Swiss Music Radio überrascht über Ablehnung der DAB-Konzession

Bei Swiss Music Radio macht sich die Enttäuschung breit, denn es wurde keine Konzession für die digitale Verbreitung vom UVEK gewährt. Mit Hilfe des Partners Radio Sunshine wollte der Zuger Sender sein Programm auszubauen. Ingesamt waren 18 Anträge gestellt worden, davon wurden 10 abgelehnt.

Bei Swiss Music Radio macht sich die Enttäuschung breit, denn es wurde keine Konzession für die digitale Verbreitung vom UVEK gewährt. Mit Hilfe des Partners Radio Sunshine wollte der Zuger Sender sein Programm auszubauen. Ingesamt waren 18 Anträge gestellt worden, davon wurden 10 abgelehnt. Nach der Ablehnung des Radiokonzession-Gesuchs herrscht in Rotkreuz Fassungslosigkeit. Swiss Music Radio zeigt sich in seiner Medienmitteilung überrascht über die Ablehnung der beantragten Digitalradiokonzession (DAB+), welche es erlaubt hätte, drahtlos terrestrisch in digitaler Qualität in der ganzen Deutschschweiz zu senden.
Das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) begründet die Entscheidung nur indirekt durch den fehlenden Beitrag zur Attraktivitätssteigerung der DAB-Technologie und bezieht sich dabei unspezifisch auf alle abgelehnten Programme. Dass Swiss Music Radio hauptsächlich Musik von Schweizer Künstlern senden will wie Polo Hofer oder erweckt in Bundesbern anscheinend nicht genug Interesse, um die Erteilung einer Konzession zu bewirken.
Geplant wäre gewesen, das Programm von DAB+ Swiss Music Radio mit Hilfe des Partners Radio Sunshine auszubauen. Swiss Music Radio hatte deshalb die Konzession gemeinsam mit Radio Sunshine beantragt. Aus diesem Ausbau wird nun vorerst nichts. Die Verwaltungsräte der beiden Firmen werden nun an ihren nächsten Sitzungen über das weitere Vorgehen befinden müssen.
Radio Sunshine wird sich nun statt Swiss Music Radio an der zu gründenden DAB+ Betreiberfirma beteiligen. Ob Swiss Musc Radio oder Radio Sunshine auf DAB+ als meldepflichtiges Programm übertragen werden soll oder allenfalls gar beide, wird sich erst später entscheiden, wenn über die Verbreitungsmodalitäten Klarheit herrscht.

UVEK vergibt acht DAB-Konzessionen

Das UVEK hat jene acht Programme bestimmt, die eine Radiokonzession für die digitale Verbreitung in der deutschsprachigen Schweiz erhalten. Ingesamt waren 18 Anträge gestellt worden.

Das UVEK hat jene acht Programme bestimmt, die eine Radiokonzession für die digitale Verbreitung in der deutschsprachigen Schweiz erhalten. Ingesamt waren 18 Anträge gestellt worden. Acht Konzessionen für die digitale Verbreitung in der Deutschschweiz waren zu vergeben. Erhalten haben sie laut der SDA Radiolab, Radio For Youngsters, Swiss Mountain Holiday Radio, Sound City, Radio Eviva, Radio.ch, RadioJay und DjradioDeluxe. Die Konzessionen beinhalten ein Zugangsrecht zum neuen DAB-Sendernetz (Digital Audio Broadcasting). Für die acht vergebenen Konzessionen sind auf eine Ausschreibung hin im vergangenen Herbst hin insgesamt 18 Bewerbungen eingegangen. Zu den Gründen für die Ablehnungen hat das UVEK bisher keine nähere Angaben gemacht. Wichtig war dem UVEK im Allgemeinen die Attraktivitätssteigerung der DAB-Technologie, denn Innovation, Originalität und Marktbelebung.

Frame Eleven animiert für den Klimaschutz

Am 7./8. Juli flimmert mit Live Earth das gigantischste Musik-Spektatkel aller Zeiten über die Bühnen. SF Zwei überträgt die Shows von Superstars wie Madonna, Red Hot Chili Peppers oder Sheryl Crow live. Die internationalen Popgrössen protestieren mit ihren Auftritten rund um den Globus gegen den drohenden Klimakollaps. Das Design zum 24-stündigen Konzert-Special auf dem zweiten Kanal wurde von Frame Eleven in Zusammenarbeit mit der Designabteilung des Schweizer Fernsehens entwickelt. Es baut konsequent auf das ebenfalls von Frame realisierte Erscheinungsbild von Music-Night-On-Air auf, wie das Haus für Moving Media am Donnerstag mitteilt. Live Earth wird vom Samstagmorgen, 9.00 Uhr bis Sonntagmoren, 8.00 Uhr ausgestrahlt.

 Am 7./8. Juli flimmert mit Live Earth das gigantischste Musik-Spektatkel aller Zeiten über die Bühnen. SF Zwei überträgt die Shows von Superstars wie Madonna, Red Hot Chili Peppers oder Sheryl Crow live. Die internationalen Popgrössen protestieren mit ihren Auftritten rund um den Globus gegen den drohenden Klimakollaps.  
Das Design zum 24-stündigen Konzert-Special auf dem zweiten Kanal wurde von Frame Eleven in Zusammenarbeit mit der Designabteilung des Schweizer Fernsehens entwickelt. Es baut konsequent auf das ebenfalls von Frame realisierte Erscheinungsbild von Music-Night-On-Air auf, wie das Haus für Moving Media am Donnerstag mitteilt. Live Earth wird vom Samstagmorgen, 9.00 Uhr bis Sonntagmoren, 8.00 Uhr ausgestrahlt.

Djradio besteht vielleicht nur noch digital

Djradio gehört zu den acht Sendern, die vom UVEK eine Radiokonzession für die digitale Verbreitung in der deutschsprachigen Schweiz erhalten haben. Ob der Sender seine Programme parallel noch per UKW ausstrahlen darf, ist aber noch unsicher.

Djradio gehört zu den acht Sendern, die vom UVEK eine Radiokonzession für die digitale Verbreitung in der deutschsprachigen Schweiz erhalten haben. Ob der Sender seine Programme parallel noch per UKW ausstrahlen darf, ist aber noch unsicher. In seiner Pressemitteilung zeigt sich Djradio hoch erfreut über die neue Konzession und will damit auf das UKW Radio in Zürich aufbauen. Die Frage ist jetzt nur, ob es wie vorgesehen möglich sein wird, parallel digital und per UKW zu senden, oder ob für das UKW Radio bald keine Konzession vorliegt. Rechtliche Auseinandersetzungen mit Radio 105 hätten den Sendestart vom UKW Radio bis heute verunmöglicht, die Betreiber-Firma Beril ist jedoch zuversichtlich, dass sie die UKW-Konzession für Djradio erhalten wird.

Media Trend Award feiert 10. Geburtstag

Preise Am Mittwochabend ging im Zürcher Moods zum zehnten Mal der Media Trend Award über die Bühne.

Preise Am Mittwochabend ging im Zürcher Moods zum zehnten Mal der Media Trend Award über die Bühne. Rund 350 Leute aus der Branche feierten an dem von Anna Maier moderierten Anlass die neuen Sieger in Sachen Media. Bei den Vermarktern holte die Cinecom den ersten Rang. Zum ersten Mal auf dem Podest ist die IP Multimedia, die den zweiten Platz belegte. Radiotele kam auf Rang drei. Die Publisuisse musste sich mit der ledernen Medaille begnügen.  
Bei den Medienanbietern ist 20 Minuten auf den ersten Platz vorgerückt, letztes Jahr belegte die Gratiszeitung Rang zwei. Silber ging an die Handelszeitung und auf den dritten Podestplatz kam Clear Channel Plakanda.
 
Der Preis wird vom Media Trend Journal ausgerichtet. Ins Rennen gingen dieses Jahr 34 Medienunternehmen und 17 Medienvermarkter. Jury für den Media Trend Award sind Media- und Werbeagenturen. Sie bewerten die Teilnehmer in einer Online-Umfrage anhand der Kategorien Serviceleistung, Beratungskompetenz und Preis-Leistungs-Verhältnis. (cs)

Gegen Missbrauch

Hilfe Die Agentur CP9 wurde beauftragt, für die Beratungsstelle Castagna Hängekartons zu gestalten, die im Rahmen einer VBZ-Aktion eingesetzt werden.

Hilfe Sexueller Missbrauch ist ein sensibles Thema. Die Agentur CP9 wurde beauftragt, für die Beratungsstelle Castagna Hängekartons zu gestalten, die im Rahmen einer VBZ-Aktion eingesetzt werden. Die visuelle Umsetzung spricht eine klare Sprache. Das «aufschreiende Gesicht», das den «Mund verboten» bekommt, holt die Betroffenen dort ab, wo sie stehen – im inneren Konflikt zwischen aufschreien wollen und still leiden müssen. Konsequent hat CP9 die Hängekartons auf die Zielgruppe ausgerichtet. Auf Spendenhinweise oder Aufforderung zur Mitgliedschaft wurde verzichtet.

Medienbudget: Fernsehen und Kino profitieren am meisten

Die Schweizerinnen und Schweizer gaben letztes Jahr 3137 Franken für Medien aus – zwei Prozent mehr als 2006. Das zeigt die Studie über die Medienbudgets der Schweizer Privathaushalte des Verbands Schweizer Presse.

 Auch die dritte Ausgabe der Studie über die Medienbudgets der Schweizer Privathaushalte, die der Verband Schweizer Presse durchführen liess, zeigt, dass sich Herr und Frau Schweizer ihren Medienkonsum jedes Jahr etwas mehr kosten lassen. Die Ausgaben sind im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf durchschnittlich 3137 Franken pro Haushalt angestiegen. Die Sparten Kino und Fernsehen haben von dieser Aufwärtsentwicklung am meisten profitiert, wobei die Printmedien mit einem Gesamtumsatz von 1,8 Milliarden Franken stabil bleiben. Der gesamte Medienkonsum im Land mit einer der höchsten Mediendichten weltweit ist entsprechend gross und belief sich im letzten Jahr auf stolze 10,4 Milliarden Franken. Davon entfallen auf Inhalt 5,8 Milliarden, Geräte 3,1 Milliarden und den Zugang 1,5 Milliarden Franken. Während der Markt für Inhalte wie auch für den Zugang weiterhin wächst, war er bei der Hardware leicht rückläufig.
Die Presse ist mit einem Anteil von 30,6 Prozent am gesamten Content-Budget von 5,8 Milliarden Franken nach wie vor die grösste Produzentin von Inhalten und damit auch die grösste Meinungsmacherin. Die drei meistverkauften Zeitungen sind Blick, SonntagsBlick und Tages-Anzeiger. Bei der Publikums-, Finanz- und Wirtschatspresse sind es Beobachter, Schweizer Illustrierte und Das Beste/Sélection, bei der Spezialpresse K-Tipp, Saisonküche und Saldo.
IT und Telecom liegen mit 19,3 Prozent an zweiter Stelle noch vor dem Fernsehen mit 13,6 Prozent. Dies dokumentiert laut der Studie die gesellschaftspolitische Aufgabe der Presse, die mit News und Informationen weitgehend die öffentlich diskutierten Themen setzt. Weiter lässt sich daraus schliessen, dass trotz der vielen neuen Gratisangebote Schweizerinnen und Schweizer weiterhin bereit sind, sich attraktive Inhalte auch etwas kosten zu lassen.
Fernsehen legt weiter zu Radio und TV sind mit zusammen fast drei Milliarden Franken der zweitgrösste Ausgabeposten mit steigender Tendenz. Bei gleich bleibenden Empfangsgebühren für TV betrug der Umsatz mit Fernsehgeräten erstmals mehr als eine Milliarde Franken. Flachbildschirme waren wie im Vorjahr der Verkaufsrenner. Das digitale Kabelfernsehen konnte zwar um rund zwölf Prozent zulegen, was allerdings unter den Erwartungen liegt. Per Ende Jahr verzeichnete Bluewin-TV rund 20’000 neue Anschlüsse. 55’000 Parabolspiegel wurden 2006 verkauft, 10’000 mehr als im Vorjahr. Während die Gebühreneinnahmen für des Medium Radio praktisch stabil bleiben, sank der Absatz von Radioempfängern dagegen um ein Drittel.
Der Umsatz für Internet-Downloads wuchs um 24 Prozent, derjenige für mobilen Download 2006 um 38 Prozent. Insgesamt wurde im letzten Jahr über eine Milliarde Franken für bezahlte Inhalte über das Internet, das Mobil- oder das Festnetztelefon ausgegeben. Um rund 16 Prozent sind die Ausgaben der Privathaushalte für Breitbandverbindungen gestiegen. Rückläufig sind hingegen die Ausgaben für Computer. Bei Desktop-Geräten ist sogar ein Einbruch von fast 30 Prozent zu verzeichnen.
Die Schweizerinnen und Schweizer gingen 2006 wieder öfter ins Kino. Die Einnahmen stiegen auf 245 Millionen Franken an. Weiter sind DVDs immer beliebter. Rund 360 Millionen Franken gaben die Schweizerinnen und Schweizer 2006 für Filme auf den glitzernden Scheiben aus. Um 14,4 Prozent gewachsen ist auch der Markt der Computer- und Videospiele. Mit rund 689 Millionen machen die Bücher immer noch einen wichtigen Budgetposten aus, auch wenn ihr Absatz tendenziell leicht rückläufig ist.
Unter www.medienbudget.ch lässt sich das detaillierte Medienbudget downloaden.

Das Bier im Mann

Gerstensaft ViznerBorel setzt bei einer ironischen Kampagne für den neuen Rowenta-BeerTender von Heineken auf die Triebe des starken Geschlechts.

Gerstensaft ViznerBorel setzt bei einer ironischen Kampagne für den neuen Rowenta-BeerTender von Heineken auf die Triebe des starken Geschlechts. Jetzt können auch Männer zwei Dinge gleichzeitig tun: zu Hause bleiben und trotzdem ein frisch gezapftes Bier trinken. Denn wer was vom Biertrinken versteht, weiss: frisch gezapftes Bier schmeckt eben am besten. Heineken bringt deshalb «das erste Zapfgerät für höchsten Biergenuss auf dem heimischen Sofa». Der BeerTender garantiert wochenlang frisches Bier mit Zapfqualität sowie automatische Kühlung und Druckqualität. Und das Ding ist einfach zu bedienen, sowohl «für Rechts- und Linkshänder».  
Beworben wird der Tender von ViznerBorel. Die Zürcher Agentur arbeitet seit Dezember 2006 für Heineken und hat vorher auch schon das Partyfass Draught Keg sowie Heineken Extra Gold beworben.
 
Geschlechterkampf lanciert Für die Einführung des neuen Rowenta-BeerTender setzt Heineken und ViznerBorel auf den «höchsten Trieb» des Mannes: ein frisch gezapftes Bier. Mit einer «glasklaren Positionierung» wird dem starken Geschlecht auf ironische Art und Weise der neue BeerTender näher gebracht. In welcher Situation auch immer, im neuen BeerTender hat es keinen Platz für eine Frau: nur für ein frisches Heineken- oder Calanda-Bier. «Wir wollten mit dieser Idee auf sympathische Weise den Geschlechterkampf aufs Neue lancieren», verraten Lajos Vizner und Gauillaume Borel.
 
Mit entsprechender Ironie haben die beiden ihre Anzeigen deshalb auch in der Frauenzeitschrift Annabelle schalten lassen. Eine besondere Version für den Playboy hat es noch nicht über den Biertisch hinaus geschafft. Die nationale Print-Kampagne wird dafür unterstützt mit einem starken Auftritt am POS sowie durch Direct Marketing – wo Heineken International auch über eine Website zum Mitwirken in einem eigenen «BeerTender Club» einlädt. Von ViznerBorel stammen diverse Werbemittel für das blues ’n’ jazz in Rapperswil vom vergangenen Weekend sowie demnächst für das Montreux Jazz Festival, wo Heineken jeweils als Sponsor auftritt.
 
Andreas Panzeri

Rabatte für Abonnenten

Presse Unter dem Druck der aufstrebenden Gratispresse sollen Abonnentinnen und Abonnenten angestammter Zeitungen möglichst vergessen, dass ihr Abo etwas kostet.

Presse Unter dem Druck der aufstrebenden Gratispresse sollen Abonnentinnen und Abonnenten angestammter Zeitungen möglichst vergessen, dass ihr Abo etwas kostet.Das Auftauchen einer weiteren nationalen Gratiszeitung im Mediendreieck Basel, Bern, Zürich sowie in den Städten St. Gallen und Luzern im kommenden September löst einige Hektik in der Printmedienbranche aus. Bereits eine Woche nach der offiziellen Medieninformation durch .ch-Macher Sacha Wigdorovits hat das vom Neuling direkt angegriffene Pendlerblatt 20 Minuten seine Auflage auf 550 000 Exemplare erhöht, und im Hause Tamedia tüftelt Verlagsleiter (und Ex-Mister 20 Minuten) Rolf Bollmann an einem Tagi light, der – davon ist auszugehen – kostenlos ans Publikum verteilt werden wird. Demnach werden möglicherweise schon diesen Herbst zusammen mit den Ringier-Gratistiteln Cash Daily und Heute fünf Gratispostillen auf dem Markt um Leserschaft und Inserenten buhlen.  
Cumulus-Karte für Abonnenten Ob das Publikum den Schub der Gratispresse auch goutieren wird, bleibt abzuwarten, ebenso, ob dadurch seine Erwartungshaltung weiter gestärkt wird, journalistische Inhalte müssten per se gratis sein. Diesen Schluss zieht man offensichtlich in Bern beim BZ Verlag (der zur Espace Media Groupe zählt und unter anderem die Berner Zeitung herausgibt) mit einem neuen Leserbindungsinstrument. Zwar will Lorenz Brügger, der verantwortliche Leiter Lesermarkt bei Espace davon nichts wissen: «Die Gratiszeitungen waren nicht der Auslöser.» Doch der Zeitpunkt für den Launch der «Espace Card», einer Art Cumulus-Karte für Abonnentinnen und Abonnenten von Espace-Titeln, könnte passender nicht sein. Das hänge indessen auch mit dem Schweizer Markteintritt der verantwortlichen deutschen Softwarefirma zusammen, wobei der BZ Verlag als Erster dieses Kartensystem anwende, lässt Espace-Sprecher Christopher Wehrli durchblicken.
 
Konkret will der BZ Verlag mit dieser elektronisch lesbaren Karte im Kreditkartenformat die Leserschaft seiner abonnierten Zeitungen wie Bund und Berner Zeitung enger an sich binden, indem er ihr Mehrwerte bietet. Das Prinzip ist eine Art Karussell. Mit der Karte erhalten Abonnentinnen und Abonnenten Vergünstigungen in ausgewählten Berner Geschäften. Diese sind wiederum Inserenten bei den Espace-Titeln.
 
Man setzt darauf, dass die Rabatte auf den Produkten Teile der Leserschaft als zusätzliche Kundschaft in die Läden lockt. Die kumulierten Prozente können sich dann die Kunden an ihr Zeitungsabo anrechnen oder sich den Betrag aufs Konto überweisen lassen. So sollen in Zeiten der boomenden Gratispresse Abonnenten möglichst vergessen, dass ihr Leibblatt im Vergleich eine hübsche Summe kostet. Dieses verhält sich dann bald selber wie eine Gratiszeitung. Lorenz Brügger zieht die positive Formulierung vor und stellt klar den Mehrwert für die Leserschaft in den Vordergrund: «Dank meiner Zeitung habe ich viele Vorteile.»
 
Über die Einzelheiten will Brügger noch nichts sagen. Indessen ist ihm klar, dass neue Wege im Umgang mit den Abonnenten notwendig geworden seien. Denn in den vergangenen vier bis sechs Jahren sei der Druck im Leser- und Werbemarkt massiv gestiegen und die «Haltbarkeit» der Kunden stetig geschwunden. Der Verlag hat deshalb bereits im vergangenen Jahr ein eigenes Kundenbeziehungsmanagement eingeführt. Brügger versteht die Espace Card als Weiterentwicklung davon, wobei auch die Werbekunden mit in das Beziehungsgeflecht eingebaut werden. «Es geht um Angebote für den Werbe- wie auch für den Lesermarkt.» Das Projekt ist BZ-verlagsintern offenbar von grosser Tragweite, sämtliche Abteilungen sind involviert. Es ist durchaus damit zu rechnen, dass der Verlag die Karten bereits im Herbst an alle seine Abonnentinnen und Abonnenten verteilen wird.
 
Bei Tamedia, seit kurzem die neue Eignerin der Espace Media Groupe, würden laut Mediensprecher Christoph Zimmer entsprechende Instrumente zur Leserbindung kaum Sinn machen. «Denn viele unserer Titel sind national ausgerichtet.» Einige hätten zum Teil eigene Angebote, wie zum Beispiel der Tages-Anzeiger mit seiner langjährigen Carte Blanche für Vergünstigungen im Kulturbereich.
 
René Worni
 
 
Stadtblatt im Partnerschaftsabo  
Mehrwertsmodelle
, wie sie der BZ Verlag in Bern derzeit austüftelt, sind längstens bekannt. Als Vorreiter gilt der umtriebige Vorarlberger Verleger Eugen A. Russ, wobei die Leserschaft seiner Vorarlberger Nachrichten in den Genuss einer ganzen Palette von Vergünstigungen kommt, angefangen vom NZZ-Vorzugsabo bis hin zum Abschluss von Versicherungen. Einst gehörte sogar verbilligter Strom dazu.  
Auch Guido Blumer
, mutiger Ver-leger des Winterthurer Stadtblatts und Vorstand des Verlegerverbandes, liess sich von Russ inspirieren. Blumer nimmt mit seinem Stadtblatt gleich zwei Trends auf. Einerseits hat er, analog zu den bevorstehenden Bewegungen der regionalen Sonntagspresse, die Erscheinungsweise auf den Lesesonntag verlegt und -seinen Titel zu einer (Blumer: «reflektierenden») Gratiswochenzeitung umgebaut, wo 5 Redaktoren und 40 Freie ein Blatt füllen, das sich als bewusst bleiwüstes Ding zwischen Buch und Zeitung versteht. Auf der anderen Seite führt Blumer ein freiwilliges Abo für 100 Franken pro Jahr ein.  
Im Unterschied zum BZ Verlag
in Bern sind die Abokarten von Blumer höchstpersönlich handsigniert. «Ich bin ein Printfanatiker.» Mit diesem sogenannten Partnerschaftsabo erhalten seine Besitzer in derzeit 27 Winterthurer Geschäften Vergünstigungen von 3 bis 35 Prozent. Selbstredend sind die Detaillisten Inserenten in Blumers Blatt, womit sich der Kreis wieder schliesst. Ab dem 6. Januar 2008 wird er sein Flaggschiff in alle Winterthurer Haushaltungen verteilen und sie neu durch die Kretz AG in Feldmeilen vermarkten lassen. Wie viele Partnerschaftsabos er bereits abgeschlossen hat, bleibt vorerst sein Geheimnis. Fest steht indessen, dass sich das Winterthurer Gewerbe lebhaft für sein Modell interessiert. Blumer ist überzeugt von seiner Idee, und wäre es möglich, er würde schon morgen auch Öko-Strom mit seinem Stadtblatt verkaufen. (rw)

Affichage allein im Osten unterwegs

Plakat Vor wenigen Tagen trennten sich Affichage und JCDecaux in Osteuropa.

Plakat Vor wenigen Tagen trennten sich Affichage und JCDecaux in Osteuropa.Zehn Jahre lang betrieb der Aussenwerber Affichage seine Ost-Expansion im Rahmen der Firma EuAffichage allein im Osten unterwegs Plakat Vor wenigen Tagen trennten sich Affichage und JCDecaux in Osteuropa. Zehn Jahre lang betrieb der Aussenwerber Affichage seine Ost-Expansion im Rahmen der Firma Europlakat (EPI), fünf Jahre davon mit dem französischen Plakatierer JCDecaux. Seit dem 1. Juli gehen die beiden im Osten aber getrennte Wege: Affichage hat sich mit Ungarn, Bosnien, Serbien, Montenegro, Bulgarien, Rumänien, Griechenland und Norditalien südostwärts ausgerichtet, JCDecaux, die weiterhin 30 Prozent an Affichage hält, zieht nordostwärts. «Die Entflechtung ist fast vollzogen, demnächst werden wir die Firma Affichage International mit Sitz in Wien gründen», sagt Affichage-CEO Christian Kauter. Wer die Firma leiten wird, ist noch nicht definitiv. Thomas Rainer, der bisherige Cogeschäftsführer von EPI, bleibt aber mit im Boot.  
Kauter, soeben aus Südosteuropa zurück, ist mit der dortigen Entwicklung zufrieden. So erhielt Affichage kürzlich den Zuschlag für die Aussenwerbung in und um den Flughafen der serbischen Hauptstadt Belgrad. In Griechenlands zweitgrösster Stadt, Thessaloniki, gewann Affichage soeben den Vertrag für 40 Plakatstellen beim zentral gelegenen Messegelände. Und in Rumänien steht ein Zukauf und damit der Aufstieg zur Nummer zwei unter den Aussenwerbern des Landes bevor. Eine weitere Tür scheint sich ausserdem dank Medientycoon Rupert Murdoch zu öffnen: Dieser will seinen Aussenwerbebereich abstossen – darunter auch Aktivitäten in Rumänien und Bulgarien. «Dem werden wir natürlich nachgehen», sagt Kauter.
 
Markus Knöpfli

APG gelingt weitere Reduktion der Umweltbelastung

Der Schweizer Aussenwerber APG konnte die durch ihn verursachte Belastung an Kohlenstoffdioxid (CO2) seit dem Jahr 2000 um 22 Prozent reduzieren.

 Der Schweizer Aussenwerber APG konnte die durch ihn verursachte Belastung an Kohlenstoffdioxid (CO2) seit dem Jahr 2000 um 22 Prozent reduzieren. Seit 1990 beträgt die Reduktion sogar fast einen Drittel. Die Umweltbelastung insgesamt konnte in der Zeit zwischen 2002 und 2006 um 19 Prozent reduziert werden. Das ergibt der jährlich neu aufgelegte Umwelt-Bericht der APG. Möglich geworden sei die CO2-Reduktion dank konsequenter Fahrzeug-Beschaffungspolitik und Schulung des Personals. Mit 88 Gas- und 6 Hybridfahrzeugen besitzt die APG heute einen der grössten privaten Eco-Fahrzeugparks in der Schweiz, heisst es in einer Mitteilung.
Die Ausgabe 2007 des Umweltberichts bietet wiederum eine kurzgefasste Übersicht über alle relevanten Umweltaspekte des Unternehmens und zeigt die Eckdaten im 5-Jahresvergleich. Das Heft kann kostenlos angefordert werden unter Telefon 052 208 92 39 oder www.apg.ch/publikationen, wo auch eine pdf-Version zum Download bereitsteht.

Heissbegehrtes TV-Versorgungsgebiet Zürich-Nordostschweiz

Das neue TV-Versorgungsgebiet Zürich-Nordostschweiz, das nun die Kantone Zürich, Thurgau und Schaffhausen mit insgesamt 1,6 Millionen Einwohnern umfasst und zwei Fensterlösungen vorsieht, hat schon jetzt mindestens drei Interessenten. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus.

 Das neue TV-Versorgungsgebiet Zürich-Nordostschweiz, das nun die Kantone Zürich, Thurgau und Schaffhausen mit insgesamt 1,6 Millionen Einwohnern umfasst und zwei Fensterlösungen vorsieht, hat schon jetzt mindestens drei Interessenten. Nicht überraschend hat sich der Medienkonzern Tamedia über seinen TV-Sender Tele Züri am Mittwoch sofort bekannt, dass er sich um eine Konzession bewerben will. Zwar wurde im Pressetext bedauert, dass das Gebiet im Westen exakt der Kantonsgrenze folgt und nicht mehr in den Aargau und auch nicht mehr bis fast nach Zug reicht. Grundsätzlich aber begrüsst Tamedia den Entscheid des Bundesrates. Der zweite Interessent ist der Glatttaler Lokalsender Züri Plus, dem eigentlich ein Gebiet vorschwebt, das sich von Glarus über Zürich bis Schaffhausen erstreckt – so wie das im ursprünglichen Vorschlag vorgesehen war. Um dieses Gebiet abdecken zu können, hatte sich Züri Plus mit Ringier, SchaffhauserTV, Tele Südostschweiz und Goldbach Media zusammen getan. Obwohl der Kanton Glarus nun nicht mehr zum Versorgungsgebiet Zürich-Nordostschweiz gehört, «werden wir uns trotzdem um die Konzession bemühen – halt ohne Tele Südostschweiz», meinte Züri-Plus-Geschäftsführer Peter Steinmann. Er schränkte jedoch ein, dass er sich nach dem gestrigen Bundesratsentscheid noch nicht mit seinen Partnern habe absprechen können.
Seine Bewerbungsabsicht ebenfalls sehr rasch kund getan hat Tele Top, das heute neben seinem Kerngebiet Winterthur/Frauenfeld auch Schaffhausen und St. Gallen abdeckt. Top-Chef Günter Heuberger zeigte sich «sehr zufrieden» über das Versorgungsgebiet Zürich-Nordostschweiz, möchte aber auch St. Gallen dazu: Er wird sich deshalb auch für die zweite Ostschweizer Konzession, die St. Gallen, die beiden Appenzell und das Oberthurgau umfasst, bewerben, wohl wissend, dass er – im Falle eines Zuschlags – dann gegen zwei starke, ja übermächtige Gegner antreten müsste: Tele Züri im Westen und Tele Ostschweiz im Osten – die beide schon früher klar gemacht hatten, notfalls auch ohne Gebührensplitting und Leistungsauftrag weiter zu senden.
Am Mittwoch allerdings mochte sich Hanspeter Klauser, VR-Präsident von Tele Ostschweiz, nicht zu einem solchen Szenario äussern. Er verwies vielmehr auf die «guten Leistungswerte» seines Senders, die sich «eklatant» von den Werten von Tele Top im Gebiet St. Gallen abhöben. «Wir werden uns jedenfalls bewerben und rechnen uns auch gute Chancen aus», sagte er.
Unzufrieden über den «etwas aussergewöhnlichen Entscheid des Bundesrates» zeigte sich Norbert Neininger, Verleger der Schaffhauser Nachrichten und Chef des Schaffhauser Fernsehens. Als Präsidiumsmitlied des Verlegerverbandes hatte er seinerzeit ein Konzept präsentiert, das 14 Versorgungsgebiete vorsah, darunter auch ein eigenes für den Kanton Schaffhausen. Dass es für die Kantone Schaffhausen, Zürich und Thurgau nun eine «Grosskonzession» geben soll, bedauert er. Ins selbe Horn stiess am Mittwoch auch die Schaffhauser Kantonsregierung. Sie erwarte nun, schrieb sie, dass bei der Schaffhauser Fensterlösung nun wenigstens das Schaffhauser Fernsehen zum Zug komme.
Nicht zuletzt diese deutliche Parteinahme bringt Neininger in eine spezielle Position: Sein Sender dürfte nun besonders stark umworben werden und somit gewissermassen das Zünglein an der Waage spielen. Diese Situation scheint er auch auszukosten, sieht er für sich doch gleich vier Handlungsoptionen. Im Zentrum stehe eine Fortsetzung des Projektes Züri Plus mit Fensterlösungen für Schaffhausen und Thurgau, sagte er. Offen halten will er sich aber auch Kooperationsgespräche «mit andern potenziellen Bewerbern für das Versorgungsgebiet Zürich-Nordostschweiz». Drittens schliesst Neininger auch einen Weiterbetrieb seines Senders ohne Gebührensplitting und Leistungsauftrag nicht aus, er fügt jedoch hinzu, dass dies nicht seine Lieblingslösung sei. Und als letztes behält er sich vor, den gestrigen Bundesratentscheid beim Bundesverwaltungsgericht anzufechten.
Nicht nur in Schaffhausen, auch in Winterthur, Uster, Kloten, Frauenfeld und Weinfelden nahmen Behörden Partei für einen Sender – dort allerdings für Tele Top. Die fünf Gemeinden begrüssten den Bundesratsentscheid, weil er Tele Top die Chance gebe, «durch ein gutes Konzept die Konzession für dieses Sendegebiet zu erhalten.» Man werde sich nun dafür einsetzen, «dass der zu wählende Veranstalter gute Startbedingungen erhält, um die Konzentration im Zeitungsbereich nicht auf die elektronischen Medien überschwappen zu lassen.» Ähnlich liess sich auch das Medien-Forum in Köniz vernehmen, das sich selbst als «unabhängige Interessengemeinschaft der Schweizer Medienkonsumenten» bezeichnet.
Markus Knöpfli

 
 

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