperitifs Ruf Lanz verrät, dass neu sogar Mahara Mc Kay ganz gern an einem Eve von Cardinal nippt. «Wir haben uns vor bald 15 Jahren mit Trend- und anderen Markforschern zusammengetan und die relevanten Getränkethemen analysiert», erklärt Philipp Wetzel, Marketing Manager von Feldschlösschen. «In der folgenden Entwicklung war Eve eines der Konzepte, das die grössten Potenziale aufwies.» Für ihre Tochter Cardinal hat der schweizerische Bier-Leader deshalb ein Fläschchen namens Eve entwickelt. «Eve von Cardinal ist eine Alternative zu Prosecco, gespritztem Weisswein oder Cocktail», meint Chantal Weibel, Brand Manager Cardinal. Das neue Getränk mit nur 3,1 Volumenprozent wurde bei Cardinal von einem Frauenteam entwickelt. Dieses wusste: 78 Prozent der Schweizer Frauen zwischen 18 und 49 Jahren trinken selten oder nie ein Bier. Die geheime Lust ist aber auch bei Frauen vorhanden. 
In einer mehrstufigen Lancierung wurde die Idee für das neue Leichtbier mit Litchigeschmack im letzten Herbst zuerst auf der Gastroschiene getestet. Der Erfolg gab den Erfinderinnen Recht. Heute wird Eve bereits in 2000 Bars und Restaurants in der Schweiz angeboten. Getrunken wird es aus dem Longdrink-Glas oder aus der Flasche mit einem Röhrchen «von selbstbewussten und jungen Frauen, die eine leichte und genussvolle Alternative zu anderen alkoholhaltigen Getränken bevorzugen», wie Ruf Lanz im Briefing erfahren konnte.
 
Jetzt wird das Sortiment neben dem Litchi-Bier bereits mit dezentem Grapefruit erweitert. Auf keinen Fall soll hier aber geschrieben werden, dass der trinkende Volksmund diese Drinks auch «Frauenbier» nennt. Tatsächlich ist Evas Saft bereits auch unter Männern begehrt. Eve Grapefruit und Litchi gibt es im 4er-Pack im Coop und demnächst auch bei anderen «Tankstellen».
 
Um das zu kommunizieren, hat Ruf Lanz auf Cardinals Wunsch hin auf Testimonials gesetzt. «Man macht sich bei dieser Technik so seine Gedanken», zweifelte Ruf Lanz. Inzwischen ist Berater Michael Gassler überzeugt: Was George Clooney für Nespresso, soll jetzt Mahara Mc Kay für Eve sein. Die Ex-Miss (was nichts über ihren Stil des Biertrinkens sagen will) und heutige DJane war bereits am Lancierungsevent von Eve im September 2006 dabei. Inzwischen war sie mit Ruf Lanz und Markenfilm Schweiz für einen Werbespot sowie Fotoshooting in Prag und Zürich. Dort hat sie sich als Botschafterin für Eve in ein prickelndes Licht hüllen lassen. Keine vielschichtige Kreativkunst, aber trotzdem schöne Bilder für alle Schichten, die Mahara Mc Kay die nötige «Szenenkredibilität und einen Schuss Glamour» für Eve abnehmen.
 
Die Anzeigen erscheinen vor allem in frauenaffinen Zeitschriften. Die Kinospots werden auch beim Orange-Cinema sowie an Freiluft-Events gezeigt.
 
Andreas Panzeri

SRG erhält Bundesgeld für Auslandsangebot

Der Bundesrat hat mit der SRG eine Leistungsvereinbarung über ihr Angebot für das Ausland abgeschlossen. Er wird künftig jährlich 20,6 Millionen Franken an die Swissinfo.org sowie an die Zusammenarbeit mit den internationalen Fernsehsendern TV5 und 3sat leisten.

 Der Bundesrat hat mit der SRG eine Leistungsvereinbarung über ihr Angebot für das Ausland abgeschlossen. Er wird künftig jährlich 20,6 Millionen Franken an die Internet-Plattform Swissinfo.org sowie an die Zusammenarbeit der SRG mit den internationalen Fernsehsendern TV5 und 3sat leisten. Die Vereinbarung ist fünf Jahre lang gültig. Bei Swissinfo.org handelt es sich um den Nachfolger von Radio Schweiz International, das den Betrieb Ende 2004 eingestellt hatte. Die Plattform wurde 2006 laut Bundesangaben über 130 Millionen Mal aufgerufen.
Der Bundesbeitrag unterstützt ausserdem den Sender TV5 für das französischsprachige Publikum und 3Sat für die deutschsprachigen Zuschauer. In diesem Zusammenhang hat die Landesregierung auch die Charta von TV5 genehmigt.
Die SRG wird sich im Übrigen weiterhin an internationalen Zusammenarbeitsprojekten wie Euronews und Arte beteiligen können.

Media Trend Award für Cinecom und 20 Minuten

Am Mittwochabend ging im Zürcher Moods zum zehnten Mal der Media Trend Award über die Bühne. Rund 350 Leute aus der Branche feierten an dem von Anna Maier moderierten Anlass die neuen Sieger in Sachen Media.

Am Mittwochabend ging im Zürcher Moods zum zehnten Mal der Media Trend Award über die Bühne. Rund 350 Leute aus der Branche feierten an dem von Anna Maier moderierten Anlass die neuen Sieger in Sachen Media. Als Überraschungsgast trat Erick Vock auf, der exklusiv Teile aus seinem neusten Programm zeigte, das ab Herbst aufgeführt wird. Urs Schnider, Chefredaktor des Media Trend Journals, das den Preis ausrichtet, hielt eine humoristische Rückschau auf die letzten zwanzig Jahre Mediengeschichte, in denen sich einiges bewegt hat. «Ich freue mich sehr, dass so viele Leute hier sind und mit uns diesen Anlass im voll besetzten Moods feiern», sagte Schnider zur Werbewoche. Anlässlich des zehnten Geburtstags des Awards gab es ausserdem eine Verlosung, bei dem die Teilnehmer von Data Quest spendierte iPods gewinnen konnten. Bei den Vermarktern holte die Cinecom den ersten Rang. Zum ersten Mal auf dem Podest ist die IP Multimedia, die den zweiten Platz belegte. Radiotele kam auf Rang drei. Die Publisuisse musste sich mit der ledernen Medaille begnügen. CEO Matthias Luchsinger nahm den Preis für die Cinecom entgegen, CEO Michi Frank für IP Multimedia und Felix Kilchsperger, Verkaufsleiter Radio, für die Radiotele.
Bei den Medienanbietern ist 20 Minuten auf den ersten Platz vorgerückt, letztes Jahr belegte die Gratiszeitung Rang zwei. Silber ging an die Handelszeitung und auf den dritten Podestplatz kam Clear Channel Plakanda. Marcel Kohler, Geschäftsführer von 20 Minuten, freute sich auf der Bühne sehr über den Award, ebenso wie Verleger Ralph Büchi, dem der Preis für die Handelszeitung überreicht wurde.
Ins Rennen gingen dieses Jahr 34 Medienanbieter und 17 Medienvermarkter. Jury für den Media Trend Award sind Media- und Werbeagenturen. Sie bewerten die Teilnehmer in einer Online-Umfrage anhand der Kategorien Serviceleistung, Beratungskompetenz und Preis/Leistungsverhältnis.

Und dazu ein Klares, wie es die Natur geschaffen hat

Mineralwasser Saatchi & Saatchi Simko erfrischt mit einer neuen Kampagne für Henniez.

Mineralwasser Saatchi & Saatchi Simko erfrischt mit einer neuen Kampagne für Henniez. «Leben pur» heisst der Slogan für die neue Kampagne von Henniez. Die Botschaft soll die Werte des führenden Schweizer Mineralwassers auf den Punkt bringen. Henniez ist über 100-jährig und «trotzdem jung und aktuell wie eh und je». 
Diese Lebensfreude war auch bisher schon im Fokus der Henniez-Kampagnen und wurde nun um die zentralen Markenwerte Natürlichkeit, Reinheit und Authentizität zu einem modernen Werbeauftritt verdichtet. Bei diesem steht das Wasser mit seinen positiven Eigenschaften im Zentrum. Entstanden sind zugleich lebendige und elegante «Wasserspritzermenschen», welche die Marke förmlich «zum Überquellen bringen», wie die Agentur ihre visuelle Idee umschreibt.
 
Auf Reinheit und Authentizität wurde auch bei der Umsetzung der Kampagne grossen Wert gelegt. Jeder einzelne Tropfen auf den Plakatsujets ist echt, auf Computer-Animation wurde bewusst verzichtet. Die Kreativen von Saatchi & Saatchi Simko warfen für ihre Filme und Printsujets unterschiedlich grosse Glaskugeln aus verschiedenen Höhen und Winkeln in ein Aquarium und hielten die Wasserspritzer im Bild fest. Erst dann wurden diese auf dem Computer wieder zu «Wasserfiguren» zusammengefügt.
 
Andreas Panzeri

Ruf Lanz gewinnt Mandat für Zoofäscht 2008

Mit der Kommunikation für das Zoofäscht 2008 wurde Ruf Lanz beauftragt. Seit 20 Jahren trägt das Zoofäscht als namhafte Fundraising-Quelle dazu bei, dass die Tiere im Zürcher Zoo in artgerechten Anlagen leben können.

 Mit der Kommunikation für das Zoofäscht 2008 wurde Ruf Lanz beauftragt. Seit nunmehr 20 Jahren trägt das Zoofäscht als namhafte Fundraising-Quelle dazu bei, dass die Tiere im Zürcher Zoo in artgerechten Anlagen leben können. Es findet alle zwei Jahre statt. Die Kreativagentur Ruf Lanz will laut Markus Ruf und Danielle Lanz «tierisch gute Werbung» für den Anlass machen. Erste Resultate werden gegen Ende Jahr zu sehen sein.

Die alte Dame ist breiter als gedacht

Verlagswerbung Publicis lanciert erstmals eine Dachkampagne für das Medienhaus NZZ.

Verlagswerbung Publicis lanciert erstmals eine Dachkampagne für das Medienhaus NZZ. Die 1780 gegründete Neue Zürcher Zeitung hat sich zu einem modernen Medienunternehmen mit einem breiten Spektrum von Produkten entwickelt. Heute steht NZZ als Synonym für ein Medienhaus mit grosser publizistischer Kompetenz. Dies soll kommuniziert werden. Seit Mitte Juni sind deshalb gleich drei Kampagnen im Einsatz.  
Im Zentrum steht die Dachkampagne, die zum Ziel hat, die breitgefächerte NZZ-Kompetenz hinauszutragen. Wie die Leiterin Lesermarkt NZZ, Lilo Altorfer, mitteilt, beschränke man sich derzeit aber nur auf die Printprodukte.
 
Strategischer Kern ist der Claim «NZZ – Intelligente Vielfalt». CD Markus Gut von Publicis: «Der Claim soll die Vielschichtigkeit von NZZ ausdrücken. Inhaltlich intelligent, vielfältig an Produkten.» Die klare Aussage wird künftig Bestandteil aller Werbemittel sein. «Die Marke NZZ gibt erstmals ein produktübergreifendes Versprechen ab», sagt Markus Gut.
 
Neben der Dachkampagne, die vorläufig zwei Sujets beinhaltet, hat die Werbeagentur Publicis zwei Produktkampagnen entworfen. Für die Neue Zürcher Zeitung haben die Kreativen den beliebten blauen Bleistift als Visual weiterentwickelt. Von der nüchternen und witzigen Art früherer Werbung hat man sich aber verabschiedet. Lilo Altorfer: «Wir wollen unsere Leser mit warmen und emotionalen Bildern ansprechen.» Der blaue Bleistift, seit 1995 als Symbolträger im Amt, wurde in alltägliche Situationen eingebettet. Mal als Dirigentenstab, mal als Kaffeelöffel.
 
Die NZZ am Sonntag überrascht mit einem anderen Konzept. Der Auftritt nennt sich «Wortbilder». Text und Szenerie sind auf kreative Weise vereint. Obwohl alle drei Kampagnen eigenständig sind, bleiben die Bilder und ihre Gestaltung miteinander verbunden.
 
Seit Mitte Juni sind die NZZ-Kampagnen in den wichtigsten Zeitungen und Zeitschriften zu sehen. Im Herbst will die NZZ mit einer grossen Plakataktion an den Start gehen.
 
Christian Lüscher

Mittelmeer-Feeling bei M

Detailhandel Vom 3. bis 16. Juli 2007 sind die Mittelmeerregionen zu Gast in der Migros. Zu diesem Anlass erscheint auch wieder ein più.

Detailhandel Vom 3. bis 16. Juli 2007 sind die Mittelmeerregionen zu Gast in der Migros. Zu diesem Anlass erscheint auch wieder ein più. Mittlerweile die dritte Ausgabe. Die diesjährige Ausgabe steht ganz unter dem Motto «Die Frische des Südens entdecken». Der Magazinteil überrascht mit vielen Hintergrundinformationen zu südlichen Themen wie Espresso, Mozzarella, Fisch oder Antipasti. Daneben gibt es ein Interview mit dem Zürcher Pizza-Weltmeister Luigi Acampora vom Restaurant Positano sowie eine Tomaten-Schautafel, die sich an jeder Kühlschranktür gut macht. Das più wird in allen Migros-Filialen gratis aufgelegt und erscheint zusätzlich als Beilage in der Wochen- und Sonntagspresse. Realisiert hat die Ausgabe die Agentur Weber Harbeke.

Schluss mit analogem TV in der Romandie

Am 25. Juni 2007 hat die SRG den analogen Fernsehsendebetrieb in der Westschweiz eingestellt. Die Umstellung auf digitalen empfang erfolgte gemäss Angaben der SRG reibungslos.

 Am 25. Juni 2007 hat die SRG den analogen Fernsehsendebetrieb in der Westschweiz eingestellt. Ausser im Wallis und eines Teils des Chablais vaudois, dort folgt die Umstellung 2008. Die Abschaltung des analogen Fernsehsignals erfolgte nach einer umfassenden Kampagne, mit der die Bevölkerung der Suisse romande seit Februar 2007 regelmässig über die bevorstehende Umstellung informiert wurde. Die digitale Verbreitung bietet einen qualitativ wesentlich besseren Empfang, setzt aber ein entsprechendes Empfangsgerät oder eine Satellitenanlage voraus. Entscheidend für den Erfolg bei der Umstellung waren die Fernsehhändler, die von TSR und SRG betriebene Helpline und die Internetseite www.digitalesfernsehen.ch. Aufgrund der bei der Helpline eingegangenen Fragen könne bereits heute festgestellt werden, dass die Umstellung in der Suisse romande ohne grössere Probleme vonstatten gegangen sei, ist aus der Mitteilung zu lesen. Die Deutschschweiz und Graubünden werden im November 2007 umgestellt.

Bundesrat schafft neue Radio- und TV-Gebiete

Das Ringen um die TV- und Radioversorgungsgebiete hat ein Ende: Der Bundesrat hat die Schweiz am Mittwoch in 13 Versorgungsgebiete für Regionalfernsehen mit Gebührenanteil gegliedert. Für die Privatradios hat er 34 Gebiete definiert.

 Das Ringen um die TV- und Radioversorgungsgebiete hat ein Ende: Der Bundesrat hat die Schweiz am Mittwoch in 13 Versorgungsgebiete für Regionalfernsehen mit Gebührenanteil gegliedert. Für die Privatradios hat er 34 Gebiete definiert. Die Konzessionen werden im Herbst ausgeschrieben. Radio- und Fernsehstationen benötigen nur noch dann eine Konzession, wenn sie Gebührengelder erhalten oder knappe Frequenzen zu bevorzugten Bedingungen nutzen wollen. In den übrigen Fällen kann die Sendetätigkeit nach einer Meldung an das Bundesamt für Kommunikation aufgenommen werden.
Für die Regionalfernesehen stehen neu 32 Millionen statt bisher 7 Millionen Franken zur Verfügung, die Radios erhalten 16 statt 7 Millionen Gebührengelder. Die Unterstützung soll einen regionalen Service public von guter Qualität ermöglichen – auch in Gebieten, wo das wirtschaftliche Potenzial für eine private Finanzierung nicht ausreicht.
Für die Fernsehsender umfassen die neuen Versorgungsgebiete laut dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) meistens mehrere Kantone. Bei der Gestaltung des Raumes Zürich-Ostschweiz hat sich der Bundesrat für die Schaffung zweier Versorgungsgebiete entschieden. Das eine wird die Kantone Zürich, Schaffhausen und Thurgau umfassen. Für die Produktion eigener Programmfenster für die Kantone Schaffhausen und Thurgau wird der entsprechende Veranstalter einen Gebührenanteil erhalten. Um den Bedenken der Ostschweizer Kantone Rechnung zu tragen, konzentriert sich das künftige Versorgungsgebiet Ostschweiz auf die Kantone St. Gallen, Appenzell (AR, AI) sowie auf die östlichen Thurgauer Bezirke Arbon und Bischofszell, schreibt das Bakom weiter.
In der Romandie wurde das neue Versorgungsgebiet Waadt-Freiburg geschaffen, das ein Programmfenster für den Kanton Freiburg vorsieht und das Versorgungsgebiet Arc jurassien, das die Kantone Neuenburg, Jura und den Berner Jura verbindet. Der Kanton Wallis bildet ein einheitliches Versorgungsgebiet, in welchem der spätere Konzessionär die Auflage erhalten wird, Programme in französischer wie auch in deutscher Sprache zu verbreiten.
In 23 der 34 Radio-Versorgungsgebiete wird es zur Ausschreibung von Konzessionen mit Gebührenanteil kommen. 9 dieser Konzessionen sind für komplementäre nicht gewinnorientierte Veranstalter vorgesehen. Eine der wesentlichen Neuerungen bildet die jeweilige Angleichung der Versorgungsgebiete im Genferseeraum, in der Region Zürich sowie in der Innerschweiz. Im Raum zwischen Genf und Yverdon entstehen neu vier grosse Versorgungsgebiete mit gleicher Ausdehnung. Im Grossraum Zürich-Glarus werden drei kommerzielle Veranstalter mit identischen Versorgungsgebieten auf Sendung gehen. Auch in der Innerschweiz überschneiden sich die drei Veranstalter künftig in einem bedeutsamen Teil ihres Versorgungsgebiets. Zusammenschlüsse bisher getrennter Versorgungsgebiete finden in den Kantonen Graubünden und St. Gallen sowie im Jurabogen statt. Als letzte grössere Agglomeration der Deutschschweiz erhält Winterthur ein neues Versorgungsgebiet für ein komplementäres, nicht gewinnorientiertes Programm.

Presse kommt unter Druck

Druckereien Walker hat für ihren neuen Kunden Maxiprint die Aktion «Newsweek» lanciert und beweist mit Witz: «Schneller druckt keiner.»

Druckereien Walker hat für ihren neuen Kunden Maxiprint die Aktion «Newsweek» lanciert und beweist mit Witz: «Schneller druckt keiner.» Die Idee könnte «das Druckgewerbe revolutionieren», sind sich Fachleute einig. Das Unternehmen Maxiprint von Ingo Grünig und Marcos Gonzalez bietet als «erste Internetdruckerei der Schweiz» einen Online-Shop, wo Kunden «zu unglaublichen Tiefpreisen» alle nur möglichen Drucksachen in Auftrag geben können. Diese werden in Rekordzeit ausgeliefert. Für den Druckauftrag sucht Maxiprint per Netz noch freie Kapazitäten quer durch die Schweiz oder je nach Auftrag auch im Ausland. 
«Schneller druckt keiner», heisst deshalb der Claim, den Walker für Maxiprint erfunden hat. Bewiesen wird dieses Werbeversprechen im Verlauf dieser ganzen Woche mit einer spektakulären Aktion «Newsweek».
 
«Heathrow wieder offen», knallte am letzten Montag von unzähligen Plakatwänden im Zürcher Hauptbahnhof und im S-Bahnhof Stadelhofen. Das buntfarbene Plakat im Stil einer Frontseite der englischen Boulevardpostille Sun wurde bereits vor sechs Uhr morgens aufgehängt. Ebenso ein Plakat mit der aufklärenden Schlagzeile, dass Elton John beim Gedenkkonzert für Diana am Vorabend in London den von Prinz Harry gewünschten Song «Candle in the Wind» nicht gesungen hat. Im Tages-Anzeiger vom gleichen Montag war nur zu lesen: «Bei Redaktionsschluss noch offen.»
 
Das Medium Plakat schneller als die Tageszeitung? Bei der Agentur Walker laufen seither die Telefone heiss. Was soll das? Wie geht das? Wer hilft da mit?
 
«Natürlich wollen wir nicht die Presse an die Wand spielen, schliesslich freuen wir uns bei der Aktion auch auf die Mithilfe einer Redaktion», erklärt Walker. Mit den an die Wand gehängten Schlagzeilen soll einfach bewiesen werden, wie effizient Maxiprint in Sachen Drucksachen alle Kundenwünsche in Rekordzeit erfüllen kann. Walker hat seinen Neukunden bei der Präsentation mit einem Plakat überzeugt, das er nur wenige Minuten vor Eintreffen der Auftraggeber mit einer eben- so «druckfrisch» auffallenden Schlagzeile neben seiner Agentur aufgehängt hat.
 
Für die Aktion «Newsweek» ist die Logistik ein bisschen komplexer geworden. Um diese Plakatkampagne realisieren zu können, ist die Agentur Walker für eine ganze Woche in einen «Newsroom» umfunktioniert worden. Wie in einer echten Boulevard-Redaktion durchkämmt man ab 21 Uhr mit steigender Spannung die Agenturmeldungen. Welche Story ergibt für die «Maxiprint-Newsweek» den grossen Scoop?
 
«Zürich oder Köln?» Der schwarze Fusssballstar Tico aus Nigeria hat gleich bei zwei Mannschaften unterschrieben. Wo wird er spielen? «Darf man eine Schlagzeile mit einem Fragezeichen setzen?», fragt Pius Walker. Art Director Marianne Friedli findet eine grafische Lösung, bei der die Ausnahme durchgehen könnte. Ihr Kollege Christian Bachofer experimentiert inzwischen mit einem kleinen Fussball anstelle des Punktes beim Fragezeichen. Die Bilder für die News-Plakate werden von Keystone oder von einem Team rund um Robert Bachmann bei den LZ Medien geliefert.
 
Um halb zwölf Uhr dann noch einmal ein Telefon zur «Aussenredaktion». Die echten Journalisten bei der Neuen Luzerner Zeitung haben auch keine spektakuläreren News mehr gefunden. Kurz vor Mitternacht holt Berater Hans Beer deshalb das OK beim Kunden. «Tico mit Fragezeichen wird gedruckt», übermittelt Walker an die zwei Druckereien, die sich wie jeden Abend dieser «Newsweek» auf Piket befinden, um die Plakate in einer Auflage von 31 Stück in Handarbeit zu produzieren.
 
Die ersten F200 sind schon gedruckt, als Tico zur Geisterstunde doch noch klaren Tisch macht. Der Fussballer will nun definitiv nach Zürich kommen. «Es war echt aufbauend zu erleben, mit welcher Freude an ihrem Job die Drucker nachts um ein Uhr noch einmal umgestellt haben», schwärmt Walker. Ebenso begeistert zeigt er sich vom Zusammenspiel mit der APG. «Hier war man sehr erfreut über die Entwicklung der Kampagne für Amnesty International. Das wurde zu einem Steilpass für diese neue Idee.» Marketingleiter Roger Möschler sah im Projekt auch eine Chance, zu beweisen, wie «schnell Plakate sein können». Karin Komar sorgte dafür, dass die Logistik der APG für Walker auch mit nötiger Nachtarbeit das Aufhängen der Plakate garantieren konnte. Zwei Afficheure bekommen ab 3.00 Uhr die Plakate ausgeliefert, unterziehen sie im Logistik-Zentrum in Wallisellen noch einer Spezialbehandlung und fahren dann zum Bahnhof. Dort werden im Verlaufe des Tages 350000 Pendler siebenmal diese Woche noch staunen: «Maxiprint: Schneller druckt keiner.»
 
Andreas Panzeri
 
 
Schneller druckt keiner: Maxiprint 
Bereits im Alter von 16 und 17 Jahren
beginnen Marcos Gonzalez und Ingo Grünig mit ersten Vermittlungen von Druckaufträgen. Die beiden Jungunternehmer verfügen über ein grosses Beziehungsnetz, insbesondere zur schnelllebigen Schweizer Musikbranche, wo ihre Idee der ebenso schnellen Drucksachen auf grosses Interesse stösst.  
Die Idee
«Topqualität zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis» dank richtigem Jonglieren der freien Kapazitäten entwickelt sich weiter und führt 1999 zur ersten Internetdruckerei der Schweiz: Maxiprint.ch. 2002 wird die erste Direktbestellung von Standardprodukten online möglich.  
Die EDV-Infrastruktur wird massiv ausgebaut.
2003 arbeiten bereits 10 Leute bei Maxiprint in Neuhausen am Rheinfall. Das Sortiment wird permanent erweitert. 2005 verlegt Maxiprint den Standort nach Baar.  
Die LZ Medien Holding beteiligt sich
mit 35 Prozent und übernimmt 2006 schliesslich 100 Prozent. Die Idee, dass Maxiprint für online aufgegebene Druckaufträge die jeweils schnellsten und günstigsten freien Kapazitäten in einem immer breiter werdenden Netz von Druckereien im In- und Ausland sucht, könne die Druckereibranche ähnlich revolutionieren wie das Ferienbuchen per Internet. (pan)

Handelszeitung übernimmt grössten Teil der Cash-Abonnenten

Rund 27'000 bisherige Abonnenten der eingestellten Wirtschaftszeitung Cash haben sich entschieden, neu die Handelszeitung zu beziehen. Rund 5’000 ehemalige Abonnenten beziehen nun die Bilanz und rund 2'000 Stocks.

 Rund 27’000 bisherige Abonnenten der eingestellten Wirtschaftszeitung Cash haben sich entschieden, neu die Handelszeitung zu beziehen. Den früheren Abonnenten der Ringier-Zeitung wurde wahlweise die Möglichkeit gegeben, ein Abonnement der Handelszeitung, der Bilanz oder des Anlegermagazin Stocks zu beziehen. Rund 5’000 haben sich bisher für die Bilanz und rund 2’000 Abonnenten für Stocks entschieden. Alle drei Blätter erscheinen unter dem Dach von Axel Springer. Rund 9’000 ehemalige Cash-Abonnenten nahmen bislang das Angebot nicht an, eine der drei Publikationen zu abonnieren. Die Handelszeitung ist nach der der Übernahme des Cash-Abonnentenstamms am Mittwoch erstmals in einer neuen Grossauflage von 71’000 Exemplaren ausgeliefert worden. Damit sei die Zeitung ab sofort die grösste Wirtschaftszeitung der Schweiz, heisst es in einem Communiqué von Jean Frey. Auch die Kioskauflage wurde um 50 Prozent auf rund 12’000 Exemplare erhöht.

Filmreifes Tandem

Reiner Roduner und Felix Courvoisier haben eine Firma für Corporate-Filme und crossmediale Kommunikation gegründet: Seed.

Reiner Roduner und Felix Courvoisier haben eine Firma für Corporate-Filme und crossmediale Kommunikation gegründet: Seed. «Als die Bilder laufen lernten», hat man vor über 100 Jahren die Erfindung des Films noch in einfache Worte fassen können. Heute laufen die Bilder in alle erdenklichen Richtungen und bewegen sich auch in verschiedensten Formen. Da braucht es eine Spezialisierung für Filmschaffende, wenn man in einer nicht mehr überblickbaren Bilderwelt trotzdem gesehen werden will. «Ich habe realisiert, dass sich audiovisuelle Medien für die Unternehmenskommunikation zu einem sehr komplexen Gebilde entwickelt haben. Das geht weit über das klassische Produzieren von Filmbeiträgen hinaus. Es werden immer mehr integrierte Kommunikationsansätze gewünscht», sagt Reiner Roduner. Der Inhaber der Produktionsfirma Absolutturnus Film in Zürich hat sich unter dem Aspekt dieser Entwicklung jetzt mit Felix Courvoisier, bisher Leiter Corporate bei Condor Films, zusammengetan und die Seed Audio-Visual Communication ins Leben gerufen. Mit Seed entwickelt und realisiert das Duo integrierte Kommunikationslösungen mit Schwerpunkt audiovisuelle Medien.  
Roduner realisiert seit über zwei Jahrzehnten Auftragsfilme der unterschiedlichsten Art sowie Dokumentar- und Kinofilme. Nebst TV- und Kinospots bietet Absolutturnus als Spezialität auch die Entwicklung und Produktion von Sponsoring-Spots für Sport, Kultur und Meteo an. Seit 1994 hat Roduner über 600 Meteo-Billboards für Kunden wie Allianz Suisse, Migros oder Vögele ins Fernsehen gebracht sowie diverse Sponsoring-Spots für die Engagements von «Zürich»-Versicherung, UBS und Credit Suisse. Absolutturnus hat den absoluten Dreh für neue Formen im Werbefilmmarkt gefunden. Mit der Gefahr allerdings, dass Roduners Spezialfirma von einigen Kunden langsam zu stark als «Gemischtwarenladen» wahrgenommen wird. Um dieser Tendenz zu begegnen, hat Roduner schon früher die Cinema Motion ausgegliedert. Eine Division der Absolutturnus, die auf die Koproduktion von Spiel- und Dokumentarfilmen spezialisiert ist. «Das Fähnlein der 7 Aufrechten» oder kürzlich «Handy Man» mit Marco Rima sind aus dieser Küche.
 
Jetzt will sich Roduner mit einer weiteren Diversifizierung auch im Bereich der audiovisuellen Unternehmenskommunikation klarer positionieren. Dazu hat er nach einem Spezialisten gesucht, der «den besten Namen» hat, um dieses Gebiet weiterzuentwickeln. Diese Woche können Reiner Roduner und Felix Courvoisier nun die Gründung ihres gemeinsamen Unternehmens namens Seed Audio-Visual Communication bekannt geben, in das Roduner die Division Corporate Film der Absolutturnus einbringt.
 
«Vom ersten Gespräch an haben wir sofort über das Gleiche gesprochen, die gleichen Visionen entwickelt und das gleiche Verständnis für die Möglichkeiten der integrierten Kommunikation entdeckt», schwärmen die neuen Partner. So hat man mit Seed jetzt eine Firma geschaffen, die als Kompetenzzentrum für integrierte Kommunikationslösungen mit Schwerpunkt audiovisuelle Medien steht. Seed wird mit Absolutturnus die Räumlichkeiten teilen und die gleiche Infrastruktur mit Studios und Schnitträumen im Medienhaus an der Bachstrasse vor der Roten Fabrik benützen. Die Arbeit wird aber eine ziemlich andere sein.
 
«Bei der Unternehmenskommunikation kommen 95 Prozent der Aufgaben im Direktauftrag. Dies verlangt von uns konzeptionelle Kompetenz», erklärt Courvoisier die gestiegenen Anforderungen. Der Kunde will oft nicht nur einen Film oder eine Weblösung. «Er will Wirkung, und wir stellen uns zur Verfügung, dafür eine gescheite integrierte Lösung zu finden.» In einer solchen wird das «Medium der bewegten Bilder» einen wichtigen Platz einnehmen. «Botschaften müssen in Erlebnisse gepackt und dann in verschiedene Kanäle gespeist werden», sagt Courvoisier. Roduner fasst zusammen: «Audiovisuelle Medien erzielen die beste Wirkung, wenn sie integriert konzipiert und realisiert, also mit anderen Medien vernetzt werden.»
 
Mit solchen Ideen Richtung «Generalunternehmer» darf Roduner natürlich nicht seine bisherigen Auftraggeber für die Spots vergraulen. Hier will Absolutturnus nach wie vor nur als ausführender Produzent auftreten. Im Bereich Corporate ist die Entwicklung zur «mitdenkenden Filmproduktion» aber nicht mehr aufzuhalten, deshalb jetzt die Gründung von Seed. Für Roduner ist dieser neue Schritt auch eine Möglichkeit, «die Grenzen auszukitzeln, wie weit man mit filmischer Integration gehen kann».
 
Roduner hat nach der Handelsmatura seinen Einstieg in die Medien als Texter bei Reader’s Digest gefunden. Durch seine Schwester Bea Roduner, die schon damals PR für Filmverleiher machte, lernte er 1984 den legendären «Superman»-Produzenten Alexander Salkind kennen und musste für diesen über Nacht ein vergessen gegangenes POS-Konzept für das Filmfestival in Cannes «retten». Roduner machte den Job so gut, dass er gleich «als persönlicher Assistent» bei Salkind bleiben und vier Jahre für dessen Filmwerbung zwischen London und Zürich pendeln durfte. Roduner gestaltete Werbekonzepte zu neuen Filmen für die Festivals in ganz Europa. «Diese Welt hat mich total fasziniert», schwärmt er noch heute. Zurück in der Schweiz fand er dann seinen weiteren Weg als Aufnahmeleiter bei Topic Film. Später übernahm er von Andres Brütsch und zusammen mit André Amsler die Abteilung Corporate, wechselte zu Condor, wo er die Audiovisuals führte, und ging dann ein Jahr auf Weltreise. «Filmhaus» hiess nach der Rückkehr Roduners erste eigene Firma, aus der sich dann die Absolut Film und später die Absolutturnus entwickelt hat.
 
Felix Courvoisier, der «audiovisuelle Kommunikationsspezialist», hat in Zürich Betriebswirtschaft studiert und vor und während der Uni in Werbe- und PR-Agenturen gearbeitet. Danach absolvierte er ein Trainee-Programm bei der ABB. Hier lernte der angehende «Industriefilmer» die Welt seiner späteren Kunden kennen. Courvoisier arbeitete im Personalbereich und durfte im Controlling fünf Monate ein Kraftwerkprojekt in Malaysia betreuen. Wieder zurück in Baden wurde er Assistent beim Leiter der Unternehmenskommunikation, danach leitete er die weltweite Kommunikation des Bereichs Gasturbinen- und Kombikraftwerke. Ein Stelleninserat brachte ihn schliesslich zu Condor. Hier war er 1997 zuerst zuständig für die Akquisition, entwickelte sich dann schnell in die Bereiche Beratung und Konzeption und hat 2001 die Leitung der Abteilung Corporate übernommen. Seit einigen Jahren wirkt er zudem als Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz im Master-Studiengang für Corporate Communications Management.
 
Mit Seed sollen all diese Erfahrungen jetzt in eine zukunftsträchtige Firma einfliessen, wo die Bilder noch einmal von Grund auf das Laufen erlernen.
 
Andreas Panzeri
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