Seit rund dreieinhalb Jahren nimmt der Bildblog die Arbeit der deutschen Boulevardzeitung Bild unter die Lupe. Nun geht der Axel Springer Verlag, der die Bildzeitung herausgibt, gegen die Website vor: Er will erreichen, dass die Betreiber des Blogs keine Beschwerden mehr beim deutschen Presserat einreichen dürfen. Die Bildblogger haben seit dem Start ihres Weblogs zwölf Beschwerden beim Presserat eingereicht. Neun Fälle habe der Presserat bisher behandelt; in keinem Fall habe er eine Rüge ausgesprochen, heisst es auf dem Blog. Axel Springer will die Beschwerden beim Presserat für die Bildblogger aber grundsätzlich unmöglich machen. Er ist der Meinung, dass es den Machern der Seite bei ihren Eingaben nicht darum gehe, Misstände aufzuzeigen, sondern vielmehr um die Erhöhung des eigenen Profits.
Wie der Spiegel berichtet, ist der Medienkonzernz überzeugt, dass die Blogger mit den Beschwerden Stoff für die eigene Berichterstattung gewinnen wollen. Dadurch entstehe mehr Traffic auf der Seite, was wiederum die Werbeeinnahmen in die Höhe treibe. Es sei grundsätzlich nicht hinnehmbar, dass Presserat und Bild «Aufwand betreiben müssten», um die Attraktivität und mittelbar die Einnahmen von Bildblog zu steigern, zitiert der Spiegel eine Anwältin des Axel Springer Verlags. Der deutsche Presserat soll nun am 12. März 2008 darüber beraten, ob den Blogger die Eingaben künftig verwehrt bleiben.
Auf dem Bildblog gibt man sich angesichts der ganzen Geschichte nicht allzu besorgt: Man verfolge die Sorge von Axel Springer um das Wohlergehen des Presserates und die Bewahrung publizistischer Grundsätze wie dem der «Wahrhaftigkeit» amüsiert und lasse sich gerne von der Entscheidung des Presserates überraschen, heisst es dort.