Schweizer Sportfernsehen neu bei Star TV

Das private Sendefenster des Schweizer Sportfernsehens wechselt den Kanal. Neu werden die vom Sportfernsehen aufbereiteten Veranstaltungen statt auf U1 TV auf dem Sender Star TV zu sehen sein.

 Das private Sendefenster des Schweizer Sportfernsehens wechselt den Kanal. Neu werden die vom Sportfernsehen aufbereiteten Veranstaltungen statt auf U1 TV auf dem Sender Star TV zu sehen sein. Man reagiert damit auf den Entscheid des Bakom (siehe «»), das der Cablecom erlaubt hat, U1 TV aus dem analogen Angebot zu entfernen. Damit ist dem Lokalsender praktisch der Todesstoss verabreicht worden, auch wenn das Urteil wegen einer superprovisorischen Verfügung derzeit noch nicht rechtskräftig ist. Bis zum 7. Januar muss Cablecom U1 im Kabelnetz behalten. Was danach passiert, ist ungewiss.Star TV hatte sich bislang vor allem auf die Bereiche Film, Lifestyle und Unterhaltung spezialisiert. Die Produktionen des Sportfernsehens sollen nun in das bis anhin eher spärliche Sportangebot des Senders integriert werden.
Die Zusammenarbeit gewährleiste, dass die Partnerschaften zwischen dem Schweizer Sportfernsehen und den Sportverbänden und -Veranstaltern umgesetzt werden könnten, hiess es in einer Mitteilung. Genauere Informationen zu der Zusammenarbeit wollen die beiden Vertragspartner im Januar bekannt geben.
Das Schweizer Sportfernsehen wird von einer Investorengruppe um Altnationalrat und Buureradio-Betreiber Peter Weigelt getragen.

Zu guter Letzt: Die Kraft der einsamen Videobotschaft

Dass die Welt heute tatsächlich ein Dorf ist, dürfte mittlerweile jedem bekannt sein, der weiss, was sich hinter den Worten Skype und Google Earth verbirgt. Dass dieses Dorf jeweils Ende Januar Davos heisst und dann doch nur jenen zugänglich ist, die mindestens 100 Milliarden Dollar pro Jahr erwirtschaften, gehört jedoch weiterhin mit zum Spiel.

 Dass die Welt heute tatsächlich ein Dorf ist, dürfte mittlerweile jedem bekannt sein, der weiss, was sich hinter den Worten Skype und Google Earth verbirgt. Dass dieses Dorf jeweils Ende Januar Davos heisst und dann doch nur jenen zugänglich ist, die mindestens 100 Milliarden Dollar pro Jahr erwirtschaften, gehört jedoch weiterhin mit zum Spiel. Allerdings muss sich das der minderbemittelte Teil des globalen Dorfes nicht mehr so ohne weiteres gefallen lassen. «Wir wollen den Mächtigen der Welt die Muskeln von Youtube zeigen», erklärte der Europa-Marketingchef  von Youtube gegenüber Pressetext und schaltete im Hinblick auf das nächste Forum mit dem Thema «Die Kraft der gemeinsamen Innovation» einen Kanal frei, mit dem die User mittels eigener Videos in den Kontakt mit den Mächtigen der Welt treten können. Im Rahmen des Projekts «The Davos Question» ist jedermann aufgefordert, in seinem eigenen Kurzfilm Stellung zu nehmen zur Frage: «Was ist das Wichtigste, das Länder, Unternehmen und einzelne Menschen tun sollten, um die Welt im Jahr 2008 besser zu machen?» Die originellsten Videos werden dann in Davos gezeigt und in den Plenarsitzungen des WEF benutzt, um in die Themen einzuführen. Wie beispielsweise User «Headcrap Zombie» auch hinter seiner riesigen Maske erkannt hat, ist ein richtiger Dialog so allerdings nicht möglich. Vielleicht nutzen deshalb viele den Kanal als Experimentierfeld für kabarettistische Einlagen.

Deutscher ADC geht in die Verlängerung

Der Art Directors Club für Deutschland hat die Einreichungsfrist für den Wettbewerb des ADC-Festivals 2008 um eine Woche bis zum 111. Januar verlängert. Schweizer Beiträge für den Kreativwettbewerb können seit 2007 eingereicht werden.

 Der Art Directors Club für Deutschland hat die Einreichungsfrist für den Wettbewerb des ADC-Festivals 2008 um eine Woche verlängert: Bis zum 11. Januar können Beiträge für den Kreativwettbewerb eingereicht werden. Seit 2007 sind auch Arbeiten aus der Schweiz und Österreich zum Wettbewerb zugelassen. Die Schweizer Kreativen reichten im vergangenen Jahr 111 Arbeiten ein (siehe ). Über Preise in Form von veredelten Nägeln durften sich Walker und Spillmann/Felser/Leo Burnett freuen. Wer 2008 einen Preis holen will, kann sich online unter Adc.de bewerben. Die Preisverleihung findet am 12. April in Berlin statt.

Studie: PR-Leute müssen durch den Medienwandel lotsen

Der aktuelle Strukturwandel der Medien hat nachhaltige Auswirkungen auf die Praxis der Public Relations. Das geht aus einer deutschen Studie hervor. PR-Dienstleister können den Bedarf der Auftraggeber erfüllen, wenn sie Trendscouts und Lotsen für den Medienwandel werden.

 Der aktuelle Strukturwandel der Medien hat nachhaltige Auswirkungen auf die Praxis der Public Relations. Das geht aus einer Studie hervor, die die Universität Leipzig gemeinsam mit der deutschen Gesellschaft Public Relations Agenturen durchgeführt hat. Befragt wurden 22 Entscheider aus Unternehmen wie ABB, McDonald’s, Procter & Gamble oder Microsoft. Gemäss den Ergebnissen wird die Verknüpfung von Strategie und Kommunikation sowie die Auswahl passender Instrumente für differenzierte Zielgruppen schwieriger, wie die Universität Leipzig mitteilte. Die klassische Fokussierung auf Pressearbeit, Corporate Publishing und Events reiche künftig nicht mehr aus. Auf Seiten der PR-Leute sei der Bedeutungszuwachs aktiver Rezipienten und der schleichende Niedergang der Print-Medien aber erkannt. Gefragt ist laut Studienautor Prof. Dr. Ansgar Zerfass echte Dialogkompetenz, nicht ausreichend sei es dagegen, nur auf Online-Kommunikation und Social Networks umzuschwenken.
Die Studie leitet sechs zentrale Herausforderungen für Kommunikationsagenturen ab: PR-Dienstleister können den Bedarf der Auftraggeber erfüllen, wenn sie Trendscouts und Lotsen für den Medienwandel werden. Daneben müssen sie Dialogkompetenz über alle Kanäle ermöglichen und die Kompetenzen für Bewegtbild und Face-to-Face-Kommunikation ausbauen. PR-Leute sollten Spezialwissen stärker profilieren, Kommunikationsprozesse und Wirkungsketten nachvollziehbar machen und echte Sparringspartner für Strategie und Kommunikation werden.

Alles Gute im neuen Jahr

Mit dieser Ausgabe meldet sich das Werbewoche Newsmail aus der Weihnachtspause zurück. Wir wünschen Ihnen ein gutes und erfolgreiches neues Jahr. Für Ihr Interesse danken wir Ihnen und freuen uns darauf, Sie auch im Jahr 2008 mit News aus der Werbe- und Kommunikationsbranche zu versorgen.

 Mit dieser Ausgabe meldet sich das Werbewoche Newsmail aus der Weihnachtspause zurück. Wir wünschen Ihnen ein gutes und erfolgreiches neues Jahr. Für Ihr Interesse danken wir Ihnen und freuen uns darauf, Sie auch im Jahr 2008 mit News aus der Werbe- und Kommunikationsbranche zu versorgen.

Rima und Kuttner zurück auf der Mattscheibe

Das gerade angebrochene Jahr 2008 bringt ein Wiedersehen mit Sarah Kuttner und Marco Rima auf deutschen TV-Sendern. Kuttner-Fans können ihren Star allerdings nur im Pay-TV bewundern. Rima erhält eine eigene Show auf Sat.1.

 Das gerade angebrochene Jahr 2008 bringt ein Wiedersehen mit Sarah Kuttner und Marco Rima auf deutschen TV-Sendern. Kuttner-Fans können ihren Star allerdings nur im Pay-TV bewundern: Die Ex-MTV-Moderatorin moderiert auf dem Bezahlsender Sat.1 Comedy die «Slam Tour mit Kuttner». In vorerst acht Folgen besucht Kuttner «Poetry Slam»-Veranstaltungen in deutschen Städten, bei denen unentdeckte Rede- und Schreibtalente das Publikum mit Livevorträgen unterhalten. Rima kommt im Free-TV zum Zuge: Er erhält eine eigene Comedysendung auf Sat.1, die zu Ehren des Quasslers schlicht «Die Marco Rima Show» heisst. Während der 30-minütigen Sendung gibt es sowohl Stand-up-Teile wie auch Einspiel-Sketche. Daneben ist Rima auch als Fallensteller mit der versteckten Kamera unterwegs. Die Show bedeutet für den Schweizer die Rückkehr zu Sat.1: Von 1996 bis 1999 war er im Ensemble der «Wochenschau».

Presserat weist Beanstandung von Pädophilen- Berichterstattung zurück

Ein derzeit in Haft befindlicher Pädophiler ist mit seiner Beschwerde gegen die Berichterstattung über seinen Fall im Blick und im Sonntagsblick beim Presserat abgeblitzt. Der Verwahrte hatte beanstandet, dass in den Artikeln seine Menschenwürde verletzt und Unwahrheiten verbreitet worden seien.

 Ein derzeit in Haft befindlicher Pädophiler ist mit seiner Beschwerde gegen die Berichterstattung über seinen Fall im Blick und im Sonntagsblick beim Presserat abgeblitzt. Der Verwahrte hatte beanstandet, dass in den Artikeln seine Menschenwürde verletzt und Unwahrheiten verbreitet worden seien. Im Blick wurde der Mann als «schlimmster Bubenschänder der Schweiz» bezeichnet. Für die Leserschaft sei allerdings klar erkennbar gewesen, dass dieses fragwürdige Etikett als Wertung einzustufen sei. Auch die kritische Beurteilung der Autobiografie des Mannes sei zulässig. Wer mit einer Autobiografie an die Öffentlichkeit trete, müsse damit rechnen, dass auch der Autor und dessen Hintergründe von den Medien kritisch besprochen werden, argumentierte der Presserat. 

Kerner bedauert Eva Hermans Rausschmiss

Der deutsche Moderator Johannes B. Kerner bedauert, wie die berühmt-berüchtigte Sendung vom vergangenen Oktober ablief, die Eva Herman vorzeitig verliess. Er habe damals falsch entschieden, sagte der Talker in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

 Der deutsche Moderator Johannes B. Kerner bedauert, wie die berühmt-berüchtigte Sendung vom vergangenen Oktober ablief, die Eva Herman vorzeitig verliess. Er habe mit der Show «nur das Beste gewollt», sagte der Talker in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Es sei dabei aber nicht «das Richtige herausgekommen». Er habe damals falsch entschieden: «Als Eva Herman gehen wollte, hätte ich sagen können: Nein, nein, bleib hier. Hier fliegt keiner raus. Da hinten ist Platz genug», erklärte Kerner. Er wollte mit Herman über die Mutterrolle in der Gesellschaft zu sprechen. Mit den umstrittenen Aussagen der Moderatorin und Buchautorin zur NS-Zeit habe er sich nur einleitend beschäftigen wollen. Die Sendung entwickelte sich nicht so, wie er angenommen hatte: «Der Fehler war: Wir haben die Sendung redaktionell nicht zu Ende gedacht. Wir hatten so eine Reaktion von ihr nicht auf dem Zettel», so Kerner.
Im gleichen Interview kündigte der Moderator übrigens an, dass er seine Kochshow abgeben und sich dafür verstärkt auf die Sportberichterstattung konzentrieren wolle.

Lüdin: «Besitzt Peter Wanner die bz ganz, schaut er auch besser dazu»

Mathis Lüdin, Verleger der Basellandschaftlichen Zeitung bz, begründet den Verkauf seiner Zeitung an die AZ Medien. Und er sagt, welche Rolle die Basler Zeitung bei diesem Entscheid gespielt hat.

Mathis Lüdin, Verleger der Basellandschaftlichen Zeitung (bz), begründet den Verkauf seiner Zeitung an die AZ Medien. Und er sagt, welche Rolle die Basler Zeitung bei diesem Entscheid gespielt hat. Werbewoche: Herr Lüdin, in Ihrem Pressetext bezeichnen Sie die im September 2006 eingegangene Kooperation mit der MittellandZeitung als erfolgreich. Aufgrund welcher Kriterien? Mathis Lüdin: Unsere Zeitung hat inhaltlich massiv gewonnen durch diese Partnerschaft. Wir spielen nun in der oberen Liga. Wir haben einen Mantel, den ich mir zuvor im Alleingang nie im Traum hätte vorstellen können. Im Gegenzug konnten wir uns auf den Regionalteil konzentrieren – auch dadurch hat die Zeitung gewonnen. Quantitativ bieten wir zudem dank zahlreicher Specials ein grösseres Volumen – auch wenn dies nicht alle Leser mögen. Und wir sind eingebunden in eine Gruppe mit grossem Knowhow in allen Bereichen.
WW: Wie erging es der bz im Inseratebereich? Lüdin: Wir konnten uns den Zugang zum nationalen Inseratemarkt voll erschliessen. So haben wir nun auch die Panoramaseiten von der Migros und von weiteren Kunden, die wir zuvor nicht hatten. Der MZ-Stellenmarkt ist zudem überraschend gross und kommerziell um Welten interessanter als zuvor das Kombi mit dem Stellefant der Basler Zeitung (BaZ). Allerdings hätte ich die Stellefant-Inserate trotzdem sehr gern, weil sie stärker auf unsere Region bezogen sind. Aber rein finanziell ist der MZ-Stellenteil deutlich besser.
WW: Hand aufs Herz: Wie entwickelte sich 2007 das Inseratevolumen aus dem bz-Stammland? Lüdin: Hier gab es schon auch eine Kannibalisierung. Denn einige Inserenten aus dem nationalen Markt, die wir zuvor direkt und zu den eigenen bz-Preisen hatten, kommen heute nur noch über die MZ und zu ganz anderen Tarifen. Aldi zum Beispiel eröffnete eine Filiale in Lausen und schaltete zweimal wöchentlich eine Panoramaseite in der bz – zum vollen Preis. Seit unserem Wechsel zur MZ bucht er halt über die MZ – und da erhält die bz nur noch einen Anteil von etwa 10 Prozent. Das ist die Schattenseite. Insgesamt also erhielten wir ein deutliches Mehrvolumen zu einem schlechteren Preis. Aber unter dem Strich geht es mehr als auf.
WW: Können Sie dieses Plus etwas quantifizieren? Lüdin: Gegenüber 2006 legten unsere netto-netto-Werbeeinnahmen um rund 25 bis 30 Prozent zu.
WW: Bisher waren Auflage und Reichweite der bz stabil. Dieses Jahr kam aber die Sonntagsausgabe und ein um 10 Prozent höherer Abopreis dazu. Werden Sie Abonnenten verlieren? Lüdin: Ja, im Promillebereich. Wir haben jeden Tag auch Neu- oder Probeabo-Bestellungen. Die Abo-Kündigungen sind derzeit zwar etwas in der Überzahl. Doch abgerechnet wird erst im Februar, denn im Januar dürften noch einige Personen, bei denen das BaZ-Abo ausläuft, zu uns wechseln. Das Interesse – auch wegen Sonntag – ist sehr gross. Zudem merken viele, dass die bz mit 368 Franken zwar teurer ist als die BaZ, die 347 Franken kostet. Aber sie erhalten bei der bz auch eine Sonntagsausgabe, die sich mit den Sonntagstiteln von Tamedia oder NZZ durchaus messen kann, sowie ein TV-Programm.
WW: Welchen Einfluss hatte die BaZ-Grossauflage (GA) in diesem Jahr? Lüdin: Das ist schwer zu sagen. Sie machte zweifellos den Markt nervöser.
WW: Hat sie der bz Leser oder Inserate gekostet? Lüdin: Nicht spürbar. Sie machte wohl einige Deals mit Inserenten und gab Goodies und Freespace. Insgesamt ging sie sehr aggressiv vor. Doch unsere Stamminserenten zeigten sich davon nicht allzu beeindruckt. Wir aber nur wenige verloren.
WW: Obwohl die BaZ-GA nur halb soviel kostet wie jene der bz, bei fast identischer Auflagenhöhe? Lüdin: Das machte die Inserenten anfangs schon stutzig. Sie fanden, 90’000 GA-Exemplare seien 90’000 GA-Exemplare, warum sollen sie bei der bz doppelt so viel bezahlen wie bei der BaZ? Wir aber sagen: Unsere GA hat 111’000 ausgewiesene Leser, während die BaZ-GA als Neuling kaum mehr als 0,6 Leser pro Ausgabe, also bloss etwa die Hälfte der bz-Reichweite, erreichen dürfte. Insofern ist unser höherer Preis durchaus gerechtfertigt. Das haben viele Kunden auch eingesehen.
WW: Warum haben Sie die bz gerade jetzt verkauft? Lüdin: Der Zeitpunkt ist eher zufällig. Wir merkten aber: Der Markt ist heute viel härter als wir uns dies vor drei Jahren noch vorstellten. Ich nenne nur drei Stichworte, die dies verdeutlichen: Gratiszeitungen, das Projekt Sonntag und der Onlinebereich. Die Chance für eine mittelgrosse Regionalzeitung zu überleben, sind noch schlechter geworden. Darum entschieden wir uns für den vollständigen Verkauf – und damit für klare Besitzverhältnisse.
WW: Man könnte das auch anders sehen: Die bz hat einen vorläufigen Zenith erreicht. Die Zuwachsraten im Inseratebereich dank MZ-Anschluss wiederholen sich 2008 sicher nicht und im Abobereich ist die Situation zumindest unsicher. Das eigentliche MZ-Abenteuer beginnt für die bz also erst jetzt. Den Zeitpunkt, die Hauptverantwortung abzugeben, haben Sie somit geschickt gewählt. Lüdin: Das Tempo der letzten drei Jahre war enorm. Alles folgte Schlag auf Schlag: Zuerst der Anschluss an die MZ, dann die Sonntagsausgabe, jetzt suchen wir nach einer Antwort auf die Gratiszeitung News. Das alles und die damit verbundenen Risiken haben den Entscheid auf unserer Seite natürlich beschleunigt. In diesem Sinne sage ich: Der Zeitpunkt ist – umständehalber – sicher nicht schlecht, und er zwang die AZ Medien, Farbe zu bekennen. Ich bin jedenfalls überzeugt: Wenn die bz ihnen zu 100 Prozent gehört, schauen sie besser dazu, als wenn wir noch die Hälfte mittragen würden. Wir fanden sozusagen eine ideale Kombination: Die Besitzverhältnisse sind geklärt, aber der Verleger, die Mannschaft und der Druck – alles bleibt wie gehabt. Mit einem Wermutstropfen: Die Zeitung gehört nicht mehr uns.
WW: Wie sahen die bisherigen Besitzverhältnisse bei der Basellandschaftlichen Zeitung AG eigentlich aus? Lüdin: Die Familie Lüdin, bestehend aus meinem Bruder Alex und mir sowie vier weiteren Personen, besitzen gut zwei Drittel der Aktien.
WW: Haben Sie ausschliesslich gegen Geld verkauft oder erhalten Sie auch Anteile an der AZ Medien? Lüdin: Nein. Es ist ein reiner Verkauf.
WW: Hat das Verhalten der Basler Zeitung Medien Ihren Entscheid, nun definitiv an Peter Wanner zu verkaufen, beflügelt? Lüdin: Nein. Die BZM reagieren ja auf uns, nicht wir auf sie. Im Grunde aber reagieren sie gar nicht, sondern sind aus Zürich ferngesteuert.
WW: Die bz wurde vor 175 Jahren als Baselbieter Kampfblatt gegründet – anlässlich der Basler Trennungswirren. Heute sind sich die Basler Halbkantone aber politisch und wirtschaftlich näher denn je. Ein bz-Verkauf nach Basel hätte dies noch symbolisch unterstrichen – erst recht an Weihnachten. Haben Sie da nicht eine historische Chance verpasst? Lüdin: Nein. Wenn zwei Zeitungen, die sich räumlich überschneiden, etwas gemeinsam machen, führt dies früher oder später zu einer einzigen Zeitung. Das ist der Unterschied zum MZ-Modell: Dort hatten wir keine Überschneidung. Sehen Sie sich die Kopfblätter der Berner Zeitung an – die kommen zwar noch etwas unterschiedlich daher, aber im Grunde ist es überall dasselbe Blatt. Kurz: Mit der BaZ hätten wir unsere Zeitung aufgegeben.
Markus Knöpfli

Orell Füssli kauft Buchverlag Huber von Tamedia

Der Medienkonzern Tamedia verkauft eine weitere Sparte des Tochterunternehmens Huber & Co: Der Frauenfelder Buchverlag Huber geht per 1. Januar 2008 an den Orell Füssli Verlag, welcher sämtliche Mitarbeiter übernimmt. Die Ausrichtung von Huber soll auch innerhalb des neuen Besitzers bestehen bleiben.

 Der Medienkonzern Tamedia verkauft eine weitere Sparte des Tochterunternehmens Huber & Co: Der Frauenfelder Buchverlag Huber geht per 1. Januar 2008 an den Orell Füssli Verlag. Der 1809 gegründete Verlag mit rund 200 lieferbaren Titeln wird als selbständiger Programmteil innerhalb des Orell Füssli Verlags am Standort Frauenfeld weitergeführt, wie Tamedia mitteilte. Alle Mitarbeitenden werden übernommen, die zentralen Funktionen werden zusammengelegt. Der Kauf erfolgt gemäss Mitteilung durch Barzahlung, über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Der bald zweihundertjährige Verlag Huber verfügt über eine Palette von Sachbüchern in den Bereichen Geschichte, Sprachwissenschaften, Kulturgeschichte, Kommunikation und Militaria. Ein Pfeiler des Sortiments sind thurgau-spezifische Werke. Die Übernahme durch Orell Füssli soll dem Verlag auch in Zukunft eine weitgehend eigenständige Buchproduktion sichern.
Tamedia hatte das Unternehmen Huber & Co. im Jahr 2005 aufgekauft (siehe
). Bereits im vergangenen September hatte das Zürcher Verlagshaus Teile davon verkauft: den Bereich Akzidenzdruck von Huber Printpack und den Zeitschriftenverlag von Huber & Co. (siehe ).

AZ Medien kauft Basellandschaftliche Zeitung

Die Basellandschaftliche Zeitung (bz) wird an die AZ Medien Gruppe verkauft. Das haben die Aktionäre der BZ entschieden. Mit diesem Schritt soll die Zukunft der Tageszeitung gesichert werden. Ein Alleingang in wirtschaftlicher Selbständigkeit wäre nach Ansicht der Aktionäre schwierig geworden, teilten die beiden Parteien am Freitag mit. Wie bis anhin wird Mathis Lüdin als Präsident des Verwaltungsrates der Zeitung zeichnen.

 Die Basellandschaftliche Zeitung (bz) wird an die AZ Medien Gruppe verkauft. Das haben die Aktionäre der BZ entschieden. Mit diesem Schritt soll die Zukunft der Tageszeitung gesichert werden. Ein Alleingang in wirtschaftlicher Selbständigkeit wäre nach Ansicht der Aktionäre schwierig geworden, teilten die beiden Parteien am Freitag mit. Auslöser für den Verkauf war die Kooperation, welche die bz seit 2006 mit der Mittelland Zeitung pflegt. Auch nach der Übernahme durch die AZ Medien soll die Zeitung nach Willen der bisherigen Aktionäre eine eigenständige publizistische Stimme für das Baselland sein. Mathis Lüdin wird wie bis anhin als Präsident des Verwaltungsrates der bz zeichnen. Er bleibe der Zeitung als Verleger verbunden, heisst es weiter. Neben Lüdin haben folgende Personen im VR Einsitz: Peter Wanner, VR-Delegierter (neu), Dr. Beat Guldimann (bisher), Alex Lüdin (bisher), Dr. Jürg Schärer (neu).
Die Redaktion der bz wird von Chefredaktor Thomas Dähler geleitet. Die Lüdin AG (Druckerei, Liegenschaften, Papeterie, Foto und Buchhandel) bleibt im Besitz der Familien-Aktionäre. Sie druckt die Basellandschaftliche Zeitung weiterhin.
Die Basellandschaftliche Zeitung hat eine Auflage von 22’579 Exemplaren und erreicht 58’000 Leser. Am Mittwoch erscheint eine Grossauflage von 84’227 Exemplaren, welche 108’000 Leser erreicht. Seit September 2007 erscheint das in den Verbund der Mittelland Zeitung integrierte Blatt auch am siebten Wochentag, als Sonntag bz.

Zanetti und Trimedia trennen sich bereits wieder

Das war ein kurzes Gastspiel: Der Zürcher SVP-Kantonsrat Claudio Zanetti verlässt die Kommunikationsagentur Trimedia schon wieder. Für den Politiker hat sich der Einstieg in die Beratertätigkeit schwieriger als erwartet gestaltet.

 Das war ein kurzes Gastspiel: Der Zürcher SVP-Kantonsrat Claudio Zanetti verlässt die Kommunikationsagentur Trimedia schon wieder. Man trenne sich «im gegenseitigen Einverständnis auf Ende Jahr», teilte Trimedia in einem knappen Communiqué mit. Für Zanetti habe sich der Schritt in die Beratertätigkeit, nach vielen Jahren in der aktiven Politik, schwieriger als erwartet gestaltet. Wie Zanetti auf Anfrage der SDA sagte, habe er Mandate vertreten müssen, die ihm gegen den Strich gegangen seien. Er sieht seine berufliche Zukunft eher wieder in der politisch-publizistischen Richtung. Zanetti war erst im Oktober zu Trimedia gestossen. Während acht Jahren war er Parteisekretär der SVP des Kantons Zürich. Er hatte das Parteisekretariat Mitte Jahr verlassen, ist aber weiterhin Kantonsrat.
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