Logistik Boxx bewirbt für DHL den neuen Service DHL Rail Pac. Der deutsche Paketkurier konkurrenziert die Schweizerische Post.
Nachdem das Logistikunternehmen DHL im September letzten Jahres sein neues Angebot DHL Rail Pac lanciert hat, bewirbt jetzt die Zürcher Werbeagentur Boxx in einer nationalen Marketingkampagne die neue Dienstleistung. Bei DHL Rail Pac handelt es sich um einen nationalen Expressdienst. Kunden können vorerst an den so genannten Servicepoints in Zürich und Bern (SBB-Gepäckschalter) Briefe und Pakete aufgeben, die mit der Bahn in die wichtigsten Wirtschaftsregionen der Schweiz transportiert und am gleichen Tag am Zielort zugestellt werden. Beim neuen DHL-Service kann der Kunde selber entscheiden, ob der Kurier in den Regionen Zürich, Basel, Bern, Biel, Luzern und Genf das Paket nach Hause liefern soll oder ob der Empfänger es selbst am SBB-Gepäckschalter abholen möchte. In Lausanne, St. Gallen und Bellinzona wird die Sendung bis zum Bahnhof befördert, wo sie am Servicepoint des Gepäckschalters durch das SBB-Personal ausgehändigt wird.
Grüne ExpresspostErleichtert wird das neue Angebot durch eine einfache Preisstruktur. Neben einem Format für jede Art von Brief gibt es für Pakete die Grössen Small, Medium und Large. Bei DHL zahlt man nicht nach Gewicht, sondern nach Volumen. Im direkten Vergleich mit der Schweizerischen Post ist das für Kunden oft billiger (siehe Kasten). Nicht nur günstig, sondern auch grün will die Tochter der Deutschen Post sein. Unter dem Motto «Go Green» will DHL sich als umweltfreundlicher Logistiker einen Namen machen. So werden alle beim Transport entstehenden CO2-Emissionen berechnet und über unternehmensinterne als auch externe Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit den SBB könnten Pakete und Dokumente trotz höchstem Tempo umweltverträglich verschickt werden, wie DHL mitteilt.
Massiver Ausbau in der SchweizDas private Postunternehmen will mit dem Angebot DHL Rail Pac seine Stellung im Schweizer Postmark massiv ausbauen. Die ehrgeizigen Ziele werden durch die intensiven Werbemassnahmen deutlich. So hat DHL im Dezember begonnen, mit TV-Spots für die bereits 120 Servicepoints in der Schweiz zu werben. Die Botschaft: Heute muss man nicht zwingend seine Pakete am Postschalter aufgeben. Die Servicepoints von DHL befinden sich an SBB-Gepäckschaltern, Kiosken oder Apotheken. Der Ausbau des Expressunternehmens ist nicht zuletzt ein Angriff auf die Monopolstellung der Schweizer Post. Bis Ende nächsten Jahres will DHL laut eigenen Aussagen 300 Servicepoints in der Schweiz betreiben. Für das ehrgeizige Ziel von DHL setzt Boxx Werbeagentur auf einen breiten Mix von Massnahmen, der neben elektronischen Medien auch Inserate, Plakate, Flyer und Below-the-line-Werbung beinhaltet.
Christian Lüscher
DHL oft billiger Wettbewerb
Anfang Dezember hat die Postregulationsbehörde (PostReg) verschiedene Paketdienste miteinander verglichen. Das Fazit: Die Schweizerische Post verfügt mit 2500 Poststellen über ein dichteres Netz als die privaten Postanbieter. Wer jedoch seine Pakete mit A-Post verschicken will, findet bei privaten Anbietern teilweise günstigere Alternativen. Beispiel: Wer ein Paket so gross und schwer wie ein Handyset mit A-Post verschicken möchte, zahlt bei der Schweizerischen Post mit 8 Franken am meisten, bei DHL 7.50 Franken. Ähnlich verhält es sich bei drei Weinflaschen. Mit 10 Franken ist die Schweizer Post die teuerste Anbieterin. Bei DHL bezahlt der Kunde für den Versand 50 Rappen weniger. Anders sehe es bei einem zwei Kilogramm schweren Buch aus, wie PostReg in einer Medienmitteilung schreibt. Mit 9.50 Franken verlangt DHL 1.50 Franken mehr als die Schweizerische Post. (cl)