Tyco und Wernli setzen neu auf Viva

Die Zürcher Kommunikationsagentur Viva hat mit Tyco und Wernli zwei neue Kunden gewonnen. Für Tyco entwickelt sie eine Verkaufspräsentation, Wernli bietet die Agentur Unterstützung in der Medienarbeit.

 Die Zürcher Kommunikationsagentur Viva hat mit Tyco und Wernli zwei neue Kunden gewonnen. Den Sicherheitskonzern Tyco unterstützt sie bei der Konzeption einer Verkaufspräsentation, die zusammen mit der Internet-Agentur Mediawinner.ch realisiert wird. An der Messe «Sicherheit 2007» in Zürich feiert diese Präsentation ihre Premiere. Für die Biscuitmarke Wernli bietet Viva Hand in der Medienarbeit. Wernli sorgte kürzlich für Schlagzeilen mit der Lancierung des nach eigenen Angaben weltweit ersten Guetzli nur für Männer namens «Guara».

Valora beruhigt den Markt mit guten Quartalszahlen

Der Handelskonzern Valora war in den letzten Wochen wiederholt Objekt diverser Marktgerüchte. Nun versucht er, die Wogen zu glätten, und veröffentlicht zu diesem Zweck erstmals eine Schätzung der Quartalszahlen.

 Der Handelskonzern Valora war in den letzten Wochen wiederholt Objekt diverser Marktgerüchte. Nun versucht er, die Wogen zu glätten, und veröffentlicht zu diesem Zweck erstmals eine Schätzung der Quartalszahlen. Valora geht davon aus, dass im dritten Quartal ein Betriebsergebnis von 21 Millionen Franken erzielt wurde. Der Nettoerlös wurde im Vergleich zum Vorjahr um 39 Millionen Franken verbessert und beträgt 756 Millionen Franken, wie es in einer Mitteilung heisst. Mit der Veröffentlichung will die Firma wohl Analysten und Aktionäre beruhigen, denen die schlechten Zahlen aus dem zweiten Quartal sauer aufstiessen. Valora zeigt sich nun gemäss Communiqué «vorsichtig optimistisch». Gleichzeitig streut der Konzern Asche aufs eigene Haupt: Die «unglückliche Devestitions- und Akquisitionspolitik der späten Neunzigerjahre» sei bereinigt worden, was allerdings über 600 Millionen Franken gekostet habe. Valora fährt nun eine Politik der Fokussierung und ist nurmehr im Handel tätig, mit den drei Geschäftsfeldern Retail, Media und Trade.
Probleme drohen nun wohl an einer anderen Front: Valora weist Forderungen einer neuen, namentlich nicht genannten Investorengruppe zurück. Der Verwaltungsrat betont in der Mitteilung, dass er sich «in einer allfälligen Auseinandersetzung» strikt an die gültigen Statuten halten werde. Forderungen nach einer ausserordentlichen Generalversammlung, wie sie in Medien geäussert worden seien, trete der Verwaltungsrat entschieden entgegen. Hintergrund ist hier wohl die Übernahme von 11,01 Prozent der Aktien durch Adriano Agosti (siehe
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Noch nicht aus dem Schneider

Kartellrecht Die Weko sieht bei MediaSense keinen Grund zur Eile, prüft aber weiter. Ein Entscheid werde Ende Jahr gefällt.

Kartellrecht Die Weko sieht bei MediaSense keinen Grund zur Eile, prüft aber weiter.«Weko-Sekretariat sieht keinen Bedarf für vorsorgliche Massnahmen gegen MediaSense.» So betitelte die TV-Vermarkterin Publisuisse am 30. Oktober ein Communiqué. Darin triumphiert die SRG-Tochter über ihre Konkurrenz, die Publigroupe-Tochter Radiotele und die Goldbach-Tochter IP Multimedia, die bei der Wettbewerbskommission gegen das neue Vermarktungsmodell des Swiss Radio Pools (SRP) geklagt hatten. Das Modell sieht eine Vermarktung durch MediaSense vor, eine gemeinsame Firma von Publisuisse und SRP, wobei die SRP-Werbung über das Online-Buchungssystem Publiplan der Publisuisse gebucht werden muss. Publisuisse sei marktbeherrschend und würde ihre Stellung missbrauchen, indem sie mit tiefen Preisen in die Vermittlung von Radiowerbung einsteige und das Buchen über Publiplan vorschreibe, monierte die Konkurrenz. Radiotele verlangte zudem vorsorgliche Massnahmen.Solche seien von der Weko abgelehnt worden, schreibt nun Publisuisse und folgert: «MediaSense kann somit ihr Geschäftsmodell wie angekündigt umsetzen.»
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Weko-Sprecher Patrik Ducrey bestätigt zwar den Verzicht auf dringliche Massnahmen. «Doch die Sache ist noch nicht definitiv erledigt», sagt er. Es sei möglich, dass noch ein normales Verfahren gegen Publisuisse eröffnet werde, dann nämlich, wenn das Weko-Sekretariat durch die exklusive SRP-Vermarktung das Kartellrecht verletzt sieht. Ein Entscheid werde erst etwa Ende Jahr gefällt, sagt Ducrey.
Markus Knöpfli

Geschäftsleitung von Burson-Marsteller mit Martin Hofer verstärkt

Martin Hofer wird per sofort Mitglied der Geschäftsleitung der PR- und Kommunikationsagentur Burson-Marsteller Schweiz. In dieser Funktion ist der ehemalige Sonntagsblick-Chefredaktor und Redaktionsleiter von «10 vor 10» insbesondere für den Weiterausbau des Kompetenzfeldes Media Relations sowie das Trainingsangebot verantwortlich.

Martin Hofer wird per sofort Mitglied der Geschäftsleitung der PR- und Kommunikationsagentur Burson-Marsteller Schweiz. In dieser Funktion ist der ehemalige Sonntagsblick-Chefredaktor und Redaktionsleiter von «10 vor 10» insbesondere für den Weiterausbau des Kompetenzfeldes Media Relations sowie das Trainingsangebot verantwortlich. Martin Hofer ist seit 2005 bei Burson-Marsteller tätig und betreut als Senior Consultant zum einen im Segment Public Affairs Kunden an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik. Zum anderen unterstützt er den Bereich Media Relations und lancierte das Angebot, im hauseigenen Studio Medien- und Argumentationstrainings durchzuführen.
Vor seinem Wechsel zu Burson-Marsteller führte ihn seine berufliche Karriere als Chefredaktor zum Sonntagsblick sowie zum TV-Nachrichtenmagazin «10 vor 10», wo er zuerst als Redaktor und Produzent, dann als stellvertretender Redaktionsleiter und 1999 bis 2003 als Redaktionsleiter tätig war. Zuvor war er als Bundeshaus-Korrespondent für die Sonntagszeitung tätig.
Der Geschäftsleitung der von Roman Geiser geführten Agentur Burson-Marsteller gehören neben Martin Hofer auch Marie-Louise Baumann, Olaf Pilleri und Marion Starck als Leiter der Beratungssegmente sowie Roland Oberhauser (CFO) und Madeleine Koller (HR) an.

Neues Parfüm aus Zürich

Branding Saloon, das junge Designstudio im wilden Westen von Zürich, wurde vom international tätigen Beautylabel Dianne Brill Cosmetics beauftragt, für dessen ersten Duft das Grafikdesign zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit Dianne Brill persönlich ist ein charmantes Statement entstanden.

Branding Saloon, das junge Designstudio im wilden Westen von Zürich (siehe «Drei Wilde im Westen Zürichs»), wurde vom international tätigen Beautylabel Dianne Brill Cosmetics beauftragt, für dessen ersten Duft das Grafikdesign zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit Dianne Brill persönlich ist ein charmantes Statement entstanden, das mit Bedacht in der männerdominierten Zigarrenwelt platziert wird. Die amerikanische Beauty-designerin Dianne Brill ist ehemalige Popikone, war Muse von Thierry Mugler und modelte für Jean Paul Gaultier und Vivienne Westwood. Das Haus von Dianne Brill ist eine exklusive Kosmetikmarke, welche besonders auf die Weiblichkeit der  Frau zielt. Die New Yorkerin suchte deshalb absichtlich nach einer Verpackung, welche sich mit einem Augenzwinkern an eine von Männern dominierte Luxuswelt anlehnt.

Poesie der Werbung

Unterwäsche Blue Spirit Communications suchte für Sloggi den schönsten Po der Welt – und wurde sagenhafte 1400mal fündig.

Unterwäsche Blue Spirit Communications suchte für Sloggi den schönsten Po der Welt – und wurde sagenhafte 1400mal fündig. 
Mit der weltweiten Kampagne «Show me your Sloggi» sucht Sloggi 2007 «den schönsten weiblichen und männlichen Po der Welt». Im Zeitalter der Casting-Shows ein garantiertes Erfolgsrezept. Unzählige attraktive junge Frauen und Männer haben mitgemacht. Drei Monate lang suchte die trendige Unterwäschemarke in 28 Ländern nach dem knackigsten Hinterteil. Mehr als 3,5 Millionen Interessierte haben einen fachmännischen oder fachfraulichen Blick auf die Website von Sloggi mit allen Details zum Wettbewerb geworfen. Über 15000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich weltweit gemeldet. Den Gewinnern des Finals in München winkte gestern Mittwoch ein Preisgeld von 10 000 Euro sowie ein Fotoshooting für die nächste Sloggi-Anzeigenkampagne.In der Schweiz wurde die populäre Kampagne von Blue Spirit Communications regional betreut. Die Agentur aus Schlieren hat vor zwei Jahren bereits viel Aufsehen mit den für die Schweiz adaptierten Sloggi-Girls und ihren vom Computer zur Topform massierten Beinen erregt.
Jetzt realisierte Blue Spirit neben der nationalen Umsetzung des internationalen Konzepts auch spezielle Tools, um die Affinität zu «Show me your Sloggi» für die Schweiz zu verstärken. Mit Xenia Tchoumitcheva wurde beispielsweise «das optimale Testimonial gefunden», wie Gerry Flückiger bei Blue Spirit überzeugt ist. Die Vize-Miss kennt das  Modelbusiness bestens und konnte den Hobby-Models mit vielen guten Tipps beistehen. Zusätzlich konnte mit Mister Schweiz Tim Wieland, Ursula Knecht als Inhaberin der Option Model Agency, Peter Triner von Triumph International und der Lifestyle-Redaktorin Martina Marti von 20 Minuten «eine namhafte Jury» zusammengestellt werden. Die Sloggi-Clubtour war überall mehr als nur ein Hingucker. Bei einem Afterwork Clubbing konnten sich die jungen Frauen und Männer vor Ort in einem mobilen Fotostudio vom People-Fotografen Geri Krischker ins allerwerteste Licht setzen lassen. Die Po-Bilder wurden direkt online gestellt.
Bis Anfang Oktober 2007 konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Schweiz auf der Sloggi-Website anmelden und so am Contest teilnehmen. Alle künftigen Models mussten mindestens 18 Jahre alt sein und konnten ihr Po-Foto, natürlich angezogen mit Sloggi- Wäsche, zum Online-Voting uploaden. Während sechs Wochen wurden jeden Montag die Wochensieger aus den Top 20 gewählt und am Dienstag von Xenia Tchoumitcheva in 20 Minuten Print und Online publiziert.
Die 12 Wochensiegerinnen und Wochensieger durften am 16. Oktober zum Finale im Zürcher Kaufleuten antreten. Gewonnen hat dort die 19-jährige Jessica Matzig und der 20-jährige Jean Dominique Placy.
Für die beste Breitenwirkung der Kampagne in der richtigen Zielgruppe setzte Blue Spirit Communications auf eine Medienkooperation mit 20 Minuten und Tilllate. Den Content zur Kampagne lieferte die Agentur über acht Wochen in Form von redaktionellen News für die 20-Minuten-Community und die Reminder Box. Dazu wurden klassische Anzeigen gestaltet. Damit wurde «Show me your Sloggi» sowohl integral auf mehreren Ebenen kommuniziert als auch multimedial verstärkt.
Über 1400 Teilnehmerfotos aus der Schweiz, Tausende Besucher der Website und eine hohe Akzeptanz innerhalb der Zielgruppe sprechen für Peter Triner, Direktor bei Triumph Schweiz, «für einen grossen Erfolg der Kampagne». Blue Spirit Communications gelang mit der crossmedialen Umsetzung von klassischer Kommunikation über redaktionellen Content bis zur Medienberichterstattung in mehreren TV-Formaten wie «Glanz & Gloria» und den News auf Tele Züri ein erfolgreicher Schritt für integrierte Kommunikation, wie sie in der Werbewelt für solche Produkte immer mehr zum Trend zu werden scheint.
Andreas Panzeri

Ehemaliger Aegis-Manager Ruzicka bleibt in Haft

Der ehemalige Aegis-Manager Aleksander Ruzicka muss weiterhin in Untersuchungshaft sitzen, wie das Oberlandesgericht Frankfurt am Main am Mittwoch bestätigte. Ruzicka ist seit Oktober 2006 im Gefängnis. Ihm wird vorgeworfen, Naturalrabatte bei Werbezeiten nicht an seine Agentur weitergegeben, sondern versilbert und in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben.

Der ehemalige Aegis-Manager Aleksander Ruzicka muss weiterhin in Untersuchungshaft sitzen, wie das Oberlandesgericht Frankfurt am Main am Mittwoch bestätigte. Ruzicka ist seit Oktober 2006 im Gefängnis. Ihm wird vorgeworfen, Naturalrabatte bei Werbezeiten nicht an seine Agentur weitergegeben, sondern versilbert und in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Wie der Sprecher des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt am Main auf Anfrage von Medianet erklärte, hatte die Kammer, bestehend aus drei Richtern, keinen Grund ihren eigenen Entscheid vom Juni 2007 in Frage zu stellen. Sie geht nach wie vor von dringendem Tatverdacht und Fluchtgefahr aus. Der Umstand, dass es noch immer keine beim Landgericht Wiesbaden zugelassene Anklage gegen Ruzicka gäbe, habe keine Auswirkung auf die Entscheidung gehabt. Dieser Umstand, als auch die Tatsache der seit mehr als einem Jahr andauernden Untersuchungshaft, reicht laut OLG Frankfurt nicht aus, um den Haftbefehl ausser Vollzug zu setzen. Die Fortdauer der Untersuchungshaft sei nach §121 Abs. 1 StPO gerechtfertigt. Hiernach ist eine Fortdauer einer Untersuchungshaft über 6 Monate hinaus möglich, wenn die besondere Schwierigkeit oder der besondere Umfang der Ermittlungen oder ein anderer wichtiger Grund das Urteil noch nicht zulassen. Die Staatsanwaltschaft hätte nach Auffassung des OLG Frankfurt am Main zeitgerecht Anklage erhoben. Im Falle der Zulassung der Anklage könne zeitnah eine Hauptverhandlung angesetzt werden.
Anwalt findet Festnahme groteskDem Beschuldigten wurde der Entscheid am Dienstag in der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt bei Frankfurt zugestellt. Die Entscheidung über die Haftfortdauer lag dem OLG Frankfurt seit Mitte September vor. Haftgründe müssen in Deutschland alle drei Monate überprüft werden. Ruzickas Rechtsanwalt Marcus Traut äusserte auf Anfrage von Medianet, dass er mit diesem Entscheid gerechnet habe. Er habe keine neue Stellungnahme abgegeben. Für ihn besteht mangels Tat kein dringender Tatverdacht. Zudem hätte sein Mandant bereits vor der Verhaftung vor mehr als einem Jahr freiwillig seinen Reisepass abgegeben. Daher bestehe seiner Ansicht nach bis heute keine Fluchtgefahr.
Vor dem Hintergrund, dass Ruzicka zwischen den Hausdurchsuchungen und der Festnahme sechs Wochen lang jede Möglichkeit hatte sich dem Verfahren zu entziehen, hatte Traut den Grund für die Festnahme seines Mandanten als grotesk bezeichnet. Die drei anderen Angeschuldigten bleiben, teilweise trotz nicht deutscher Staatsbürgerschaft, auf freiem Fuss. Sie müssen sich weiterhin wöchentlich bei der Polizei melden. Die nächste Haftprüfung für Aleksander Ruzicka erfolgt Mitte Dezember.
Die 6.Strafkammer des Landgericht Wiesbaden wollte nach eigener Auskunft bis Ende Oktober über die Zulassung der Anklage entscheiden, die ihr seit Juli vorliegt. Dieser Entscheid wurde nun auf Mitte November vertagt. Grund: der Angeklagte Heinrich Kernebeck hat seinen Verteidiger gewechselt. Dieser habe um eine Fristverlängerung für eine Stellungnahme gebeten. Auch wenn die Anklage sehr wahrscheinlich zugelassen wird, ist mit einem Beginn der Hauptverhandlung jedoch nicht vor Januar oder Februar 2008 zu rechnen.

Special zum Thema Veredelung

Veredelung Premium-Produkte liegen im Produktionsbereich im Trend. Mehr dazu im ersten Teil des Werbemittel-&-Produktions-Specials zum Thema Veredelung.

Die Werbewoche hat ausführliche Informationen zu den verschiedenen Formen von Veredelung im Druckbereich zusammengestellt. 
Premium-Produkte liegen im Produktionsbereich im Trend. Mehr dazu im ersten Teil des Werbemittel- &-Produktions-Specials zum Thema Veredelung. Von der Inline-Veredelung über Glanzveredelung bis hin zur Veredelung im Verpackungsdruck beleuchten wir die Möglichkeiten. Der zweite Teil dieses Specials wird in der Werbewoche Ausgabe 43 erscheinen. 
Laden sie sich dazu die entsprechenden Doppelseiten der aktuellen Werbewoche herunter:
 
 

Jeder spielt Verleger

Kolumne Schleichend werden die Grossen an ausländische Verlage verscherbelt. Und die kleineren Häuser rotten sich zu Verbünden zusammen. Die Konsequenz: ein Jekami-Effekt in der Verlagsbranche und langweiliger Agenturjournalismus.

Kolumne Schleichend werden die Grossen an ausländische Verlage verscherbelt. Und die kleineren Häuser rotten sich zu Verbünden zusammen. Die Konsequenz: ein Jekami-Effekt in der Verlagsbranche und langweiliger Agenturjournalismus.  
Täglich erleben wir eine Flut von Nachrichten und einander widersprechenden Meinungen, die auf uns einströmt. Unser Gehirn wird vollgestopft mit den «neuesten Meldungen» der Zeitungen, der Illustrierten, der elektronischen und der Online-Medien. Sie alle stehen in heftigem Wettbewerb zueinander. Sie kämpfen um Auflagen, Einschaltquoten und Werbekunden. Die Zeit ist knapp für Recherchen, für Qualität, für einen adäquaten Umgang mit den Mitarbeitenden. Und genau sie wären es, deren Wohlergehen der Redaktionsleitung und dem Verlag am Herzen liegen sollte. Gute Mitarbeiter sind Gold wert. Und  gute Mitarbeiter mit tollen Beziehungen sind unbezahlbar.Doch in den grossen Verlagshäusern scheint es an zwei Dingen massiv zu mangeln: an Zeit und an qualifizierten Mitarbeitenden oder qualifizierten Vorgesetzten. In den letzten Jahren haben weder Ringier noch Tamedia ein inhaltlich wirklich gutes Produkt entwickelt. Die neuen Blätter sind meist schale Kopien früherer Medienprodukte. Neue Konzepte müssen her, alte Konzepter werden verpflichtet. Ich höre immer wieder in beiden Häusern: «Es gibt niemanden. Wer könnte so etwas machen?» Also greift man immer auf die zwei, drei bekannten Namen zurück, die seit Jahrzehnten in Adresskarteien vor sich hin gammeln. Am Ende stammt jedes zweite Printkonzept aus demselben Hirn. Doch auch Hirne werden mal alt. Ihre Besitzer reisen nicht mehr so viel. Sie verlieren den Kontakt zum Puls der Zeit. Und so kommt, was kommen muss: Alter Wein in neuen Schläuchen, ein paar Milliönchen für die Lancierung. Doch wirklich glücklich ist schon zu Beginn keiner der Verlagsbosse damit.
Zweites Gejammer: «Es gibt keine Chefredaktoren und -innen.» Hä? Ich glaub, ich träume. Geeignete Medienschaffende gäbe es genügend. Aber man sollte sich vielleicht auch mal ausserhalb der Häuser umsehen. Stattdessen kommen immer dieselben Nasen an den Chefposten zum Einsatz. Eine Blutauffrischung scheint aussichtslos. Und dann wundert man sich, warum die Titel so schlecht laufen, warum die TV-Quoten sinken etc. Das Resultat: In der Hektik der sinkenden Umsätze werden rasch, rasch neue Titel entwickelt, ohne Zeit und ohne Geld. Sie sollen die Löcher stopfen. Ein neues «Trash-Kind» wird geboren, der Redaktion ein so minimes Budget zur Verfügung gestellt, dass sie praktisch nur «Trash-News» liefern kann. So entsteht, was heute bereits Realität ist: der Agenturenjournalismus.
Diese «Qualität» im Journalismus genügt vielen potenziellen
Lesern nicht mehr. Also heuern Unternehmer kurzerhand ehemalige Topjournalisten an und investieren in neue Verlagsprodukte. Früher galt die Investition in ein marodes Fünfsternehotel als schick. Heute finden es CEOs lässig, eine eigene Zeitung, einen TV-Sender oder einen Verlag zu finanzieren. So verkommen Medienschaffende zu Spielbällen diverser Machtgruppen. Eine politisch unabhängige Berichterstattung scheint unmöglich. Was tun, wenn beispielsweise das Unternehmen des Financiers in die Schlagzeilen gerät? Krisenkommunikation wird zum Spitzentanz, und qualitativ einwandfreier Journalismus kann nicht mehr stattfinden.
Wie nie zuvor findet heute die politische Willensbildung und die machtpolitische Durchsetzung von Interessen über die Medien statt. Gleichzeitig kommt es zu einer zunehmenden Übereinstimmung der von Medien transportierten und festgelegten Meinungen. Dies beruht wesentlich auf einer sehr engen Verzahnung der meisten Medien mit Nachrichtenagenturen und mit den Interessen von Gesellschaftern, Anzeigenkunden, politischen Parteien und weiteren Gruppierungen. Die journalistische Suche nach Wahrheit wird unmöglich.
Ich bin überzeugt: Je mehr Gratisblätter die Konkurrenz beflügeln, desto mehr wird der Wunsch nach Qualitätsjournalismus wachsen. Die Frage ist, wer den tatsächlichen Aufwand für gut recherchierte Stories berappen wird. Dies wäre eigentlich die Aufgabe eines guten Verlagshauses. Das Mäzenatentum für Qualität im Journalismus muss weichen. Stattdessen sollten gute Recherchen und fundiert ausgebildete Journalisten den Verlagshäusern wieder einiges wert sein.
> Karin Müller,

Gut, besser, Sélection

Lifestyle Exxtra Kommunikation präsentiert neue Geschichten aus der Gourmet-Welt der Migros-Premiummarke Sélection. Die Werbungen sollen die Authentizität der Produkte unterstreichen.

Lifestyle Exxtra Kommunikation präsentiert neue Geschichten aus der Gourmet-Welt der Migros-Premiummarke Sélection. 
Der neue Spot für Migros Sélection versetzt sein Publikum sofort in schönste Ferienlaune. Schwarzweiss, schnörkellos, mit stimmiger Bouzouki-Musik und informativen Texteinblendungen über Land und Leute wird die Geschichte eines Migros-Einkäufers erzählt, der in Zentralgriechenland nach dem besten Feta sucht. Wie schon beim Vorgänger-Spot, wo ein Einkäufer in Italien nach der besten Pasta suchte, hat die Agentur Exxtra Kommunikation diesen neuen Spot für die Gourmet-Linie der Migros wie eine Reportage inszeniert.Der Einkäufer besucht Schäfer, die ihre Herden über den Küsten Thessaliens weiden lassen. In dieser Gegend hat die Feta-Herstellung eine lange Tradition. Der Einkäufer interessiert sich für alles, was für die Qualität eines guten Feta wichtig ist, bis er den richtigen Produzenten gefunden hat. Selektionieren ist ja schliesslich die Grundphilosophie der Gourmet-Linie. Wie der Name ausdrückt, geht es bei Sélection um ein kleines, aber feines Sortiment mit ausgesuchten Köstlichkeiten aus aller Welt, die von ihrer geografischen Herkunft geprägt sind sowie von den Menschen, welche diese Produkte herstellen.
Authentizität unterstreichenDas Konzept funktioniert ebenfalls bei vier neuen Printsujets, die in Tageszeitungen und ausgesuchten Magazinen geschaltet werden. Zwei davon zeigen die Herkunft von geräuchtem Tiroler Wildschweinschinken. Zwei andere illustrieren, in welcher Umgebung Flor de Sal an der portugiesischen Algarveküste gewonnen wird.
Konsequenterweise sind auch die Doppel- und 1/1-Seiten in Schwarzweiss gehalten. Fotografiert hat Dorothea Craven, ebenfalls in einem Reportagestil, der «die Authentizität der Produkte unterstreichen soll», wie CD Dieter Hofmann erklärt. Beim Lesen der für Anzeigen heute ungewöhnlich ausführlichen Texte erfährt man viel Informatives und Überraschendes über die Gewinnung der «Salzblume» oder über traditionelles Brauchtum bei den Jägern, die in den niederösterreichischen Wäldern das Schwarzwild jagen, das im Tirol zu geräuchertem Wildschweinschinken verarbeitet wird.
Rund um die neue Kampagne erlebte auch ein umfangreicher Pocket-Guide mit Abbildungen und Beschrieben von über 150 Sélection-Produkten seine Neuauflage. Als Mailing wird das Büchlein an 150’000 Adressen aus der Kartei der Cumulus-Karten verschickt.
Als viertes Element sind auf diversen Websites Banners on air. Diese machen auf einen Wettbewerb aufmerksam, bei dem es unter anderem eine Reise für zwei Personen nach Sizilien zu gewinnen gibt. Dort wird auf dem Olivenöl-Landgut Fontanasalsa das hochwertige Sélection-Olivenöl hergestellt.
Andreas Panzeri
Facts & FiguresDie Premium-Linie Migros Sélection
konnte sich mit einer fokussierten, klaren Positionierung und einem differenzierten und schon mehrmals ausgezeichneten Werbeauftritt innert zwei Jahren als echte und glaubwürdige Premiummarke etablieren. Die Bekanntheit wurde in dieser Zeit auf 77 Prozent (gestützt) gesteigert. Heute gibt es über 150 verschiedene Sélection-Produkte. Neu kommen regelmässig auch Non-Food-Artikel wie ausgewählte schöne Messer, Gläser oder Essbesteck und andere edle Tischutensilien aus Olivenholz dazu. Die bei Coop bereits etwas früher (im Dezember 2004) lancierte Konkurrenz mit der ersten schweizerischen Gourmet-Linie Fine Food umfasst inzwischen rund 200 Produkte. (pan)

Zu guter Letzt: Ein Schäferhund wird deutlich

Eine für das Lifestyle-Magazin Deutsch konzipierte Kampagne der Agentur Jung von Matt/Neckar beschert den Werbeverbänden heisse Köpfe und bringt den Blätterwald zum Rauschen. Elementarer Bestandteil der nun mit Sodomie-Vorwürfen überhäuften Anzeigen ist der Deutsche Schäferhund.

Und da wären wir wieder bei unserer in letzter Zeit fast täglich aufgeworfenen Lieblingsfrage, die da lautet: Wie weit darf Werbung gehen? Nach dem Aufruhr um die Bulimie-Plakate in Italien, ist es diesmal eine für das Lifestyle-Magazin Deutsch konzipierte Kampagne der Agentur Jung von Matt/Neckar, die den Werbeverbänden heisse Köpfe beschert und den Blätterwald zum Rauschen bringt. Elementarer Bestandteil der nun mit Sodomie-Vorwürfen überhäuften Anzeigen ist der Deutsche Schäferhund, der laut der Agentur «das deutscheste Deutschland» verkörpert. Der Wauwau mit der langen Schnauze markiert darauf Potenz. Mal als zähnefletschender Superbeisser mit Edelsteingebiss à la HipHop-Superstar, mal als schlabbernder Bettgespiele, oder – wohl am anrüchigsten – als Schnüffeldetekiv unter dem knappen Frauenrock einer verzückten Blondine. Kein Grund zu vorschnellen Schlüssen und «die Assoziation liegt allein im Auge des Betrachters», meint der Geschäftsführer der in Stuttgart ansässigen Werbeagentur. Beim Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) sieht man die Arbeit dagegen sehr kritisch. «Ich habe meine Zweifel, ob solche Motive mit unseren Verhaltensregeln vereinbar sind», erklärt Sprecher Volker Nickel gegenüber Horizont.net. Gut möglich, dass bei dieser Äusserung auch die Angst vor Werberegulierungen aus Brüssel mitschwingt. Interessant ist, dass die Werbung aus der Agentur von ZAW-Vize und Kommunikations-Gesamtsverbandspräsident Holger Jung stammt. Die gewünschte Aufmerksamkeit ist Herrn Jungs Kampagne nun zu Teil geworden.

Glamour Engineering feiert mit dem Migros-Kulturprozent

Das Migros-Kulturprozent begeht dieses Jahr mit verschiedenen Aktivitäten und Projekten das fünfzigste Jubiläum. Die Zürcher Werbeagentur Glamour Engineering entwickelte eine Dachkampagne, die auf die vielfältigen Engagements aufmerksam macht.

Das Migros-Kulturprozent begeht dieses Jahr mit verschiedenen Aktivitäten und Projekten das fünfzigste Jubiläum. Die Zürcher Werbeagentur Glamour Engineering entwickelte eine Dachkampagne, die auf die vielfältigen Engagements aufmerksam macht. Auf eine bewusst provokante und selbstbewusste Art und Weise werde der graue Alltag karikiert und in Kontext zum Migros-Kulturprozent gesetzt, heisst es in einer Mitteilung der Agentur. Ein Kernstück des Jubeljahres war die Verleihung des Migros-Kulturprozent Jubilee Award, welcher am 18. Oktober im Migros-Museum für Gegenwartskunst an 10 Preisträger ging. Jeder Preis ist mit 20’000 Franken dotiert. In jeder der 10 Kategorien bestimmte eine Expertenjury autonom die Preisträger.
Verantwortlich beim Migros-Kulturprozent:
Hedy Graber (Leiterin Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund), Barbara Kreyenbühl (Leiterin Kommunikation, Direktion Kultur und Soziales). Verantwortlich bei Glamour Engineering: Erich Baumgartner (Gesamtleitung), Michelle Nicol (Kuration/Jurierungen), Rudolph Schürmann (Creative Direction), Kerstin Schnyder, Philipp Bartscher (Beratung).
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