Wemf-Reglement Auflagenbeglaubigung wird revidiert

Die Wemf hat aufgrund von Vorstössen des Verbands Schweizer Presse und einzelner Verlage beschlossen, ihr Reglement für die Auflagenbeglaubigungen erneut zu ändern.

 Die Wemf hat aufgrund von Vorstössen des Verbands Schweizer Presse und einzelner Verlage beschlossen, ihr Reglement für die Auflagenbeglaubigungen erneut zu prüfen. Das aktuell gültige Reglement wurde im Jahr 2004 erstellt und im April 2006 mit der externen Prüfung durch Treuhandgesellschaften ergänzt. Folgende Änderungen sind laut einer Mitteilung des Verbands Schweizer Presse geplant: Die Gratisauflage wird in der Erfassung und in der Publikation spezifiziert. Neu soll es folgende Unterkategorien geben: Haushaltstreuung, Handverteilung, Selbstbedienung, Zielversand. Der adressierte Versand an eine Zielgruppe wird umbenannt in «Zielversand». Der Versand an mehrere, wechselnde Zielgruppen soll neu «Wechselzielversand» heissen, er wird jedoch nicht erfasst. Ausserdem gibt es keine Unterscheidung mehr zwischen der Wemf/SW-Beglaubigung und der Bestätigung Post. Neu sollen dafür alle Beglaubigungen «Wemf/SW-Beglaubigung» heissen und werden sowohl einen Eintrag in die VSW-Datenbank als auch in das Wemf-Bulletin erhalten.
Die Triage betreffend Beglaubigungsprozess soll neu über die VSW-Presse-Typologie geregelt werden: 1000er (Tages-, Wochen-, Sonntagspresse) und 2000er (Publikums-, Finanz-, Wirtschaftspresse) werden von externen Prüfgesellschaften (E&Y, PWC) geprüft. Die Titel können die zur Auswahl stehenden Prüfgesellschaften auswählen. In der letzten Projektphase der Reglementsrevidierung werden Zusatzkriterien evaluiert, die es kleinen Verlagen mit 1000er/2000er Titeln auch erlauben soll, über die Wemf geprüft zu werden. Ausserdem werden 3000er-Titel (Spezialpresse) und 4000er-Titel (Fachpresse) von der Auflagenbeglaubigung Wemf geprüft. Diesen Titeln wird es zudem freigestellt, ob sie dennoch von den Prüfgesellschaften kontrolliert werden wollen. Die definitive Ausgestaltung des Preismodells und Berechnung des Business Cases erfolgt noch.

Schazo und Zuvo mit gemeinsamer Frühzustellung

Die Schaffhauser und die Zürcher Zustellorganisationen Schazo und Zuvo legen ihre Frühzustellung in rund 50 Gemeinden in den Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich zusammen.

 Die Schaffhauser und die Zürcher Zustellorganisationen Schazo und Zuvo legen ihre Frühzustellung in rund 50 Gemeinden in den Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich zusammen. Die Zuvo, eine gemeinsame Tochter von NZZ und Tamedia, übernimmt zu diesem Zweck 50 Prozent der Aktien der Schazo von der Inhaberin Meier & Cie., welche die Schaffhauser Nachrichten herausgibt. Im Gegenzug stellt die Schazo ab dem 1. Januar 2008 den Tages-Anzeiger und die Neue Zürcher Zeitung in der Region Schaffhausen zu. Zudem erweitert sie ihr Angebot am Wochenende mit der Zustellung der NZZ am Sonntag, des Sonntagsblick und der Sonntagszeitung. Durch die Zusammenarbeit werden in der Region Schaffhausen rund 5,5 Stellen im Verträgernetz abgebaut.
Mit der Zusammenarbeit wollen die beiden Organisationen in der Nordostschweiz ihr Angebot und ihre Reichweite in der Frühzustellung weiter ausbauen, wie es in einer Mitteilung heisst. Bereits 2005 hatte die Zuvo die Zustellung des Winterthurer Landboten in der Region Winterthur und der Thurgauer Zeitung im Thurgau übernommen. 2006 integrierte die Zuvo zudem die Frühzustellung der Firma Prisma im Raum St. Gallen. Insgesamt bedient die Zuvo nach der nun vereinbarten Kooperation in Schaffhausen rund 930’000 Haushalte in der Nordostschweiz.

Teaserkampagne von Publicis für F24-Format der APG

Die APG hatte am 7. November eine Teaserkampagne gestartet, um die nationale Einführung des neuen Grossformats F24 zu bewerben. Die am Mittwoch in den Aushang gelangende Auflösung führt den Werbekunden die Vorteile der neuen Flächen spielerisch vor Augen.

Die APG hatte am 7. November eine Teaserkampagne gestartet, um die nationale Einführung des neuen Grossformats F24 zu bewerben. Die am Mittwoch in den Aushang gelangende Auflösung führt den Werbekunden die Vorteile der neuen Flächen spielerisch vor Augen. Für die Teaser-Plakatkampagne verantwortlich zeichnet die Zürcher Agentur Publicis. Laut einer Mitteilung der APG schreiten die Beschaffungs- und Umbauarbeiten für das erste neue Format seit 20 Jahren planmässig voran. Bis Ende dieses Jahres sind in einem ersten Schritt rund 800 Flächen geplant. Der Endausbau des F24 bis in zwei oder drei Jahren sieht insgesamt 2’000 Flächen vor. Aufgrund der Dimensionen eigne sich das neue Format für den gebietsabdeckenden, homogenen Einsatz, schreibt die APG weiter. Per 31. Dezember dieses Jahres nimmt die Aussenwerberin alle ihre bisherigen Zwölf-Quadratmeter-Flächen aus dem Angebot.
Verantwortlich bei Publicis:
Markus Gut (CD), Ralph Halder (AD), Nik Hodel (Grafik), Roy Spring (Text), Suzana Kovacevic (Art Buying), Christian Siegrist/Claudia Camenisch/Judith Schulte (Beratung), Marcel Kohler/Andreas Caruso (Produktion).

Relaunch von Snowactive

Zeitschrift Das Magazin Snowactive wurde einem kompletten Redaktions- und Design-Relaunch unterzogen. Verantwortlich für den Relaunch zeichnet die Corporate-Publishing -Agentur Brandl & Schärer.

 
Zeitschrift Das Magazin Snowactive wurde einem kompletten Redaktions- und Design-Relaunch unterzogen. 
Die redaktionellen Inhalte wurden klar strukturiert und mit neuen Design-Elementen mit viel Bild- und weniger Textanteil für die Leserschaft spannend und lebhaft inszeniert.Snowactive ist das einzige Schneesportmagazin in seiner Art in der Schweiz und erscheint siebenmal im Jahr von November bis Mai in einer Auflage von 62’000 Exemplaren in deutscher und 23000 Exemplaren in französischer Sprache. Es berichtet über Trends, Facts und News im nationalen und internationalen Ski- und Schneesport.
Das Magazin erreicht alle Mitglieder von Swiss-Ski und ist zudem am Kiosk und im Abonnement erhältlich. Verantwortlich für den Relaunch zeichnet die Corporate-Publishing-Agentur Brandl & Schärer in enger Zusammenarbeit mit Redaktion und Herausgeberin.
www.brandl.ch

Die Wemf wird aufgewertet

Auflagen Der Verlegerverband macht die Beglaubigungen etwas transparenter und wertet gleichzeitig die Wemf auf.

Auflagen Der Verlegerverband macht die Beglaubigungen etwas transparenter und wertet gleichzeitig die Wemf auf.Ein Verlag, der seine Printauflagen nach dem Wemf-Auflagereglement beglaubigen lässt, kann diese künftig als «Wemf/SW-beglaubigt» bezeichnen (wobei SW für Verband Schweizer Werbung steht) – egal, ob sie von externen Treuhandgesellschaften oder von der Wemf selbst geprüft wurden. Zudem werden künftig alle beglaubigten Auflagen im Wemf-Bulletin publiziert und in die VSW-Datenbank eingetragen. Dies hat der Verband Schweizer Presse beschlossen. Bisher gab es eine Ungleichbehandlung. Denn gemäss Reglement von 2004 mussten die Tages-, Wochen- und Sonntagspresse sowie die Publikums-, Finanz- und Wirtschaftspresse ihre Auflagen aufwändiger durch externe Gesellschaften prüfen lassen, dafür wurden ihre Titel auch im Wemf-Bulletin und in der VSW-Datenbank eingetragen. Die Spezial- und Fachpresse sowie die übrigen Titel konnten sich zwar von der Wemf prüfen lassen, sie erschienen aber lediglich auf einer internen Liste zuhanden der Post (so genannte «Bestätigung Post»).Diese Ungleichbehandlung hat ab 2008 ein Ende. Der Verband Schweizer Presse hat das Auflagereglement entsprechend angepasst. Die unterschiedlichen Beglaubigungsverfahren durch externe Gesellschaften beziehungsweise durch die Wemf bleiben allerdings aufrecht. Neu dürfen aber auch Spezial- und Fachpresse die teurere Variante wählen. Und noch ein Punkt wurde geändert: Die Gratisauflage eines Titels wird neu nach den Kategorien Haushaltstreuung, Handverteilung, Selbstbedienung und Zielversand ausgewiesen (letzteres statt des bisherigen adressierten Versandes). Dies kommt insbesondere der Fach- und Spezialpresse entgegen.    
Markus Knöpfli

Leserbrief: Hostettler erneut auf Wanderschaft…

Leserbrief Andy Hostettler tritt mit seiner TBWA nun also aus dem bsw aus. Etwa weil es disruptiv ist? Oder weil er Kohle sparen will? Man darf spekulieren.

Werbewoche vom 8. November 2007Andy Hostettler tritt mit seiner TBWA nun also aus dem bsw aus. Etwa weil es disruptiv ist? Oder weil er Kohle sparen will? Man darf spekulieren.Tatsache ist, dass sich der bsw natürlich nicht allein um Regeln kümmert (welche auch in einem gut funktionierenden Markt ab und zu ganz hilfreich sein können und sowohl Agenturen als auch Auftraggebern manche Diskussion vereinfachen), sondern sich zum Beispiel auch in der Weiterbildung stark engagiert (ADC/ BSW-Kreativschule, Intensiv-Seminare Strategische Planung und Crossmedia, Workshops zu Verhandlungstechnik, Vertragsgestaltung, Modelllehrgang Kaufmännische Grundbildung etc.).
bsw leading swiss agencies setzt sich bei allen Branchengremien sowie bei den Medien und auch bei den Auftraggebern für die Interessen und Anliegen der Agenturen ein. Beim bsw Mitglied zu sein, ist also nicht allein konventionell, sondern auch ein Akt der Solidarität mit den Branchenkollegen in einem zunehmend härter umkämpften Markt.
bsw leading swiss agencies sorgt für Transparenz und für Fair-ness im Markt. Dazu gibt es beispielsweise den Code moral des bsw und den Pitch-Guide. Darin verpflichten sich die Mitglieder zu fairem und transparentem Verhalten untereinander und bei Wettbewerbspräsentationen.
Und es gibt (nach 5 Jahren erstmals wieder) das Ranking. Da sehen die Auftraggeber, wie gross ihre aktuellen oder künftigen Agenturpartner wirklich sind und über welche Ressourcen sie verfügen. Hier fehlt allerdings die TBWA. Die Agentur hat sich dem Ranking verweigert und deklariert sich nach dessen Publikation nun ohne Nachweis als Top- 5-Agentur. Dies ist zwar unkonventionell, aber auch unfair. TBWA ist für den bsw klar keine Top-5-Agentur – zumindest so lange nicht, bis die Agentur Transparenz schafft und dem Verband die entsprechenden Zahlen liefert.
Im Sinn von Solidarität und Transparenz ist TBWA herzlich eingeladen, den Austritt aus dem bsw zu überdenken und sich wieder gemeinsam mit den anderen Agenturen aktiv um die Entwicklung der Branche zu bemühen.
Walter Merz, Geschäftsführer bsw leading swiss agencies

Online-Kurs ausgezeichnet

Weiterbildung Knapp 1700 Teilnehmer haben am ersten Online-Kurs Corporate Publishing der Schweizerischen Post teilgenommen. Der gelbe Riese verbucht dies als grossen Erfolg.

Weiterbildung Knapp 1700 Teilnehmer haben am ersten Online-Kurs Corporate Publishing der Schweizerischen Post teilgenommen. Am ersten Online-Kurs «Corporate Publishing» der Schweizerischen Post haben knapp 1700 Interessenten teilgenommen. Andrea Hirschi, Produktmanagerin für die Online-Lehrgänge der Post, verbucht diese Zahl als grossen Erfolg. Zumal die Teilnehmer ihr Wissen nicht nur in mehreren Lektionen gelernt, sondern in einer Online-Abschlussprüfung auch bewiesen haben. Mitentwickelt wurde der Kurs von Schweizer Mitgliedern des FCP. Mit dem Abschluss des CP-Kurses erreichte Hirschi die Nachricht, dass die komplette Kursreihe der Schweizerischen Post das Comenius EduMedia-Siegel 2007 der Kategorie wirtschaftlich-kaufmännische Bildung erhalten hat. Mit der Auszeichnung ehrt die Berliner «Gesellschaft für Pädagogik und Information» jedes Jahr besonders gelungene didaktische Multimediaprodukte. Im Fall Schweizerische Post lobten die Juroren die Praxisnähe und Verständlichkeit der Kurse.
Die Ehrung erreicht den Corporate-Publishing-Kurs nicht allein: Insgesamt neun kostenlose Online-Kurse veranstaltet die Post. Zu den Themen zählen E-Mail-Marketing, Werbebriefe texten, Events und Messen, Adress-Management oder Telefonmarketing.
Forum Corporate Publishing

LZ Medien baut Unternehmensleitung um

Die Unternehmensleitung der LZ Medien Holding wird per nächstem Jahr vergrössert und verändert. Thomas Bornhauser, Chefredaktor der Neuen Luzerner Zeitung, wird neues Mitglied der Unternehmensleitung. Daniel Ettlinger ersetzt Anton Schaller, den Geschäftsleiter der Multicolor Print.

Die Unternehmensleitung der LZ Medien Holding in Luzern wird auf Jahresbeginn vergrössert: Einsitz in das oberste operative Gremium nimmt Thomas Bornhauser, der Chefredaktor der Neuen Luzerner Zeitung und ihrer Regionalausgaben. Der 52-jährige Bornhauser war von 1993 bis 1995 Chefredaktor der Luzerner Zeitung und leitet seit deren Fusion mit den LNN die grösste Tageszeitung der Zentralschweiz. Mit der Einbindung des Chefredaktors in die Unternehmensleitung wolle er der Publizistik innerhalb des Medienhauses ein stärkeres Gewicht geben, wird CEO und VR-Delegierter Erwin Bachmann dazu in einer Mitteilung zitiert. Bachmann führt wie bisher den Vorsitz der Unternehmensleitung.
Bei der Akzidenzdruckerei Multicolor Print in Baar ersetzt Daniel Ettlinger auf Anfang 2008 den bisherigen Geschäftsleiter Anton Schaller, der Ende Februar 2008 in Pension geht (siehe
). Er wird auch die Nachfolge Schallers in der Unternehmensleitung übernehmen. Wie bisher sind Jürg Weber, Geschäftsleiter der Neuen Luzerner Zeitung sowie Jörg Schnyder, CFO und Geschäftsleiter der LZ Management, Mitglieder der Unternehmensleitung; Jörg Schnyder bleibt weiterhin Stellvertreter des CEO.
Das engere Kader der LZ-Gruppe erhält zudem Verstärkung: Joachim Freiberg, Geschäftsleiter Radio Pilatus, sowie Heinz Meyer, Leiter Verkauf Innendienst und stv. Geschäftsleiter der Multicolor Print, stossen zur Führungscrew.
Bildlegende:
Die neue Unternehmensleitung der LZ Medien Holding (von links): Jürg Weber, Thomas Bornhauser, Erwin Bachmann, Daniel Ettlinger, Jörg Schnyder

Lieber Leser, aus Kostengründen kannst du uns gestohlen bleiben

US-Verlage Zeitungen in Amerika nehmen Auflagenkürzungen in Kauf, wenn sie damit Kosten sparen können.

 
US-Verlage Zeitungen in Amerika nehmen  Auflagenkürzungen in Kauf, wenn sie damit Kosten sparen können. Jahr für Jahr gibt das amerikanische Audit Bureau of Circulations (ABC) neue alarmierende Statistiken heraus, die auf einen kontinuierlichen Schwund der Auflagen bei den Tageszeitungen hinweisen. Ebenso Jahr für Jahr springt die Presse auf den Zug auf und zitiert Experten, die den baldigen Tod der gesamten Branche voraussagen. Doch in den Geschäftsetagen vieler grosser US-Zeitungen, wie der Los Angeles Times, der Chicago Tribune oder des San Francisco Chronicle, hat sich eine neue Überzeugung festgesetzt: Hört auf, jedem einzelnen Abonnenten hinterher zu laufen, und führt bewusst Auflagenverluste dort herbei, wo es am Ende Kosten spart.
«Das ist eine vernünftige Überlebensstrategie für Zeitungen», urteilt Colby Atwood, Präsident der Zeitungsberatungsfirma Borrell Associates. «Sie wollen die Auflage weniger quantitativ, als vielmehr qualitativ stärken.» Die Auflage wird häufig da eingeschränkt, wo sich die Distribution im weitläufigen Amerika geografisch schwierig gestaltet. Die Verlage konzentrieren sich lieber verstärkt auf die demografischen Strukturen ihrer Verbreitungsgebiete und versuchen den Werbekunden zu vermitteln, dass ihre Leserschaft für gewisse Marketer besonders begehrt sein könnte, was wiederum bedeutet, dass sie höhere Preise für die Anzeigen verlangen können – obwohl die Auflage etwas kleiner ist.
Die Verlage besinnen sich damit auf eine Einnahmequelle, die für sie schon immer am wichtigsten war: die Werbekunden. Denn im Durchschnitt kommen 80 Prozent des Umsatzes einer Zeitung in den USA durch Werbung herein und nur 20 Prozent durch Abonnemente. «Die Verlage zielen auf eine höhere Penetration in jenen Gegenden ab, die besonders wichtig für sie sind», erklärt Atwood den Trend zum qualitativen Gesundschrumpfen.
Zeitungen wie etwa die Dallas Morning News, die zum Belo-Konzern gehört, beschränken ihre Distribution seit etwa einem Jahr auf einen Radius von 200 Meilen. Belo, der mit seinen weiteren drei Zeitungen eine ähnliche Strategie verfolgt, spart auf diese Weise rund acht Millionen Dollar jährlich. Die US-Zeitungen haben im Vergleich zum Jahr 2000 rund 10 Prozent weniger Zeitungen verkauft und mussten also einen Auflagenverlust von 1,3 Prozent jährlich hinnehmen. Verglichen mit der Magazinbranche sei dies allerdings eine «langsame Entwicklung» sagt Jason Klein, Präsident des Marketingverbandes National Newspaper Network (NNNLP). Denn die Auflage der Magazinindustrie sei in den vergangenen 25 Jahren um 27 Prozent gesunken, während es bei den Zeitungen bloss 11 Prozent waren.
Illoyale Leser zu binden, ist enorm teuerAuch beim Marketing ergeben sich durch diese neue Praxis erhebliche Einsparungen für die Verlage. Vergab man früher grosszügige Preisnachlässe an neu geworbene Abonnenten, so will man diese heute lieber wieder loswerden, weil die damit verbundenen Kosten den Aufwand nicht wert sind. Einst so begehrte Distributionsziele wie Hotels, Krankenhäuser oder Schulen, in denen die Blätter häufig kostenlos aufgelegt wurden, gelten als nicht mehr attraktiv für die Verlage, weil die Zeitungen häufig überhaupt nicht gelesen werden.
Konzentration auf homogene, gut dokumentierbare LeserkreiseLaut dem Zeitungsverband Newspaper Association of America (NAA) kostet die Neuanwerbung eines Abonnenten heute 68 Dollar, doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. Doch diese so geworbenen Neuleser sind in der Regel schwer zu halten und steigen nach Ablauf der Discountperiode schnell wieder aus. Vor allem die Los Angeles Times wird in der Branche als Vorreiterin gesehen, die kaum noch Promotions oder Eigenwerbung betreibt und sich lieber auf einen loyalen Leserstamm verlässt.
«Die Auflage ist nur noch für jene Unternehmen ein wichtiges Messinstrument, die den Zeitungen Werbung beilegen. Oder für Journalisten, die in der Schule gelernt haben, dass es bloss auf die Höhe der Auflage ankommt», sagt Bill Murray vom Zeitungsverband NAA. Er weist darauf hin, dass die Verlage zunehmend die Anzahl der Leser messen statt die Auflage. Weil die Qualitätsleser der Zeitungen, welche die Produkte tatsächlich lesen und einer bestimmten Demografie angehören, immer wichtiger werden, haben bereits 500 Zeitungen begonnen, nicht nur die Auflagenzahlen, sondern auch demografische Daten an die ABC zu liefern. Sie sind seit Anfang November unter dem Titel Audience-Fax auch für Werbekunden einsehbar.
David Cole, Chefredaktor der Branchenpublikation NewsInc, weist darauf hin, dass eine ganze Reihe von Zeitungen lange Zeit eine so genannte «vanity circulation» pflegte, also ein Stück Auflage, das nur für Repräsentationszwecke gedacht war.
«Zeitungen wie die Baltimore Sun etwa vertrieben ihr Blatt nur deshalb in Anapolis, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Maryland, um den Gesetzgebern vor Ort den Eindruck zu vermitteln, dass sie in der Landeshauptstadt über Präsenz verfüge, auch wenn niemand dort die Zeitung abonniert hatte», erklärt Cole. «Eine teure Praxis, die den Werbekunden völlig schnuppe ist».
Gerti Schön, New York

«Zeitungen haben Potenzial»

Vier Fragen an den Gründer des Awards und Zeitungs-Designer Norbert Küpper, der zuletzt für die Zeitungsgruppe WAZ tätig war. Im Interview mit der Werbewoche lobt er die skandinavischen Blätter.

 
Vier Fragen an den Gründer des Awards und Zeitungs-Designer Norbert Küpper. 
WW: Der European Newspaper Award findet 2009 zum neunten Mal statt. Warum treiben Sie jedes Jahr den riesigen Aufwand eines Wettbewerbs?Norbert Küpper:
Ich glaube, dass die gedruckte Zeitung noch Entwicklungsmöglichkeiten hat. Beispiele aus Skandinavien, den Niederlanden, Grossbritannien, Spanien können auch im deutschen Sprachraum angewandt werden und so zu einer Weiterentwicklung des Mediums Zeitung führen. In den Kategorien Konzept und Innovation versuchen wir auch, inhaltliche Ideen stärker zu berücksichtigen. Das Konzept unserer heutigen Zeitungen ist ja bereits Ende des neunzehnten Jahrhunderts entstanden. Es wäre durchaus möglich, neue Wege zu gehen oder zumindest die besten Ideen aus vielen Zeitungen zusammenzutragen und eine Weiterentwicklung der eigenen Zeitung zu erzielen.Wo steht denn die Schweiz im europäischen Vergleich?Zeitungmachen ist tief in der kulturellen Tradition der Länder Europas verwurzelt. Daher unterscheiden sich Europas Zeitungen auch mehr als z. B. amerikanische. Als führend, was den Umgang mit Bildern angeht, würde ich die Zeitungen in Schweden und Norwegen bezeichnen. Die Schweizer Zeitungen fallen im Wettbewerb auf durch ihre visuelle Klarheit. Die Typografie ist sehr ausgefeilt, und die Seitenlayouts sind perfekt. Es fehlt aber im europäischen Vergleich der kraftvolle Umgang mit Bildern. Das gilt übrigens auch für Deutschland und Österreich.
Wo liegen die Ursachen für den unterschiedlichen Umgang mit Bildern? Im deutschen Sprachraum hat es Tradition, dass die Redaktoren ihre Seiten selbst layouten. Man wird Journalist, wenn man sich für Sprache interessiert, wenn man gut schreiben kann. Da ist es verständlich, dass man dem Text den Vorzug gibt. Dann werden die Bilder eher kleiner.
Welche Zeitungen haben Sie denn in letzter Zeit beraten? Im März 2007 habe ich den Anzeigenteil der Zeitungsgruppe WAZ überarbeitet und eine Werbekampagne für die verschiedenen Anzeigenmärkte dieser Zeitungsgruppe entwickelt. Ende 2006 habe ich die Fachzeitschrift Automotive News Europe neu gestaltet und im September dieses Jahres das Mindener Tageblatt.

Eine Frage des Stils

Schmuck KSB/SJ hat für Bucherer die Imagekampagne «Ladies & Gentlemen» sowie eine Produktekampagne für die Schmucklinie «Lacrima» gestaltet.

Schmuck KSB/SJ hat für Bucherer die Imagekampagne «Ladies & Gentlemen» sowie eine Produktekampagne für die Schmucklinie «Lacrima» gestaltet. 
Mode kommt und geht, aber Stil und klassische Eleganz bleiben. Deshalb steht dieses Thema auch im Mittelpunkt der neuen Imagekampagne des Branchenleaders Bucherer. Als Kernaussage hat die Agentur Krieg Schlupp Bürge/ Springer & Jacoby formuliert: «Nur Stil und Niveau unterstreichen die eleganten Auftritte von Ladies und Gentlemen.»Fürs Erste sind sechs neue Sujets entstanden, die charakterstarke, stilsichere Menschen porträtieren. Diese akzentuieren ihren ausgewählten Geschmack mit Kostbarkeiten von Bucherer. Denn für sie ist Luxus eine Einstellung, weshalb sie sich auch keinem kurzfristigen Trend unterwerfen.
Diese Haltung wird von CD Uwe Schlupp und Texterin Judith Stoletzky unterstrichen durch Schlagzeilen, die mal pointiert und prägnant Stellung beziehen, mal trocken und unterkühlt von grösstem Understatement zeugen. Zum Beispiel mit einem subtilen Seitenblick auf die Medienszene: «Heutzutage glaubt jede Frau, Style zu haben. Aber welche hat noch Stil?» Oder: «Der Verstand einer Frau sollte immer einen Hauch brillanter sein als ihr Schmuck.» Und schliesslich gesellschaftlich abgeklärt: «Bedauerlicherweise gehört der Gentleman zu den vom Aussterben bedrohten Arten.»
Für diese Kampagne hat KSB/SJ die Starfotografin Mary McCartney gewinnen können. Ihr Porträt-Palmares zieren illustre Namen wie Kate Moss, Lou Reed und Jude Law. Und auch bei der Hochzeit von Madonna und Guy Ritchie war es Mary McCartney, die exklusiv hinter der Kamera stand. «Ihr Talent, starke Persönlichkeiten bildlich einzufangen, hat sie nun für Bucherer während mehrerer Shooting-Tage in London unter Beweis gestellt», rapportiert Beratungsleiter Christoph Bürge stolz.
Die Imagekampagne ist ab November international präsentGleichzeitig hat KSB/SJ eine neue Produktekampagne für Bucherer lanciert. Vorgestellt wird die neue Diamantschmuck-Linie «Lacrima». «Einzigartiger Schmuck verdient glamouröse Werbung», war hier das Konzept der Agentur. Deshalb soll die neue Schmucklinie mit einem ebenso «extravaganten wie sinnlichen und raffinierten TV-Spot» lanciert werden. Die Hauptrolle spielt dabei eine Glamour-Diva, wie sie im Buche steht. Ihre strahlende Eleganz verleiht ihr einen Auftritt, der so unvergleichlich ist, dass er selbst bei ihren Spiegelbildern grenzenlosen Neid auslöst, wie der Spot dank Filmtricks zeigt. Begleitend zum Spot erscheinen zwei erotisch-leidenschaftliche Plakat- und Printsujets. Auch hier wollte KSB/SJ für die Mitarbeit auf bekannte Namen setzen. Das Lacrima-Model, Anna Tokarska, hat schon auf vielen Laufstegen dieser Welt für Glanz gesorgt. So lief sie für die Modedesigner Vivienne Westwood und Valentino.
Bei ihrem neuen Film für Bucherer führte Harry Patramanis Regie. Er ist international bekannt für seine Filme in der Welt des Luxus. Als Fotografin agierte schliesslich die gefragte Schwedin Asa Tallgard, die bereits für so grosse Namen wie French Vogue, Elle oder Plaza International gearbeitet hat.
Der Spot für «Lacrima» wie auch die Plakat- und Printsujets sind ebenfalls ab November in der ganzen Schweiz zu sehen.
Andreas Panzeri

Mehrwert auf dem Golfplatz

Uhren McCann Erickson gewinnt mit ihrem Kunden Jaermann & Stübe einen Award für die beste Uhrenwerbung.

 
Uhren McCann Erickson gewinnt mit ihrem Kunden Jaermann & Stübe einen Award für die beste Uhrenwerbung. 
Mit der Kampagne für die Golfuhr von Jaermann & Stübi gewinnt McCann Erickson beim «Prix Suisse de la campagne horlogère 2007». Der Kreativpreis wurde auf Initiative von Ringier Romandie ins Leben gerufen, unterstützt von Art Directors Club Schweiz, Keystone, BSW sowie L’Unil. Der  neue Award zeichnet Kreativität, Präzision und Innovation in der Werbung von Schweizer Uhrenherstellern aus. Die drei von McCann Erickson eingereichten Inserate erhielten von der Jury die Auszeichnung für die besten Texte. Der Award für die beste Kampagne ging an Patek Phillipe, der Award für die besten Fotos an Bedat & Co.
McCann Erickson arbeitet als erste Agentur für Jaermann & Stübin. Verantwortlich für die Kampagne ist CD Peter Rettinghausen. Die nun prämierten Texte stammen von Chantal Panozzo.
Jaermann & Stübi Golfuhren werden von hochqualifizierten Uhrmachern in der Tradition des 19. Jahrhunderts, jedoch mit Hilfe von modernster Technik und Werkzeuge hergestellt. Die Modelle werden in Kleinstserie und von Hand in den Uhrmachertälern des Jura fabriziert. Vertrieben werden die Uhren in der Schweiz sowie bei ausgesuchten Resellern in Frankreich, Deutschland und USA.
Die Firmeninhaber Pascal Stübi und Urs Jaermann lernten sich an einem Seminar über Kommunikationsstrategie kennen. Stübis Erfahrung im Herstellen von Uhren und Jaermanns Traum führten zur gemeinsamen Leidenschaft für eine Golfuhr im Luxussegment. Auf die Marktlücke kamen die beiden, weil Urs Jaermann «der erste ist, der offen zugibt, kein begnadeter Golfspieler zu sein». Wenn dem so wäre, hätte er nämlich kaum je die Jaermann & Stübi Golfuhr entwickelt. Als durchschnittlicher Spieler ging für Jaermann das Zählen der Schläge oft zu Lasten der Konzentration beim Spiel. Das eher mühsame Zählen der Schläge und Ausrechnen des Scores, gepaart mit der Liebe für wertvolle Uhren, war der Auslöser für die Idee der Jaermann & Stübi Golfuhr. Zehn Jahre später wurde sie Realität.    
Andreas Panzeri
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