Das Uvek hat der Music First GmbH eine UKW-Konzession für ein Jugendradio in der Region Zürich erteilt. Damit revidierte das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) seinen früheren Entscheid aus dem Jahre 2004. Damals hatte es die Konzession dem Konkurrenten von Music First, DJ Radio, zugesprochen.Zielpublikum des Jugendradios sind gemäss Ausschreibung die 15- bis 24-jährigen Radiohörerinnen und Radiohörer. Das Programm müsse ein jugendnahes Musikprofil aufweisen und seine Berichterstattung auf jugendspezifische Themen fokussieren, setzte das Uvek fest. Es kam nun zum Schluss, dass Music First diese Kriterien besser erfüllt als ihr Mitbewerber DJ Radio. Von einem «schönen Weihnachtsgeschenk», sprach Music First-Initiant Guiseppe Scaglione, der auch erst am Donnerstag von seinem Glück erfuhr. «Meine Präferenzen und Prioritäten lagen immer beim Jugendradio. Darum haben wir am Längsten gekämpft.» Jetzt überlegt sich der Radiomacher eventuell eines der Konzessionsgesuche für RMC Züri oder 105züri zurückzuziehen.
Mit der Konzessionserteilung findet ein mehrjähriges Verfahren seinen vorläufigen Abschluss. Die Ausschreibung für ein Jugendradio war am 27. Mai 2003 eröffnet worden. Von den ursprünglich fünf Bewerbern setzte sich im Dezember 2004 das Unternehmen Beril mit DJ Radio durch. Music First, eine der Mitbewerberinnen, wehrte sich gegen den ersten Konzessionsentscheid beim Bundesrat. Dieser hiess die Beschwerde aus verfahrensrechtlichen Gründen gut. Die beiden verbliebenen Bewerberinnen Music First und DJ Radio erhielten danach die Gelegenheit, ihre Bewerbungen zu überarbeiten und den Anforderungen des unterdessen neu in Kraft getretenen Radio- und Fernsehgesetzes anzupassen.
Ausschlaggebend für die Konzessionserteilung an Music First sei nun gewesen, dass diese Bewerberin in ihrem überarbeiteten Projekt eine breit abgestützte Zusammenarbeit mit jugendbezogenen Institutionen und Organisationen vorlegen konnte, liess das Uvek am Donnerstag in einer Mitteilung verlauten. Ferner sei das im Vergleich zu DJ Radio überzeugender formulierte Ausbildungs- und Qualitätssicherungskonzept ins Gewicht gefallen. Music First plant eng mit der Pro Juventute und dem Dachverband aller Jugendzentren zusammenzuarbeiten. Ausserdem hat sich Initiant Guiseppe Scaglione ein ausgeklügeltes Ausbildungskonzept ausgedacht. In Zusammenarbeit mit dem Institut für angewandte Medienwissenschaften sollen junge Leute die Möglichkeit bekommen sich beim neuen Radiosender ausbilden zu lassen.
Gegen den Konzessionsentscheid des Uvek kann beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht werden. «Mit Einsprachen müssen wir rechnen,» sagte Scaglione gegenüber der Werbewoche. «Über den Zeithorizont kann ich noch nichts Konkretes sagen. Ich weiss noch nicht mal, wann wir überhaupt starten dürfen.» Auf jeden Fall sei man bereit, und könnte in vier bis sechs Monaten auf Sendung gehen. Vorher müssen allerdings noch Studios gebaut und Personal eingestellt werden. Unabhängig vom jetzigen Entscheid des Uvek hat Scaglione am Montag entschieden, sein gesamtes Radioimperium mit den Kabelsendern Radio 105 und Radio Monte Carlo von Basel nach Zürich zu verlegen.