Tania Kummer bei «Zart oder Bart?» nur noch hinter der Kamera

Die Kritik am neuen Montagabend-Quiz «Zart oder Bart?» zeigt Folgen: Moderatorin Tania Kummer wirft das Handtuch. Sie wird aber weiterhin für die Sendung im Hintergrund arbeiten.

 Die Kritik am neuen Montagabend-Quiz «Zart oder Bart?» zeigt Folgen: Moderatorin Tania Kummer wirft das Handtuch. Das melden die TV-Zeitschriften TV-Star und Tele in einer Vorabmeldung. Noch vor zwei Wochen kündigte SF einschneidende Änderungen am Quiz an, aber die Moderatorin sollte weiterhin dabeibleiben – mit reduziertem Auftritt. Nun zieht sie selbst die Notbremse. «Ich habe gemerkt, dass die Arbeit vor der Kamera nicht das Richtige für mich ist», sagt sie den beiden Fernsehzeitschriften. Sie wird aber weiterhin für die Sendung im Hintergrund arbeiten. Das Schweizer Fernsehen bestätigte die Meldung am Mittwochmorgen in einem Communiqué. Auch sonst ändert SF einiges an der Sendung: Nur noch vier statt sechs Kandidaten kämpfen künftig um den Tagessieg. Die maximale Gewinnsumme beträgt neu 40’000 Franken. Zudem herrscht ein anderer Spielmodus. Mit den Anpassungen reagiere man auf den ausbleibenden Erfolg bei den Zuschauern, teilte SF mit.

Wigdorovits: Konkurrenz von News trifft 20 Minuten

Sacha Wigdorovits, Herausgeber von .ch, ist der Ansicht, in der Deutschschweiz sei nur Platz für zwei Gratiszeitungen. Er ist überzeugt, dass sich nur .ch und 20 Minuten halten können.

 
Bezüglich der neuen Runde im Kampf der Gratisblätter sind sich Medienexperten einig, dass früher oder später eine Zeitung dem harten Wettbewerb zum Opfer fallen wird. Sacha Wigdorovits, Herausgeber von .ch, ist der Ansicht, in der Deutschschweiz sei nur Platz für zwei Gratiszeitungen. Er ist überzeugt, dass sich nur .ch und 20 Minuten halten können. Dies seien die beiden besten Produkte. Dem entsprechend geht er gemäss SDA davon aus, dass die Konkurrenz des seit Mittwoch herausgegebenen Blattes News in erster Linie 20 Minuten treffen wird. Dies liege daran, dass sie die gleichen Vertriebskanäle in den Zentren des öffentlichen Verkehrs hätten. .ch werde dagegen auch vor privaten Hauseingängen aufgelegt.

Neuer Gag der Viralisten

Games Mit Viral Marketing wird Werbung virusartig verbreitet, doch das reicht den Werbern längst nicht mehr – nun sind neue Ideen gefragt. Eine Antwort liefert das Alternate Reality Gaming (ARG).

 
Games Mit Viral Marketing wird Werbung virusartig verbreitet, doch das reicht den Werbern längst nicht mehr – nun sind neue Ideen gefragt. 
Man kennt es. Eine E-Mail landet im Postfach und verweist mit einem Link auf ein witziges Video. Der Inhalt sorgt für ein Schmunzeln und wird sofort an Freunde weitergeleitet. Alles nur Werbung. Die oftmals schlecht gedrehten 30-Sekunden-Filmchen sind im Grunde clevere Werbespots, die sich durch ihre Machart virusartig verbreiten. Daher kommt auch der Name dieser Werbeform: Viral Marketing.Die zufällige Verbreitung solcher Filmchen reicht den Werbern längst nicht mehr, denn die User werden regelrecht mit so genannten Virals überschwemmt. Die virale Inflation hat viele User immun gemacht. Jetzt suchen die Viralisten unter den Werbern neue Wege, die Netzmassen mit Werbung zu infizieren. Die Hoffnung wird in das noch junge Genre namens Alternate Reality Gaming (Kurzform ARG) gesetzt (siehe:
Räuber und Gendarm
).Ein ARG ist im Prinzip eine clevere Informationsschnitzeljagd, die sowohl im Web als auch in der realen Welt stattfindet. Dabei werden möglichst alle Medien – vom Plakat bis zum Telefon – ins Spiel mit einbezogen. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sind fliessend. Bisher wurden nur in den USA solche Kampagnen lanciert. Allmählich aber entdecken auch Werber in Europa das auf verschiedene Medien zurückgreifende Spiel. Seit einigen Tagen sorgt eines im deutschsprachigen Internetsprachraum für Aufregung.
Versteckter USB-Stick in Pizza
Matthias Schlecker bekommt kürzlich eine Pizza geliefert, obwohl er keine bestellt hat. Zwischen Salami und extra viel Käse findet der Hochschuldozent einen USB-Datenträger und wird stutzig. Das Ding zeigt ihm auf seinem Laptop einen aufwändig produzierten Film ohne Handlung. Ein Hinweis auf die Internetsite Push11.com führt ihn zu einer Fortsetzung des Films. Diese wiederum verweist auf ein Zimmer im Berliner Stadtspital. Matthias Schlecker ist nicht der Einzige, dem ein Einblick in eine wirre Welt gezeigt wird. Elf weitere bekommen in diesen Tagen das unerwartete Geschenk. Interessant dabei ist, dass alle Beschenkten in Internetblogs aktiv sind und über Krimis schreiben.
Die Geschichte um das rätselhafte Video wird immer skurriler. Neue Hinweise tauchen auf. Mittlerweile ist auch der Absender der Botschaften bekannt: ein an einem Gehirntumor erkrankter Junge mit dem Pseudonym Horatio. Seine kurzen Nachrichten lassen die Gehirnwindungen der Web-Gemeinde heisslaufen. Mit einer Einladung an seine Geburtstagsparty hält der mysteriöse Charakter die Spieler sogar in der
realen Welt auf Trab.
Spuren in die Schweiz
Die Geschichte um den geheimnisvollen Jungen füllt innerhalb weniger Tage Hunderte von Webseiten. Die Einblicke in sein Leben mobilisiert Menschen, die auf Foren über das Schicksal des Jungen diskutieren. Inzwischen führen die Spuren sogar in die Schweiz. Dr. Johann Tiefensee, Reinkarnationsforscher und Gastdozent am Psychologischen Institut der Universität Zürich, behandelt den Kranken. Die Internetsite Wer-bin-ich.org informiert über die Arbeit des deutschen Forschers. Interessanterweise arbeitet der Forscher mit der Schweizer Werbeagentur Angelink zusammen. Sie entwickelte für ihn den Hypnotizer, laut Eigenbeschrieb ein Instrument für die Tiefenpsychologie. Nicht ganz unwichtig: Angelink gilt als führende Agentur, wenn es um Viral Marketing geht.
Was sich hier wie ein Krimi liest, ist eben ein Alternate Reality Game. Eine clever inszenierte Marketingaktion in Form einer multimedialen Schnitzeljagd. Die Web-Gemeinde stört es nicht, dass Werber ihre Finger im Spiel haben. Obwohl für die Hobbydetektive klar ist, dass «Push11» eine fiktive Story ist, die im Prinzip still und heimlich etwas bewirbt, wird täglich geknobelt. Foren- und Weblog-Einträge lassen vermuten, dass es sich bei «Push11» um die Lancierung eines neuen Films oder Krimis handeln muss.
Angelink-Geschäftsführer Markus Gabriel zeigt sich vom Spiel begeistert. Der Online-Experte sagt: «Ein sehr interessanter Ansatz, den wir in diesem Spiel beobachten. Die Kampagne entspricht der Strömung des Mitmach-Webs.» Der Viral-Spezialist weiss, wessen Handschrift das Projekt «Push11» trägt, will aber kein Spielverderber sein und die Macher verraten. Sein Team und er steuerten für die Kampagne den Hypnotizer bei. Gabriel sieht in Alternate Reality Games neue Möglichkeiten für die Werbung, weil das in den USA populär gewordene Spielformat auf der ganzen Medienklaviatur spielt: «Der Kreativität sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt.» Er vermutet aber, dass solche  Schnitzeljagden erst in zwei Jahren in der Schweiz ein Thema sein werden. Gabriel: «Die Bereitschaft für solche Aktionen ist bei Schweizer Firmen leider noch nicht da, obwohl sie diese problemlos aus dem Spesenkässeli finanzieren könnten.»
Christian Lüscher
Status quo virales MarketingDie Macht der Viral-Spots schwindetVor einem Jahr noch
herrschte um den Begriiff Viral Marketing Goldgräberstimmung. Werbetreibende sahen in den verrückten 30-Sekunden-Filmchen tiefe Produktionskosten und um ein Vielfaches tiefere Mediakosten. Heute stehen Werber der Disziplin, die anscheinend so einfach und clever Werbeinhalte unters Volk bringen kann, kritischer gegenüber. Viral-Marketing-Spezialisten sprechen von einer Inflation, denn Videoplattformen wie YouTube werden täglich mit Tausenden Spots geradezu bombardiert. Der Grossteil der Filmchen endet, ohne Aufmerksamkeit erregt zu haben, als so genannte Clipleichen. 
Wie der Experte Dan Ackerman Grennberg
auf dem Techcrunch Web-blog schreibt, sei Viral Marketing inzwischen zu einem knallharten Business geworden. So wenden Werber im täglichen Kampf um Aufmerksamkeit nicht selten fragwürdige Methoden an. Unter Pseudonymen werden User getäuscht, Foren manipuliert oder glaubwürdige Blogger für Empfehlungen gekauft. Täuschungsmanöver seien an der Tagesordnung. Roland Kühl von Puttkamer des Werbeblogger-Teams fasst die Entwicklung zusammen: «Viral Marketing droht zur schmutzigen Werbebombe zu werden. Werber sollten sich nicht wundern, wenn der Verbraucher nicht nur der Werbung im Netz, sondern auch den Produzenten des Web 2.0 nicht mehr traut.» Markus Gabriel von der Werbeagentur Angelink
, die sich auf Viral Marketing spezialisiert hat, sagt: «Schweizer Top-Agenturen und Kunden wissen noch wenig über virale Mechanismen.» Es sei naiv, wenn man glaube, das Hochladen eines witzigen Filmchens auf eine Videoplattform hätte mit Viral Marketing zu tun, fasst Gabriel zu-sammen. User Generated AdvertisingSupervirals.com macht das

, womit eine Werbeagentur ihre Brötchen verdient. Sie konzipiert und realisiert gute Ideen. Firmen können auf Supervirals.com ein Briefing für eine virale Kampagne ausschreiben. Wer sich angesprochen fühlt, einen Spot zu realisieren, kann am Wettbewerb teilnehmen. Entspricht die originelle Idee den Anforderungen des Briefings, erhält die Siegerarbeit einen Preis. Die deutschsprachige Version dieser Idee heisst Moviebakery.com. Statt mit Preisen entlöhnen die Videobäcker aus Köln aber die Laienregisseure mit Geld. Die Resultate solcher Plattformen haben den Markenstrategen auch schon starke Bauchschmerzen bereitet. Völlig aus dem Ruder lief im vergangenen Jahr eine Mitmach-Kampagne von Chevrolet. Umweltaktivisten liessen sich die gute Gelegenheit nicht entgehen und produzierten mehrere zynische Spots, was zu heftigen Diskussionen und heissen Köpfen über Sinn und Unsinn solcher Werbeexperimente führte. (cl)

Wirkung oder Moral?

Kolumne Sind wir bereit, unsere Begeisterung für den Sport auf dem Altar moralischer Entrüstung zu opfern? Jetzt müsste die Stunde für den letzten verbleibenden Therapievorschlag schlagen.

 
Kolumne Sind wir bereit, unsere Begeisterung für den Sport auf dem Altar moralischer Entrüstung zu opfern? Jetzt müsste die Stunde für den letzten verbleibenden Therapievorschlag schlagen. 
Moralisch entrüsten wir uns immer mehr über entlarvte Dopingsünder. Jüngst verdarb uns im Tennis das «Ende einer Prinzessin» (NZZ am Sonntag) mindestens das Wochenende. Im Radsport leiden wir monatelang am Schrecken ohne Ende und fürchten uns über die Langeweile des nächsten Sommers ohne Tour de France in den Massenmedien. Und was geschieht, wenn im Kampf China gegen den Rest der Welt der saubere Sport vorhersehbar immer nur hin-terherlaufen wird? Warum tun uns die Sportler dies an? Warum tut der Sport nichts dagegen? Warum fördern Unternehmen Sport trotz alledem noch?Beginnen wir mit der Antwort auf die letzte Frage: weil Sportsponsoring wirkt. Für Marken im Wettbewerb stellt es ein effektives Kommunikationsinstrument dar. Hohe Reichweiten sind kaum preiswerter zu haben. Und in keinem anderen Umfeld wird Markenkommunikation so wohlwollend von den Zielgruppen aufgenommen. Diese schenken den Marken, die Sportsponsoring erfolgreich betreiben, mehr Vertrauen, verwandeln sich in zufriedenere Kunden und kaufen sogar mehr. Zuletzt belegte eine wissenschaftliche Studie der Universität Basel diesen für Marken segensreichen Zusammenhang.
Natürlich gibt es Bedingungen für einen derartigen Erfolg, die sich unter dem Titel «professionelles strategisches Sportsponsoring» zusammenfassen lassen: Positive Beziehung zwischen Marke und Gefördertem sowie umfassende und breite Nutzung des Engagements. Und dann zählt noch die positive Beurteilung des Sponsorships durch die angesprochenen Zielgruppen. Hier ansetzend, könnte unsere moralische Entrüstung natürlich die Be-geisterung der Sponsoren bremsen. Geradezu überstürzte Ausstiege einzelner Sponsoren gibt es ja auch vereinzelt. Generell überwiegt aber die über längere Zeit wohl durchdachte und differenzierte Reaktion. Warum wohl? Weil Sportsponsoring ebenso attraktive Wirkungen zeigt, auf die man nicht leichtfertig verzichten möchte und sollte. Im Kern, weil moralische Bestürzung noch längst keine Wirkung in unser aller Verhalten zur Konsequenz hat.
Wir behelfen uns da lieber mit dem Blick auf andere. Der Begriff «Dopingsünder» weist den bekömmlichsten Ausweg. Der Einzeltäter befreit uns von jeglichem Handlungszwang. Ist der einzelne Sünder geschnappt, können wir uns wieder dem kollektiven Vergnügen zuwenden. Den guten Sportlern widmen wir unsere Aufmerksamkeit und unsere Begeisterung. Und wir tun dies noch immer in wachsender Zahl mit zunehmenden ökonomischen Effekten. Am Stammtisch ist so weit dann wieder alles in Ordnung.
Häufen sich die einzelnen Sündenfälle allerdings in einem Ausmass, dass selbst massives Augenzudrücken nicht weiterhilft, dann führen wir die Diskussion in den Talkshows weiter. Der Sportler mutiert verständnisvoll vom Täter zum Opfer. Wir stellen dann die Sportorganisationen an den Pranger. Die tun einfach zu wenig, um uns das Übel wenigstens so weit vom Halse zu halten, dass wir unserem Vergnügen weitgehend ungestört nachgehen können. Sportbürokraten mit ihrer Unfähigkeit oder ihrem Unwillen sind das Problem. Sicher auch eine dankbare Perspektive, weil in der Tat Belege kaum zu finden sind, mit dem sich das Gegenteil ihrer Unfähigkeit oder ihres Unwillens beweisen liesse. Wenig hilft aber auch wenig.
Dann bleibt nur noch der Staat, um uns den Genuss des sauberen Sports auch zukünftig zu ermöglichen. In dieser Therapiephase stecken wir wohl gerade. Erstaunlich ist der Optimismus, mit dem dieser Lösungsweg betrachtet wird. Erstaunlich, weil doch zumindest der eine oder andere Staat selbst längst des systematischen kollektiven Dopings überführt wurde. Alles Geschichte? Alles nur im ehemaligen Ostblock möglich? Sollte wirklich nicht auch der eine oder andere Staat der Meinung sein, dass der Zweck (Sieger im Nationenwettbewerb) das Mittel heiligt, und demzufolge leistungsfördernde Mittel als Beitrag zur Sicherung derFairness im internationalen Wettbewerb wohlwollend duldet? In jedem Fall wird dieser therapeutische Weg spätestens mit der Eröffnung der Olympischen Spiele in China einen dramatischen Härtetest zu durchlaufen haben.
Die Gefahr besteht also, dass wir am Ende wieder bei uns landen. Sind wir denn überhaupt bereit, unsere Begeisterung für den Sport auf dem Altar der moralischen Entrüstung zu opfern? Unsere scheinbar eskalierende Entrüstung über vermeintlich zu hohe Bezahlung von Sportlern heizt offensichtlich eher noch unseren Sportkonsum an. Von der Entrüstung über Gewalt in Sportarenen lassen wir uns auch nicht aufhalten; wir fragen einfach nach Polizeischutz in einem Ausmass, das offensichtlich an dessen Leistungsgrenzen stösst. So müsste jetzt die Stunde schlagen für den letzten verbleibenden Therapievorschlag zum Thema Doping, der von einzelnen Aussenseitern auch hin und wieder, allerdings meist hinter vorgehaltener Hand, vorgebracht wird: «Legalize it!» Wirkung statt Moral.
Jürgen Häusler ist CEO der Gruppe Interbrand, Zintzmeyer und Lux sowie Honorarprofessor an der Universität Leipzig.

Nidwaldner Regierung spricht sich gegen Partei-Spots aus

Ein weiterer Kanton äussert sich ablehnend gegenüber Gratis-Werbespots von politischen Parteien. Das Einräumen kostenloser Sendezeit sei keine taugliche Massnahme zur Gewährung eines fairen Abstimmungskampfes, schreibt der Nidwaldner Regierungsrat in einer Mitteilung vom Mittwoch.

 Ein weiterer Kanton äussert sich ablehnend gegenüber Gratis-Werbespots von politischen Parteien. Das Einräumen kostenloser Sendezeit sei keine taugliche Massnahme zur Gewährung eines fairen Abstimmungskampfes, schreibt der Nidwaldner Regierungsrat in einer Mitteilung vom Mittwoch. Gratissendezeit sei eine mittelbare Form der Parteifinanzierung und decke einzig Radio und Fernsehen ab, hielt die Regierung weiter fest. Sie befürchtet zudem, dass die Parteien von den Kantonen fordern könnten, Kommunikationsmittel kostenlos zur Verfügung zu stellen.Die Stellungnahme bezieht sich auf den Vorschlag einer Nationalratskommission, Parteien mit Franktionsstärke in der Bundesversammlung sowie den Initiativ- und Abstimmungskomitees in bestimmten Radio- und Fernsehprogrammen kostenlos Sendezeit für kurze Werbespots zu gewähren.

Neuer Fachausweis für die Werbung in Angriff genommen

Am 3. Dezember haben vier Institutionen die Trägerschaft für den neuen eidgenössischen Fachausweis «Fachfrau/Fachmann Text und Konzept» gegründet. Damit soll eine einheitliche Berufsprüfung in der Schweizer Werbetextwelt möglich werden.

 Am 3. Dezember haben vier Institutionen die Trägerschaft für den neuen eidgenössischen Fachausweis «Fachfrau/Fachmann Text und Konzept» gegründet. Damit soll eine einheitliche Berufsprüfung in der Schweizer Werbetextwelt möglich werden. Die Initiatoren sind der Verband Schweizer Werbung SW, der Schweizer Texterinnen- und Texterverband Script, die kantonale Berufsschule für Weiterbildung EB Zürich sowie die Fédération romande de publicité et de communication FRP. Die neu gegründete Trägerschaft muss ihre nationale Verankerung mit einem Dokumentenpaket beim Bundesamt für Berufsbildung und Technik BBT in Bern präsentieren. Dieses ist die Anlaufstelle für neue Projekte im Bereich Berufsbilder. In der zweiten Phase entwickeln verschiedene Experten das neue Prüfungs- und Durchführungsreglement.
Das Berufsbild habe grosses Potential, schreibt die Schweizer Werbung in einem Communiqué. Denn die Werbetreibenden und Auftraggeber in der Werbe-, Kommunikations- und Marketingbranche sind auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften. Knotenpunkt für die Entwicklung des für 2010 geplanten Fachausweises bildet die Geschäftsstelle der Schweizer Werbung SW.

Radio Basilisk bewirbt sich um Konzession

Der Regionalsender Radio Basilisk hat am Mittwoch beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ein Gesuch für eine neue Sendekonzession eingereicht. Das Bakom schreibt in Basel drei Konzessionen neu aus.

 Der Regionalsender Radio Basilisk hat am Mittwoch beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ein Gesuch für eine neue Sendekonzession eingereicht. Als meistgehörter Privatsender der Region Nordwestschweiz dürfe man sich gute Chancen für eine Erneuerung der Konzession ausrechnen, schreibt Radio Basilisk in einer Mitteilung. Der seit jüngstem Martin Wagner gehörende Kanal erfülle bereits vollumfänglich die Bestimmungen des neuen Radio- und Fernsehgesetzes und die Auflagen des Bakom. Das Bakom schreibt in Basel drei Konzessionen neu aus: Zwei mit Leistungsauftrag für kommerzielle Radios, eine mit Leistungsauftrag und Gebührenanteil für ein komplementäres, nicht gewinnorientiertes Programm.

Ringier setzt auf Drittkundengeschäft

Vermarkter Ringier schwingt sich im Online-Bereich zum Hauptkonkurrenten von PubliGroupe auf.

 
Vermarkter Ringier schwingt sich im Online-Bereich zum Hauptkonkurrenten von PubliGroupe auf.Mit der Übernahme der Media Swiss Group schlägt Ringier gemäss CEO Martin Werfeli gleich drei Fliegen auf einen Streich: Erstens spiele das grösste Schweizer Medienhaus nun im Schweizer Online-Markt an der Spitze mit, sagte er auf der eigenen Website. Zweitens werde Ringier Leader im Kleinanzeigenmarkt. Und drittens könne Ringier mit dem neuen Knowhow auch international weiter expandieren. Was Werfeli nicht sagt: Als Medienhaus, das bisher nur seine eigenen Medien vermarktete, macht Ringier jetzt einen gewichtigen Schritt ins Drittkundengeschäft – primär im Online-, aber auch im Printbereich. Damit stapft der Grosskonzern PubliGroupe gehörig in den Garten. Das dürfte die Marktordnung in der Schweiz verändern.
Doch der Reihe nach: Die Media Swiss Group, die Ringier jetzt zu 80 Prozent übernimmt, macht dieses Jahr einen Umsatz von rund 75 Millionen Franken. Sie steht auf drei Standbeinen: Da ist zum einen die 100-prozentige Tochter Media Swiss AG, die im Search-Bereich aktiv ist und werbefinanzierte Orts- und Stadtpläne produziert. Das zweite Standbein ist die ebenfalls 100-prozentige Tochter XMedia, die Online-Marktplätze entwickelt und insbesondere für Verlage das Online-to-Print-Tool Mediamanager anbietet. Es ist eines der wichtigsten Konkurrenztools zu Publisherconnect von PubliGroupe. Das dritte Standbein sind die Online-Marktplätze von Scout24, die umsatz- und ertragsstärkste Gruppe in diesem Bereich in der Schweiz.
Die Media Swiss Group hält davon 49,9 Prozent, den Rest besitzt die Deutsche Telekom. Dank rund 85 Whitelabel-Partnern und den «Familienmitgliedern» AutoScout- 24, ImmoScout24, JobScout24 und FriendScout24 verfügt die Scout24-Gruppe über eine enorme Reichweite. Via Mediamanager bestehen zudem Verbindungen zu allen wesentlichen Verlagshäusern, von grossen Tageszeitungen bis zu kleinen Anzeigern. Das Netz ist also ähnlich breit wie jenes von PubliGroupe. Ringier wird künftig vom (Online-)Rubrikenertrag aller angeschlossenen Verlage einen Teil abschöpfen, was nicht nur P-nahe Verlage in eine Zwickmühle bringen dürfte.
Und noch ein Vorteil für Ringier: Die Media Swiss-Töchter Xmedia und Scout24 gaben nie eigene Printprodukte heraus. Das sei das Kerngeschäft der Verlage, hiess es bisher immer. Ringier erhält nun diese Möglichkeit, wo immer sich eine Printlücke im Rubrikenmarkt zeigt.
Markus Knöpfli

Basilisk-Gründer Heeb mischt im Konzessionskampf mit

Auch in Basel zeichnet sich ein erbitterter Kampf um die neu zu verteilenden Radiokonzessionen ab. Nun mischt auch der ehemalige Radio Basilisk-Gründer Christian Heeb im Rennen mit.

 Auch in Basel zeichnet sich ein erbitterter Kampf um die neu zu verteilenden Radiokonzessionen ab. Nun mischt auch der ehemalige Radio Basilisk-Gründer Christian Heeb im Rennen mit. Sein Konzept sieht ein Lokalradio mit einem Wortanteil von 50 Prozent und einer rund um die Uhr besetzten Redaktion vor. «RBB – Radio, das mehr Basel bietet», lautet der Claim, den Heeb am Mittwoch an einer Medienkonferenz vorstellte. Er bewirbt sich mit seinem Konzept um eine der beiden in Basel ausgeschriebenen Konzessionen für ein Lokalradio mit Leistungsauftrag ohne Gebühren. RBB soll eine Radiostation für eine «mündige Hörerschaft» sein, heisst es in dem Konzessionsgesuch. Kernaufgabe sei die Beschaffung, Aufarbeitung und Verbreitung von Informationen.Die Finanzierung des Senders, für den sich auch der ehemalige Chefredator der Basellandschaftlichen Zeitung Franz C. Widmer und der frühere Ringier TV-Chef Hans Jürg «Fibo» Deutsch engagieren, soll ausschliesslich über Werbe- und Sponsoringeinnahmen gesichert werden. Die für deren Generierung verantwortliche PubliGroupe ist an der Muttergesellschaft «Medien für Erwachsene» mit 25 Prozent beteiligt.
Die bisherigen Konzessionsinhaber in der Region Basel sind Radio Basilik und Radio Basel 1. Basilisk-Programmleiter Raphael Suter, zeigte sich auf Anfrage der SDA unbeeindruckt von Heebs Vorstoss: «Wir haben einen Leistungsausweis», sagte er trocken.

Tele Ostschweiz reicht Konzessionsgesuch ein

Der Privatsender Tele Ostschweiz hat beim Bakom das Konzessionsgesuch für das Versorgungsgebiet Ostschweiz eingereicht. Von der Konzession erhofft sich der zur St. Galler Tagblatt AG gehörende Sender Gebührenanteile von 2,2 Millionen Franken.

  Der Privatsender Tele Ostschweiz (TVO) hat beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) das Konzessionsgesuch für das Versorgungsgebiet Ostschweiz eingereicht. Von der Konzession erhofft sich der zur St. Galler Tagblatt AG gehörende Sender Gebührenanteile von 2,2 Millionen Franken. Das Konzessionsgesuch umfasst 350 Seiten, wie Tele Ostschweiz gemäss SDA mitteilte. Der Sender hat sein Programmkonzept rundum erneuert. In der Hauptsendezeit zwischen 18 und 19 Uhr werden ausschliesslich eigenproduzierte Sendungen aus der Region ausgestrahlt.
Das Versorgungsgebiet Ostschweiz umfasst die Kantone St. Gallen, beide Appenzell sowie die Thurgauer Bezirke Arbon und Bischofszell.
Gemäss dem neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) des Bundes wird nur eine Konzession pro Gebiet erteilt. Mit der Konzession ist ein Leistungsauftrag verbunden.

Im Schatten der Kavaliere

Schattenwirtschaft Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat mit cR Basel eine grosse Kampagne gegen Schwarzarbeit lanciert.

 
Schattenwirtschaft Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat mit cR Basel eine grosse Kampagne gegen Schwarzarbeit lanciert. 
Die Studentin aus Rumänien ist sehr nett und unkompliziert. In drei Stunden hat sie die Wohnung am Zürichberg für die erwarteten Gäste auf Hochglanz gebracht. Der rüstige Rentner aus dem Emmental kennt sich mit der Natur aus. Er schneidet jeweils im Herbst für die ganze Nachbarschaft die Bäume.
Solch feine, aber nicht immer kleine Schwarzarbeit ist ein Teil der Schattenwirtschaft, mit der jährlich in der Schweiz rund 39 Milliarden Franken oder 9 Prozent des Bruttoinlandprodukts am Fiskus und den Sozialversicherungen vorbeigeschleust werden. Zu viel, sagt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Deshalb brauche es das Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit. Dieses tritt am 1.Januar 2008 in Kraft.
Eingeführt und dann über mindestens drei Jahre begleitet wird das neue Gesetz von einer breit angelegten Sensibilisierungs- und Informationskampagne. Diese ist zu Beginn dieser Woche von der verantwortlichen Bundesrätin Doris Leuthard den Medien persönlich ans Herz gelegt worden. Aktiv mit einbezogen in die Aufklärung werden auch die Kantone sowie Verbände und Gewerkschaften. Gestaltet wird die Kampagne von cR Basel. Die Agentur hat den Auftrag nach einem mehrstufigen Pitch gewonnen, bei dem das Seco zu Beginn 20 Agenturen eingeladen hat. Das Budget für den Dreijahresplan beträgt 3,5 Millionen Franken. Dank dem Rabatt des Bundes von 50 Prozent bei den Schweizer Medien wird die Aktion einen hochgerechneten Wert von rund 5 Millionen Franken haben. Die Strategie verlangt, dass die Kampagne die Medien auch als Multiplikator einsetzt. Die Werber bei cR Basel haben deshalb nicht nur «extrem viel in PR investiert», sondern auch ihre Ideen so gestaltet, dass sie in der Presse sowie in Radio und Fernsehen Anregungen für weiterführende Berichte auslösen können. Damit wird eine informative Wirkung ähnlich wie bei der grossen Stopp-Aids-Kampagne erwartet. Mit dieser Verbindung von Social Marketing mit «Marketingdenken» hat cR Basel wohl die beste Referenz für diesen Auftrag des Bundes vorweisen können. «Wir verkaufen die Aufklärung gegen Schwarzarbeit wie ein Produkt», meinen dazu die Geschäftsleiter Peter Frey und Daniel Bürgi. In diesem Falle heisst dieses Produkt für die Werber «Legalität».
Bei der Kampagne gegen Schwarzarbeit zeichnet cR Basel für Konzept, Redaktion und Webdesign verantwortlich. Realisiert wurden diverse Plakate, Inserate, Banner, Broschüren und Logos. Als zentrale Drehscheibe für alle weiterführenden Aktivitäten rund um die Kampagne dient der Internet-Auftritt www.keine-schwarzarbeit.ch. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Technologie realisiert.
Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt, obwohl sie in allen Kreisen gepflegt wird. Wer schwarz arbeite, betrüge sich selbst, denn er verzichte auf den Lohn, der ihm eigentlich zustehe, und auf den Schutz der Sozialversicherungen, sagte Leuthard. Wer schwarz arbeite oder Schwarzarbeiter beschäftige, betrüge auch den Staat, die Gesellschaft sowie die rechtschaffene Konkurrenz.
Trotz dieser Brisanz will die Kampagne aber nicht den Mahnfinger zeigen. Das Gesetz arbeitet mit einer Mischung aus Anreizen, Repression und Aufklärung und verpflichtet die Kantone, ein kantonales Kontrollorgan einzurichten. So wird zum Beispiel ein vereinfachtes Abrechnungsverfahren für kleine unselbstständige Einkommen eingeführt. Das soll beim Weisswaschen von Schwarzarbeit die Hemmschwelle senken. Auch bei der Kampagne soll eine Brücke zu einem neuen Handeln gebaut werden. Dazu arbeitet cR Basel auf drei Ebenen: Sensibilisierung, Aufklärung, Handeln.
Früh war klar, dass die komplexe Problematik nicht mit einer visuellen Idee gelöst werden konnte. So haben sich die Kreativen für eine rein textliche Kommunikation mit Konzentration aufs Plakat entschieden. Prägnant, aber ohne Parolen. Eine «Freestyle-Sprache» muss sich über alle Formen hinwegsetzen können. Aufgedruckt auf zahlreiche Gadgets wie zum Beispiel Caps, Doppelmeter oder Bleistifte sollen die Texte auch ihren Weg zum Publikum finden.
Wichtig ist zudem, dass sich Verbände wie Unia oder Gastrosuisse in die Kampagne einklicken können. Für sie und für das Seco ist cR nicht nur Werbeagentur, sondern auch Strategiepartner.
Andreas Panzeri

WOZ nimmt mit Beilage SVP-Zeitung aufs Korn

Die WOZ greift eine Woche vor den Bundesratswahlen zu besonderen satirischen Mitteln: Als «Sonderbund» erscheint die fingierte SVP-Zeitung Der Schweizer. Damit greift die WOZ die Aussage der SVP auf, sie lanciere eine Tageszeitung, sollte Christoph Blocher abgewählt werden.

Die WOZ greift eine Woche vor den Bundesratswahlen zu besonderen satirischen Mitteln: Als «Sonderbund» erscheint die fingierte SVP-Zeitung Der Schweizer. Damit greift die WOZ die Aussage der SVP auf, sie lanciere eine Tageszeitung, sollte Christoph Blocher abgewählt werden. Da nun die erste Ausgabe dieser Zeitung schon auf dem Markt sei, müsse niemand mehr Blochers Abwahl fürchten, heisst es in der WOZ. Ausserdem würden alle davon profitieren: Die SVP könne sich die Mühe der Lancierung sparen, die Parlamentarier auf die Drohung pfeifen und der Bevölkerung bleibe eine weitere Blocher-Amtszeit erspart. Der Schweizer liegt der WOZ als erster Bund bei und kann auch am Kiosk gekauft werden – dabei wird sich wohl mancher Käufer wundern, wenn hinter dem rechtsstrammen Blatt die WOZ zum Vorschein kommt. Die acht Seiten starke Beilage beschäftigt sich in holzschnittartigem Stil mit Themen wie «klimafreundlichen KKWs», einer neuen Schadensliste von Rot/Grün, geheimen Lager von rumänischen Diebesbanden oder der arbeitenden Mutter Sandra Studer. Am Werke waren Autoren mit klingenden Namen wie Traugott Hösli, Silvia Heidi Blöchlinger und Henriette Hunkeler. In bester Weltwoche-Manier prangt auf der letzten Seite ein «Tagebuch des Chefredaktors». Die Zeitung erscheint komplett mit Abotalon und Werbung für eine Initiative, welche die «Abschaffung des Auslandes» fordert.

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