Sensibilisierung für Bernmobil

Verkehr Abfälle stellen in den Trams und Bussen von Bern zunehmend ein Problem dar. Anders als die Verkehrsbetriebe anderer Städte will Bernmobil den Konsum aber nicht verbieten. Die Neue Lgk geht das Anliegen mit einer auffälligen Kampagne an.

 
Verkehr Speisereste, üble Gerüche und Abfälle stellen in den Trams und Bussen von Bern zunehmend ein Problem dar. Anders als die Verkehrsbetriebe anderer Städte will Bernmobil den Konsum aber nicht verbieten. Die Neue Lgk geht das Anliegen mit einer auffälligen Kampagne aus Bodenklebern und Tramhängern in Sonderformaten an: Sujets wie übergrosse Ketchuptütchen oder Kartonbecher zeigen, welche Dimension das Problem für Bernmobil hat. Verknüpft wird damit die ebenso grosse Bitte, mehr Rücksicht beim Essen und Trinken in Tram oder Bus zu zeigen. Die Tramhänger mit Dispenser enthalten deshalb auch keine Flyer, sondern Servietten.

Tele Züri leistet sich ein neues Studio

Am kommenden Freitag nimmt Tele Züri ein neues Nachrichtenstudio in Betrieb. Gleichzeitig stellt der Regionalsender auf das Format 16:9 um.

 Am kommenden Freitag nimmt Tele Züri ein neues Nachrichtenstudio in Betrieb. Gleichzeitig stellt der Regionalsender auf das Format 16:9 um. Mit der Technologieanpassung könnten die Zuschauer von einer besseren Bildqualität durch ein bildfüllendes Format profitieren, teilte der TV-Kanal mit. Aus dem neuen Studio werden ab Freitag die beiden Sendungen «Züri News» und «Züri Info» ausgestrahlt. Die Räumlichkeiten entsprechen gemäss Mitteilung «den modernsten technischen Anforderungen». Das neue Erscheinungsbild werde durch ein helles, luftiges Design und vier Studio-Monitore geprägt. Darauf werden zusätzliche Grafiken, Informationshilfen und Schaltungen zu externen Stationen gezeigt.

Das Fernweh des Fernsehens

Aufgefallen Der Prophet im eigenen Land wird gerne übersehen. Das gilt offensichtlich auch, wenn jemand bereits beruflich mit «Fernsehen» beschäftigt ist. Seit diesem März flimmert beim Schweizer Fernsehen ein neues «On Air Design» über die Bildschirme.

 
Design Der Prophet im eigenen Land wird gerne übersehen. Das gilt offensichtlich auch, wenn jemand bereits beruflich mit «Fernsehen» beschäftigt ist. Seit diesem März flimmert beim Schweizer Fernsehen ein neues «On Air Design» über die Bildschirme. Entwickelt hat diese Grafik das weltbekannte Designstudio Trollbäck + Company in New York. New York ist die Stadt, wo früher alle wichtigen Branchenkenner von der legendären Qualität des Swiss Design geschwärmt haben. Eine Spur von diesem Ruf ist in den neuen Arbeiten der New Yorker immer noch spürbar. Das SF-Logo vor einer Bergkulisse: Auf diese Idee wäre wohl in unserem von Bergen nur so strotzenden Land wohl kaum ein Designer von Weltruf gekommen. Dazu muss man seinen Blick aus der Ferne schweifen lassen. Aber wenigstens schön, dass die Designer von New York diesen genialen Einfall nicht nur geliefert haben, weil die Amerikaner unser Schweizer Fernsehen mit dem schwedischen verwechselt haben. (pan)

Kopf der Woche: Verkäufer für 30+

Patrick Kaczynski erlebt als Verkaufsleiter von Radio1, dass viele Werbekunden bereits grosses Vertrauen in den neuen Sender «nur für Erwachsene» zeigen.

 
Patrick Kaczynski erlebt als Verkaufsleiter von Radio1, dass viele Werbekunden bereits grosses Vertrauen in den neuen Sender «nur für Erwachsene» zeigen.
Die Stimmung ist «chaotisch – aber ausgezeichnet». Maler pinseln das Treppenhaus. Techniker justieren die letzten Finessen der modernsten Sendecomputer Europas. Journalisten lassen sich die Telefonanlage erklären, Moderatorinnen die Tücken des Mischpults. Mitten im Tohuwabohu führt Patrick Kaczynski Gespräche mit wichtigen Werbekunden. Der Verkaufsleiter schwärmt: «Ich fühle mich ausgezeichnet und mache mit Leidenschaft und Herzblut mit, was unser Chef Roger Schawinski ständig vorlebt.» Dieser quirlt von einem Arbeitsplatz zum andern und strahlt in seiner ansteckenden Art «die Kraft und Fähigkeit aus, wirklich einen Groove und Spirit in sein Team zu bringen», wie Kaczynski es formuliert. «Er ist ein Unternehmer, der als Patron seine Leute mitreissen kann.»
Wenn ein Projekt unter dem Label «Radio1» zum Ritt über die Wellen ansetzt, kann tatsächlich kaum Flaute im Studio herrschen.
«Nummer 1» will Radio1 sicher in der journalistischen Qualität und bei den Programmen sein. «Mit den Hörerzahlen wird es sich zeigen», gibt sich Kaczynski bedeckt, obwohl nicht nur in der Eigenwerbung des Radios täglich mehr Testimonials ihre positiven Erwartungen ausdrücken. Konkret will Radio1 nach drei Monaten rechnen, wenn auch bei den anderen Sendern die Halbjahreswerte kommuniziert werden.
Beim Verkauf zeigt sich das Interesse schon Wochen vor Sendebeginn «sehr gross». Auch ohne Zahlen hat Kaczynski bereits viele interessante Abschlüsse getätigt. «Wir verkaufen mit dem Namen dahinter.» Man kennt Roger Schawinski, der im Medienbereich als Unternehmer viele Erfolge vorzuweisen hat. «Das öffnet uns Tür und Tor. Viele Leute glauben an das Projekt und sehen die interessante Zielgruppe.» Auf der anderen Seite zeigen sich auch viele Kunden vom «Soundcheck» begeistert.
Der Verkaufsleiter hatte schon vor diesem Testbetrieb seine Arbeit aufgenommen. Im November wurden die Strategien für das Marketing entwickelt. Seit Dezember läuft der offizielle Verkauf. Unter den vielen Anfragen sind auch zahlreiche Kunden aus Branchen, die noch nie Werbung im Radio geschaltet haben. «Prüfen will unser Angebot zum Beispiel die Gruppe Klinik Hirslanden.»
Bei solchen Spots hat Roger Schawinski in einem Referat vor dem Zürcher Werbeclub einmal angetönt, dass sein Sender auch hier «bessere Qualität» fordert. Radio1 will neben lokaler Werbung auch grosse Marken. Und diese erwarten, dass sie in einem Spot-Block mit einer gewissen Qualität wahrgenommen werden. Werden nervende oder zu billig wirkende Schaltungen deshalb abgelehnt? Der Kompromiss: Radio1 will keine eigenen Spots produzieren, arbeitet aber mit drei externen Tonstudios zusammen, die je nach Bedürfnis ein «attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis» im Sinn von «nur für Erwachsene» anbieten können. «Wir wollen Kunden mit kompetenter Beratung zum Radio hinführen, wenn sie neu bei diesem Medium werben», meint Kaczynski.
Der Verkaufsleiter ist über eine kaufmännische Weiterbildung in seine Berufswelt eingestiegen. Den ersten Job fand er bei der Wirtschaftsauskunft D&B. Hier machte er Bonitätsprüfungen, analysierte Firmen und verfasste Reports. «Das war ein guter Einstieg, um in kurzer Zeit viel über die gesamte Wirtschaft zu lernen.» Er machte fünf Jahre lang Recherchen für die unterschiedlichsten Branchen in der ganzen Schweiz und führte bereits eine eigene Abteilung. Kaczynski sucht aber den direkten Kundenkontakt und wollte schon damals «lieber selber verkaufen als nur im Backoffice die Bonitäten für andere prüfen».
So landete er mit 24 bei einem Hamburger Verlagshaus und verkaufte für dieses Werbeeinträge für das Nachschlagewerk «Wer liefert was?». Ein «ziemlich abenteuerlicher Schritt», denn die Verkäufer waren nur als Agenten angestellt und mussten ihren Lohn mit Provisionen erarbeiten. Deshalb musste sich der spätere Vollblutverkäufer sehr schnell alle möglichen Facetten des Verkaufs aneignen. Die Spielregeln erkennen, ob er «mehr beratend oder mehr mit Druck auf den Abschluss» vorgehen müsse. Matchentscheidend sei dabei, dass man
nur das verkaufe, an das man auch selber intensiv glaube. «Es steht dem Verkäufer auf die Stirn geschrieben, wenn er nicht an das glaubt, was er verkaufen will.»
Umgekehrt wirkt es auch positiv, wenn jemand von der Innovation seiner Angebote überzeugt ist. Bei «Wer liefert was?» hielt der Verlag mit den Entwicklungen im Internet Schritt. Das öffnete Kaczynski schliesslich die Tür zur Welt der elektronischen Medien.
 
2001 holte ihn Rolf Suter, damals Geschäftsführer der Suchtreffer Schweiz AG, zu diesem Pionier der Online-Vermarkter. Bis zum Merger mit Adlink wirkte Kaczynski hier zwei Jahre als Verkaufsleiter. In dieser Phase hat er sich auch noch die Zeit für eine berufsbegleitende Ausbildung als Verkaufskoordinator abgerungen.
Nach dem erfolgreichen Abschluss konnte er beim damaligen Hitradio Z die Verkaufsleitung übernehmen. Er lernte das Radiobusiness und seine Landschaft «von der Pike auf» kennen und hat den Sender auch beim Relaunch als Energy Zürich begleitet. 2004 wurde Kaczynski in die Geschäftsleitung von IP Multimedia berufen. Dort betreute er als Head of Radio sowohl die Radiovermittlung wie das lokale Geschäft mit Energy Zürich.
Zwischenzeitlich schloss er noch die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Verkaufsleiter ab. Diese Referenzen brachten ihm die Anfrage von Roger Schawinski ein.
Kaczynski glaubt, «dass es tough wird». Um der Herausforderung zu begegnen, will er mit Rita Meyer und Pino Gallo ein Team führen, in dem alle möglichst selbstständig arbeiten können und Verantwortung wahrnehmen. «Mit drei Verkäufern im lokalen Markt haben wir weniger Personal als unsere Konkurrenz. Dafür haben wir im redaktionellen Teil mehr Leute», bringt der Verkaufsleiter die spezielle Qualität seines Senders noch einmal auf den Punkt.
Privat ist der Wellenreiter von Radio1 leidenschaftlicher Schwimmer, allerdings eher in ruhigeren Gewässern. Kaczynski «schwimmt gern Bahnen» und geht nach Möglichkeit täglich über Mittag ins Hallenbad statt zum Essen. Sehr wichtig ist ihm seine Familie. Für seinen vierjährigen Sohn hat der vielbeschäftigte Vater fixe Zeiten eingeplant, in denen er mit dem Kleinen bewusst etwas unternehmen will. «Ich brauche eine solche Erholungsphase auch für meine eigene Psyche, wenn ich den harten Job durchhalten will.»
Der Verkauf von Radio1 soll ja auch dann noch nicht flachliegen, wenn der Filius langsam ins Alter kommt, in dem er den Sender «nur für Erwachsene» vielleicht auch einmal hören will.   
Andreas Panzeri

Duftendes Plakat für Kofler

Style «Modeduft liegt in der Luft.» Mit dieser Headline bewirbt das Luzerner Modeunternehmen Kofler auf F4-Plakaten das eben neu erschienene Kofler-Modemagazin.

 
Style «Modeduft liegt in der Luft.» Mit dieser Headline bewirbt das Luzerner Modeunternehmen Kofler auf F4-Plakaten das eben neu erschienene Kofler-Modemagazin. Im Bild zu sehen sind – neben einer sympathischen Frau – gelbe Rosenblüten. Wer an diesen Rosenblüten reibt, dem duftet es rosig entgegen. Zum ersten Mal überhaupt ist in der Schweiz ein Plakat im Aushang, das mit einem Duftlack versehen ist und so interaktiv funktioniert. Auf die Idee gekommen ist man, weil auch im Kofler-Modemagazin mit Duftlack gearbeitet wurde.

Assai Dialog + Digital gewinnt Mandat von DWS Go

Die Zürcher Wirz-Tochter Assai Dialog + Digital hat den Auftrag für die Anzeigen- und Bannerkonzeption von DWS Go erhalten. DWS Go ist eine deutsche Fondsgesellschaft mit Kerngeschäft strukturierte Produkte im Anlagebereich.

 
Die Zürcher Wirz-Tochter Assai Dialog + Digital hat den Auftrag für die Anzeigen- und Bannerkonzeption von DWS Go erhalten, einer deutschen Fondsgesellschaft mit Kerngeschäft strukturierte Produkte im Anlagebereich. Der Auftrag umfasst die Konzeption und Realisation von Anzeigen für die Finanz- und Publikumspresse. Parallel dazu sollen auch Banner für Online-Zeitungen wie zum Beispiel Cash Daily erstellt werden, wie es in der Mitteilung heisst.

Unterbezahlt und überarbeitet

Journalismus Amerikas Journalisten steigen wegen ökonomischer und technologischer Zwänge mehr und mehr aus ihrem einstigen Traumberuf aus.

 
Journalismus Amerikas Journalisten steigen  wegen ökonomischer und technologischer Zwänge mehr und mehr aus ihrem einstigen Traumberuf aus. 
Anfang Februar kreierte der amerikanische Freelancer Kiyoshi Martinez die Website AngryJournalist.com mit der Absicht, jenen «unterbezahlten, überlasteten, frustrierten und sauren Medienprofis die Möglichkeit zu geben, ihrem Ärger Luft zu machen». Zwei Wochen später registrierte Martinez über 1’000 Kommentare, nach vier Wochen hatten 164 Blogs darauf aufmerksam gemacht. Martinez, dessen eigene Karriere vom Freelance-Reporter hin zum PR-Berater geführt hatte, war auf einen Trend gestossen. Die am häufigsten zitierten Klagen bezogen sich auf kurzsichtige und sparbesessene Vorgesetzte, Überlastung, schlechte Bezahlung und unzureichende Ausbildung. Angst vor dem InternetEine Umfrage der Fachzeitschrift American Journalism Review (AJR) weist den Trend mit Zahlen nach: Zwei Drittel aller Befagten gaben dort an, dass ihnen die technologischen Neuerungen und das Internet Angst machen und 50 Prozent meinten, dass sie Kollegen kennen, die aus diesem Grund ihren Job verloren haben. 43 Prozent sind sich nicht sicher, ob sie in fünf Jahren noch als Zeitungsjournalist arbeiten werden. «Die Journalisten sind verängstigt, weil ihre Welt auf den Kopf gestellt wurde», sagt AJR-Chefredakteur Rem Rieder. «Viele sind mit dem Vorsatz in die Branche eingestiegen, die Welt zu verbessern, und finden sich heute in der Lage wieder, ein paar Absätze für die Website schreiben zu dürfen.» Eine andere Untersuchung der Journalistenschule der Ball State University in Indiana ergab, dass 75 Prozent der Befragten unter 34 Jahren angaben, sie beabsichtigten aus der Branche auszusteigen oder vermerkten «weiss nicht».
Dass es der Zeitungsbranche schlecht geht, weisen immer neue Statistiken nach, laut denen die Auflagen sinken und die Umsätze einbrechen. «Kaum ein Verlag war bisher in der Lage, die Verluste durch Einkünfte aus den neuen Medien wettzumachen», sagt Craig Rosenbaum von der Journalistengewerkschaft Newspaper Guild in Chicago. Dazu kommt, dass die Zuwachsraten bei der Onlinewerbung der grossen Verlage nicht mehr das gleiche Wachstum aufweisen wie zuvor. So wuchsen die Onlineeinnahmen bei Gannett im letzten Quartal des vergangenen Jahres im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 11 Prozent. Zwei Jahre zuvor lag das Wachstum bei 56 Prozent. Bei der Washington Post waren es 11 Prozent im Vergleich zu 43 Prozent.
Investoren machen DruckDazu kommt, dass auch die Flaggschiffe des Journalismus zunehmend in Bedrängnis geraten: Die New York Times ist zunehmend unter Beschuss von Investoren, ist neuem Wettbewerbsdruck von Rupert Murdochs Wall Street Journal ausgesetzt und hat angekündigt, 100 Beschäftigte der Redaktion, die insgesamt 1’300 Mitglieder umfasst, zu entlassen. Im April droht ein erneuter Showdown mit einer Gruppe von Investoren, welche die Times unter Druck setzen wollen, ihre Unternehmensstruktur zu ändern, um die Umsatzmisere abzuwenden. Zeitungsanalyst John Morton bezeichnet das vergangene Jahr als «folgenschwer», es machte jedoch lediglich die Bühne frei für dieses Jahr, in dem es «noch mehr Aufruhr geben wird».
Bei der Washington Post machen sich ähnliche Bedenken breit. «Natürlich bestehen bei uns die gleichen Probleme wie in der ganzen Industrie», sagt Peter Perl, Direktor für Redaktionsfortbildung bei der Zeitung. «Die Stimmung der Redaktion ist besorgt. Manche nehmen die Herausforderung an, andere haben Angst.» Die «Post» ging seit 2003 durch drei Stellenreduktionsphasen, indem sie den Beschäftigten anbot, freiwillig in vorzeitige Rente zu gehen. In der letzten Runde nahmen 70 von 150 Betroffenen an. «Diese Lösung ist weitaus grosszügiger als eine Abfindung», sagt Perl. «Unsere Zeitung steht besser da als die meisten anderen Verlage, obwohl wir den gleichen ökonomischen Zwängen ausgesetzt sind.»
Ein Trend, mit dem die Verlage die Krise abwenden wollen, ist der Fokus auf so genannte hyperlocal News, also Nachrichten aus Gemeinden, in denen das Treffen eines örtlichen Vereins oder eine Ausstellung eines lokalen Künstlers besprochen werden. Auch die Washington Post experimentiert mit dieser Form auf der Website Loudoun.extra.com, die von einer Handvoll «mobiler Journalisten» betrieben wird. Mojos, wie sie auch genannt werden, liefern nicht nur Text und Fotos, sondern auch Videos und Audios zu sämlichen Artikeln – eine weitere Massnahme, um die Recherche schneller zu gestalten und gleichzeitig Geld zu sparen.
Projekte wie dieses, aber auch andere technologiefreundliche Methoden wie Datenbankrecherche oder die Einbeziehung der Leser im Rahmen des sogenannten Citizen Journalism, das sind die Ideen, mit denen die hoffnungsvolleren Proponenten der Zunft den Beginn einer neuen journalistischen Ära beschreiben. Jan Schaffer etwa, Redakteurin des Leitfadens «Journalism 2.0» und Direktorin des Institute for Interactive Journalism, J-Lab, hält die von vielen Journalisten heraufbeschworene Endzeit für selbstgewählt. «Ich glaube nicht an eine Krise», sagt sie. «Es ist eine Krise für jene, die sich den neuen Realitäten nicht anpassen wollen.» Mit Hilfe der Technologien könne man auch neue investigative Projekte vorantreiben, wie es etwa die Website SunlightFoundation.com vorhat, die interessierte Bürger mit Hintergrundinformationen über ihre Kongressabgeordneten versorgt.
Ob solche Einzelprojekte allerdings die miese Stimmung unter den Journalisten beheben können, bleibt abzuwarten. Anfang März startete ein Angestellter der Denver Post ein Gegenblog zu AngryJournalist.com mit dem Titel HappyJournalist.com. Die Anzahl der Kommentare nach einer Woche blieb bei müden 74.
Gerti Schön, New York
Entwicklung der Tageszeitungen in den USA Jahr        Anzahl Zeitungen   Gesamtauflage (in Mio.)
1997        1509                        60,5
1998        1489                        60,1
1999        1483                        59,9
2000        1480                        59,4
2001        1468                        59,1
2002        1457                        58,8
2003        1456                        58,5
2004        1457                        57,6
2005        1452                        55,3
2006        1437                        53,2
Quelle: Newspaper Association of America

Geldstrom in den Goldbach

Vermarkter Goldbach Media hatte ein starkes Jahr, ging an die Börse und verliess das Geschäft mit Inhalten.

 
Vermarkter Goldbach Media hatte ein starkes Jahr, ging an die Börse und verliess das Geschäft mit Inhalten. 
Als Klaus Kappeler, heute CEO der Goldbach-Media-Gruppe, vor 22 Jahren Geschäftsführer von Radio Z war, habe er dem Metzger um die Ecke den Werbespot fürs Radio noch persönlich vorbeigebracht, ihm gar die Melodie vorgesungen. Die Zeiten haben sich inzwischen dramatisch geändert. Heute möchte man Kappeler nicht wirklich mehr singen hören, wenn man ihm beim Referieren über die ungebrochene Erfolgsstory des schweizweit grössten Vermarkters für private elektronische Medien folgt. Seit dem Verkauf von Radio  Energy (ehemals Radio Z) und Radio Ri an den Ringier Verlag hat sich das Unternehmen zudem gänzlich vom Umgang mit journalistischen Inhalten gelöst.
«Wir haben uns vom Content-Geschäft verabschiedet», sagte Kappeler kürzlich an der offiziellen Bilanzpressekonferenz in Küsnacht am Zürichsee. Das Unternehmen hat den Fokus damit gänzlich auf sein Kerngeschäft gelegt: Verkauf von Werbung und Beratung über das gesamte Werbefeld im Bereich der privaten elektronischen, interaktiven und mobilen Medien.
Der Börsengang vom 15. Juni 2007, den der VR-Präsident Bruno Widmer bei gleicher Gelegenheit als das wichtigste Ereignis des abgeschlossenen Geschäftsjahres bezeichnete, mag illustrieren, wie sich Goldbach mehr und mehr zu einer  Geldmaschine entwickelt. Widmer sprach denn auch von einem überproportionalen Wachstum des Unternehmens.
Goldbach erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Nettoumsatz von 237 Millionen Franken, was einer Steigerung um 18,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Ebit liegt bei 17,8 Millionen Franken (plus 17,7%). Und gleichzeitig strich das Unternehmen einen um 102 Prozent höheren Jahresgewinn von 25,4 Millionen Franken ein. Dies hängt mit dem Verkauf der Radios zusammen, was allein schon 12,5 Millionen Franken einbrachte.
Grundsätzlich ist das Wachstum des Unternehmens vor dem Hintergrund zu verstehen, dass die Werbemärkte sich vermehrt in die digitalen, interaktiven und mobilen Medien verlagern.
Ausbau des internationalen GeschäftsDem hat das Unternehmen mit einer Reihe von Massnahmen Rechnung getragen und das internationale Geschäft mit der Übernahme der Internetvermarkterin Adlink Schweiz und Österreich sowie der Suchtreffer AG in Deutschland weiter ausgebaut. Goldbach gründete ferner mit Game Mediarep AG ein Unternehmen für Werbung in Spielen und beteiligte sich über diese Tochtergesellschaft zu 25 Prozent in den USA an der Jogo Media Inc., einer global agierenden Firma, die sich mit einer eigenen Technologielösung für Werbung in Spielen einen Namen gemacht hat.
Marktanteile erzielte Goldbach einerseits online mit der Online- Werbung, Suchmarketing, Mobile-Marketing und Werbung in Spielen sowie offline mit der Vermarktung von TV, Teletext, Radio und Adscreens. Das Online-Segment entwickelte sich dabei überproportional stark mit einer Zunahme von über 57,5 Prozent auf total 53,9 Millionen Franken (34,2 Millionen Franken im Vorjahr). Der Online-Anteil am Gesamtumsatz beläuft sich dabei auf 22,7 Prozent. Kappeler prognostizierte dabei für das Jahr 2010 einen Gruppenumsatz von über 30 Prozent allein durch das Online-Geschäft.
Bescheidener, aber immer noch bemerkenswert wurde auch im Offline-Bereich ein um 10,6 Prozent höherer Umsatz von total 184 Millionen Franken (166,3 Millionen Franken im Vorjahr) erzielt. TV machte dabei mit 58 Prozent den grössten Anteil aus. Das Wachstum der TV-Vermarktung begründete Kappeler nebst dem generellen Markttrend in der Schweiz unter anderem mit neuen Angeboten auf dem Markt wie etwa IPTV Zattoo Schweiz beziehungsweise der Vermarktung des französischen Erfolgssenders M6 im Genferseegebiet. «Mit M6 kommen wir auf die doppelte Reichweite in der Romandie», sagte Kappeler.
Das Radio macht 17 Prozent am Offline-Umsatz aus und wuchs um 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. «Radio hat sich stabilisiert», sagt Kappeler. Einerseits nehme die nationale Vermittlung zu und weiter schlage auch die Einführung des Coop-Instore-Radios in über 900 Verkaufsstellen des Grossverteilers zu Buche. Mit zwei Prozent ist der Anteil von Adscreen am Offline-Umsatz klein. Adscreen sank denn auch im Geschäftsjahr um 5,1 Prozent, was Kappeler mit einem schwachen Openair-Sommer begründete. Dennoch hat das Unternehmen sein Portfolio mit Adscreens in Sportstadien erweitert.
Goldbach steckt auch in den Startlöchern, um den Ostmarkt zu erobern. Welche Länder genau das Unternehmen im Fokus hat, wollte Kappeler nicht preisgeben. Er sprach von zehn Ländern, in die man zunächst online vorstossen wolle, um sukzessive dasselbe abgerundete Angebot aufzubauen, wie es Goldbach seiner Kundschaft auch in der Schweiz bietet. Wie die Verflechtungen mit dem im Osten erfolgreichen Ringier Verlag sind, liess er ebenso offen. Immerhin setzte Goldbach für seine Osterweiterung mit dem Engagement von Thomas Landolt, früher für Ringier in Ungarn und Rumänien, ein strategisches Zeichen.
Aufgrund des guten Geschäftsganges will das Unternehmen seinen Aktionären eine Dividende von 0,33 Franken pro Aktie auszahlen und zusätzlich, durch den Verkauf der Radios Z und Ri bedingt, eine ausserordentliche Dividende von einem Franken pro Aktie.
René Worni

Neue Köpfe und geänderte Strategie beim Axel-Springer-Verlag

Der deutsche Medienkonzern Axel Springer hat die Leitung seiner Welt-Gruppe reorganisiert und die neue Funktion des Konzerngeschäftsführers Public Affairs geschaffen. Anlässlich der gleichentags stattfindenden Bilanzpressekonferenz des Verlags wurde auch über die Finanzlage sowie die künftigen Aktionsfelder informiert.

 
Der deutsche Medienkonzern Axel Springer hat die Leitung seiner Welt-Gruppe neu geordnet. Dazu gehören Die Welt, Welt am Sonntag, Welt Kompakt und Welt Online. Die redaktionelle Gesamtverantwortung für alle Titel übernimmt Thomas Schmid. Ulf Poschardt, vormals Chefredaktor des deutschen Vanity Fair, kehrt als stellvertretender Chefredaktor zur Welt am Sonntag zurück, und Oliver Michalsky wird stellvertretender Chefredaktor von Welt Online.Neu geschaffen hat Axel Springer die Aufgabe eines Konzerngeschäftsführers Public Affairs (President Public Affairs). Christoph Keese, vormaliger Chefredaktor der Welt am Sonntag, übernimmt per 1. April diese Funktion. Er soll national und international die Interessen des Konzerns gegenüber Politik und Verbänden vertreten sowie künftige Expansionsschritte vorbereiten. In dieser Funktion könne dies «gezielter und transparenter» geschehen, sagte Konzernchef Matthias Döpfner.
Anlässlich der gleichentags stattfindenden Bilanzpressekonferenz des Verlags wurde auch über die Finanzlage sowie die künftigen Aktionsfelder informiert. Abgesehen von der Abschreibung der Briefdiensttochter PIN, die dem Konzern einen Verlust von 288 Millionen Euro bescherte (Vorjahr: 291 Millionen Euro Überschuss), habe die operative Ertragsstärke des Konzerns im Kerngeschäft ein Rekordniveau erreicht, so Döpfner. Das widerspiegelt sich auch in der diesjährigen Rekorddividende von 4 Euro (Vorjahr: 3,5 Euro). Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro.
Der Medienkonzern, der neben den Welt-Titeln beispielsweise auch Bild herausgibt, setzt nach dem Rückzug aus dem Briefgeschäft auf eine weitere Expansion in internationalen Märkten und im Internet. «Das Wachstum der Zukunft liegt klar in der Digitalisierung und im Ausland», sagte Döpfner. Eine noch stärkere Konzentration auf das Kerngeschäft Printgeschäft und «politikferne Felder» sei auch eine Lehre aus dem Stopp der Pläne im Postmarkt (siehe:
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Tele Züri weist Kritik der CVP zurück

Markus Arnold, der Parteipräsidenten der Kantonalzürcher CVP, teilte am Mittwoch im Tages-Anzeiger einen Seitenhieb gegen Tele Züri aus: Der Sender ignoriere die CVP, also ignoriere die CVP Tele Züri, so der Politiker. Das sei «falsch und tatsachenwidrig», liess der TV-Kanal gleichentags verlauten.

Die hitzige Diskussion rund um die Konzessionsvergabe geht in eine neue Runde und wartet mit einem Schlagabtausch zwischen Tele Züri und Markus Arnold, dem Parteipräsidenten der CVP des Kantons Zürich, auf: Letzerer teilte am Mittwoch im Tages-Anzeiger einen Seitenhieb gegen Tele Züri aus. «Tele Züri ignoriert die CVP, also ignoriert die CVP Tele Züri», erklärte der Politiker. Zudem boykottiere der Sender die CVP in der Sendung «Sonntalk». Gegen diese Aussage setzt sich Tele Züri nun zur Wehr: Arnolds Worte seien falsch und tatsachenwidrig, liess der TV-Kanal gleichentags verlauten. Der Zürcher CVP-Regierungsrat Hans Hollenstein sei am 10. Februar 2008 letztmals Gast im «Sonntalk» gewesen und gehöre zu den regelmässigen Teilnehmern der Sendung. Die Zürcher CVP-Nationalrätin Kathy Ricklin habe ihren letzten Auftritt im in der Talkshow am 19. August 2007 gehabt und sei zudem mehrmals Gast in der Sendung «Talk Täglich» gewesen, letztmals am 11. Dezember 2007.
Tele Züri habe auch in zahlreichen Wahlsendungen und Podien im Jahr 2007 alle Kandidatinnen und Kandidaten der CVP eingeladen und berücksichtigt, schreibt der Sender weiter. Die im 180 Sitze zählenden Zürcher Kantonsrat mit 13 Mandaten vertretene CVP sei auch in den Nachrichtensendungen entsprechend ihrer Stärke vertreten.
Der Sender zeigte sich «äusserst erstaunt», dass der Präsident der CVP des Kantons Zürich seine Medienpolitik offenbar nach der Anzahl der Startnummern im «Sonntalk» definiere und damit «die Bedürfnisse der Bevölkerung des Kantons Zürich ignoriere», ist der Mitteilung weiter zu entnehmen.

Inhalt & Form will für Migros Mogelpackungen entlarven

M-Budget Mobile reagiert in zwei Inseraten auf die Werbung der Konkurrenz und will damit klarstellen, dass nicht diese, sondern das Migros-Unternehmen die günstigsten Mobile-Tarife habe.

M-Budget Mobile reagiert in zwei Inseraten auf die Werbung der Konkurrenz und will damit klarstellen, dass nicht diese, sondern das Migros-Unternehmen die günstigsten Mobile-Tarife habe. Die von der Zürcher Agentur Inhalt & Form realisierten Inserate dramatisieren diese Message mit Schlagzeilen wie «Liebe Mitbewerber, mal ehrlich, sie verkaufen den Kunden ihren billigsten Tarif als Einheitstarif, aber in Wahrheit mit vielen Wenn und Abers». Zu sehen sind auf den Sujets Gesichter, die zwischen «Schein und Sein» sind: bärtige Herren mit wunderschöner, femininer Haarmähne.
Verantwortlich bei M-Budget Mobile:
Stephan Mignon, Marc Stutz (Projektleiter Marktbearbeitung M-Electronics). Verantwortlich bei Inhalt & Form: Serge Riedener (Creative Direction, Text), Daniel Käser (Art Direction), Heinz Bugmann (Grafik), Jürg Meyer, Claudio Zier (Beratung), Andreas Kindler (Fotografie), Rico Rosenberger (Bildbearbeitung).

Let’s Roc

Zeitungen Numéro 10 präsentiert das Romandie Combi als «Club Roc ’n’ Roll».

 
Zeitungen Numéro 10 präsentiert das Romandie Combi als «Club Roc ’n’ Roll». 
Das Romandie Combi (ROC) von der Publicitas bietet für Inserenten seit 1994 sechs Tageszeitungen in einem Paket. Le Quotidien Jurassien, Le Journal du Jura, L’Express, L’Impartial und La Liberté bieten zusammen 367’000 Leser an sowie noch einmal 180’000 Besucher auf den Webseiten. Die Kombination in der Westschweiz geht nun mit der Berner Agentur Numéro 10 in eine neue Offensive. Aus der Abkürzung ROC hat die Agentur dabei einen verspielten «Club Roc’n’ Roll» geschaffen. Kommuniziert wird, dass Neuinserenten unter anderem von Gratisschaltungen sowie Farb- und Platzierungsrabatten profitieren können. Die Kampagne arbeitet mit Print, Direct Marketing und Webseiten.
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