Das Interesse für Web 2.0 ist vorhanden, doch genutzt wird es zurückhaltend. Dies geht aus einer Studie der Bernet PR und des MAZ – der Schweizer Journalistenschule hervor. Sie zeigt erstmals, wieweit Deutschschweizer Unternehmen, Verwaltungen und NGOs Kommunikationsmittel nutzen, die unter dem Stichwort Web 2.0 subsumiert werden können. Klar durchgesetzt hat sich das Lesen von Weblogs: Zwei Drittel der Befragten tun dies im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit. Klar im Vordergrund stehen Fachblogs, journalistische Blogs und Konsumentenblogs. Drei Viertel schreiben nie Kommentare und nur 12,2 Prozent führen selbst ein Blog. Nur 7,9 Prozent bedienen Blogger mit Medienmitteilungen und nur 3,4 Prozent laden sie zu Medienkonferenzen ein.
Online-Abonnemente für ihre aktuellen Inhalte bieten über die Hälfte der befragten Deutschschweizer Organisationen. 45,1 Prozent setzen auf E-Mail-Abos, 13,4 Prozent auf die neue Anwendung RSS. Hier zeigen sich öffentliche Verwaltungen als Pioniere: Beachtliche 42 Prozent der RSS-Nennungen fallen auf diesen Bereich.
Ein Viertel der Deutschschweizer Organisationen erlaubt Web-Kommentare und ein Viertel plant dies. Tief liegt der Anteil derer, die Besucher dazu einladen, Inhalte auf die eigene Website zu stellen: 6,9 Prozent erlauben das Hochladen von Texten, Bildern oder Videos. Video-Podcasts führen hingegen bereits 45,7 Prozent, Audio-Podcasts 37,8 Prozent in ihrem Angebot.
Knapp die Hälfte der Deutschschweizer Unternehmen, Verwaltungen und NGOs verfolgt Web-Inhalte ganz gezielt. Davon sind zwei Drittel täglich auf der Suche. 60,1 Prozent recherchieren intern mit Suchmaschinen, RSS-Abos oder spezieller Software.
Nur sehr wenige Unternehmen, Verwaltungen und NGOs stellen eigene Bilder, Videos oder Lesezeichen auf öffentliche Plattformen wie YouTube oder Flickr. Knapp zehn Prozent tun dies mit Videos, 7,3 Prozent mit Fotos und 4,9 Prozent mit Lesezeichen. Damit scheint sich diese Web 2.0-Dialogform nur wenig für die kommunikativen Ziele der Befragten zu eignen. 91,5 Prozent geben an, dass sie weder in virtuellen Welten wie Second Life präsent sind, noch dies für die Zukunft planen.
Kooperativ geführte Wissens-Seiten haben auch im geschäftlichen Alltag Akzeptanz erreicht: 12,5 Prozent der Befragten setzen Wikis ein, 10,6 Prozent für die interne Kommunikation. Und weitere 12,5 Prozent planen eine Einführung in den nächsten zwei Jahren.
Die Resultate basieren auf der Online-Befragung der grössten Schweizer Unternehmen, Verwaltungen und NGOs mit einer repräsentativen Stichprobe von 104 Antwortenden.