Das Mobiltelefonunternehmen Motorola will anscheinend seine Werbe- und Mediabudgets verschieben. Der Konzern ist durch die Konkurrenz von Nokia und iPhone unter Druck geraten. CEO Casey Keller sagte dem amerikanischen Branchenblatt Advertising Age, dass er zurzeit daran sei, die Zusammenarbeit mit den Agenturen neu aufzustellen. Möglicherweise könnten schon diese Woche definitive Entscheidungen fallen. Die Agenturgruppe Ogilvy & Mather, die gegenwärtig schon Motorolas Agenturen in Lateinamerika und Asien stellt, scheint im Rennen für Europa und Nordamerika vorne zu liegen. Gegenwärtig hält in Europa die BBDO-Gruppe das Mandat, in der Schweiz ist die BBDO-Partneragentur Wirz zuständig. Ihre Vorgängerin könnte nun zu ihrer Nachfolgerin werden: Ogilvy & Mather war bereits bis Mitte 2006 in Europa für Motorola zuständig. Die Lead-Agentur solle auf projektbezogener Basis von zwei bis drei weiteren Kreativhäusern unterstützt werden.
Auch der Media-Account werde evaluiert, schreibt AdAge weiter. Hier könnte aber alles beim Alten bleiben: Mindshare, die derzeit schon den Etat betreut, hat anscheinend die Nase vorn. Auf globaler Ebene umfasst der Etat laut Schätzungen von AdAge 200 bis 300 Millionen US-Dollar.
In der Schweiz scheinen die jüngsten Entwicklungen noch keine konkreten Auswirkungen zu haben. Gaby Zimmerli, Managing Director von Grendene, Ogilvy & Mather, sagte auf Anfrage der Werbewoche: «Ich habe von diesen Gesprächen gehört, ich verfüge jedoch über keine bestätigten Informationen».
Auch bei Wirz ist noch nichts bekannt: «Ich habe noch nichts gehört», sagte Geri Aebi, Geschäftsführer Wirz Werbung und Mitglied der Wirz-Gruppenleitung. Sollte seine Agentur das Mandat verlieren, wäre der Verlust anscheinend verschmerzbar: «Im laufenden Jahr war Motorola kein grosser Kunde: Wir waren nur bei einigen kleinen Adaptionen aktiv».