In neuen Medienwelten verkaufen

Verkauf Die Qualität der Inhalte entscheidet über die Nutzung der neuen Medien. Mit einer neuen Mediengeneration, die stärker auf digitale Medien setzt, avanciert der Mediennutzer zum Sender über Unternehmen, Waren und Dienstleistungen.

Verkauf Die Qualität der Inhalte entscheidet über die Nutzung der neuen Medien.
Verkaufserfolg braucht mehr als Kreativität. Es braucht «Intelligent Sales», die ideale Methode, um zum Kauf zu animieren und die Lust auf Schönes und Neues zu wecken. Genau das ist «Intelligent Sales»: spannendes Storytelling, geschicktes Verzaubern der Produkte durch Eintauchen in emotionale Welten, kluge Neuentdeckung des Nutzwertes der Waren. Einer Umfrage der britischen Association of Publishing Agencies (APA) zufolge sind Leser von Intelligent-Sales-Magazinen des Handels um 11 Prozent markenaffiner als Kunden, die nicht durch vorherige Lektüre auf das Warenangebot eingestimmt wurden. Mit einer neuen Mediengeneration, die stärker auf digitale Medien setzt, avanciert der Mediennutzer zum Sender über Unternehmen, Waren und Dienstleistungen. Dazu nutzen Kunden die digitalen Medien (künftig) facettenreich über Stimme (Podcast), als Akteur (Video) oder als Autor (Weblogs).
Im Zuge des «Digital Lifestyle» setzen auch Unternehmen zum Sprung in bislang unbekannte Medienfelder an. Mit modernen Medientools wie E-Journal, Mobile Radio, Vodcasts oder Weblogs etc. kämpfen die Unternehmen um Kunden und Marktanteile. Mit den neuen Kommunikationsformen wächst jedoch der Bedarf an Qualitäts-Content rapide. Pioniere neuer Medienwelten erkennen, dass die Qualität des Contents über die Nutzung und den Nutzer der neuen Web-, Online- und Mobile-Medien entscheidet. Das Was in der altbekannten Formel der 7Ws (wem, wie, was, womit, wo, wann und wie viel) rückt an die erste Stelle. Denn die «newsworthiness» des Inhalts/Contents resp. dessen Relevanz ist für die anvisierte Zielgruppe matchentscheidend: Je relevanter eine Botschaft für mich ist, desto eher bin ich gewillt, die Information, die mir angeboten wird, auch auf- und anzunehmen.
Minimalprogramm für den Content-FitZum Content-Fit zählt ein Minimalprogramm von fünf Erfolgsfaktoren.
Relevanz:
Ist der Inhalt relevant für die anvisierte Zielgruppe? Passt meine Botschaft einerseits zu meinen Zielpersonen und andererseits zum Umfeld?Differenzierung:
Ist meine Botschaft eigenständig genug, damit sie wahrgenommen wird und mein Produkt sich von anderen abhebt?Konsistenz:
Ist der Inhalt in sich stimmig und steht im Einklang mit bisherigen Kommunikationsaktivi-täten?Authentizität:
Sind meine Aussagen/Argumente für die anvisierte Zielgruppe glaubwürdig und kann ich das, was ich verspreche, auch wirklich einhalten?Mit dem Content-Fit verkaufen Unternehmen in neuen Medienwelten intelligenter – im Klartext heisst das: Sie verkaufen besser.
Andy Schärer, Leiter Marketingkommunikation, Infel AG

Neues Forschungssystem für die Fachzeitschriften

Ein branchenorientiertes Instrumentarium soll den Fachzeitschriften erlauben, ihre Leistungen gegenüber Mediaplanern und Werbeverantwortlichen transparent zu machen. Entwickelt hat es der Verband Schweizer Presse zusammen mit dem Forschungsinstitut IHA-GfK.

 Ein branchenorientiertes Instrumentarium soll den Fachzeitschriften erlauben, ihre Leistungen gegenüber Mediaplanern und Werbeverantwortlichen transparent zu machen. Entwickelt hat es die Arbeitsgruppe Q-Publikation des Verbands Schweizer Presse zusammen mit dem Forschungsinstitut IHA-GfK. Das Studienmodell liefert Informationen für das Lesermarketing und die Beurteilung von qualitativen Merkmalen, wie der Verband Schweizer Presse anlässlich des Tags der Fach- und Spezialpresse am Mittwoch mitteilte. Die Heterogenität der Fachpresse macht es schwierig, Leserzahlen und -daten auf vergleichbare Weise zu erheben. Die neue Studie «Leseranalyse Fachpresse» soll hier nun Abhilfe schaffen. Sie gibt Auskunft über Leseverhalten, Reputation, Leseart und Beurteilung der Publikation durch die Leserschaft. Daneben liefert sie statistische Daten. Die «Leseranalyse Fachpresse» soll Sicherheit in die Planung von Werbegeldern bringen und andererseits den Redaktionen ein Stärken/Schwächen-Profil in die Hand geben. Mit der standartisierten Analyse sollen die Fachzeitschriften mit unterschiedlicher Grundgesamtheit über vergleichbare Werte verfügen. Die erste Studienwelle wurde im Herbst 2007 mit den Publikationen der Gesundheitsbranche durchgeführt. Die anderen Branchen sind für nächstes Jahr mit vier weiteren Erhebungswellen vorgesehen.

Google Maps nun auch für Eidgenossen

Am Mittwoch stellte Google seine Kartenapplikation Google Maps für die Schweiz vor. Damit können Benutzer im Web oder über Handy Geschäfte, Dienstleistungsangebote, aber auch den einfachsten Weg zum Ziel finden.

 Am Mittwoch stellte Google seine Kartenapplikation Google Maps für die Schweiz vor. Damit können Benutzer im Web oder über Handy Geschäfte, Dienstleistungsangebote, aber auch den einfachsten Weg zum Ziel finden. Entwickelt wurde der Service am Schweizer Standort von Google, der auf Expansionskurs ist. Um möglichst viele Informationen anbieten zu können, ist Google unter anderem eine Zusammenarbeit mit Swisscom Directories eingegangen, die Geschäftsadressen liefert, sowie mit den SBB, den Verkehrsbetrieben Zürich und dem Zürcher Verkehrsverbund für die Verbindungen des öffentlichen Verkehrs.
Die Schweizer Version von Google Maps soll gemäss Netzwoche allen Branchen die Möglichkeit geben, über Werbung mit Adwords im Internet gezielt Kunden anzusprechen, die in der betreffenden Region nach bestimmten Produkten und Diensten suchen.

Kopf der Woche: Im Doppel

Andreas Sedmak ist neuer Account Director sowie Leiter Dialog & Digital bei Euro RSCG und setzt voll auf die neue Technik.

Andreas Sedmak ist neuer Account Director sowie Leiter Dialog & Digital bei Euro RSCG und setzt voll auf die neue Technik. «Wir sind zurzeit in einer Phase, wo wir fundamentale Veränderungen erwarten müssen», analysiert Andreas Sedmak die Zukunft im Dialog- Marketing. Auch bei den Medien ist er gespannt: Wohin geht es im Bereich Online, Offline und Gratistitel? «Die Entwicklung zeigt, dass die Investitionen im Online-Bereich markant steigen. Insgesamt spiegelt sich das im ganzen Werbekuchen noch im kleinen Prozentbereich im Verhältnis zu den klassischen Medien. Mit jährlichen Zuwachsraten von über 100 Prozent werden aber die Investitionen in Online-Kanäle und Online-Werbung bereits im Jahr 2011 grösser als in die Presse sein», rechnet Branchenkenner Sedmak. Die Möglichkeit, all diese Entwicklungen «aktiv miterleben und mitprägen zu können», war eine Chance, die der experimentierfreudige Medienexperte sich nicht entgehen lassen wollte, als ihm bei Euro RSCG die Verantwortung als Account Director neu in einer Doppelfunktion auch als Leiter Dialog & Digital angeboten wurde. Andreas Sedmak schreibt nebenbei auch noch an einer Dissertation über «Radio und Fernsehen in der Schweiz im Zeichen der Digitalisierung». So kann er jetzt Theorie und Praxis einmal mehr kombinieren, so wie es im Verlauf seiner kurzen, aber bereits vielseitigen Karriere schon mehrmals passierte.
Andreas Sedmak hat an der Uni in Fribourg mit Jus angefangen und Medienwissenschaften im Nebenfach. «Vielleicht Medienjurist» war seine Idee, denn der an Film, Funk und Internet Interessierte hat schon in der Mittelschule für Schülerzeitungen geschrieben.
Gezielteres Wissen suchte er dann an der Universität in Zürich, wo er Publizistik und Medienwissenschaft zum Hauptfach machte. Andreas Sedmak hat sich sein Studium zu einem grossen Teil selber finanziert. Zuerst liess er sich nebenbei bei Generali anheuern und war als Projektleiter verantwortlich für verschiedene Versicherungsprodukte. «Das war mein erster direkter Kontakt mit Dialog-Marketing», erinnert er sich an diese «spannende Zeit zum Lernen». Die Dialog-Kampagnen damals waren bereits übergreifend über verschiedene Kanäle. Die eingeblendeten Telefonnummern beim TV-Spot sieht er als Vorwegnahme oder «interaktives Fernsehen im Frühstadium».
Kurz vor dem Abschluss der Lizentiatsarbeit, die er zum Thema «Leistungsauftrag beim Schweizer Fernsehen» machte, wechselte Sedmak zur UBS. Bei der Bank durfte er das Jugendmarketing betreuen. «Das passte zur Schlussphase meines Studiums, weil ich die Bedürfnisse der Zielgruppe durch meinen eigenen Lebensstil bestens kannte.» In dieser Phase hat Sedmak tagsüber für die Bank und in seiner Freizeit für das Studium gearbeitet. Die Doppelbelastung hat ihn auch regelmässig seine Ferien gekostet. «Das Interesse war da, die beiden Welten zu verknüpfen», meint er. Und stellt fest, dass er mit seinen beiden Funktionen bei Euro RSCG auch heute wieder von zwei Sachen gleichzeitig angetan ist. «Dieses berufliche Doppelleben ist wie ein roter Faden in meinen Interessen.»

Ein weiterer Schritt in dieser doppelten Entwicklung war dann nach Abschluss des Studiums der Wechsel von der UBS zu einer Privatbank. Bei der VP Bank wurde Sedmak die Verantwortung als Leiter Marketing und Kommunikation angetragen. «Eine höchst spannende Aufgabe», weil er dort sämtliche Bereiche von klassischen Kampagnen über Below-the-Line bis Events betreuen musste. «Wir konnten eine neue Marke aufbauen, und ich durfte von Beginn weg dabei sein für die Tochter VP Bank Schweiz in Zürich.» Der Job hat ihn auch in engere Verbindungen mit Werbeagenturen gebracht. Wirz hat bei diesem neuen Branding «Private Banking als Kunst verkauft». So lernte Sedmak auf Kundenseite das Agenturleben in sämtlichen Funktionen als Aussenstehender kennen, bevor irgendwann der Wunsch kam, auch selber auf die Agenturseite zu wechseln.
«Ich bin den umgekehrten Weg gegangen. Die meisten beginnen bei einer Agentur und wechseln dann zum Kunden. Dafür kann ich in meinem neuen Job jetzt noch viel besser auch die Sichtweise des Kunden einbringen.» Der neue Account Director bei Euro RSCG hat «Verständnis, wie eine Unternehmung funktioniert». Er kennt die Spielregeln des Marktes und weiss, «wie komplex die einzelnen Abteilungen auf Kundenseite funktionieren».
Bevor ihn Frank Bodin an die Gutstrasse holte, machte Andreas Sedmak seinen Einstieg in einer Kleinagentur. Hier sollte er als Berater und Verlagsleiter das Gastro-Magazin «Zürich geht aus» als Titel etablieren. Inzwischen gibt es das immer dicker werdende Heft auch in Basel und im Tessin. Die Aufbauarbeit hatte er erfolgreich abgeschlossen, als den Verlagsleiter ein Angebot der Young & Rubicam Gruppe lockte. Hier eröffnete sich die Möglichkeit, als Beratungsgruppenleiter internationale Kunden zu betreuen.
Nach zwei Jahren bei Y&R hat sich die Chance bei Euro RSCG ergeben. «Die Doppelfunktion reizte mich, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung. Account Director und Leiter Dialog & Digital. Das passt zu meiner Dissertation.»
Am neuen Job gefällt ihm die Freiheit, «etwas entwickeln zu können, das noch nicht besteht». Kreative Ideen gestalten, die den Kunden und seine Endkunden weiterbringen. «Ich habe eine Agentur gefunden, die allen viele Freiheiten gibt, dynamisch ist und meine Vorstellung von Werbung umsetzt: the Power of One. Wir können so unsere Kunden optimal betreuen.»
Privat sieht sich Andreas Sedmak auch als «Medienmensch». Er zappt durch Netz und Kanäle und interessiert sich für alles Neue. Erholung findet er in seinem privaten Umfeld und beim Tennis und Schwimmen, wo er die Kraft für alle Herausforderungen findet.
Andreas Panzeri

Nur drei von fünf Q-Awards verliehen

Drei Problemlösungen aus dem Bereich der Fach- und Spezialzeitschriften sind im vierten Durchgang des Q-Awards aus Anlass des «Tages der Fach- und Spezialpresse» ausgezeichnet worden. Die Jury hat aber einstimmig beschlossen, zwei von fünf Awards nicht zu vergeben, wie der Verband Schweizer Presse mitteilte.

 Drei Problemlösungen aus dem Bereich der Fach- und Spezialzeitschriften sind im vierten Durchgang des Q-Awards aus Anlass des «Tages der Fach- und Spezialpresse» ausgezeichnet worden. Die Jury hat aber einstimmig beschlossen, zwei von fünf Awards nicht zu vergeben, wie der Verband Schweizer Presse mitteilte. Den Q-Award für Qualität erhielt die Zeitschrift SMM Schweizer Maschinenmarkt. Die Jury hielt fest, dass der Traditionstitel gründlich renoviert wurde und von einer fachlich wie journalistisch sehr kompetenten Redaktion gemacht wird. Der Award für Gestaltung ging an Swiss Engineering STZ Schweizerische Technische Zeitschrift. Der Titel liefert gemäss der Jury gestalterische Klarheit, Übersicht, inhaltliche und formale Verbindlichkeit. Der dritte vergebene Preis, der Q-Award für Marktauftritt, ehrt die Zeitschrift Competence H+ Hospital Forum. Der Relaunch des Fachmagazins der Schweizer Spitäler sei mit eindrücklicher Systematik und mit einem unüblichen, aber zielgerichteten Marktforschungsaufwand an die Hand genommen worden, schreibt die Jury.
Appell an die Branche Trotz diesen Ehrungen zeigt sich die Jury nicht ganz zufrieden: Der Entscheid, auf die Vergebung des «Top Awards» und des «Awards für Innovationen» zu verzichten, soll als dringlicher Appell an die Branche verstanden werden, die qualitativen Anstrengungen zu verstärken. Das schreibt Jurymitglied und Publizist Karl Lüönd in einer Mitteilung. Die Tiefe und die Qualität der eingereichten zehn Dossiers sei sehr unterschiedlich ausgefallen. Die Jury will nun in Zukunft nicht nur aus den eingereichten Bewerbungen schöpfen, sondern von sich aus Bewerbungen anregen und ermutigen.
Awards dieser Art sollen laut Lüönd als Beispiele und als Ansporn wirken. Im Hintergrund dieser Auszeichnung stehe die permanente Qualitäts-Offensive zugunsten der Druckmedien, die der Verband Schweizer Presse seit Jahren führe. In einem Land mit teilweise winzigen Marktgrössen und entsprechend beengten Budgetverhältnissen werde an die Sorgfalt sowohl auf der redaktionellen wie auf der verlegerischen Seite hohe Ansprüche gestellt.
Die Jury für die Q-Awards 2007 bestand aus Pepi Burch, Verlagsberater (Zürich), Dr. René Grossenbacher, Geschäftsführer Publicom AG (Kilchberg), Josefa Haas, Leiterin des Medieninstituts (Zürich), Karl Lüönd, Publizist (Räterschen), Urs Schneider, Inhaber von Mediaschneider (Zürich) und Jürg Siegrist, Geschäftsführer des SWA (Zürich).

Wertfrei gibt es nicht

Kolumne Wer gut schreibt, muss einen Standpunkt einnehmen und werten. Nur schlechte Schreiberinnen und Schreiber übernehmen den Standpunkt der Informanten und Akteure.

 
Kolumne Wer gut schreibt, muss einen Standpunkt einnehmen und werten. Nur schlechte Schreiberinnen und Schreiber übernehmen den Standpunkt der Informanten und Akteure. 
Politiker und Politikerinnen verlangen es, Verleger versprechen es, Medienschaffende sollen es leisten – objektiven Journalismus. Facts und Meinung trennen, so heisst die Grundregel. Angel- sächsischer Journalismus soll das sein. Am weitesten trieb es unlängst die Gratiszeitung .ch, sie behauptet, sie sei eine wertfrei berichtende Nachrichten-, Sport- und Servicezeitung. Welch ein Irrtum: Wer gut schreibt, muss einen Standpunkt einnehmen, und das heisst werten. Nur schlechte Schreiberinnen und Schreiber übernehmen den Standpunkt der Akteure oder der Auftraggeber oder noch schlimmer, sie verwischen die Zusammenhänge.Machen wir die Probe bei einer Polizeinachricht. Der Einfachheit halber entfernen wir lokale Details, zum Beispiel Strassennamen und Altersangaben.
Am ersten Novembersonntag titelte der Medienschreiber der Stadtpolizei Winterthur: Tragischer Verkehrsunfall. «Tragisch» tönt zumindest dramatisch, nur hat die Leserin/der Leser nach der Lektüre noch keinen Schimmer einer Information. Der Medienverantwortliche schrieb weiter: «In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag kam es um zwei Uhr zu einem Verkehrsunfall mit Todesfolge.» Kam es? Einfach so? Schlugen die Schicksalsgöttinnen zu oder Hegels Weltgeist oder ein Windsturm? Der Medienverantwortliche fuhr fort, dass ein Autofahrer in Richtung X gefahren sei. «Er übersah eine Frau, die die Strasse von links nach rechts auf dem Fussgängerstreifen überquerte.» Woher weiss der Schreiber, dass der Autofahrer die Frau «übersehen» hat? Wäre ja auch möglich, dass sich der Lenker aus Wut über die sein eiliges Vorwärtskommen störende Fussgängerin nicht abbremsen wollte, nach dem Motto: Die kann ja zur Seite rennen, wenn sie will. Der Mediensprecher hat die Sicht des Täters übernommen. Das Opfer konnte dazu nichts mehr sagen, es starb vier Stunden später im Spital. «Der Autolenker war alkoholisiert und verhielt sich auf der Unfallstelle derart renitent, dass er in Handfesseln gelegt werden musste.»
Zwischenfazit: Drei wichtige Informationen – tote Fussgängerin, Autofahrer fährt besoffen und randaliert nach dem Unfall – kommen beiläufig und erst gegen Schluss der Meldung. Es ist, als ob der Mediensprecher die Schuld von Unfallverursachern kleinschreiben will. Wie man dies in Polizeimeldungen immer wieder beobachten kann.
Drei Tageszeitungen (Landbote, Tages-Anzeiger, NZZ) übernehmen die Meldung der Winterthurer Stadtpolizei und damit den verschleiernden Grundton, nur die NZZ erwähnt bereits im Untertitel den «betrunkenen Lenker». Nur, wie hätte man die Geschichte auch schreiben können?
Titel: Besoffener tötet Fussgängerin und randaliert. Text: Ein alkoholisierter Automobilist fährt nachts um zwei Uhr auf einem Zebrastreifen in eine Fussgängerin. Das Opfer bleibt bewusstlos liegen und stirbt vier Stunden später im Spital. Der Unfallverursacher widersetzt sich renitent den Polizisten, bis sie ihn in Handschellen legen.
Die Fakten bleiben, doch wir nennen diesmal auch einen Täter. Ein zweites Beispiel: «Im Konsumrausch tappen immer mehr Leute in die Schuldenfalle», beginnt eine sda-Meldung über die gestiegene Zahl der «Privatpleiten». Wertfrei berichtet? Noch nie etwas gehört von Working poor und Geldmangel im Alter, da AHV und Pensionskassenrente nicht ausreichen, vor allem nicht, wenn noch eine überraschende Notausgabe dazukommt? Da schafft man einen Privatkonkurs locker, auch ohne «Konsumrausch». Der sda-Schreiber reproduziert mit seinem flapsigen Anfangssatz die Vorstellungen jener Neoliberalen, welche die Schuld für wirtschaftliches Scheitern den Schwachen zuschieben.
Und zum Schluss: Ein Glas ist zu fünfzig Komma null Prozent gefüllt. Ist es halb leer? Oder halb voll?
> Hans Stutz ist ehemaliger Chefredaktor des Medienmagazins Klartext und freier Journalist.

Gute Freunde

Logistik Die Neue LGK hat für die Post neue TV-Spots realisiert.

 
Logistik Die Neue LGK hat für die Post neue TV-Spots realisiert. 
Die Schweizerische Post steht im Fokus der Öffentlichkeit – alle haben eine Meinung dazu. Das macht sich die Neue LGK in mehreren TV-Spots für die Kommunikation der Post zunutze. Dabei kommen auch besondere Landesbewohner «zu Worte». Die Schweizerische Post hat ein offenes Ohr für die Bevölkerung. So lautet der Grundgedanke ihrer Kommunikation. In Zusammenarbeit mit der Neuen LGK realisiert die Post seit 2004 eine Palette von Massnahmen, die Schweizerinnen und Schweizer mit ihren Meinungen und Wünschen ehrlich und unverfälscht zu Wort kommen lassen. Mit dieser Vox Populi will die Post ihre tiefe Verwurzelung bei 7,5 Millionen Kundinnen und Kunden im Land belegen.
Getreu diesem Vox-Populi-Konzept werden für die Filme weder professionelle Schauspieler gecastet noch inhaltliche Vorgaben bezüglich der Statements gemacht. Seit der Lancierung der Kampagne wird Wert auf ein breites Spektrum ehrlicher Meinungen gelegt. Mit einem Augenzwinkern kommen im neusten Film auch die bekannt besten Freunde der Briefträger zu ihrer Stimme. Produziert wurde von Chocolate Films unter der Regie von Marcel Langenegger. Inserate und Online-Massnahmen vertiefen die Themen der TV-Spots.
Andreas Panzeri

Kein Pardon im Mittelland

Gratispresse Mit den Tarifen der neuen Gratiszeitung News schützt Tamedia 20 Minuten, lässt im Mittelland jedoch nichts anbrennen. Der Newcomer wird attraktiv positioniert.

Gratispresse Mit den Tarifen der neuen Gratiszeitung News schützt Tamedia 20 Minuten, lässt im Mittelland jedoch nichts anbrennen. 20 Minuten ist in der Deutschschweiz nicht nur die Tageszeitung mit der höchsten Reichweite, sondern auch jene mit dem günstigsten Tausend-Leser-Preis (TLP). Dieser beträgt nach gültigem Tarif 29.60 Franken. Doch selbst wenn 20 Minuten ab Januar den Tarif um 9,8 Prozent anheben wird, bleibt das Pendlerblatt preislich in der Pole Position. 1000 20-Minuten-Leser sind dann immer noch 50 Rappen günstiger als bei News, das am 5. Dezember startet. Das zeigt: Tamedia setzt 20 Minuten zwar im Lesermarkt einer neuen Konkurrenz aus, im Werbemarkt lässt der Zürcher Medienkonzern jedoch nichts an seine junge Cash Cow herankommen. News ist preislich attraktivDoch die Preispolitik bei News macht eines deutlich: Die drei beteiligten Verlage Tamedia, Espace Media Groupe und Basler Zeitung Medien (BZM) wollen den Newcomer preislich attraktiv positionieren – punkto TLP auf Rang 2. Vorausgesetzt, dass News das hochgesteckte Ziel erreichen kann. Zwei Kontakte pro verteiltes Exemplar quasi von Beginn weg sind kein Pappenstiel – und das in einem übersättigten Gratiszeitungsmarkt.
Hier ist denn auch gegenüber den Versprechen der Verlage Vorsicht geboten. Angesichts der bisherigen Erfahrungen mit Gratiszeitungen ist es realistischer, im ersten Jahr von einem 1,5 LpE (oder weniger) auszugehen. Damit aber käme der News-TLP auf 43.90 Franken zu stehen – was übrigens exakt dem Preis entspricht, den auch .ch anstrebt.
Doch zurück zu den Originalvorgaben der drei Verlage in Zürich, Basel und Bern: Hier fällt auf, dass News Zürich nicht solo angeboten wird, dies im Gegensatz zu News Basel und News Bern, die auch allein gebucht werden können. BZM und Espace Media sind also bereit, «ihrer» lokalen News-Ausgabe eine gewisse Eigenständigkeit zuzubilligen und mit ihr zu experimentieren – vorerst zumindest. Tamedia duldet keinen weiteren selbstständigen Titel auf dem Platz Zürich, denn das könnte der Tagi-Split-Politik in die Quere kommen und auch das vor Jahresfrist neu aufgegleiste Tagblatt der Stadt Zürich kannibalisieren. Immerhin weisen die Kombivarianten zwischen News und Tagi recht günstige TLPs auf. Man sollte aber nicht vergessen, dass sich ein Drittel der Tagi-Leserschaft ausserhalb des Stammgebiets befindet, was je nach Strategie hohe Streuverluste verursachen kann.
Allen Mediaplanern, die sich noch an den Metropool-Vorgänger Swisspool (Tagi, BaZ, BZ, St. Galler Tagblatt und Neue Luzerner Zeitung) erinnern, dürfte zudem das Modul News + Metropool ins Auge stechen: Diese beiden Titel bringen gemeinsam eine grössere Auflage und eine ähnlich hohe Reichweite auf die Waage wie der Swisspool I in seinem letzten Jahr (2004). Dennoch ist ihr TLP ganze 18 Franken günstiger als seinerzeit beim Swisspool. Das zeigt: Bei Tamedia, BZM und Espace Media hat man aus der Vergangenheit gelernt und vermeidet es, allzu hochpreisig zu fahren. Andererseits will man wegen der guten Konjunktur mehr Werbegelder an sich binden.
Tagi, BaZ und BZ wollen den LeadEs überrascht nicht, dass sich Tagi, BaZ und BZ zusammen mit News im Goldenen Dreieck preislich auf den vordersten Rängen positionieren wollen. Hier beanspruchen sie klar den Lead, während sie für sprachregionale Werbestrategien durchaus Blick und heute zum Zug kommen lassen. Kurz: Mit Ringier wollen sich die drei Musketiere nicht anlegen.
Gegenüber der Mittelland Zeitung (MZ) kennen sie aber kein Pardon. Sie nehmen sie auch preislich in die Zange und lassen ihr im nationalen Markt praktisch keine Chance. Kunden, die bisher die MZ zum Metropool buchten, werden sich dies künftig zweimal überlegen, denn mit dem Kombi News + Metropool haben sie eine höhere Reichweite – und dies zu einem TLP, der 17 Franken günstiger ist als bisher.
Dasselbe gilt für Kunden, die primär das Mittelland abdecken wollen: Zwar kann das Modul News Mittelland im Alleingang der MZ kaum das Wasser reichen, doch jede Kombination – ob in Richtung Basel, Zürich oder Bern – ist günstiger und bietet erst noch mehr Reichweite als die MZ. Dies gilt nur, wenn News auch seine angepeilten Werte erreicht. Doch die MZ muss sich warm anziehen.
Markus Knöpfli
Die Grundlagen für diesen VergleichEigentlich hätten wir den vorliegenden Vergleich
gerne mit den Tarifen 2008 angestellt, doch da Basler Zeitung und Metropool ihre neuen Preise noch nicht publiziert haben, benützen wir hier die noch gültigen Tarife 2007. Die Tausend-Leser-Preise (TLP) haben wir dann aber – soweit vorhanden – auf der Basis der aktuellen Leistungen aus der Mach Basic 2007-2 errechnet.Bei News, Cash Daily und .ch
basieren die Kontaktzahlen zudem auf Verlagsangaben. Dabei ist festzuhalten, dass Ringier bei Cash daily von 1,3 Lesern pro verteiltes Exemplar ausgeht und auch noch 12’000 e-Paper-Kontakte hinzuzählt. Für News nehmen die beteiligten Verlage (etwas grossspurig) zwei Kontakte pro Exemplar an, während .ch-Initiant Sacha Wigdorovits für sein Blatt bescheidener mit 1,5 Lesern pro Exemplar (LpE) rechnet. Zum Vergleich: Der Blick kommt auf 2,9 LpE, 20 Minuten auf 2,7 (ohne Auflagenerhöhung im September), der Tages-Anzeiger auf 2,4, die Mittelland Zeitung auf 2,3, die Basler Zeitung auf 2,0, die Berner Zeitung auf 1,9 und heute auf 1,1 LpE. (mk) 
 
 
 

Im Text liegt die Würze

Käse Die Neue LGK in Bern und Zürich lanciert mit drei Filmen für Emmi das neue Convenience-Produkt Gerber Steak Fromage.

 
 
Käse Die Neue LGK in Bern und Zürich lanciert mit drei Filmen für Emmi das neue Convenience-Produkt Gerber Steak Fromage.  
Es ist bei Gourmets verpönt und beim Volksmund gleichzeitig hoch geschätzt: das legendäre Gerber-Fondue. Vertrieben wird es heute von Emmi, der in der Schweiz führenden Anbieterin von Milchprodukten. Zu den stärksten Marken unter dem Dach der Emmi Fondue AG gehört die geschichtsträchtige Marke Gerber. Dort wollen die Erfinder des Fertig-Fondue jetzt mit Gerber Steak Fromage einen zweiten Hit lancieren. Mit diesem rasch zubereiteten Produkt aus den beliebtesten Schweizer Käsesorten Gruyère und Raclette will sich Gerber  auch im wachsenden Markt für Backkäse positionieren.Für die schweizweite Lancierung ist die Neue LGK Bern/Zürich verantwortlich. Für eine rasche Bekanntmachung wurden zusammen mit Solid & Hallerfilm und Regisseur Rainer Binz drei TV-Spots realisiert. Analog zum Produkt – einer neuen Zubereitungsform für traditionelle Schweizer Käsesorten – serviert die Agentur Tradition einmal anders. In jedem Spot singt eine folkloristische Gruppe ein Schweizer Volkslied, das jeder kennt – aber nicht mit diesen Worten. Zu den Melodien von «Det ännet am Bärgli», «Mir Senne» und «Là-haut sur la montagne» singen sie Texte über das Gerber Steak Fromage. Begleitet werden die Spots von einem Inserat in der Coop-Zeitung.    
Andreas Panzeri

Medienjobs.ch und Werbewoche lancieren «Web2Web»-Stellenkombi

Mit «Web2Web» bietet das Jobportal Medienjobs.ch in Zusammenarbeit mit der Werbewoche ein neues Anzeigekombi, welches die Vorteile eines Online-Stellenmarktes mit der Präsenz in einem E-Mail-Newsletter vereinen soll

Der aus verschiedenen Industriezweigen bekannte Fachkräftemangel erreicht mittlerweile sogar die Schweizer Kommunikationsbranche. Mit «Web2Web» bietet das Jobportal Medienjobs.ch in Zusammenarbeit mit der Werbewoche ein neues Anzeigekombi, welches die Vorteile eines Online-Stellenmarktes mit der Präsenz in einem E-Mail-Newsletter vereinen soll. Eingebettet im Newsmail der Werbewoche, werden Stellenanzeigen auch von Fachpersonen beachtet, die nicht aktiv auf Stellensuche sind. Das neue Stellenkombi richtet sich an Firmen der Medien- und Kommunikationsbranche, die auf eine grösstmögliche, zielgruppenspezifische Reichweite angewiesen sind.

OSW bringt IP Multimedia an die Fasnacht

Die Basler Agentur OSW hat für die Vermarkterin IP Multimedia (Schweiz) eine Spezialanzeige für das lokal erscheinende Programmheft der Basler Guggen-Gala gestaltet. Sie zeigt einen Guggenmusiker auf dem Mond.

Die Basler Agentur OSW hat für die Vermarkterin IP Multimedia (Schweiz) eine Spezialanzeige für das lokal erscheinende Programmheft der Basler Guggen-Gala gestaltet. Das Resultat ist ein Auftritt, der einen Guggenmusiker im Astronautenanzug auf dem Mond, ergo ohne Publikum zeigt. Die Schlagzeile soll verdeutlichen, dass Guggenmusik ohne Publikum wie Werbung ohne IP Multimedia sei, teilte OSW mit. Die Hauptverantwortung für den Gesamtwerbeauftritt von IP Multimedia (Schweiz) liegt bei Spillmann/Felser/Leo Burnett. Verantwortlich bei IP Multimedia:
Tanja Kretz-Sägesser (Project Manager Communication), Tamara Reding (Head of IPM, Basel). Verantwortlich bei Oswald Siegfried Werbeagentur (OSW): Michael Oswald (AD), Nadine Siegfried (Beratung), René Fisch (Text).

In Flagranti: Kampagne für Bieler Tagblatt läuft an

Im Sommer hat die Lysser Werbeagentur In Flagranti das Budget des Bieler Tagblatts in einer Konkurrenzpräsentation gewonnen. Jetzt ist die Kampagne angelaufen.

Im Sommer hat die Lysser Werbeagentur In Flagranti das Budget des Bieler Tagblatts in einer Konkurrenzpräsentation gewonnen. Jetzt ist die Kampagne angelaufen. In Flagranti positioniert dabei das Bieler Tagblatt als eine Zeitung, dank der man weiss, was in der Umgebung passiert, wie es in einer Mitteilung der Agentur heisst. In einer ersten Werbewelle wird das Bieler Stadion thematisiert, ein 250-Millionen-Franken-Projekt, das Stadtpräsident Stöckli gegen einen immer kleiner werdenden Widerstand durch das Parlament brachte. In einem Sujet wird gefragt, ob das neue Stadion nach Stöckli benannt werden soll. In einem zweiten wundert man sich, wie es denn gelungen sei, den Widerstand zum Veschwinden zu bringen.Pro Jahr sind zwei solche Basiskampagnen mit Plakaten, Inseraten, Banner, Lokal-TV-Spot und Radiospot geplant. Zudem sollen je nach Aktualität weitere Kampagnen auch in den umliegenden Ortschaften laufen. Auf den Start hin wurden zudem neue Abo- und Frühzustellungsflyer sowie Gelegenheits- und Füllinserate kreiert.
Verantwortlich bei In Flagranti:
Lorenz Schmid, Sue Buri, Yves Kamber (Beratung); Marcel Wälti, Bettina Leiggener, Lorenz Killer (Grafik/Art Direction); Jon Andrea Florin, Simon Kümin (Text/Konzept).Verantwortlich beim Bieler Tagblatt:
Marcel Geissbühler (Gesamtleiter Medien); Eveline Harder (Leiterin Lesermarketing und Kommunikation); Catherine Duttweiler (Chefredaktorin).
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