KSP für Biore: Ein Jahresbericht macht Schule

Für die Stiftung Biore hat KSP zusammen mit Kleinbauernkindern einen Jahresbericht im Schulheft-Stil kreiert.

Mit der Förderung des Anbaus von Bio-Baumwolle unterstützt die Biore-Stiftung Kleinbauernfamilien aus Indien und Tansania und verschafft ihnen eine nachhaltige Lebensgrundlage. Auch im Bereich Bildung setzt sich die Stiftung ein und unterstützt Schulen in den Anbaugebieten.

Die Bildung der Kleinbauernkinder war gleichzeitig auch das Konzept des aktuellen Biore-Jahresberichts 2014, der sich als klassisches Schulheft präsentiert. Die Schülerinnen und Schüler der unterstützten Schulen haben den Inhalt von Hand auf deutsch und englisch abgeschrieben und die Fotos abgezeichnet.

Biore_JB_2014_makingof

Entstanden ist ein liebevoll gestalteter Jahresbericht in Schulheft-Form, der den Lesenden anhand seiner Optik schmunzeln lässt und selbst in seine Schulzeit zurückversetzt.

BioRe_JB_2014_Packshot_Seite_1

Der Biore-Jahresbericht hat aber eine klare Message: Er ist sozusagen die Beweisführung, dass die Schülerinnen und Schüler in den unterstützten Schulen perfekt lesen und schreiben lernen. Er symbolisiert aber auch den Lerneffekt und die besseren Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen sowie die enge Zusammenarbeit zwischen den Bauernfamilien und Biore.

BioRe_JB_2014_Packshot_Seite_3
BioRe_JB_2014_Packshot_Seite_4-5
BioRe_JB_2014_Packshot_Seite_10-11
BioRe_JB_2014_Packshot_Seite_10-11_0
BioRe_JB_2014_Packshot_Seite_50-51

Verantwortlich bei der Biore Stiftung: Jürg Peritz (Stiftungspräsident); Christa Suter (Geschäftsführerin); Martina Amsler (Marketing & Corporate Communication). Verantwortlich bei KSP Krieg Schlupp Partner: Uwe Schlupp (Gesamtverantwortung); Benny Goldstein (Creative Direction); Lea Baldinger, Florian Kech (Grafik); Daniel Zehnder (Text); Giacomo Wyss (Bildbearbeitung); Flavia Meyer (Beratungsleitung); Eveline Mathis (Beratung).
 

Zur Sache: Charakterloser Sonntag

Vielleicht ist es verstiegen, in Zeiten schrumpfender oder schon nicht mehr schrumpfbarer Werbe­einnahmen von Medienmachern eine klare Haltung gegenüber Werbemassnahmen von Unternehmen zu fordern. Dennoch sollten Moral und Berufsethik nicht käuflich sein.

Zu unserer Berufsethik als Medienmacher gehört, dass redaktionelle Beiträge von Werbung, Reklame, Inseraten, Publireportagen, wie immer Sie es nennen, glasklar und erkennbar getrennt werden. Natürlich, ohne Werbung geht es nicht, ohne Werbung erscheint keine Zeitung. Und auch die Werbewoche ist froh über jedes geschaltete Inserat, über jeden verdienten Rappen. So schmeckt Medienmachen heute. Dennoch erhalten alle der vielen bei uns eingehenden Anfragen, ob nicht mal ein wenig PR und so … eine klare Ansage: «PR nein! Aber wenn es etwas Berichtenswertes gibt, sind wir ganz Ohr.» Storytelling ist immer noch die beste Werbung. Und wenn es dann trotzdem eine Publireportage sein muss­ – deren Schlagkraft ich zu 100 Prozent anzweifle –, dann ­bitte sehr, aber mit der deutlich lesbaren Überschrift «Publireportage». Nein, unsere Leser sind ganz und gar nicht dumm. Und sie wollen auch nicht für dumm verkauft werden. Was für die meisten Leser gilt.

So betrachtet, war der vergangene Sonntag ein Schwarzer Sonntag für diverse Sonntagszeitungen und ihre Leser, namentlich für die der Ostschweiz am Sonntag, der Zentralschweiz am Sonntag, der NZZ am Sonntag, alle drei Blätter der NZZ-Mediengruppe, sowie für die Leser der Schweiz am Sonntag der AZ Medien. Alle vier Blätter hatten nämlich einen zusätzlichen Bund, überschrieben mit «Charakter» – ausgerechnet. Der «zusätzliche Bund», exakt im regulären Layout der jeweiligen Zeitung, entpuppte sich als achtseitige Prospektstrasse von Mercedes-Benz. Der klare Hinweis, dass es sich um Werbung handelt, fehlte auf allen vier Bünden. Zwar fand, wer danach suchte, am Seitenkopf jeweils den Vermerk «Ein Mercedes-Benz Sonderbund in der ‹XYZ am Sonntag›». Aber ganz klitzeklein, alternativ himmelblau und kaum lesbar. Und «Sonderbund» ist ziemlich euphemistisch für diese platte Werbebeilage.

Was, liebe Zeitungsmacher, sollen eigentlich Eure Leser denken? Und was Eure Mitarbeiter? Ihr hebt eine billig gemachte SUV-Werbung auf die gleiche Ebene wie Eure (hoffentlich) hart recherchierten Inhalte, für die Abonnenten Geld bezahlen. Ist das nicht eine Beleidigung Eurer Leser? Und eine Diskreditierung Eurer Journalisten? Alles egal, wenn nur in der Kasse keine Ebbe mehr herrscht? Eine Stange Geld habt Ihr nämlich mit dieser Prospektstrasse verdient: 40 000 Franken die Ostschweiz am Sonntag, 40 500 Franken die Zentralschweiz am Sonntag, 41 000 die NZZ am Sonntag und 95 800 Franken die Schweiz am Sonntag, wenn sie die Gesamtausgabe mit dieser Unsäglichkeit bestückt hat. Geschäftstüchtig oder geschäftssüchtig? Nachhaltig auf keinen Fall. Ich jedenfalls bin enttäuscht von meiner NZZaS. Übrigens: Der sogenannte «Sonderbund» macht mit folgender Zeile auf: «Echte Persönlichkeiten gehen ihren eigenen Weg. Weil sie es können.» Und die anderen? Fast scheint das eine Botschaft mit rausgestreckter Zunge an die Macher der vier Sonntagszeitungen zu sein. Oder gar an ihre Leser: ­«sorry, wir konnten nicht anders, wir brauchten das Geld».

Von Journalisten verlangt man, dass sie Verantwortung für ihre Artikel übernehmen, dass sie mit Augenmass und Umsicht vorgehen, niemanden gefährden oder angreifen und moralischen Grundsätzen folgen. Darf man das von Werbeverkäufern und Verlegern nicht verlangen? Eine gut sichtbare, klare Kennzeichnung von Werbung wäre das Mindeste – was im Übrigen auch nichts Neues ist.

Sie finden, Moral und Ethik sind grosse Worte für einen kleinen Achtseiter? Ich finde, Moral und Ethik fangen nicht irgendwo an. Und vor allem hören sie nicht irgendwo auf.

Und noch etwas in ganz eigener Sache:

Vor knapp einem Jahr habe ich die Chefredaktion der Werbewoche von Pierre C. Meier übernommen. Ich wollte nicht gleich alles neu und anders machen, nun aber ist es soweit: Wir wollen mit der gedruckten und der digitalen Werbewoche im 21. Jahrhundert ankommen und für die Zukunft gerüstet sein. Helfen Sie uns dabei. Nehmen Sie sich bitte wenige Minuten Zeit und beantworten Sie unsere Leserbefragung. Schliesslich machen wir die Werbewoche für Sie. Also müssen wir auch wissen, wie Sie sie am liebsten lesen. Herzlichen Dank! 

Rahel Grunder moderiert «Geld» auf Tele Bärn

Die 26-jährige Schauspielerin moderiert ab dem 4. September die Sendung «Geld» auf Tele Bärn.

Neben ihrer Rolle als Moderatorin wird Grunder auch Produzentin des Wirtschaftsmagazins. In der knapp zehnminütigen Sendung werden jeweils die relevanten Ereignisse der vergangenen Wirtschaftswoche analysiert und über Hintergründe und Perspektiven informiert.

Grunder ist seit Juli 2014 für den Berner Regionalsender als Videojournalistin tätig. Davor lebte die gebürtige Bernerin, die auch über ein Grundstudium der Poltikwissenschaften an der Universität Bern verfügt, vier Jahre in Los Angeles, wo sie ihr Schauspielstudium am renommierten Lee Strassberg Theater & Film Institute abschloss. Anschliessend wirkte sie bei verschiedenen Theater- und Filmprojekten mit, zuletzt im Rahmen eines Engagements am Stadttheater Bern.

Zu guter Letzt: Verfolgt vom roten Balken

Dieses kleine Alltags-Drama müsste eigentlich nicht sein, findet Del Campo Saatchi & Saatchi

In einem Werbespot für BGH Joy Smartphones hat die Agentur Del Campo Saatchi & Saatchi ein bekanntes Phänomen, über das sich die meisten gelegentlich ärgern, zum Alltags-Drama stilisiert: Die Angst vor dem nahenden Buffering beim Streamen. (sis)
 

Schoch & Sonders heisst neu Studio Schoch

Die Zürcher Markenagentur gibt neben dem neuen Agenturnamen auch eine Erweiterung des Teams bekannt.

Schoch & Sonders trägt neuerdings den Namen Studio Schoch. Zusammen mit dem Namen festigt sich auch die Positionierung der Unternehmung, heisst es in einer Mitteilung der Agentur vom Mittwoch. Der Fokus liegt dabei in der Markenstrategie, im Markendesign sowie dem Verpackungs-Design. Marken- und Marktanalysen sollen die Grundlage für den perfekten Markenauftritt bieten.

In den letzten Monaten ist das Team von Studio Schoch ausserdem um drei neue Mitglieder ergänzt worden. Studio Schoch reagiert mit der Steigerung der Mitarbeiterzahl auf die positive Auftragslage und das wachsende Portfolio. Gabriela Hurdes und Dragana Knezevic unterstützen das Team in der Beratung und sind für die effiziente Durchführung der Projekte verantwortlich. Vera Loher bringt ihr Talent und ihre Kreativität im Design ein.

teamschoch
Von links nach rechts: Gabriela Hurdes (Projektleitung), Vera Loher (Design), Dragana Knezevic (Projektleitung).

 

Werbewoche 16/2015: Die Themen

Am 4. September erscheint die Werbewoche 16/2015 – diese Themen erwarten Sie!

Unbenannt-16_39

Kinder an die Macht!

Dass Kinder einen grossen Einfluss auf die Kaufentscheidungen ihrer Eltern haben, ist jedem sonnenklar, der selbst welche hat – oder der im Supermarkt schon einmal kleine Nörgelzwerge beim Quengeln beobachten konnte. Wie gross der Einfluss der Kleinen tatsächlich ist, belegt nun die internationale Studie «Little Big Influencers» von Viacom International Media Networks Northern Europe, ehemals MTV Networks.

APG und Google: bester Gesamteindruck bei den Werbeauftraggebern

Exklusiv für die Werbewoche hat die Media.Research.Group eine Gesamtschau der Ergebnisse dreier Ratings erstellt: des Agentur-Rating Werbeagenturen, des Agentur-Rating Media-Agenturen und des Media Trend Award. Nun lassen sich die Ergebnisse auf einen Blick miteinander vergleichen.

Der Motz von Butz: Die Kluft zwischen Redaktion und Werbung

«Letzten Sonntag, 30. August, habe ich auf 330 Seiten Sonntagspresse die nur 55 3/4 Seiten Werbung genauer angeschaut.»

Generation Millennials

Beat Hürlimann über Werbevorstösse ins Reich der zukunftsträchtigsten Marketingzielgruppe.

Konstruktiv statt destruktiv: Journalismus stellt sich seiner Verantwortung

In diesen Tagen beschäftigen sich die Medien mit sich selber: Wo sind die Grenzen der Meinungsfreiheit, wann ­dürfen Bilder und Texte von Gewalttätern noch verbreitet werden und wie kann der Journalismus ­einen ­positiven Beitrag für die Lösung von Problemen leisten? Kolumne von Medienexpertin Josefa Haas.

Kleine Gemeinde zum Weltstar gemacht

Das Zürcher Oberland hat nicht den Glanz von Istanbul oder Südaustralien. Ein Imagefilm über Gossau zeigt, dass die Gemeinde dennoch viel zu bieten hat – und verschweigt auch nicht, wo sie «kei grossi Gümp» macht. Das 9600-Seelen-Dorf brillierte mit dem ehrlichen Imagefilm von Roland Koch unverhofft bei einem inter­nationalen Tourismusfilm-Award. Roland Koch im Interview.

WordPress-Community Schweiz trifft sich zum Wordcamp

Wordpress ist die beliebteste Web-Software überhaupt. Ihr grösstes Kapital ist die Community – und die fach­simpelt nicht nur virtuell-global. Am 18. und 19. September trifft sie sich im Zürcher Technopark zum Wordcamp.

IAB Switzerland: Über das CRM zu Data-Driven-Marketing

Händler verfügen über vielfältige Informationen zum Kaufverhalten ihrer Kunden. Diese effektiv und gewinn­bringend für Online-Marketing-Kampagnen einzusetzen, ist jedoch technisch herausfordernd. Dabei liegt der Grundstein für ein effektives und nutzerzentriertes Data-Driven-Marketing bereits im hausinternen CRM.

Kopf der Woche: CEO mit Digital-Antrieb

Olivier Rihs ist seit über zwölf Jahren in verschiedenen Funktionen für Scout24 Schweiz tätig, seit 2011 als CEO des grössten Schweizer Netzwerks von Online-Marktplätzen. Begonnen hat seine Erfolgsgeschichte bei Scout24, als er 2001 Job und Wohnung hinter sich liess, seine Möbel verkaufte und während elf Monaten Süd- und Nordamerika bereiste.

u.v.m

Schweizer WordPress-Community trifft sich zum Wordcamp

Wordpress ist die beliebteste Web-Software überhaupt. Ihr grösstes Kapital ist die Community – und die fach­simpelt nicht nur virtuell-global. Am 18. und 19. September trifft sie sich im Zürcher Technopark zum Wordcamp.

Dank WordPress können seit über einem Jahrzehnt auch Laien akzeptabel aussehende Web­sites erstellen. Die quelloffene Software ist kostenlos und kann relativ einfach installiert sowie an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. So einfach, dass mittlerweile weltweit mehr als die Hälfte aller Websites, die mithilfe eines CMS erstellt worden sind, auf WordPress basieren.

Pascal Birchler, Mitorganisator des Schweizer Wordcamps 2015, ist kein Laienanwender mehr – obschon auch er WordPress ursprünglich zum Bloggen entdeckte. Im zarten Alter von zwölf Jahren erstellte er sein erstes Weblog und begann auf diesem immer öfter auch über WordPress-Themen zu bloggen. Mittlerweile ist er gelernter Informatiker und arbeitet seit Kurzem für die Web-Firma Required, die mit einem Team von sechs Mitarbeitenden fast ausschliesslich Dienstleistungen für WordPress anbietet.

Die Projektaufträge von Required zeigen: WordPress ist mehr als ein einfach bedienbares CMS für Laien, die Inhalte online stellen wollen. «Man kann sehr wohl komplexe Websites auf WordPress-Basis erstellen: auch wenn die Schweiz diesbezüglich etwas hinterherhinkt», stellt Birchler klar. Neben Corporate Blogs für SBB oder Hotelplan hat Required die Software auch für Projekte eingesetzt, bei denen sie «lediglich im Hintergrund die Fäden zusammenhält», so Birchler. Etwa für das Portal www.bvbmedia.ch, auf welchem man Werbeflächen für Bus und Tram online testen und buchen kann.

Am zweitägigen Wordcamp im Technopark kommen sie zusammen, die Anwender und die Software-Entwickler. Während der erste Tag mit Referenten wie Konstantin Obenland (Automattic) oder Petya Raykovska (Human Made) auch für Designer und Anwender aller Niveaus neue Insights verspricht, ist der Folgetag den Entwicklern vorbehalten. «Rund ein Fünftel der Teilnehmer erschien jeweils auch am Sonntag», schätzt Birchler, der bereits die beiden bisherigen Wordcamps in Zürich mit organisierte. Sowohl für Anwender wie auch für Entwickler ist es elementar, sich über die schnelllebige Software auf dem Laufenden zu halten, deren Plug-in-Landschaft sich aufgrund der aktiven globalen Community fast täglich ändert.

wp2
Bilder vom Wordcamp Switzerland 2014 von Florian Ziegler 

Auch grössere Agenturen setzen auf WordPress

Open Source ist nicht mehr die alleinige Domäne der Kleinen. Auch grössere Webagenturen setzen mittlerweile auf quelloffene Software wie WordPress. Eine von ihnen ist Liip. Die Agentur lässt ihre Teams jeweils mit entscheiden, auf welche Technologien sie sich spezialisieren wollen. Das 7-köpfige Team, dem Stefan Oderbolz angehört, entschied sich vor einem halben Jahr für WordPress. Im Unterschied zu Birchler bezeichnet Oderbolz WordPress jedoch als «Lightweight-CMS»: Die Installation und das Hosting seien einfach, die Kunden allerdings eher im KMU-Bereich.

An Grenzen stosse WordPress zum Beispiel bei komplexen Berechtigungen oder der Integration von mehreren externen Systemen, die grosse Datenmengen einspielen müssen. «Auch kommt es vor, dass andere Systeme etwas von Haus aus können, was man für WordPress erst entwickeln müsste. Das lohnt sich nicht immer.» Entsprechend werde sein Team nur für Projekte eingesetzt, die sich bezüglich Grösse, Komplexität und Art des Kunden für WordPress eignen.

Wordcamp-Organisator Birchler gibt jedoch zu bedenken, dass Open Source auch darum oft den Kürzeren ziehe, weil die Agenturen kein Interesse daran haben, eine quelloffene Lösung zu empfehlen – und nicht, weil diese den Anforderungen nicht genügen würde: «Die meisten Webagenturen setzen lieber auf grosse proprietäre Systeme wie Adobe Experience Manager, weil sie dann der einzige Ansprechpartner sind und langfristige Wartungsverträge abschliessen können.» Die im Frühjahr 2015 veröffentlichte Open-Source-Studie der Universität Bern gibt Birchler insofern recht, als dass die Studien­verfasser im Open-Source-Bereich noch viel ungenutztes Potenzial ausmachen (unsere Zusammenfassung der Studie finden Sie hier).

Der Community-Gedanke ist zentral

Kleinen Web-Firmen kommen das grosse Netzwerk und die Community-orientierte Arbeitsweise besonders zugute – «weil man nicht alles alleine weiterentwickeln muss und sich stärker aufs Umsetzen einer Website konzentrieren kann», erklärt Birchler. Bei seinem Arbeitgeber Required will man andere Webagenturen darum nicht als Konkurrenz verstanden wissen. «Man profitiert davon, zusammenzuarbeiten und Stärken zu ergänzen.» Entsprechend hoch ist die Verbundenheit mit der Community, das Geben und Nehmen fest im Denken verankert: «Ich finde es schade, wenn man mit WordPress Geld verdient und der Community nichts zurückgibt», sagt Birchler.

Aber auch Liip als grössere Webagentur kultiviert den Community-Gedanken. Einige Mitarbeiter verfügen offiziell über sogenannte «Open-Source-Budgets», die es ihnen erlauben, einen Teil ihrer Arbeitszeit in die Community-Arbeit zu investieren. Die Gründe sind vielfältig. «Es ist den Mitarbeitern wichtig, etwas zurückzugeben, und es macht Spass, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen», so Oderbolz, der ebenfalls am Wordcamp teilnehmen wird. Nicht zuletzt sei es manchmal «nur die Community, die einem aus der Patsche helfen kann».

Text: Simone Isliker

Über WordPress

WordPress verpflichtet sich der General Public License. Das bedeutet, dass alle Anpassungen an der quelloffenen Software unter der gleichen Lizenz, also ebenfalls quelloffen, weitergegeben werden müssen. Ins Leben gerufen wurde WordPress 2003 von Matt Mullenweg und Mike Little, die erste stabile Version erschien Anfang 2004.
Dass die Software von jedem verwendet werden kann, bedeutet nicht, dass man mit WordPress kein Geld verdienen kann. Da gibt es zum Beispiel das Geschäftsmodell von Automattic, Betreiber des Portals www.wordpress.com, welches Matt Mullenweg gehört. Dort wird nicht nur Software, sondern auch Platz auf dem Webserver zur Verfügung gestellt. Das Grundangebot ist dabei meist gratis, für Zusatzfunktionen wie mehr Speicherplatz oder schnelleren Support verlangt Automattic hingegen Geld. Der Wert von Automattic wird auf eine Milliarde US-Dollar geschätzt.
Unzählige Firmen entwickeln ausserdem kostenpflichtige Themes (Website-Vorlagen) oder Plug-ins (erweiterte Funktionen oder Dienste), die sie auf diversen Portalen zum Kauf anbieten. Quelloffenheit gilt nämlich nicht zwingend für Themes und Plug-ins, auch wenn es viele Entwickler gibt, die ihre Codes offenlegen. Eines der erfolgreichsten Plug-ins ist die Online-Shop-Lösung WooCommerce. Heute läuft etwa jeder dritte Online-Shop mit diesem Plug-in. Es ist sogar kostenlos – verdient wird mit separaten Erweiterungspaketen. Dieses Jahr wurde die Firma WooThemes, die das Plug-in entwickelt hat, für schätzungsweise 30 Millionen US-Dollar von Automattic aufgekauft. (sis)

Auch BZ und Partnerblätter ziehen Paywall hoch

Im Kanton Bern haben vier weitere Tamedia-Publikationen die Bezahlschranke für ihr Online-Angebot eingeführt: Die Berner Zeitung, das Langenthaler Tagblatt, das Thuner Tagblatt und der Berner Oberländer verlangen seit Donnerstag Geld für ihre Beiträge im Netz.

20 Eigenleistungen pro Monat bleiben gratis zugänglich. Weitere Artikel sind in Zukunft kostenpflichtig, wie die vier Zeitungen ihren Lesern am Donnerstag mitteilten. Wer mehr Inhalte nutzen will und kein Zeitungsabo hat, dem wird ein Digitalabo mit unterschiedlichen Laufzeiten angeboten.

Der ebenfalls zum Zürcher Tamedia-Verlag gehörende Bund hat die Paywall bereits im Oktober 2014 eingeführt. (SDA)

Bundesrätin Doris Leuthard eröffnete das umgebaute und erneuerte Ringier Pressehaus

Über 150 geladene Gäste und VIPs wohnten am Donnerstagabend dem Grand Opening des umgebauten und erneuerten Ringier Pressehauses in Zürich bei. Bundesrätin und Medienministerin Doris Leuthard eröffnete den Bau

Unbenannt-15_41

Leuthard forderte in ihrer Eröffnungsrede am Grand Opening, dass Medienhäuser heute diversifizieren müssten. Dies sei Teil der wirtschaftlichen Freiheit und geradezu unternehmerische Pflicht. «Medienunternehmen haben aber eine besondere Verantwortung. Medien sind nicht blosse Ware, sondern Unterhaltung und Staatskunde zugleich.»

Unbenannt-14_45

Doris Leuthard schlug eine Brücke von der Kunst im Foyer zum Journalismus im Hause: «Im Eingang wird Kunst zelebriert, im Obergeschoss Publizistik praktiziert. Kunst wird Journalismus, wo Botschaften mit dem Pinsel gemalt werden – Journalismus wird Kunst, wo aus Aktenbergen kluge Schlagzeilen gemeisselt werden.»

Bundesrat Kurt Furgler hatte das Ringier Pressehaus 1978 mit einem Zitat des französischen Schriftstellers und Philosophen Albert Camus eröffnet – Bundesrätin Doris Leuthard tat es ihm gleich und schloss ihre vielbeklatschte Rede mit dem Camus-Zitat «Glück und Erfolg werden nur dem gegeben, der grossmütig einwilligt, beide zu teilen».

Unbenannt-16_40

Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch betonte in ihrem Grusswort an die Eröffnungsgäste, dass die Zukunft von Zürich als Medienhauptstadt gesichert sei, solange die Medienhäuser die grossen Herausforderungen der Medienbranche mit Innovation, Offenheit für Neues und Investitionen in die Zukunft anpacken. Ringier sei hier bestes Beispiel dafür. Corine Mauch: «Dies zeigt sich bei Ringier nicht nur am Beispiel des Pressehauses, sondern auch an der von Ringier CEO Marc Walder initiierten Initiative Digital Zurich 2025 – die Initiative wird über die Branche hinaus Wirkung entfalten und kommt dem ganzen Wirtschaftsstandort Zürich zu Gute.» Mauch überbrachte am Grand Opening die besten Grüsse des Stadtrates von Zürich für Ringiers Vorhaben für die Zukunft.

Unbenannt-17_34

Ringier CEO Marc Walder forderte die Gäste auf, «die digitale Entwicklung als historische Chance wahrzunehmen, nicht als disruptive Bedrohung». «Gefordert ist unternehmerischer Mut, Innovationsbereitschaft und politische Weitsicht», so Marc Walder. Der gelungene Umbau des Pressehauses soll dafür stehen.

Unbenannt-18_34

Während tags zuvor bereits mehr als 500 Ringier Mitarbeitende ihr eigenes Grand Opening feiern konnten und dabei vom Schweizer Singer-Songwriter Bastian Baker musikalisch angeheizt wurden, trat am Donnerstag der belgische Superstar Milow als Überraschungsgast auf.

Unbenannt-23_18

Mit dem aktuellen, umfassenden Umbau war im Dezember 2014 begonnen worden. Nebst dem neuen, grossen Energy Flagship Studio im Erdgeschoss und der von Kramer Gastronomie geführten Café-Bar The Studio mit kleiner Show-Bühne und Blick direkt ins Radio-Studio wurde neben dem umgestalteten Foyer und dem neuen Empfangs-Desk vom berühmten britischen Objektkünstler Liam Gillick die Begegnungszone The Gallery geschaffen: neuer Treffpunkt für Mitarbeitende, Wartebereich für Gäste, Meeting Location und Ausstellungs-Bereich für Exponate aus der Sammlung Ringier zugleich.

Unbenannt-19_24
Unbenannt-20_20
Unbenannt-21_19
Unbenannt-22_18

Studie: Open Source hält Einzug in der Schweiz

Open Source ist definitiv im Schweizer IT-Markt angekommen: Laut einer Studie der Universität Bern ist der ­bereits hohe Einsatz von Open Source im vergangenen Jahr nochmals deutlich gestiegen.

Rund 70 Prozent der Schweizer Unternehmen setzen bei Web-Servern, Datenbanken, Server-Systemen oder Programmiersprachen auf Open Source. Etwa ein Viertel sind Vielnutzer, d. h. sie benutzen mindestens zur Hälfte quelloffene Technologien. Das ist das bemerkenswerte Ergebnis der Open-Source-Studie Schweiz 2015. Im Rahmen der Studie wurden 38 Behörden, 98 ICT-Unternehmen und 64 Firmen aus anderen Branchen befragt, wie und weshalb sie Open-Source-Software einsetzen.
Open Source bietet die Möglichkeit, die hohen Lizenzkosten von kommerziellen Anbietern zu umgehen – und die können massiv ins Gewicht fallen. Auch die offenen Standards und die Community als Quelle für Wissensaustausch gelten bei vielen Befragten als Stärken.
Dennoch gibt es bezüglich Open Source noch viel ungenutztes Potenzial, resümieren die Studienverfasser. Das gilt insbesondere für die öffentliche Verwaltung. Sie fällt klar hinter die Privaten zurück, die Open Source an wesentlich mehr Stellen einsetzen. Dafür dürften unter anderem die Bedingungen bei öffentlichen Ausschreibungen verantwortlich sein.

Was Open Source nach wie vor im Weg steht

Der «schlechte Ruf» von Open Source zählt mittlerweile nicht mehr zu den wichtigsten Hinderungsgründen. Vielmehr geben die meisten befragten Unternehmen fehlende Schnittstellen (65%), Abhängigkeiten von proprietären Systemen (64%), aber auch die fehlende Lieferantenhaftung (63%) an, die laut Studie offenbar viele Betriebe verunsichert. Aufhorchen lässt der wahrgenommene Mangel an kommerziellem Support, auf den 62 Prozent der Befragten verweisen. Im Falle von proprietärer Software können die nachgefragten Dienstleistungen nur vom Hersteller bezogen werden. Im Open-Source-Bereich ist der Markt offener, auch Nichthersteller dürfen Support anbieten. Offenbar ist der Dienstleistungsbedarf aber nicht in jeder Hinsicht ausreichend ­gedeckt. (sis)

ABB hat neuen Kommunikationsleiter

Thomas Schmidt wird per 1. Oktober 2015 neuer Leiter Kommunikation bei ABB Schweiz. Stellvertretende Leiterin Kommunikation wird Michelle Roth.

Schmidt folgt auf Kurt Loetscher, der im Mai eine neue Aufgabe beim Konzern übernommen hat sowie weiterhin für Public Affairs in der Schweiz zuständig ist; sowie auf Hans Imboden, der seit Mai die Kommunikation interimistisch geleitet hat. 

Zeitgleich wird Michelle Roth  zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Leiterin externe Kommunikation als stellvertretende Kommunikationschefin die operative Leitung der Kommunikationsabteilung übernehmen, während Felix Fischer für die interne Kommunikation verantwortlich bleibt.

Thomas Schmidt leitet auf Konzernebene die weltweiten Public Affairs Aktivitäten. Zudem hat er per 1. August die Aufgabe als Leiter Kommunikation für die Region Europa übernommen und ist Mitglied des europäischen Managementteams. Zuvor war Schmidt mehr als 15 Jahre für die Medienstelle des ABB Konzerns verantwortlich. Er hat Abschlüsse in Wirtschaftswissenschaften von der Universität Aberdeen sowie der London School of Economics.

Michelle Roth leitet seit 2012 die externe Kommunikation von ABB Schweiz; zuvor war sie Leiterin Public Relations der Axpo Holding. Sie hat einen Abschluss in Germanistik sowie Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Basel.
 

Kleine Gemeinde zum Weltstar gemacht

Das Zürcher Oberland hat nicht den Glanz von Istanbul oder Südaustralien. Ein Imagefilm über Gossau zeigt, dass die Gemeinde dennoch viel zu bieten hat – und verschweigt auch nicht, wo sie «kei grossi Gümp» macht. Das 9600-Seelen-Dorf brillierte damit unverhofft bei einem inter­nationalen Tourismusfilm-Award.

Der 17-minütige Imagefilm über Gossau wurde am Grand Prix 2014 des Comité International des Festivals du Film Touristique (CIFFT) in Wien überraschend zu einem der acht besten Tourismusfilme der Welt gekürt. Die Werbewoche sprach mit Regisseur Roland Koch über bescheidene Budgets, überzeugende Geschichten und das Leben auf dem Land.

WW: Ihr Film hat sich gegen 1500 Konkurrenten durchgesetzt und es unter die acht Nominierten geschafft – neben Filmen über Istanbul, Südaustralien oder Dubai. Wie ist Ihnen das mit Ihrem kleinen Film über eine kleine Schweizer Gemeinde bloss gelungen?
Koch: Das habe ich mich auch gefragt. Laut Aussage der Juroren lag es an der Geschichte. Tourismus­filme setzen für gewöhnlich auf aufwendige technische Effekte und bombastische Bilder, die aneinandergereiht und mit Musik untermalt werden. Ich habe stattdessen mit einfachen Mitteln eine Geschichte erzählt, die am Schluss humorvoll aufgelöst wird. Sie handelt von einem Regisseur, der glaubt, einen grossen Star für seinen Imagefilm über Gossau zu benötigen. Während sich dieser Star reichlich Zeit in der Maske lässt, beginnt der Regisseur schon mal, über Gossau zu erzählen. Am Schluss kristallisiert sich heraus, dass es für den Film gar keinen Star braucht – weil Gossau selbst der Star ist.

Für den Film stand Ihnen ein Budget von 70 000 Franken zur Verfügung. Hätten Sie einen ganz ­anderen Film gedreht, wenn das Budget grösser ausgefallen wäre?
Gerade bei kleinen Budgets kommt man nicht umhin, eine gute Idee zu entwickeln, um mit den vorhandenen Ressourcen gezielt da hinarbeiten zu können. Vielleicht fällt das sogar leichter, wenn man über ein kleines Budget verfügt. Grosse Budgets verleiten dazu, Ideen zu kreieren, für die man das verfügbare Geld auch einsetzen kann. Aufwendige Effekte allein machen einen Film nicht besser. Manchmal hätte ich aber gern mehr Zeit investiert, um beispielsweise eine ganz bestimmte Lichtstimmung bei den Landschaftsaufnahmen einfangen zu können.

Was waren die Vorgaben der Gemeinde Gossau?
Die einzige Vorgabe der Gemeinde war es, die schönsten Seiten von Gossau zu zeigen. Wir haben aber nichts inszeniert, was nicht ist. Es ist ein ehrlicher Imagefilm, zum Beispiel was die Ausgangsmöglichkeiten für die Dorfjugend betrifft. Es gibt nun mal nur einen einzigen Jugendtreff in Gossau, «grossi Gümp macht das nöd», beschreibt der Film darum das lokale Nachtleben. Gossau kann dafür mit anderen Stärken punkten.

Jugendhaus-n

Sie haben fast ausschliesslich mit Laien gedreht. Worauf muss man dabei achten?
Es ist wichtig, dass man Laiendarsteller nicht in eine fremde Rolle presst oder sie gar einen auswendig gelernten Text zum Besten geben lässt. Wenn ein Gemeindepräsident vor der Kamera etwas über die Vorzüge seiner Gemeinde erzählen muss, wirkt das schnell aufgesagt und hölzern. Solche Szenen haben wir bewusst weggelassen und für die einzige Sprechrolle mit Peter Fischli einen professionellen Schauspieler eingesetzt. Die Laien im Film spielen keine Rollen, sondern sich selbst.

Mit Dubai oder Istanbul verbindet jeder bestimmte Vorstellungen. Ist es anspruchsvoller, das Einzigartige an Gossau herauszuarbeiten?
Ich glaube, für mich wäre beides gleich anspruchsvoll. Wenn ich einen Filmauftrag von Dubai bekäme, würde ich ebenfalls die Ecken und Kanten zeigen wollen, das, was die Stadt authentisch und sympathisch macht. Dafür müsste ich an der Fassade der gängigen Points of Interest kratzen. Vielleicht ­verfügt man als Regisseur sogar über eine grössere Narrenfreiheit, wenn man über einen unbekannten Ort wie Gossau einen Film dreht – weil noch keine vorgefertigten Klischees vorhanden sind.

Wie haben die Menschen im internationalen Umfeld der Auszeichnung auf den Film reagiert?
Viele hörten natürlich zum ersten Mal von Gossau. Die Reaktionen der Zuschauer waren durchweg ­positiv, sie fanden die Gemeinde sympathisch. Ein Juror aus Berlin wollte Gossau sogar unbedingt kennen lernen. Er ist dann auch tatsächlich ins Zürcher Oberland gereist und hat das Dorf besucht.

Wie gut kennen Sie das Leben auf dem Land aus eigener Erfahrung und was mögen Sie daran?
Ich bin in Flaach im Zürcher Weinland zu Hause. Am Leben auf dem Land gefällt mir, dass es überschaubar ist und man sich gegenseitig kennt. Für mich ist es zudem ein schöner Ausgleich zum Berufsalltag. Wenn ich Fotoaufträge wahrnehme oder mit grossen Filmteams zusammenarbeite, geht es oft hektisch zu und her. Auf dem Land kann ich durchatmen.

Interview: Simone Isliker

In Kürze

Der Imagefilm «Gossau ZH – die lebenswerte Gemeinde im Zürcher Oberland» wurde von Regisseur Roland Koch und Drehbuchautor Flavien Allenspach im Auftrag der Gemeinde Gossau produziert. An Festivals auf der ganzen Welt hat er acht internationale Awards gewonnen und sich dadurch für das Finale, den Grand Prix 2014 des Comité International des Festivals du Film Touristique (CIFFT) in Wien, qualifiziert. Dort schaffte er es unverhofft unter die acht Nominierten. 

 

get_footer();