Sawi mit neuem Zentrum

Ausbildung Das neue Erkennungszeichen fällt auf: Eine grosse gelbe Sechs lockt Bildungswillige in das neue Zentrum an der Zürcherstrasse.

Ausbildung Das neue Erkennungszeichen fällt auf: Eine grosse gelbe Sechs lockt Bildungswillige in das neue Zentrum an der Zürcherstrasse. Hier in Zürich Stettbach sollen in Zukunft neue Werberinnen und Werber ihre berufliche Reife finden. Das Sawi hat die Chance gepackt und in der Region Zürich ein modernes und grosszügig ausgestattetes Kompetenzzentrum entstehen lassen. Im September wird es eröffnet. Auf vier Etagen will das Sawi hier ein wegweisendes Institut für Marketing, Werbung, Kommunikation und Verkauf aufbauen. Geboten wird eine Hightech-Ausstattung, die den heutigen Bedürfnissen entspricht. Zur Finanzierung ist eine eigenständige Stiftung gegründet worden. (pan)

Ein Örgeli für die DRS Musigwälle

Radio DRS Musigwälle ist der meistgehörte Schweizer Sender für Volksmusik. Mit einer Print-kampagne will man nun auch visuell Heimatgefühle wecken.

Radio DRS Musigwälle ist der meistgehörte Schweizer Sender für Volksmusik. Mit einer Print-kampagne will man nun auch visuell Heimatgefühle wecken. Die Werbeagentur Spillmann Felser Leo Burnett hat dafür musikalische Heimatbilder kreiert. Dabei wurden traditionelle Fotos zu Örgelis gefaltet, das populärste Instrument der Schweizer Volksmusik. Mit dem Claim «Die Heimat im Radio» wird schliesslich klar, dass DRS Musigwälle dahinter steckt. Die Kampagne erscheint in verschiedenen Schweizer Printmedien im Juli 2007.

Theiler Druck übernimmt Druckerei Richterswil

Theiler Druck in Wollerau übernimmt per 31. August 2007 die Druckerei Richterswil. Sieben von 15 Mitarbeitern werden entlassen. Die Produktion wird in Wollerau weitergeführt.

 Theiler Druck in Wollerau, Herausgeberin des Höfner Volksblatts und des March-Anzeigers, übernimmt per 31. August 2007 die Druckerei Richterswil. Die Generalversammlung der Druckerei Richterswil muss diesem Schritt noch zustimmen.Sieben der insgesamt 15 Mitarbeiter der Druckerei Richterswil verlieren ihre Stelle. Gemäss der Medienmitteilung von Theiler Druck soll individuell nach sozialverträglichen Lösungen gesucht werden.
Die Übernahme wird damit begründet, dass langfristig ein Alleingang der Druckerei Richterswil wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre. Theiler übernimmt den Kundenstamm und den Maschinenpark. Die Produktion wird in Wollerau weitergeführt.
Theiler Druck beschäftigt 55 Mitarbeiter; der Betrieb wird in vierter Generation von Philipp Theiler geführt.

Lexmark setzt auf Technologie

Office Lexmark bietet für seine Farblaser-Multifunktionsgeräte Finisher an – und bringt den Inkjet-Druckern Wireless-LAN.

Office Lexmark bietet für seine Farblaser-Multifunktionsgeräte Finisher an – und bringt den Inkjet-Druckern Wireless-LAN. Es war lange ruhig um den Druckerhersteller Lexmark. Zu ruhig. Die Konkurrenz, allen voran HP und Kodak, hat mit günstigen Angeboten für ihre Tinte Akzente gesetzt und den Druckermarkt ein wenig aufgemischt. Martin Kofler, Marketing- und Verkaufsleiter bei Lexmark in Thalwil, sagte an einer kürzlich durchgeführten Presseorientierung dazu, dass man Kunden besser einen günstigen Preis für den Drucker bieten müsse.  
Einfache WLAN-Anbindung Damit deren Tintendrucker weiter erfolgreich bleiben, setzt der US-Druckerhersteller neben attraktiven Preisen vermehrt auf Technik. So hat das Unternehmen den Trend zu mehr Mobilität erkannt und kürzlich erstmals eine ganze Reihe von Wireless- bzw. WLAN-Druckern auf den Markt gebracht – «zu erschwinglichen Preisen», wie Produkt-Managerin Isabelle Hofmann von Lexmark Schweiz bei der Vorstellung der neuen Geräte Mitte Juni präzisierte. Diese Ergänzung war notwendig, denn Lexmark ist ja nicht das erste Unternehmen, das einen drahtlos ansteuerbaren Drucker anbietet. Von den sehr preiswerten Einstiegspreisen abgesehen – das günstigste WLAN-Gerät Z1420 ist für 129 Franken zu haben – überzeugen die neuen Inkjet-Drucker durch eine sehr einfache Anbindung an einen WLAN-fähigen PC oder Laptop.
 
Was neben dem drahtlosen Druck und dem damit auch möglichen dezentralen Einsatz des Geräts besonders gefällt, ist das Drucken von Fotos mit den All-in-One-Geräten. Mit diesen kann ein Indexblatt der via Speicherkarte zugänglich gemachten Bilder zuerst ausgedruckt, dieses dann eingescannt und die gewünschten Bilder angekreuzt werden, um die Fotos dann automatisch drucken zu lassen. Praktisch ist dank mitgelieferter Zusatz-Software auch das Ausdrucken von Web-Inhalten, das durch eine spezielle Werkzeugleiste im Browser vereinfacht wird. So kann zwischen «nur Textdruck» oder «nur Fotodruck» gewählt werden. Dies garantiert den Druck von Seiteninhalten ohne störende Werbung. Alleine diese WebToolBar genannte Erweiterung dürfte vielen den Entscheid für die Anschaffung eines der drei Multifunktionsgeräte oder der zwei reinen Tintendrucker – als bereits WLAN-fähige oder WLAN-nachrüstbare Variante – erleichtern. Mit dem Office-Tintenstrahldrucker X9350 erhalten Anwender Zugang zu den neuen wasserfesten Evercolor2-Tinten, die bis zu 100 Jahre lang halten sollen.
 
Erweiterungen an der Tonerfront Auch im Tonersegment hatte Lexmark neue Produkte zu vermelden. Überraschend ist hier der Schritt hin zu Komplettlösungen: So bietet nun auch Lexmark mit zum Beispiel dem X940e und X945e A3-Drucker an, mit denen dank eines Finishers auch Booklets erstellt werden können. Ein neuer Toner soll zudem dank «runderen Partikeln» nach Aussage von Frank Blickensdorfer, Market Manager Laser, zu besseren (Aus-)Druckergebnissen führen. Lexmark optimierte auch die Bedienbarkeit der Geräte, so dass zum Beispiel mit der Scan-Einheit erfasste Vorlagen direkt via E-Mail verschickt, in ein Netzwerkverzeichnis oder auf einen USB-Stick gespeichert, als Fax versandt oder als Kopie direkt ausgedruckt werden können. Das Thema Dokumentensicherheit adressiert das Unternehmen durch am vor Ort am Gerät einzugebenden PIN-Code oder mit Batches – damit nur dann ausgedruckt wird, wenn der Ersteller/Empfänger des Dokuments am Gerät ist.
 
Jürgen Franck

NZZ setzt auch im Print auf Studierende

Die Neue Zürcher Zeitung lanciert am 25. September erstmals das Magazin NZZ Campus. Vorläufig soll die Beilage zweimal jährlich erscheinen. Man denkt aber an der Falkenstrasse darüber danach, das Heft auch häufiger herauszubringen, wie NZZ-Product-Manager Andreas Häuptli der Werbewoche sagte.

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) lanciert am 25. September erstmals das Magazin NZZ Campus. Es wird den rund 150'000 verkauften Exemplaren der NZZ beigelegt und erscheint daneben in einer Sonderauflage von 30'000 Exemplaren. Diese verteilt das Verlagshaus an Hochschulen und Weiterbildungsinstituten, aber auch an anderen Orten, wo sich Studierende aufhalten, wie NZZ-Product-Manager Andreas Häuptli der Werbewoche sagte. NZZ Campus richtet sich an Studierende und Absolventen, aber auch an berufserfahrene Personen mit Interesse an Weiterbildung. Das Magazin ersetzt die bisherige Beilage «Studium und Karriere».
Vorläufig soll die Beilage zweimal jährlich erscheinen, jeweils zu Semesterbeginn. Man denkt aber an der Falkenstrasse darüber danach, das Heft auch häufiger herauszubringen, wie Häuptli erklärte. Vorbild wäre hier etwa der deutsche Uni-Spiegel. Entschieden ist allerdings noch nichts: «Es hängt davon ab, wie die erste Ausgabe bei der Zielgruppe und im Werbemarkt ankommt». Sollte die Printausgabe von NZZ Campus ein Erfolg werden – so wie es das Onlineprojekt laut Häuptli bereits sei – sind weitere Projekte, wie beispielsweise einen weiteren Ausbau in Richtung Print, denkbar.
Es wird keine separate Redaktion für die Beilage geben, vielmehr werden Redaktoren aus den verschiedenen NZZ-Publikationen daran arbeiten. Federführend ist Jan Mühlethaler, der bereits das Online-Projekt NZZ Campus koordiniert. Zum Zuge kommen werden auch die Blogger, die auf dem Online-Auftritt aus ihrem Alltag erzählen: «Unter Anleitung der Redaktion werden sie sicher Texte beitragen für die neue Beilage», meinte Häuptli.
Im Inhalt widmet sich die Redaktion den drei Themenbereichen Studium, Arbeitswelt und Studentenleben. «Wir machen ein Magazin für Studierende, nicht für die Professoren», meinte Häuptli. Berichtet wird über Erfahrungen mit der Bologna-Reform, die Situation der Absolventen, den «War for Talents» auf dem Arbeitsmarkt und das Leben der Studierenden im In- und Ausland.
Wie aber will NZZ Campus in der Flut der Publikationen hervorstechen, die an den Universitäten aufliegen? Durch die Nähe zur Mutterzeitung, erklärte Häuptli. Die Beilage soll eindeutig «NZZ-ig» daherkommen: «Es wird kein Nightlife-Magazin». Die Themen seien studiumsorientiert, sollen aber auch den schönen Seiten des Studentenlebens Platz einräumen.
Das Magazin erscheint in einem Format, das etwas grösser ist als A4, nämlich 22 x 30 cm Seitenformat; der Umfang beträgt etwa 64 Seiten. «NZZ Campus wird anders aussehen als beispielsweise das Folio. Vom Layout her ist es zwar immer noch sehr aufgeräumt, aber doch grosszügiger als das Folio oder das Magazin Z», so Häuptli.
Carole Scheidegger

Das grosse Aufräumen nach dem Daten-GAU

SF-Archiv Es wird mehrere Monate dauern, bis das Schweizer Fernsehen sein beschädigtes Sendungsarchiv wieder vollständig im Internet für das Publikum zugänglich machen kann.

SF-Archiv Es wird mehrere Monate dauern, bis das Schweizer Fernsehen sein beschädigtes Sendungsarchiv wieder vollständig im Internet für das Publikum zugänglich machen kann. Wo und weshalb das Schlamassel geschehen konnte, bleibt weiterhin ein Geheimnis. Sowohl bei der SRG als auch beim Schweizer Fernsehen SF heisst es seit Wochen, die Ursache des Defekts habe noch nicht eruiert werden können. Bekannt ist soviel: Seit Mitte März steht der grösste Teil des frei zugänglichen Sendungsarchivs des Schweizer Fernsehens auf dessen Webseite sf.tv nicht mehr zur Verfügung (WW 25/07, Frontseite). Die entsprechenden Daten, das bestätigt SF-Multimedia-Chef Walter Bachmann, sind unwiderruflich beschädigt. Davon betroffen sind mehrere tausend Stunden für den Online-Abruf aufbereitete SF-Produktionen: sieben Jahrgänge «Tagesschau» und «Schweiz aktuell», sechs Jahre «Rundschau» und «Kassensturz» und weiteres – alles futsch und ade. Nicht betroffen von der Mega-Panne sind die Rohmitschnitte der Sendungen.  
Herausforderung beim Umzug nicht gemeistert Gerüchteweise und von SRG-Mitarbeitern bestätigt, die ihren Namen jedoch hier nicht lesen möchten, soll es bei der Räumung des Gebäudes der Generaldirektion an der Giaccomettistrasse 3 in Bern zum Datenverlust gekommen sein. Im Untergeschoss der Liegenschaft befanden sich die Server mit den Videodaten von SF. Weil das Hochhaus zur Zeit umgebaut wird, musste die Hardware in einem provisorischen Serverraum bei Swissinfo nebenan untergebracht werden. Irgend etwas muss auf dem Weg zwischen Hausnummer 3 und 1 vorgefallen sein.
 
Dass der Umzug eine heikle Operation werden würde, war den Verantwortlichen schon seit längerem bewusst. So schreibt der Leiter Information Technology im Jahresbericht 2006 von Swissinfo zu Projekten für das laufende Jahr: «Eine grosse betriebliche Herausforderung ist dabei die Verschiebung aller Systeme vom bisherigen Rechenzentrum in die neuen Räumlichkeiten, ohne dass dabei die Produktionssysteme merkbar unterbrochen werden dürfen.»
 
Offenbar war man dieser Herausforderung nicht gewachsen. Sicherungskopien der gelöschten Daten gibt es keine. Der Fall liegt nun zur Abklärung bei der internen Revisionsstelle der SRG. Ihr Leiter, Martin Hirschi, wollte auf Anfrage keine Auskunft geben. Unabhängig von seinen Erkenntnissen macht sich das Schweizer Fernsehen nun daran, das eingeschränkte Archivangebot wieder zu vervollständigen. Hierzu müssen die vorhandenen Originaldaten der betroffenen Sendungen in ein Format konvertiert werden, das von der Abspiel-Software Realplayer gelesen werden kann.
 
Inskünftig bessere Qualität Der Aufwand für diese Datenaufbereitung hält sich sowohl in technischer als auch in finanzieller Hinsicht in Grenzen. Da die SRG ihre kompletten Bestände an historischem Filmmaterial derzeit sowieso digitalisieren lässt, kann die Wiederherstellung der defekten SF-Daten in einem Aufwasch mit dem Grossprojekt erledigt werden (siehe Kasten). Ganz ohne Zusatzkosten geht es aber nicht. «Unter dem Strich kostet es mehr, als wenn wir es nicht hätten tun müssen», sagt der bei SF zuständige Walter Bachmann. Um welche Beträge es sich handelt, sagt er aber nicht. Auch ist noch unklar, wer dafür aufkommt, da ja SF nachweislich nicht selbst für den Schaden verantwortlich ist. So wie es aussieht, müssten die Konten von Swissinfo belastet werden.
 
Doch der Datenverlust hat auch eine positive Seite. All jene Sendungen, die nun für die Online-Nutzung erneut aufbereitet werden, kann das interessierte Publikum künftig in einer besseren Qualität anschauen als bisher. Bis es soweit ist, wird es allerdings noch eine Weile dauern. «Wenn wir den Fahrplan einhalten können, werden wir in den nächsten rund sechs Monaten die Beiträge wieder aufschalten», sagt Bachmann.
 
Nick Lüthi
 
 
 
Im Tessin rattert der Roboter  
Bis in sieben Jahren soll sämtliches Filmmaterial
in digitaler Form abgespeichert und verfügbar sein, das SF, TSR und TSI, die drei sprachregionalen Fernsehunternehmen der SRG, in den letzten rund 50 Jahren produziert haben. Seit März werden dazu in Comano beim Tessiner Fernsehen Abertausende von Beta-Videobändern, wo die Sendungen zur Sicherung aufgezeichnet sind, in digitaler Form auf LTO-Magnetband-Massenspeicher überspielt. Bei der Abarbeitung der 200000 Stunden Bildmaterial hilft ein Industrieroboter. Entwickelt hat die Anlage eine private Firma im Auftrag der SRG.  
Neben der Erleichterung der aktuellen TV-Produktion
– Fernsehmitarbeiter können schneller auf jede beliebige Sequenz aus dem enormen Bilderfundus zugreifen – gibt es bei der SRG auch Pläne, das historische Material dem Publikum zugänglich zu machen. In welcher Form genau, ob kostenpflichtig oder gratis, ist noch nicht entschieden. Berücksichtigt werden müssen in diesem Zusammenhang auch die politischen Vorgaben, das heisst die Konzessionsbestimmungen. «Im Entwurf zur neuen SRG-Konzession ist die Möglichkeit eines kostenpflichtigen Angebots explizit vorgesehen», weiss SF-Multimedia-Chef Walter Bachmann. (nil)

Beben und Kannibalen

Kolumne Die Schweiz bleibt auf absehbare Zeit ein Experimentierlabor für Medien, das man auch in den Nachbarländern aufmerksam beobachtet.

Kolumne Die Schweiz bleibt auf absehbare Zeit ein Experimentierlabor für Medien, das man auch in den Nachbarländern aufmerksam beobachtet.Die helvetische Medienlandschaft ist so sehr in Bewegung, dass der Verleger der Basler Zeitung, Matthias Hagemann, ein «Erdbeben der Stärke 12» diagnostiziert: Die Tamedia hat Ende Mai die Espace-Gruppe übernommen – und damit die beiden Hauptstadtblätter Berner Zeitung und Bund. Kurz darauf hat Ringier seine TV-Zeitschriften an Springer und Bauer verkauft. Vor dem Deal mobilisierte pikanterweise das hauseigene Boulevardblatt Blick noch in einer regelrechten Kampagne Schweizer Urängste vor deutscher Überfremdung – und nicht zuletzt an solchen Besorgnissen war vermutlich bereits zu einem früheren Zeitpunkt die Verschmelzung von Ringier mit Springer gescheitert.  
Kürzlich drang mit dem Spiegel ein weiteres deutsches Mediengrossunternehmen auf den kleinen, aber offenbar lukrativen hiesigen Printmarkt vor – wenn auch nur mit einer Beilage über die angebliche «Weltmacht Schweiz», die ihre Zielgruppe verfehlt haben dürfte: Sie hat eher Lesern in Hamburg als in Zürich einen «neuen» Blick auf die Schweiz eröffnet. Immerhin: Der Zeitpunkt war günstig: Mit Facts und Cash wurden wenige Tage zuvor die beiden unmittelbarsten Konkurrenten für die norddeutschen Invasoren eingestellt.
 
Im Grossraum Zürich führen darüber hinaus die beiden örtlichen Rivalen, die Verlagshäuser der Neuen Zürcher Zeitung und die Tamedia, eine erbitterte Schlacht um die letzten noch konzernunabhängigen Lokalblätter, die sie eins ums andere ihren Imperien einverleiben oder mit eigenen Regionalausgaben bekriegen.
 
Analytisch betrachtet, sind zwei sich überlagernde Trends zu beobachten: Zum einen wird die Schweiz von einem überfälligen Konzentrationsschub heimgesucht, bei dem eben auch ausländische Investoren ihre Schnäppchen machen: Während es beispielsweise schon als einzigartige Zeitungsvielfalt gewertet wird, dass in Berlin für 3,4 Millionen Menschen weiterhin neun Tageszeitungen erscheinen, werden für knapp 4,8 Millionen Deutschschweizer noch täglich Dutzende Titel gedruckt.
 
Zum anderen sinkt offenbar die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten für Zeitungen und Zeitschriften. Im überbesetzten Segment qualitativ hochwertiger Print-Produkte ist deshalb ein mörderischer Überlebenskampf im Gange. Cash und Facts sind die ersten Opfer, aber auch bei anderen Qualitätsblättern und bei vielen Regionalzeitungen bröckeln die Auflagen und wandert ein Teil des Anzeigengeschäfts auf Nimmerwiedersehen ins Internet ab.
 
Geradezu kometenhaft ist dagegen das Gratisblatt 20 Minuten zur am weitesten verbreiteten Zeitung im Lande aufgestiegen. Soeben wurden 550 000 Exemplare verteilt – der bisherige Rekord. In diesem untersten Marktsegment wird viel Geld verdient; allein in der Deutschschweiz werden dort rund 120 Millionen Franken an Werbegeldern umgesetzt. Deshalb sind längst Nachahmer am Werk, weitere Gratis-Projekte sind in der Ausreifungsphase. Dabei besteht die Gefahr, dass die grossen Verlage ihre eigenen höherwertigen Printmedien kannibalisieren. Ein erstes Beispiel dafür könnte bereits das Wochenblatt Cash gewesen sein – was Ringier-Verlagsmanager Christoph Bauer, der für den Launch des Gratistitels Cash daily verantwortlich ist, allerdings vehement bestreitet.
 
Nur auf den ersten Blick überrascht, dass ausgerechnet ein Land wie die Schweiz, das auch im Bereich der Medien eher für solide Hochpreisprodukte steht, zum Vorreiter von Gratiszeitungen wurde. Die Erklärung hierfür ist einfach: Während in Deutschland ein Abwehrkartell der grossen Verlage Gratisblätter abgeblockt hat, hat sich Tamedia, der aggressivste Player auf dem Deutschschweizer Markt, die erste Schweizer Gratiszeitung einverleibt, das Marktsegment selbst besetzt und in atemberaubendem Tempo ausgebaut.
 
Es sieht so aus, als würde die Schweiz auf absehbare Zeit ein Experimentierlabor der Medienindustrie bleiben, das man auch in den Nachbarländern aufmerksam beobachten wird. Als nächstes, so empfahl soeben der Medienexperte und Ex-Tamedia-Manager Kurt W. Zimmermann, lasse sich wohl mit einer Gratis-Sonntagszeitung viel Geld verdienen. Auch deren gibt es bereits seit langem zwei: Il Mattino und Il Caffè erscheinen auf der Alpensüdseite in italienischer Sprache. Die beiden Früchte des Tessiner «Zitronenmarkts» (vgl. Werbewoche Nr. 24/2006) werden allerdings nördlich des Alpenhauptkamms noch nicht so richtig als Erfolgsmodelle wahrgenommen.
 
Prof. Dr. Stephan Russ-Mohl leitet das Europäische Journalismus-Observatorium der Universität Lugano.

George wer?

Lifestyle George Clooney und Nespresso stehen wieder gemeinsam im Rampenlicht.

Lifestyle George Clooney und Nespresso stehen wieder gemeinsam im Rampenlicht. Der Filmstar spielt die Hauptrolle in «George Who?», dem neuen Kurzfilm von Nespresso. Die Fernsehpremiere ist im September. Die Clooney-Fans dürfen sich aber gleich doppelt freuen. Der Oscar-Gewinner ist von der Marke so begeistert, dass er bis 2009 als Botschafter des Unternehmens auftreten will.

Titel und Gesamtauflage der Schweizer Presse rückläufig

In den letzten Jahren sind in der Schweiz weniger Kaufzeitungen erschienen. Auch deren Gesamtauflage sank. Dies geht aus einer Publikation des Bundesamtes für Statistik hervor. In der Statistik nicht berücksichtigt wurden allerdings die Gratis- und Special-Interest-Titel.

 In den letzten Jahren sind in der Schweiz weniger Kaufzeitungen erschienen. Auch deren Gesamtauflage sank. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Publikation des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. 1939 erschienen in der Schweiz noch 406 verschiedene Titel. Danach ging diese Zahl kontinuierlich um rund die Hälfe zurück. 1950 sank die Zahl unter 400 und 1980 unter 300. Im Jahr 2006 wurden noch 205 Titel gezählt.
Im Jahr 1939 betrug die Gesamtauflage 2,05 Millionen Exemplare. Danach stieg diese Zahl stetig und erreichte 1995 mit 4,26 Millionen einen Höhepunkt. Ab Mitte der neunziger Jahre war vor allem bei den kleineren Titeln ein Rückgang zu verzeichnen. 2006 kam die Gesamtauflage auf 3,70 Millionen Exemplare.
Bei der BFS-Statistik nicht berücksichtigt wurden laut SDA allerdings die Gratis- und Special-Interest-Titel. Enthalten sind vielmehr Blätter mit umfassenden Inhalten, welche wöchentlich mindestens einmal unter einem eigenständigen Namen erscheinen. Obwohl in der Statistik nicht berücksichtigt, erwähnt das BFS das Phänomen Gratiszeitungen im Kommentar. Diese neue Gattung vermochte ihre Leserschaft in den letzten sechs Jahren mehr als zu verdoppeln.

SWA ergreift Partei für APG

Plakatforschung Der SWA spricht Klartext und empfiehlt den Forschungsansatz SPR+ der APG.

Plakatforschung Der SWA spricht Klartext und empfiehlt den Forschungsansatz SPR+ der APG.In seinem aktuellsten Newsletter empfiehlt der Verband Schweizerischer Werbeauftraggeber (SWA) seinen Mitgliedern, «sich bei der Planung und Erfolgskontrolle ihrer Plakatwerbung auf das Angebot von SPR+ zu stützen». Diese Parteinahme für das Plakatforschungssystem des Aussenwerbers APG ist bemerkenswert, zumal Konkurrent Clear Channel Outdoor Plakanda (CCOP) bekanntlich seit zwei Jahren einen zweiten Ansatz namens More verfolgt.  
Das weiss auch SWA-Direktor Jürg Siegrist. Der SWA habe sich «so lange wie möglich neutral verhalten», schreibt er. Doch nun ist ihm «das Geduldsdrahtseil» gerissen. Der Grund gemäss Siegrist: CCOP-CEO Beat Roeschlin hält seine Zusagen nicht ein.
 
Rückblende: Vor genau zwei Jahren verabschiedete sich CCOP aus der mit APG betriebenen Plakatforschung Swiss Poster Research (SPR) – wegen Differenzen über die Messmethode. Roeschlin kündigte stattdessen den Ansatz More an. Doch Siegrist, der zwei Forschungssysteme «für ein Unding» hält, vermittelte und brachte die beiden Teams am 19. Februar 2007 wieder an einen Tisch. Vier Tage später, so Siegrist weiter, habe Roeschlin an APG-CEO Christian Kauter geschrieben, dass er ihm zu einer möglichen Forschungszusammenarbeit «in Kürze einen detaillierten Vorschlag unterbreiten» werde. Darauf warte die APG noch immer, schreibt Siegrist. Mittlerweile sei SPR aber voll funktionsfähig, während More im Raum Zürich erst in eine Versuchsphase gehe. Damit sei die Chance für die Kooperation vertan, weshalb der SWA nun das SPR+-System empfehle.
 
Gegenüber der Werbewoche bezeichnete Beat Roeschlin den SWA-Vorwurf aber als «grundfalsch». Er habe sich im Mai sehr wohl mit Kauter getroffen. Die Diskussion im Beisein von Toni Jarvis, Forschungsleiter international von Clear Channel, sei «interessant» gewesen, sagte Roeschlin.
 
Markus Knöpfli

Platz da für die Konkurrenz

Wettbewerb Die Leserschaft der Branchenzeitschrift Media Trend Journal hat auch dieses Jahr die Gewinner der Media Trend Awards gewählt. Und Cinecom belegt wiederum den ersten Platz.

Wettbewerb Die Leserschaft der Branchenzeitschrift Media Trend Journal hat auch dieses Jahr die Gewinner der Media Trend Awards gewählt. Und Cinecom belegt wiederum den ersten Platz. Dies, nachdem das Schweizer Vermarktungsunternehmen für audiovisuelle Medien bereits bei der letztjährigen Wahl den Media Trend Award abgeräumt hat. Entsprechend gross war bei Cinecom die Freude über den erneuten Gewinn des Titels. Für das Vertrauen der Kunden und Partner bedankt sich Cinecom mit einer Anzeige im Media Trend Journal. Die Dankeschön-Anzeige dazu hat CavegnWerbung realisiert. Darin verweist Cinecom ihre Mitbewerber auf charmante Art und Weise auf die Plätze zwei und drei.

Mitlinks begeistert Kids für Toggenburg Tourismus

Die Agentur für neue Medien Mitlinks hat für Toggenburg Tourismus ein Online-Marktbearbeitungskonzept für das Segment «Kinder» entwickelt. Kids ab 5 Jahren sollen als «Touristen der Zukunft» frühzeitig für eine Ferienregion begeistert werden.

 Die Agentur für neue Medien Mitlinks hat für Toggenburg Tourismus ein Online-Marktbearbeitungskonzept für das Segment «Kinder» entwickelt. Dabei wurden Varianten erarbeitet und visualisiert, die aufzeigen, wie Kinder ab 5 Jahren als «Touristen der Zukunft» frühzeitig für eine Ferienregion begeistert und an diese gebunden werden können. Das Studienkonzept beinhaltet unter anderem virtuelle Spielplätze und Kindercamps, interaktive Spielideen oder Massnahmen zur nachhaltigen Community-Bildung und Vernetzung der Kinder.
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