Euro 08: SF bietet Unterhaltung

Die Euro 08 geht auch am Unterhaltungsprogramm des Schweizer Fernsehens nicht spurlos vorüber: Am Sonntag, 20. Januar, startet im Hauptprogramm auf SF1 die Quizsendung «Euro 2008 – Das grosse Städteduell».

 
Die Euro 08 geht auch am Unterhaltungsprogramm des Schweizer Fernsehens nicht spurlos vorüber: Am Sonntag, 20. Januar, startet im Hauptprogramm auf SF1 die Quizsendung «Euro 2008 – Das grosse Städteduell». Dabei wird in sechs Sonntagabendsendungen die beste Host City gesucht, wie die SDA am Donnerstag meldete. Es treten Teams aus den acht Euro-Gastgeberstädten der Schweiz und Österreichs gegeneinander an. Die Quizfragen drehen sich dabei einerseits um die 16 für die EM qualifizierten Länder, andererseits aber auch um die Eigenheiten der Veranstaltungsorte. Das Final findet am 24. Februar statt.Ebenfalls um den Fussball geht es in der zweiten Staffel der Sendung «Der Match», bei der ein von Fussballtainer Gilbert Gress trainiertes Prominententeam im Finale gegen ehemalige Fussballgrössen antritt. Von der ersten Staffel der Sendung in diesem Jahr liess sich laut SDA der Schweizer Euro-Partner Österreich überzeugen, er hat das Sendekonzept im Euro-Jahr übernommen.
Auch für die Kleinen hat SF im Eurojahr 08 etwas zu bieten: In der Fussball-Unterhaltungssendung «Kids am Ball», welche im April und im Mai auf SF2 ausgestrahlt wird, messen sich Kinder aus der ganzen Deutschschweiz in verschiedenen Ballspielen. Die 20 Gewinner dürfen als Escort-Kids an der Euro 08 zusammen mit einem Spieler ins Stadion einlaufen.

Neue Verlagsleiterin bei Aargauer Zeitung und Sonntag

Per Anfang 2008 wird Christine Rennhard neue Verlagsleiterin der Aargauer Zeitung und des Titels Sonntag. Sie nimmt Einsitz in die erweiterte Unternehmensleitung der AZ Medien Gruppe. Rennhard tritt die Nachfolge von Sabine Galindo an.

Per Anfang 2008 wird Christine Rennhard neue Verlagsleiterin der Aargauer Zeitung und des Titels Sonntag. Sie nimmt Einsitz in die erweiterte Unternehmensleitung der AZ Medien Gruppe. Rennhard tritt die Nachfolge von Sabine Galindo an. Die 44-jährige Christine Rennhard ist seit 2002 selbständige Kommunikations- und Unternehmensberaterin. Die Marketing- und Verlagsfachfrau mit einem Nachdiplomstudium als Corporate Communication Manager war von 1999 bis 2001 als Projektleiterin bei Ringier im Bereich Neue Medien tätig. 1995 bis 1998 war sie Verlagsleiterin im Habegger Verlag Zürich sowie Vizedirektorin und Mitglied der Geschäftsleitung des Mutterhauses Vogt-Schild/Habegger Medien in Solothurn. Von 1989 bis 1994 arbeitete sie als Product Managerin und anschliessend als Verlagsleiterin des Schweizerischen Beobachters.

Meier wärmt, und Meier ist cool

Raumtechnik Sulzer, Sutter hat einen neuen Markenauftritt für die stark erweiterte Walter Meier gestaltet.

 
Raumtechnik Sulzer, Sutter hat einen neuen Markenauftritt für die stark erweiterte Walter Meier gestaltet. 
Im Rahmen eines umfassenden Restrukturierungs- und Rebranding-Prozesses ist mit der neuen Unternehmensmarke Walter Meier der führende Schweizer Anbieter für alle Bereiche des Raumklimas entstanden. Bis anhin bekannte Namen wir Oertli Service, Vescal oder AxAir Kobra treten nun unter dem Namen Walter Meier auf.Sulzer, Sutter dramatisiert die neue Kraft im Markt mit der Kompetenz und dem bereits eingespielten Service in allen Bereichen des Raumklimas. Die Service-Techniker von Walter Meier werden mitsamt Fahrzeug in die Wüste, in die Arktis und in die Steppe geschickt, um zu heisses, zu kaltes oder zu trockenes Raumklima zu bekämpfen. Wer das dort kann, wird es auch in der Schweiz schaffen, wollen die Werber um Stratege Sven Oeschger und CD Michael Kathe damit zum Ausdruck bringen. Schliesslich gilt es auch in unseren Breitengraden immer häufiger, wechselnd mit sommerheissem  oder kurz darauf wintertrocken kaltem Raumklima umzugehen.
Die breit angelegte Kampagne startete im November in der Sonntagspresse und wird gefolgt von Inseraten in der Spezial- und Fachpresse. Flankierend dazu werden Kunden und Geschäftspartner mit einem Mailing informiert.
Sulzer, Sutter arbeitet seit zwei Jahren für Walter Meier und betreut für diesen Kunden die gesamte Werbung in der Schweiz.
Walter Meier ist ein weltweit tätiger Dienstleistungs- und Industriekonzern mit den Kompetenzen Klima und Fertigung. 2006 erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 1800 Mitarbeitenden einen Umsatz von 800 Millionen Franken. Walter Meier wurde 1937 in Zürich als Handelsunternehmen für Werkzeugmaschinen gegründet und ab 1972 von Reto E. Meier zum Konzern mit Standorten in 8 Ländern und Vertretungen in 75 Ländern ausgebaut. Die Aktien von Walter Meier sind an der SWX Swiss Exchange kotiert.   
Andreas Panzeri

Web 2.0 für Schweizer Unternehmen

Internet Reto Hartinger will den Unternehmen die Angst vor dem User Generated Content nehmen.

 
Internet Reto Hartinger will den Unternehmen die Angst vor dem User Generated Content nehmen. 
WW: Web 2.0 verändert das Verhalten der User. Was kommt da auf die Unternehmen und deren Marken zu?Reto Hartinger:
Nutzergenerierte Inhalte werden Unternehmen immer mehr beschäftigen. Sie müssen sich fragen, wie sie sich dem Online-Publikum öffnen wollen. Heute können wir bereits beobachten, dass Inhalte und Kommentare von Bloggern die Themenwahl von Redaktionen wesentlich mit beeinflussen.
Werden dieser Trend und das Web 2.0 nicht überschätzt?Ich denke nicht. Wir können uns der Entwicklung nicht entziehen. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass Communities für Unternehmen wichtiger werden. Firmen öffnen sich, lassen ihre Produkte bewerten und gewinnen so wichtiges Wissen, um Innovationen zu entwickeln. Auch in der Schweiz kann sich dem niemand entziehen.
Was macht denn die Communities so wertvoll?Nehmen wir das Beispiel Facebook, eine US-Community-Plattform. Von der Technologie her ist es nicht schwierig, die Website nachzubauen. Die Entwicklung würde wenig kosten. Facebook wurde aber mit 15 Milliarden Dollar bewertet. Nicht die Technologie hat ihren Preis. Auch nicht die Inhalte, sondern die User, die ihre Zeit auf der Website verbringen und sich dort vernetzen.
Gibt es Schweizer Beispiele, die ähnlich wie Facebook arbeiten?Es gibt noch wenige Sites in der Schweiz, die Erfahrungen haben mit dem Mitmachnetz. Die Betreiber von Travel.ch oder Facts.ch sind Schweizer Vorzeigebeispiele. Die Betreiber der Plattformen werden als Referenten an der kommenden Internetbriefing-Konferenz über ihre Erfahrungen sprechen.
Was sind die Themen bei diesem Anlass?Die Schweizer Experten werden über ihre Erfahrungen mit Online-Kommentaren und über die Diskussionskultur von Online Communities reden. Sie werden aber auch erzählen, wie man in der Schweiz eine kritische Masse von Usern für ein Projekt gewinnen kann.
Interview: Redaktion
Club der InternetverantwortlichenAn den Veranstaltungen des Internetbriefings
trifft sich die Schweizer Internetgilde. Es gehört dazu, wer auf Kaderstufe Internetprojekte leitet. Der Club versteht sich als eine Erfahrungsaustauschgruppe, die sich monatlich trifft und relevante Internetthemen behandelt. Der Club zählt rund 500 Mitglieder.
Nächste Konferenz:
«User Generated Content – Keine Angst vor dem Kunden». Das Mitmach-Web bietet grosse Chancen. Das Commitment der Nutzer mit der Site wird grösser. Sie kommen daher öfter wieder: Sie bewerten Angebote, generieren selber Inhalte und machen die Sites damit wertvoller. Das bringt auch neue Probleme mit sich. Vier Referenten von
renommierten Schweizer Websites zeigen, welche Probleme und Erfolge sie haben.
Datum:
22. 11. 2007Zeit:
15.00 – 19.15 UhrOrt:
NZZ, FalkenstrasseKosten:
Fr. 95.- für Mitglieder, Fr. 240.- für Nichtmitglieder
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Zu guter Letzt: Paparazzis leben länger

Der deutsche Bundesgerichtshof bewahrt uns vor einem möglichen Promibilder-Entzug. Er hat am Dienstag entschieden, dass Prominente Pressefotos über ihr Privatleben nicht vorbeugend verbieten lassen können. Grund für das Urteil war eine Klage von Franziska «Goldfranzi» van Almsick.

Der deutsche Bundesgerichtshof bewahrt uns vor einem möglichen Promibilder-Entzug. Er hat am Dienstag entschieden, dass Prominente Pressefotos über ihr Privatleben nicht vorbeugend verbieten lassen können. Grund für das Urteil war eine Klage von Franziska «Goldfranzi» van Almsick. Ihr ist das gleiche gemeine Schicksal widerfahren, das auch schon unseren Medienminister Moritz Leuenberger ereilte: Eine Zeitung erfrechte sich, Bilder der früheren Schwimmerin in Badehose zu zeigen. Abgelichtet wurde auch ihr Lebensgefährte. Das Paar war heimlich im Urlaub am Strand und beim Stadtbummel auf Sardinien fotografiert worden, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Van Almsick hatte daraufhin erreicht, dass die beklagten Verlage die schon veröffentlichten Fotos nicht noch einmal verbreiten. Dass war ihr aber nicht genug: Sie forderte auch, dass die Verlage für die Zukunft darauf verzichten, Bilder aus ihrem privaten Alltag zu zeigen. Dem schoben die Karlsruher Richter den Riegel vor: Es könne nicht im voraus beurteilt werden, ob Almsick ein Anspruch auf die Unterlassung der Veröffentlichung von ähnlichen Bildern zustehe. In jedem Einzelfall müsse zwischen dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit und dem Interesse des Abgebildeten am Schutz seiner Privatsphäre abgewogen werden. Was sind wir da froh – schliesslich bauen wir darauf, dass wir unseren tristen Alltag als Nicht-Promis aufheitern können mit Bildern von Boris Becker mit neuer Flamme, Britney Spears bei Starbucks oder Martina Hingis bei Sprüngli.

Lernprozess

René Worni über die schwankende Balance der Kräfte.

 
René Worni über die schwankende Balance der Kräfte.Wir erinnern uns: Im Herbst 2004 gaben NZZ und PubliGroupe ihre Kooperation bekannt. Damals hiess es, der erdbebengleiche Deal lasse bei den Medien im Grossraum Zürich keinen Stein auf dem anderen. Der NZZ war sozusagen über Nacht gelungen, drei begehrte Zürcher Landzeitungen an sich zu binden und weitere bereits zum Konzern zählende Titel wie etwa das St. Galler Tagblatt oder die Neue Luzerner Zeitung in der eigens dafür gegründeten Freien Presse Holding zu sammeln. Das NZZ-Credo lautete, die Unabhängigkeit der Regionalpresse zu stützen und zu fördern, und man sonnte sich, gewohnt sophisticated, im Lichte einer Retterin der Pressevielfalt. Ein Modell redaktioneller Zusammenarbeit, genannt Pressenetz, würde ausserdem der Regionalpresse kostengünstigen Content-Austausch erlauben und garantieren, dass die Redaktionen nicht bis auf die Knochen blankgespart werden müssten. Vor so viel Cleverness erschien der Branche Konkurrentin Tamedia strategisch weit im Abseits. Mit dem Bau eigener Regionalredaktionen griff man zu robusten Mitteln gegen die Landzeitungen, um allmählich aus der Defensive zu kommen.
Und heute? Die Schauplätze haben sich geändert, die Wettbewerber auch und mit ihnen das Gleichgewicht der Kräfte. Tamedia hat sich Espace einverleibt und wird – wer hätte das geahnt – im Verbund mit der Basler Zeitung ein Sammelbecken für die dazugehörenden Medien bilden, im Kern die voraussichtlich grösste Schweizer Medien-Plattform im Internet, verknüpft mit einer weiteren Neuplatzierung im gegenwärtigen Dickicht der Gratisblätter. Offenbar hat man bei Tamedia Wichtiges gelernt, wohl nicht zuletzt vom strategischen Verständnis an der Falkenstrasse. Man beherrscht jetzt alle Schattierungen denkbarer Kooperationen, solange beide Seiten davon profitieren. Da braucht sich der Stärkere seinen Partner nicht gleich einzuverleiben.
Heute ist es die NZZ, die im Abseits steht und sich Gedanken machen muss, was sie der rasant wachsenden Marktmacht der Werdsträssler entgegenhalten will. Dass sie mit der Publicitas im selben Boot fährt, mag einigen zudem als Schönheitsfehler erscheinen. Für viele Verlage ist die P nicht mehr sexy, sie gehen heute eigene Wege, wenn sie der Werbewirtschaft attraktive Angebote machen wollen.
> René Worni, Redaktor

SFLB und Publicis holen Anzeiger in Bronze

Spillmann/Felser/Leo Burnett und Publicis Zürich waren erfolgreich beim deutschen Kreativpreis «Die Anzeige». Die Agenturen dürfen sich über je einen «Anzeiger» in Bronze freuen.

 Spillmann/Felser/Leo Burnett und Publicis Zürich waren erfolgreich beim deutschen Kreativpreis «Die Anzeige». Die Agenturen dürfen sich über je einen «Anzeiger» in Bronze freuen. SFLB erhielt den Preis für die «Was, wenn»-Kampagne für den Tagesanzeiger. Auf die Shortlist hatten es zwei weitere Arbeiten von Spillmann/Felser/Leo Burnett geschafft: Die Helvepharm-Kampagne «Das bescheidene Pharmaunternehmen» sowie das Inserat «Wandtafel» für Helvetas.
Publicis holte die Auszeichnung für die Holzklötze-Anzeigen für Pastorini.
Mit Gold ausgezeichnet wurde «Post-it» für Doppelherz Lecithin von Scholz & Friends Hamburg sowie die Serie «Outstanding Talents» von Jung von Matt Hamburg für das Konzerthaus Dortmund.

Noëmi Nadelmann hinter Glas

Hörgeräte Die Zürcher Sopranistin Noëmi Nadelmann tritt im November nicht nur in einer gigantischen Inszenierung von «La Traviata» im Zürcher Hallenstadion auf.


Hörgeräte Die Zürcher Sopranistin Noëmi Nadelmann tritt im November nicht nur in einer gigantischen Inszenierung von «La Traviata» im Zürcher Hallenstadion auf. In diesen Tagen war sie auch im Zürcher Hauptbahnhof zu hören. Beziehungsweise nicht zu hören. Denn Nadelmann hat in einer schalldichten Glasbox gesungen. Mit der Aktion wollte Phonak demonstrieren, wie es gehörlosen Menschen geht, wenn sie nicht auf Phonaks moderne Technik vertrauen können. 

Swisscom übermittelt die Bilder der Euro 2008

Swisscom Broadcast wird die in den vier Schweizer und den vier Österreicher Stadien aufgenommenen Fernsehsignale in das internationale Übertragungszentrum der Uefa in Wien liefern.

 Swisscom Broadcast sorgt dafür, dass wir nächstes Jahr während der Europameisterschaft Fussball am TV schauen können: Sie wird die in den vier Schweizer und den vier Österreicher Stadien aufgenommenen Fernsehsignale in das internationale Übertragungszentrum der Uefa in Wien liefern. Von dort erfolgt die Verbreitung in alle Welt. Der Auftrag umfasst das gesamte Management und die Qualitätsüberwachung der Signalübertragung. Der Transport erfolgt in der Schweiz über das Netz von Swisscom Fixnet. In Österreich werden die Netzleistungen vom österreichischen Partner der Uefa bewerkstelligt.

Neue Köpfe, neue Standorte

Strukturwandel Vor knapp einem Jahr ist aus Lang, Gysi, Knoll die Neue LGK geworden.

 
Strukturwandel Vor knapp einem Jahr ist aus Lang, Gysi, Knoll die Neue LGK geworden.  
WW: Was hat sich seither hinter dem Namen Neue LGK entwickelt?André Benker:
Der Name Neue LGK bedeutet, dass die Agentur Lang, Gysi, Knoll sich nach ihrem Neustart mit neuen Leuten, neuen Inhabern und zwei neuen Standorten präsentiert. Hans Tanner und ich sind als neue Partner dazu gekommen. Die Neue LGK hat in diesem August in Zürich ein Büro eröffnet. In Bern sind wir Mitte September ebenfalls in neue Räume gezogen. Sowohl in Zürich wie in Bern sind beide Büros zwei Minuten zu Fuss vom Bahnhof. Deshalb sagen wir: Die Neue LGK ist eine Kommunikationsagentur, ein Team mit 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, eine Infrastruktur, eine Geschäftsleitung und zwei Büros.Was hat Sie an dieser Struktur von Lang, Gysi, Knoll gelockt?Hans Tanner:
André Benker und ich kennen uns schon lange vom ADC her. Wir haben immer wieder Möglichkeiten diskutiert, wie wir zusammenarbeiten könnten. Da bot sich die Gelegenheit, aus LGK miteinander etwas Neues zu machen.André Benker:
Wir ergänzen uns bestens. Er redet ein bisschen mehr (ist auch Halbkubaner). Ich rede etwas weniger (bin auch von hier). Ich bin Texter, er ist AD. Die Idee war, dass wir etwas gemeinsam aufbauen wollten, aber nicht bei null anfangen. Wir haben ein paar Optionen analysiert. Lang, Gysi, Knoll war die Agentur, mit der wir mit Abstand am meisten Ergänzungspotenzial und deshalb die grösste entwicklungsfähige Zukunft sahen. Wir kennen die Geschichte und die Leute der Agentur, denn wir haben beide als Freelancer für die alte LGK gearbeitet und verstehen uns auch auf einer menschlichen Ebene sehr gut. Was uns fast das Wichtigste war und ist. Wieso gerade die LGK?Benker:
Lang, Gysi, Knoll hat eine sehr seriöse und solide Struktur, sie ist schon seit Langem im Markt und ist vor allem in der Beratung stark sowie in der strategischen Planung. Diese Ergänzung haben wir gesucht. Hier können wir als Kreative unseren Teil einbringen. Gute und relevante Kreation braucht zwingend fundierte Beratung und Strategie. Das wissen wir beide. Tanner:
André und ich kommen aus Grossagenturen und haben bei grossen Geschichten unser Handwerk gelernt. Wir wollen aber beide jetzt in einem Umfeld arbeiten, das wir mitprägen und das so ist, wie wir es auch wollen. Wir wollen in einem Team von engagierten, talentierten und motivierten Leuten ganzheitliche Kommunikationslösungen entwickeln, an denen der «Chef» immer mit am Tisch sitzt und nicht nur an Schlusspräsentationen. Wie wird die Neue LGK in Zukunft positioniert sein?Tanner:
Wir wollen herausragende Kommunikation machen, mit einer relevanten Idee, da wir wissen, dass heutzutage nur so im Markt etwas bewegt werden kann. Wir möchten für Auftraggeber arbeiten, die genauso denken. Benker:
Eine gute Kommunikationsidee fällt nicht nur auf. Sie muss gleichzeitig den Kundennutzen des Produkts oder der Dienstleistung vermitteln. Um diesen relevanten und erfolgsversprechenden Kundennutzen zu finden, braucht es enge Zusammenarbeit und Vertrauen zwischen Agentur und Auftraggeber.Wie gross soll die Neue LGK werden?Benker:
Wir wollen wachsen, aber qualitativ vor quantitativ. Unsere aktuelle Grösse ist 23 Leute. Aber schlussendlich wollen wir die Grösse haben, die es braucht, um unsere Arbeit professionell machen zu können. Wir wollen grosse Mandate wie KPT oder die Post in ihrer ganzen Komplexität behandeln können. Neu haben wir auch Emmi und Schweizer Zucker sowie Greenpeace gewonnen. Wieso braucht es dazu zwei Büros?Tanner:
Zwei Standorte sind zwei Standort-Vorteile. Viele Grosskunden sind in den letzten Jahren vom Schweizer Markt verschwunden, weil sie fusioniert haben oder sie jetzt über ausländische Netzwerke ihre Werbung betreuen lassen. Viele Kunden schätzen es je länger je mehr, dass neben der nationalen, professionellen Kompetenz auch lokales Wissen in die Kampagnen einfliessen kann. Benker:
Man sieht es auch an den Zeitungen, wie die Lokalnachrichten an Bedeutung gewonnen haben. Das lokale Wissen wird wichtiger eingeschätzt als früher, siehe 20 Minuten.Wo werden Sie beide arbeiten?Benker:
Dort, wo es uns braucht. Wir beide werden wie alle Mitarbeitenden je nach Bedarf pendeln. Deshalb sind unsere Büros auch direkt neben dem Bahnhof gelegen und zu Fuss erreichbar. Die Berner kommen gerne mal nach Zürich arbeiten, und umgekehrt wird eine Abwechslung von den Zürcher Leuten ebenso geschätzt.Interview: Andreas Panzeri

Wie man sitzt, so isst man

Wohnen ViznerBorel hat mit Manifesto einen Spot für Ikea gedreht.

 
Wohnen ViznerBorel hat mit Manifesto einen Spot für Ikea gedreht. 
Zu viele Köche verderben den Brei, sagt der Volksmund. Der gleiche Volksmund liebt es aber auch, die Speisen in einer hübschen Küche zuzubereiten und im möglichst geschmackvoll eingerichteten Esszimmer zu speisen. «Wie man sitzt, so isst man», fasst die Werbeagentur ViznerBorel diesen Trend zum Schöner Essen zusammen.
Um diese Botschaft in einen Spot zu fassen, hat ViznerBorel für einmal den Volksmund Lügen gestraft, dass zu viele Köche den Brei verderben. Gleich 20 Köche kommen nämlich in dieser witzigen Geschichte mehrfach zum Einsatz. Der Film zur neuen Dining-Kampagne kommuniziert, dass die Esszimmereinrichtungen der Ikea selbst der kritischen Gilde von Top-Köchen standhalten. Auf diese wirken die reiche Auswahl wie auch die Qualität und der gute Preis so überzeugend, dass sie immer mehr auf den Geschmack kommen. Und so strömen immer mehr Köche zum Einkaufen in die Ikea, wo sie die einzelnen Esszimmereinrichtungen genau so testen, als sei es Gemüse auf dem Naschmarkt. Geprüft, getestet und für gut befunden, demonstriert uns schliesslich der Spot.
Dieser wurde im Ikea-Einrichtungshaus in Spreitenbach mit Reto Salimbeni und seiner Manifesto Films realisiert. Gedreht wurde an einem verkaufsfreien Sonntag bis in den frühen Montag hinein.
Flankierend zum Spot wird mittels Esszimmertyp-Test und einem Wettbewerb auf die Esszimmerwoche hingewiesen. Die Trägermedien sind Internet-Banner, Family-Mailing, Anzeigen und Flyers.   
Andreas Panzeri

Räuber und Gendarm

Storytelling Ein Alternate Reality Game ist eine Informationsschnitzeljagd. Dabei ist nie klar, ob man sich in der fiktiven oder realen Welt befindet.

 
Storytelling Ein Alternate Reality Game ist eine Informationsschnitzeljagd. Dabei ist nie klar, ob man sich in der fiktiven oder realen Welt befindet.  
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
In diesen Tagen treibt ein Clown in den US-Medien sein Unwesen. Dabei handelt es sich nicht um einen witzigen Zeitgenossen, sondern um einen der übelsten Verbrecherkönige. Die Rede ist von Joker, dem grössten Widersacher des Comic-Helden Batman. Ob auf Plakatwänden, in Zeitungen oder im Internet, überall hinterlässt der Fiesling seine Spuren. Begonnen hat alles mit einem einfachen Wahlplakat in der Metropole Los Angeles, auf dem ein gewisser Harvey Dent für den Posten als Bezirksstaatsanwalt kandidiert. Kaum im Aushang, wurde das Plakat jedoch verunstaltet. Harvey Dents Gesicht glich einer Clownfratze. Zur selben Zeit tauchte das Wahlplakat im Internet auf und linkte zu geheimnisvollen Webseiten, zu verwackelten Videos auf YouTube und zu merkwürdigen Bildrätsel im Internet.
Die Botschaften stammen nicht von einem Irren, der sich mit der Comicfigur einen Spass erlaubt, sondern sind Teil einer landesweiten Viral-Marketing-Kampagne von Warner Bros. zum neuen Batman-Film «The Dark Knight», der vermutlich im Sommer 2008 in die Kinos kommt. Statt den Film über klassische Kanäle zu bewerben, starteten die Filmproduzenten ein so genanntes Alternate Reality Game (kurz ARG). Hinter dem ungewöhnlichen Namen steckt eine clevere Werbestrategie, die in den USA äusserst populär ist.
Die Entstehung eines GenresAls Alternate Reality Game bezeichnet man ein auf verschiedene Medien zurückgreifendes Spiel, bei dem die Grenze zwischen fiktiven Ereignissen und realen Erlebnissen bewusst verwischt wird. Als eines der ersten ARG gilt «The Beast». Als Warner Bros. im Jahr 2001 Steven Spielbergs Science-Fiction-Film «AI» bewarb, fand sich auf dem Poster des Films neben den üblichen Namen der Schauspieler auch eine Würdigung für eine gewisse Jeannine Salla als «Sentient Machine Therapist». Damit nicht genug. Fans bemerkten schnell, dass die Filmposter verschlüsselte Telefonnummern enthielten. Mit dem Griff zum Hörer war man plötzlich Teil einer grossen multimedialen Schnitzeljagd, die über Wochen Zigtausende von Spielern auf der ganzen Welt beschäftigte. «Das war der Anfang eines wachsenden Genres, um auf eine neue Art und Weise Geschichten zu erzählen», so Steve Peters kürzlich im ORF, der das Spiel zusammen mit der Agentur 42-Entertainment entwickelte.
Spielbergs AI-Kampagne folgte eine ganze Reihe weiterer netzbasierter Rätsel. Es folgten Kampagnen für das Microsoft-Videospiel Halo 2 oder die Mysteryserie Lost. Für Halo 2 zeigten sich die Spielentwickler besonders kreativ. Statt das Spiel mit einem verwackelten Trailer im Kino zu starten, schickte man potenziellen Halo-2-Videospielern Gläser mit Honig zu. Inmitten der klebrigen Masse fand sich ein Hinweis, der zu einer Website führte. Von dort aus gelangten Spieler wiederum zu Telefonzellen weltweit, die zu einer vorgegebenen Zeit angerufen wurden. Das knifflige Rätsel um Halo 2 war über Wochen Thema in den Medien und dauerte 16 Wochen.
Einsatz der MittelTreibende Kraft einer solchen Schnitzeljagd ist die menschliche Neugier, die fast immer mit einem kleinen Einblick in ein grosses, gut behütetes Geheimnis gekitzelt wird. Gamedesigner erschaffen meist eine in sich geschlossene Welt im Web, die vielleicht hundert Seiten tief ist. Dort platzieren sie geheimnisvolle Hinweise und erzählen rätselhafte Geschichten, die nur durch aufwendige Recherchen aufgelöst werden können. Um eine ARG-Geschichte zu gestalten, werden alle möglichen Medien genutzt: Fotos auf Community-Seiten wie Flickr, Clips auf Plattformen wie YouTube und Audiodateien auf iTunes. Dabei werden die Hinweise nicht nur in den digitalen Medien platziert, sondern auch in der Presse in Form von falschen Zeitungsanzeigen oder Plakaten. Die Schnitzeljagden sind sehr facettenreich. Längst ist es beispielsweise zum Standard geworden, in Puzzles GPS-Daten zu verstecken.
 
Für Gamedesigner wie Adrian Hon, der anlässlich der diesjährigen Gamehotel-Konferenz in Zürich über die Entwicklung von Alternate Reality Gaming sprach, werden solch interaktive Schnitzeljagden für die Werbebranche wichtiger, weil sie die Welt zum Spielplatz machen. Viel sei dazu meist nicht nötig. Im Prinzip könne mit ein paar Bildern, mit einem E-Mail-System und einer guten Geschichte mehr erreicht werden als mit aufwendig produzierten Filmen, einem Flashgame oder sonstigem «Tamtam». Der Spiel-Designer von der Spielagentur Mind Candy mit Sitz in London entwickelte in diesem Jahr die erfolgreiche Kampagne «Frozen Indigo Angel». Der englische Radiosender BBC 1 macht damit auf das «Radio 1 – Big Weekend Festival» aufmerksam. Tausende Spieler versuchten das Rätsel hinter einem gewissen Paul Denchfield zu lösen, der seine Spuren in Podcasts, Blogs und Foren hinterliess. «Durch ARGs entstehen Gemeinschaften, die kollaborativ Probleme lösen», meint Adrian Hon. Zu üblichen Viralkampagnen ein grosser Unterschied. Während viele Unternehmen Videoplattformen wie YouTube mit Viralspots überschwemmen, müssen in Alternate Reality Games Probleme gelöst werden, die bei den Teilnehmern für Nervenkitzel und Spannung sorgen. Doch was haben Firmen davon, wenn die Zielgruppe fleissig Rätsel löst, dabei nichts über das zu promotende Produkt lernt? Adrian Hon: «Die Kampagnen bringen das Produkt ins Gespräch.» Das sei heute oft mehr wert als eine aggressive Werbekampagne, so der Spiel-Designer. So können praktisch alle grossen Alternate Reality Games in den USA auf einen erfolgreichen Kampagnenverlauf zurückblicken. Für das Magazin Technology Review des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist klar: «So sieht die Zukunft des Spiels aus.»
Christian Lüscher
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