Schlecht gekocht

Food Wer wird der schlechteste Koch der Schweiz? Darüber kann die Leserschaft von 20 Minuten, der AZ und Cash daily online abstimmen.

 
Food Wer wird der schlechteste Koch der Schweiz?  Darüber kann die Leserschaft von 20 Minuten, der AZ und Cash daily online abstimmen. Die Kampagne «Aktion Männer an den Herd» für die Zeitschrift «Annemarie Wildeisens Kochen» ist in ihre letzte Phase getreten. Seit Mai 2007 spricht «Annemarie Wildeisens Kochen» das am Herd so schwache Geschlecht jeden Monat an und motiviert es, die übelsten Küchengeschichten einzuschicken und Probeabos zu bestellen. Nun kann das Publikum zwischen Gummi-Patrick, Pfützen-René oder Gala-George wählen. Im März wird der Sieger gekürt und mitsamt einer von ihm ausgewählten Gästeschar zu einem grossen Kochkurs eingeladen. Annemarie Wildeisen, die AZ-Medien-Gruppe sowie deren Agentur Reinhold lassen natürlich nichts anbrennen und werden berichten.

Märchen mit Happy End

Aufgefallen Es ging einmal die böse Mär um von den Werbeauftraggebern, die der irrigen Meinung seien, eine erfolgreiche Preiskampagne müsse aus einem grossen Preis, einem grossen Packshot und einer höchstens ganz kleinen Idee bestehen.

 
Autowerbung Es ging einmal die böse Mär um von den Werbeauftraggebern, die der irrigen Meinung seien, eine erfolgreiche Preiskampagne müsse aus einem grossen Preis, einem grossen Packshot und einer höchstens ganz kleinen Idee bestehen. Das ist natürlich genauso ein Märchen wie «der Golf ist teuer», meinen die Kreativen bei Krieg Schlupp Bürge/SJ in Zürich. Es ist uns tatsächlich aufgefallen, wie KSB/SJ dieses Vorurteil von der einfallslosen Preiskampagne mit Humor, gestalterischer Raffinesse und feiner Werbeklinge kreativ bekämpft. Und wenn der Golf noch nicht ausverkauft ist, dann gibt es ihn noch heute. Bei den VW-Händlern in der ganzen Schweiz. (pan)

Cavegnwerbung klotzt für TeleZüri gegen Kleckereien

Die Zürcher Agentur Cavegnwerbung zeigt mit einer neuen Fachpresse-Anzeige, dass Werbeauftraggeber sowie Media- und Werbeagenturen mit Werbung auf TeleZüri keinen Streuverlust riskieren.

Die Zürcher Agentur Cavegnwerbung zeigt mit einer neuen Business-To-Business-Anzeige, dass Werbeauftraggeber sowie Media- und Werbeagenturen mit Werbung auf TeleZüri keinen Streuverlust riskieren. Das Sujet dramatisiert, dass Kleckern nichts bringt. Nach wie vor ist TeleZüri im grössten Wirtschaftsgebiet der Schweiz nämlich die Nummer 1 bei den Privatsendern. Deshalb komme niemand im erweiterten Millionen-Zürich an dem Kanal vorbei, heisst es in einer Mitteilung der Agentur. Schon gar nicht, wer im Sendegebiet effizient werben wolle. Die neue Anzeige ist ab Mitte Januar in der Fachpresse zu sehen.
Verantwortlich bei Belcom, TeleZüri:
Tarkan Özküp (Gesamtverantwortung), Roman Louis, Beat Staege (Projektverantwortung). Verantwortlich bei Cavegnwerbung: Markus Cavegn (Art Director), Marco Huber, Daniel Soldenhoff (Grafik), Julien Vonier, Nora Fehr (Bildbearbeitung).

Wettstreit der besten Argumente

Kolumne Der Journalismus steht im Wettbewerb der Informationsvermittlung – eine sportliche Herausforderung, findet Josefa Haas.

Kolumne
Der Journalismus steht im Wettbewerb der Informationsvermittlung – eine sportliche Herausforderung, findet Josefa Haas.  
Die Stimmungslage der publizistischen Branche erinnert an die Hormonschwankungen von Pubertierenden: Im einen Moment erinnert sie selbstbewusst an ihre Funktion als vierte Gewalt, im anderen versucht sie billig zusammengekehrte Inhalte zu verkaufen. Die Gratiskultur im Internet und den Pendlerzeitungen führt einmal mehr vor Augen, dass auch mit bescheidenen redaktionellen Investitionen Geld gemacht werden kann. Die Journalistinnen und Journalisten müssen sich der Frage stellen, weshalb ihre Leistungen einen Preis haben, was der Zweck ihres Daseins ist und worin ihre beruflichen Standards bestehen.Allen Untergangsstimmungen zum Trotz gibt es darauf positive Antworten, nicht nur aus der eigenen Zunft. In der Wirtschaft und der Politik dreht sich fast alles um Fragen des Wissensmanagements, der Kommunikations- und Entscheidungskompetenz. Beruflich gefragt ist deshalb mehr denn je die Fähigkeit, Informationen zu generieren, diese in einen Zusammenhang zu stellen und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Zu den wichtigsten Instanzen für diese Aufgabe gehören die Medien und damit der Journalismus. Für die Systemtheoretikerin Maria Pruckner sind Journalismus und Management die wichtigsten Berufe des 21. Jahrhunderts. In der Informationsgesellschaft sorgen die Informationsarbeiter für die höchste Produktivität – das relevante Wissen im richtigen Zeitpunkt ist heute das wertvollste Gut.
Damit wäre das Selbstbewusstsein gestärkt. Wer mit dem Presseausweis allein jedoch seinen Anspruch auf Informationsvermittlung in der Öffentlichkeit stellt, muss sich auf mitleidige Reaktionen gefasst machen. Journalistinnen und Journalisten, die gerne unzimperlich austeilen, reagieren auf Kritik an den eigenen Werken oft nur beleidigt. In der heutigen Wissensgesellschaft hat jedoch auch die vierte Gewalt ihre Autorität verloren. Die Medien spielen zwar eine Schlüsselrolle in der Vermittlung von Inhalten, sie stehen aber im Wettbewerb mit den Angeboten der Wirtschaft, der Politik, der Kultur sowie der Beiträge vieler Einzelner. Und dieser Wettbewerb ist kein Krieg, sondern ein Sport – im Wettstreit um die besten Inhalte und Argumente. Dabei geht es nicht um den Sieg mit einer vermeintlichen Wahrheit, sondern um das Aufrechterhalten einer spannenden Auseinandersetzung. Publizistische Medien werden damit weiterhin Themen setzen und zum Thema werden.
Sokrates verglich seine Technik des Dialogs mit der Hebammenkunst. Ein natürlicher Vorgang erlangt durch professionelle Unterstützung eine bessere Qualität. Journalismus erbringt in diesem Sinne den Nachweis, eine geldwerte Leistung zu erbringen. Zur beruflichen Qualifikation gehören besondere Fertigkeiten und Kenntnisse. Ein Profi investiert Zeit in die Entwicklung seiner Kompetenzen und in die Herstellung seiner Produkte. Zudem unterwirft er seine Leistungen immer einem kritischen Blick, beobachtet aufmerksam die Besten seines Fachs und arbeitet ständig daran, sich zu verbessern.
Die Medienbranche selber kann mit einem neuen Bewusstsein gestärkt ihre Kompetenz unter Beweis stellen. Freilich darf sie dabei nicht nur auf bewährte Rezepte zurückgreifen. Im Zentrum muss die Lust an der Diskussion stehen, der Spass am Erkennen von Zusammenhängen, das Bewusstsein, nicht den einzigen, aber einen prominenten Beitrag zur Interpretation des Flusses von Ereignissen zu bieten. Je spannender und relevanter ihre Leistungen sind, umso unverzichtbarer und wertvoller werden sie, nicht nur für die Nutzer, sondern auch für die Medienunternehmen.
Josefa Haas ist Leiterin des Medieninstituts

Zu guter Letzt: Bruni wirbt für Lancia

Seit ihrer Liaison mit Sarkozy ist sie in aller Munde, nun werden wir sie bald auch noch auf Plakaten bewundern dürfen: Carla Bruni tritt nämlich demnächst als Testimonial für den Minivan Musa der Marke Lancia an.

 Seit ihrer Liaison mit Sarkozy ist sie in aller Munde, nun werden wir sie bald auch noch auf Plakaten bewundern dürfen: Die 39-jährige Carla Bruni tritt nämlich demnächst als Testimonial für den überarbeiteten Minivan Musa der Marke Lancia an. Wer nun aber denkt, der Grund für diese Wahl läge in der momentanen Medienpräsenz der Dame, täuscht sich – das Unternehmen soll nämlich den entsprechenden Werbevertrag mit Bruni bereits im vergangenen September geschlossen haben, also noch vor ihrer Beziehung zum Staatspräsidenten Frankreichs.
Den ungeahnten Rummel um das Testimonial seiner Marke kommentierte Lancia-Chef Oliver Francois mit einem Spruch an die Adresse seines französischen Landsmannes Sarkozy: «Ich war schneller als Sarkozy. Ich konnte Carla Bruni bereits vor Monaten als Muse für Lancia gewinnen», meinte er in einem Interview mit der italienischen Zeitung Il Giornale.

«Das SoBli-Magazin ist State of the art»

Presse SonntagsBlick-Chefredaktor Marc Walder erklärt aus aktuellem Anlass den Stand der Dinge bei seinem Blatt.

 
Presse SonntagsBlick-Chefredaktor Marc Walder erklärt aus aktuellem Anlass den Stand der Dinge bei seinem Blatt. 
In der letzten Werbewoche bezeichnete unser Kolumnist Hans Stutz das Magazin des SonntagsBlicks als SchrottBlick-Magazin, das journalistische Inhalte weitgehend vermissen lasse. SoBli-Chefredaktor Marc Walder ist damit ganz und gar nicht einverstanden. Im folgenden Interview erklärt er, wo der SonntagsBlick und sein Magazin derzeit stehen. WW: Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie die Kolumne von Hans Stutz gelesen haben?Marc Walder: Ich war gleichermassen entsetzt und empört. Weniger über die Tatsache, dass der Journalist das Magazin nicht gut findet, sondern vielmehr über die Wortwahl und die despektierliche Art, mit der er das Magazin der grössten Zeitung der Schweiz beurteilt hat.
Weniger journalistische Inhalte, dafür mehr kommerzielle Beiträge, Productplacement, eine Warenschau. Dahin zielt die Kritik. Entspricht diese Feststellung den Tatsachen?Die Struktur des neuen SonntagsBlick-Magazins hat im ersten Teil mehrere Seiten aus dem Bereich Lifestyle, also Mode, Beauty, Electronics, Auto und weitere Konsumgüter-News. Man kann durchaus sagen, dass hier Konsumgüter auf journalistische Art und Weise vorgestellt werden, so, wie dies viele andere Magazine auch tun. Der Hefteinstieg vieler Magazine ist heute so strukturiert und entspricht sowohl den Bedürfnissen des Lesermarktes wie auch jenen des Anzeigenmarktes. In der grossen Mitte des Heftes folgen grossflächig klassische Magazin-Storys, also Reportagen, Porträts, Interviews, Portfolios sowie durchaus auch Enthüllungen und Recherchegeschichten mit latenter Aktualität. Der dritte Teil rundet sich ab mit dem erfolgreichen Format «Sonntags bei», einer Mischung aus Homestory und «schöner Leben». Es zeigt die Lebenswelten von Persönlichkeiten mit einem Flair für Wohnen und kommt hervorragend an. Dann folgt Kino, Film, DVD, Buch, Fernsehen mit Kurt Felix und so weiter bis hin zum TV-Programm. Dieser Aufbau ist heute für ein Magazin State of the art.
Was wurde aus den ehrgeizigen Ambitionen des Vorgängertitels Sie und Er? Ist das heutige SoBli-Magazin ein Abstrich an den journalistischen Imperativ eines Premiummagazins?Sie und Er war journalistisch ein gutes Magazin. Aber es ist gescheitert, weil es die Akzeptanz im kommerziellen Markt nie gefunden hat. Im Lesermarkt hatte es durchaus seinen Erfolg, der wäre auch noch steigerungsfähig gewesen. Anhand dieser Parameter habe ich beschlossen, das neue Magazin wieder näher an den Sonntags-Blick heranzuführen, ohne auf die journalistischen Strecken in der Mitte zu verzichten. Wir haben in dieser Mitte Themen, die früher in Sie und Er genauso stattgefunden haben. Die Mischung insgesamt ist neu. Und die ganze Grafik, das Layout und das Titelkonzept.
Haben Sie denn die Balance zwischen Inserategenerator und journalistischem Anspruch gefunden?Haben wir, ja. Der Erfolg jedes journalistischen Produktes basiert immer auf der Akzeptanz sowohl des Leser- wie auch des kommerziellen Marktes. Die Leserschaftszahlen des SonntagsBlick-Magazins sind im Vergleich zu Sie und Er massiv gestiegen. Ebenso verzeichnen wir auch bei den Anzeigen gegenüber Sie und Er gewaltigen Zuwachs. Verlagsdirektor Thomas Passen ist sehr zufrieden. Wir werten das Ganze bei uns im Haus als tolle Turnaround-Leistung aller Beteiligten.
Gilt das auch für den umgebauten SonntagsBlick?In der Tat sind wir sehr gut unterwegs. Dies führe ich auf den Kurswechsel des SonntagsBlicks und wohl auch des SoBli-Magazins zurück: neue Gewichtung, neues Storytelling, neues Layout, neuer Mix, dazu viele Verlagsbemühungen, die fruchten. Auch im Anzeigenmarkt läuft es gut.
Auf SonntagsBlick online kann das Publikum die Beiträge nach Lust und Laune kommentieren. Warum braucht der SoBli jetzt ausgerechnet noch einen Leserrat?Der Leserrat ist ein kleines Hobby von mir. Dort holt man Ideen, fühlt den Puls – und ausserdem ist er ein gutes Marketingtool. Ich habe in den vergangenen Jahren viele Fokusgruppen besucht. Die sind sehr teuer. Also sagte ich mir, wir könnten das doch viel einfacher machen – weniger wissenschaftlich zwar, völlig klar, aber immerhin. Die Leserinnen und Leser sollen sich ernst genommen fühlen, gerade im Zeitalter des User generated content. Wir haben bereits jetzt weit über 200 Anmeldungen, ein schöner Erfolg. Was am Schluss dann herausschaut, das hängt selbstverständlich von den Workshops ab. Ich freue mich auf diese 25 Leute. Deshalb kümmere ich mich zusammen mit Christian Dorer, einem meiner Stellvertreter, persönlich darum. Ich hatte mir bereits bei der Schweizer Illustrierten zum Grundsatz gemacht, an mich adressierte Leserbriefe auch wirklich zu beantworten. Wenn also Herr Stutz mir schreiben würde, das SoBli-Magazin sei Schrott, dann würde ich auch einen solchen Brief beantworten …
Sie sind ein Partizipationseuphoriker, ein Begriff, der jüngst in der NZZ zu lesen war?Gut möglich. Meine grösste Angst ist, dass man bei einer grossen Zeitung ein Team hat, dessen Mitglieder morgens zu Hause in der Tiefgarage in ihr Auto steigen, eine CD einlegen und dann zur Tiefgarage des Ringier-Pressehauses fahren, dort mit dem Lift in ihr Büro gehen und dann das Gefühl haben, sie wüssten, was die Menschen im Land wirklich bewegt.
Wie stark fliessen die Erfahrungen des SonntagsBlicks in das Blick-Konzept ein?Blick-Chefredaktor Bernhard Weissberg und ich kennen einander seit vielen Jahren und haben immer wieder in verschiedenen Konstellationen miteinander gearbeitet. Wir reden täglich zwischen zehn Minuten und einer Stunde miteinander. Das ist also ein pausenloser Informationsfluss, der sich im täglichen Blattmachen gegenseitig widerspiegelt sowie im Projekt Blick 2010. Zusammen mit Daniel Pillard und Thomas Passen haben wir bereits jetzt mehrere neue Projektideen rund um den Blick. Das klappt gut und man sieht das dem Blick auch schon an. Die Blick-Crew unter Weissberg ist gut gestartet, auch wenn es mit dem Abgang des Sportchefs einen kleinen Rückschlag gab, der aber mit Walter de Gregorio bereits wieder wettgemacht ist. Wir sind alle zuversichtlich und überzeugt, dass wir auf gutem Weg sind.
Interview: René Worni

Köpfe der Woche: Berner Himmelsstürmer

René Walker, Olaf Pilleri und Claudia Connor-Jordi haben in Bern eine Agentur gegründet und nennen sich jetzt Wapico.

René Walker, Olaf Pilleri
und Claudia Connor-Jordi haben in Bern eine Agentur gegründet und nennen sich jetzt Wapico. 
Es war ein mittelschneller Entscheid, nicht seit sieben Jahren gereift und auch nicht in sieben Wochen aus dem Boden gestampft. «Mitte letzten Jahres hat es sich irgendwie konkretisiert bei uns», erklären die Partner von Wapico. Alle drei arbeiteten damals bei Burson-Marsteller in Bern. René Walker als CD, Claudia Connor als Beratungsgruppenleiterin und Olaf Pilleri war Leiter der Agentur und Texter. Pilleri war neun Jahre dabei, Walker acht und Connor sieben. «Die Zeit für einen Wechsel war reif. Wir wollten aber nicht einfach zur Konkurrenz und wir wollten uns auch nicht verlieren.» So redete man über Mittag und später auch bis spät abends immer häufiger über die Idee einer eigenen Agentur. Erleichtert wurde der Entscheid für die Werber, weil Burson-Marsteller vor allem auf Public Relations spezialisiert ist. Das Team der neuen Wapico fühlte sich deshalb ein bisschen abseits der Kernkompetenz des Unternehmens angesiedelt. «Bei Burson-Marsteller hat uns der sehr gute PR-Brand als klassische Werber nicht viel geholfen. Jetzt wollen wir uns vollumfänglich als kreative Werber profilieren. Wir sind offen für alles. Am liebsten machen wir aber klassische Werbung. Qualitativ gute Arbeit, die man auch bei einem ADC einreichen kann», erläutert Pilleri seine idealen Vorstellungen.
Die heutige Wapico hat schon früher als Team funktioniert und jeweils zusammen die Präsentationen durchgezogen. Bekannt noch sind die erfolgreichen Arbeiten des Teams für die Schweizer Bauern. In der Image-Kampagne haben sich Persönlichkeiten wie Michael Schumacher, Stephan Eicher oder Stephanie Glaser als Sympathisanten der Schweizer Bauern eingesetzt. Stolz verweist man auch auf die aktuellen Spots für Gerber-Fondue oder die Rapsöl-Kampagne mit den gelben Rapsfeldern. Alle Jahre ist in Bern auch eine neue Image-Kampagne für die Berner Kantonalbank aufgefallen. «Wir sind überzeugt, dass wir solche Ideen auch im neuen, kleineren Team entwickeln können», rechnet Connor.
Am alten Ort zählte die Werbeabteilung rund acht Leute. In der Selbständigkeit bei wapico sind es jetzt vier. Wachsen will man «langsam und gesund», wie die etwas reiferen Jungunternehmer bodenständig und realistisch ihr Ziel formulieren.
Dabei ist mit Bern als Standort in Zukunft offensichtlich mehr zu rechnen, wie auch andere Agentur-Entwicklungen dort zeigen. Das Team von wapico fühlt sich in der Bundeshauptstadt von der Lebensqualität her heimisch und will bewusst nicht nach Zürich ziehen. Man will aber nationale Kampagnen gewinnen und von Bern aus vor allem auch wichtige Kunden in der Westschweiz betreuen. René Walker ist Freiburger und das öffnet Zugang auch zu Kunden wie aktuell bereits die welsche Tageszeitung La Liberté.
Ein paar der früheren Grosskunden hat Wapico in Vereinbarung mit dem alten Arbeitgeber übernehmen dürfen. Dazu kommen bereits drei neue wie etwa Yellowworld, wo Wapico in einem Pitch alle Offline-Massnahmen gewonnen hat.
Mit Wapico sind die neuen Berner Konkurrenten so aufgestellt, dass alle Arbeitsgänge inhouse angeboten werden können. «Mit unserem Background decken wir alle Bedürfnisse ab.»
Pilleri ist nach einem Germanistikstudium und ersten Schreibversuchen als Lokaljournalist in der Werbung gelandet. Zu diesem Einstieg sei es gekommen, weil er unter seinen diversen Gelegenheitsjobs einen offenbar brauchbaren Prospekt für das Hotel «Eigerblick» in Grindelwald getextet hat. So folgte ein Praktikum bei einer Agentur mit dem schönen Namen WellCome Advertising. Dort habe er zwar nichts gelernt, aber schliesslich realisiert, dass er zu einer richtigen Agentur wechseln muss. So arbeitete Pilleri schliesslich zehn Jahre in der damals angesehenen Berner Agentur von Christian Jaquet als Texter und Konzepter. Die letzten beiden Jahre wirkte er als Geschäftsführer, nachdem die Agentur an das Netzwerk von Herbert Seiler verkauft wurde. Hier betreute Pilleri in der Schlussphase auch das weltweite Bally-Mandat sowie das damals erste Handy-Budget der Post und ihrer Telecom, aus der sich später die heutige Swisscom entwickelt hat. Nach einem Jahr Selbstständigkeit zusammen mit Daniela Camponovo folgte schliesslich Burson-Marsteller. Noch bei Dieter Jäggi startete Pilleri als Konzepter und wurde bereits nach acht Monaten in die Geschäftsleitung berufen. Pilleri wirkt nach wie vor als Dozent in der Grafikfachklasse an der Schule für Gestaltung in Bern/Biel.
René Walker hat in Genf die Kunstschule absolviert und dann in Berlin in einer kleinen Werbeagentur begonnen. Nach diesem Einstieg über das Direktmarketing wechselte er als Art Director zu GGK international Paris und wirkte später als Freelancer für verschiedene GGK-Agenturen sowie auch Weber Hodel Schmid oder das Atelier Jaquet. Dort hat René Walker schliesslich Olaf Pilleri kennen gelernt, der ihn 1999 zu Burson-Marsteller holte. Dazwischen war Walker zwei Jahre in Montréal als Freelancer zum Beispiel für Young & Rubicam tätig. In der Freizeit arbeitet er nach wie vor viel für Kulturorganisationen wie das Schweizerische Kulturzentrum in Paris, für das er als CD alle grafischen Arbeiten betreut. Ebenso wirkt er für das Freiburger Kulturfestival Belluard.
Claudia Connor, die bis Februar noch Jordi heisst, absolvierte die Matura in Bern und bildete sich am Sawi in Biel zur Werbeassistentin weiter. Der erste Job folgte für zwei Jahre bei Rüegg Fontana Heiderich in Zürich. Dann wollte sie noch etwas die Welt erkunden und reiste für längere Zeit nach Nord- und Südamerika. Bei ihrer Rückkehr entdeckte sie ein Inserat in der Werbewoche und kam so im August 2000 zu Burson-Marsteller als Assistentin von Olaf Pilleri. Connor hat hier von 2003 bis 2005 auch die zweijährige Ausbildung zur Kommunikationsleiterin machen dürfen. In der Freizeit liebt die baldige Frau eines Australiers nach wie vor das Reisen zum Besuch von «Freunden in aller Welt».
Die Zeit für eine Neugründung beurteilen alle drei Wapicos als «fantastisch». Man spüre einen Trend zu kleineren Agenturen, die vom Inhaber geführt sind. «Viele Leute, denen wir unsere Pläne verraten haben, wollen jedenfalls bereits Offerten haben.»
Andreas Panzeri

Klartext soll bleiben

Medienmagazin Der Klartext, der Vorreiter für kritischen Medienjournalismus, überlegt sich seine Zukunft. Geprüft werden verschiedene Veränderungen im Heft.

 
Medienmagazin Der Klartext, der Vorreiter für kritischen Medienjournalismus, überlegt sich seine Zukunft. 
Vor zweieinhalb Jahren feierte der Klartext, das nach eigener Aussage «erste unabhängige und nicht gewinnorientierte Medienmagazin», sein 25-jähriges Jubiläum. «Es ist eine Leistung, dass es den Klartext immer noch gibt», sagte damals Chefredaktor Hans Stutz. Kurze Zeit später erhielt der Schweizer Medienjournalismus mit einem neuen Produkt Zuwachs. Der Schweizer Journalist aus dem Hause Johann Oberauer in Österreich trat auf den Plan und erscheint seit Dezember 2005 wie der Klartext im Zweimonatsrhythmus. Spätestens seither ist klar, dass es beim angestammten Medienmagazin, das über die Jahre einen kritischen und im Gegensatz zum neuen Mitbewerber einen stärker analytisch und intellektuell geprägten Stil pflegt, Veränderungen braucht.Und das, obwohl (oder gerade weil) eine der herausragendsten Leistungen des Titels seine Kontinuität ist. Wo der Konkurrent in bester Magazinmanier druckt, hat der Klartext bis heute an den Bildern in Schwarzweiss und an einem im Vergleich faden Layout festgehalten. «Wir prüfen derzeit verschiedene Veränderungen im Heft, so unter anderem den Farbdruck», erklärt Adrian Scherrer, Mitglied des Klartext-Stiftungsrates. Auch der Online-Auftritt wird überarbeitet. Der seit November 2007 neu amtierende Chefredaktor Nick Lüthi hat bereits auf Klartext.ch ein Weblog gestartet. Weitere Neuerungen sollen folgen. Der Wechsel in der Chefredaktion habe beim Klartext für eine spürbare Dynamisierung gesorgt, meint Scherrer. Eine weitere Neuerung ist ein Wechsel im Inseratengeschäft. Neu wird für die Inseratenakquisition Verlagsberater Kilian Gasser das Mandat übernehmen, der in seinem Portfolio unter anderem die Wochenzeitung (WOZ) führt.
Standbein ist gefährdetZusätzlicher Druck, sich neue Wege zu überlegen, kommt mittelfristig von der Gewerkschaft Comedia. Über die Hälfte der Abos des Medienmagazins finanziert die Gewerkschaft über ihre Mitglieder, welche den Klartext automatisch mit der Mitgliedschaft erhalten. Die Auflage des Blattes ist mit 3’500 Exemplaren und zweimal jährlich einer Grossauflage von 8’200 Exemplaren nicht sehr gross. Doch die Gewerkschaftsabos bedeuten ein festes Standbein. Dieses Standbein droht mittelfristig wegzubrechen. Denn bekanntlich überlegt man sich bei Comedia einen Zusammenschluss beispielsweise mit der Unia oder der Gewerkschaft Kommunikation (GeKo). Ein weiteres Projekt denkt an einer neuen Gewerkschaft für den Mittelstand, bestehend aus GeKo, Comedia und VPOD herum. In jedem Fall wird für den Klartext voraussichtlich in einem Jahr die Frage nach neuen Erlösquellen dringend. Dann will der Comedia-Zentralvorstand seinen Bericht vorlegen. WOZ-Redaktor und Comedia-Präsident des Sektors Presse, Stefan Keller, dementiert, dass die Kündigung des entsprechenden Vertrages mit  dem Klartext bereits geplant sei: «Das ist für uns derzeit überhaupt kein Thema.» Für Keller gehöre das alteingesessene Medienmagazin sozusagen zur Erbmasse. Doch wenn die Gewerkschaft fusioniert, hätten die neuen Partner wohl kein Interesse mehr am Traditionstitel, der seine bestens eingeführte Marke Klartext auf jeden Fall erhalten will, wie Adrian Scherrer bestätigt.
Bereits seit etwa zwei Jahren pflegt der Stiftungsrat Kontakte mit Impressum, dem grössten Berufsverband Medienschaffender, sowie mit dem Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM). «Seit einiger Zeit führen wir Gespräche mit dem Klartext und überlegen uns Möglichkeiten, gemeinsam eine Publikation herauszugeben», erklärt Zentralsekretär Urs Thalmann. Ergebnisse wurden bisher keine erzielt. Impressum überlegt sich derzeit ein Facelifting des eigenen Verbandsorgans. Die Gedankenspiele gehen dort laut Thalmann sogar bis hin zum Launch eines unabhängigen Medienmagazins, sei das allein oder zusammen mit einem anderen Partner.
Marke soll bleibenAuch mit dem SSM bestehen bereits seit 2005 regelmässige Kontakte und man überlegte sich, beide Titel zusammenzulegen. «Doch der Klartext war nie bereit, seine Marke aufzugeben», sagt Philipp Cueni, Gazette-Macher und SSM-Sekretär für Medienpolitik. In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Gazette weiter entwickelt und wurde moderat ausgebaut, verfügt über Werbeeinnahmen, kooperiert mit einem deutschen Verlag, der Beilagen liefert, nachdem ein Beilagenkonzept vom Schweizer Journalist abgelehnt wurde. Laut Cueni ist die Gazette heute nicht mehr dringend auf einen Partner angewiesen. Nichtsdestotrotz tauscht er sich auch mit Impressum aus (die gelegentlich journalistische Artikel bei der Gazette einkauft) und hält sich mögliche Optionen offen. Bei einer Lösung mit dem Klartext wäre die Nähe zur Gewerkschaft Comedia für den SSM wohl etwas zu weit gegangen, meint Cueni.
Eigentlich müsste eine Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften in dieser Frage nicht sonderlich schwierig sein, möchte man meinen. Doch spielen offensichtlich auch sensible Befindlichkeiten eine Rolle. So bestehen unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Verhandlungen insbesondere zwischen dem SSM und dem Klartext-Stiftungsrat noch laufen oder bereits als beendet gelten. Für den Stiftungsrat und auch für Chefredaktor Nick Lüthi ist indessen klar: «Wir sind jederzeit für Verhandlungen offen, doch die Marke Klartext soll erhalten bleiben.»
René Worni
Kritischen Diskurs am Leben erhaltenDer Klartext entstand aus Sorge um den Fortbestand des kritischen Journalismus
zu Zeiten der Jugendunruhen, der Werbeboykotte und Entlassungen von kritischen Journalisten und Chefredaktoren. Im Oktober 1980 erschien das erste Heft, herausgegeben von der Schweizerischen Journalisten Union (SJU), um den kritischen Diskurs zur Medienpolitik über die Gewerkschaften hinauszutragen. Man ging mit dem neuen Magazin auf die Strasse und hatte rasch genügend Abonnenten zusammen. Schnell fanden die entlarvenden Meldungen über das Innenleben der Medien Beachtung in den Chefetagen, wo man fleissig Berichte herauskopierte.Später wurde zur Sicherung der redaktionellen Unabhängigkeit
die Stiftung Klartext gegründet. Ab Januar 1985 leitete Max Jäggi fast zehn Jahre lang den Klartext als Chefredaktor, dessen Ära viele als Grund für die Kontinuität des Blattes sehen. (rw)

Pius Walker holt den Egon

Der 32. Werber des Jahres ist gekürt: Die Leserinnen und Leser der Werbewoche wählten Pius Walker zu ihrem Favoriten. Geehrt wurde er am Mittwochabend im Zürcher Kaufleuten anlässlich der Egon-Verleihung.

Der 32. Werber des Jahres ist gekürt: Die Leserinnen und Leser der Werbewoche wählten Pius Walker zu ihrem Favoriten. Geehrt wurde er am Mittwochabend im Zürcher Kaufleuten anlässlich der Egon-Verleihung. Der letztjährige Zweitplatzierte erntete mit seiner Walker Werbeagentur im vergangenen Jahr zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, vor allem für seine Arbeiten für Fleurop und für Amnesty. In Cannes konnte er zwei goldene und einem silberne Löwen einheimsen, daneben strich er einen D&AD Silverpencil, drei OneShow Silverpencils, Gold und Silber bei Eurobest sowie zweimal den Cup Award ein. Und der Gunn-Report, der die besten Kreativagenturen aus der ganzen Welt auflistet, führt die kleine Werbeagentur von Pius Walker auf dem 39. Platz.
Zum steigenden Erfolg seiner Agentur sagt Walker im Interview mit der Werbewoche: «Erfolg sichert uns die Mittel, welche wir brauchen, um unseren Weg weiter zu gehen und unsere Unabhängigkeit zu waren. Und nebenbei bezahlt er uns ab und an ein paar schöne Dinge wie beispielsweise unsere neue Espressomaschine, auf welche wir alle sehr stolz sind.» Walker zeigt sich überzeugt, dass eine erfolgreiche Kampagne letztlich immer auf einer einfachen Grundidee basiert.
Die Wahl zum Werber des Jahres fiel durchaus eindeutig aus: Fast 40 Prozent aller Stimmen entfielen auf Pius Walker. Auf dem zweiten Platz landete Pedro Simko von der Werbeagentur Saatchi & Saatchi Simko mit 14 Prozent der Stimmen, auf dem dritten Platz ist mit Valentina Herrmann mit knapp 12 Prozent der eingegangenen Stimmen endlich wieder einmal eine Frau auf dem Podest vertreten.
Lesen Sie mehr über den Werber des Jahres in der aktuellen Werbewoche Nr. 2 oder unter
Pius Walker ist Werber des Jahres 2008
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Mobiliar wird Kampagne des Jahres

Publikumswahl Den Leserinnen und Lesern von Tele und Werbewoche gefällt die Kampagne von Wirz für Die Mobiliar am besten.

 
Publikumswahl Den Leserinnen und Lesern von Tele und Werbewoche gefällt die Kampagne von Wirz für Die Mobiliar am besten. 
 Die Kampagne läuft schon seit über zehn Jahren und kann ihren Erfolg jetzt mit der Wahl zur «Kampagne des Jahres» toppen. Mit der Briefanrede «Liebe Mobiliar…» beginnen jeweils die verfilmten Schadenfälle. Zwei solche witzigen Filmsketches realisiert die Produktionsgesellschaft Wirz & Fraefel durchschnittlich pro Jahr, basierend auf der Kampagnenidee von Wirz Werbung mit dem Team um CD Matthias Freuler. Begleitet werden diese grossen Filme in den Printmedien von inzwischen weit über hundert «Schadenskizzen» auf kariertem Papier. Und ein Ende der Erfolgskampagne steht wohl nach diesem grossen Sympathiebeweis des Publikums kaum zur Diskussion, obwohl es «immer schwieriger wird, die vorgängigen Ideen zu toppen», wie die Krea
tiven von Wirz meinen.TV-Spots 2007
 

Als Klingelton fürs Handy, Bildschirmschoner, E-Cards und virale Spots haben die Supergurken von Chirat nach ihrer Premiere im Fernsehen noch einmal ein immer grösser werdendes Publikum gefunden. Die singenden Gurken waren die Abräumer in den Spot-Blocks rund um populäre Casting-Shows. Jetzt sind die farbenfrohen Gurken aus der Agentur JWT+H+F auch noch auf Platz 2 im Casting für die «Kampagne des Jahres» ge
landet.Mit ihren sexy Skilehrern darf sich Spillmann Felser Leo Burnett für Schweiz Tourismus über den dritten Platz auf dem Podest der beliebtesten Werbung freuen.
Andreas Panzeri

Google Marketing Challenge: Schweizer Unis machen mit

Google startet weltweit einen Online Marketing Challenge. Dieser richtet sich an Bachelor- und Master-Studenten und soll ihnen schon während des Studiums Praxis-Erfahrung im Online-Marketing vermitteln.

 Google startet weltweit einen Online Marketing Challenge. Dieser richtet sich an Bachelor- und Master-Studenten und soll ihnen schon während des Studiums Praxis-Erfahrung im Online-Marketing vermitteln, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die teilnehmenden Gruppen erhalten jeweils ein Budget von 200 Dollar. Jedes Team erarbeitet mit einem Unternehmen, das Adwords noch nicht nutzt, eine  Online-Marketing-Kampagne. Die Studenten haben drei Wochen Zeit, um ihre Strategien auszuarbeiten. Jedes Team muss dabei zwei Berichte verfassen, einen zu Beginn des Projekts und einen nach dem Ende der Kampagne. Die eingehenden Beiträge werden von einer internationalen Jury aus Professoren bewertet. Anhand des Erfolgs der Kampagnen und der Qualität der Berichte werden schliesslich die Gewinner ermittelt.
Die Universitäten St. Gallen, Bern und Genf, die Uni für angewandte Wissenschaften in  Luzern sowie die Hochschule für Technik in Rapperswil haben sich bislang mit rund 120 Studenten für den Wettbewerb angemeldet.
Der Challenge startet im Februar 2008 und ist offen für alle höheren Bildungseinrichtungen auf der ganzen Welt.

Für Direktbucher wird es leichter

Marketing Das Direktbuchen rentiert besser: Weil Verlagsangebote zusammengelegt oder andere ausgebaut wurden, erreichen Agenturen die Mindestvolumen eher.

 
Marketing Das Direktbuchen rentiert besser: Weil Verlagsangebote zusammengelegt oder andere ausgebaut wurden, erreichen Agenturen die Mindestvolumen eher. 
Für Mediaagenturen, die direkt beim Verlag statt über Publimedia buchen, fällt ein Mehraufwand an – nicht nur beim Buchen selbst, sondern auch beim Controlling und beim Abrechnen. Vor drei Jahren hat Tamedia bekanntlich damit begonnen, Grossagenturen, die bei Tamedia-Titeln direkt buchen, für ihren Mehraufwand zu honorieren. Tamedia gewährt seither eine «Direktbuchungsentschädigung» (DBE) von 1,5 Prozent, sofern die Agentur pro Jahr ein Mindestvolumen von einer Million Franken bei Tamedia-Titeln platziert. Übertrifft die Agentur zudem das Volumen des Vorjahres, zahlt Tamedia auf den Mehrumsatz zwei Prozent.Neuerungen bei TamediaDieses Angebot führt Tamedia auch 2008 weiter – mit einigen gewichtigen Änderungen: Weil der Zürcher Konzern letztes Jahr die Berner Espace Media zu 100 Prozent übernahm, wird deren DBE-Angebot nun ebenfalls in jenes der Tamedia integriert. Kommt dazu, dass Espace Media ihr Angebot erstmals auch auf ihre Zeitschriften Automobil Revue, Revue automobile, Motosport Schweiz und Motosport Suisse ausdehnt, wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer mitteilt. Neu wird auch die Pendlerzeitung News einbezogen. Weiterhin nicht dabei sind dagegen die drei Gratiszeitungen von Tamedia und Espace Media sowie weitere Titel im Portfolio von Espace Media.
Ebenfalls erstmals Bestandteil des DBE-berechtigten Tamedia-Umsatzes ist jenes Volumen, das im neu aufgestellten Verbund Nordostschweiz gebucht wird. Dies bestätigt NOS-Anzeigenleiter Peter Menzato. Auch wenn das NOS vom Tamedia-Titel Thurgauer-Zeitung vermarktet wird, so ist diese Integration dennoch bemerkenswert: Zum einen, weil sich damit die NOS-Partner Landbote und Schaffhauser Nachrichten noch stärker bei Tamedia anlehnen. Und zweitens, weil die beiden Titel, die bisher keine DBE gewährten, zumindest teilweise das Lager gewechselt haben. Die Schaffhauser Nachrichten allerdings nur teilweise: denn sie hält Solobuchungen sie weiterhin aus dem DBE-berechtigten Volumen raus.
Basler ohne MindestvolumenZu den DBE-Newcomern gehört auch die Basler Zeitung Medien (BZM), die neuerdings in Eigenregie ist. Sie schreibt kein Mindestvolumen vor. Keinerlei Änderungen ergeben sich beim Walliser Boten, der ebenfalls  kein Mindestvolumen verlangt. Edipresse bleibt sich ebenfalls treu, auch Ringier  und Axel Springer Schweiz belassen ihr Angebot wie bisher – wobei bei Axel Springer Schweiz neu auch jenes der ehemaligen Jean Frey integriert wird. «Wir ziehen derzeit Schlussbilanz betreffend 2007 und stehen in Gesprächen mit den Media-Agenturen für 2008. Die bisherigen Erfahrungen sind durchwegs positiv und wir beabsichtigen, die neuen Vereinbarungen für 2008 auf der gleichen Basis wie 2007 abzuschliessen», schreibt CEO Ralph Büchi auf Anfrage der Werbewoche.
Unklar ist weiterhin, wie die Weltwoche mit dem Thema umgeht. «Wir stehen dem Thema sehr zurückhaltend gegenüber und möchten uns diesbezüglich nicht äussern», richtet Verlagsleiterin Maike Juchler aus. Den Agenturen dürfte diese Antwort allerdings kaum genügen.
Disziplin der Pachttitel bröckeltVon den Titeln mit P-Pacht ist weiterhin die NZZ die einzige, die eine von der P akzeptierte Handlingsentschädigung (HE) gewährt (siehe Kasten). Doch wie lange noch bleibt sie allein? Die Edipresse-Zeitungen, allesamt in P-Pacht, harren schon seit einem Jahr auf eine ähnliche Vertragsanpassung und lassen nicht locker. «Im Rahmen der totalen Neuausrichtung der Publicitas hoffen wir, dass sie auch in diesem Bereich den Marktpartnern und Regieverlagen eine akzeptable Lösung anbieten wird. Entsprechende Vorgespräche haben bereits stattgefunden», schreibt Marcel Siegenthaler, Leiter Werbemarkt Edipresse Schweiz. Ähnlich klingt es im Aargau. «Das Thema steht nach wie vor zur Diskussion. Vorderhand verzichten wir jedoch auf die Einführung einer HE», teilt AZ-Medien-Sprecherin Eva Keller mit. Und weiter: «Wir gewähren individuell und situativ Rabatte sowohl auf Kunden- wie auf Mediaagenturseite.» Woraus man wohl schliessen kann, dass die Disziplin bröckelt.
«Teilregie» bei SüdortschweizWachsende Unstimmigkeiten sind bei der Südostschweiz offensichtlich. Die Anfrage der Werbewoche nach einem allfälligen DBE/HE-Angebot beantwortete Susanne Lebrument, Geschäftsleiterin der SO-Publicitas, jedenfalls kurz und knapp mit «kein Kommentar». Der Hintergrund: Die SO-Medien-Gruppe vermarktet trotz Pachtvertrag mit der P ihre Titel seit knapp einem Jahr selbst – «in Teilregie», wie man es dort nennt.
Keine Unzufriedenheit lässt man sich dagegen bei den NZZ-Töchtern in Luzern und St. Gallen anmerken. «Da wir auf Grund unserer Kooperationsverträge die Anzeigenabteilung Publicitas Neue Luzerner Zeitung als integralen Bestandteil unseres Verlagshauses betrachten, ist eigentlich jede Buchung bei unserer Anzeigenabteilung eine Direktbuchung beim Verlag, die aufgrund des attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses des Titels nicht noch zusätzlich rabattiert werden muss», hält etwa Erwin Bachmann, VR-Delegierter der LZ Medien, fest. Ein nahezu identisches Statement kommt von Daniel Ehrat, Verlagsleiter des St. Galler Tagblatts, und auch von Erland Herkenrath von der Zürcher LandZeitung.
Markus Knöpfli

Die NZZ hält an ihrer Regelung festVor einem Jahr hat auch die NZZ
für die meisten ihrer Titel eine Art DBE eingeführt. Doch weil damit Publimedia und Publicitas nicht umgangen werden sollten, sondern im Gegenteil, Buchungen über die beiden Publigroupe-Töchter ebenfalls honoriert werden, nannte man den Nachlass an der Falkenstrasse Handlingsentschädigung (HE). Die HE war eine Reaktion auf die Situation, dass ab 2007 alle grossen Wirtschaftstitel und auch Sonntagszeitung und SonntagsBlick eine DBE gewährten. Damit war die NZZ auf dem Platz Zürich im Segment Wirtschaftspresse und im Sonntagsmarkt praktisch der einzige Titel ohne DBE.Die HE beträgt weiterhin ein Prozent
und wird an Kunden und Agenturen ausbezahlt, deren jährlicher BK-/ JUP-berechtigter kommerzieller Anzeigen- und Beilagenumsatz bei NZZ-Titeln mindestens 500000 Franken beträgt. Die HE gilt für Buchungen in der NZZ, NZZ am Sonntag, im Magazin Z und neu auch bei NZZCampus sowie Bücher am Sonntag, nicht aber für Buchungen im NZZ Folio. (mk)

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