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Zu guter Letzt: Sarkozy spaltet Frankreich
Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy sorgt für einmal nicht wegen seiner Liaison mit Carla Bruni für Schlagzeilen. Er plant, in seinem Land im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Werbung abzuschaffen. Doch dieser Plan gefällt nicht allen.
Der Präsident der öffentlichen Sendergruppe France Télévision hingegen, Patrick de Carolis, begrüsst die Pläne. Das öffentliche Fernsehen erhalte so eine stärkere Identität. Die fehlenden Einnahmen müssten aber ausgeglichen werden, fügt er an. Und dies werden einige Euro sein – das französische öffentlich-rechtliche Fernsehen finanziert sich nämlich zu 40 Prozent aus Werbeeinnahmen.
Mehrere Zeitungen berichteten am Mittwoch zudem von der möglichen Privatisierung eines der öffentlichen Sender, sollte der Verlust nicht ausgeglichen werden können. Diese Frage werde sich zwangsläufig stellen, zitierte die «Libération» aus Kreisen der Regierung.
Bleibt abzuwarten, ob auch in der Schweiz irgendwann jemand auf diese originelle Idee kommt und das Pinkeln vielleicht schon bald auf nach dem Film verschoben werden muss.
Futurecom: Neuer Online-Auftritt für ÖKK
Futurecom hat für die Krankenversicherung ÖKK im Rahmen eines Gesamt-Relaunchs unter der Federführung der Y&R Gruppe einen neuen Webauftritt realisiert.
Verantwortlich bei ÖKK:
Stefan Schena und Mario Theus (Strategische Gesamtverantwortung), Marc Kaufmann (Projektleitung Web), Venanzi Vinzenz (Kommunikationsverantwortung), Peter Werder (Textverantwortung).Verantwortlich bei Futurecom Interactive:
Martin Sauter und Thomas Steiner (Consulting), Katja Gradenegger (Art Direction), Cornelia Vecellio (Design), Daniela Schori (Konzept), Markus Marti und Marcel Marty (IT).
Todesanzeigen bleiben gratis
Marketing Todesanzeigen bleiben im Solothurner Tagblatt gratis. Wer in den fünf Splits der Berner Zeitung (BZ) eine Todesanzeige schalten will, bezahlt gemäss neuer Tarifdokumentation einen bis zwei Rappen mehr pro Millimeter.
SchroBli- statt SoBli-Magazin
Kolumne Der SonntagsBlick hat einen «Leser-Rat» eingerichtet, denn die Zeitung möchte noch besser werden. Wir wären ja bereits zufrieden, wenn Ringiers Sonntagsblatt wieder mittelmässig würde.
Das SonntagsBlick-Magazin hingegen erscheint auf dünnem Papier, dafür in einem Layout, das vortäuscht, grosszügig zu sein, aber an die Trophäen-Sammlung in alten Druckersetzkästen erinnert. Und so kommt es, wie es kommen muss: Das Heft hat nichts zu sagen und braucht deshalb Cervelat-Prominenz.
Toni Vescoli etwa, inzwischen rentenberechtigt, darf zur Ankündigung seines neuen Tonträgers die Rubrik «Mein Stil» füllen, zum Beispiel in einem Satz ein Buch vorstellen, eine geschenkte Gitarre zeigen und und und. Schrott und Ramsch anstelle von Gold und Silber, der sich in einem Leben eben angehäuft hat. Die folgenden Rubriken heissen «mode», «beauty», «notizen», «game» und sind thematisch geordnete Kaufempfehlungen, samt Name des Anbieters und Preis. Und der Journalismus? Immerhin ist eine «Redaktorin» für diese Seiten verantwortlich.
Man kann es natürlich auch positiv sehen. Wo es an journalistischer Substanz fehlt, erscheint das Textlein des Blaublut-Experten Helmut-Maria Glogger zu «mein Mann der Woche» – zu Prinz Harry nämlich – als auffällige journalistische Leistung: «Keiner stand im Kampf für Leben, Lieben, Laster und gegen die eigene Leber so seinen Mann wie der Rotschopf aus dem Geschlecht der Windsor-Mountbattens.»
SonntagsBlick-Magazin heissen diese gehefteten Farbblätter, «SchrottBlick-Magazin» wäre zutreffender. Daran ändern auch die folgenden People-Stories im Stil der Schweizer Illustrierten wenig. Selbst eine Reportage über die Arbeiter
im Gotthard-Basistunnel folgt der Grundregel von Ringiers Prominentenblättli: Die Porträtierten müssen in die Kamera lächeln. Dazu stehen ausschliesslich positive Bylines wie etwa: «Die goldene Halskette ist mein Glücksbringer.» Man könnte fast meinen, dass Tunnelarbeiter ihr Geld ohne Schweiss und ohne Staub verdienen – wie Chefredaktoren, wenn sie nicht gerade Tennis oder Golf spielen.
Übrigens: Für den Leser-Rat will der «SchroBli» «nicht etwa Medienprofis, sondern aufmerksame, engagierte Leser.» Merke: Medienprofis lesen weder aufmerksam noch engagiert! Aber was bringt das Engagement den Leser-Rätinnen und -Räten? «Sie lernen die Redaktorinnen und Redaktoren kennen und Chefreaktor Marc Walder (42).» Wir zweifeln nicht daran, dass es Leute gibt, die daran Gefallen finden werden. Und ja, es gebe Gespräche und «auch mal einen gesellschaftlichen Anlass – und natürlich immer Speis und Trank.» Natürlich! Nach dem dritten Cüpli kümmert auch einen Leser-Rat journalistische Qualität nur noch wenig. Seit Informationen zunehmend gratis verbreitet werden, verkaufen Verlage nun eben wieder die Leserinnen und Leser. Manchmal auch für dumm.
Hans Stutz ist freier Journalist.
Wanners Gratiszeitung soll im Mai starten
AZ-Medien-Verleger Peter Wanner kündigte anlässlich der Lancierung des Tamedia-Blattes News eine eigene Gratiszeitung an. Diese werde im Mai auf den Markt kommen, berichtet Cash Daily. Eine Projektgruppe arbeite bereits unter Hochdruck an dem Blatt.
Wohlfühloase inmitten der Stadt
Fitness Die Agentur Favo in Basel lässt für John Valentine die Muskeln spielen. Die neue Werbebotschaft stellt die zentrale Lage der Einrichtungen ins Zentrum.
Wer kennt ihn nicht – den John Valentine Fitness Club? Ursprünglich war die Kette auch in Zürich, Bern oder Spreitenbach vor Ort. Inzwischen konzentriert sich der erste und älteste Fitness- und Wellness-Club der Schweiz auf seinen Heimmarkt Basel. Hier aber mit grossem Erfolg. So schwören heute viele Basler auf die persönliche Atmosphäre, das erstklassige Equipment, das umfassende Wellness- und Fitness-Angebot direkt im Herzen Basels.
Um noch mehr Anhänger zu gewinnen, schwört John Valentine jetzt auf die Basler Werbeagentur Favo. Unter der Leitung von CD Hinrik Wachsmuth hat diese einen ziemlich überraschenden Auftritt mit einem neuen Dachkonzept entwickelt. Dieses findet sich auf Plakaten, Anzeigen, Tramhängern und Radiospots umgesetzt. Alle Sujets stellen eine Botschaft ins Zentrum: «Fitness mitten in der Stadt». Denn nur John Valentine bietet Krafttraining, Sauna, Wellness, Massage, Whirlpool und Hydromassage direkt im Zentrum und erst noch alles unter einem Dach.
Als der Unternehmer Toni Mehmann 1968 in Spreitenbach das erste Fitnesscenter unter dem Label John Valentine projektierte, wurde er noch als Spinner abgetan. Später hat der Branchenpionier weltweit über 100 Fitness- und Wellness-Anlagen gebaut mit dem Ziel, «die gestresste Informationsgesellschaft zur gesundheitsbewussten Wohlfühlgesellschaft» zu führen. Auch in der Schweiz entwickelte dieser Trend seine Muskeln. 1998 zählte man bereits 700 solche Fitness-Oasen. Aber John Valentine wurde immer mehr von neuen Anbietern wie Kieser oder zum Beispiel Migros bedrängt.
Heute wird das Wachstum der Branche als das grösste im Bereich Tourismus angesehen. In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl der Spas weltweit verdoppelt.
Andreas Panzeri
Druck der Direktbucher wächst
PrintOnline Der digitale Datenkurier kann seine Preise erneut leicht senken, obwohl der Trend zu Direktbuchungsrabatten Mehrarbeit verursacht. Das Werbevolumen in der Presse hat letztes Jahr weiter zugenommen.
PrintOnline Der digitale Datenkurier kann seine Preise erneut leicht senken, obwohl der Trend zu Direktbuchungsrabatten Mehrarbeit verursacht.Das Werbevolumen in der Presse hat letztes Jahr weiter zugenommen. Zwar fehlen bei der VSW-Inseratestatistik noch die Dezemberzahlen, doch bis November verzeichnete die Printbranche je nach Titelgruppe Zuwachsraten zwischen 1,7 Prozent (regionale Wochenpresse III) und 20,5 Prozent (Wirtschaftspresse). Nur zwei Pressekategorien mussten beim Gesamtvolumen ein (sanftes) Minus hinnehmen.Den Aufwind gespürt hat auch der digitale Datenkurier PrintOnline (POL). Diese Drehscheibe zwischen Werbekunden und Agenturen einerseits und Verlagen andererseits konnte 2007 seine Übermittlungsleistung erneut steigern – um rund 5121 Inserate oder 4 Prozent auf insgesamt 130962 Inserate. Der Anteil der Kleininserate (unter 311 Quadratzentimeter) betrug rund 58 Prozent. Im vergangenen Jahr haben über 1000 Kunden Anzeigen via POL versandt.
POL wurde 1997 von Publicitas, Tamedia, Ringier und NZZ gegründet, die zu je 25 Prozent am «Netzwerk für Druckdaten» beteiligt sind. Hauptziel des Nonprofit-Unternehmens ist es, den Werbeauftraggebern das Handling der Printwerbung zu erleichtern. Der Datenkurier wird deshalb nicht von den Kunden, sondern von all den Verlagen finanziert, die via POL mit Inseraten beglückt werden. Doch POL gibt seine Überschüsse den Verlagen in Form von Tarifreduktionen weiter. Seit der POL-Gründung vor zehn Jahren konnte das Nonprofit-Unternehmen die Gebühren schon mehrmals senken – letztmals vor einem Jahr.
Auch für das eben begonnene Jahr gibt nun POL-Geschäftsführer Kurt Obrist eine sanfte Preisreduktion bekannt: POL verzichtet künftig auf die Gebühr von einem Franken pro übermitteltes Megabyte. Der Wegfall dieser Abgabe wird teilweise kompensiert durch eine Erhöhung des Tarifs je Inserat. Den Grossverlagen, die eine jährliche Anschlussgebühr von 15000 Franken bezahlen, werden pro Inserat neu 11 statt 10 Franken verrechnet. Kleinere Verlage, die auf eine Anschlussgebühr verzichten, bezahlen neu 31 statt 30 Franken pro Anzeige. Sind die Inserate kleiner als 311 Quadratzentimeter (eine halbe Tabloidseite), zahlen Grossverlage neu 7 (bisher 6) Franken, Kleinverlage neu 19 (bisher 18) Franken. Übers Ganze gesehen müssten die Verlage im neuen Jahr dennoch 3,5 Prozent weniger für die POL-Dienste bezahlen, sagt Obrist.
Ein Trend der letzten Jahre bestätigte sich auch 2007: Obwohl die Rubrikenanzeigen weiter anzogen, konnte POL nur teilweise davon profitieren. Der Grund: Sie werden immer häufiger über Publiconnect, Scout24, Unio oder Prospective, die spezialisierten Anbieter für Online- und Printrubrikenmärkte, geschaltet – an POL vorbei.
POL bekommt ausserdem den Trend der Verlage zu spüren, sich zunehmend aus der P-Abhängigkeit zu lösen, in die Eigenregie zu gehen und eine Direktbuchungsentschädigung (DBE) zu gewähren. Letztere soll den Agenturen als Anreiz dienen, statt über die P direkt bei den Verlagen zu buchen. Doch das hat seine Tücken. «Kein Eigenregieverlag verfügt über direkte Schnittstellen zu POL, solche hat nur die P», sagt Obrist. Das bedeutet, dass für Auftraggeber das Buchen von Eigenregietiteln über die P technisch einfacher ist, als wenn sie es direkt machen. Denn im P-eigenen Buchungssystem sind alle Daten der Verlage enthalten – Erscheinungsdaten, regionale Feiertage, Farben, Grösse – Angaben also, die ein direktbuchender Kunde zuerst erfassen und eingeben muss. «Es kommt deshalb öfter zu Kommunikationsproblemen und Doppelaufträgen als früher», sagt Obrist. Dramatisieren will er nicht. «Aber wir müssen heute doch deutlich mehr zusätzliche Abklärungen machen.»
Dennoch sieht POL keine Tariferhöhungen für Verlage mit DBE vor. Die Lösung bestehe eher in einer neuen Software – einer mit standardisierter Schnittstelle für den Datenaustausch. «Sowohl die P als auch POL arbeiten daran», sagt Obrist. Erste Testinstallationen seien in Betrieb. Künftig sollte es also keine Rolle mehr spielen, ob ein Titel in Eigenregie oder in P-Pacht ist – und ob er eine DBE gewährt.
Markus Knöpfli
TV bringt Wachstum
GEMI Beim Goldbach Electronic Media Index setzt sich das Wachstum des Werbedrucks von TV im November wiederholt um 9 Indexpunkte auf 420 (411) fort und erweist sich weiterhin als Wachstumstreiber in den Werbemedien.
Aufgefallen: Neuer Pinkeltrend
Fernsehen Die Krux mit der TV-Werbung, der nicht nur technische Gefahr von immer raffinierteren Geräten zum Überspringen der Spots droht, sondern auch biologisch bedingte Ignoranz infolge menschlicher Pinkelpausen, ist bekannt. Die Werber stehen dieser Entwicklung allerdings nicht tatenlos gegenüber.
Da haben wir das Geschenk!
Weihnachtsgrüsse Für einige sind es Tage der Besinnlichkeit, in denen bewusst auf Werbung verzichtet wird. Andere Agenturen überbieten sich mit kreativen Weihnachtskarten.
Praktisch war das Geschenk der Werbeanstalt Schweiz AG (2). Diese schickte uns ein paar schwarze Socken mit Logo und dem Begleittext «Für angenehmes Weiterkommen». Textiles auch von der Kommunikationsagentur Unikat (3), nämlich ein T-Shirt als «unikates Präsent» für die «einzigartige Zusammenarbeit». Praktisch ebenso ein Geschenk von Publicis, nämlich eine kreativ gestaltete Parkscheibe. Papierbogen, aus denen man durch Zusammenknüllen praktische Schneebälle für eine «Indoor-Schneeballschlacht» basteln kann, schickte uns die Berner Agentur Polyconsult.
Kultur verschenkte Euro RSCG mit einer Freikarte für einen Konzertabend nach Wahl mit dem Zürcher Kammerorchester. Dieses wird von Frank Bodins Agentur mit einem «Kulturprozent» unterstützt. Eine CD plus Einladung in den
Bird’s Eye Jazz Club schickte uns cr basel. Auch TBWA\ zeigte sich von ihrer musikalischen Seite (1). Die rund 50 TBWA\-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zogen in Begleitung eines Kamerateams vom Grossmünster über den Paradeplatz bis zum Landesmuseum und sammelten singend für die Heilsarmee. Die Dokumentation ist zu sehen auf www.tbwa.ch.
Mit einem Film überraschte uns auch die Agence Trio (4). Dieser zeigte den Weihnachtsmann zu Besuch in der Agentur. Dem Trend zu witzigen viralen Filmchen folgte +Söhne in Winterthur (5). Reich geschmückt, aber ziemlich krass zeigen sich die Söhne dabei als verkleidete Tannenbäume, die vom Christkind gefällt werden.
Andreas Panzeri
