Maxomedia gewinnt Swissannoncen als neuen Kunden

Der Verlag SwA Swissannoncen arbeitet für ein komplettes Rebranding mit der Berner Agentur für Crossmedia-Kommunikation Maxomedia zusammen.

 Der Verlag SwA Swissannoncen arbeitet für ein komplettes Rebranding mit der Berner Agentur für Crossmedia-Kommunikation Maxomedia zusammen. Die Agentur übernimmt in einem ersten Schritt die Überarbeitung des CI/CD und die Neugestaltung diverser bestehender Printmittel. Im nächsten Jahr folgen die Umsetzung eines neuen Web-Auftritts sowie die Erarbeitung eines neuen B2B Marketingkonzepts. Maxomedia ist verantwortlich für die Konzeption, die Kreation und die Realisierung der Online- und Offline-Werbemassnahmen.

Keine Überraschungen

Auflagezahlen Die Liste mit den Auflagezahlen der Schweizer Presseprodukte liegt vor – ohne Überraschungen.

Auflagezahlen Die Liste mit den Auflagezahlen der Schweizer Presseprodukte liegt vor – ohne Überraschungen. Die AG für Werbemedienforschung (Wemf) hat kürzlich die vollständige Liste mit allen Auflagezahlen (vgl. WW 35/07) einschliesslich jener Titel, die ihre Werte zwischen dem 15. und dem 30. September noch eingereicht haben, online publiziert. Das vollständige Bulletin mit den detaillierten Auflagezahlen erscheint im Verlauf des Novembers.Weniges bleibt nachzutragen: Bei der Tagespresse hat die Wemf bei 20 minutes den Wert der provisorisch beglaubigten Auflage aus systematischen Gründen um 14’897 Exemplare auf 210’108 nach oben angepasst. Auch die verkaufte Auflage der Mittelland Zeitung erhöhte sich um 5’660 Exemplare (neu 207’531). Der Grund für die Korrektur ist ein Versehen, weil die Wemf den Split Zurzach nicht mitgezählt hatte, den der Verleger in früheren Jahren immer zu Baden gerechnet hatte.
Minikorrekturen haben die Basler Zeitung (+105 auf 94’084 Exemplare) und die Südostschweiz-Gesamtausgabe (+84 auf 126’697 Exemplare) vorgenommen.
Auf der Liste figurieren jetzt auch die Titel von Axel Springer Schweiz – bis vor kurzem die Verlagsgruppe der Handelszeitung beziehungsweise der Jean Frey Verlag (siehe WW 35/07). Die Auflagen ihrer Wirtschaftstitel zeigen alle leicht bis deutlich nach oben: Bilanz (plus 560 Expl.; neu 38’660), Handelszeitung (plus 85 Expl.; neu 30861 ohne ehemalige Cash-Abonnenten), Stocks (plus 2488 Expl.; neu 20’736) sowie das PME-Magazine (plus 1’259 Expl.; neu 12’053). Bei der Publikumspresse verliert das Flaggschiff Beobachter hingegen 3’171 Exemplare und weist neu eine Auflage von 311’910 Exemplaren aus.
Weitere Veränderungen im Vergleich mit den Vorjahresauflagen verzeichnen bei der Publikumspresse Teleclub (minus 2’012 Expl.; neu 68’280), Ticino 7 (plus 838 Expl.; neu 93’617) und TV Star (plus 920 Expl.; neu 170’395). Alleinunternehmer Roger Köppel weist für seine Weltwoche neu eine total verkaufte Auflage von 89’760 Exemplaren (plus 6’911) aus.
René Worni

Noblesse oblige

Schmuck By Heart visualisiert, wie Gübelin auch nach 150 Jahren nichts an Strahlkraft eingebüsst hat. Im Bereich Lifestyle ist aktuell eine Sehnsucht zurück zu Echtheit und Tradition feststellbar.

Schmuck By Heart visualisiert, wie Gübelin auch nach 150 Jahren nichts an Strahlkraft eingebüsst hat. Familienunternehmen gehören im heutigen wirtschaftlichen Umfeld zu den grossen Ausnahmeerscheinungen. Das gilt besonders für solche, die über Jahrzehnte der Konkurrenz trotzen und mit herausragender Qualität und innovativen Produkten ihren Erfolg zu festigen wissen. Seit Maurice Breitschmied vor 150 Jahren den Grundstein zum heutigen Unternehmen Gübelin setzte, steht der Name für hoch stehende Schweizer Goldschmiedekunst, innovative Uhrmacherei und weltweit renommierte Juwelenexpertise. Im Bereich Lifestyle und Mode ist aktuell eine Sehnsucht zurück zu Echtheit und Tradition feststellbar. Solche Werte sind in vielen Bereichen wieder mehr begehrt als flüchtige Trends und Schnelllebigkeit. Die neue Entwicklung bietet eine ausgezeichnete Chance auch für traditionsreiche Marken wie zum Beispiel Gübelin.
Um zu kommunizieren, «dass die Traditionsmarke Gübelin auch in der fünften Generation nichts an Strahlkraft und Wertigkeit eingebüsst hat», wie es im Briefing heisst, wurde die Werbeagentur By Heart damit beauftragt, Gübelin im Konkurrenzumfeld eigenständig zu positionieren und die Erscheinung der Marke leicht zu verjüngen. By Heart hat den Neukunden nach einem Pitch gewonnen, wie Client Service Director Peter Krebs meldet.
Eingefasst in eine elegante, starke Markenklammer werden die von Gübelin geschaffenen Werte frisch interpretiert. CD Hans Siegwart wollte dazu «eine traditionelle Welt in eine heutige Zeit umsetzen». Die Bilder sollen Vertrauen ausstrahlen. – Vertrauen in eine seit 150 Jahren verlässliche Marke.
Die Szenen wurden von Frederic Auerbach, einem Star der Pariser Modeszene, fotografiert. Der von By Heart entwickelte neue Gesamtauftritt schmückt ab sofort bis Ende Jahr Inserate, Plakate und den POS der acht Geschäfte.
Andreas Panzeri

Patrick Kaczynski wird Verkaufsleiter bei Radio 1

IP Multimedia (Schweiz) verliert Patrick Kaczynski, den Head of Radio. Er wird Verkaufsleiter bei Roger Schawinskis Sender Radio 1.

 IP Multimedia (Schweiz) verliert Patrick Kaczynski, den Head of Radio. Er wird Verkaufsleiter bei Roger Schawinskis Sender Radio 1, wie einer internen Mitteilung von IP Multimedia zu entnehmen ist. Kaczynski verlässt seinen bisherigen Arbeitgeber am 31. Oktober. Er hatte die die Position des Head of Radio seit 2004 inne, davor war er bei IP Multimedia als Senior Sales Manager Products on-und offline. Zu seinen beruflichen Stationen gehören ausserdem Suchtreffer (Schweiz), My-Link und Wer liefert was.

Schweizer PR-Branche profitiert von guter Konjunktur

Der Bund der Public Relations Agenturen der Schweiz (BPRA ) rechnet damit, dass 2007 die Honorarerträge der PR-Branche um rund 8 Prozent wachsen. Das geht aus einer im Oktober durchgeführten Erhebung unter den Public Relations Agenturen der Schweiz hervor.

 Der Bund der Public Relations Agenturen der Schweiz (BPRA ) rechnet damit, dass 2007 die Honorarerträge der PR-Branche um rund 8 Prozent wachsen. Das geht aus einer im Oktober durchgeführten Erhebung unter den Public Relations Agenturen der Schweiz hervor. Das robusteste Wachstum der letzten Jahre dürfte zum Teil in der guten Konjunkturlage wurzeln. Zwei Drittel der befragten Agenturen rechnen zum Jahresende mit deutlich höheren Honorareinnahmen als im Vorjahr, die übrigen mit zumindest gleich bleibenden. Für 2008 zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab, wenn auch in etwas geringerem Ausmass, wie der BPRA mitteilte. Die Agenturen erwarten vor allem Wachstum durch Kunden aus der Energiewirtschaft, der Pharma-, Biotech- und Medizintechnikbranche, dem Finanzdienstleistungssektor, der Immobilienbranche und der Bauwirtschaft. Die ICT/CE-Branche und Handelsunternehmen geben sich als PR-Auftraggeber zurückhaltend. Routineaufgaben nehmen die Kunden gemäss der Erhebung zunehmend selber wahr. PR-Agenturen werden jedoch immer mehr für hochqualifizierte Dienstleistungen in Anspruch genommen, so etwa auf den Gebieten der Strategieberatung und der Corporate Communications.

Mit Volldampf ins Mittelland

Presse In Zürich, Basel und Bern tritt die neue Pendlerzeitung News sachte auf. Dagegen walzt das Blatt das Mittelland mit 132'000 Exemplaren platt.

Presse In Zürich, Basel und Bern tritt die neue Pendlerzeitung News sachte auf. Dagegen walzt das Blatt das Mittelland mit 132’000 Exemplaren platt. Der Start von News am 5. Dezember wird vor allem im Mittelland interessant. Denn die neue Pendlerzeitung von Tamedia und Basler Zeitung Medien wird ihre Ausgabe Mittelland mit einer täglichen Gratisauflage von 132’000 Exemplaren versehen und damit in den WGs 32 und 41 praktisch omnipräsent sein. Zum Vergleich: Die Titel Aargauer Zeitung, Solothurner Tagblatt, Oltner Tagblatt und Zofinger Tagblatt kommen zusammen auf eine verkaufte Auflage von 185’000 Exemplaren.Was ebenfalls auffällt: In den Heimmärkten der beteiligten Verlage tritt das neue Gratisblatt sehr viel sanfter auf: 100’000 News-Exemplare werden in Zürich gestreut, 60’000 Exemplare in Bern und 42’000 Exemplare in Basel. Das erstaunt, denn selbst das Pendlerblatt 20 Minuten gebärdet sich rücksichtsloser: In Zürich kommt es auf rund 190’000, in Bern auf rund 90’000 und in Basel auf etwa 70’000 Exemplare.
Support durch die MuttertitelDoch Leisetreten ist nicht Rolf Bollmanns Ding. Der Projektleiter von News und VR-Delegierte der Firma NP News Print erklärt die relativ kleinen News-Auflagen in Zürich, Basel und Bern mit der Reichweitenstrategie des neuen Titels. In den drei Grossagglomerationen soll News die Titel Tages-Anzeiger, Basler Zeitung und Berner Zeitung ergänzen, indem es in inhaltlicher Anlehnung an die drei Muttertitel diesen ein urbanes, jüngeres Publikum zwischen 20 und 50 Jahren zuhält. Die News-Reichweiten will Bollmann dann mit den Reichweiten der drei bestehenden Muttertitel addieren. Anders verhält sich das im Raum Aarau-Olten-Solothurn. «Dort verfügt News über keinen Basistitel, weshalb es von Beginn weg im Alleingang eine ansehnliche Reichweite erreichen muss», sagt Bollmann. Das wiederum sei nur mit einer entsprechend hohen Auflage möglich.
Stärkung dank InseratekombiDabei lässt Bollmann ein Ziel des neuen Gratisblattes nicht aus den Augen: Der Titel ist nicht primär ein Selbstläufer, sondern soll Tagi, BaZ und BZ punkto Reichweite, Soziodemografie und Preis/Leistungsverhältnis stützen – so wie in der Westschweiz Le Matin Bleu den Matin Orange. Um diese Stärkung auch wirklich zu erreichen, bietet Bollmann den Inserenten ein flexibles, modulares Inseratekombi zwischen den vier News-Ausgaben und den drei Muttertiteln an: So lässt sich die News-Gesamtauflage von 334’000 Exemplaren, die jene des Blicks notabene um fast 100’000 Exemplare überragt, solo buchen. Doch «News national» kann auch mit dem Metropool kombiniert werden. Letztlich aber kreist alles um das Modul News Mittelland: Es lässt sich sowohl allein buchen als auch mit einem der drei Muttertitel und der entsprechenden News-Ausgabe kombinieren. Das Ziel ist offensichtlich: Tagi, BaZ und BZ wollen aus dem Mittelland so viel herauspressen, wie sie können. Bollmann sagt es so: «Wir wollen in den vier stärksten Wirtschaftsräumen der Deutschschweiz eine hohe Reichweite.»
Doch warum sollen die jüngeren Leser künftig nach News greifen, wenn sie schon 20 Minuten haben? Auch dafür hat Bollmann eine Antwort bereit: «Die Pendler wollen kurze, portionierte Nachrichten. News bietet das ähnlich kurz und kompakt wie 20 Minuten.» Wie kompakt, das steht in der Tarifdokumentation: «Kein Textelement hat mehr als 2400 Zeichen.»
Ergänzung zu 20 MinutenNews soll 20 Minuten aber keineswegs kannibalisieren. Darum wird die neue Gratiszeitung ausschliesslich auf klassische News (Ausland, Inland, Wirtschaft, Kultur, Sport) fokussieren, Lifestyle und Service hingegen, die USPs von 20 Minuten, bleiben gemäss Bollmann unangetastet. «Wir gehen davon aus, dass die Pendlerinnen und Pendler künftig beide Blätter nehmen», sagt der Projektleiter.
Jetzt, da Tagi, BaZ und BZ das Mittelland ohnehin mit News überrollen, stellt sich eine weitere Frage: Wird der Tages-Anzeiger gleichzeitig mit News auch seinen längst erwarteten sechsten Split, jenen fürs Limmattal, lancieren – auch um News dort eine Basis zu geben? «Nein», sagt Bollmann, der auch Verlagsleiter des Tages-Anzeigers ist. «Solche Absichten hegen wir derzeit überhaupt nicht.»
Markus Knöpfli
 
Siehe auch
 
 
«Competitors Strangulation Strategy»AZ-Verleger Peter Wanner
und seine Verlegerkollegen der Mittelland Zeitung hat die Nachricht von einer auflagenstarken Mittellandausgabe von News auf dem linken Fuss erwischt. Wanner zeigte sich im Interview auf werbewoche.ch über den Wortbruch im Nichtangriffspakt («Gentlemen’s Agreement» zwischen Wanner und Tamedia-Verleger Hans Heinrich Coninx beziehungsweise -CEO Martin Kall) enttäuscht, dessen Existenz die andere Seite jedoch bestreitet. Wanner geisselt die Tamedia-Strategie als Kriegserklärung an die gesamte AZ-Mediengruppe. Es macht die Sache nicht einfacher, dass sein einstiger Verlagsleiter Rolf Bollmann die Schlacht für Tamedia anführt. Bollmann kennt die Verhältnisse im Einzugsgebiet Aargau/Solothurn aus dem FF. Auch die weiteren Partner
der Mittelland Zeitung sind wenig froh: «Das Konzept von News mit kleiner Auflage in unserer Region beeindruckt uns nicht sehr», sagt Mathis Lüdin, Verleger der Basellandschaftlichen Zeitung. Dennoch beobachtet er die Sache skeptisch. Christian Müller, CEO der Vogt-Schild AG, welche die Solothurner Zeitung herausgibt, spricht von einer «Competitors Strangulation Strategy». Analog zu früheren Kampfmassnahmen von Tamedia ziele auch News darauf ab, das bestehende Produkt zu zerstören, um an dessen Stelle ein neues zu etablieren. Das wirke sich zwar auf die Leserzahlen seines Blattes kaum, auf dem Werbemarkt jedoch stark aus. In Olten fällt die Reaktion
auf die angekündigte Mittellandausgabe von News gemässigter aus. Laut Thomas Müller, CEO der Dietschi AG, welche das Oltner Tagblatt (OT) herausgibt, stehe sein Blatt nicht unmittelbar in einem mit Baselland, Solothurn oder dem Limmattal vergleichbaren Kriegsgebiet. Müller beobachtet mit Argusaugen die Entwicklung, denn das OT generiert die Hälfte seiner Anzeigen aus dem Verbund der Mittelland Zeitung. Beim Zofinger Tagblatt dürfte die Lage ähnlich beurteilt werden. Ob die verbündeten Verleger am Ende einen eigenen Gratistitel lancieren, ist derzeit offen. Peter Wanner will noch vor Jahresende Abwehrmassnahmen bekannt zu geben. (rw)

Unternehmen Alpha

Privatfernsehen Der Neuenburger Lokalsender Canal Alpha bewirbt sich um die Konzession für das Sendegebiet Neuenburg, Jura und Berner Jura – mit diskreter Unterstützung von Medienzar Philippe Hersant.

 
Privatfernsehen Der Neuenburger Lokalsender Canal Alpha bewirbt sich um die Konzession für das Sendegebiet Neuenburg, Jura und Berner Jura – mit diskreter Unterstützung von Medienzar Philippe Hersant. 
Als Canal Alpha+ 1987 im Kanton Neuchâtel das erste Mal auf Sendung ging, hätte niemand dem kleinen, christlich geprägten Lokalfernsehen ein langes Leben vorauszusagen gewagt. 20 Jahre später will Canal Alpha (ohne das Symbol des Kreuzes) zum Regionalfernsehen für den ganzen Jurabogen werden. Was liegt da näher als eine Zusammenarbeit mit den Neuenburger Zeitungen von Philippe Hersant?Ende September 2007 gaben die Société Neuchâteloise de Presse (SNP) mit den Zeitungen L’Express und L’Impartial sowie der regionale TV-Sender Canal Alpha eine Zusammenarbeit im Multimediabereich bekannt. Die beiden Neuenburger Medienunternehmen wollen im nächsten Frühjahr mit einer gemeinsamen Plattform für regionale Informationen starten. «Es gibt keine finanzielle Annäherung zwischen uns und der SNP», sagt Joël Pelet, Mitbesitzer, Präsident und Direktor von Canal Alpha. Der Sender, der Ende 2000 von seinen heutigen drei Besitzern Joël Pelet, Marcello del Zio und Pierre-André Léchot übernommen, modernisiert und von religiösen Schlacken befreit worden ist, schreibt Unabhängigkeit gross. Die Zusammenarbeit mit der SNP von Philippe Hersant soll sich auf die Multimediaplattform und punktuelle Crossmedia-Projekte beschränken.
Keine EroberungsgelüsteDennoch gaben die neuen Partner bekannt, die SNP werde die Bewerbung von Canal Alpha um die Fernsehkonzession unterstützen. «Es geht ausschliesslich um eine politische Unterstützung im Rahmen der Vernehmlassung», präzisiert Joël Pelet. Sollte Canal Alpha die Konzession und die damit verbundenen Gebührengelder in der Höhe von 2,6 Millionen Franken erhalten, würde das potenzielle Publikum von 150000 auf 300000 ansteigen. Pelet sieht vor, die Redaktion zu dezentralisieren und im Kanton Jura, möglicherweise in Delémont, eine eigene Lokalredaktion auf die Beine zu stellen. Pelet möchte mit den Zeitungen Journal du Jura (Auflage 12000) von Marc Gassmann in Biel sowie dem Quotidien Jurassien (Auflage 22000) des jurassischen Verlegers Michel Voisard zusammenarbeiten. Allerdings nur, was redaktionelle Inhalte betrifft: «Wir streben keine neue Gesellschaft oder einen Zusammenschluss mit andern Medienunternehmen an.»
Pelet betont, sein Sender wolle in den neuen Gebieten, die das Bakom zu einem einzigen Sendegebiet zusammenfasst, nicht als Eroberer auftreten. Dennoch ist das Projekt von Canal Alpha zumindest einem Medienunternehmer am Jurabogen in den falschen Hals geraten. In Delémont herrschte bisher uneingeschränkt Radiopionier Pierre Steulet, dessen drei Lokalradios im Kanton Jura, im Berner Jura und im Kanton Neuenburg zu den meistgehörten Radiosendern der Romandie gehören. Auch er hatte einst ein Regionalfernsehprojekt, lange bevor das Bakom auf die Idee kam, die drei Gebiete zu einer einzigen Konzession zu verschmelzen: Steulet wollte mit Interjura TV einen Sender für diese Gebiete gründen. Die Konzession hatte er bereits erhalten, doch die kühne Idee scheiterte mangels kapitalkräftiger Partner. Und als die Verleger Gassmann und Voisard ausstiegen, musste Steulet das Projekt beerdigen.
Nun tritt Canal Alpha das Erbe an, dank neuem RTVG und Gebührengeldern mit mehr Chancen auf Erfolg. «Wir haben mit Steulet Gespräche geführt», sagt Pelet, aber man habe, zumindest bisher, «keine gemeinsame Basis gefunden». Steulets Replik ist ebenso diplomatisch wie vieldeutig: «Canal Alpha sollte uns ein Angebot machen.» Ansonsten habe er vor, sich auf seine Radios zu konzentrieren.
Die diplomatischen Formeln sind einfach zu interpretieren: Eine Zusammenarbeit mit Partnern im Printwesen ist ein anderes Paar Schuhe als eine Zusammenarbeit mit einem Radiopartner. Tatsächlich dürften sich Steulets Radios und das zukünftige Regionalfernsehen um die gleichen Werbekunden streiten. Dieser Streit könnte mit harten Bandagen geführt werden, denn der Werbekuchen am Jurabogen gleicht eher trockenem Schwarzbrot als einer saftigen Torte.
Kaufen, was es zu kaufen gibtMit viel Bürgernähe und Service public will Canal Alpha das Abenteuer dennoch wagen. Derweil reibt sich Philippe Hersant die Hände. Der Kauf der beiden Neuenburger Zeitungen hat ihm bisher nicht das grosse Geld gebracht, interessant an der SNP ist vor allem die moderne Druckerei. Nun könnte seine Strategie, im Hinblick auf spätere Synergien aufzukaufen, was immer es zu kaufen gibt, Früchte tragen: Der kapitalkräftige Hersant steht im Hintergrund bereit, um dem zukünftigen Regionalfernsehen am Jurabogen auch finanziell unter die Arme zu greifen, falls es denn nötig sein sollte.
Und wer weiss, vielleicht ergeben sich noch Synergien mit Verleger Gassmann. Der verfolgt zwar seine eigenen Fernsehstrategien im Rahmen des zweisprachigen Sendegebiets für Biel und Umgebung, Télé Bielingue. Doch schliesslich erscheint das Journal du Jura bereits in Zusammenarbeit mit den Hersant-Blättern. Die drei Zeitungen haben seit Februar 2007 einen gemeinsamen ersten Bund und die gleiche grafische Erscheinung.    
Helen Brügger

Aufgefallen: Direkt unter die Haut

Aufgefallen Unser Leser Armin F. ist weder Mitglied der Hells Angels noch Söldner der Fremdenlegion. Er ist aber treuer Leser der Werbewoche und hat das am vergangenen Wochenende nach einem Polterabend mit einem Tattoo zum Ausdruck bringen wollen.

Körperschmuck Unser Leser Armin F. ist weder Mitglied der Hells Angels noch Söldner der Fremdenlegion. Er ist aber treuer Leser der Werbewoche und hat das am vergangenen Wochenende nach einem Polterabend mit einem Tattoo zum Ausdruck bringen wollen. Das stimmt natürlich nicht, wäre aber eine tolle Geschichte. Das nebenstehende Bild hat die Werbewoche selber produziert, und zwar im Web auf www.imagechef.com. Der Tattoo-Generator im Internet hat noch viele andere nette Körperschmuck-Spielereien parat. Dabei gilt immer: Die Online-Nadelmaschinen erfordern keine Tapferkeit, sind schmerzfrei und liefern innert Sekunden Resultate. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Viel Spass. (cl)

Köpfe der Woche: Drei Wilde im Westen Zürichs

Saloon ist ein junges Designstudio im wilden Westen von Zürich. Zum Start-up gehören Sarah Lüscher, Vera Studhalter und Marcel Britt.

Saloon ist ein junges Designstudio im wilden Westen von Zürich. Zum Start-up gehören Sarah Lüscher, Vera Studhalter und Marcel Britt. 
«Die Sonne brannte auf ihre Häupter. Der Wüstensand erschien ihnen öde und karg. Der Zeitpunkt war gekommen. Sie sattelten die Pferde und ritten in Richtung industrielle Wüste. Saloon ist das neue Designstudio im wilden Zürich West, das seit wenigen Monaten mit eigens kreierter Ästhetik verführt.»Ganz schön poetisch wirkt diese Eigenwerbung, die auch einem Texterbüro voll zur Ehre gereichen könnte. «Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Es müssen Bilder kreiert werden, die dich sofort reinziehen», meint dazu Marcel Britt. Der «Projektleiter» des Saloons bezieht die Aussage zwar auf die Wirkung von Kommunikationsdesign. «Immer mehr Brands setzen auf Ästhetik, um ihre Anziehungskraft zu erhöhen. Sie haben begriffen, dass ein guter Brand nicht nur differenzierend und ausdauernd sein soll, sondern auch mit der Zeit gehen muss. Good design is good business.»
So wie der Begriff «Ästhetik» mehrfach Sinn macht, so kann auch der Begriff «Saloon» bei dieser neuen Agentur in mehrere Richtungen gedeutet werden. «Wir sind inspiriert von der Prärie, das Weite, Offene, der unbeschränkte Blick. Im Saloon findet Austausch statt, Interaktion», erklärt Sarah Lüscher. Vera Studhalter ergänzt: «Es gibt den literarischen Salon, den Beauty-Salon und den Saloon im Wilden Westen. In allen findet das Leben statt.»
Ganz schön ästhetisch theoretisieren kann, wer sich im Saloon zu einem Interview mit den beiden Designerinnen Sarah Lüscher und Vera Studhalter sowie Marcel Britt trifft. Dass die Theorie dabei ebenso schön in die Praxis umgesetzt werden kann, zeigen später die überzeugenden Portfolios. Besonders stolz zeigt man sich auf das Packaging Design und die daraus resultierenden POS-Massnahmen für das neue Parfüm von Dianne Brill. Die frühere New Yorker Popikone sowie Muse von Jean Paul Gaultier und Vivienne Westwood wohnt in Zürich, hat hier für ihre Neulancierung «einen Grafiker gesucht, der auf internationalem Niveau arbeiten kann». Und stand eines Tages plötzlich im Saloon.
Der Auftrag wurde zum Durchstarter für das Atelier, denn man braucht keine grosse Infrastruktur, wenn man als Designer auch bei grossen Aufträgen mitmischen will. Der Saloon, knapp 25 Quadratmeter gross, befindet sich im Maag-Areal. «Kunden gab es beim Start keine, was sehr risikoreich ist», sagt Britt.
Britt hat seinen Berufsweg mit der Banklehre begonnen. Bei der Rückkehr von einem Sprachjahr in Sydney fand er – «völlig abgebrannt» – einen Job in der Börsenabteilung der Raiffeisenbank. Trotzdem wollte bei ihm keine Begeisterung für eine Karriere in der Welt der Zahlen aufkommen. Weil ihn die Bank dennoch behalten wollte, versetzte man ihn in die Werbeabteilung. Diese Welt der Werbung faszinierte ihn – und Britt entschied sich dann gleich «für die Hardcore-Version». In der Tagesschule des Sawi in Biel liess er sich zum Werbeassistenten ausbilden. Für das einjährige Praktikum fand er «einen super Einstieg» bei Pucci Sulzer und später Jung von Matt. Nach vier Jahren klassischer Beratungslaufbahn wollte Britt näher zur Kreation und holte mit dem Segen Dominique von Matts die gestalterische Berufsmatur nach. Britt wollte neben den Regeln des Marketings auch bei Gestaltungsfragen mitreden können.
Nach dieser weiteren Ausbildung wechselte Marcel Britt zur Design-Agentur Code, weil er hier als Berater «extrem nahe an der Kreation» arbeiten konnte. In dieser Zeit lernte er auch Sarah und Vera kennen. Bald war klar, dass die drei einmal etwas Eigenes machen wollten. Bevor der Traum konkret wurde, wollte Marcel aber eine weitere Erfahrung im mehr an Kultur als Lifestyle orientierten Atelier Raffinerie einholen, wo er hauptsächlich für das Schauspielhaus Zürich tätig war.
Sarah Lüscher ist bei der Tageszeitung Südostschweiz in Chur und Glarus in die Welt der Kommunikation eingestiegen. Schon während ihrer Lehre als Polygrafin entdeckte sie, dass ihr Traumberuf mit Design zu tun haben musste. Sarah studierte einschlägige Bücher und besuchte nach der Lehre eine Tagesschule für Webpublishing. Diese Sparte erlebte damals gerade ihren ersten Boom. Sarah wollte aber mehr als «nur» programmieren. Eine Chance bot sich in Kanada. Bei Orion Compu Services in Toronto fand sie einen Job im Webdesign. «Das war kurz nach dem 11. September 2001. Der Chef der Agentur war Iraner. Auf Grund der Anschläge sind viele seiner Kunden abgesprungen, weil muslimisch geführte Betriebe boykottiert wurden. Das zwang die Firma, mehrere Mitarbeiter zu entlassen, was wiederum für mich als günstige Praktikantin eine Chance ergab.»
Bei ihrer Rückkehr wurde Lüscher mit ihrem Portfolio sofort von Code angestellt. Dort war sie während zwei Jahren als visuelle Gestalterin auch für diverse Klubs zuständig.
Die dritte im Saloon, Vera Studhalter, hat in Luzern bereits mit 15 den Vorkurs an der Schule für Gestaltung besucht. In den folgenden vier Jahren Grafik-Fachklasse kam auch die Zeit, wo sie sich für ein Praktikum entscheiden musste. «Das war faszinierend. Aus einem Nachschlagewerk über Design-Agenturen fand ich viel versprechende Adressen aus aller Welt. Ich konzentrierte mich sodann auf New York, wohin ich dann auch meine Bewerbungen gesendet habe.»
Glücklicherweise haben sich prompt zwei bekannte Stars gemeldet. Ein erstes Praktikum machte sie bei Milton Glaser, dem Schöpfer des «I love NY»-Logos. Nach drei Monaten ergänzte Vera die New Yorker Erfahrungen noch bei Steven Guarnaccia. Noch mehr als bei diesem Top-Illustrator hat Vera aber «einfach so» in New York gelernt. «Man wird richtig überrollt von Inspirationen und realisiert dabei, dass man selber noch gar nichts ist.» Aber wie heisst es doch im Song von Frank Sinatra: «If you can do it in New York, you can do it everywhere.» Wieder zurück in der Schweiz haben sich Anstellungen bei Dynamo Grafik, Cash Werbeagentur, Aldo Clerici und Code ergeben. Bei dieser «Werkstatt für Grafik» war sie zu Beginn nur mit den beiden Gründern Daniel Donati und Reto Gehrig zusammen. In den folgenden sieben Jahren konnte Vera nicht nur miterleben, wie Code auf 14 Mitarbeitende anwuchs. Sie hat auch mitbekommen, «wie eine Agentur sich aufbaut». Die Designer starteten mit Flyern für die Zürcher Party-Szene und konnten bald auch grosse Budgets für DaimlerChrysler oder Coca-Cola gewinnen, ohne dabei die Freude an immer wieder auch kleineren Arbeiten zu verlieren.
Mit ihrem Saloon funktionieren die drei jetzt als Fullservice-Agentur. «Wir können alles anbieten auf Grund unseres Netzwerkes. Die visuellen Reize spielen dabei immer die zentrale Rolle. Unter diesen Reizen verstehen wir Intelligenz, Substanz, Ästhetik und Funktionalität», erklärt Marcel Britt.
Eine wichtige Chance sehen die Saloonies im Trend, dass Werbeauftraggeber in ihrer Strategie vermehrt ein Design wünschen, «das noch präziser auf die Zielgruppe zugeschnitten ist». Als Beispiel nennen sie Swatch. Die Uhrenmarke hat zum Schalten in einem Magazin mit design- und kunstinteressierter Leserschaft von Saloon ein eigens kreiertes Visual gestalten lassen. Die Uhrenverkäufer waren überzeugt: «Dieses Mag ist überfüllt von schönen Illustrationen. Da müssen wir uns inszenieren lassen von Designern, die uns trotz der wilden Umgebung auf die Überholspur bringen.»
Andreas Panzeri

Ein Buch im Leben von

Porträts Die Rubrik «Ein Tag im Leben von» aus dem Magazin des Tages-Anzeigers lässt jeden Samstag einen Blick in das Leben verschiedenster Menschen zu. Jetzt sind 200 Porträts zu einem Buch verarbeitet worden.

Porträts Die Rubrik «Ein Tag im Leben von» aus dem Magazin des Tages-Anzeigers, der Basler Zeitung und der Berner Zeitung lässt jeden Samstag einen Blick in das Leben verschiedenster Menschen zu und spiegelt so die Befindlichkeiten der helvetischen Bevölkerung. Jetzt sind 200 Porträts aus den letzten 20 Jahren noch einmal in die Druckerei gekommen und zu einem Buch verarbeitet worden. Dieses basiert auf den Original-Layouts der Rubrik und liefert inhaltlich wie visuell eine faszinierende Reise durch den Schweizer Alltag. Zu finden rechtzeitig vor Weihnachten im Buchhandel.

Transformer hebt ab

Verkehr Schaffhausen ist dank der S-Bahn-Linie S16 jetzt direkt mit dem Flughafen Kloten verbunden. Die Plakatkampagne dazu kommt von Transformer.

Verkehr
Schaffhausen ist dank der S-Bahn-Linie S16 jetzt direkt mit dem Flughafen Kloten verbunden. Die Plakatkampagne dazu kommt von Transformer. Sie startet in den nächsten Wochen und dramatisiert den direkten Anschluss des Munot-Kantons an die grosse weite Welt auf augenfällige Art und Weise.

Programmheft TVguide wird umfangreicher

Edipresse erneuert nun auch seine TV-Programmzeitschrift TVguide, nachdem im Frühjahr bereits Télé top matin einem Facelifting unterzogen wurde. Der TVguide wird neu 60 statt 48 Seiten stark sein.

 Edipresse erneuert nun auch seine TV-Programmzeitschrift TVguide, nachdem im Frühjahr bereits Télé top matin einem Facelifting unterzogen wurde. Der TVguide, der den Samstagausgaben von 24heures und Tribune de Genève beiliegt, wird ab 3. November 2007 neu mit 60 statt 48 Seiten und auf hochwertigeres Papier gedruckt. Der redaktionelle Teil soll sich mit seinen Beiträgen fokussierter auf das Leserschaftsprofil der beiden Trägertitel ausrichten. Im Programmteil finden die Leser auf den Übersichtsseiten neu auch die Programme der lokalen TV-Sender. Ein neues Logo und verschiedene gestalterische Neuerungen machen die Auffrischung komplett. Der TVguide erreicht nach Angaben von Edipresse 351’000 Leserinnen und Leser.
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