Das grosse Radiorätseln im Jura
Rundfunk Bei den UKW-Radios lässt die Neuordnung des Bundesrates Fragen offen.
Rundfunk Bei den UKW-Radios lässt die Neuordnung des Bundesrates Fragen offen. Der Bundesrat sieht 34 neue Versorgungs- gebiete für UKW-Radios vor, in 23 von ihnen sind Konzessionen mit Gebühren- anteil geplant. Somit wird es künftig etwas weniger Gebühren- radios als heute geben, doch diese dürfen sich neu 16 statt wie bisher 7 bis 9 Millionen Franken Gebühren- gelder teilen. Zu jenen, die künftig ohne Subventionen auskommen müssen, gehört das Innerschweizer Radio Central (vorausgesetzt, dass dieses die Konzession wieder erhält) sowie Radio Ri, das künftig als Fenster zum Gebiet Ostschweiz-Ost (heute Radio Aktuell) geschlagen wird.
Am stärksten müssen sich aber das Neuenburger Radio RTN, der Jurassiersender Fréquence Jura (FJ) sowie Radio Jura Bernois (RJB) umorientieren. Nicht nur finanziell, denn die Neuordnung lässt im Jura keinen Stein auf dem andern: Der Bundesrat fasst das Gebiet der drei Radios neu zu einem einzigen Versorgungsgebiet namens Arc Jurassien zusammen (das mit dem gleichnamigen neuen TV-Gebiet fast kongruent ist – siehe Artikel oben). Für dieses neue Radiogebiet, das sich über drei Kantone erstreckt, sieht der Bundesrat zudem neu zwei deckungsgleiche Konzessionen vor, die eine mit dem Kerngebiet Neuchâtel, die andere mit der Hauptzone Porrentruy/Delémont/Freiberge.
Ratlosigkeit und Konsternation Gebührengelder sind aber nur für den nach Neuenburg orientierten Sender vorgesehen, verbunden mit der Auflage, für jeden der drei tangierten Kantone je ein eigenes Sendefenster zu machen. Pierre Steulet, der mit seinen Söhnen Jérôme und Valère bei FJ, RTN und RJB finanziell und operativ das Sagen hat, ist darob konsterniert. Er spricht von einem «Irrtum des Bundesrates». Was er nun tun soll, weiss er nicht.
Tatsächlich kann über den Sinn dieses Eingriffs nur gerätselt werden, die zuständige Person im Bakom war nicht erreichbar. Klar ist: Steulet, der FJ gegründet hat und sich im Lauf der Jahre ein Drei-Radio-Imperium aufbauen konnte, müsste gemäss neuem RTVG wohl eine der drei Konzessionen abtreten. Da nun aber für das ganze Gebiet nur noch eine Konzession nötig ist, erhält er die Chance, seinen Besitzstand zu wahren. Mehr noch: Der «jurassische Mini-Berlusconi», wie Steulet bisweilen genannt wird, könnte sich sogar für beide Konzessionen bewerben und zwei Zielgruppen anpeilen. Ob dies aber im Sinn des Bundesrates ist, bleibt zu bezweifeln. Dieser wollte wohl eher einem Konkurrenten die Türe öffnen. Wer dies sein könnte, bleibt abzuwarten.
Markus Knöpfli
Am stärksten müssen sich aber das Neuenburger Radio RTN, der Jurassiersender Fréquence Jura (FJ) sowie Radio Jura Bernois (RJB) umorientieren. Nicht nur finanziell, denn die Neuordnung lässt im Jura keinen Stein auf dem andern: Der Bundesrat fasst das Gebiet der drei Radios neu zu einem einzigen Versorgungsgebiet namens Arc Jurassien zusammen (das mit dem gleichnamigen neuen TV-Gebiet fast kongruent ist – siehe Artikel oben). Für dieses neue Radiogebiet, das sich über drei Kantone erstreckt, sieht der Bundesrat zudem neu zwei deckungsgleiche Konzessionen vor, die eine mit dem Kerngebiet Neuchâtel, die andere mit der Hauptzone Porrentruy/Delémont/Freiberge.
Ratlosigkeit und Konsternation Gebührengelder sind aber nur für den nach Neuenburg orientierten Sender vorgesehen, verbunden mit der Auflage, für jeden der drei tangierten Kantone je ein eigenes Sendefenster zu machen. Pierre Steulet, der mit seinen Söhnen Jérôme und Valère bei FJ, RTN und RJB finanziell und operativ das Sagen hat, ist darob konsterniert. Er spricht von einem «Irrtum des Bundesrates». Was er nun tun soll, weiss er nicht.
Tatsächlich kann über den Sinn dieses Eingriffs nur gerätselt werden, die zuständige Person im Bakom war nicht erreichbar. Klar ist: Steulet, der FJ gegründet hat und sich im Lauf der Jahre ein Drei-Radio-Imperium aufbauen konnte, müsste gemäss neuem RTVG wohl eine der drei Konzessionen abtreten. Da nun aber für das ganze Gebiet nur noch eine Konzession nötig ist, erhält er die Chance, seinen Besitzstand zu wahren. Mehr noch: Der «jurassische Mini-Berlusconi», wie Steulet bisweilen genannt wird, könnte sich sogar für beide Konzessionen bewerben und zwei Zielgruppen anpeilen. Ob dies aber im Sinn des Bundesrates ist, bleibt zu bezweifeln. Dieser wollte wohl eher einem Konkurrenten die Türe öffnen. Wer dies sein könnte, bleibt abzuwarten.
Markus Knöpfli
