Fernmeldekommission gegen Media-Abkommen Schweiz-EU

Die Fernmeldekommission des Nationalrats lehnt das zur Debatte stehende Media-Abkommen zwischen der Schweiz und der EU ab - insbesondere, weil es eine Revision des erst kürzlich verabschiedeten RTVGs bedeuten würde.

 
Die Fernmeldekommission (KVF) des Nationalrates lehnt das Media-Abkommen mit der EU ab, weil es in ausländischen Fernseh-Werbefenstern Alkohol-, politische und religiöse Werbung zulässt. Wie KVF-Präsident Franz Brun (CVP/LU) gemäss SDA am Dienstag vor den Medien in Bern erklärte, höhlt das Abkommen das vom Parlament erst gerade revidierte Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) aus. Schweizerisches Recht dürfe nicht durch einen Vertrag mit der EU ausgehebelt werden, sagte Brun. Dies käme einem Souveränitätsverlust gleich. Die KVF hat vom anwesenden Bundesrat Pascal Couchepin «Nachverhandlungen» verlangtIn ihrem Mitbericht an die Aussenpolitische Kommission (APK) wendet sich die KVF mit 17 zu 3 Stimmen gegen eine erneute Revision des RTVG. Wie Präsident Luzi Stamm (SVP/AG) von der federführenden APK am Dienstag gegenüber der SDA bekannt gab, ist die APK mit 10 zu 8 Stimmen auf das Abkommen eingetreten. Sie hat aber die Schlussabstimmung vertagt, weil der Ständerat Erstrat ist. Dessen APK entscheidet am 20. November. Die Forderung der KVF nach Nachverhandlungen mit der EU bezeichnete Luzi Stamm indes als «illusorisch».
Die Teilnahme am Filmförderungsprojekt Media ist an die Bedingung geknüpft, dass die Schweiz ab November 2009 eine EU-Richtlinie «Fernsehen ohne Grenzen» anwendet. Damit würden für Werbefenster ausländischer Sender neu nicht mehr Schweizer Recht, sondern die nationalen Vorschriften des Herkunftslandes des Senders gelten. Das von der Schweiz und der EU unterzeichnete bilaterale Abkommen ist bereits provisorisch in Kraft. Die Filmförderung selbst ist in den beiden Nationalratskommissionen unbestritten.

Targetmedia übernimmt WPS-RCM

Im Zuge der Nachfolgeregelung wurde WPS-RCM, Full-Service-Agentur im Bereich Handelswerbung, durch dessen Alleinaktionär an die Rheinfelder Targetmedia verkauft. Das Geschäft soll mit derselben strategischen Ausrichtung weitergeführt werden.

 
Die in Rheinfelden ansässige Targetmedia übernimmt per 1. Oktober die WPS-RCM aus Dietikon. Letztere ist als Full-Service-Agentur im Bereich der Planung und Herstellung von Handelswerbung tätig und bedient eine ganze Reihe von grösseren Schweizer Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Gemäss Medienmitteilung vom Dienstag erfolgte der Verkauf von 100 Prozent der Aktien durch den Alleinaktionär Ruedi Muggli im Zuge der Nachfolgeregelung. Die Targetmedia teile vollumfänglich die strategische Ausrichtung von WPS und sehe sich als idealen Partner, so Muggli. Zusammen werden die beiden Unternehmen mit knapp 60 Mitarbeitern einen Umsatz von 38 Millionen Franken im Jahr 2007 erzielen. CEO und Delegierter des Verwaltungsrats von WPS bleibt weiterhin Daniel Ehrensperger. Daneben werden von Seiten Targetmedia Michael Medweth als Präsident und Oliver Cynamon sowie die Advokaten René Lenherr und Hubertus Ludwig den Verwaltungsrat bilden. Gemäss Mitteilung steht das Management von WPS-RCM voll und ganz hinter der Übernahme.

Zu guter Letzt: Kopfgeldjagd im Youtube-Zeitalter

Die Aarauer Agentur Mysign, spezialisiert auf die neuen Medien in den Bereichen Design, Technologie und Marketing, hat 16'000 Franken Kopfgeld auf drei Java-Programmierer ausgesetzt. Nur lebendig.

 
Die auf neue Medien spezialisierte Aarauer Agentur Mysign hat auf die Köpfe von drei Java-Spezialisten insgesamt 16’000 Franken ausgesetzt. Allerdings handelt es sich dabei nicht um entlaufene, straffällig gewordene oder als Hacker enttarnte Softwareentwickler, sondern die Agentur hat einen Personalnotstand: Gute Java-Programmierer als Mitarbeiter zu finden sei in der Schweiz momentan praktisch unmöglich; es herrsche nicht nur ein Mangel an Java-Spezialisten, als Kleinunternehmen stehe Mysign auf dem Arbeitsmarkt auch noch in Konkurrenz mit vielen Grossfirmen, heisst es in einer Mitteilung. Mit Prämien für Job-Vermittlungen und insbesondere einem extra für diesen Zweck gedrehten Werbespot für Youtube setzt Mysign deshalb auf einen viralen Effekt (siehe diesen Artikel) und erhofft sich so in der IT-Gemeinschaft Gehör zu verschaffen. Mit den 16’000 Franken dürfte die Agentur im Erfolgsfall sogar billig gefahren sein, bedenkt man die marktüblichen Vermittlungsgebühren. Ob die Köpfe bereits geliefert respektive die Prämien ausbezahlt wurden, kann man per Webcam auf der Mysign-Webseite erfahren. Übrigens sind die drei Java-Spezialisten lebendig, zumindest aber in arbeitsfähigem Zustand abzuliefern.

Nationalrat erfreut über Teilverzicht des SRG-VRs

Die Fernmeldekommission (KVF) des Nationalrates begrüsst es, dass der SRG-Präsident vorläufig auf die Erhöhung seines Honorars verzichtet und die übrigen Verwaltungsräte sich kein Sitzungsgeld mehr auszahlen lassen. Sie kritisiert aber die Kommunikation der SRG.

 Die Fernmeldekommission (KVF) des Nationalrates begrüsst es, dass der SRG-Präsident vorläufig auf die Erhöhung seines Honorars verzichtet und die übrigen Verwaltungsräte sich kein Sitzungsgeld mehr auszahlen lassen. Vor der KVF bestätigte SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Bernard Münch am Dienstag, dass er auf die Erhöhung seines Honorars von 133000 auf 180’000 Franken verzichtet. Die Verwaltungsräte erhalten neu 40’000 statt 12’000 Franken, dafür schlagen sie ab sofort immerhin das Sitzungsgeld aus (siehe
). Dass der SRG-Zentralrat beschlossen hatte, die Honorare massiv zu erhöhen, habe Ende September viel Staub aufgewirbelt, erklärte KVF-Präsident Franz Brun gemäss SDA vor den Medien. Die KVF begrüsse deshalb die Entscheide vom Montag. Sie habe hingegen die unglückliche und zum Teil intransparente Kommunikation von Seiten der SRG stark kritisiert.

Pressefreiheit vor allem in Asien und Afrika bedroht

In der diesjährigen Rangliste der Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen schneiden besonders asiatische und afrikanische Staaten schlecht ab. Die Schweiz befindet sich auf dem 11. Platz von 169.

 Die Pressefreiheit bleibt weltweit ein hoch gefährdetes Gut. Besonders schlimm sei die Lage in Asien und Afrika mit Ländern wie Burma, Nordkorea und Eritrea, berichtete die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) am Dienstag. China belegt ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking unter 169 Ländern nur Platz 163 auf der weltweiten Rangliste. Es sei «fraglich, ob die so oft versprochenen Reformen umgesetzt und inhaftierte Journalisten freigelassen» würden. In Russland (Rang 144) gebe es keine Fortschritte. Aber auch westliche Staaten wie die USA (Platz 48) böten Anlass zur Kritik.Schlusslicht der ROG-«Rangliste der Pressefreiheit» ist Eritrea. «Private Medien existieren nicht mehr und die wenigen Journalisten, die es wagen, das Regime (…) zu kritisieren, landen im Gefängnis», heisst es. Mehrere Journalisten seien in Haft gestorben. Zu den 20 Staaten mit den schlimmsten Bedingungen für die Presse gehören Pakistan, Irak, Iran, Syrien, Libyen und die Palästinensergebiete, aber auch die GUS-Staaten Weissrussland, Usbekistan und Turkmenistan sowie Kuba und Vietnam.
Angeführt von Island, Norwegen und Estland liegen die 14 freiesten Länder alle in Europa. Die Schweiz ist auf dem 11. Platz klassiert, hinter Dänemark, Portugal, Irland, Finnland und Schweden. Auch Belgien und die Slowakei liegen vor ihr. Deutschland kommt erst auf Rang 20. Gründe sind die Ermittlungen gegen Journalisten wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat und Vorstösse zur Aushöhlung des Quellenschutzes, aber auch Übergriffe auf Journalisten, die im rechten Milieu recherchieren. Frankreich liegt noch dahinter auf Rang 31.

Cablecom mit Beschwerde in Sachen U1 abgeblitzt

Die Cablecom muss den Zürcher Privatfernsehsender U1 TV vorläufig weiter auf ihrem analogen Netz ausstrahlen. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Beschwerde der Netzbetreiberin gegen eine vorsorgliche Massnahme des Bakom abgewiesen.

 Die Cablecom muss den Zürcher Privatfernsehsender U1 TV vorläufig weiter auf ihrem analogen Netz ausstrahlen. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Beschwerde der Netzbetreiberin gegen eine vorsorgliche Massnahme des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) abgewiesen. Das Bakom hatte mit dieser Massnahme verfügt, dass die Cablecom den TV-Sender vorläufig nicht aus dem analogen Netz verbannen darf (siehe ). Das Bundesverwaltungsgericht hat diesen Zwischenentscheid nun bestätigt und die Beschwerde der Cablecom abgewiesen. Laut dem Gericht würde die sofortige Abschaltung U1 vor existentielle Probleme stellen. Das Überleben eines Senders könne bereits durch kürzere Ausstrahlungsunterbrüche bedroht sein.
Weniger gewichtig sei dagegen das Interesse von Cablecom, den fraglichen Kanal zwar zur Verfügung zu haben, ihn jedoch bis zum Vorliegen des Entscheides in der Hauptsache ohnehin nicht nutzen zu können. Cablecom habe überdies keine finanziellen Einbussen zu befürchten, da sie für ihre Leistungen entschädigt werde.

Studierende von SPRI und IWB glänzen an der Berufsprüfung

An der diesjährigen Diplomprüfung für PR-Fachleute haben die SPRI-Absolventen die höchste Erfolgsquote seit Jahren erzielt. Über eine 100-Prozent-Quote freut sich das Institut für Weiterbildung IWB in Luzern.

 An der diesjährigen Diplomprüfung zur eidg. dipl. PR-Fachfrau beziehungsweise zum PR-Fachmann haben die SPRI-Absolventinnen und Absolventen die höchste Erfolgsquote seit Jahren erzielt. Laut Mitteilung haben 92 Prozent der Teilnehmenden der SPRI-Lehrgänge in der Deutschschweiz und der Höheren Fachschule für Tourismus in Samedan die eidgenössische Berufsprüfung bestanden. Über eine 100-Prozent-Quote freut sich das Institut für Weiterbildung IWB in Luzern. Sämtliche IWB-Studierenden des Lehrgangs «PR-Fachleute mit eidg. Fachausweis» haben an der eidgenössischen Berufsprüfung bestanden. Es handelt sich laut Mitteilung um das dritte Mal in Folge, dass die IWB-Kandidaten einen 100-prozentigen Erfolg verbuchten.

Publicitas-Index legte im September dank Wahlen zu

Der Publicitas-Index hat im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,4 Punkte auf 97,6 Punkte zugenommen. Wegen den bevorstehenden Parlamentswahlen profitieren vor allem die Gelegenheitsinserate von einem massiven Zuwachs.

 Der Publicitas-Index hat im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,4 Punkte auf 97,6 Punkte zugenommen. Wegen den bevorstehenden Parlamentswahlen profitieren vor allem die Gelegenheitsinserate von einem massiven Zuwachs. Ausserdem entwickeln sich die Stelleninserate weiterhin «prächtig», wie die Publicitas mitteilte. Der Stelleninserate-Index stieg im September um 3 Punkte auf 188,9 Punkte.
Zum Wachstum des Index beitragen habe auch eine leichte Zunahme bei den kommerziellen Inseraten dank den Werbeinvestitionen der lokalen und regionalen Kunden. Zudem würden die Beilagen einen markanten Aufschwung erfahren, heisst es weiter im Communiqué.
Wie schon im August nahmen jedoch die Immobilieninserate ab. Der Rückgang um 1,3 Punkte auf 92,4 Punkte ist laut dem Werbeunternehmen der stärkste seit Juni 2003.

«Digitalisierung wird neue Werbeformen hervorbringen»

An der Screen-up vom Mittwoch organisiert die Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) den Kongressteil, der sich dem Thema «Digitalisierung» widmet. Fachexperten und Senderchefs diskutieren deren Chancen und Risiken. IGEM-Präsident Stephan Küng äussert sich im Interview dazu, welche Folgen die Digitalisierung für die Fernsehwerbung hat, was die IGEM im Moment bewegt und wie sich die TV-Werbung aufgrund des neuen RTVGs verändert hat.

An der Screen-up vom Mittwoch organisiert die Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) den Kongressteil, der sich dem Thema «Digitalisierung» widmet. Fachexperten und Senderchefs diskutieren deren Chancen und Risiken. IGEM-Präsident Stephan Küng äussert sich im Interview dazu, welche Folgen die Digitalisierung für die Fernsehwerbung hat, was die IGEM im Moment bewegt und wie sich die TV-Werbung aufgrund des neuen RTVGs verändert hat. Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Medien auf die TV-Werbung? Stephan Küng: Eine grosse Veränderung bringt die zeit- und ortsunabhängige Möglichkeit, Fernsehinhalte zu nutzen. Damit entsteht für die Nutzer die Option, Werbung zu umgehen. Ich denke, dass die konventionelle Spot-Werbung langfristig leicht zurückgehen wird, dafür aber Sonderwerbeformen an Bedeutung gewinnen werden. Das wären also die Risiken der Digitalisierung?Nicht unbedingt, denn im Gegenzug werden neue Werbeformen im mobilen Bereich entstehen. Die Bedingungen werden sich ändern: Werbung rund um Live-Events beispielsweise wird wohl an Bedeutung zunehmen, da solche Anlässe auch dann wirklich live geschaut werden, wenn die Option des zeitversetzten Schauens besteht. Ein Live-Event ist «live» einfach interessanter. Wir müssen den Nutzern ausserdem ins Bewusstsein rufen, dass es ohne Werbung im TV keine Inhalte zu sehen gibt. Ich kann mir kein Szenario denken, das einem Sender mittelfristig andere Finanzierungsmodelle in die Hand geben würde als die Finanzierung durch Werbung.
Was sind denn die Chancen, die den TV-Werbern durch die Digitalisierung offen stehen?Der Werbetreibende kann zum Content-Lieferanten werden: Es ist möglich, kostengünstig Inhalte zu produzieren und zu verbreiten.
Das würden manche als Risiko sehen.Nun, die klare Trennung zwischen klassischem Programm und Werbung ist ja gesetzlich definiert und bleibt bestehen. Es stehen den Werbetreibenden aber neue Formate offen. Ein Beispiel dafür ist der Automobilkonzern BWM dessen Konzept an der Screen-up vorgestellt wird. BMW betreibt ja ein eigenes Internetfernsehen und hat hier die Option, seine Botschaften zu vermitteln – ohne damit die Trennung zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten zu verletzen. Wichtig ist, dass die Werbung für den Konsumenten transparent bleibt; er darf nicht getäuscht werden. Das ist im Fall von BMW absolut gegeben.
Was bringen denn diese neuen Formen den Werbetreibenden?Sie können der Zielgruppe einen Mehrwert bieten – mehr, als ein klassischer Spot liefern könnte. Durch Angebote wie jenes von BMW entsteht eine nähere Beziehung des Zuschauers zur Marke. Aber es ist klar: Chancen für die einen können für die anderen Risiken bedeuten. Die neuen Werbeformen werden eine Gefahr sein für die klassischen Werbespots. Die Sender müssen sich gut überlegen, wie sie damit umgehen.
Könnte ein Ausweg darin bestehen, weniger Werbung zu zeigen, die dafür die Zuschauer besser erreicht?Grundsätzlich reguliert sich die Menge an Werbung selber, denn der Konsument entscheidet, wie viel Werbung er sehen will. Ein Overkill ist sicher kontraproduktiv. Wichtig ist zudem eine Forschungstechnologie, welche die zeit- und ortsversetzte Werbung messen kann. Die Anbieter werden bei den neuen Werbeformen weiterhin in der Pflicht stehen, einen Nachweis zur Nutzung zu liefern.
Wie schnell wird sich die Digitalisierung im TV-Bereich flächendeckend durchsetzen?Die Digitalisierung ist bereits Realität und ermöglicht eine riesige Angebotsvielfalt. Es verschwindet kein Angebot, sondern es kommen neue hinzu. Das klassische Fernsehen geht nicht verloren. Die Nutzung elektronischer Medien wird sich hingegen noch stärker fragmentieren. Das ist ein laufender Prozess.
Wie hat sich die klassische Fernsehwerbung seit Einführung des neuen RTVGs verändert? Diesbezüglich muss man natürlich zwischen den SRG-Sendern und den Privaten unterscheiden. Bei der SRG änderte sich sehr wenig. Bei den ausländischen Privatsendern ist die Entwicklung meiner Meinung nach sehr positiv: Dank den neuen Unterbrecherblöcken wirkt das Programm viel harmonischer, zuvor machte es oft einen zerstückelten Eindruck. Da dachten sich die Sendergestalter im Ausland stimmige Programmkonzepte aus, die durch die Gesetzgebung bei uns auseinander gerissen wurden. Für den Konsumenten bedeutet die neue Regelung in meinen Augen ein Fortschritt, für die Mediaplanung auch. Ich würde mir allerdings eine weitere Liberalisierung wünschen, gerade was Werbung für Wein und Bier betrifft.
Möglicherweise tritt die für die Werbefenster der ausländischen Sender ein, weil das Media-Abkommen mit der EU eine Änderung des RTVGs verlangt. Wie stellt sich die IGEM dazu?Diese Frage stellen Sie mir zu früh – wir analysieren gegenwärtig die Konsequenzen im Detail. Einen IGEM-Standpunkt gibt es aber bis anhin noch nicht.
Was bewegt die IGEM zurzeit sonst noch?In erster Linie die Digitalisierung. Ein zweiter Punkt ist die Forschung, wo wir uns für die Weiterentwicklung einsetzen werden. Sie steht mit der Digitalisierung ebenfalls vor grossen Herausforderungen. Daneben beschäftigten wir uns mit Ausbildung und Information, da bieten wir im November wiederum einen Workshop zum Thema «Digitalisierung zum Anfassen» an. Aber auch die drohenden Werbeverbote beschäftigen uns.

Bild mischt im Mobilfunk mit

Das deutsche Boulevardblatt Bild startet ein neues Handy-Portal und steigt gleichzeitig in den Mobiltelefonie-Markt ein. Ab Dienstag kann das neue Portal angesurft werden. Zeitgleich wird eine eigene Prepaid-Karte eingeführt.

 Das deutsche Boulevardblatt Bild startet ein neues Handy-Portal und steigt gleichzeitig in den Mobiltelefonie-Markt ein. Ab Dienstag kann das neue Portal angesurft werden. Mit «Bildmobil» sind den Lesern Nachrichten aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sowie zu aktuellen Sportergebnissen zugänglich. So gibt es zum Beispiel einen Fußball-Bundesliga-Ticker, der die Nutzer minutengenau über die Spielergebnisse auf dem Laufenden hält sowie Bewegtbild-Angebote. Das teilte am Montag der Verlag Axel Springer mit, der die Bildzeitung herausgibt. Für die redaktionellen Inhalte ist ein eigenes Team innerhalb der Redaktion zuständig. Zeitgleich mit dem redaktionellen Angebot wird eine eigene Prepaid-Karte eingeführt. Die Kosten für das Starterset betragen 9,95 Euro; die Besitzer einer solchen Karte können kostenlos im Bild-Mobilangebot surfen. Wer allerdings andere Webseiten oder sogar andere Zeitungsseiten aufrufen will, der zahlt laut dem deutschen Handelsblatt 35 Cent pro Megabyte Datentransfer. Das Prepaid-Angebot wird über rund 11’000 Verkaufsstellen vertrieben, die auch die Bildzeitung verkaufen.

Erdmannpeisker: Erfolgreiche Mammutjäger

Die Bieler Agentur Erdmannpeisker konnte den Schweizer Bergsportartikelhersteller Mammut als Kunden gewinnen.

Die Bieler Agentur Erdmannpeisker konnte den Schweizer Bergsportartikelhersteller Mammut als Kunden gewinnen. Das Team um die beiden Agenturgründer Sybille Erdmann und Gabriel Peisker wird in den nächsten drei Jahren nicht nur für die Imagekampagnen verantwortlich sein, sondern auch für das neue Corporate Design der Schweizer Traditionsmarke, wie es in einer Mitteilung heisst. Ab Frühjahr 2008 können sich alle Interessierten selbst ein Bild vom neuen Auftritt machen.

SRG-Präsident verzichtet auf Honorarerhöhung

Der SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Bernard Münch verzichtet vorderhand auf die im Juni beschlossene Anhebung seines Honorars. Grund dafür sind die blockierten Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag.

 Der SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Bernard Münch verzichtet vorderhand auf die im Juni beschlossene Anhebung seines Honorars. Grund dafür sind die blockierten Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Er wolle damit versuchen, die blockierte GAV-Diskussion zu entkrampfen, sagte Münch am Montag gegenüber der SDA. Gleichzeitig verzichten die SRG-Verwaltungsratsmitglieder bis auf weiteres auf ihr Sitzungsgeld. Wie SRG-Sprecher Daniel Steiner auf Anfrage der Werbewoche sagte, wollen die Verwaltungsräte mit di esem Schritt ein Zeichen gegenüber dem Personal setzen.
Die Erhöhung der VR-Entschädigungen hatte für einigen Wirbel gesorgt, da die SRG in der letzten Zeit stets betonte, sie müsse sparen (siehe
). Trotz des jetzt angekündigten Verzichts soll an der Aufstockung der Honorare anscheinend nichts geändert werden: Der Verwaltungsrat stehe nach wie vor zu der vom Zentralrat beschlossenen und mit dem Departement Leuenberger abgesprochenen Erhöhung der Honorare, sagte Münch der SDA weiter. Die Aufstockung sei gerechtfertig. Mit der vorgeschlagenen Honorar-Erhöhung sei das Uvek allerdings nicht einverstanden gewesen, präzisierte Sprecher André Simonazzi. Man habe dies Jean-Bernard Münch auch so gesagt und werde von Seiten des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) dem Bundesrat tiefere Honorare vorschlagen.
Beim Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) zeigte man sich verwundert über den Verzichtsentscheid des SRG-Verwaltungsrates. Er habe die Erhöhung der VR-Honorare bisher nicht im Zusammenhang mit den Vertragsverhandlungen gesehen, sagte SSM-Zentralsekretär Stephan Ruppen auf Anfrage.
Die Verhandlungen mit der SRG sollen laut Ruppen trotzdem weitergeführt werden. Eine Annäherung verspricht sich das SSM von einem für diese Woche geplanten Gespräch mit SRG-Generaldirektor Armin Walpen. Dabei will das SSM abklären, inwieweit die SRG den von SSM-Seite gemachten Vorschlägen über die geplante Jahresarbeitszeit entgegenkommt.
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