ProSieben will etwas «Glanz & Gloria»

TV ProSieben startet sein Programmfenster mit einer People-Show – kurz vor «Glanz & Gloria» auf SF1.

TV ProSieben startet sein Programmfenster mit einer People-Show – kurz vor «Glanz & Gloria» auf SF1.Sieben Jahre nach dem Ende des RTL-Pro7-Programmfensters wagt ProSieben erneut einen Gehversuch mit eigenen Programminhalten für das Schweizer Publikum. Ab 31. August strahlt der deutsche Privatsender jeweils freitags um 18 Uhr ein zwölfminütiges Magazin namens Faces TV aus, bei dem sich alles um People, Fashion, Style und Stories dreht. «Beim Partnersender Sat1 haben wir mit dem Programmfenster gute Erfahrungen gemacht, zudem wollen wir dem Sender Pro Sieben im Zuschauermarkt einen stärkeren Schweizer Touch geben», sagt Mike Gut, Geschäftsführer von Pro Sieben Schweiz.
Mit Faces TV werden  die deutschen Regionachrichten des Senders überblendet, die zwischen der Boulevardsendung Taff und den Simpsons platziert sind. Diese News seien für Schweizer Zuschauer so unattraktiv, dass sie scharenweise wegzappen, sagt Gut. «Unser Ziel ist es, mit Faces TV quotenmässig einen Bogen zwischen Taff und Simpsons zu spannen.»
Pikant: Nur eine halbe Stunde nach Faces TV, um 18.40 Uhr, strahlt SF1 seine tägliche People-Sendung «Glanz & Gloria» aus, ab 25. August auch an Samstagen. Letztes Jahr erreichte die Sendung durchschnittlich 293’000 Zuschauer und einen Marktanteil von 28 Prozent. Hat also der Erfolg von «Glanz & Gloria» Guts Lust geweckt, und will er nun mit Faces TV dem SF-People-Magazin an die Wäsche? «Ganz und gar nicht», winkt Gut ab. «Dass das Programmfenster mit einer People-Sendung startet, ist eher Zufall.» Ihn habe das Konzept überzeugt. Zudem konnten mit Coca-Cola light und der Kosmetikfirma Astor bereits zwei Sponsoren gefunden werden. Gut denkt denn auch an einen Ausbau seines Programmfensters: «Eine zwölfminütige Kochsendung – voraussichtlich für Mittwoch – ist an sich pfannenfertig, einzig die Finanzierung steht noch nicht», sagt er.
Faces TV wird von Claudia Lässer, Ex-Mitarbeiterin von StarTV, moderiert. Lässer ist auch Co-Produzentin, zusammen mit der Fairlane Consulting GmbH, die das Lifestyle-Magazin Faces herausgibt. Bei Fairlane zeichnet Faces-Geschäftsführer Stefan Berger für die Produktion verantwortlich. Im ProSieben-Pressetext wird Berger zitiert: «Mit Faces TV kommen wir unserer Vision einer medienübergreifenden Lifestyle-Marke einen entscheidenden Schritt näher. ProSieben ist die führende Marke für junges Entertainment und bietet damit die ideale Plattform für dieses Format.»
Übrigens: Abgesehen von Sponsoringmöglichkeiten hat das ProSieben-Programmfenster keine direkten Angebote für Werbekunden, da Scharnierwerbeblöcke fehlen. Um 17.45 Uhr und um 18.20 Uhr existieren aber Unterbrecherblöcke während Taff und Simpsons.
Markus Knöpfli

Fensterlen mit Claudia

Fernsehen Claudia Lässer moderiert und koproduziert das neue ProSieben-Fenster Faces TV in Zusammenarbeit mit der Fairline Consulting.

Fernsehen ProSieben lanciert ein neues Schweizer Programmfenster mit Faces TV. Dieses soll mehr Swissness für die Zuschauer und attraktive Programmumfelder für die Werbekunden bieten. Die erste Sendung gibt es am Freitag, 31. August zu sehen, anschliessend wöchentlich. Moderiert und koproduziert wird das zwölfminütige People- und Lifestyle-Magazin von Claudia Lässer in Zusammenarbeit mit der Fairline Consulting, welche auch das Magazin Faces heraus gibt.

USA: Milliardär übernimmt Tribune-Gruppe

Für 13 Milliarden Dollar übernahm der amerikanische Milliardär Sam Zell die Tribune-Gruppe, zu der so klingende Namen wie Los Angeles Times oder Chicago Tribune gehören. Nun muss noch das US-Kartellamt dem Besitzerwechsel zustimmen.

 Für 13 Milliarden Dollar übernahm der amerikanische Milliardär Sam Zell die Tribune-Gruppe, zu der so klingende Namen wie Los Angeles Times oder Chicago Tribune gehören. Nun muss noch das US-Kartellamt dem Besitzerwechsel zustimmen. Das insgesamt elf Tageszeitungen, 23 Fernsehstationen und den Baseball-Club Chicago Cubs umfassende Imperium ist nach Angaben der SDA aufgrund Internet-bedingtem Leserverlust und darauf folgender Werbeflaute ins Schlingern geraten. Kaufkräftige Interessenten gab es verschiedene, den Zuschlag erhielt nun der Immobilienmogul Sam Zell. In den vergangenen Monaten wechselten in den USA mehrere grosse Mediengruppen den Besitzer, darunter auch der Dow-Jones-Konzern, zu dem  auch das Wall Street Journal gehört.

Dienstleistungsfirma für KMU-Verleger wird konkretisiert

Die geplante Dienstleistungsfirma Netz.lokalpresse.ch, welche die Eigenständigkeit von KMU-Verlagen stärken soll, nimmt konkrete Züge an: Das Projektteam um den Winterthurer Stadtblatt-Verleger Guido Blumer und den Medienjuristen Franz A. Zölch hat am Dienstag das erarbeitete Geschäftsmodell vorgestellt.

 Die geplante Dienstleistungsfirma Netz.lokalpresse.ch, welche die Eigenständigkeit von KMU-Verlagen stärken soll, nimmt konkrete Züge an: Das Projektteam um den Winterthurer Stadtblatt-Verleger Guido Blumer und den Medienjuristen Franz A. Zölch hat am Dienstag in Bern einem Kreis von 16 Verlegerinnen und Verlegern das erarbeitete Geschäftsmodell vorgestellt (siehe ). Insgesamt sind über 70 Personen eingeladen worden. Davon hätten alle, die bereits persönlich über die konkreten Pläne orientiert werden konnten, grosses Interesse an dieser Kooperationsmöglichkeit gezeigt, heisst es in einer Mitteilung. Jeder einzelne Gesellschafter soll eigenständig und unabhängig bleiben, er kann indes durch das Zusammenwirken mit andern lokalen Presseverlagen in den individuell gewählten Bereichen Kosten senken und die Erträge steigern. So sind etwa Kooperationen beim Druck und bei der Infrastruktur möglich, bei der Druckvorstufe, Logistik oder IT, bei der Inserateakquisition, der Ausbildung, bei Redaktionellem, Personalnotstand oder Nachfolgeregelungen.
Auch der Branchenverband Schweizer Presse beteiligt sich: Er bringt die gemeinsame Interessenwahrnehmung bei berufspolitschen Themen wie Mehrwertsteuer und Transport ein. Im Gespräch mit Verlegerverband-Geschäftsführer Hanspeter Kellermüller seien am Dienstag allfällige Überschneidungsprobleme bei den Aufgaben gelöst worden, heisst es weiter. Noch im Verlauf des Herbsts soll die Gesellschaft gegründet werden, deren oberstes Organ die Gesellschaftsversammlung ist und die von einem Gesellschaftsrat strategisch sowie einem Geschäftsführer operativ geführt wird.

Sponsoring auf Wachstumskurs

Sachbücher In den kommenden Jahren wird das Marketing-Instrument Sponsoring «zweistellige Zuwachsraten» aufweisen.

Sachbücher In den kommenden Jahren wird das Marketing-Instrument Sponsoring «zweistellige Zuwachsraten» aufweisen. Das weltweite Volumen wird von 33,7 Milliarden (2006) auf 43,6 Milliarden Dollar (2008) steigen. Das und noch viel mehr steht im Jahrbuch Sponsoring 2007. Dort geben 44 Experten Einblick in Wirkung, Entwicklung und Umsetzung von Sponsoring. Preisgekrönte Aktivitäten auch aus der Schweiz dokumentieren, wie professionell die Verbindung zwischen Kultur oder Sport und Wirtschaft heute funktioniert. Zu beziehen über www.jahrbuch-sponsoring.de.

Lgk wird grün

Die Neue Lgk mit Niederlassungen in Bern und Zürich darf sich über einen neuen Etat freuen: Nach einer Agenturevaluation entschied sich die Greepeace für die Kommunikationsagentur.

 Die Neue Lgk mit Niederlassungen in Bern und Zürich darf sich über einen neuen Etat freuen: Nach einer Agenturevaluation entschied sich die Greepeace für die Kommunikationsagentur. Wie es in der entsprechenden Medienmitteilung heisst, werden die ersten Arbeiten der Agentur für die Umweltschützer bereits im September zu sehen sein. Was genau man vorhat, darüber schweigt sich die Neue Lgk in der Mitteilung noch aus.

Werbung im Taschenformat

Mobile Werbung erreicht das Mobile Web. Vermarkter sehen in Bannerwerbung grosses Potenzial und rüsten sich.

Mobile Werbung erreicht das Mobile Web. Vermarkter sehen in Bannerwerbung grosses Potenzial und rüsten sich.
Lange liess die Werbewirtschaft die Finger vom Mobiltelefon. Man erklärte das Handy lange für eine werbefreie Zone, wo Werbung als ungebetener Gast nichts verloren hat. Diese Meinung hat sich geändert. Die Branche ist sich heute weitgehend einig: Technik und Markt sind reif für mobile Geschäfte. Wer Nutzer mit seinen Inhalten und Services an sich binden kann, dem gehört der Werbemarkt von morgen. Die Handy-Datenwelt verspricht für Werber attraktive Möglichkeiten. Vor allem das Mobile Web gilt als Hoffnungsträger der Werbebranche. Coca-Cola ist bereits im grossen Stil daran, dort Fuss zu fassen: Der Getränkehersteller startete im Juni ein Social Network für Handys. Das Unternehmen bastelt an einer Myspace-Version für Mobiltelefone. Das Ding heisst «Sprite Yard», soll junge Menschen untereinander vernetzen und die Marke Sprite in dieser Zielgruppe stärker verankern. Offiziell kommuniziert Coca-Cola, dass Mobile-Marketing-Massnahmen derweil die grössten Möglichkeiten eröffnen, um neue Generationen von Kunden zu gewinnen.
Auch hier zu Lande investieren Unternehmen in Mobile-Web-Projekte. Mit allen möglichen Arten von Diensten wird herumexperimentiert. Im Zentrum stehen Business-Modelle, die auf Werbung basieren. Experten zweifeln nicht, dass sich die Erfolgsgeschichte der Bannerwerbung im Internet beim Handy wiederholen wird. Vermarkter arbeiten daran, Werberaum auf dem mobilen Internet zur Verfügung zu stellen.
Handy als Werbeform akzeptiertEine Vorreiterrolle in diesem Bereich nimmt Active Mobile ein. Die zur Goldbach Media gehörende Full-Service-Agentur bietet Werbetreibenden bereits einen Pool mit trafficstarken Mobile-Seiten an, auf denen Bannerkampagnen lanciert werden können. Im Angebot sind bekannte Portale wie mobile.cash.ch, mobile.20min.ch oder mobile.meteonews.ch, das als eines der ersten Serviceportale in Europa aktuelle Wetterinfos aufs Handy gebracht hat. Über die Nutzung dieser Portale sind keine offiziellen Zahlen bekannt. Active-Mobile-Geschäftsführer Mike Weber sagt: «Wir verzeichnen Zugriffszahlen, die höher sind, als wir anfangs je vermutet haben.» Laut Weber sei es zum heutigen Zeitpunkt noch nicht möglich, eine eindeutige Rangierung der Mobile-Sites zu erstellen. Benchmarks werden sich jedoch bereits in diesem Herbst abzeichnen.
Die Erfahrungen des Vermarkters zeigen, dass die neue Werbeform von den Verbrauchern akzeptiert wird und die Klickraten im Vergleich zu den Werten im Web tendenziell höher liegen. Nachgefragt würden überwiegend Directories- und NewsDienste, so Mike Weber. Anders in den USA. Der User in Übersee surft überwiegend auf Sportplattformen und bekundet gegenüber politischen Angeboten weniger Interesse.
Der Markt für Mobile Advertising (kurz Mobvertising) ist laut Marktforschern sehr attraktiv. In der Branche rechnet man, dass sich die Ausgaben für diese noch junge Werbeform in wenigen Jahren verdreifachen werden. In Deutschland könnte bereits 2010 die Ein-Milliarden-Euro-Marke überschritten werden. Für die Schweiz prognostiziert Weber eine ähnliche Entwicklung. «Mobile Advertising wird nicht wie die Online-Werbung zehn Jahre brauchen, um auf die heutigen MediaSpendings zu kommen.» Für Weber ist es wichtig, dass sich die noch junge Goldbach-Unit heute gut positioniert. «Wir wollen in diesem Bereich mit einem attraktiven Portfolio und neuen Formaten für die Werbebranche als First-Mover auftreten», so der Chef von Active Mobile.
«Riesiger Challenge»Nach ersten Erfahrungen mit dem Meteo-News-Dienst von Peter Wick bietet die Agentur heute rund zehn Mobile Sites an, auf denen Bannerwerbung gebucht werden kann. Die technische Infrastruktur der Firma ermöglicht es, die Kampagnen auf den jeweiligen Handytyp abzustimmen. Was eine mobile Kampagne künftig kostet, darüber ist man sich bei Goldbach Media und bei den Portal-Anbietern noch nicht einig. Mike Weber: «Da wir derzeit ein konkurrenzloses Werbeumfeld anbieten, wird der CPM im höheren Preissegment angesetzt. Über das Pricing wird aber noch verhandelt.»
Und was denken die Strategen in den Werbeagenturen über die junge Werbeplattform? Pascal Schaub, Präsident der Account Planning Group Switzerland: «Mobile Banners sind natürlich ein fantastischer neuer Touch Point für das Planning.» Schaub warnt jedoch von allzu grossen Erwartungen: «Der Challenge ist riesig in diesem Taschenformat. Denn auf dem Handy wird nicht gesurft. Es werden nur Angebote langfristig Erfolg haben, bei denen der User sofort partizipieren kann und einen Mehrwert erhält.»
Wie stark das Mobile Web Dreh- und Angelpunkt der Handynutzung wird, ist schwierig abzuschätzen. Entscheidend werden die Tarife der Betreiber sein. Wer nämlich für den Surfgang ins Mobile Web keinen Internetzusatz zu seinem Abonnement löst, dem verrechnen die Mobilfunkgesellschaften einen Tarif, der sich je nach Gesellschaft zwischen 10 und 20 Rappen pro 10 Kilobyte Daten bewegt. Die Übermittlung eines Megabyte Daten kostet somit 10 bis 20 Franken. Das entspricht etwa zwei bis drei normalen, nicht für das Handy optimierten Homepages. Daher wird auch die Forderung nach Daten-Flatrates laut, was bei einer Einführung ein anderes Problem mit sich bringen könnte. Würden Handy-Flaterates eingeführt, könnte das zu einer Überlastung der Netze führen, wie dies bereits im Internet gegenwärtig zu beobachten ist.
Attraktive ZielgruppeWer nutzt das mobile Internet? Laut der aktuellen Kommtech-Studie (in Zusammenarbeit mit der IGEM und Publica Data) surfen 3,4 Prozent der Schweizer Bevölkerung im mobilen Internet. Für Werbetreibende ist diese Zielgruppe dennoch interessant, denn die Endgeräte, die auf mobile Seiten zurückgreifen, sind überwiegend hochwertige Business-Handys. Das weist auf eine exklusive Nutzerschaft hin. Diese Tatsache könnte aber auch Mitgrund sein, warum die Tarife für den Surfgang mit dem Handy hoch bleiben werden. In der Schweiz verfügen 85 Prozent der Gesamtbevölkerung über ein Mobiltelefon. 22 Prozent aller Haushalte verfügen bereits über mehr als drei Handys.
Mobile Marketing: Etabliert hat sich die Werbung über SMS. Der Impuls für eine solche Ansprache geht fast immer vom Konsumenten aus und wird über klassische Werbekanäle ausgelöst. Angesichts der neuen technischen Möglichkeiten ist Display-Werbung vermehrt interessant. Diese Werbeform ist noch wenig verbreitet. Dazu gehören kleine Banner, Sponsoren-Logos und Interstitials, eingeblendet als kurze Unterbrecherwerbung beim Wechseln zu einer weiteren Seite. Auf UMTS-fähigen Handys können Spots im Mini-Format gezeigt werden.
Mobile Content Event Mobile Marketing ist Thema des diesjährigen Digi Trend Forums im Herbst. Gleich ein ganzes Bündel von Fragen stellen sich die Experten: Welche Inhalte eignen sich? Wer nutzt Mobile-Dienste? Welche Geräte sind angesagt? Anmelden kann man sich unter www.digitrendforum.ch. Kosten: 550 Franken.
User gegenüber mobiler Werbung kritischWie eine aktuelle Studie der Agentur Universal McCann aufzeigt, lehnen 61 Prozent der befragten User Werbung auf Webseiten, die für mobile Endgeräte konzipiert sind, strikt ab. Weiter verdeutlicht die Studie, dass die Verbraucher mobile Werbung speziell dann ablehnen würden, wenn sie sich in irgendeiner Form in ihren Aktivitäten unterbrochen fühlten. Für die Studie wurden insgesamt 9500 Personen aus 21 Ländern befragt.
   
Christian Lüscher

«Glanz und Gloria Weekend» startet

Am kommenden Samstag ist es soweit: «G&G Weekend» geht auf Sendung. In der ersten Ausgabe sind Viktor Giacobbo und Patrick Frey zu Gast bei Moderator Christian Franzoso.

 
Am kommenden Samstag ist es soweit: «G&G Weekend» geht auf Sendung. In der ersten Ausgabe sind Viktor Giacobbo und Patrick Frey zu Gast bei Moderator Christian Franzoso. Jeden Samstag um 18.10 Uhr wird man künftig auf SF1 «die Promiwoche Revue passieren lassen», wie es in der Medienmitteilung des Senders heisst, und die «schrägsten, interessantesten und witzigsten Momente der vergangenen sieben Tage» kommentieren. Moderator Franzoso beschreibt die Sendung als Verbindung von Boulevard und Talkshow. Mit seinen humorigen Studiogästen Giacobbo und Frey wird Franzoso in der Premierensendung folgende Themen behandeln: Lys Assias Comback, Bliggs Vorliebe für reife Frauen, die Pfahlbauer-Stars und in der Rubrik «Doppelpack» geben Fiona Hefti und Karina Berger überraschende Antworten auf indiskrete Fragen.

Neue TV-Anlegersendung der Handelszeitung auf SF zwei

Am kommenden Samstag startet mit «Handelszeitung-Börsenstandpunkte» ein neues TV-Anlegermagazin auf SF zwei. Die Show wird einmal monatlich im Rahmen von PresseTV über den Bildschirm flimmern. Moderator ist Martin Spieler, der Chefredaktor der Handelszeitung.

 Am kommenden Samstag startet mit «Handelszeitung-Börsenstandpunkte» ein neues TV-Anlegermagazin auf SF zwei. Die Show wird einmal monatlich im Rahmen von PresseTV über den Bildschirm flimmern. Moderator ist Martin Spieler, der Chefredaktor der Handelszeitung. Er hat in früheren Jahren die TV-Börsenmagazine «Money» und «MoneyTalk» auf Tele24 moderiert. Mit der neuen TV-Show will die Verlagsgruppe Handelszeitung/Jean Frey zusätzlich zu den täglichen Börsennachrichten auf Radio24 und der Präsenz im Internet ihr elektronisches Standbein auch auf das Fernsehen ausdehnen. In der neuen Sendung erhalten die Zuschauerinnen und Zuschauer Tipps, wie sie mehr aus ihrem Geld machen können, wie es in einem Communiqué der Handelszeitung heisst. Thema wird sein, was die Anleger in den nächsten Monaten von den Börsen erwarten dürfen, welche Risiken sie nach den neusten Turbulenzen eingehen oder wie gefährlich die US-Immobilienkrise für die Investoren in der Schweiz ist. «Anders als vergleichbare Wirtschaftsmagazine beschreiben wir nicht nur, was in der Unternehmenswelt passiert, sondern geben den Zuschauerinnen und den Zuschauern konkrete Entscheidungshilfen für ihre künftigen Finanzanlagen», beschreibt Martin Spieler das Konzept der neuen Sendung. In der ersten Folge diskutiert Spieler mit den Anlageexperten Klaus Wellershoff, Chefökonom der UBS, und Thomas Lips, Chief Investment Officer der AIG Private Bank. Prominenter Interview-Gast ist zudem Bundesrat Christoph Blocher.

Kein Brett vor dem Kopf

Eigenwerbung Alle Jahre mindestens einmal die Kunden einladen. Das ist ein Gebot der Eigenwerbung beim Atelier Heinzelmann ASW in Winterthur.

Eigenwerbung Alle Jahre mindestens einmal die Kunden einladen. Das ist ein Gebot der Eigenwerbung beim Atelier Heinzelmann ASW in Winterthur. Das siebenköpfige Team bietet einen Fullservice. Die Kunden stammen aus der Film- und Kinobranche über IT bis Konsumgüter. Das Unternehmen ist 1992 gegründet worden und findet immer wieder ein spezielles Motto zum Feiern seiner Existenz. Diesmal am 30. August. Die Grillparty findet im Sulzer Areal in Winterthur statt. Stilgerecht mit einer Metall-Etikette, wie man sie bei Sulzer-Produkten früher finden konnte, hat André Heinzelmann seine Einladung verschickt. Nicht zufällig läuft die Party schliesslich unter dem Motto «Ideenfabrik».

Rhône Media mit neuem Präsidenten

Die Verlegerin der Walliser Tageszeitung Le Nouvelliste hat einen neuen Verwaltungsratspräsidenten: Hildebrand de Riedmatten tritt das Amt unter schwierigen Vorzeichen an.

 Die Verlegerin der Walliser Tageszeitung Le Nouvelliste hat einen neuen Verwaltungsratspräsidenten: Hildebrand de Riedmatten tritt das Amt unter schwierigen Vorzeichen an. An der letzten Verwaltungsratssitzung der Rhône Media kam es zum Eklat zwischen zwei Minderheitsaktionären. Untereinander seien die beiden Lager zwar durch einen Aktionärsbindungsvertrag verbunden und halten mehr als 60 Prozent der Stimmen, wie die SDA in einer Meldung schreibt, doch hatten sie grundlegende strategische Differenzen. Um die gegenseitig Blockade aufzugeben, beschlossen vier Verwaltungsräte sich nicht mehr zur Wahl zu stellen. Darunter auch der bisherige VR-Präsident Jean-Marie Fournier – der sich aber in letzter Sekunde doch anders besann, worauf ihm der dritte Grossaktionär Edipresse die Stimme verweigerte (siehe
). Nach der GV verblieben im Verwaltungsrat nur noch vier Personen, darunter auch der jetzt gewählte de Riedmatten. Wie er auf Anfrage der SDA sagte, wolle er nun das Verhältnis kitten, persönliche Treffen mit den wichtigsten Aktionären sind geplant.

Der totale Chefredaktor

Kolumne Die «Charaktergrinde» von ehedem, vor denen Anzeigenleiter gebückt antrabten, wären in Zeiten, wo Information bloss noch die Rückseite von Inseraten ziert, ein Verlagsrisiko, findet Oliver Fahrni.

Kolumne Die «Charaktergrinde» von ehedem, vor denen Anzeigenleiter gebückt antrabten, wären in Zeiten, wo Information bloss noch die Rückseite von Inseraten ziert, ein Verlagsrisiko. Oder kennen Sie den Chefredaktor des Blicks, der Basler Zeitung, der SonntagsZeitung?Indien erobern oder doch lieber Russland? fragte ein kleiner Korse in Ägypten. Gretchen besitzen oder die Weltformel? grübelte Faust. Atombombe oder Finger weg davon? wog Einstein. Ein Strahl Sonne oder des grossen Alexanders Gunst? dachte Diogenes. Das waren noch Dilemmata. Heute haben wir Shakiras Höschen. «Wo, beim allmächtigen Murdoch», fragt der moderne Chefredaktor und legt die fliehende Stirn in dekorative Falten: «Wo, in welches meiner Blätter platziere ich die brandheisse Geschichte über die neuesten Amouren der schönen Trällerin? In die Globalwoche? In den Ausguck? Oder doch in die Sonntagsfakten?»
Kulturpessimismus! ruft da schon der Beschriebene (jede Zeit hat die Totschlagargumente, die sie verdient). Gemach: Hier geht es vorerst nur um die Feststellung eines Trends – des Trends zum totalen Chefredaktor.
Wie jeder Trend, der etwas auf sich hält, setzt sich auch dieser aus Tendenzen zusammen: der Tendenz zur totalen Pressekonzentration. Der Tendenz, diverse Zeitungen demselben Chefredaktor zu unterstellen oder (Variante Ringier) einem «Redaktionsdirektor Zeitungen». Der Tendenz, Redaktionen der Verlagsleitung unterzuordnen, oder (Steigerung) eine und dieselbe Person mit Redaktion und Inserateverkauf zu betrauen, oder (Klimax) die Zeitung gleich dem Chefredaktor in Besitz zu geben (Variante Springer).
Bisher kannten wir derlei nur von Freiherr Childerich von Bartenbruch, also aus der Literatur. Besagtem Bartenbruch gelingt es in «Die Merowinger oder die totale Familie» von Heimito von Doderer, durch geschickte Heirats- und Adoptionspolitik sein eigener Vater, Grossvater, Schwiegersohn und Schwiegervater zu werden. Lebte der Autor der Fabel in unseren Tagen, hiesse Bartenbruch Frank Toppler und wäre kein Freiherr, sondern Chefredaktor.
Eigentlich logisch, möchte man jenen sagen, die besseren Zeiten nostalgieren, als Chefredaktoren «Charaktergrinde» waren, bärbeissige Stumpenraucher oder elegante Weltreisende, denkende Köpfe jedenfalls, die selbst schreibend einiges vollbrachten und vor denen die Anzeigenleiter leicht gebückt antrabten. Doch wo die Information keinen anderen Wert mehr hat, als bloss noch die Rückseite von Inseraten zu zieren, wo Journalisten zu Contentmanagern verkommen, wo der Berufsstand keinen Begriff mehr von qualifizierter Öffentlichkeit, Gesellschaft und Demokratie hat, ist nicht einzusehen, warum Inhalt und Kommerz zu trennen seien – da wären solche Figuren eine Fehlbesetzung, ein Verlagsrisiko, ein Corporate-Governance-Unfall. Oder kennen Sie den Chefredaktor des Blicks, der Basler Zeitung, der SonntagsZeitung? – Eben.
So wächst uns also der totale Chefredaktor zu. Profil: jung, politisch rechts, der toten Religion vom freien Markt huldigend, vielseitig verwendbar, guter Manager. Frank Toppler eben. Irgendwann werden wir so weit sein, dass Frank Toppler nicht nur das Dilemma von Shakiras Höschen zu lösen hat, sondern seinem Kulturchef Frank Toppler den Auftrag gibt, die Gesellschaftsreporterin Sandra Meier (eines von Frank Topplers Pseudonymen) zu bitten, aus dem globalen Textpool aller freien Textproduzenten 213 Zeichen über Shakira ins Blatt zu copypasten. Mag sein, Meier alias Toppler beschleicht dann für die Dauer eines Lidschlages der Verdacht, Shakira sei auch nur ein Pseudonym von Fra…
Ach ja, eines noch. 1949 notierte Marshall McLuhan zum Erscheinen von George Orwells «1984»: «Der irreführende Effekt von Büchern wie 1984 liegt darin, einen Stand der Dinge, der bereits existiert, in die Zukunft zu projizieren. Das zieht die Aufmerksamkeit von den gegenwärtigen Tatsachen ab.»
P.S. Ein kleiner Coup de gueule unter Freunden, der natürlich ganz und gar nichts mit der Sache zu tun hat: Es reicht! Genug vom rassistischen Geblöke der Gefolgschaft jenes anderen kleinen Mannes, der Visitenkarten verteilt, auf denen steht, er sei Justizminister (der totale Super-Chefredaktor?). Bis oben hin genug von Medien, welche diesen schmierigen Revanchismus mit Berichterstattung belohnen, nach dem alten Boulevard-Motto: Skandal um Nacktfotos – hier die Bilder. Vor der Karrikatur, die der SP dazu einfällt, verstumme ich schliesslich ganz…
Oliver Fahrni ist freier Publizist und Medienökologe
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