Der Schweizer Privatsender U1 TV nennt sich künftig U Sport. Der Name steht für «Unterhaltung und Sport», wie die Fernsehzeitschrift TV2 berichtet. Das Sport-Programmfenster Schweizer Sport Fernsehen, dessen Lancierung am Sonntag bekannt wurde, läuft hingegen unter dem Namen Schweizer Sport Fernsehen, wie der St. Galler Medienunternehmer und Alt-FDP-Nationalrat Peter Weigelt der Werbewoche sagte. «Wir haben lediglich Sendezeit auf dem Fernsehsender, daneben werden weiterhin bisherige U1-TV-Sendungen im Programm sein». Das Schweizer Sport Fernsehen muss allerdings zuerst einmal noch eine Bakom-Konzession erhalten. Obwohl die Konzession noch nicht im Sack ist, hat die eigens für das Schweizer Sport Fernsehen gegründete Firma United Sport Production USP TV bereits Verträge mit Sportverbänden abgeschlossen. «Wer kein Risiko eingeht, wird auch nicht zum Ziel kommen», so Weigelt. Man hofft auf einen Sendestart Mitte September, wenn wichtige Sportanlässe stattfinden.
Das Schweizer Sport Fernsehen richtet sich als Spartensender aus und will sich ein klares Programmraster geben, damit jede Zielgruppe weiss, wann sie zuschalten soll. Beispielsweise könnte also am Montag Handball über den Bildschirm flimmern, am Dienstag Kampfsport oder am Mittwoch Basketball. Dass die hohen Quoten im Sportfernsehen mit grossen Anlässen wie Fussballspielen zu holen sind, ist Weigelt klar. Er weist aber darauf hin, dass in diesen Bereichen die Rechte zum Teil so teuer seien, dass sie sich auch grosse Stationen schon gar nicht mehr leisten können.
Der neue Kanal will sich eine andere Nische suchen. Die Vermarktung der Sendefenster wird bei der Affichage-Tochter Sportart liegen. Eine klassische Werbekampagne zur Lancierung ist nicht geplant, vielmehr will man an Sportanlässen Promotion machen und diese Anlässe wiederum als Content für den Sender nützen.
Einigen Wirbel gab es darum, wer an der Finanzierung beteiligt ist: So berichtete der Blick am Mittwoch, dass Adriana Ospel in das Programmfenster investiere. Am Donnerstag musste die Boulevardzeitung allerdings eine Berichtigung nachschieben, wonach die Unternehmerin in keiner Weise bei U1 oder dem Sport Fernsehen engagiert sei. «Diese Ente kommt wohl daher, dass Frau Ospel einmal mit über 80 anderen Namen auf einer Liste stand, auf der wir mögliche Projektpartner aufgelistet haben», erklärte Weigelt. Aus dieser Liste mit Namensvorschlägen hat dann die Sonntagszeitung einige prominente Namen herausgepickt. Als Aktionäre fungieren hingegen nebst dem Sender U1 und der Affichage Holding mehrere Privatpersonen wie Urs Rohner, Martin Bisang, Giorgio Beer und Weigelt selber.