UPC Cablecom zahlt Millionen an Vermieter

UPC Cablecom steht wegen der über die Mieten verrechneten Anschlussgebühren in der Kritik. Wie jetzt bekannt wurde, zahlt das Unternehmen den Hauseigentümern einen geheimen Millionenbetrag für die Anschlüsse zurück.

Wie die Schweiz am Sonntag in der aktuellen Ausgabe schreibt, wird UPC Cablecom von Konkurrent Sunrise harsch kritisiert, weil die Cablecom-Grundgebühr vom Vermieter bezahlt und über die Miete abgerechnet wird. Es wird bemängelt, dass diese zusätzlichen Kosten – in den Abo-Preisen nicht direkt mitgerechnet – den Wettbewerb verzerren. Um den direkten Preisvergleich zwischen UPC Cablecom und den Mitbewerbern Sunrise und Swisscom zu gewährleisten, müssten die Anschlussgebühren transparenter kommuniziert werden.

Was jetzt bekannt wurde und für zusätzlichen Zündstoff sorgen dürfte: UPC Cablecom zahlt einen Teil der Anschlussgebühren an die Hausbesitzer zurück. Wie die Schweiz am Sonntag schätzt, dürfte es sich dabei um einen zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr handeln. Das Unternehmen will die Höhe des Betrags nicht kommentieren und begründet die Zahlung damit, dass die Hauseigentümer «für ihre Inkassotätigkeit» entschädigt würden. Es handle sich nicht um Provisionen.

Unterlagen, die der Zeitung vorliegen, zeigen, dass die Vermieter drei Prozent der Abo-Gebühren erhalten. Gewisse Hauseigentümer erhalten – im Sinne einer «Treueprämie» – bis fünf Prozent. Und die Papiere aus dem Büro des Preisüberwachers Stefan Meierhans machen auch deutlich, dass es sich bei den Zahlungen nicht um Entschädigungen für die Inkassotätigkeit handelt. Diese können gemäss einer anderen, dem Preisüberwacher nicht vorliegenden Vereinbarung, zusätzlich in Anspruch genommen werden.

Sara Stalder, die Geschäftsleitung der Stiftung für Konsumentenschutz, kritisiert dieses «Kick-back-System» als «intransparent» und «höchst bedenklich». Dass die Anschlussgebühren über die Mieten abgerechnet werden, könne zwar Sinn machen, aber die Rückzahlungen müssten ausgewiesen werden.

Das Einziehen der Gebühren über die Mieten findet hingegen der Preisüberwacher – wie Sunrise – grundsätzlich nicht in Ordnung. Einerseits, weil der Endkunde nicht mit dem Anschlusspreis konfrontiert werde, andererseits weil bei Nichtgebrauch eine Hemmschwelle zur Kündigung bestehe. Ausserdem habe der Vermieter durch die Rückzahlungen Interesse am Fortbestand der Vertragsbeziehung. (hae/Schweiz am Sonntag)

Bild: UPC Cablecom
 

Doppelpack für Stakeholder-Management

Die Kommunikationsberater Felix Müller und Urs Neuenschwander vereinen ihr Know-how und ihre langjährige Branchenerfahrung unter der gemeinsamen Dachmarke «Stakeholder Communication».

Auf diesem Weg unterstützen sie seit September 2015 ihre Kunden mit fokussierten Dienstleistungen rund um Stakeholder-Management und Projektkommunikation in komplexen Umfeldern. Die beiden Gründer von Stakeholder Communication sind Impulsgeber, Berater, Moderatoren und Umsetzer.

Stakeholder-Communication

Bevor sich Felix Müller 2008 mit FMKomm selbstständig machte, sammelte er Erfahrungen im Journalismus (Anzeiger von Uster, Tages-Anzeiger), in der Unternehmenskommunikation (Holcim) und auf Agenturseite. Urs Neuenschwander arbeitet seit 2008 freiberuflich, nach Engagements als freier Journalist, Texter, SBB-Pressesprecher, PR-Berater und Informationsbeauftragter des Zürcher Stadtrates.

Urs Neuenschwander und FMKomm bleiben laut Mitteilung als eigenständige Unternehmen bestehen. Unter dem Marken- und Agenturdach von Stakeholder Communication engagieren sich die beiden Markeninhaber für neue Mandate in den Bereichen Stakeholder-Management und Projektkommunikation.

Zu guter Letzt: Fast Food macht Schule

In den USA lockt McDonald's Schüler an. Das ist fragwürdig – aber die Kampagne gefällt trotzdem.

Als Ausnahme mag McDonald's für Kinder akzeptabel sein, als Gewohnheit sicherlich nicht. Dafür ist das Ganze einfach zu ungesund. Zu süss, zu fettig, zu einseitig. Die Ausnahme bildet natürlich auch hier der Sonderfall Schweiz, wo der Fast-Food-Gigant den Kindern jetzt Früchte in die Happy Meals schmuggelt (Werbewoche.ch berichtete). Es soll übrigens auch Kinder geben, die ohne Marketing-Offensive Früchte mögen. Ganz freiwillig und so. Aber nicht nur die Kleinsten fühlen sich im McDonald's-Land Schweiz wohl: Für die Grossen konzipiert Lidl-Schudel Burger, die teuer – und einem echten Burger wesentlich näher sind als Big Mac und Co. Apropos Big Mac: Zum Schulanfang spendiert McDonald's in den USA den Schülern eine von der Agentur Moroch kreierte Kampagne. Einfach und schön. (hae)

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Übrigens: Dass die Idee des zweiten Sujets nicht neu ist, zeigen verschiedene Kommentare auf Adsoftheworld.com. Aber eine gute Idee kann man getrost auch mehrmals verwenden.

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Schawinski stoppt «Roger gegen Roger» mit Köppel

Die Sendung «Roger gegen Roger» wird ab sofort nicht mehr ausgestrahlt. Der Zürcher Privatsender Radio 1 nimmt den Talk zwischen Roger Schawinski und Roger Köppel wegen «unergiebiger» Debatten aus dem Programm.

Ausschlaggebend war das Thema Flüchtlinge. Das teilte Radio 1 am Samstag mit. Der Sender begründet den Schritt damit, dass sich seit Köppels Eintritt in die Politik die ursprüngliche Konstellation und die Tonalität der Sendung grundsätzlich geändert hätten. Dies habe sich vor  allem in den Diskussionen zur Flüchtlingssituation in Europa gezeigt. Die Debatten seien zunehmend unergiebiger geworden, und die politischen Parolen seien in «immer extremerer Form vorgetragen» worden. «Dies ist für viele Hörer von Radio 1 nicht mehr zumutbar, wie zahlreiche Reaktionen beweisen», heisst es im Communiqué. Das Format war vor über vier Jahren lanciert worden und laut Radio 1 als  «direkte und offene Diskussion zwischen zwei meinungsstarken Journalisten» mit  unterschiedlicher Position gedacht. Schawinksi bedauert das Ende der Sendung.  In der Mitteilung wird er mit den Worten zitiert, er habe den Entscheid erst  nach langem Zögern und vielen Gesprächen gefällt – «aber mein journalistisches  Grundverständnis lässt keinen anderen Schluss zu». (SDA)

Podcast «Roger gegen Roger»

Pay per View: AG STG bezahlt Zuschauer

Ungewöhnliche Tierschutz-Aktion: In Winterthur wurden am Samstag Passanten mit einem Franken belohnt, wenn sie sich ein sechsminütiges Informationsvideo über Tierversuche anschauten.

«Wollen Sie 5 Minuten Film schauen und dabei einen Franken verdienen?» fragten am Samstag Aktivisten auf dem Winterthurer Grabenplatz. Viele Passanten blieben daraufhin verwundert über dieses ungewöhnliche Angebot stehen, und nahmen neugierig vor den aufgestellten Bildschirmen Platz. Die AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) klärte mit der Aktion «Pay per View» über Tierversuche auf und informierte gleichzeitig über tierversuchsfreie Forschungsmethoden.

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In der Winterthurer Innenstadt wurde der Film «Unsinn Tierversuch» von Ärzte gegen Tierversuche auf drei mobilen Filmstationen vorgeführt. In dem sechsminütigen Film wird mittels animierter Bilder an Beispielen verständlich erklärt, warum die Ergebnisse für die Anwendung am Menschen unbrauchbar und oft sogar gefährlich sind. Ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung wisse nur sehr wenig über Tierversuche, da die Verantwortlichen die unzähligen Versuche gerne verschwiegen, so eine Mitteilung der AG STG, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Verbraucher aufzuklären.

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«Der weitverbreitete Glaube,Tierversuche seien zu unserer Sicherheit notwendig, lebt nur weiter, weil die breite Masse nicht über die grausamen und unsinnigen Tierversuche informiert ist», moniert Valentina Rossel, Mediensprecherin der AG STG und kritisiert weiter: «die Grausamkeit, die fehlende Übertragbarkeit und die horrenden Kosten der Tierversuche werden durch die Verantwortlichen gezielt verschwiegen, da sie sonst ihre Forschungsgelder verlieren würden». Die an den Universitäten für Tierversuche verwendeten Beträge belaufen sich jährlich auf mehrere Hundert Millionen Schweizer Franken. Der Bund investiert alleine mittels dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) über 80 Millionen an Steuergeldern in Tierversuche. Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner fordert seit langem die konsequente Förderung und Anwendung von tierversuchsfreien Forschungsmethoden. Im Dezember fiel die AG STG bereits durch eine Aktion auf, als Engel in der Winterthurer Altstadt vergiftetes Weihnachtsgebäck verteilten (Werbewoche.ch berichtete).

Formeldrei: Publisuisse sucht den Rating Champion

Wer den Sport hat, hat das Publikum und damit die besten Ratings. Publisuisse, die Exklusivermarkterin der SRG SSR, präsentiert das grosse Sport Live Rating-Quiz für das Fachpublikum in Media- und Werbeagenturen sowie bei Werbeauftraggebern.

Gesucht wird der Rating Champion. Es gewinnt, wer die erwarteten Ratings von acht Blockbuster-Events des kommenden Sportjahrs aus Fussball, Tennis, Ski, Formel1 und Leichtathletik im Voraus am besten tippt. Als Preise winken pro Runde je zwei VIP-Tickets zu ausgewählten Schweizer Sport-Events und dem Gesamtsieger zwei exklusive VIP-Tickets für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2016 in Estavayer. Beim Tippen auf die Sprünge helfen die Insiderinfos von Rainer Maria Salzgeber und seiner Moderatoren-Kollegen in der Romandie und im Tessin. Der Start erfolgte mit einem personalisierten Print-Mailing und dem Versand von E-Mails. Ab Runde zwei werden die Spielerinnen und Spieler rechtzeitig daran erinnert, ihre Tipps abzugeben. Getippt wird auf der Microsite Ratingquiz.ch, die Publisuisse analog der Key Visuals inhouse umsetzte. Dort können die Tipps bis kurz vor den Event abgegeben und alle Zwischenstände abgerufen werden.

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Verantwortlich bei Publisuisse: Luca Jost (Projektleiter Kommunikation / Verantwortlich Sponsoring); Rainer Binggeli (Head of E-Channel). Videos: TPC Zürich; Mike Dürig (Leiter Grafik). Verantwortlich bei Formeldrei: Moritz Adler (Creative Direction); Christian Wüthrich (Text/Konzept); Matthias Guggisberg (Art Direction); Patrick Ochsenbein (Beratung). Foto: Jan Holgerson, Zürich.

SVP und FDP im Wahljahr mit medialem Übergewicht

Grosse Schweizer Zeitungen haben bisher im Wahlkampf besonders häufig über die beiden Parteien SVP und FDP berichtet. SP und BDP sind im Vergleich zu ihrem Wähleranteil hingegen medial untervertreten.

Dies geht aus dem Reputationsmonitor Politik des Forschungsinstituts Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich (Fög) hervor, welcher am Freitag publiziert wurde. Fast ein Drittel der untersuchten Medienberichte drehte sich um die SVP, fast ein Fünftel hatte die FDP zum Thema. Damit erhalten die beiden bürgerlichen Parteien über die Hälfte der medialen Aufmerksamkeit, obwohl sie zusammen rund 40 Prozent des Wähleranteils auf sich vereinen.

Top-Thema Migration

Der SVP helfe unter anderem, dass sich die inhaltliche Berichterstattung über die Wahlen stark auf das Thema Migration konzentriere, heisst es im Monitor. Das Themenfeld Migration erhalte in der Berichterstattung über die inhaltlichen Themen der Parteien am meisten Aufmerksamkeit, nämlich rund 15 Prozent. Im August habe gar jeder dritte Artikel zu politischen Sachfragen das Thema  Migration behandelt. Andere wichtige, institutionell verankerte Themen wie die  Reform der Altersvorsorge seien hingegen kaum präsent. Die SVP werde denn auch primär über das Politikfeld Migration wahrgenommen, schreiben die Forscher. Dies entspreche dem Selbstentwurf der Partei und zeige, dass die SVP in der Lage sei, eigene Themen zu setzen. Allerdings berichten die Medien vor allem negativ: «Die über den provokanten Stil generierte hohe mediale Aufmerksamkeit wird auf Kosten einer negativen Bewertung erkauft», heisst es weiter.

Überwiegend negative Berichterstattung

Aber auch die anderen Parteien kommen nicht besonders gut weg: Die Berichterstattung zu den Parteien ist überwiegend negativ geprägt. Noch am besten schneidet die FDP ab, gefolgt von der SP. Die SP ist gemessen an ihrem Wähleranteil von 18,7 Prozent untervertreten in der Berichterstattung – gerade einmal 14,5 Prozent der untersuchten Artikel drehten sich um die Sozialdemokraten. Gleich geht es der BDP: «Die BDP erhält nur sehr geringe Aufmerksamkeit und aufgrund der vermuteten limitierten Wahlchancen tendenziell negative mediale Resonanz.» Die Berichterstattung über CVP, Grüne und GLP entspreche ungefähr deren  Wähleranteil, heisst es im Monitor. Grüne und GLP hätten aber Mühe, sich von ihrem Image als Ein-Themen-Partei mit Fokus auf der Umweltpolitik zu emanzipieren. Hätten die beiden Parteien 2011 dank der Atomkatastrophe in Fukushima viele Wähler hinzugewinnen können, falle dieser Effekt nun weg. Die Wahlchancen für sie würden daher negativ bewertet. Bei den Grünen habe zudem der Skandal um die Zuger Lokalpolitikerin Jolanda Spiess-Hegglin zu viel negativer Berichterstattung geführt.

Für das Reputationsmonitoring untersuchte das Forschungsinstitut die Berichterstattung vom 1. Januar bis 31. August dieses Jahres von sechs grossen Zeitungen in der Deutschschweiz und der Romandie: Blick, NZZ, Tages-Anzeiger“, 20 Minuten, Le Matin und Le Temps. Das Fög hatte bereits am Freitag kommuniziert, am Sonntag berichtete die Schweiz am Sonntag über die Studie. (SDA)

Der Impact Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Printkampagnen bei den Konsumenten abschneiden. Diesmal hat das Gallo Suisse-Sujet Anklang gefunden und hebt sich gleichzeitig stark von anderen Anzeigen ab.

Schon länger testet Marketagent.com für die Werbewoche einmal im Monat ausgewählte Plakate und Anzeigen. Seit Anfang 2015 werden alternierend auch TV-Spots von den Meinungsforschern untersucht. Die Redaktion hat fünf Filme ausgewählt, die in den letzten Wochen häufig am Bildschirm zu sehen waren. Vorgespielt wurden die Spots 457 webaktiven Personen aus der Deutschschweiz zwischen 14 und 65 Jahren.

Bei der Befragung wurde getestet, wie gut die TV-Spots von der Bevölkerung erinnert werden (Awareness) und wie sie hinsichtlich der zentralen Eigenschaften «Gefällt mir» (Likeability), «Hebt sich von anderen TV-Werbungen ab» (Uniqueness) und «Passt zu meinem Bild von diesem Absender» (Brand Fit) auf einer sechsstufigen Skala abschneiden. Die Werbewoche präsentiert in diesem Artikel die insgesamt erzielten Awareness-Werte und die Top-Box-Bewertungen der zentralen Eigenschaften.

Gallo Suisse punktet mit glücklichen Hühnern

Im Spot von Gallo Suisse sind die Hühner nicht nur frei, sondern glücklich – «oh happy day», so der Slogan. Damit rangiert der Spot zwar lediglich im unteren Bereich der ungestützten Werbeerinnerung (54,7%), schneidet aber in allen anderen Eigenschaften sehr gut ab: Der Spot gefällt den Befragten am besten (27,6%). Er passe aber auch zum Brand (22,3%) und hebe sich von anderen TVWerbungen ab (21,0%). Der Battery-Man ist den Hühnern dicht auf den Fersen, auch wenn er in der ungestützten Erinnerung nicht sehr weit vorn liegt (61,1%). Doch der Spot gefällt den Befragten gut (17,5%) und passt auch gut zum Brand (21,9%). Die höchste ungestützte Werbeerinnerung erzielte mit 67,2 Prozent der Spot von Evian, dicht gefolgt von Zürich Tourismus. Deren Spot unter dem Motto «das Leben ist zu kurz für halbe Sachen» wurde ebenfalls sehr gut erinnert (63,5%). Der Spot für Solidar Suisse gefällt den Befragten mit 14,9 Prozent verhältnismässig gut.

Interviewt wurden die Mitglieder des rund 43 400 aktive Schweizer Teilnehmer (Stand: August 2015) umfassenden Marketagent.com-Online-Access-Panels mittels Computer-Assisted-Web-Interviews (CAWI). Die Online-Befragung als Methode gewährleistet Anonymität und Objektivität. (uma)

Zum detaillierten Ergebnisbericht (PDF)

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CEO mit Digital-Antrieb

Olivier Rihs ist seit über zwölf Jahren in verschiedenen Funktionen für Scout24 Schweiz tätig, seit 2011 als CEO des grössten Schweizer Netzwerks von Online-Marktplätzen. Begonnen hat seine Erfolgsgeschichte bei Scout24, als er 2001 Job und Wohnung hinter sich liess, seine Möbel verkaufte und während elf Monaten Süd- und Nordamerika bereiste.

Seit April 2011 ist Olivier Rihs CEO des grössten Schweizer Netzwerks von Online-Marktplätzen (AutoScout24, MotoScout24, ImmoScout24 und Anibis.ch). Dabei hatte er seine Karriere nicht von langer Hand geplant. Vielmehr wuchs 2001 während seiner langen Reise in Südund Nordamerika in ihm der Wunsch, eine spannende Herausforderung anzupacken. «Ich wollte mich einem Projekt verschreiben, welches ich mit vollem Einsatz und viel Neugier angehen kann», sagt er – und man glaubt ihm das sofort. Der sportliche Mittvierziger strahlt ein gesundes Selbstbewusstsein aus, und seine fröhliche Offenheit wirkt authentisch, zumal diese von der Bereitschaft durchzogen ist, auch über Fehler und Fehlentscheidungen zu sprechen. «Fehler passieren nun mal, gerade in einer so schnell wachsenden und sich verändernden Branche», so Rihs. Er ermutige seine Mitarbeiter immer, auch wenn sie unsicher sind, lieber etwas zu versuchen als lange zu zögern. Denn aus Fehlern könne man lernen, tue man hingegen nichts, könne auch nichts entstehen.

Stets im Wandel

Vor der Tätigkeit für Scout24 waren digitale Technologien kein besonderer Schwerpunkt in Rihs Lebenslauf. Er hat an der Universität Lausanne ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen und war fast zehn Jahre in der Automobilindustrie tätig, unter anderem als District Manager bei GM Suisse SA in Biel und Peugeot Suisse SA in Bern. Doch bald begann ihn das Digitale und alles, was damit zusammenhängt, zu faszinieren. Es gehe um die ständige Weiterentwicklung, so Rihs. Und genau das war es, was er gesucht hatte nach seiner langen Reise durch Südamerika.

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Die Anfänge von Scout24 Schweiz gehen in die Internet-Boom-Phase der neunziger Jahre zurück. 1995 hatte der Gründer Daniel Grossen bereits die Idee, Daten und Kleinanzeigen zu digitalisieren. Das Business entwickelte sich rasant. «Heute sind digitale Kleinanzeigen auf jedem Device in Responsive Design verfügbar», so Rihs. Scout24 Schweiz befindet sich aktuell im Besitz von Ringier Digital (56%) und des amerikanischen Finanzinvestors KKR (44%). Letzterem gehe es dabei nicht nur um die Rendite, sondern darum, die Unternehmung auf den nächsten Level zu heben. Beide Aktionäre treiben die Innovationen deshalb gezielt voran.

«Gegenüber Amerika hinken wir in der Digitalisierung in Europa, insbesondere in der Schweiz, sicher rund vier bis fünf Jahre hinterher», konstatiert Rihs. Dabei sehe man gleichzeitig, dass die Nutzung von Internet und mobilen Geräten in der Schweiz weltweit fast am höchsten sei. In vielen Unternehmen wiederspiegle sich das aber beispielsweise noch nicht in den Marketing-Budgets. Gerade mal rund 13 Prozent aller Werbeausgaben wurden im Jahr 2014 in digitale Bereiche eingesetzt. «Die Schweiz hat also einen gewaltigen Nachholbedarf», folgert Rihs. In diesem Umfeld versteht sich Scout24 als Treiber von digitalen Innovationen. Man wolle das Potenzial der digitalen Marktplätze und ihren Werbemöglichkeiten in den Fokus rücken, im Auto-, oder Immobilien-Bereich sowie mit Kleinanzeigen, so Rihs. Scout24 analysiert die Kundenwünsche und -bedürfnisse genau und versucht die verschiedenen Anspruchsgruppen clever miteinander zu verbinden. «Esgeht um Vernetzung und Innovation», fasst Rihs zusammen.

Um den digitalen Wandel voranzutreiben, sind gut ausgebildete Mitarbeitende nötig. Doch genau da sieht Rihs aktuell eine grosse Herausforderung: Nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit finde man zu wenige Software-Ingenieure, zu wenige Spezialisten. Das Core Business wird von den rund 260 Mitarbeitenden in der Schweiz betrieben. Scout24 arbeitet aber auch dezidiert mit externen Kräften. Im Jahr 2008 habe man eine Firma in Vietnam gekauft, mit 30 Software-Ingenieuren. «Nicht weil es dort günstiger wäre, sondern weil wir dort genau die Leute mit den entsprechenden Fähigkeiten finden, die wir brauchen», betont Rihs. Seiner Meinung nach sind die Behörden verstärkt in der Pflicht, die Digitalisierung in der Schweiz zu begleiten und entsprechende Ausbildungen zu fördern. Denn die Software- Entwicklung sei nach wie vor eine männlich dominierte Branche. Aber er erkennt auch eine neue, erfreuliche Entwicklung: «Vor allem junge Frauen mit einer Affinität zu Technik beginnen bei uns vermehrt als Quereinsteigerinnen», erzählt Rihs.

Mit 40 000 Franken zum gesunden Unternehmen

Schnell ist der Aufbau von Scout24 bis zur heutigen Grösse nicht gegangen, dafür aber kontinuierlich und stabil. Ausserdem hat das Unternehmen als Start-up auch sehr klein gestartet. Gerade mal 40 000 Franken habe der Gründer als Investitions-Basis zur Verfügung gehabt, verrät Rihs.

Heute sind die rund 260 Mitarbeitenden bei Scout24 in einem grossen, modernen Gebäude tätig. Das Minergie-Haus liegt direkt neben einem grossen Feld und einer Gruppe Einfamilienhäuser, umgeben von Hügeln und Feldern. Die hohen Fensterfronten des Scout24-Gebäudes gewähren von jedem Büroplatz aus freie Sicht darauf. Flamatt, der Hauptsitz von Scout24, liegt mitten im Nirgendwo – so scheint es. Der Standort ist jedoch gut gelegen, sowohl für Mitarbeiter aus Freiburg und Bern wie auch aus Thun oder Lausanne. In der Anfangszeit sei der Standort bei der Personalrekrutierung kein Vorteil gewesen, so Rihs. Unterdessen kämen die Mitarbeiter aber gerne nach Flamatt, ob mit E-Bikes, dem Auto oder mit dem Zug – einige davon auch von Zürich. Dies nicht unbedingt wegen der idyllischen Umgebung, sicher aber wegen der generell ökologisch- gesunden Haltung der Führungsebene. So gibt es für die Mitarbeiter keinen Gratis-Kaffee, dafür aber Früchte. Die leuchtend farbigen Wände reflektieren das Licht verstärkt, so dass weniger Strom benötigt wird. Im Untergeschoss befindet sich ein grosses Fitness-Studio, und das Essen im Personalrestaurant sei ein besonderes Highlight, wie verschiedene Mitarbeiter bestätigen. Eine gut gelaunte, entspannte Stimmung schlägt dem Besucher schon vor dem Betreten des Gebäudes entgegen. Dies helfe auch in stressigen Zeiten. «Wir müssen sehr viel leisten, unsere Kunden haben hohe Ansprüche», betont Rihs. Er selber arbeitet gelegentlich auch von Zuhause aus, regelmässig auch an Wochenenden. Er sei und müsse sehr flexibel sein in der Gestaltung von Privatleben und Beruf, verrät er. Glücklicherweise habe er eine Familie, die hierbei voll hinter ihm stehe. Von seinen Mitarbeitern erwarte er deswegen auf keinen Fall, dass sie seine Mails am Wochenende beantworten. Trotz ambitionierten Zielen wird die Work-Life-Balance bei Scout24 gross geschrieben.

Ursina Maurer

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In Kürze
Seine Karriere bei Scout24 Schweiz hat Olivier Rihs 2002 als Chief Operation Officer (COO) begonnen. Im Jahr 2005 wurde er zum Direktor der Plattform AutoScout24 ernannt, diese Funktion hatte er bis ins Jahr 2009 inne. Zwischen 2009 und 2011 war Rihs als Chief Commercial Officer für die Marktplätze AutoScout24, MotoScout24, ImmoScout24 und JobScout24 verantwortlich. In dieser Position verantwortete er das gesamte Vertriebsbudget und das Wachstum der einzelnen Marktplätze, mit dem Ziel, die marktführende Position von AutoScout24 auszubauen und dieselbe Position bei ImmoScout24 und JobScout24 (in Kooperation mit Jobs.ch) zu erreichen. Olivier Rihs ist 45-jährig und Vater von zwei Kindern. Er ist in Biel aufgewachsen und französischer Muttersprache. Als passionierter Sportler spielte er früher intensiv Fussball und findet heute seinen Ausgleich in der Familie, beim Joggen, Skifahren und Golfspiel oder als Fan bei den Spielen des EHC Biel und als Sponsor des SC Bern, HC Fribourg-Gottéron und des Lausanne Hockey-Club.

Studie von Clear Channel testet Kombination von Aussenwerbung und Mobile Advertising

Aussenwerbung und Mobile Marketing liefern laut Clear Channel von allen Media-Kombinationen die beste Verknüpfung aus Reichweite und Konsumentenaktivierung. Dies zeigt eine neue Absatz-Wirkungsstudie, die in Zusammenarbeit mit Coop durchgeführt wurde.

Das Plakat ermöglicht einen schnellen Aufbau von Reichweiten und Bekanntheit, da es eine hohe Erreichbarkeit der Zielgruppen garantiert und rund um die Uhr präsent ist. Es besitzt unter den klassischen Medien nachweisbar die grösste Hebelwirkung beim Steigern des Verkaufserfolges, erzielt somit als Basismedium den höchsten ROI, wie Clear Channel in einer Mitteilung schreibt. Als mittlerweile einziges Massenmedium spiele die Aussenwerbung auch eine Türöffner-Rolle für Online-Kampagnen und Mobile Advertising, deren Stärke in der Interaktion bestehe, so die Mitteilung weiter.

Im Juni 2015 wurde die Absatzwirkung einer Joghurt-Drink-Kampagne von Hirz getestet. Die POS-Plakatkampagne umfasste 365 Plakatstellen in 176 auserwählten Coop-Filialen, der Aushang dauerte zwei Wochen. Die Kampagne wurde durch den koordinierten Einsatz von ortsbasiertem Mobile Marketing zusätzlich verstärkt, wobei die Geo-Location-Daten der Plakatstellen mit Mobile Advertising- und Targeting-Möglichkeiten von Adello verknüpft wurden.

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Oliver Schönfeld, Marketing Director Clear Channel: «Seit ein paar Monaten bieten wir unseren Kunden exklusive cross-mediale Produkte an, mit welchen Aussenwerbekampagnen mittels Mobile Marketing verstärkt, vertieft und verlängert werden können. Als idealer Partner von Mobile Marketing agiert Aussenwerbung als starker Treiber für sofortige Reaktion und Interaktion. Es ist sehr erfreulich, dass wir mit dieser Studie die signifikante Wirkung dieses Angebots belegen können – Hirz konnte den Absatz des Joghurt-Drinks im Vergleich zur Vorjahresperiode während der Kampagnenlaufzeit um 36 Prozent steigern. Ebenfalls beachtlich gestiegen ist die Haushaltspenetration, nämlich um 78 Prozent im Vergleich zu vor der Kampagne.»

Absatzsteigerung

Etienne Schumpf, Brand Manager Hirz bei Lactalis Nestlé, ergänzt: «Wir sind extrem zufrieden mit den gesteigerten Absatzzahlen, die cross-mediale Kampagne am POS hat unser Ergebnis sehr positiv beeinflusst. Nebst der Steigerung des Absatzes und der Haushaltspenetration konnten wir unseren Marktanteil um 2,45 Prozentpunkte ankurbeln.»

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TBWA und McDonald’s: Überraschung für Kinder

Bei McDonald’s Schweiz gibt es jetzt zu jedem Happy Meal immer eine Frucht dazu. Zumindest die Eltern freuts, wie TBWA\Zürich in der neuen Kampagne zeigt.

McDonald’s nutzt die Beliebtheit des Happy Meals um den kleinen Gästen Vitamine schmackhaft zu machen. Die Zugabe der Frucht im Happy Meal wird durch die von der Krebsliga Schweiz getragene Kampagne «5 am Tag» ausgezeichnet. Das sind gute Nachrichten für alle, die Wert auf ausgewogene Ernährung legen. Doch was halten die Kinder davon? Die von TBWA\Zürich entwickelte Kampagne zeigt in Print, Online und Film auf für Erwachsene amüsante Art die Reaktionen der Kinder.  Zusätzlich zur Kampagne wurden Kinder von ihren Eltern mit versteckter Kamera beim Öffnen der Happy Meal Boxen gefilmt. Der so entstandene Film und ein zusätzliches Gewinnspiel animieren Eltern dazu, eigene Videos zu drehen und auf der Kampagnenwebsite zu posten.

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Verantwortlich bei McDonald’s Schweiz: Thomas Truttmann (VP Marketing, Communications, Public Affairs, Supply Chain), Sébastien Dubey (Senior Marketing Consultant), Aglaë Strachwitz (Communications & Public Affairs Manager), , Christel Stadelmann (Communications Consultant Social Media). Verantwortlich bei TBWA\Zürich: Bruce Roberts, Cyrill Wirz, Bettina Klossner, Stephanie Seematter, David Voges, Tizian Walti (Kreation),
Simon Rehsche, Michaela Büsse (Strategie), Stephan Lanz, Anna Magnaguagno, Katalin Bertyak (Beratung), Tobias Jean, Serge Meierhofer (Digital), Agnes Meier (Produktion). Film-/Fotoproduktion: Ilonka Galliard (Art Buying), Frieke Janssens (Fotografie), Ferco Dregelyvari (Bildbearbeitung), Andreas Vermeulen (Producer Slow Motion), Frank J. Estermann (Producer Virals), Südlich-t (Postproduktion), Alex Kirschner (Musik). Verantwortlich bei Goldbach Interactive: Mario Kurmann (Senior Berater), Larissa Mörgeli (Junior Beraterin), Nadine Franzen (Senior Consultant), Oliver Kohler (Consultant Project Manager). Verantwortlich bei Yjoo Communications / Media & Stakeholder Relations und interne Kommunikation: Nina Krucker (CEO), Lea Schindler (Senior Consultant), Katja Sommer (PR Coordinator). Verantwortlich bei OMD Schweiz / Media: Adrian Thomann (Account Director), Michael Zaugg (Digital Lead).
 

Déformation professionelle – Berufskrankheiten in Werbung und Marketing

Axel Eckstein, Executive Creative Director bei Leo Burnett Schweiz, schreibt in der Werbewoche über Pathologisches in Werbung und Marketing. In der dreizehnten Folge: Ordnungszwang (normomanie).

Beschreibung
Der Ordnungszwang ist eine Zwangsstörung, die sich durch einen inneren Drang äussert, Gestaltungsrichtlinien (CI-Regeln) aufstellen zu wollen. Der damit einhergehende Verlust an Flexibilität führt zu starken Beeinträchtigungen im Kreativalltag (Ideenentwicklung). Die Betroffenen wehren sich gegen den Zwang, da er sinnlos erscheint, können ihm willentlich aber nichts entgegensetzen.

Zwangsgedanken
Die Befürchtung, für mögliches Unheil verantwortlich gemacht werden zu können, führt zum gedanklichen Kreisen um bestimmte Themen. Abstände: Wechselnde Positionen von Logo und Headline könnten die Marke unsichtbar machen. Bildwelt: Vielleicht quälen reine Textlösungen den Leser mit Gefühlskälte. Helligkeit: Wolken, dunkle Schatten oder schwarze Linien stürzen die Zielgruppe womöglich in tiefe Trauer.

Zwangshandlungen
Das Krankheitsbild reicht von Zwangsgedanken über Zwangshandlungen bis hin zu ausgebauten Zwangsritualen (CI-Workshop). Um Anspannungen abzubauen, verlangt der Ordnungszwang das exakte Ausführen einer ritualisierten Handlungskette.

Diagnose
Zwänge von grosser Komplexität und Bizarrheit werden schriftlich festgehalten (CI-Manual). Sich zwischenzeitlich einschleichende neue Handlungen sind als Ausnahmen in den Bericht mit aufzunehmen. Allerdings wird dessen verbindlicher Abschluss dadurch meist derart verzögert, dass parallel ein ganz neues Regelsystem wächst.

Bisher erschienen:

Kunde-Staupe (procure distemper)
Director’s Cut (conceptus amputatis)
Lach-Stau (risum interrupta)
Vorzeitiger Markenerguss (ejaculatio logo praecox)
Ideen-Wundliegen (decubitus idea)
Panisch-progressive Störung (morbus pendulum)
Margenentzündung (gastritis profit)
Erfolgsschielen (strabismus successus)
Goldfieber (febre auri)
Platitourette (repetitio nausea)
Visueller Fetischismus (stimulus best practice)
Probonose (thrombosis facsimile)

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