Tabakwerbeverbot in St. Galler Kinos

Die St. Galler Kantonsratskommission verabschiedete ein neues Gewerberecht, das ein totales Verbot für Tabakwaren enthält. Die Vorlage kommt im September vor das Kantonsparlament.

 Die St. Galler Kantonsratskommission verabschiedete ein neues Gewerberecht, das ein totales Verbot für Tabakwaren enthält. Die Vorlage kommt im September vor das Kantonsparlament. Ergänzend zum bereits bestehenden Plakatwerbeverbot für Raucherwaren will der Kanton St. Gallen nun ein Tabakwerbeverbot für Kinos einführen. Davon betroffen wären laut der Nachrichtenagentur SDA nicht nur Kinos an sich, sondern sämtliche öffentlichen Filmvorführungen.

Folgen der Tamedia-Espace-Fusion für einzelne Zeitungen noch unklar

Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Wettbewerbskommission keine Einwände hat gegen die Übernahme von Espace Media durch das Zürcher Verlagshaus Tamedia. Die Auswirkungen auf die einzelnen Zeitungen sind aber weiterhin unklar. Offen bleibt vorläufig, ob etwa eine gemeinsame Mantelredaktion von Tages-Anzeiger und Berner Zeitung angestrebt wird.

 Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Wettbewerbskommission keine Einwände hat gegen die Übernahme von Espace Media durch das Zürcher Verlagshaus Tamedia. Die Auswirkungen auf die einzelnen Zeitungen sind aber weiterhin unklar. Die Tamedia hält sich bedeckt, was die Folgen der Fusion angeht. «Im Zentrum steht im Moment der juristische Zusammenschluss der beiden Verlagshäuser», sagte Konzern-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage der SDA. Bevor über die Auswirkungen der Fusion auf den Dienstleistungsbereich der Verlagshäuser entschieden werden könne, müsse zuerst die Struktur des Unternehmens klar definiert sein.
«Wir haben keinen grossen Masterplan in der Tasche, wie das Unternehmen bis ins Detail aussehen soll», erklärte Zimmer der Werbewoche. Es gehe nun in einem ersten Schritt darum zu klären, wie das fusionierte Medienhaus in den grossen Zügen aussehen soll. Erst dann wolle man entscheiden, wo Servicebereiche wie die Unternehmenskommunikation oder das Personalwesen angegliedert werden sollen und welche Entwicklungsmöglichkeiten bei den einzelnen Medien bestünden.
Offen bleibt auch, ob etwa eine gemeinsame Mantelredaktion von Tages-Anzeiger und Berner Zeitung angestrebt wird. Ein Abbau von Arbeitsplätzen auf den Redaktionen sei zwar möglich, sagte Zimmer. Die Lancierung einer neuen Pendlerzeitung und eines Online-News-Netzwerks durch Tamedia, Espace Media Groupe und die Basler Zeitung Medien zeige aber, was für ein Synergie-Potential in dem Zusammenschluss der beiden Verlagshäuser stecke.
Die juristische Zusammenführung will Tamedia bis Ende Jahr umsetzen. Bis die beiden Firmen aber operativ zusammengewachsen sind, erwarte man laut Zimmer einen Prozess von ein bis zwei Jahren. «Es wäre falsch, nun gleichzeitig alles auf den Kopf zu stellen», so Zimmer weiter. Die Umsetzung der Fusion habe aber beim Zürcher Medienhaus sehr hohe Priorität.
Daneben arbeite man auf den Redaktionen der Berner Zeitung, des Tages-Anzeigers und der Basler Zeitung momentan mit Hochdruck an den Vorbereitungen für die neue Pendlerzeitung, die noch in diesem Jahr in den Städten Basel, Bern und Zürich in Boxen aufgelegt werden soll (siehe
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«Leben live» doch nicht tot

Nach massiver Kritik und schlechten Quoten kehrt die SF-Sendung «Leben live» allen Unkenrufen zum Trotz auf die Bildschirme zurück. Mit optimiertem Konzept buhlt die Sendung ab Freitag wieder um die Gunst der Zuschauer.

 Nach massiver Kritik und schlechten Quoten kehrt die SF-Sendung «Leben live» allen Unkenrufen zum Trotz auf die Bildschirme zurück. Mit optimiertem Konzept buhlt die Sendung ab Freitag wieder um die Gunst der Zuschauer.  In den Medien wurde der «Quer»-Nachfolger nach der ersten Staffel wortreich zu Grabe getragen: «In den letzten Zügen» sei die Sendung, titelte der Blick und auch Branchenpublikationen wie TV Star stimmten schon das Totenlied an. Sogar der stets um Takt und Konstruktivität bemühte Publikumsrat liess Anfang Sommer durchblicken, dass er für «Leben live» wenig Hoffnung hat. Auch die Zuschauerzahlen gaben keinen Anlass zur Freude: Rund 325’000 Menschen sahen sich die Sendung im Schnitt an – 100’000 weniger als das von Patrick Rohr präsentierte «Quer».
Nichtsdestotrotz wurde während das Format während der Sommerpause weiter entwickelt. Wie die «Leben live»-Chefin Andrea Pfalzgraf der Aargauer Zeitung verriet, wurden die interaktiven Elemente auf ein Minimum reduziert. Ebenso wurden Studio-Dekor und die Beleuchtung verbessert. Der «Beziehungs-Check» wurde gestrichen und durch die Rubrik «Schuldenstopp« ersetzt. Die vielerorts kritisierte Moderatorin Fabienne Pfammatter bleibt das Gesicht der Sendung, allerdings müsse sie sich in ihrer Rolle als Gastgeberin noch verbessern. So will man sich mittelfristig wieder höhere Marktanteile erarbeiten.   

Tamedia darf Espace Media übernehmen

Die Wettbewerbskommission (Weko) gibt grünes Licht für die Übernahme der Berner Espace Media Groupe durch die Zürcher Tamedia. Der Wettbewerb bleibe gewährleistet, teilten die Wettbewerbshüter am Donnerstag mit. Damit entsteht nach Ringier das zweitgrösste Verlagshaus der Schweiz.

 Die Wettbewerbskommission (Weko) gibt grünes Licht für die Übernahme der Berner Espace Media Groupe durch die Zürcher Tamedia. Damit entsteht nach Ringier das zweitgrösste Verlagshaus der Schweiz. Durch die Übernahme der Espace Media Groupe nehme die Tamedia keine marktbeherrschende Stellung ein, sagt der stellvertretenden Weko-Direktor Patrik Ducrey. Der Wettbewerbsdruck durch andere Medienunternehmen bleibe relativ hoch. «Wir haben keine Anhaltspunkte, dass eine marktbeherrschende Stellung begründet oder verstärkt wird», erklärte Ducrey auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Bei den nationalen Märkten sei vor allem der Werbemarkt untersucht worden. Bedenken, wonach hier eine Monopolstellung drohe, bestätigten sich nicht. Auch bei den Gratiszeitungen, wo die Tamedia noch dieses Jahr neben 20 Minuten ein weiteres Produkt lancieren will, hat die Weko keine Bedenken.
In den regionalen Märkten komme es durch den Zusammenschluss zu praktisch keinen Überschneidungen bei den Marktanteilen, sagte Ducrey. Die Position der Zeitungen in ihren bisherigen Teilgebieten verändere sich kaum.
So konzentriere sich das Tamedia-Flaggschiff Tages-Anzeiger weiterhin auf den Raum Zürich, während die Berner Zeitung und der Bund auf Leser in der Region Bern und dem Mittelland abzielten.
Reaktion von Tamedia und Espace Media Die beiden Verlagshäuser hatten den Zusammenschluss im Mai dieses Jahres angekündigt. Tamedia liess sich den Deal gut 300 Millionen Franken kosten. Damit erwirbt sie 80 Prozent an der Espace Media, die die Berner Zeitung und den Bund herausgibt.
Tamedia und die Espace Media Groupe begrüssen in einem Communiqué den Entscheid. In den letzten Monaten hätten die beiden Verlagshäuser der Weko eine Vielzahl von Marktdaten und internen Ergebniszahlen zur Verfügung gestellt. Auf Wunsch der Kommission seien in der endgültigen Eingabe über 100 Märkte abgebildet worden. Das zeige, dass die Übernahme sorgfältig geprüft worden sei. Die beiden Unternehmen wollen den Zusammenschluss nun zügig vorantreiben und vor Ende 2007 umsetzen.

Online gegen Auflagenschwund

Web-Werbung Die US-Verlage setzen auf die steigenden Umsätze durch Online-Videos. Die New York Times arbeitet dabei auch mit User Generated Content.

Web-Werbung Die US-Verlage setzen auf die steigenden Umsätze durch Online-Videos.
Frisch vermählte New Yorker Ehepaare, die bisher lediglich hoffen durften, mit einer kurzen Mitteilung auf der «Weddings»-Seite der Printausgabe zu erscheinen, haben jetzt auch die Möglichkeit, ihr Glück mit der ganzen Welt zu teilen, indem sie ein Video unter dem Motto «How we met» bei der Times einreichen. Sofern das Stück anständig gemacht ist, hat es gute Chancen, ausserdem auf der NYTimes.com-Webseite zu erscheinen.Das Projekt ist der erste Vorstoss der Zeitung in Sachen User Generated Content, was heisst, dass nicht nur Videos unter dem Markennamen der Times erscheinen, die von Zeitungsprofis gemacht werden, sondern eben auch die Machwerke ihrer Leser. «Wir werden uns im nächsten Jahr mehr darauf konzentrieren, derzeit experimentieren wir noch», sagt Vivian Schiller, Senior Vice President und General Manager von NYTimes.com. «Wir wollen hören, was unsere Leser zu sagen haben.»
Obwohl die meisten US-Zeitungen Online-Video entdeckt haben, verfolgt die Times eine der innovativsten Strategien. Anfang August launchte NYTimes.com eine Reihe so genannter Langform-Werbeclips für FedEx. Die etwa fünfminütigen Beiträge zeigen FedEx-Angestellte auf der ganzen Welt, die ihre Stories einem breiten Publikum erzählen. Der Verlag rüstet ausserdem die Reporter und Fotografen, die an der Produktion von Videobeiträgen interessiert sind, mit Kameras aus. Rund 25 bis 30 neue Beiträge, jeweils zwischen drei und sieben Minuten lang, erscheinen pro Woche und bescheren der Times im Durchschnitt fünf Millionen Streams monatlich.
Alle Rekorde brach vor kurzem Technologie-Reporter David Pogue, der den Launch von Apples iPhone in eine satirische Story verpackte und es damit zum zweitpopulärsten Video auf YouTube schaffte. Die Times-Videos widmen sich auch politischen und kulturellen Entwicklungen. «Die Themen unserer Videos durchlaufen die ganze Skala von Kochrezepten bis hin zu den jüngsten Grausamkeiten in Tschetschenien», sagt Schiller. Ähnlich viel Aufsehen wie Pogue erregte auch das Washington-Post-Video «Hi, I’m Art Buchwald and I just died». Darin gab der todkranke, populäre Zeitungskolumnist, der kurz darauf starb, in heiterem Ton seinen eigenen Nachruf zum Besten.
TV-Sender abgehängtDie Printpublikationen wollen mit ihrer Online-Strategie den sinkenden Auflagen und Anzeigeneinnahmen ihrer Print-Editionen mit neuen Einnahmequellen im Multimediasektor entgegenwirken. Aus diesem Gund experimentieren viele Zeitungen online mit «Pre-Roll-Advertising», das heisst, vor jedem Videoclip wird ein kurzer, etwa fünf Sekunden langer Werbespot gezeigt. Den Zeitungen hat dies bereits erste Erfolge eingebracht: Laut eines Berichts des Forschungsinstituts Borrell Associates sind es die Zeitungsverlage, die in diesem Jahr mit 35,9 Prozent den grössten Teil der entscheidenden lokalen Werbung online verbuchen können. Selbst die TV-Sender liegen mit 7,7 Prozent weit abgeschlagen am Ende der Tabelle. 2006 gab die werbetreibende Industrie 5,7 Milliarden Dollar für lokale Werbung aus, wovon mit 2,6 Milliarden 45 Prozent an die lokalen und regionalen Zeitungsverlage gingen.
Die New York Times will allein mit den Werbeeinnahmen aus ihrem  Online-Video- Business langfristig 30 Millionen Dollar jährlich generieren. «Das heisst jedoch nicht, dass die Zeitungen schon jetzt ihre Verluste aus den Print-Editionen durch die Online-Werbung wettmachen können», sagt Colby Atwood, Präsident des besagten Forschungsinstituts, das sich auf den US-Zeitungsmarkt spezialisiert hat. «Ich bin nicht sicher, ob das jemals passieren wird», warnt er. «Anzeigen im Internet sind weitaus billiger als in Print, weil die Konkurrenz seitens entsprechender Online-Anzeigenservices grösser ist.»
Um noch mehr Neugierige auf ihre Online-Videos aufmerksam zu machen, haben drei der bedeutendsten US-Zeitungen, das Wall Street Journal, die New York Times und die Washington Post, bereits begonnen oder zumindest angekündigt, die Codes für ihre Videos öffentlich zugänglich zu machen. Das heisst, dass die Videos auch auf anderen Webseiten wie YouTube oder im Rahmen von Blogs gesehen werden können.
Als erfolgreich erweisen sich auch Online-Serviceseiten von Lokalzeitungen wie etwa Shopminnesota.com, betrieben von der Minnesota Star Tribune, wo die Besucher Einkaufstips und Auflistungen lokaler Geschäfte in der Umgebung von Minneapolis erhalten. Besonders attraktiv für Marketer ist die Möglichkeit, mit Hilfe der demografischen Daten, die von den Lesern der Zeitungen erfragt werden, genaue Zielgruppen zu definieren.
Auf diese Weise gelang es zum Beispiel der Dallas Morning News, einen Deal mit dem örtlichen Opernhaus abzuschliessen. Die in der Datenbank der Zeitung registrierten Opernfans bekamen die Möglichkeit, sich Tickets für die nächste Saison vorab zu reservieren. Auf diese Weise sicherte sich die Zeitung ein gewisses Anzeigenvolumen der Oper, und die Bühne wurde so sämtliche Tickets der Saison los. «Wenn sich das Angebot auf eine genau ausgesuchte Zielgruppe zuschneiden lässt, kann man auch entsprechend hohe Anzeigenpreise verlangen», sagt Colby Atwood. «Vor allem Lokalzeitungen profitieren davon, weil sie in ländlichen Gegenden weniger Konkurrenz haben und eine direkte Beziehung zu den Lesern herstellen können.»
Gerti Schön, New York

Zu guter Letzt: Zeitschrift macht Sarkozy schlanker

Das französische Promi-Magazin Paris Match hat auf Urlaubsaufnahmen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy dessen Speckrolle knapp über der Badehose wegretuschiert.

 Das französische Promi-Magazin Paris Match hat auf Urlaubsaufnahmen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy dessen Speckrolle knapp über der Badehose wegretuschiert. Aufgeflogen ist dieser digitale Eingriff, als die Wochenzeitung L’Express am Mittwoch auf ihrer Website das Originalfoto eines Agenturfotografen und die Paris Match-Version veröffentlichte. Das Foto zeigt den 52-Jährigen in den USA mit nacktem Oberkörper bei einer Bootsfahrt zeigt. Paris-Match erklärte daraufhin, die Haltung des Präsidenten im Boot und der Lichteinfall hätten Sarkozys Bauchfalte übertrieben gross aussehen lassen. Deswegen habe man lediglich «die Schatten korrigiert». Das Klatschblatt gehört zum Medienimperium Lagardère, dessen Chef Arnaud Lagardère ein enger Vertrauter von Sarkozy ist. Bei Paris-Match war im vergangenen Jahr der Chefredakteur entlassen worden, nachdem das Blatt auf seiner Titelseite ein Foto von Sarkozys Frau mit deren zwischenzeitlichem Geliebten abgedruckt hatte.
Man merke: Sarkozy mag keine Schatten – weder auf sich selbst noch als Begleitung seiner Gattin. Beruhigend immerhin, dass Paris Match eher über Prominente denn über Politik berichtet. Nicht auszudenken, was andernfalls sonst noch alles an dunklen Geheimnissen zensuriert würde.

Blick ist tot

Kommentar René Worni über Ringier-Boulevard.

Kommentar René Worni über Ringier-Boulevard.Während Bernhard Weissberg in den Startlöchern steckt, den Blick-Schleudersitz zu erklimmen, nachdem die Branche ein halbes Jahr lang über die Nachfolge seines Vorgängers Werner De Schepper hat spekulieren müssen, hat der Konzern diesen als publizistischen Beistand zu l’Hébdo und l’Illustré ins Westschweizer Exil geschickt. Es scheint so, als wollten die Verantwortlichen bei Ringier mit solchen News interessierten Medien mal einen Brocken hinwerfen, um sich über das Wieweiter beim Blick nicht deutlicher auslassen zu müssen. Weissberg und auch De Schepper haben an der Weiterentwicklung des Boulevardtitels mitgewerkelt. Doch wie schon die Besetzung des Blick-Chefpostens, welche die Branche als halbherzige Lösung abqualifiziert, gilt auch hier: Kompromisse, soweit das Auge reicht. Auf der Grundlage von De Scheppers Exposé, das den klassischen, optisch Bild- und Titel-lastigen Boulevard fordert sowie auf dessen komplettem Gegenteil, einer domestizierten Variante aus der Küche des Axel-Springer-Mannes und ex Bild-Chefredaktors Claus Larass, soll eine Art Magazin entstehen. Nur Magazine seien heute noch gegen die Flut der Gratistitel resistent, meinte jüngst in der SonntagsZeitung Daniel Pillard, der neue Verlagsleiter Ringier Schweiz ad interim, indem er gnädigerweise ein paar Andeutungen machte.
Aus solch bedeutungsschwerer Erkenntnis müsste man sich an der Dufourstrasse endlich und ehrlich eingestehen, dass der Schweizer Ringier-Boulevard in Form seines Flaggschiffes ausgedient hat. So recht wohl war dem Verleger ja nie damit, von dem gemunkelt wird, er nehme am Standort Schweiz kaum mehr Anteil. Der Osten ist dagegen viel spannender. Da geht die Post ab. Da gibt es keine Zimperlichkeiten und keine hinderliche Rücksichtnahme auf die Vorrechte von Alteingesessenen.
Ausserdem haben sich die  Publikumsbedürfnisse verändert. Bald jedes Medium von 20 Minuten, über das Schweizer Fernsehen  bis hin zur NZZ bedient mehr oder weniger boulevardeske Bedürfnisse. Die Gelegenheit wäre günstig, jetzt die bejahrte Leserschaft in ein «gmögiges» Blick-Magazin zu retten. Der SoBli ginge weiterhin als Sonntagstitel durch. Für den Blick wäre das ein Ende ohne Schrecken. Und die Plattform Blick (siehe Cash daily) böte Raum für ein schon längst fälliges Format Blick-TV.
René Worni, Redaktor

Hautnahes Testimonial

Kosmetik Fruitcake lanciert für Spirig eine Body-Kosmetiklinie mit Denise Biellmann als Aushängeschild.

Kosmetik Fruitcake lanciert für Spirig eine Body-Kosmetiklinie mit Denise Biellmann als Aushängeschild.Mit dem Sonnenschutzmittel Daylong hat die Pharmafirma Spirig in Fachkreisen eine Benchmark in Sachen Qualität gesetzt. Auf ein gutes Image darf der führende Schweizer Dermatika-Spezialist auch wegen seinen therapeutischen Hautpflegeprodukten der Excipial-Linie zählen. Jetzt lanciert Spirig zum ersten Mal auch eine eigene Body-Kosmetik. Eingeführt wird das neue Produkt von der Berner Agentur Fruitcake. Slogan: «Spirig – Wenn Ihnen Ihre Haut wirklich wichtig ist.»Das nach einem Management-Buyout heute von fünf Managern geführte Familienunternehmen, das aus der früheren Apotheke Spirig in Olten hervorgegangen ist, führte eine Agentur-Evaluation und einen Pitch durch. An Fruitcake überzeugte «das umfassende Konzept», wie Projektleiterin Simona Amsler von Spirig erklärt. Die Agentur entwickelte «sowohl ein innovatives Markenkonzept wie auch ein ästhetisch hoch stehendes Verpackungsdesign und eine glaubwürdige Kommunikationsstrategie mit einer perfekten Produktbotschafterin.»
Denise Biellmann musste mehrere Hauptkriterien erfüllen: Eine in allen Landesteilen prominente und attraktive «Persönlichkeit mit makellosem Ruf, welche als Sportlerin oder Showgrösse beruflich Haut zeigt, um die 40 Jahre jung und als Werbeträgerin unverbraucht ist». Die Eisprinzessin ist schon länger eine zufriedene Spirig-Kundin und wollte auch das neue Produkt ES Excipial Sensitive zuerst über eine längere Zeit testen.
Für CD Lahor Jakrlin bei Fruitcake ist der Auftrag «ein Glücksfall», denn «eine Agentur kann nur selten an allen Fronten einer Produktlancierung teilnehmen». Bei Excipial Sensitive ES hatte Fruitcake vorab Einfluss aufs Naming wie auch das Marken- und das Packagedesign. «Das war die ideale Ausgangslage für die Kreation überzeugender Kommunikationsmassnahmen.» Diese sollen bekannt machen, dass sich Excipial Sensitive an Frauen ab 35 richtet und der Pflege trockener, empfindlicher oder strapazierter Haut dient. Die Lotion, die gänzlich auf Konservierungsstoffe und Emulgatoren verzichtet, «dringt optimal in die Haut ein und verkürzt die Regenerationszeit erheblich».
Marken-Grundlage ist der patentierte Begriff Excipial, ein bei Dermatologen und in Apotheken und Drogerien bestens eingeführtes Spirig-Sortiment von therapeutischen Hautpflegemitteln von höchster Verträglichkeit. Die Ergänzung «Sensitive» unterstreicht die Verlässlichkeit und soll der Marke eine zärtliche, feminine Note verleihen.
Andreas Panzeri

Erneuter Besitzerwechsel bei der Zeitschrift Du

Die Schweizer Medienszene bleibt in Bewegung: Die Kunst- und Kulturzeitschrift Du wechselt den Besitzer. Nachdem 2004 die Tamedia das Heft an die Niggli Verlag verkauft hat, geht es nun an den Persönlich Verlag.

 
Die Schweizer Medienszene bleibt in Bewegung: Die Kunst- und Kulturzeitschrift Du wechselt den Besitzer. Nachdem 2004 die Tamedia das Heft an die Niggli Verlag verkauft hat, geht es nun an den Persönlich Verlag.   
Der Niggli Verlag gibt das 1914 gegründete und international bekannte Kulturmagazin ab, weil er sich ganz auf das Buchgeschäft konzentrieren will. Dennoch wird das Heft weiterhin bei Niggli produziert und vertrieben, wie es in einer Mitteilung des Persönlich Verlages heisst. Redaktionell soll sich laut dem neuen Inhaber nicht viel ändern: Schwerpunktthematik, Format und Layout bleiben wie gehabt. Das redaktionelle Konzept soll aber ausgebaut und verfeinert werden. Für Redaktion und Verlag von Du wird von Persönlich ein erweitertes Team zusammengestellt, mit den derzeitigen Du-Mitarbeitern sei man im Gespräch, heisst es in einer Mitteilung der SDA.

Das Gratisrätsel aus Basel

Gratispresse I Im Dreieck Zürich-Bern-Basel soll ein Pendlerblatt lanciert werden. Spekulationen wuchern.

Gratispresse I Im Dreieck Zürich-Bern-Basel soll ein Pendlerblatt lanciert werden. Spekulationen wuchern.
Die Ankündigung eines neuen Gratistitels für Pendler im Mediendreieck Basel, Bern, Zürich hat bisher vor allem Fragen aufgeworfen. Das zeigen skeptische Statements von Mediaplanern, welche die Werbewoche angefragt hat. Weil die Verantwortlichen noch wenig über das Konzept des Blattes wie auch über die offensichtlich dazugehörige Internetplattform sagen können oder wollen, bleibt vieles Spekulation. Fest steht, dass der Bund als Teil des Berner Modells beim Projekt nicht mit von der Partie sein wird. Dies bestätigt Chefredaktor Artur K. Vogel. Geht man von den Erklärungen von BaZ-Verleger Matthias Hagemann aus, dann steht primär die Gewinnung von Reichweite und jungem Publikum im Zentrum. Ein erster Verdacht, wonach es sich beim Projekt bloss um eine Drohgebärde mit einem Tamedia-Gegenprodukt zur angekündigten Gratiszeitung .ch von PR-Berater Sacha Wigdorovits handelt, zerstreut sich schnell angesichts der beteiligten Verlage in Basel und Bern. Nein, den Machern ist ihre Sache ernst, obwohl sich durch das Vorhaben die Konkurrenzsituation im Deutschschweizer Zeitungsmarkt massiv akzentuieren wird und der Werbekuchen nicht einfach mit den neuen Zeitungsprodukten mitwachsen wird.
Die Frage bleibt, warum ausgerechnet die durch dieses noch namenlose Gratisblatt anvisierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich für den Umstieg auf den Tagi, die BaZ oder die BZ begeistern lassen sollten. Selbst wenn die zugehörige Plattform im Internet denn einmal steht und mit YouTube-Filmchen und allerlei interaktiven Möglichkeiten angereichert bestimmt einen grossen Nutzwert aufweisen wird, ist das noch kein Garant für den gewünschten Effekt. Obwohl durch die Gratispresse mehr Jugendliche zur Zeitung greifen, der erwünschte Umstiegffekt auf die abonnierte Presse blieb bisher das Wunschdenken der Verleger.
René Worni

Rohner-Jünger für Media Sales

Umbau Hanspeter Rohner, CEO der PubliGroupe, besetzt die Geschäftsleitung des neuen Bereichs Media Sales mit jüngeren PubliGroupe-Insidern.

Umbau Hanspeter Rohner, CEO der PubliGroupe, besetzt die Geschäftsleitung des neuen Bereichs Media Sales mit jüngeren PubliGroupe-Insidern.
Bekanntlich baut die PubliGroupe per 2008 kräftig um. Neu wird der Konzern nach Tätigkeiten und nicht mehr primär nach geografischen Kriterien gegliedert. Die Print- und Online-Vermarktung weltweit wird deshalb nun mit der Vermarktung von Kino, Radio, Websites, TV, AdScreen und Mobile gebündelt – im grössten neuen Bereich «Media Sales». Nischentätigkeiten, etwa das Vermarkten von Inflight-Medien, werden im Bereich «Custom Publishing» untergebracht. Im Bereich «Search & Find» subsummiert PubliGroupe vorab die Vermarktung der Weissen und Gelben Seiten. Und im Bereich «Marketing & Digital Services» geht es um E-Consulting sowie um die Beratung von werbetreibenden Kunden.Bereits vor der Sommerpause hatte PubliGroupe-CEO Hanspeter Rohner die vier Bereichsleiter ernannt: Media Sales wird künftig von Robert Schmidli (57), Custom Publishing von Monica Woo (42), Search & Find von Jean-Pascal Michel (47) und Digital & Marketing Services von Thomas Kaiser (41) geleitet werden. Mit Spannung wartete nun die Branche hier zu Lande darauf, wie Schmidli und Rohner den Bereich Media Sales, das Kerngeschäft der PubliGroupe, ordnen und personell besetzen. Seit dem 21. August ist nun auch das klar:
Media Sales erhält die vier operativen Geschäftsbereiche Schweiz, Europa, Asien/Pazifik und Americas und wird ergänzt durch die fünf Konzernstabsbereiche «Media Partners Relations & Marketing», «Business Engineering», «Strategie- Entwicklung Media Sales», «Finanzen & Controlling» sowie «Human Resources».
Die Verantwortung für den Geschäftsbereich «Schweiz» übernimmt Thomas Bargetzi (47), selbstständiger Unternehmer mit internationaler Führungserfahrung. In den letzten Jahren war er unter anderem tätig für die Süddeutsche Zeitung in München und den Europa-Fachpresse-Verlag. Für PubliGroupe arbeitet Bargetzi derzeit auf Mandatsbasis.
Die Region «Americas» leitet neu Grace Palacios (48), bisher CEO für Publicitas Lateinamerica. Anthony Turner (53) und Moritz Wuttke (42) behalten ihre heutigen Funktionen als Verantwortliche für «Europa» beziehungsweise «Asien/ Pazifik» bei.
Die Leitungen der Stabsbereiche wurden wie folgt besetzt: Christian Gartmann (42), bisher bei PubliGroupe Leiter Elektronische Medien, übernimmt «Media Partners Relations & Marketing». In seiner neuen Funktion wird er für die gesamten Marketing-Aktivitäten von Media Sales und für die Vertragsbeziehungen zu sämtlichen Medien verantwortlich sein sowie das internationale Wachstum der Crossmedia- Aktivitäten koordinieren.
«Business Engineering» wird von Markus Bieri (41), bisher CEO Publiconnect, geführt. Bieris neue Aufgabe umfasst die Ausrichtung und Entwicklung der Prozesse und IT-Systeme auf die Strategie des Konzernbereichs Media Sales sowie die Führung des Portfolios der definierten Business-Engineering-Projekte.
Für «Finanzen & Controlling» zeichnet ab 1. Januar 2008 Lionel Flückiger (39) verantwortlich. Thierry Schmid (36) übernimmt den Bereich «Human Resources». Und die Leitung von «Strategie-Entwicklung Media Sales» obliegt neu Tim Dührkoop (36). Flückiger, Schmid und Dührkoop waren bisher schon für PubliGroupe tätig.
Er freue sich, dass die oberste Geschäftsleitung von Media Sales mit jüngeren Personen besetzt werden konnte, die «weitgehend aus den eigenen Reihen stammen», liess Rohner verlauten. In den nächsten Wochen stünden nun innerhalb von Media Sales «die Entwicklung der Verkaufsstrukturen für den Markt Schweiz sowie Entscheidungen zur künftigen Markenpolitik im Mittelpunkt der Planungstätigkeit», sagte Rohner.
Markus Knöpfli

Ein Heimspiel für die SRG

Fussball Die SRG SSR idée suisse ist offizieller und exklusiver TV-Broadcaster in der Schweiz für die Euro 08. Die Agentur TBS Identity kommuniziert das mit einem Co-Branding.

Fussball Die SRG SSR idée suisse ist offizieller und exklusiver TV-Broadcaster in der Schweiz für die Euro 08. Die Agentur TBS Identity kommuniziert das mit einem Co-Branding. Der Jahres-Count-down hat in diesem Sommer begonnen: Vom 7. bis 29. Juni findet mit der Uefa-Euro 2008 der grösste Sportanlass statt, der in der Schweiz je durchgeführt wurde. Ins Haus gebracht für das heimische Publikum werden alle Spiele exklusiv vom Schweizer Fernsehen. Das ist natürlich nicht nur ein Top-Event als Strassenfeger, sondern auch eine gute Gelegenheit für Werbung in eigener Sache. Während einem Jahr führen die SRG SSR idée suisse und alle ihre Unternehmenseinheiten deshalb den Brand «Uefa Euro 2008» im institutionellen Auftritt mit. Der entsprechende Auftrag ging an die Zürcher Design-Agentur TBS Identity. Das Team um Berater Michael Schädelin und CD Christian Tobler durfte das konsequente Co-Branding definieren und dessen Erscheinung auf sämtlichen Medien der SRG SSR idée suisse und deren TV- und Radio-Units umsetzen. 
Image-Clip im VorfeldUm aufzuzeigen, dass die SRG SSR idée suisse mit einer kompetenten und umfassenden Berichterstattung wesentlich dazu beiträgt, das Fussballfieber in der Schweiz zu entfachen, gehörte zum Auftrag auch die Entwicklung eines Image-Clips, der im Vorfeld der Euro 08 auf den Sendern der SRG-Unternehmenseinheiten zu sehen ist. Zur Konzeption dieses Clips nahm TBS Identity das Zürcher Film-, Video- und Postproduktionsunternehmen Frame Eleven an Bord, welches die Image-Clips auch produzierte.
 
Da die Produktion über eine lange Zeitspanne eingesetzt wird, entschieden sich die Auftraggeber mit den Film-Konzeptern Marc Haas und Christoph Müller für eine modulare Lösung, die aus einer Vielzahl kurzer Fussballfangeschichten besteht, welche als Kurzclips je einzeln über die Sender gehen. In der aus Modulsequenzen bestehenden Langversion zeigt Regisseur Lukas Frieden, wie das Fussballfieber die Schweiz flächendeckend erfasst. Auf den Radio-Units wird ein entsprechender Jingle zu hören sein.
Die Massnahmen sollen auch dazu dienen, den abstrakten Sachverhalt des Service public konkret und sinnlich rüberzubringen: Dank der SRG SSR idée suisse erleben wir nicht allein alle Spiele live und hautnah, sondern erhalten auch über das gesamte Umfeld der Uefa-Euro 2008 eine professionelle Berichterstattung aus einer schweizerischen Perspektive.
Andreas Panzeri
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