Schweizer gamen gern

Eine neue Studie belegt: Die Schweizer sind eifrige Gamer. Wie die Goldbach Media Gesellschaft Game Mediarep am Mittwoch bekannt gab, widmet sich jede fünfte Person in der Schweiz elektronischen Spielen.

 Eine neue Studie belegt: Die Schweizer sind eifrige Gamer. Wie die Goldbach Media Gesellschaft Game Mediarep am Mittwoch bekannt gab, widmet sich jede fünfte Person in der Schweiz elektronischen Spielen. Eine von Mediarep in Auftrag gegebene Sonderbefragung bei 1061 Personen ergab, dass Games besonders bei 15-24-jährigen Männern äusserst beliebt sind. Dort liegt der Anteil bei 58 Prozent. Doch auch in der Altersgruppe der 25-40-Jährigen ist durch beinahe jede dritte Person in der Game-Community vertreten. «Die Zahlen zeigen, dass die Schweiz zwar im Vergleich mit den USA oder Deutschland noch Potential hat. Dennoch sind die Werte bereits hoch erfreulich», sagte Camille Zimmermann, die sich als Manager Business Development bei Game Mediarep mit der Platzierung von Werbung in elektronischen Spielen befasst. Die Studie soll im nächsten Jahr wiederholt werden.

Teilsieg von TSR gegen M6

Das Westschweizer Fernsehen TSR hat im Streit um das Schweizer Werbefenster des französischen Konkurrenzsenders M6 einen Teilsieg errungen. Das Bundesgericht hat die Freiburger Justiz verpflichtet, die Sache neu zu beurteilen.

 Das Westschweizer Fernsehen TSR hat im Streit um das Schweizer Werbefenster des französischen Konkurrenzsenders M6 einen Teilsieg errungen. Das Bundesgericht hat die Freiburger Justiz verpflichtet, die Sache neu zu beurteilen. Der Sender M6 wird seit Herbst 2001 in Teilen der Westschweiz mit zwei Signalen ausgestrahlt. Das zweite Signal überträgt die Schweizer Werbefenster. Aus Sicht von TSR betreibt M6 mit diesen auf den Schweizer Markt ausgerichteten Werbeblöcken unlauteren Wettbewerb.
Ausserdem heble M6 die von der TSR erworbenen Exklusiv-Ausstrahlungsrechte für verschiedene Filme und Serien aus, argumentiert der SRG-Sender. Im vergangenen Januar hatte das Freiburger Kantonsgericht gegen TSR entschieden und festgehalten, dass sich das Westschweizer Fernsehen an die Verkäufer der Ausstrahlungsrechte wenden müsse (siehe
). Das Bundesgericht hat die dagegen erhobene Berufung von TSR nur teilweise gutgeheissen und die Angelegenheit zur Neubeurteilung ans Freiburger Kantonsgericht zurückgewiesen. Da erst der Entwurf des Entscheides vorliegt, bleibt vorerst unklar, in welchen Punkten TSR Recht erhalten hat.

Alte «neue Fotografie» aus Italien

Ausstellungen Das Fotomuseum Winterthur widmet sich der in den 1930er Jahren entstandenen Fotografiebewegung «NeoRealismo». Gezeigt werden rund 230 Bilder von 75 Fotografen mit Filmausschnitten, Filmstills und Zeitungsbeiträgen.

 
Ausstellungen «NeoRealismo – Die neue Fotografie in Italien 1932 – 1960» heisst der Titel einer eben eröffneten Ausstellung im Fotomuseum Winterthur. Diese präsentiert und diskutiert zum erstenmal die Fotografie, die parallel zu der so zentralen italienischen Filmperiode mit Rossellini, De Sica, Visconti, Antonioni und dem frühen Fellini entstanden ist. Gezeigt werden rund 230 Bilder von 75 Fotografen mit Filmausschnitten, Filmstills und Zeitungsbeiträgen. Die Ausstellung dauert bis am 18. November. 

Modus – ein aussergewöhnliches Magazin

Kundenmagazin Modus heisst das neu lancierte Kundenmagazin der beiden Schwesterfirmen Härterei Gerster AG und Gerster Technologie AG in Egerkingen. Für das Konzept zeichnete die Corporate-Publishing-Agentur Brandl & Schärer AG in Olten verantwortlich.

 
Modus. heisst das neu lancierte Kunden- und Mitarbeitermagazin der beiden Schwesterfirmen Härterei Gerster AG und Gerster Technologie AG in Egerkingen. Für das Redaktions- und Designkonzept sowie die redaktionelle Umsetzung, Fotografie und Produktion zeichnete die Corporate-Publishing-Agentur Brandl & Schärer AG in Olten verantwortlich.Das Magazin beleuchtet auf 36 Seiten das Thema «Beratung» im Zusammenhang mit den Dienstleistungen der Branche «Technische Wärmebehandlungen» zum Teil mit Kundenporträts. Es macht aber auch nicht Halt beispielsweise vor einem Besuch in einem Kloster oder bei einem Sicherheitsberater der Polizei. Das für die Branche eher aussergewöhnlich aufgemachte Magazin erscheint zweimal im Jahr.

Luxuriöser Klimaschutz?

Wohnqualität +söhne Werbung konzipiert für Ikea eine Microsite zum Thema Nachhaltigkeit und Energiesparen. Der Community-Gedanke und die sichtbaren Ergebnisse sollen zum Mitmachen animieren.

 
Wohnqualität +söhne Werbung konzipiert für Ikea eine Microsite zum Thema Nachhaltigkeit und Energiesparen. 
«Tue Gutes und rede darüber – aber auf die richtige Art und Weise», meinen die jungen Kreativen bei der Winterthurer Agentur +söhne Werbung. Für ihren Kunden Ikea haben sie in diesem Sinn eine interaktive Microsite zum Thema Energiesparen konzipiert. Diese ist seit Mitte August online. Hier können Kunden ihr persönliches Sparpotenzial berechnen und weitere Infos zum Beispiel über Energiesparlampen abrufen.Der Klimawandel ist ein grosses und aktuelles Thema in der gesellschaftlichen Wahrnehmung. Von Unternehmen wird zunehmend erwartet, sozial, ökologisch und ökonomisch verantwortlich zu handeln – das Schlagwort dazu lautet Corporate Social Responsibility (CSR). Da die kritische Öffentlichkeit immer mehr bereit ist, fehlendes Engagement oder Missstände von Unternehmen zu sanktionieren, wird es immer wichtiger, in diesem Bereich aktiv zu werden.
Heikle Gratwanderung«Wer sich durch Verantwortungsbewusstsein im sozialen oder ökologischen Bereich auszeichnet, darf und sollte dies kundtun. Wichtig ist jedoch, wie das Engagement kommuniziert wird – denn effektive CSR-Kommunikation muss ausgewogen und unter Beachtung der möglichen Risiken konzipiert werden. Sonst können echte Bemühungen schnell als Augenwischerei oder gar PR-Gag interpretiert werden», sind die Söhne überzeugt. Ein unabhängiger Partner, beispielsweise eine nicht-staatliche Organisation (NGO), kann die Bemühungen glaubhaft unterstützen – was auf der neuen Website mit der Zusammenarbeit zwischen dem WWF und Ikea illustriert wird.
Mit dem Beitritt zur WWF Climate Group hat Ikea im Jahr 2006 das Vorhaben glaubwürdig untermauert – denn damit hat sich das Einrichtungshaus unter anderem verpflichtet, seine CO2-Emissionen markant zu senken. Frei nach dem Motto des Unternehmens «Die ökologischste Form von Energie ist diejenige, welche von vornherein eingespart wird» liess Ikea der Winterthurer Agentur nun freie Hand, auf der Website www.energiesparen.ikea.ch diesem Anspruch gerecht werden.
Die Kampagne «Wahrer Luxus» räumt auf mit der Vorstellung, dass ökologisches Handeln teuer und nur Reichen vorbehalten ist. Visuell umgesetzt hat die Winterthurer Werbeagentur die Idee mit brennenden Glühlampen, die in einer Reihe liegend wie eine edle Perlenkette wirken. Vor diesem Hintergrund können sich Kunden interaktiv zu Energiethemen informieren und ihr persönliches Sparpotenzial errechnen. Zudem besteht die Möglichkeit, sich eine personalisierte Einkaufsliste mit seinen Ergebnissen zukommen zu lassen.
Energiesparen als VolkssportDas Thema Energiesparen ist auch ein wichtiges Element im aktuellen Katalog von Ikea: Er enthält auf der ersten Seite einen Gutschein für drei Energiesparlampen – und wurde 2,2 Millionen Haushalten zugestellt. Auf der von +söhne Werbung entwickelten Website kann dazu auf einer interaktiven Karte der Schweiz mitverfolgt werden, in welchem Kanton bereits wie viele Lampen abgeholt worden sind und wie viel Strom und CO2 die Schweiz dadurch spart. Die Agentur möchte über den dahinter stehenden Community-Gedanken und die sichtbaren Ergebnisse möglichst viele Menschen zum Mitmachen animieren. Bereits bei einer Nutzung von 10 Prozent der Gutscheine könnten jährlich rund 19’000 Tonnen des Treibhausgases CO2 vermieden werden – das entspricht der Menge, die 8260 Autos pro Jahr produzieren. Der Landeschef von Ikea Schweiz, Christer Granstrand, hofft daher, dass sich die Bevölkerung an der Aktion möglichst zahlreich beteiligt.
+söhne Werbung hat sich bereits in der Vergangenheit durch Kampagnen mit NGO wie Greenpeace im Bereich CSR hervorgetan und zeigt jetzt mit der Microsite für Ikea erneut ihre Kompetenz in diesem Bereich. Diese wenden sie jedoch nicht nur auf Kunden, sondern auch auf sich selbst an und haben ihr Büro in einem umweltfreundlichen Minergiehaus. Seit 2007 sind sie laut MyClimate-Zertifikat CO2-neutral, zudem sparen sie selber aktiv Energie «und nutzen den ÖV», wie AD Tobias Weber und CD Florian Ingold verraten.
Andreas Panzeri
 
 
 
Ikea und die UmweltDas Möbelhaus aus Schweden hat schon immer versucht, aus weniger mehr zu machen. Dazu gehört auch eine sparsame und verantwortungsvolle Nutzung von Ressourcen. Kostenbewusstsein und effizienter Umgang mit Ressourcen haben zur Folge, dass Ikea weniger Rohmaterialien verbraucht, weniger Abfall produziert und geringere Emissionen verursacht. Viele Ikea-Produkte sind aus Holz. Unter Umweltaspekten ist Holz ein hervorragendes Material, da es nachwächst, rezykliert werden kann und biologisch abbaubar ist.

Bund will Informationsleck stopfen

Der Bund reagiert auf die Informationspannen der letzten Zeit. Nachdem in verschiedenen Medien wiederholt vertrauliche Informationen aus polizeilichen Ermittlungen aufgetaucht sind, hat das Bundesamt für Polizei nun eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht.

 Der Bund reagiert auf die Informationspannen der letzten Zeit (siehe ). Nachdem in verschiedenen Medien wiederholt vertrauliche Informationen aus polizeilichen Ermittlungen aufgetaucht sind, hat das Bundesamt für Polizei nun bei der Bundesanwaltschaft eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Da sich die Strafanzeige höchstwahrscheinlich gegen Mitarbeitende des Bundes richtet, kann das Verfahren nicht von der Bundesanwaltschaft geführt werden. Deshalb ernannte der Bundesrat den Neuenburger Pierre Cornu zum ausserordentlichen Staatsanwalt. Cornu ist Generalprokurator des Kantons Neuenburg und wird für den Bund zudem ein Verfahren wegen Urkundenfälschung leiten.

Die Basler Zeitung will durchstarten

Tagespresse Wochenendbeilage, Gratiszeitung, Kombiabo mit der SonntagsZeitung: Die Basler Zeitung ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht.

 
Tagespresse Wochenendbeilage, Gratiszeitung, Kombiabo mit der SonntagsZeitung: Die Basler Zeitung ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht. 
In Basel ist verlegerisch gesehen wieder Land in Sicht. Zuvor hatten sich die Basler Medien, Herausgeber der Basler Zeitung (BaZ), strategisch über längere Zeit in Zurückhaltung geübt. Das Zögern erklärte sich die Branche mit den Nachwirkungen der publizistisch zwar mutigen, finanziell aber desaströsen Expansion der Basler nach Zürich, die 2001 mit dem Verkauf des Jean Frey Verlags endete.Nie mehr über den Jurabogen hinaus, lautete fortan die Devise. Als im Frühling vor einem Jahr Mathis Lüdin, der Verleger der Basellandschaftlichen Zeitung (bz), erklärte, er wolle mit der Mittelland Zeitung von AZ-Verleger Peter Wanner und nicht mit der BaZ kooperieren, war am Rheinknie ein weiterer Tiefpunkt erreicht. Dort galt die bz als natürliche Partnerin der BaZ, und man glaubte, es sei bloss eine Frage der Zeit, bis sich die Kooperation von Stadt und Land auf publizistischer Ebene quasi von selbst einstellen würde.
Lüdin hatte die Pläne des Basler Monopolblattes überraschend durchkreuzt. Gekreuzt haben die beiden Verleger auch ihre Klingen. Zwischen Basel und Liestal herrscht seither Sendepause auf ungewisse Zeit. Damit verhallten auch sämtliche Andeutungen von AZ-Verleger Wanner ohne Reaktionen, die BaZ möge doch gleichfalls mit der Mittelland Zeitung kooperieren. Der Deal zwischen Lüdin und Wanner schaltete für Basel den Aargauer Verleger als Kooperationspartner gänzlich aus.
Nach dem Schock ging man über die Bücher. Im vergangenen Sommer rüstete der Verlag mit einer erweiterten Lokalredaktion und einem Land-Bund die regionale Berichterstattung massiv auf, installierte ein eigenständiges Werbeakquisitionsbüro in Liestal und deckte die Landschaft zusätzlich mit einer wöchentlichen Grossauflage der BaZ (90000 Exemplare) ein.
Seit diesen Sommerferien geht es Schlag auf Schlag: Die Samstagsausgabe erscheint ab dem 15. September mit einem zusätzlichen Bund (siehe Kasten). Ende August wurden Pläne für den Launch einer Gratiszeitung sowie einer neuen Internetplattform der Titel BaZ, Berner Zeitung und Tages-Anzeiger in Zusammenarbeit mit Tamedia bekannt. Die jüngste Hiobsbotschaft aus dem Hause Basler Zeitung ist die Kooperation von BaZ und SonntagsZeitung im Abo- und Lesermarkt. Ab September gibt es beide Blätter kombiniert zum Vorzugspreis. Damit reagiert der Verleger  auf die wachsende Konkurrenz, aktuell durch den neuen Sonntagstitel der Mittelland Zeitung. Zusammen mit dem Magazin des Tages-Anzeigers, das bereits seit Januar 2005 der BaZ beiliegt, bietet die BaZ seinen Leserinnen und Lesern ein wahres Sperrfeuer an Sonntagslektüre.
Offenbar hat man mit Tamedia den idealen Partner gefunden, um sich auch im Gratismarkt sowie im Internet behaupten zu können. Eifrig dementiert man am Rheinknie aufkeimende Gerüchte über mögliche Beteiligungen der Zürcher an den Basler Medien. Und BaZ-Verleger Matthias Hagemann betont bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Eigenständigkeit des Hauses. Sein Blatt jedenfalls ist wieder auf Kurs.
René Worni
Üppiger Lesesonntag am RheinknieDie Basler Mediengruppe liess sich Zeit mit ihrer Antwort auf die Veränderungen im Sonntagsmarkt. Ein eigener Sonntagstitel aus dem Hause BaZ erschien Verleger Matthias Hagemann zwar machbar, allerdings nur mit Verlusten. Gestützt auf Leserumfragen entschied man sich für den Ausbau der Samstagsausgabe. Einen Tag vor dem Sonntag der Mittelland Zeitung erscheint die BaZ erstmals mit einem zusätzlichen sechsten Bund «Wochenende».
Über die Hälfte der Leserschaft der BaZ
sind Leserinnen. Damit ist für Projektleiter Markus Jörin klar, «wollen wir uns stärker ans weibliche Publikum richten». Auf durchschnittlich acht bis zwölf Seiten geht es rund ums Zusammenleben. Die Themen kreisen um Partnerschaft, Erziehung, Freizeit und Trends. Der Ausbau sei keine Riesensache, meint Jörin. Eine Sonntagszeitung könne man immer noch lancieren, doch wolle man die Leser nicht vergewaltigen wie bei der Mittelland Zeitung, wo der Abopreis später entsprechend angehoben werde. Jörin kennt seine Gegner
im Sonntagsgeschäft bestens, geht aber von einer problemlosen Koexistenz der involvierten Verlagshäuser aus. Vor seinem Job bei der BaZ als Leiter Lesermarketing war er vier Jahre lang im Leitungsausschuss der Mittelland Zeitung. Ob die geballte Ladung Sonntagslektüre (BaZ-Wochenendbeilage, SonntagsZeitung im Kombiabo, Das Magazin) in Basel viele neue Leserinnen und Leser finden wird, bleibt abzuwarten. Mit Kombiabos macht Tamedia
als neue Espace-Eignerin derzeit in Solothurn Erfahrungen und verschleudert dort das Solothurner Tagblatt im Abo mit der SoZ mit gegen 80 Prozent Preisnachlass für 100 Franken. Zur Sensation bei der Leserschaft reichte es offenbar nicht, denn Ende September wollen die Verantwortlichen entscheiden, ob das Angebot weiter aufrechterhalten werden soll. (rw)

Nie mehr Daunenfedern!

Kolumne Wie können sich ahnungslose Werbekunden vor billigen TV-Produktionsfirmen schützen? Der Abschreckungsspot läuft auf Tele Züri.

 
Kolumne Wie können sich ahnungslose Werbekunden vor billigen TV-Produktionsfirmen schützen? Der Abschreckungsspot läuft auf Tele Züri.«Grüezi – min Name isch Fischer vo de Fischer Bettwarefabrik in Wädenswil.» So beginnt ein TV-Spot der Sonderklasse. Leider bewegen wir uns nicht in der A-Klasse, sondern eher zwischen D und Z. In 30 Sekunden sehen wir ein Firmenporträt, in dem sich mancher Zuschauer peinlich berührt abwendet und lieber mal zum Kühlschrank läuft. Man spürt förmlich die Unbeholfenheit des Firmenchefs. Andererseits glauben wir, seine Nervosität wahrzunehmen. Denn Herr Fischer strahlt dieses typische «Hurra – ich bin im Fernsehen!» aus.Trifft man auf Werber und PR-Leute, so tönt einhellig ein «furchtbar» oder «peinlich» durch den Raum. Solche Spots möchten wir nie mehr sehen. Wenig Budget bedeutet nicht, ideenlos gemacht. Einen Vorteil hat diese Produktion jedoch: Die Leute erinnern sich besonders gut daran – weil der Spot nervt. Der Nachteil: Was nervt, wird gemieden. Am Fernsehen dienen diese teuren Werbesekunden als klarer Zapping-Fall.
Was also erwarten die Zuschauerinnen und Zuschauer? Ein guter Werbespot sollte überraschend und gewinnend sein. Informativ und unterhaltend, eventuell sogar einen Lacher beim Zuschauer (und potenziellen Kunden) hervorzaubern. Falls der Spot gewollt nerven soll, dann sei Produzenten der Blick nach Grossbritannien oder Skandinavien empfohlen. Dort werden täglich tolle Spots ausgestrahlt, die entweder an Bosheit nicht zu übertreffen sind oder bei denen sich die Zuschauer kugeln vor Lachen.
Doch wie schützt man einen arglosen Kunden vor einem amateurhaften Produzenten? Zum Beispiel, indem der Sender die Produktion des Spots direkt übernimmt. Oder, falls der Sender an Outsourcing denkt, müsste die Produktionsfirma im Vorfeld dringend besser getestet werden. Auch das Texten der Werbebotschaft sollte Profis überlassen werden. Im Falle des armen Herrn Fischer hatte der Texter entweder einen sauschlechten Tag oder Herr Fischer hat gar selbst getextet? «Sie chönd diräkt zueluege, wie d’Fädere vo tote Tier für ihres neue Duvet verwändet werdet.» «Fädere vo tote Tier»?? Hilfeeee! Alarm im Texterköpfchen! Da wollte jemand zu arg kürzen. Eigentlich sollte dem Zuschauer vermittelt werden, dass das Unternehmen keine Gänse bei lebendigem Leibe rupft, um an die flauschigen Federchen zu kommen.
Übrigens: Falls sich eine Werbeagentur dieser Firma Fischer annehmen möchte, dann bitte auch an die Website denken. Sie zeigt, warum dieser Spot so heraus kam, wie er jetzt ist. Wieder mal wurde am falschen Ort gespart. Tele Züri sei empfohlen, den armen Herrn Fischer nicht länger blosszustellen und für ihn kostenfrei einen neuen Spot zu drehen. Das Ding läuft ja nun bereits seit einigen Monaten. Herr Fischer scheint also ein guter Werbekunde zu sein.
Dies ist nur ein Beispiel. Zu finden sind solche Billig-Spots auf allen Regionalsendern. Noch schlimmer wirds, wenn die Ehefrau des Kunden den Spot vertont. Bestimmt erinnern Sie sich als Profi gerade an das eine oder andere Beispiel.
Genau wie in Hollywood-Filmen sollte auch das Ende einer Kolumne positiv enden. Darum hier noch ein gutes Beispiel für «Budget-TV-Spots»: Kennys Autocenter. Der Unternehmer verfügt über eine gehörige Portion schauspielerisches Talent, verkauft schöne Wagen und hat sich auch das Shopdesign einiges kosten lassen. Auch er tritt selber im Spot auf, wirkt aber auf Anhieb professioneller.
Mein Tipp für alle Retro-Spot-Fans: www.tesa.de. Dort sehen Sie, wie kreative Spots mit wenig Budget entstanden sind.
 
Karin Müller betreibt ein eigenes Kommunikationsunternehmen in Zürich.

Internetauftritt von pfister.ch neu «aufgemöbelt»

CRM Zum 125-jährigen Jubiläum schenkt sich der Schweizer Möbelfachhändler Pfister einen neuen Webauftritt. In Verbindung mit dem bestehenden CRM erhofft sich Pfister eine Erhöhung der Effizienz der Filialen und Marketingaktivitäten.

 
CRM Zum 125-jährigen Jubiläum des Schweizer Möbelfachhändlers Pfister wurde der Internetauftritt und der Online-Shop www.pfister.ch überarbeitet und erneuert. Die Zürcher Unic Internet Solutions überholte die Plattform in nur drei Monaten. Die grösste Herausforderung sei darin gelegen, dass gleichzeitig das E-Mail-Marketing von Pfister ausgebaut und in das bestehende CRM integriert werden musste. Das Herzstück des Auftritts bilden die unterschiedlichen Wohnwelten. Kunden können dabei Möbel anschauen und die Verfügbarkeit in den Filialen überprüfen. «Mit dieser umfassenden Lösung von Unic nutzen wir die Online-Potenziale für uns und erhöhen die Effizienz unserer Filialen und Marketingaktivitäten», kommentiert Christine Roth, Leiterin Kommunikation bei Pfister in Suhr, den Relaunch.

Die Wirkung von Sponsoring wird besser messbar

Wie wirkungsvoll Eventwerbung wirklich ist, soll in Zukunft einfacher zu ermitteln sein. Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) hat am Mittwoch in Berlin über ihre neu eingeführte Prüfung informiert.

 Wie wirkungsvoll Eventwerbung wirklich ist, soll in Zukunft einfacher zu ermitteln sein. Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) hat am Mittwoch in Berlin zusammen mit dem Fachverband für Sponsoring (FASPO)  über ihre neu eingeführte Prüfung informiert. Um zuverlässige Werbeträger-Basisdaten für allfällige Werbekunden zu erhalten, können Veranstalter von Sport- und Kulturevents jetzt die Anzahl und Zusammensetzung von nachweislich abgegebenen Eintrittskarten, sowie  die Gesamtzahl qualifiziert erfasster Besucher durch die Prüfgemeinschaft feststellen lassen. Mit der IVW-Prüfung soll Planungs- und Entscheidungshilfe gegeben und Vergleichbarkeit ermöglicht werden.

MediaSense ist noch nicht aus dem Schneider

Werbemarkt Es bleibt abzuwarten, ob die Wettbewerbskommission gegen die SRG-Vermarkterin Publisuisse beziehungsweise deren junge Radiovermarktungstochter Mediasense ein Verfahren eröffnen wird.

 
Werbemarkt Es bleibt unklar, ob die Wettbewerbskommission gegen die SRG-Vermarkterin Publisuisse beziehungsweise deren junge Radiovermarktungstochter MediaSense ein Verfahren eröffnen wird. «Wir sind am Abklären. Dies kann noch einige Wochen in Anspruch nehmen», schreibt Weko-Sprecher Patrik Ducrey. Fest steht: Wegen einer Klage gegen Publisuisse und MediaSense geht die Weko «möglichen Missbräuchen einer marktbeherrschenden Stellung» nach.Der mögliche Grund der Klage: Seit dem 1. Juli 2007 vermarktet MediaSense den Swiss Radio Pool (SRP) – 15 meist grosse Verlegerradios mit einer Gesamtreichweite von rund 2 Millionen Hörern. Zwar hat MediaSense, die zu 51 der Publisuisse und zu 49 Prozent den SRP-Radios gehört, keine Exklusivpacht, doch sie legte fest, dass der SRP nur noch über das SRG-Tool Publiplan gebucht werden kann – wofür Publisuisse jeweils eine Gebühr verlangt. Ob dies wirklich der Stein des Anstosses war? Am Firmenkonstrukt selbst dürfte es nichts auszusetzen geben, dieses genehmigte das Weko-Sekretariat schon im April. (mk)

Le Matin im Clinch

Tagespresse Le Matin muss sich gegen den eigenen Gratis-Klon Le Matin Bleu abgrenzen, um beim Publikum nicht weiter einzubrechen.

 
Tagespresse Le Matin muss sich gegen den eigenen Gratis-Klon Le Matin Bleu abgrenzen, um beim Publikum nicht weiter einzubrechen. 
«Der Matin muss magaziniger werden und sich inhaltlich und grafisch eindeutig von Gratis- und Regionalzeitungen abheben», sagt Peter Rothenbühler, Chefredaktor der Tageszeitung Le Matin. Mehr Hintergrund heisst das neue Zauberwort. «Das Format steht nicht zur Diskussion», betont er, denn sein geliebtes Tabloid-Format ist nicht daran schuld, dass das Blatt 20’000 von weit über 300’000 Leserinnen und Lesern verloren hat und nun sechs Journalisten entlässt, um zu sparen. Le Matin sei mit dem neuen Format auf Erfolgskurs gewesen – «seit 2002 ein kometenhafter Aufstieg, rund 20’000 neue Leser pro Jahr» – bis die Gratiszeitungen gekommen seien. Nun gelte es, den Matin orange so zu positionieren, dass der Leser bereit sei, zwei Franken für den journalistischen Mehrwert der Bezahlzeitung auf den Tisch zu legen.
Zauberformel hat versagtDas Eingeständnis ist von Bedeutung. Bisher hat Edipresse lautstark versichert, der Verlag habe die Zauberformel gefunden: Eine bezahlte und eine Gratiszeitung, Le Matin und Le Matin Bleu, unter dem Dach der gleichen Marke werde die Werbekunden davon abhalten, zur Konkurrenz, zum Tamedia-Gratisblatt 20 minutes, abzuwandern. Aus diesem Grund lancierte Edipresse den Matin Bleu, selbst auf die Gefahr hin, die Boulevardzeitung Le Matin und gleich auch noch die hauseigenen Regionalzeitungen zu kannibalisieren.
24 heures in Lausanne und die Tribune de Genève haben ihre Sparprogramme bereits hinter sich, jetzt ist die Reihe an Le Matin, die Zeche für die Konkurrenz der Gratiszeitungen zu bezahlen. Die Redaktion wird von 87 auf 81 Journalisten zurückgestutzt, einer der stellvertretenden Chefredaktoren muss gehen und wird durch zwei neue aus der Redaktion der Sonntagsausgabe ersetzt. Gespart wird querbeet, selbst ausgewiesenen und erfahrenen Journalisten wurde gekündigt – ein echter Aderlass, heisst es in der schockierten Redaktion. Sie nimmt die Ende August angekündigten Massnahmen allerdings mit einer Spur Erleichterung auf: Das eigentliche Katastrophenszenario, so ein Insider, wäre die Fusion zwischen Le Matin und Le Matin Bleu gewesen.
Der Verdacht, dass die Zusammenlegung der beiden Zeitungen geplant sein könnte, hatte sich mit dem kürzlich modernisierten Layout des Matin erhärtet: Mit kürzeren Texten, simplerem Umbruch und der Abkehr vom verspielten Umgang mit Fotos glich der orange Matin in den letzten Monaten seinem blauen Bruder fast wie ein Ei dem andern – laut Rothenbühler stammt das Layout-Konzept von der gleichen Grafikerin. Die Vermutung, es könnte in Richtung Fusion gehen, war nicht aus der Luft gegriffen. Unterdessen gibt sogar Théo Bouchat, Chef von Edipresse Schweiz, zu: «Wir haben alle Szenarien durchgespielt.» Die Fusion zwischen der Gratis- und der Bezahlzeitung sei «eine von mehreren Arbeitshypothesen» gewesen. Sie sei allerdings nicht weiter verfolgt worden. Dass man mit dem neuen Layout auf eine Fusion gezielt habe, sei ein falscher Eindruck. Dass aber trotzdem viele diesen falschen Eindruck gehabt hätten, «mag auch auf Kommunikationsfehler unsererseits zurückzuführen sein».
Zwischen Pest und CholeraKommunikations- oder Konzeptfehler hin oder her: Auch Bouchat ist und bleibt überzeugt, dass die Lancierung einer Gratiszeitung unter dem Dach der Marke Le Matin der richtige Entscheid gewesen sei, «auch wenn wir uns zwischen Pest und Cholera entscheiden mussten». Die Marke stehe heute mit den zwei Titeln besser im Markt, als wenn Edipresse nichts gegen die Konkurrenz von 20 minutes unternommen hätte. Auch in geschäftlicher Hinsicht sei die Sache ein Erfolg: «Die Resultate der Gratiszeitung lassen uns vermuten, dass wir auf dem Markt bestehen werden.» Und in editorialer Hinsicht befriedige das Duo heute Bedürfnisse, die vorher niemand abgedeckt hätte.
Chefredaktor noch tragbar?Ein Sturm im Wasserglas also? Nicht ganz. Der Schock der Entlassungen sitzt tief. In diesen Tagen führen die Angestellten eine interne Abstimmung durch, ob der Chefredaktor noch ihr Vertrauen besitzt. Auch wenn nicht Rothenbühler die Umstellung auf das Tabloid-Format und die Boulevardisierung des Titels eingeleitet hat, sondern unter anderen sein Vorgänger Théo Bouchat, so ist Rothenbühler in den Augen vieler der Mann aus Zürich, der dennoch für den neuen Matin verantwortlich zeichnet. Er habe «den Röstigraben zwischen Blick und Matin zugeschaufelt», kann man in der Redaktion hören. Vor Rothenbühler hatte sich die als volkstümliches Familienblatt konzipierte Zeitung immer mit Stolz vom Boulevardstil ennet der Saane abgehoben.
Wie immer das Resultat der Vertrauensabstimmung in der Redaktion ausfällt: Auswirkungen auf die Position Peter Rothenbühlers sind nicht zu erwarten. Bouchat unterstreicht: «Der Chefredaktor geniesst weiterhin unser ganzes Vertrauen.»
Der Edipresse-Direktor führt die Abstimmung «auf das Konto von Emotionen» zurück: Die auf die Gratiszeitungen zurückzuführende Trendwende nach den grossen Erfolgen des Tabloid-Matin sei emotional belastend, von da her sei die Reaktion des Personals verständlich. Dennoch befindet sich Rothenbühler in keiner einfachen Situation. Mit weniger Leuten und Mitteln als bisher muss er das Kunststück vollbringen, eine Boulevardzeitung «magazinig» zu machen. Beim Blick gibt man sich für ähnliche Überlegungen bis Anfang nächstes Jahr Zeit, beim Matin sollen die ersten Änderungen schon in zwei bis drei Wochen spürbar werden. Auf Ende Jahr stellt Rothenbühler zudem grafische Änderungen in Aussicht.
Le Matin dereinst ein GratisblattDie Frage bleibt weiterhin offen, ob die Leser irgendwann einmal bereit sein werden, zwei Franken für den Matin zu bezahlen, der als nicht abonnierte Zeitung an denselben Orten zu haben ist wie die Gratiszeitungen. Genauso wie die Frage, ob der Markt nicht einfach zu klein für zwei Gratisblätter plus Le Matin ist. Für Bruno Clément von der Gewerkschaft Comedia ist die Antwort klar Ja. Er meint im Sinne eines Gedankenspiels: «Vielleicht wird eines Tages Le Matin zur Gratiszeitung, und bezahlt wird nur noch der grosse Sonntagstitel Le Matin Dimanche mit seinen Beilagen.»
Helen Brügger
Themen- und Trendsetter «Wir haben im Juli eine qualitative Studie mit Lesern durchgeführt. Sie haben eine klare Idee, was sie von uns erwarten: Sport, Promis, faits divers», sagt Rothenbühler. Er will «auswählen und überraschen», das heisst in jeder Nummer neben den Kleinstoffen fünf grosse, umfassend recherchierte Stoffe haben.
Weiter sollen alle
grösseren politischen Vorgänge «über die entscheidenden Personen ins Blatt kommen», sprich personalisiert werden. Zum dritten soll sein Blatt zum Themen- und Trendsetter
auch im politischen Bereich werden und sich mit Editorials und persönlichen Kommentaren profilieren. «Das sind Dinge, die ich eigentlich schon lange machen wollte, nur hatte ich nicht die richtigen Leute dafür.» Jetzt hat er mit Ariane Dayer und Michel Jeanneret
zwei Redaktoren vom Matin Dimanche abgezogen und zu seinen Stellvertretern ernannt, die sich in der Tat einen Namen mit profiliertem Journalismus gemacht haben. Die 43-jährige Ariane Dayer war Chefredaktorin der Ringier-Wochenzeitung L’Hebdo, bevor sie ihre eigene satirische Zeitung Saturne gründete, ein unzeitgemässes Kleinod in der Westschweizer Medienszene, dem kein langes Leben beschieden war. (hb)Umsteigeeffekt bleibt im DunkelnDie junge Leserschaft der Gratispresse als potentielle Klientel der grossen Bezahlzeitungen: Davon träumen die Verleger. Auch das jüngste Projekt von Tamedia, zusammen mit der Espace Media Groupe sowie den Basler Medien eine gemeinsame Gratis-Zeitung zu launchen, zielt auf diesen sogenannten Umsteigeeffekt. Le Matin ist schweizweit der einzige Bezahltitel mit Gratisextension unter demselben Brand. Dort müsste man den
Effekt beobachten können. Doch Théo Bouchat, Chef von Edipresse Schweiz, winkt ab: «Wir verfügen über keine Erkenntnisse über diesen Effekt, weil wir noch zuwenig Erfahrungen haben. Die Gratispresse ist noch zu jung.» (rw)
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