Agentur am Flughafen: Neue Kunden und neuer Event

Die in Altenrhein domizilierte Agentur am Flughafen lanciert für Regus, Anbieter von innovativen Arbeitsplatzlösungen, eine neue Kampagne. Auch The Phone House Telecom aus Deutschland lässt eine Kampagne von der Agentur am Flughafen umsetzen.

Die in Altenrhein domizilierte Agentur am Flughafen lanciert für Regus, Anbieter von innovativen Arbeitsplatzlösungen, eine neue Kampagne. Mit einem Akquisitions- und Incentivekonzept sollen die wichtigsten Immobilienhändler zur Zusammenarbeit motiviert werden. Regus bietet in 70 Ländern und 400 Städten komplett ausgestattete Büros, Konferenzräume, Business Lounges und zahlreiche Business und Concierge Services an.Auch The Phone House Telecom aus Deutschland lässt eine Kampagne von der Agentur am Flughafen umsetzen: Um die Direktmailingstrategie ihrer auf Dialogmassnahmen spezialisierten Plattform Handyscout zu optimieren, wurden Spezialisten der Ostschweizer Agentur nach Hamburg eingeflogen, welche nun diverse Kampagnenideen entwickeln. Erste Resultate sollen bereits im Weihnachtsgeschäft zu sehen sein.
Daneben hat die Agentur am Flughafen für die Vision Studios im Schweizerischen Balgach bereits zum zweiten Mal ein Schihüttengaudi zum österreichischen Staatsfeiertag konzipiert, wie es in einer Mitteilung heisst. Anwesend sei unter anderem auch Prominenz wie der x-fache Skiweltmeister Marc Girardelli gewesen.

Cablecom nimmt 2008 keine Sender aus dem Angebot

Die Cablecom will 2008 keine weiteren Sender aus ihrem analogen Senderangebot kippen. Per 27. November erweitert der Kabelfernseh-Anbieter zudem sein digitales Angebot mit hochauflösendem Fernsehen (HDTV).

 Die Cablecom will 2008 keine weiteren Sender aus ihrem analogen Senderangebot kippen. Per 27. November erweitert der Kabelfernseh-Anbieter zudem sein digitales Angebot mit hochauflösendem Fernsehen (HDTV). Die Cablecom verzichte auf die mit dem Preisüberwacher vereinbarte Möglichkeit, nächstes Jahr bis zu vier Sender vom analogen ins digitale Programm zu verschieben, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Man habe den hohen Stellenwert des herkömmlichen analogen Fernsehens unterschätzt. Die Digitalisierung sei ein Prozess, den man nicht zwangsverordnen könne, man habe mittlerweile erkannt, dass analoges Fernsehen auch ein Wettbewerbsvorteil sein könne. Mit den Abschaltungen von TV-Sendern hatte die Cablecom jeweils grosse Entrüstung ausgelöst.
Der ursprünglich für Anfang Oktober angekündigte Start des HDTV-Angebots erfolgt nun am 27. November. Zunächst werden die Kunden des digitalen Angebots drei Kanäle in hochaufgelöster Qualität empfangen können: Sat.1 HD, Pro7 HD und den SRG-Kanal HD Suisse, wo kommendes Jahr auch die Fussball-EM übertragen wird.
Das Fernsehen der nächsten Generation kämpft laut Marketingchef Frank Boller jedoch noch mit Kinderkrankheiten. So sei der Teletext fehlerhaft und es komme zum Verlust von Programmierungsmarken, wenn das Empfangsgerät vom Strom getrennt werde. Zudem sei Dolby 5:1 je nach Sender nur in Stereo zu hören. Besserung sei mit der neuen Softwareversion ab März in Sicht.

BBDO ist Siegernetzwerk beim Gunn Report 2007

Das Agenturnetzwerk BBDO steht wie im vergangenen Jahr an der Spitze des Gunn Report. Für das Kreativranking werden die Siegerlisten der wichtigsten nationalen und internationalen Kreativwettbewerbe ausgewertet und zusammengefasst.

 Das Agenturnetzwerk BBDO steht wie im vergangenen Jahr an der Spitze des Branchen-Rankings Gunn Report. 24 verschiedene Agenturen des weltweiten Networks haben zu diesem Erfolg beigetragen, darunter auch die Schweizer Agentur Wirz. Sieben BBDO-Agenturen kamen unter die ersten 50 des Gunn Reports, wie Wirz mitteilte. Für den Gunn Report werden die Siegerlisten der wichtigsten nationalen und internationalen Kreativwettbewerbe ausgewertet und zusammengefasst. Das bedeutende Kreativranking wird seit 1999 jeden November veröffentlicht. Die eine oder andere Schweizer Agentur schafft es ja vielleicht auch auf die renommierte Liste, liess das die Presse aber noch nicht wissen – ob sie die vielleicht die offizielle Mitteilung des Gunn Reports abwartet?

St. Gallen erhält neues Stadtmagazin Talk

Der Verlag MetroComm lanciert mit «Talk» ein neues Stadtmagazin für St. Gallen. Es wird erstmals im Februar 2008 mit einer Auflage von 36'000 Exemplaren in die Haushalte der Ostschweizer Stadt und Umgebung verteilt.

 Der Verlag MetroComm lanciert mit «Talk» ein neues Stadtmagazin für St. Gallen. Es wird erstmals im Februar 2008 mit einer Auflage von 36’000 Exemplaren in die Haushalte der Ostschweizer Stadt und Umgebung verteilt. Das Magazin will St. Gallen von einer anderen Seite zeigen, wie es in einem Communiqué heisst: «Talk ist nicht einfach ein weiteres Magazin im Blätterwald. Talk ist echt lokal – die Stadt St.Gallen ist unsere Welt. Wir schreiben über das, was die Menschen bewegt – und wir bewegen die Menschen mit dem, was wir schreiben. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Sport: Das alles hat seinen Platz in talk», fasst Verleger Natal Schnetzer die Ziele des neuen Hefts zusammen.
Zur Redaktion gehören Stephan Ziegler, Marcel Baumgartner und Stefan Millius. Die Herausgeberin MetroComm gibt seit 2002 bereits das Unternehmensmagazin Leader heraus. Die gleiche Crew steht nun auch hinter Talk.

Zu guter Letzt: Wir haben Werbe-Promis satt

Der grosszügige Einsatz von Testimonials in der Werbung scheint nicht ohne Wirkung zu bleiben: Aufmerksamkeits- und Erinnerungswerte von prominenten Markenbotschaftern nehmen ab.

Der grosszügige Einsatz von Testimonials in der Werbung scheint nicht ohne Wirkung zu bleiben: Aufmerksamkeits- und Erinnerungswerte von prominenten Markenbotschaftern nehmen ab. Dies geht aus einer Befragung von Verbrauchern zu ihrer Einstellung zu Promi-Werbung hervor, die vom aktuellen Horizont-Kommunikationstrend in Auftrag gegeben und vom Münchner Marktforschungsunternehmen Imas International durchgeführt wurde. Während im vergangenen Jahr knapp jedem Zweiten Werbung mit Promi-Faktor stärker aufgefallen ist als andere Werbebotschaften, sind es derzeit nur noch 39 Prozent. Die Umfrage belegt zudem, dass der Erinnerungseffekt von Testimonial-Werbung deutlich nachlässt. Laut Imas-Marktforscher Niels Wettermann sind diese Zahlen Resultat des zunehmenden Einsatzes von Testimonials in den vergangenen Jahren. Er spricht dabei von einem Sättigungseffekt. Bei der Wahl der Promis herrsche zudem eine bemerkenswerte Ideenlosigkeit, meinte Markenexperte und Interbrand-Chef Jürgen Häusler gegenüber Horizont.net. Immer wieder werde man von denselben Gesichtern aus dem Werbeblock angelächelt, was die Glaubwürdigkeit zu zerstören scheint. Altgediente Werbepromis bergen nebst der Austauschbarkeit zudem die Gefahr, ein bestehendes Markenimage in eine neue Partnerschaft mitzunehmen. Häusler rät deshalb von der Wahl eines zu stark besetzten Promis ab.
In diesem Sinne bleibt zu hoffen, dass unsere Martina bei den Waschmaschinen bleibt und sie nicht durch die enorme Ideenlosigkeit von Markenmanagern das schneeweisses Image in ein anderes Unternehmen bringt.

Auch Weltmeister können noch besser werden

Recycling ViznerBorel appelliert für die Igora-Genossenschaft mit neuer Kraft zum Alu-Sammeln. Die Sammler treffen dabei auf schwarze Schafe.

 
Recycling ViznerBorel appelliert für die Igora-Genossenschaft mit neuer Kraft zum Alu-Sammeln. 
«Was ist unser Ziel?», fragt der Teamchef. Und seine Mannschaft antwortet wie aus der Pistole geschossen: «Hundert Prozent Alu-Recycling!» Auch in der neusten Staffel dieser langjährigen Kampagne, die damals mit einer «Weltmeisterschaft» im Büchsensammeln gestartet ist, setzen Lajos Vizner und Guillaume Borel heute voll auf Sieg. «Wer 100 Prozent Alu-Recycling will, muss 100 Prozent Einsatz zeigen», kommuniziert ihr Appell.
Das macht auch die Igora mit einem entsprechend national und breit gestreuten Plakataushang. Dieser wird ergänzt mit einem Follow-up-Spot der erfolgreichen Serie vom letzten Jahr. Dort hat ViznerBorel witzige Trainingssituationen gezeigt, in denen die Sammler für ihren Einsatz für die Igora üben. Jetzt strömt der offenbar bestens ausgebildete Einsatztrupp aus, um zu kontrollieren, ob auch die Menschen draussen das Aluminium richtig recyceln. Natürlich treffen die Chefsammler dabei auf schwarze Schafe, denen an Ort und Stelle auf witzige Art und Weise eine Kurzlektion im Alu-Sammeln verpasst wird.
Der von Reto Salimbeni und seiner Manifesto Films realisierte Spot läuft dieses Jahr an diversen Veranstaltungen und ab dem Frühjahr 2008 am TV.
Die Schweiz ist nicht unverdient weltweit führend im Alu-Sammeln. Neben zahlreichen Aktionen gibt es auch einen tatsächlich überreichten «Prix Alu-Recycling». Schon seit dem Jahr 2000 wird dieser mit einer zusätzlichen Kategorie für Gemeinden und Abfallverbände ausgeschrieben. Bereits sind einundzwanzig Körperschaften von der Igora mit einem Diplom «Schweizer Meister im Alu-Sammeln» ausgezeichnet worden.
Andreas Panzeri

M6-Werbefenster bleibt im Netz

Werbefenster Das Bundesgericht hat den Entscheid des Kantonsgerichts Freiburg aufgehoben und der SRG in Sachen M6-Werbefenster ein Klagerecht zugesprochen. Trotzdem bleibt das französische Privat-TV vorerst in den Westschweizer Kabelnetzen.

Werbefenster Das Bundesgericht hat den Entscheid des Kantonsgerichts Freiburg aufgehoben und der SRG in Sachen M6-Werbefenster ein Klagerecht zugesprochen. Trotzdem bleibt das französische Privat-TV vorerst in den Westschweizer Kabelnetzen. Die beiden grössten Netzbetreiber, Naxoo (Genf) und CityTV (Lausanne), wollen jedenfalls die Verbreitung des M6-Signals nicht stoppen und behalten den Sender im Vertrieb. «Das ist eine Sache zwischen SRG und M6, wir müssen nicht reagieren», sagt Martine Favre, Chef de Service bei CityTV. Und Naxoo-Direktor Antoni Mayer ergänzt: «Wir machen weiter, bis die Angelegenheit rechtlich wirklich erledigt ist.» Naxoo schaltete das M6-Werbefenster im März auf, CityTV im Juni, andernorts, so in Freiburg, ist es schon länger im Kabel. (mk)

Internet-Zen

Internet Usability kommt für Oliver Reichenstein bei Tamedia-Websites vor deren Design. Neben Design und neuen Werbeformen will Reichenstein für Tamedia auch mehr über Communities in Erfahrung bringen.

 
Internet Usability kommt für Oliver Reichenstein bei Tamedia-Websites vor deren Design. 
Bis kommenden Mai will Tamedia die grösste Schweizer Nachrichtenplattform realisieren. Wie sie aussehen wird, darüber weiss man noch wenig. In welche Richtung der Auftritt tendiert, kann man jedoch bereits erahnen. Das Verlagshaus investierte in diesem Jahr kräftig ins Internet und überholte einerseits den Online-Auftritt des Magazins und launchte andererseits das Community-Portal Facts 2.0 (WW 32/07).Der Mann hinter diesen Internetaktionen heisst Oliver Reichenstein. Der in Japan lebende Informationsdesigner untersucht für das Zürcher Verlagshaus seit Jahresbeginn das Verhalten der Internet-User: Wie sie lesen, wie sie kommentieren, wie sie auf Werbung reagieren … Die Erkenntnisse fliessen in den Aufbau des News-Netzwerkes, zu dem unter anderem die gleichnamige Pendlerzeitung News gehört. Gesetzt ist er vorerst im Vermarktungsteam von Cyrill Treptow. Einen Vertrag für den Aufbau des neuen Netzwerkes hat er zwar noch nicht, doch seine Designskizzen liegen auf dem Schreibtisch der Tamedia-Führung.
Reichensteins unverkennbare Schlichtheit prägt Facts 2.0 und die Website des Magazins: «Die Lesbarkeit der Texte muss im Zentrum stehen.» Die klare Aufmachung der Texte komme bei den Usern sehr gut an, sagt er. Der in Tokio lebende Informationsdesigner stuft Statistiken und Usability-Tests höher ein als den eigenen Geschmack: «Der entscheidet nicht über das Design.»
Die beiden Sites dienen auch als Experimentierküche für neue Werbeformen. Die im Internet gängige und oft kleinformatige Online-Werbung ist Reichenstein ein Dorn im Auge: «Zu klein, zu grausig, so etwas geht allen Lesern auf den Nerv.» Das liege vor allem in der schlechten Umsetzung vieler Werbebanner. Im Print sei das anders, da werde für die Gestaltung von Anzeigen viel Geld und Mühe aufgewendet, damit diese attraktiv erscheine. Deshalb machte Reichenstein auf der Website des Magazins grosszügig Platz für Anzeigen, wie man sie sich aus den Zeitungen gewohnt ist. Offensichtlich funktioniert das Experiment und der Leser stört sich nicht am Grossformat. Die Beispiele wurden jedenfalls ebenso oft angeklickt wie die fürs Internet konzipierten Banner. Reichenstein: «Der Ansatz ist richtig, Imagewerbung zu platzieren.» Doch unerwartete Schwierigkeiten tauchten auf. So zeigte das Verkaufsteam des Magazins Berührungsängste mit Online-Werbung. Doch seit sich das webaffine Online-Team von Tagesanzeiger.ch um den Verkauf kümmert, läuft das Geschäft. Gemäss Treptow zu erfahren ist, werden Reichensteins Werbeansätze in den Aufbau des neuen Newsportals einfliessen.
Neben Design und neuen Werbeformen will Reichenstein für Tamedia auch mehr über Communitys in Erfahrung bringen. Das Zürcher Verlagshaus sucht mit dem künftigen News-Netzwerk den Dialog zum Publikum. Ein Knackpunkt. «Viele Kommentare im Netz sind oft bloss oberflächliches Trompetengetöse von Wichtigtuern, die eigentlich nichts zu sagen haben», meint Reichenstein. Er sieht die Anonymität der User als Grundproblem. Während Facts 2.0 das anonyme Kommentieren erlaubt, verfolgt die Website des Magazins ein so genanntes Citizendium-Modell, wonach Nutzer ihre Identität nachweisen müssen. Das Ergebnis: Facts 2.0 verzeichnet ein rasantes Wachstum an Usern, die viel kommentieren. Die Community des Magazins wächst dagegen nur langsam und linear. Dafür ist das Niveau der Diskussionen hoch.
Wie das Portal den Dialog mit den Usern suchen wird, ist offen. Interessant ist jedoch Reichensteins Erkenntnis, wie Printjournalisten den Dialog mit den Usern suchen – nämlich gar nicht. «Journalisten interessieren sich weder für Technologie noch für den Dialog», so Reichenstein. Bei vielen Journalisten sei beispielsweise verbreitet, die private Meinung zurückzuhalten. Er vermutet, es sei eine Generationenfrage, bis Journalisten sich dem Online-Publikum öffnen würden. Bis dahin könne einem Journalistenkollektiv die Betreuung einer Website nicht anvertraut werden. Dem tragen die Verantwortlichen bei Tamedia Rechnung. Projektleiter Res Strehle will die Online-Redaktion mit Leuten der «Internet-Eingeborerenen- Generation» bestücken, um damit nicht zuletzt Webkompetenz zu demonstrieren.
Christian Lüscher
 

 
Oliver ReichensteinVor vier Jahren ist Oliver Reichenstein
nach Japan ausgewandert und hat in Tokio die Firma Information Architects AG gegründet. Reichenstein ist 36 Jahre alt und hat in Paris und Basel Philosophie, Deutsche Literatur und Geschichte studiert. Er arbeitete nach dem Studium für die weltweit aktive Agentur Interbrand Zintzmeyer & Lux, wo er vor allem Internetmarken wie T-Online betreut hat. Der gebürtige Basler ist Urheber der Web Trend Map, eine Karte, welche die 300 erfolgreichsten Internetunternehmen nach Kategorie, Nähe und Erfolg mit Hilfe der Metrokarte von Tokio ordnet. Reichenstein schreibt zudem ein Buch über Marken und Benutzerschnittstellen, das im Mai 2008 erscheinen wird. (cl)

Mehr als ein Marketing-Gag

Forschung Wie sehen die Crossmedia-Angebote der Verlage aus? Und Auf welche Hindernisse stossen sie bei der Umsetzung von Kampagnen?

Forschung Wie sehen die Crossmedia-Angebote der Verlage aus? Und Auf welche Hindernisse stossen sie bei der Umsetzung von Kampagnen? 
Die Bedeutung von Crossmedia ist sehr wichtig – heute und in Zukunft. Darin ist sich die überwiegende Mehrheit der Vertreterinnen und Vertreter wichtiger Schweizer Verlage einig, die an der Befragung teilgenommen haben. Die Umfrage, die zwischen Juli und September dieses Jahres durchgeführt wurde, ist nur bedingt repräsentativ. Aber sie gibt einen Einblick, was Schweizer Verlage unter Crossmedia verstehen und welche Rolle Crossmedia in ihrem Geschäftsalltag spielt. Damit können die Antworten als Zeichen eines Trends gelesen werden.Crossmedia wird als wichtiges Thema angesehen: Davon wird zwar seit mehreren Jahren gesprochen, doch viele der Befragten wollen sich nun ernsthaft damit auseinandersetzen. Dass es sich dabei nicht um Lippenbekenntnisse handelt, zeigt sich in zweierlei Hinsicht. So geben mehr als 80 Prozent der Verlage an, auch tatsächlich ein Crossmedia-Angebot zu haben. Und fast ein Viertel der Verlagshäuser beschäftigt einen Crossmedia-Verantwortlichen, nur wenige allerdings in einem Vollzeitpensum.
Unter Crossmedia sehen die Vertreterinnen und Vertreter der Verlage keinen blossen Marketing-Gag. Crossmedia soll die Wirkung der Werbebotschaft erhöhen, wobei verschiedene Medien zielgruppengerecht miteinander verknüpft werden. Bei der Gestaltung der Crossmedia-Angebote stehen die individuellen Wünsche der Kunden im Vordergrund. Keiner der befragten Verlage bietet ausschliesslich fixe Medienpakete an. Der Medienmix wird je nach Kampagne zusammengestellt, und bei gut 30 Prozent kann dabei auf sämtliche Medien zurückgriffen werden, die im Haus zur Verfügung stehen.
Welche Bedeutung hat Crossmedia im Geschäftsalltag? Hier zeigt sich, dass man wohl erst am Anfang einer Entwicklung steht. Im Durchschnitt wurden bei den Verlagshäusern im vergangenen Jahr sieben Kampagnen gebucht. Der mit den einzelnen Kampagnen erzielte Umsatz belief sich dabei mehrheitlich auf unter 250 000 Franken. Über die Gründe, woran das liegen könnte, gibt die Befragung einige Hinweise. Aus Sicht der Verlage scheint es den Auftraggebern zwar nicht am Glauben an die Wirkung von Crossmedia zu fehlen, aber eine grössere Unsicherheit, die mit der Komplexität der Sache zu tun hat, ist bei ihnen auszumachen. Ebenfalls nennen sie fehlende Strukturen und mangelnde finanzielle Ressourcen als Probleme, die bei der Umsetzung von Crossmedia-Kampagnen auftauchen.
Samuel Wegmann
 
 
Top 150 ergänztDie ausführlichen Ergebnisse
der Crossmedia-Befragung werden im «Top 150 Schweizer Medien» der beiden Fachverlage Media-Daten AG und Edition Renteria SA zu Beginn des nächsten Jahres publiziert. «Top 150 Schweizer Medien» ist ein Nachschlagewerk, das eine Übersicht über die wichtigsten Medien der Schweiz bietet, diesmal mit einem Spezialteil «Crossmedia». Damit wird erstmals eine Karte von der Crossmedia-Landschaft präsentiert. (sw)  
 
 
 
 

Erdölvereinigung wegen Klimaschutz-Werbung gerügt

Für die Schweizerische Lauterkeitskommission verstösst eine Werbebotschaft der Erdöl-Vereinigung gegen die Bestimmungen der Lauterkeit. Greenpeace hatte gegen das Inserat mit dem Claim «Heizen mit Öl: Für mehr Klimaschutz» geklagt.

Für die Schweizerische Lauterkeitskommission verstösst eine Werbebotschaft der Erdöl-Vereinigung gegen die Bestimmungen der Lauterkeit. Greenpeace hatte gegen das Inserat mit dem Claim «Heizen mit Öl: Für mehr Klimaschutz» geklagt. Insgesamt drei Werbeaussagen habe die Erdöl-Vereinigung künftig zu unterlassen, heisst es im Entscheid des Selbstregulierungsorgans der Werbebranche vom Mittwoch. Der Slogan «Heizen mit Öl – Für mehr Klimaschutz» sei nicht richtig oder zumindest irreführend. Unter diesem Titel hatte die Erdöl-Vereinigung in diesem Frühjahr ein von der Agentur Lesch+Frei realisiertes Zeitungsinserat geschaltet. Dagegen setzte sich Greenpeace zur Wehr (siehe
). «Die moderne Ölheizung ist die langfristig überzeugendste Lösung, da sie mit ihrer hohen Effizienz einen Beitrag zum Klimaschutz leistet», lautete eine weitere Textpassage. Diese werberische Anpreisung werde weder gerechtfertigt noch bewiesen, bemängelte die Kommission.
Mit der gleichen Begründung kritisierte die Kommission zudem die Aussage, dass es sich unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes gerade auch bei einer Sanierung lohne, beim Öl zu bleiben. Um solche Aussagen einzusetzen, brauche es überzeugende Beweise, welche auf allgemein akzeptierten wissenschaftlichen Methoden basierten, hielt die Kommission in ihrer Begründung fest.
Der Beschluss der Lauterkeitskommission ist noch nicht definitiv: Die Erdöl-Vereinigung hat 20 Tage Zeit, um gegen das Urteil zu rekurrieren.

Unternehmenssprecher des Jahres ist gekürt

Wolfram Eberhardt von ABB wurde von Wirtschaftsjournalisten zum Schweizer Unternehmenssprecher des Jahres gewählt. Auf dem zweiten Platz der Rangliste liegt Vorjahressieger Urs Ackermann von der ZKB. Platz drei geht an Dominik Werner von Lonza.

 Wolfram Eberhardt von ABB wurde von Wirtschaftsjournalisten zum Schweizer Unternehmenssprecher des Jahres gewählt. Das ergibt ein Ranking, das die Handelszeitung gemeinsam mit der Zeitschrift Schweizer Journalist aufgestellt hat. Dem Sieger attestierten die befragten Journalisten «kompetente und unaufdringliche Arbeit». Auf dem zweiten Platz der Rangliste liegt Vorjahressieger Urs Ackermann von der ZKB. Platz drei geht an Dominik Werner von Lonza.
Die Gesamtergebnisse 2007 wurden zusätzlich in einzelne Branchen unterteilt. Die Branche «Versicherungen» führt Andreas Hildenbrand von Swiss Life an. Im «Handel» gewinnt Eva-Maria Bauer von Denner. Der erste Platz bei «Dienstleistungen» geht an Sonja Zöchling-Stucki von Unique.
Das Schlusslicht bildet François-Xavier Perroud von Nestlé, auf dem zweitletzten Platz ist Matthias Graf von Google gelandet. Insgesamt waren 64 Sprecher in der Wertung.

Frau Holle macht Swiss-Werbung

Airline Die Swiss macht auf Guerilla. In drei deutschen Grossstädten ging die Fluggesellschaft auf Kundenfang.

 
Airline Die Swiss macht auf Guerilla. In drei deutschen Grossstädten ging die Fluggesellschaft auf Kundenfang.  
Traditionelle Werberezepte schmecken den Kunden nicht mehr. Das denkt die Fluggesellschaft Swiss und setzt deshalb auf die Karte Guerilla- Marketing. Die Idee dahinter: Mit unkonventionellen Aktionen die Zielgruppe so ansprechen, wie sie es nicht erwartet. Wichtig ist, dass mit möglichst geringen Mitteln eine möglichst grosse Wirkung erzielt werden soll. Dabei suchen Guerilla- Marketing-Aktionen bewusst die Grenzen.Wie das geht, war vor etwa einem Monat in Deutschland zu beobachten. Die Guerilleros der Agentur Conceptbakery starteten für die Qualitäts-Airline der Schweiz die Aktion «Frech geparkt ist halb gewonnen» unter dem Motto «Schneeflöckchen, weiss Röckchen».
Die Mission: In den drei Städten Berlin, Hamburg und Stuttgart begegneten Passanten, Berufspendler und Touristen roten Kleinwagen vom Typ Daihatsu Copen, die mit täuschend echt anmutendem Kunstschnee überzogen waren. Die Fahrzeuge wurden an prominenten Plätzen in den Städten geparkt und sorgten dort für Aufmerksamkeit.
Werbung als SehenswürgigkeitDie Aktion kam bei den Passanten offenbar sehr gut an. Diese blieben stehen und lichteten die Autos spontan ab. Auf diese Weise entstanden laut Swiss Tausende Bilder, bei denen die Swiss-Werbung regelrecht zu einer Sehenswürdigkeit wurde.
 
Die Aktion wertet die Swiss als vollen Erfolg, die durchwegs positiv aufgenommen wurde. Felix Holzapfel von der Agentur Conceptbakery: «Die Werte unseres Kunden Swiss International Air Lines konnten in der gewünschten Art und Weise charmant dargestellt werden, ohne zu provozieren oder rechtliche Grenzen zu übertreten.»
Dass es sich bei der gesamten Aktion um Werbung handelte, störte offenbar niemanden. Ganz im Gegenteil. Die Slogans «Schaffe, Schaffe, Urlaub mache» und «Schweizer Mitfliegzentrale», welche neben Angeboten zu verschiedenen Destinationen beim Parken in den Seitenfenstern der Autos angebracht wurden, sorgten für den ein oder anderen Schmunzler. Zudem stiessen die Angebote der Swiss International Air Lines ebenfalls auf Interesse und fanden grossen Anklang, schreibt die Swiss in einer Mitteilung.
Entgegen der verbreiteten Meinung, Guerilla-Marketing sei oft störend oder gegen das Gesetz verstossend, beweist die Aktion in Deutschland, dass muss man mit der richtigen Portion «Swissness» nicht an die Grenzen der Provokation gehen muss. Die Aktion ist übrigens mit einem Film mit dem Namen «Guerilla-Marketing-Film – Swiss Made» auf der Videocommunity Youtube dokumentiert.
Christian Lüscher
 
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