Um die Konzession für das TV-Versorgungsgebiet Zürich-Nordostschweiz kämpfen mindestens zwei Bewerber: TeleZüri und Tele Top. Von einer Bewerbung abgesehen haben das Schaffhauser Fernsehen und ZüriPlus, die früher beide Interesse an der Konzession kundgetan hatten (siehe ). TeleZüri hat sich für das Versorgungsgebiet Zürich-Nordostschweiz beworben, wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage der Werbewoche bestätigte: «TeleZüri hat die höchste Reichweite aller Schweizer Regional-TV-Sender, die längste durchschnittliche Sehdauer und ist in Zürich zu einem wichtigen Informationsmedium geworden. Wir gehen davon aus, dass das Bakom diesen Leistungsausweis berücksichtigt und TeleZüri die Konzession erteilt».
Auch eine Bewerbung für das Gebiet Zürich-Nordostschweiz eingereicht hat Tele Top, wie Senderchef Günter Heuberger sagte. «Unsere Chancen für die Konzession erachte ich als intakt», erklärte Heuberger. «Wir haben breite Erfahrung mit Programmfenstern und liefern einen regionalen Service Public. Ausserdem wird gemäss Art. 45 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetz bei weitgehend gleichwertiger Erfüllung des Leistungsauftrages jener Bewerber bevorzugt, der die Meinungs- und Angebotsvielfalt am meisten bereichert».
Das Schaffhauser Fernsehen hat sich nicht um eine Konzession beworben, wie Chefredaktor Norbert Neininger sagte: «Für Schaffhausen allein gibt es ja keine Konzession, und das grosse Gebiet Zürich-Nordostschweiz zu versorgen, wäre uns nicht möglich». Ursprünglich wollte sich das Schaffhauser Fernsehen zusammen mit Ringier und IP Multimedia um die Konzession für den Raum Zürich-Nordostschweiz bewerben, aber davon sah Neiningers Sender doch ab. «Diese Gruppe mit Ringier, IP Multimedia und anderen hat nach reiflicher Überlegung kein Konzessionsgesuch eingereicht, da die Chancen als zu klein eingeschätzt wurden», sagte Neininger. Das Schaffhauser Fernsehen hat mit einigen Sendern Kontakt aufgenommen, die für die Konzession Zürich-Nordostschweiz in Frage kommen. Man sprach über eine mögliche Zusammenarbeit bei Regionalfenstern und sei sich mit einem potentiellen Partner einig geworden, so Neininger weiter.
Auch das aus Wallisellen sendende Regionalfernsehen ZüriPlus hat auf ein Konzessionsgesuch verzichtet. «Die Auflagen des Bakoms sind aus unserer Sicht schlicht nicht erfüllbar», erklärte Geschäftsführer Peter Steinmann der Werbewoche. «Das Versorgungsgebiet Zürich-Nordostschweiz ist völlig falsch konstruiert: Es impliziert zum Beispiel, dass Romanshorn stärker zum Raum Zürich gehört als Rapperswil!». Wäre bloss die Region Zürich ausgeschrieben gewesen, hätte man sich beworben, sagte Steinmann. Nun will der Sender ohne Konzession seinen Weg machen und eigene Projekte verfolgen.