Hilfe für Kreative

Papier UPM hat ein hilfreiches Printing and Paper Workbook für seine UPM-Finesse- Bilderdruckpapiere herausgebracht.

 
Papier UPM hat ein hilfreiches Printing and Paper Workbook für seine UPM-Finesse- Bilderdruckpapiere herausgebracht. 
Die Duplex-Edition ist die zweite Ausgabe der praxisorientierten Printing and Paper Workbooks für Drucker, Agenturen und Einkäufer von Printprodukten, mit denen sich die Wirkung von Druck- und Veredelungstechniken auf verschiedenen Papieroberflächen und Grammaturstärken vergleichen lässt. Während die erste Ausgabe MetalFX-Farben in den Mittelpunkt stellt, konzentriert sich die jetzige Ausgabe auf den Duplex-Druck. Wirkung lässt sich vergleichenAuf insgesamt acht Foldern können Betrachterinnen und Betrachter die unterschiedlichen Effekte des Duplex-Drucks beurteilen und die Wirkung eines Bildmotivs in Schwarzweiss, 4C und verschiedenen 2-C-Duplex-Reproduktionen vergleichen. Zum Vergleich angeboten werden die Beispiele auf den vier Papieroberflächen gloss, premium silk, silk und matt und den zwei Grammaturen 135 und 170g/m2 des UPM-Finesse-Papiersortiments statt. «Die Druckmusterkollektion verdeutlicht somit den Einfluss der Papierwahl auf das Endergebnis», erklärt Anke Böckmann, Brand Manager für grafische Papiere bei UPM.
Druckobjekte aufwertenBei Duplex handelt es sich um eine alte Druckkunst, bei der im Allgemeinen Schwarz-Weiss-Bilder mit einer zusätzlichen Farbe gedruckt werden. Von einer Schwarz-Weiss-Vorlage werden dabei zwei Druckformen erstellt.
Die kontrastreiche Schwarzform gibt die Zeichnung in den dunklen Bereichen des Motivs wieder. Mitteltöne und Lichterzeichnung werden mit der Druckform der zweiten Farbe gedruckt, die aus einer grossen Palette von Sonderfarben ausgewählt werden kann, ganz nach Motiv und gewünschtem Effekt. «Duplex ist nach wie vor eine effektive Technik, um Druckobjekte aufzuwerten und sie von der gewohnten Vierfarb-Bilderflut abzuheben», so Böckmann. Schwarz-Weiss-Motive gewinnen durch Duplex an Tiefe und Plastizität, und es entsteht eine Bildsprache aus einem Guss. Duplex bietet sich deswegen vor allem bei der Darstellung von Landschaften, aber auch in der Porträt- und Industriefotografie an.
Auf [email protected] kann das UPM Finesse Printing and Paper Workbook zum Thema Duplex bezogen werden.
Sabine Flachsmann

«Wir sind günstiger»

Die Zuvo ist die Nummer 1 in der adressierten Frühzustellung. Nun erhält sie Konkurrenz von der Post. Jürg Brauchli, VR-Präsident der Zuvo und seit kurzem Projektleiter Zustellorganisationen von Tamedia und NZZ, nimmt Stellung.

 
Die Zuvo ist die Nummer 1 in der adressierten Frühzustellung. Nun erhält sie Konkurrenz von der Post. Jürg Brauchli, VR-Präsident der Zuvo und seit kurzem Projektleiter Zustellorganisationen von Tamedia und NZZ, nimmt Stellung. 
WW Dass die Post und nicht die Zuvo den Zuschlag für die Blick-Frühzustellung erhielt, hat diverse Zuvo-Partner verärgert. Wie begegnen Sie der Kritik an der Zuvo-Offerte?Jürg Brauchli: Warum Kritik? Unser Angebot war günstiger als das der Post. Das weiss ich, weil ich als Verwaltungsratsmitglied der Bevo sehe, was die Post bezahlt. Ich vermute aber, dass die Post Ringier eine erweiterte Offerte auch für die Zeitschriften unterbreitete und deshalb den Zuschlag erhielt. Sie will auf jeden Fall in die Frühzustellung, das ist ihr erklärtes Ziel. Jetzt, da die Presseförderung des Bundes weitgehend wegfällt, kann sie auch freier Rabatte gewähren.
Dass Ringier ausgerechnet dem Verlegerrivalen Post zum Einstieg in die flächendeckende adressierte Frühzustellung verhilft, zeigt, dass die Verleger punkto Distribution nicht mehr mit einer Stimme sprechen.Vielleicht tun sie dies schon seit dem Verzicht auf die Alternative Tagzustellorganisation (AZO) nicht mehr. Wäre man wirklich einer Meinung gewesen, hätte man AZO wohl vorangetrieben.
Tamedia und NZZ wollen «das Verhältnis zur Post klären und eine mögliche Zusammenführung der Bevo mit der Zuvo prüfen». Heisst das, dass Sie die Post aus der Bevo werfen wollen?Nein, das können wir gar nicht, sie ist ja Mitaktionärin. Wir könnten höchstens der Bevo die Aufträge kündigen.
Was auf dasselbe herauskäme. Werden Sie das tun?Das ist noch völlig offen. Wenn wir es schon wüssten, hätten wir ja schon kündigen können. Zuerst wollen wir aber prüfen.
Das Verhältnis zur Post klären – das könnte man auch so verstehen: Sie entflechten in Bern, indem Sie die Bevo in die Zuvo integrieren. Hernach bringen Sie die gesamte Zuvo bei der Firma Postmail AG ein. Anders gefragt: Ist ein Zusammengehen von Post und Zuvo bereits beschlossene Sache?Überhaupt nicht. Dann müsste uns die Post ja ihren Bevo-Anteil zum Kauf anbieten. Das habe ich aber von ihr noch nicht gehört.
Dennoch wäre ein Zusammengehen wohl sinnvoller.Dafür müsste es relevante Vorteile für unsere Zeitungs- und Zeitschriftentitel geben, etwa, dass die Kosten pro ausgeliefertes Exemplar am Ende tiefer wären als heute. Mit der Blick-Frühzustellung allein wird die Post noch kein attraktives Angebot machen können. Doch es kommt jetzt darauf an, wie sich die Post zu den Verlagen stellt und was sie neben dem Blick sonst noch alles in die Frühzustellung nimmt.
Sie scheinen auf Zeit zu spielen.Darum geht es nicht. Wir wollen jetzt die Situation in Bern klären.
Was gibt es dort so dringend zu klären?Die Distribution der Sonntagstitel zum Beispiel ist in Bern nicht Teil der Bevo, sondern läuft über eine separate Organisation. Diese Unterteilung in eine werk- und eine sonntägliche Zustellung besteht sonst nirgends. Darum wollen wir das nun sauber anschauen.
Distribution ist das Kerngeschäft der Post. Mit ihrer neuen Frühzustellung könnte sie die Verlage quasi in die Knie zwingen. Wie sehen Sie sich vor?Mit der Frühzustellung des Blick macht die Post zweifellos einen Schritt in diese Richtung. Diesen Schritt macht sie aber nur mit Verlust. Wir sehen uns deswegen noch nicht in die Enge getrieben.
Keine allzu grosse Herausforderung also?Jede Konkurrenz ist eine Herausforderung. Doch umgekehrt könnten auch wir anfangen, weitere Zustellleistungen zu erbringen. Derzeit zeigt man zwar warnend auf Deutschland, wo die gescheiterte PIN-Group das Gegenteil beweisen soll. Doch es gibt in andern Ländern durchaus erfolgreiche Beispiele von Post-alternativen Zustelldiensten.
Sie haben die AZO noch nicht begraben?Vorerst denken wir nicht an eine Tagzustellung, sondern füllen unsere Frühzustellung mit zusätzlichen Volumina weiter auf. Denn die Frühzustellung ist ein Mengengeschäft. Da die bezahlte Presse aber an Auflage verliert, müssen wir entweder die Preise erhöhen oder die Ausfälle mit weiteren Aufträgen substituieren. Letzteres machen wir bereits mit Erfolg.
Insofern wäre der Blick für Sie interessant gewesen.Klar hätten wir die Titel von Ringier auch gerne vertrieben. Doch jetzt ist es halt anders gekommen.
Zurück zur Post-Strategie: Ich schlage eine Wette vor. In spätestens drei Jahren sind die Verleger zu maximal 50 Prozent an der Postmail AG beteiligt – oder die Post zu mindestens 50 Prozent an der Zuvo.(lacht) Nein, ich will nicht wetten. Ich bin kein Spekulant.
Interview Markus Knöpfli

Mehr Lohn für die Belegschaft der Cablecom

Die Kabelnetzbetreiberin Cablecom steigert ab April die Lohnsumme für ihre Mitarbeitenden um 2,6 Prozent. Daneben gibt es für die Väter unter den Angestellten künftig fünf statt einen Tag Vaterschaftsurlaub.

 Die Kabelnetzbetreiberin Cablecom steigert ab April die Lohnsumme für ihre Mitarbeitenden um 2,6 Prozent. Diese Massnahme wurde zusammen mit der Gewerkschaft Kommunikation sowie der Arbeitnehmervertretung ausgehandelt, wie Cablecom am Mittwoch bekannt gab. Mit der Lohnerhöhung liegt sie einige Promille über dem Durchschnitt: Die errechnete Salärerhöhung über alle Branchen beträgt aktuell 2,2 Prozent (Berechnung des Beratungsunternehmens Cepec) beziehungsweise 2,4 Prozent (Berechnung der UBS). Daneben gibt es für die Väter unter den Angestellten künftig fünf statt bis anhin einen Tag Vaterschaftsurlaub. Neu haben Väter auch Anspruch auf einen fünftägigen Adoptionsurlaub.
In Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung und der Gewerkschaft Kommunikation will Cablecom ausserdem im laufenden Jahr ihre Löhne anhand der Methodik des eidgenössischen Büros für Gleichstellung untersuchen, um Transparenz in die Lohniveaus von Frauen und Männern zu bringen. Wie es in der Mitteilung weiter heisst, würden gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen, um Lohnunterschiede zu beseitigen.

Das Kleben hat ein Ende

Fussball Die Publisuisse blickt auf eine erfolgreiche Publisuissini-Kampagne zurück. Die Werbewoche fasst zusammen.

 
Fussball Die Publisuisse blickt auf eine erfolgreiche Publisuissini-Kampagne zurück. Die Werbewoche fasst zusammen.  
Im August überschwemmten sie die Werbeszene und sorgten während fünf Monaten in den Agenturen für Pausenhofstimmung – Publisuissinis. Der Fernsehvermarkter Publisuisse hat die Konterfeis der hiesigen Agentur-Dribbler zum Branchenthema gemacht und so das Euro-Fieber zumindest bei den Werbern endgültig entfacht. Rückblickend müssen sich die Kreativstars im Panini-Format keinesfalls hinter ihrem Original aus Italien verstecken. Die Aktion löste eine vergleichbare Sammelwut aus. Gerüchten zufolge hätten Agenturchefs sogar ein Publisuissini-Verbot verhängen müssen, weil in den Büros fleissig getauscht, gezockt und geklebt wurde statt gearbeitet. So muss Werbung letztlich sein. Aber auch die Agenturbosse machten es sich zur Aufgabe, das Album mit den
Spielmachern der Branche zu füllen. Als heimlicher Sammler outete sich Geri Aebi. Der CEO von Wirz konnte mit Hilfe seiner Agenturkollegen das Album füllen. «Eine gelungene Aktion. Sie hat die Eitelkeit der Werber genau getroffen», meint Aebi. Auch Publisuissini-Projektleiter David Elsasser ist mit der Kampagne zufrieden. Man habe es geschafft, die Publisuisse als wichtigen Werbe- und Sponsoringpartner im Umfeld der Euro 08 zu positionieren. «Vor allem bei den Kreativagenturen konnten wir unser Image als attraktiven Partner festigen», meint Elsasser. Zudem habe das Unternehmen einmal mehr seine innovative Seite zum Ausdruck bringen können.
In Bern gibt man sich auch selbstkritisch. Wie Elsasser gegenüber der Werbewoche sagt, seien die Abziehbilder zwar das grosse Branchenthema gewesen, aber viele Sammler hätten aus ihrer Sticker-Leidenschaft ein Geheimnis gemacht. So seien beispielsweise weniger Publisuissini-Fans an die Tauschbörse im Puls 5 in Zürich gepilgert als angenommen.
Am 31. Januar kam die Aktion zu ihrem krönenden Abschluss. Ein volles Album berechtigte zur Teilnahme an einer grossen Schlussverlosung. Der erste Preis, eine VIP-Einladung zum Euro-Eröffnungsspiel Schweiz-Tschechien, gewann Sarah Laukemann, Werbeberaterin bei der Zürcher Agentur Spillmann Felser Leo Burnett. Ein Flatscreen ging an Linda Nelson, Mediaeinkäuferin bei Mediacom in Zürich. Den begehrten Töggelikasten als dritten Preis holte Silvia Welti, Mediaberaterin bei Mediaschneider. Vor allem für Linda Nelson, die erst seit Juli 2007 bei Mediacom arbeitet und deshalb nicht im Album vertreten ist, kam der Sieg überraschend. Das Album hat sie zusammen mit Arbeitskolleginnen und erst gegen Schluss der Kampagne komplettiert. Das volle Heft liegt nun nicht einfach irgendwo in einer Schublade, sondern hat seinen täglichen Zweck: «Endlich haben meine Gesprächspartner am Telefon ein Gesicht.»
Christian Lüscher

Immer frisch und knackig

Snacks Advico Young & Rubicam feiert 50 Jahre Chips mit Jubiläumsinseraten für Zweifel. Das Unternehmen tut zweifellos immer noch alles für die besten Chips.

 
Snacks Advico Young & Rubicam feiert 50 Jahre Chips mit Jubiläumsinseraten für Zweifel. 
Seit 50 Jahren tut Zweifel alles für die besten Chips. Und wird dafür von der ganzen Schweiz heiss geliebt. In der von Advico Young & Rubicam gestalteten Jubiläums-Kampagne erfährt man nun, wieso die Chips von Zweifel einfach eine Spur besser schmecken. Die vier Print-Sujets aus dem Team von CD/AD Christian Bobs widmen sich typischen Zweifel-Benefits wie der Auswahl der Zutaten, dem Frische-Service oder der Suche nach immer neuen Rezepten. Dazu gehören aktuell die Jubiläums-Chips in zwei überraschenden Geschmacksrichtungen. Die Sujets und POS-Anwendungen sind bereits im Einsatz.
PioniergeistEs war 1950 in Katzenrüti bei Rümlang, als Hans Meier, ein Cousin von Heinrich Zweifel sen., mit der Handproduktion von Kartoffelchips startete. Sieben Jahre später übernahm die Firma Zweifel den kleinen Betrieb. Die Chips wurden immer begehrter. Im Jahre 1960 konnte eine aus den USA eingeführte Produktionsanlage in Betrieb genommen und die Kapazitäten laufend erweitert werden. Heute arbeiten rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Zweifel. Die frischen Chips werden mit modernster und auf allen Ebenen umweltfreundlicher Technologie produziert. Heute befindet sich die Produktionsanlage in Spreitenbach. Das Unternehmen ist immer noch im Besitz der Familie Zweifel.
Als ein einzigartiges Kriterium der Qualität bietet Zweifel die «Frische-Garantie». Ein Frische-Service ist täglich unterwegs, beliefert die Verkaufsstellen, prüft das Angebot und tauscht Produkte gratis aus. Deshalb kann Zweifel seine Chips ohne Konservierungsstoffe produzieren.
Andreas Panzeri

Zeitschrift Neue-Ideen unterzieht sich bereits einem Relaunch

Die von Filippo Leutenegger verlegte, kostenlose Eigenheimzeitschrift Neue-Ideen hat bereits nach acht Monaten Laufzeit ihr Layout entschlackt. Neu wird auch eine Gratis-Beratung von externen Experten zu Themen rund ums Haus angeboten.

 
Die von Filippo Leutenegger verlegte, kostenlose Eigenheimzeitschrift Neue-Ideen hat bereits nach acht Monaten Laufzeit ihr Layout entschlackt und bietet neu eine Beratungshotline für Eigenheimbesitzer an. Nach dem Motto «weniger ist mehr» ist punkto Layout mehr Weissraum eingefügt und eine leichte Reduktion der Farbigkeit und eine Beschränkung auf die wesentlichen gestalterischen Elemente vorgenommen worden. Damit soll dem Heft mehr Struktur gegeben werden, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Weiter wird den Leserinnen und Lesern ab sofort monatlich eine Gratis-Beratung von externen Experten zu einem Thema rund ums Haus angeboten. Den Anfang macht im Februar eine Steuerhotline mit Schwerpunkt Eigenheim.Die Überholung des im Juni 2007 zum ersten Mal erschienenen Magazins erfolgt nach nur vier Ausgaben. «Wir haben ein halbes Jahr lang Erfahrungswerte gesammelt, ausgewertet und kamen zum Schluss, dass die Leseführung noch verbessert und das Magazin zeitgemässer werden muss», sagt Leutenegger. Die neu gestaltete Zeitschrift erscheint ab 8. Februar monatlich in einer Auflage von 670’000 Exemplaren und wird in die Briefkästen von Eigenheimbesitzern in der ganzen Deutschschweiz verteilt. Unter Neue-Ideen.ch ist sie bereits einzusehen.

Kopf der Woche: Mister John Doe

Marco Lutz holte beim Schweizer Filmpreis in Solothurn mit einem Trash-Video den Jury- und Publikumspreis. Die unschweizerische Geschichte eines Spätzünders.

 
Marco Lutz holte beim Schweizer Filmpreis in Solothurn mit einem Trash-Video den Jury- und Publikumspreis. 
Das Publikum und die Jury zeigten sich einhellig wie selten an einem Festival. Für sein «super lowbudget» Trash-Video «Ah Ah Ah Ah» mit der Ein-Mann-Band «Urban Junior» hat der Winterthurer Marco Lutz gleich beide ersten Preise in der Kategorie «Sound & Stories» gewonnen. Eine öffentliche Anerkennung, die spät kommt für einen 36-Jährigen, der mit 17 schon seinen ersten Schritt Richtung Weltklasse machte. Damals allerdings noch im Sport. Doch blenden wir zurück in dieser unschweizerischen Erfolgsgeschichte eines Trendsetters, Unternehmers und Filmregisseurs. «Ich bin in allem, was ich mache, ein Spätzünder», stellt Marco Lutz fest. Der Snowboard-Profi und ehemals achte der Weltrangliste fing erst mit 17 an, Snowboard zu fahren. Während der KV-Lehre brauchte er «ein Ventil» für seine Sehnsüchte. Danach stand er «jede freie Minute» auf dem Brett und hat nur noch für das Snowboarden gelebt. Bald konnte er auch vom Snowboarden leben. «Das war 1988. Ich hatte das Glück, mit dem ersten Schub dieser neuen Sportart zu wachsen.» So ist das Talent «ziemlich schnell zu Verträgen gekommen» und hat neun Jahre lang rund um die Welt viele Profiwettkämpfe im Freestyle gewonnen.
Gleichzeitig gründete Lutz 1995 mit drei Kollegen zusammen in Winterthur den Snowboard- und Skateshop SigSagSug. «Es hat noch nichts in diesem Bereich gegeben, und die Nachfrage war gewaltig.» Die Jungunternehmer entwickelten sich schnell zu einem der bekanntesten Händler der Szene. Eingebettet ist das Unternehmen in die Dachfirma John Doe Ltd. «Das ist ein Begriff aus der amerikanischen Kriminalwissenschaft», erklärt Lutz. John oder bei einer Frau Jane Doe nennt die Polizei Leute, die man nicht identifizieren kann. «Der Name hat uns gefallen, weil wir mit einem kleinen Laden angefangen hatten und noch nicht wussten, wo es einmal hingehen soll.»
Heute sind bei John Doe 18 Leute angestellt. Das Unternehmen ist aufgeteilt in drei Zweige. Neben dem Laden SigSagSug gibt es den Grosshandel JD Distribution. Als drittes Standbein hat Marco Lutz 1998 noch JD Pictures dazu gefügt. Über diese Filmproduktion, die keine eigene technische Infrastruktur besitzt, vermarktet sich Lutz heute vor allem als Freelance-Regisseur für Werbespots. JD Pictures ist nach wie vor im grossen Laden inmitten der Lagergestelle mit all diesen Requisiten der Skater- und Snowboard-Szene untergebracht. Marco Lutz fühlt sich wohl unternehmerisch als «Eigenbrötler», ist aber trotzdem gerne mit seinen Leuten zusammen. Eingemietet ist das gesamte Unternehmen John Doe in einer ehemaligen Umladehalle der Post beim Bahnhof Winterthur.
Angefangen hat es mit der Filmerei, als Marco noch mit dem Snowboard-Zirkus unterwegs war: «Ich hatte damals ein wahnsinnig verrücktes Leben.» Snowboarden im Juli auf den Gletschern von Neuseeland. Oder nachts um zwei Uhr im mystischen Schein der Mitternachtssonne von Schweden. Zwischendurch wieder mal zu Hause in Winterthur, hat er seinen Freunden von solchen Abenteuern erzählt. «Aber das tönte alles so unglaubwürdig.» Deshalb wollte er schliesslich seine Erlebnisse festhalten.
Lutz kaufte sich mit 26 Jahren eine der handlichen DV-Cams und hatte sie fortan ständig dabei. Das erste Video mit Snowboard-Aufnahmen zeigte er im Rahmen einer Kunden-Promo im Laden. Obwohl der 40 Minuten lange Film «sehr dilettantisch und voller Fehler» war, reagierten die Leute begeistert und wollten mehr.
Bereits seinen dritten Film schoss der Autodidakt im 16-Millimeter-Format. Er baute immer mehr «Zwischenstories und Schräges» oder visuelle Effekte zum Beispiel mit Dynamit ein, bis seine Snowboard-Filme schliesslich eine unverkennbare Handschrift zeigten. Vermarkten konnte er die Filme in Japan ebenso wie in den USA. Von seinem letzten Snowboard-Movie «Kingsize» (2003) verkauften sich 42′ 000 DVDs. Und in Russland ist der Boom für solche Action-Sport-Videos erst am Anlaufen. In den Charts ganz vorne mit dabei sind natürlich die Filme von Marco Lutz.
Inzwischen hat der Regisseur allerdings die Szene gewechselt. Nicht mehr die spontane Action, sondern die akribisch inszenierte Filmkunst sieht Lutz als neue Herausforderung. Seit 2003 dreht er Werbespots, Corporate Films und Music Videos.
Der erste Musicclip war für das Bündner Hip-Hop-Kollektiv «Sektion Kuchikäschtli». Seither hat er auch für DJ Tatana, Dada Ante Portas oder Züri West gedreht. Als ein Rezept für seine von der Branche gefeierten Filme sieht Lutz, dass er nicht den Stil der viel teurer produzierten US-Clips imitieren will. «Das Problem ist, dass wir in der Schweiz immer dem nachrennen, was es schon gibt. Deshalb jagt in diesen Videos ein Klischee das nächste.» Lutz versucht diesen Trend zu brechen.
Dieses Image vom Andersartigen hat ihm auch die entsprechend spezialisierten Jobs in der Werbung eingebracht. Mit Advico Young & Rubicam realisierte Marco Lutz «EAR’Dis» für Sunrise. In Arbeit ist ein ähnlich trendiges Projekt für Goldbach Medien. Aber er kann seinen Stil auch in einem «Mitarbeiterfilm 2007» für die Bank Clariden Leu einbringen oder einem Imagefilm wie «Dubai Pearl».
Der mit Action- und Musicfilms gereifte Spot-Regisseur ist überzeugt: «Man kann aus jedem Storyboard etwas machen, bei dem die Leute sagen: So habe ich es noch nie gesehen.» Am liebsten steigt Lutz schon bei der Kreation ein. Es gibt aber auch den gängigen Weg, wo man ihm ein fertiges Drehbuch vorlegt.
Marco Lutz hat bis jetzt mit Absolut Turnus, Chocolate Films und PingPong gearbeitet. In Deutschland, wo er mit einem Spot für Ikea aufgefallen ist, wird er von Markenfilm und BM8 vertreten.
Am Werbefilm lockt ihn, «dass man in 30 Sekunden auf die Pointe kommen muss». Die ganze Konzentration läuft auf das hinaus. «Man muss sehr genau und präzis arbeiten.»
Und der Spielfilm? Natürlich hat einer wie Lutz auch hier seine Träume. Aber er will sich Zeit lassen. «Ich kann meinen Rucksack nicht genug stopfen mit Know-how, bis ich mich an einen Spielfilm wage.» Dazu gehört für ihn «ein perfektes Buch». Lutz will es nicht selber schreiben, denn er ist überzeugt: «Wenn man den Schweizer Film retten will, dann funktioniert es nur, wenn man Leute nimmt und fördert, die gute Drehbücher und Geschichten schreiben. Ich finde es sehr heikel, wenn Regisseure anfangen, ihre eigenen Geschichten zu verfilmen.»
Erholung von all diesen Unternehmungen sucht der «Workaholic mit Lust an diesem Lebensstil» heute nicht mehr beim Snowboarden, sondern am liebsten beim Wellenreiten. Dieser Text hier erreicht ihn in Costa Rica zum Gegenlesen. Dort will er in den kommenden zwei Wochen auch seine beiden Töchter – sieben und neun – erstmals in die Welt der Bretter einführen, die für ihn das Leben bedeuten.
Andreas Panzeri

Licht aus in Pratteln

Leuchtreklame Die SP der Gemeinde Pratteln (BL) hat eine Volksinitiative gegen unnötige Lichtemissionen eingereicht. Schaufenster-, Reklame- und Gebäudebeleuchtungen sollen zwischen 01 und 06 Uhr nachts verboten werden.

 
Leuchtreklame Die Sozialdemokratische Partei der Gemeinde Pratteln (BL) hat eine kommunale Volksinitiative zur «Vermeidung von unnötigen Lichtemissionen» eingereicht. Schaufenster-, Reklame- und Gebäudebeleuchtungen sollen zwischen 01 und 06 Uhr nachts verboten werden. Im Baselbieter Hauptort Liestal und im Tessin sind ähnliche Beschränkungen bereits in Kraft. Die Werbewirtschaft scheint dies nicht zu kümmern, auch der Aussenwerber Affichage und die Allianz gegen Werbeverbote (AGW) liessen sich nicht dazu verlauten. Othmar Casutt, Leiter PR bei Affichage und AGW-Mitglied, äusserte auf Anfrage nur seine persönliche Meinung. Solange sich die Bestimmungen nicht nur gegen Plakatstellen richteten und zudem auf nach Mitternacht beschränkten, seien sie für die Werbung «keine Katastrophe». (mk)

Apple setzt auf Inhalte

Computer Apple stellte an der Macworld Expo neue Produkte vor. Wie wir den Computer einsetzen oder woher wir Filme beziehen, wird sich ändern.

 
Computer Apple stellte an der Macworld Expo neue Produkte vor. Wie wir den Computer einsetzen oder woher wir Filme beziehen, wird sich ändern. 
Die Eckdaten des MacBook Air, das Apple-Chef Steve Jobs an der diesjährigen, regelmässig als Ankündigungsplattform dienenden Macworld Expo 2008 in San Francisco Mitte Januar als letzte und vermutlich wichtigste Neuheit seiner Keynote vorstellte, sind schnell aufgezählt: ultraleichtes Notebook und mit nur zwischen 4 (an der dünnsten Stelle) und 19 mm das derzeit dünnste Notebook der Welt. Apple macht kaum Kompromisse bei der Ausstattung, denn der 1360 Gramm leichte Rechner verfügt neben einem eigens von Intel entwickelten, wahlweise 1,6 oder 1,8 GHz schnellen Core-2-Duo Prozessor über ein modernes, in Sekundenbruchteilen hell erleuchtetes 13,3 Zoll grosses Breitformat-LED-Display sowie über eine vollwertige Tastatur, die sogar wie bei den hochwertigen MacBook Pro bei abnehmendem Umgebungslicht die Tasten sensorgesteuert hinterleuchtet.Laptop mit KompromissenSchon bevor Apple in den Consumer-Markt eingestiegen ist und mit seinen Produkten iPod und iPhone weltweit für Aufsehen sorgte, berichteten diverse Online-Dienste jeweils minutiös über die als Keynote bekannten Eröffnungsreden – und seither wird die Erwartungshaltung gegenüber dem Unternehmen von Jahr zu Jahr grösser. So war, als Product Marketing Director Oren Ziv nur einen Tag nach der Macworld den neuen Flachmann bereits in Zürich der Tages- und Fachpresse vorstellte, dies natürlich alles schon bekannt.
Doch das Aha-Erlebnis über das Vorgestellte kommt dennoch oft erst dann, wenn man sich das Gerät anschauen und sich eingehender mit den Neuerungen befassen kann. So wurde offensichtlich, dass Apple beim Laptop auch Kompromisse bei der Ausstattung eingegangen ist. Im Vergleich mit einem «normalen» Laptop fehlen zwei vertraute, wenn auch durch Adapter oder externe Geräte zu ergänzende Komponenten: zum einen ein CD- bzw. DVD-Laufwerk und zum anderen ein Ethernet-Port.
Nachvollziehbar wird das Weglassen dieser Komponenten erst dann, wenn man berücksichtigt, dass Apple bewusst auf diese Bauteile verzichtet hat, weil das MacBook Air ganz im Hinblick auf dessen Portabilität entwickelt wurde. Gerade das optische Laufwerk ist nicht nur relativ gross und schwer, sondern auch ein Stromfresser. Der Verzicht ist, wenn man so will, der Preis dafür, dass der Rechner während fünf Stunden unabhängig vom Strom als vollwertiger Laptop und für die drahtlose Kommunikation eingesetzt werden kann.
Nun sind CD/DVD-Laufwerke aber heute kein Luxus mehr. Neben dem Abspielen von Spielfilmen (DVD) werden sowohl CD- als auch DVD-Datenträger für die Installation von Software und auch für die Datensicherung verwendet. Wie kann ein Anwender mit dem MacBook Air nun eine Applikation oder gar ein neues Betriebssystem installieren und seine Daten in Sicherheit bringen, wenn neben dem fehlenden Laufwerk nicht einmal ein Ethernet- oder Firewire-Anschluss vorhanden ist, um Software bzw. Daten wenigstens via Server oder Target-Mode (damit lässt sich z. B. Software unter Zuhilfenahme eines Firewire-Kabels von einem zweiten Rechner installieren) zu übertragen?
Konsequentes KonzeptWenn man sich an das Kippen des Disketten-Laufwerks oder an die konsequente Umstellung auf USB-Anschlüsse und -Peripherie bei Apple-Rechnern zurückerinnert, muss man heute festhalten, dass Apple bei solchen Entscheiden meist richtig gelegen ist. Notwendig ist bei derart einschneidendem Vorgehen einfach ein entsprechendes und durchgängiges Konzept. Und genau ein solches Konzept hat Apple für das MacBook Air auch entwickelt. So setzt der neue Rechner kompromisslos auf die drahtlose Kommunikation. Die Installation von Software hat Apple derart gelöst, dass diese von einem zweiten, mit einem separat zu installierenden Hilfsprogramm versehenen und WLAN-fähigen Rechner aus installiert werden kann – dies sogar von einem Windows-XP/-Vista-PC aus. Wird die zu installierende Software in das dortige Laufwerk gelegt, dann erscheint diese auf dem MacBook Air als ein «Remote Disc» genanntes CD-Symbol im Finder-Fenster, womit sich anschliessend die Software installieren lässt – so, als sei die CD/DVD physisch im Gerät vorhanden. Wem dies dann doch zu unsicher ist oder wer keinen weiteren Rechner im Zugriff hat, kann als Ergänzung ein externes, ausschliesslich am MacBook Air zu verwendendes «SuperDrive» zum CD/DVD-Lesen und -Brennen erwerben.
Zur Erweiterung des MacBook Air zum Komplettsystem empfiehlt sich das ebenfalls an der Macworld vorgestellte Produkt «TimeCapsule». Diese zur mit dem Betriebssystem Mac OS X 10.5 (Leopard) eingeführte Systemkomponente «Time Machine» (siehe «viscomprint & communication» 22/2007) passende, kombinierte Datensicherungslösung und WLAN-Basisstation ist eine ideale Ergänzung des MacBook Air. Der im flachen Gehäuse der «Zeitkapsel» integrierte, je nach Ausführung entweder 500 GB oder 1 TB grosse Datenspeicher ist drahtlos erreichbar und kann für einen oder mehrere mit OS X 10.5 ausgestattete Rechner als Backup-Lösung eingesetzt werden. Die Datensicherung kann damit konsequenterweise ebenfalls drahtlos erfolgen, da das drahtlose Brennen auf einem zweiten Mac oder PC nicht möglich ist.
Nach der CD nun die DVDZuerst für den US-amerikanischen Markt hat Apple-CEO Jobs mit «iTunes Movie Rentals» wenn auch noch nicht direkt der DVD selbst, dafür aber vorerst schon einmal den Videotheken und DVD-Verleihern den Kampf angesagt. Wie beim erfolgreichen iTunes-Store können in den USA und gemäss Oren Ziv «noch in diesem Jahr auch ausserhalb der USA» bald Spielfilme von Apples deutlich erweitertem Portal heruntergeladen werden. Das Angebot soll ab Ende Februar zuerst zusätzlich 1’000 Spielfilme plus 100 im neuen High-Definition-Format sämtlicher führender Filmstudios zum Ausleihen beinhalten. Neue Filme sind dort 30 Tage, nachdem die DVD herausgegeben wurde, im Zugriff. Der Tarif: $ 2,99 (3,99 für HD) für 30 Tage Leihdauer und nach dem ersten Start 24 Stunden zum Anschauen; danach verschwindet der Film wieder aus der iTunes-Bibliothek.
Damit unterstreicht Apple einmal mehr seine Anstrengungen ausserhalb des reinen Hard- und Software-Geschäfts. Apple ist es dazu offenbar erneut gelungen, wichtige Content-Anbieter – dieses Mal die Filmstudios – von ihrem Konzept zu überzeugen. Um die für Apple wichtige und zentrale Plattform iTunes zusätzlich zu stärken, hat das Unternehmen mit dem Filmstudio 20th Century Fox weiter vereinbart, dass dieses neben dem eigentlichen Film auf der DVD noch eine «iTunes Digital Copy» genannte Version unterbringt. Diese «digitale Kopie» ist zum einen für das Abspielen auf entsprechenden iPods geeignet und lässt sich zudem in die iTunes-Bibliothek übertragen. Ein Schritt, der in Zukunft noch für Gesprächsstoff sorgen könnte.
Wird Apple-TV zum «iPod für Filme»?Es bleibt abzuwarten, ob es Apple gelingt, nach dem Musik- nun auch den Filmmarkt aufzumischen. Beim Musik-Business haben sich die Zahlen der CD-Verkäufe in sieben Jahren halbiert: Waren es 2000 noch 20 Millionen verkaufte CDs, so wurden im vergangenen Jahr nur noch rund 10 Millionen Musik-CDs abgesetzt. Das Herunterladen von Musik hat im Gegenzug deutlich zugenommen. Der DVD könnte in einer solchen Zeitspanne Ähnliches widerfahren – zumal dieser Datenträger deutlich weniger genutzt wird (Filme schaut man sich in der Regel nur wenige Male an). Die Bandbreite der ADSL-Netze und die Performance der Infrastruktur dürften in diesem Zeitraum entsprechend zunehmen.
Mit der Angebotserweiterung wie auch durch die neuen Möglichkeiten von Apple-TV, neben YouTube-Filmen nun auch Fotos des Fotoportals «Flickr» und Inhalte der «.Mac»-Galerien auf das heimische Fernsehgerät zu übertragen, stärkt Apple seine von vielen Kreisen bislang als Verkaufsflop vermutete «Film-Verteilstation» Apple-TV. Diese ist nach einem Software-Update nun künftig in der Lage, die Inhalte in der neu salopp als «Apple-TV Take 2» bezeichneten und preisreduzierten Version (bestehende Anwender erreichen die gleiche Funktionalität mittels eines Software-Updates) neuerdings ohne Zuhilfenahme eines weiteren drahtlos eingebundenen Rechners zu beziehen. Der Wireless-sendende Rechner wird obsolet.
Es bleibt hier spannend zu verfolgen, ob Apple damit einen auch nur annähernd vergleichbaren Erfolg erzielen wird wie bei der Verschmelzung von iTunes mit dem Musikplayer iPod. Offensichtlich ist hingegen, dass Apple in Zukunft verstärkt auf drahtlose Technologien setzen wird.
Das ist so sicher wie die Tatsache, dass sich in Apple-Geräten wohl kaum mehr ein Diskettenlaufwerk finden wird.
Jürgen Franck

Szenen-Pool für coole Marken

Online Mediabox will im Internet mit trendigen Nischenseiten Geld verdienen. Der neue Szenen-Pool verspricht ein lukratives und exklusives Werbeumfeld.

 
Online Mediabox will im Internet mit trendigen Nischen-Sites Geld verdienen. Der neue Szenen-Pool verspricht ein lukratives und exklusives Werbeumfeld.  
Die Mediabox rüstet sich für die Zukunft im Internet. Der Spezialist für Below-the-line-Werbung und Vermarkter von Jugend- und Szenenzeitschriften will künftig auch mit Internetseiten gutes Geld verdienen. Das ist Neuland für die junge Agentur, sie will aber lukrative Nischen ausgemacht haben: eher kleine Webseiten, die wegen ihrer Reichweite für grosse Vermarkter wie Adlink und Web2com bis heute wenig attraktiv waren. Speziell zielt Mediabox auf Lifestyle- und Szenenseiten, deren Inhalte vor allem trendbewusste Jugendliche ansprechen. Wie Mediabox-Geschäftsführer Sandro Proietto sagt, sei man mitten im Aufbau eines Jugendszenen-Pools, der noch in diesem Monat an den Start gehen soll, acht Webseiten beinhaltet und sich auf die Themen Sport, Lifestyle, Gaming, Musik und Film konzentriert. Nichts Neues, das gibt es schon, sagen sich jetzt Branchenkenner und haben damit nicht unrecht. Die beiden Online-Platzhirsche Adlink und Web2com lancierten in den letzten Jahren zwei Jugend-Pools, die nach eigenen Angaben damit fast zwei Drittel der Schweizer Jugend mit Plattformen wie Tilllate oder 20min-Online erreichen.
Auf Exklusivität setzenDie Trendsetter tummeln sich allerdings nicht auf den Spielwiesen solcher Massensites. Die coolen Schlüsselfiguren setzen auf Exklusivität und informieren sich dort, wo neue Strömungen geboren werden. Wie Proietto sagt, wolle er seinen Kunden dieses «exklusive» Werbeumfeld mit Hilfe eines Pools bieten, der so auch auf die auf Kundenseite gewünschte Reichweite komme.
Für die Entwicklung des Szenen-Pools hat Proietto die «Giving the Beat II»-Studie des Musiksenders MTV studiert. Die Verfasser der Studie untersuchten das Markenverhalten junger Erwachsener. Ihr für das Marketing relevantes Fazit: Damit sich Jugendliche auf Marken einlassen, müssen zuerst junge Trendsetter überzeugt werden. Bei den so genannten Cors werden Trends geboren, entwickelt, fallen gelassen und in den Mainstream entlassen. Das Bindeglied zwischen dem Mainstream und den Cors sind die Players, die sich durch ihre breite Vernetztheit auszeichnen und das Verhalten der Cors massentauglich machen können.
Die so genannten Players hat Mediabox für den Szenen-Pool ins Visier genommen. In einem aufwendigen Verfahren hat die Agentur all jene Schweizer Internetangebote untersucht, die sich zwischen Mainstream und den Trendepizentren bewegen. Bei der Auswahl zeigte sich das Mediabox-Team äusserst wählerisch. So hätten es Angebote wie lautundspitz.ch, die abgespeckte Version des Nachtschwärmerportals Tilllate, nicht in den Pool geschafft, weil die Seite «zu sehr Mainstream» sei. Der Pool könne aber situativ mit solchen Online-Angeboten erweitert werden, wenn beispielsweise die Streetparade oder andere Grossanlässe stattfänden, meint Proietto.
Ehrgeiziges VorhabenGründe für den Einstieg ins Online-Geschäft gebe es laut Proietto verschiedene. Im Mittelpunkt stehe die Möglichkeit, Kunden neben den klassischen Below-the-line- und Magazinangeboten auch im Online aus erster Hand zu bedienen. Wie Proietto ausführt, sei die neue Rolle als Online-Vermarkter auch die logische Konsequenz dessen, was die Agentur den Kunden stets predigt, nämlich innovativ zu sein. Die Idee sei nicht von heute auf morgen entstanden, sondern existierte schon seit Agenturgründung. Da die Infrastruktur nun gegeben und die Zeit reif sei, könne man ein solches Projekt angehen, so Proietto. Das Vorhaben ist auf jeden Fall ehrgeizig. Nicht zuletzt deshalb, weil der Agentur zwei Grossvermarkter gegenüberstehen, die das Online-Business fest im Griff haben. Das hat Proietto gelegentlich schon zu spüren bekommen. Für den Mediabox- Geschäftsführer ist aber klar, dass ihm die Entwicklung des Internets entgegen kommt: «Die Zukunft geht in Richtung Communities. An den kleinen Lagerfeuern werden Trends geboren.»
Der USP des künftigen Szenen-Pools ist das attraktive Preismodell, das Mediabox in diesen Tagen kommunizieren will. Proietto ist überzeugt, dass das Angebot auf jeden Fall einschlagen wird. Auch die Seitenbetreiber versprechen sich so einiges. So zum Beispiel Florian Rieser von aightgenossen.ch, einer auf Hip-Hop-Musik ausgerichteten Webseite. Rieser spricht ein generelles Problem an, das viele kleine Seitenbetreiber hätten: «Wir haben schlicht die Kapazitäten nicht, um an grosse Kunden heranzukommen.» Dazu fehlen, speziell in seinem Fall, das Wissen und die Kontakte, um an grosse Aufträge zu kommen. «Man sah uns als die Hip Hopper mit den breiten Hosen und nicht als die Macher des grössten Rap-Portals der Schweiz», meint Rieser. Die Vermarktung will er voll und ganz in die Hände von Proietto legen und hofft dabei, dass er künftig mehr Zeit haben wird, um das Portal  auszubauen. Auch Romano Strebel, Betreiber des Szenen-Newsletters Ronorp’s Mail, sieht im Mediabox-Vorhaben die Chance, das Angebot künftig auszubauen. Er gibt sich auch überzeugt, dass der Werbemarkt vom kleinen, aber spannenden Umfeld nur profitieren kann.
Lancierung neuer Werbemittel Neben des Szenen-Pools will die Mediabox auch eine neue Generation von Online-Werbemitteln im Markt einführen. Die Rede ist vom Adspot und Sitebar. In beiden Formaten sieht Proietto eine viel versprechende Zukunft. Der Adspot ist ein Bewegtbild-Format, das stumm auf der Website läuft und sich erst bei einer Mouse-over-Aktion vergrössert und den Spot dann mit Ton abspielt. Der Spot wird erst gezeigt, wenn die Bildqualität und Ladezeit stimmen. Grosser Vorteil dieser Streaming-Technologie ist, dass der Endanwender für das Betrachten der Videobeiträge keine spezielle Video-Software benötigt. Beim Sitebar handelt es sich um einen Banner im bekannten Skyscraper-Format, der sich am freien Bildschirmplatz automatisch anpasst. «Erste Tests zeigen, dass sich der User an den Bannern nicht stört», meint Proietto.    
Christian Lüscher
 
 
 
 
Der Szenen-Pool der Mediabox Aightgenossen.ch:
Informiert täglich über die neusten Nachrichten aus der urbanen Hip-Hop- und Black-Music- Szene. Aightgenossen.ch verfügt dank vielen Partnern über einen hohen Bekanntheitsgrad. Die Webseite weist monatlich rund 202’000 Unique Clients aus. Twoleftfeet.ch:
Ist laut den Betreibern Europas grösstes und umfangreichstes deutschsprachiges Board-Sport-Portal. Twoleftfeet.ch setzt auf täglich aktuelle Berichterstattungen rund um den nationalen und internationalen Board-Sport. Die Webseite weist 120’000 Unique Clients monatlich aus. Ronorp.ch:
Ronorp’s Mail bietet ausgewählte Tagestipps in verschiedenen Städten. Ein Newsletter erscheint von Montag bis Freitag. Die Seite vermag monatlich 77’000 Unique Clients zu erreichen. Gbase.ch:
Ist das grösste Schweizer Gaming-Portal. Die Redaktion trägt täglich die News aus der Games-Branche zusammen, verfasst Testberichte und Vorschauen aus der PC- und Videospiele-Szene. Die Seite weist nach eigenen Angaben 250’000 Unique Clients monatlich aus. Art-tv.ch:
Ist das erste Schweizer Kulturfernsehen im Netz mit täglich neuen Kulturtrailern, Videoberichten und Filmkritiken. Ein monatlicher Newsletter weist auf aktuelle Kultur-Highlights hin. Die Seite weist monatlich 30’000 Unique Clients aus. 78s.ch:
Ist ein interaktives Online-Magazin rund um das Thema Musik. Täglich berichtet ein 12-köpfiges Redaktionsteam über Neuigkeiten aus der Musikszene, aktuelle Veröffentlichungen und Konzerte. Die Seite erreicht monatlich 24’000 Unique Clients. Hexadance.ch:
Mit 145’000 Unique Clients pro Monat ist Hexadance.ch die führende Seite im Schweizer Szenen-Bereich der elektronischen Kunst und Musik. Das Portal wird zu 80 Prozent von Westschweizern besucht. Klangundkleid.ch:
Ist mit über 60’000 Produkten aus dem Lifestyle-Bereich eine der grössten E-Commerce- und Shopping-Websites der Schweiz. Sie weist pro Monat 80’000 Unique Clients aus. (cl)

Werbe-Schlacht

Videospiele Mit «Battlefield – Heroes» prüft Videospiel-Hersteller Electronic Arts ein neues Geschäftsmodell: Finanzierung über In-Game-Werbung.

 
Videospiele Mit «Battlefield – Heroes» prüft Videospiel-Hersteller Electronic Arts ein neues Geschäftsmodell: Finanzierung über In-Game-Werbung. 
Das Geschäft mit Videospielen boomt. Im vergangenen Jahr hat der weltweite Markt von 33 auf rund 40 Milliarden Dollar zugelegt. Für 2008 werden zwar nicht mehr so stellare Wachstumsraten erwartet, aber weit über 10 Prozent werden es wohl  sein – und wenn das neue Geschäftsmodell von Electronic Arts (EA) sich bewährt, vielleicht noch mehr. Der führende Hersteller von Videogames präsentierte kürzlich ein möglicherweise wegweisendes Businessmodell: Das Spiel «Battlefield – Heroes»» wird nicht mehr als Produkt im Laden erworben, sondern direkt aus dem Internet auf die Harddisk geladen – gratis. Die Finanzierung erfolgt ausschliesslich über Werbung im Game und so genannte Micro-Transaktionen.
«Fifa» wurde verschenktEinen Probelauf dieses Modells hat EA vor zwei Jahren in Südkorea, dem Epizentrum der Online-Spielkultur, lanciert, und zwar mit «Fifa». Das in unseren Breitengraden Jahr für Jahr in den Verkaufshitparaden anzutreffende Spiel wurde in Asien schlicht verschenkt. In Kürze haben sich über 5 Millionen User angemeldet und generieren monatlich einen Umsatz von einer Million Dollar. Gekauft werden neue Schuhe, schickere T-Shirts für die Mannschaft, aber auch die Leistungsfähigkeit der Spieler lässt sich monetär steigern. Gemäss Gerhard Florin, Executive Vice President Publishing Americas Europe bei EA, investiert der Hauptteil der User kein Geld, während eine recht grosse Minderheit bereit ist, 15 bis 20 Dollar pro Monat in die Hand zu nehmen.
Dieses Micro-Transaktionsmodell wird bei «Battlefield – Heroes» durch In-Game-Werbeeinnahmen unterstützt. Doch im Unterschied zu «Fifa», wo nur Werbung von Lizenzpartnern des internationalen Fussballverbandes virtuell umgesetzt werden kann, ist Electronic Arts bei der Wahl der Werbung beim ab Sommer erhältlichen Online-Shooter-Spiel frei. Dieses wurde vom Studio Dice von Grund auf neu entwickelt, vom gleichen Team also, das schon die früheren ««Battlefield»-Titel programmierte.
Anfänger mit ChancenDoch im Vergleich zu diesen soll der Einstieg auch Gelegenheitsspielern einfach gemacht werden: «Wir wollten Battlefield mit dem Cartoon-Style und dem einsteigerfreundlichen Gameplay in eine neue Richtung führen», sagt Ben Cousins, Senior Producer bei Dice. Darüber hinaus verfügt der Action-Titel über ein Match-Making-System, das gleich starke Spieler gegeneinander antreten lässt und Anfänger nicht zu Kanonenfutter degradiert.
Electronic Arts versucht nun, sowohl von der gewachsenen Popularität der Online-Spiele als auch der durch Nintendos Wii erfolgten Demografie-Erweiterung zu profitieren. «Die Leute wollen Spiele auf neue Weise spielen, mit einem bequemen Zugang zum schnellen Spass», ist Florin überzeugt. Entscheidend für den Erfolg von «Battlefield – Heroes» dürfte eine gute (Marketing-)Vorbereitung sein, denn die Bekanntheit des Titels muss über die übliche Gamer-Gemeinde ausreichen, damit die Rechnung mit den Werbe- und Micro-Transaktionseinnahmen wirklich aufgeht.    
Marc Bodmer

Video-Portal gewinnt Wettbewerb von «Wir leben Zürich»

Das Projekt Living-zürich.tv gewinnt den Wettbewerb der Stadt Zürich zum Motto «Wir leben Zürich» und will die Zürcher animieren, die Welt mit eigenen Videoclips zu grüssen. Insgesamt gingen für den im vergangenen Herbst ausgeschriebenen Publikumswettbewerb mehr als 120 Eingaben ein.

 Das Projekt Living-zürich.tv gewinnt den Wettbewerb der Stadt Zürich zum Motto «Wir leben Zürich». Insgesamt gingen für den im vergangenen Herbst ausgeschriebenen Publikumswettbewerb mehr als 120 Eingaben ein. Die Initianten des Siegerprojekts erhalten einen Beitrag von 25’000 Franken. Im Rahmen von Living-zürich.tv sollen Zürcherinnen und Zürcher vor und während der Euro 2008 Kurzfilme auf eine Internetplattform laden und so «ihr» Zürich darstellen und weltweit verbreiten. Aber auch Fans aus Italien, Frankreich und Rumänien sollen Grüsse an Freunde und Familie senden können, wie es in einer Mitteilung der Stadt Zürich heisst. Mit dem zweiten Platz und einem Umsetzungsbeitrag von 15’000 Franken prämiert die Jury die Projektidee «Rikschas für Zürich». Für Kurzstrecken soll man sich in Zürich bequem per Fahrrad-Rikscha befördern lassen können. Mit den Rikschas bekäme Zürich eine weitere Touristenattraktion und zugleich ein umweltfreundliches Verkehrsmittel. Da der Initiant der Idee das Projekt aber nicht selber umsetzen will, sucht die Stadt Zürich eine geeignete Institution, die die Umsetzung an die Hand nimmt. Die 15’000 Franken stehen als Startfinanzierung zur Verfügung.
Mit dem dritten Rang ehrt die Jury das Projekt «Un bel caffè alla Migros». In einem Kurzfilm werden Menschen aus allen Quartieren der Stadt porträtiert. Die Filmdokumentation zeichnet so ein Bild der Stadt und seiner Bewohner. Die Filmloops sollen an öffentlichen Orten in der Stadt, beispielsweise in Poststellen, Museums-Foyers oder Bahnhöfen, zu sehen sein. Das Projekt erhält einen Beitrag der Stadt Zürich von 10’000 Franken.
Auf dem vierten Rang liegt das Projekt «Wir schwimmen Zürich – Ein interaktiver Reiseführer über die Badeanlagen der Stadt». Es wird mit dem Preis der Jubiläumsstiftung der Zürich-Versicherungs-Gesellschaft von 10’000 Franken ausgezeichnet. Der Online-Badi-Führer will auf neue, atmosphärische Art mit Bildern, Film- und Tonaufnahmen den Badegenuss ins Zentrum stellen.
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