Die Freud an der Kreativität

Kolumne Im Wettbewerb um Talente können Medien von der IT-Branche lernen – Joseph Weizenbaum lässt grüssen.

 
Kolumne Im Wettbewerb um Talente können Medien von der IT-Branche lernen –Joseph Weizenbaum lässt grüssen.  
Die erste Unterhaltung mit Eliza war eine ernste: Das Computerprogramm simulierte ein therapeutisches Gespräch. Frage um Frage versuchte sie unseren Motiven auf die Spur zu kommen. Einmal mehr stellte sich im Umgang mit Computern die Frage, welche sich die Menschheit bei jeglicher Entwicklung von neuen technischen Möglichkeiten stellt: Wann übertrumpfen die Maschinen die Menschen? Geht die Macht der Entscheidung letztlich an ein elektronisches Supergehirn? Und wann brauchen Menschen noch Menschen als Gegenüber, mit denen sich von Angesicht zu Angesicht alle Aspekte der Existenz erleben lassen?Zwei Meldungen haben in den letzten Tagen wieder zum Nachdenken über dieses Thema angeregt. Der Tod von Joseph Weizenbaum, des Computerpioniers, der sich nicht nur mit den technischen Entwicklungen, sondern auch mit deren positiven und negativen Auswirkungen auf die Menschheit beschäftigt hat. In den Sechzigerjahren hat er ein Programm entwickelt, das die Prinzipien der psychologischen Fragetechnik simuliert. Das virtuelle Therapieprogramm Eliza wurde zum Test, inwiefern sich Gesprächspartner aus Fleisch und Blut durch künstliche Programme ersetzen lassen.
Die Reaktionen, die Eliza ausgelöst hatte, waren für Weizenbaum ein weiterer Anlass, das Verhältnis von Computern und Gesellschaft aufmerksam zu analysieren. Eine seiner Kernaufgaben wurde die kritische Auseinandersetzung im Umgang mit Computern. Er schrieb 1972 in einem Aufsatz für die Wochenzeitung Die Zeit: «Der meiste Schaden, den der Computer potenziell zur Folge haben könnte, hängt weniger davon ab, was der Computer tatsächlich kann oder nicht kann, als vielmehr von den Eigenschaften, die das Publikum dem Computer zuschreibt.» Er kritisierte deshalb die Schaffung einer künstlichen Welt, in der es kein wirkliches Erleben mehr gibt.
Die zweite Nachricht der vergangenen Tage liefert den Beweis, dass Menschen in künstlichen Welten allein nicht leben können. Google baut seinen Sitz in Zürich aus. Auf dem Hürlimann-Areal eröffnete die Firma ihr neues Forschungs- und Entwicklungszentrum.
Und wie begründet Google seinen Entscheid? Untersuchungen haben offenbar ergeben, dass die Zürcher Googler, die «Zoogler», inspirierende Gemeinschafts- und Arbeitsbereiche schätzen. Ein attraktives Arbeitsumfeld fördert die Kreativität. Nelson Mattos von Google erklärte: «Durch unsere internationalen Teams wird die gegenseitige Befruchtung von Ideen und die Innovationskultur unterstützt.» Mit seinen Suchmaschinen und Internetservices möchte Google zwar der Welt virtuell eine offene Kommunikationsplattform bieten. Im eigenen Unternehmen gilt es jedoch, neben dem virtuellen Austausch auch weiterhin den reellen Kontakt sicherzustellen.
Die Kreativität wird mit einem Mix von Arbeits- und Entspannungseinrichtungen gefördert. Die Büros von Google muten wie eine grosse Spielwiese an. Auf der Unternehmenswebsite beschreibt Google die Firmenphilosophie: «Genau wie Google die Nutzer an erster Stelle sieht, wenn es um den Online-Service geht, so sieht Google die Mitarbeiter an erster Stelle, wenn es um die tägliche Arbeit geht. (…) Das stark auf Kommunikation ausgelegte Umfeld fördert die Produktivität und die Kameradschaft. (…) Geben Sie einer Gruppe von Menschen, die etwas Positives erzielen wollen, die richtigen Werkzeuge, und sie werden dies erreichen.» Begriffe wie «kommunikatives Umfeld» oder gar «Kameradschaft» wirken dagegen in vielen Unternehmen, die unter einem grossen Druck stehen, wie Märchen aus einer anderen Zeit.
Für einmal finden sich Google-Jünger und Google-Skeptiker: Die Suchmaschinen sind zwar hilfreiche Werkzeuge, aber kein Ersatz für die zwischenmenschliche Interaktion. «Heute glauben alle, sie müssten nur googlen, um an relevante Informationen zu gelangen. Dabei muss man erst mal lernen, richtige Fragen zu stellen», erklärte Weizenbaum im Zeit-Interview. Gute Fragen seien wie wissenschaftliche Experimente, sie setzten eine Menge Wissen bereits voraus. Die richtigen Fragen zu stellen, lernen die Zoogler offenbar nicht über Algorithmen, sondern durch einen intensiven Austausch mit Kolleginnen und Kollegen.
Der Wettbewerb in den Medien ist auch ein Krieg um Talente. In diesem Krieg sind jedoch besondere Waffen gefragt. Das Geschäft der Medien sind letztlich Inhalte, die interessieren und faszinieren sollen. Im Wettbewerb um die Gunst bei den Nutzerinnen und Nutzern gilt es auch, immer wieder Überraschungen zu bieten.
Google hat seinen Erfolg auf innovative Lösungen aufgebaut. Damit die Suchmaschinen die klassischen Medien nicht ganz verdrängen, müssen diese sich dem Wettbewerb um Kreativität stellen.
Die klassischen Medien sollten diese Herausforderung annehmen. Sonst werden die IT-Firmen nach der Offensive in den Werbemarkt innert Kürze auch den Markt der Inhalte erobert haben. Wie sagte Joseph Weizenbaum? «Technik bezieht ihren Wert aus der Gesellschaft, in die sie eingebettet ist.»
Josefa Haas ist Leiterin des Medieninstituts

Goldküstenbräu noch edler gemacht

Food Um sein Marktpotenzial noch besser auszuschöpfen, hat Matter & Gretener Label und Packaging des Premium-Biers Goldküstenbräu aus Uetikon am See komplett überarbeitet.

 
Food Das seit 2004 ausgeschenkte Goldküstenbräu hat sich seines erlesenen Geschmacks wegen bei den Biergeniessern einen guten Namen gemacht. Um sein Marktpotenzial noch besser auszuschöpfen, hat Matter & Gretener jetzt Label und Packaging des Premium-Biers aus Uetikon am See komplett überarbeitet.

DM-Preis 2008: Shortlist ist publiziert

Die Jury des Schweizer Dialogmarketing-Preises hat die 74 besten Arbeiten in Dialogmarketing auf die Shortlist für den DM-Preis 2008 gesetzt. An der Spitze steht die Agentur Jung von Matt/Limmat mit zehn Arbeiten, dicht gefolgt von OgilvyOne (8) und der Agentur am Flughafen (8).

 
Die Jury des Schweizer Dialogmarketing-Preises – in dem im Polizeijargon gehaltenen Communiqué «Sonderkommission» (Soko) genannt – hat die 74 besten Arbeiten in Dialogmarketing auf die Shortlist für den DM-Preis 2008 gesetzt. An der Spitze steht die Agentur Jung von Matt/Limmat mit zehn Arbeiten, dicht gefolgt von OgilvyOne (8) und der Agentur am Flughafen (8). Insgesamt stehen 28 Agenturen und Unternehmen auf der Liste. Die Macher der auf der Shortlist verzeichneten Arbeiten können mit Edelmetall oder Papier rechnen, mit einem Preis oder einem Letter of Distinction, wie es in der Mitteilung heisst. Die Preise werden am 23. Mai 2008 anlässlich der Award-Night im Kongresshaus Zürich vergeben. Eintrittskarten gibt’s ab 4. April 2008 auf Dm-preis.ch. Shortlist mit Agenturen (und der Anzahl Arbeiten):

Jung von Matt/Limmat (10)
Agentur am Flughafen (8)
OgilvyOne (8)
Spillmann/Felser/Leo Burnett (5)
Alex Schmid Direct (4)
DraftFCB / Lowe Group (4)
Publicis Dialog (4)
Publicis Werbeagentur BSW (4)
Wunderman (4)
Futurecom (2)
Heye, 121 (2)
Ogilvy & Mather (2)
PostMail (2)
Advico Young & Rubicam (1)
Assai (1)
BMB Werbeagentur (1)
CSS Versicherung (1)
DDB Germany, Hamburg (1)
gkk Dialog Group (1)
hobipunkt (1)
Neue LGK Kommunikations AG (1)
OgilvyOne worldwide GmbH, Frankfurt (1)
OgilvyOne worldwide GmbH, Filiale Stuttgart (1)
Phonak (1)
Skadialog Werbeagentur (1)
Sulzer, Sutter (1)
Ulmann + Partner (1)
Werbeanstalt Schweiz (1)

Die Abo-Zahlen sinken fast überall

Abonnemente In vielen Verlagen ist die hohe Zeit der Abo-Erneuerungen vorbei. Die Werbewoche fragte deshalb nach, wie treu die Abonnenten noch sind.

 
Abonnemente In vielen Verlagen ist die hohe Zeit der Abo-Erneuerungen vorbei. Die Werbewoche fragte deshalb nach, wie treu die Abonnenten noch waren. 
Die Verlage verschicken zum Jahreswechsel jeweils haufenweise Abo-Rechnungen. Säumige Zahler erhalten im Februar noch die Zahlungserinnerung. Für viele Verlage ist diese Phase eine Art Frühwarnsystem, ein erstes konkretes Indiz dafür, was punkto Marketing im vergangenen Jahr gut oder schief gelaufen ist. Sie erhalten Hinweise darauf, ob ein Konkurrent Abonnenten abjagen konnte oder wie ein Konzeptwechsel oder eine Sonntagsausgabe von den Abonnenten goutiert wird.Die Werbewoche fragte deshalb in sechs Kampfzonen nach. Konkret am linken Zürichsee-Ufer, wo der Tages-Anzeiger vor zwei Jahren eine Regionalausgabe lancierte, sowie in den anderen drei Zürcher Landregionen, in denen der Tagi vor einem Jahr mit weiteren Splits startete. Ein umkämpftes Gebiet stellt auch der Raum Solothurn dar, wo das Solothurner Tagblatt seit Ende 2001 versucht, der Solothurner Zeitung Abonnenten abzujagen. Schliesslich ist seit 2006 auch die Nordwestschweiz eine Kampfzone – schloss sich doch damals die Basellandschaftliche Zeitung der MittellandZeitung (MZ) an, was die Basler Zeitung Medien als Kriegserklärung aufnahm. Ferner wollte die Werbewoche von der MZ wissen, wie der im September lancierte Sonntag, die siebte Ausgabe mit Zwangsabo, bei den Abonnenten ankommt.

Doch die angefragten Verlage sprechen zum jetzigen Zeitpunkt ungern über dieses Thema. Angaben – auch nur ungefähre – zum aktuellen Abo-Bestand oder zur Abo-Erneuerungsquote sind vielerorts ein derart heisses Eisen, dass man Informationen ganz verweigert. So war beim Tages-Anzeiger, beim Solothurner Tagblatt (Berner Zeitung) und bei den AZ Medien schlicht keine brauchbare Auskunft erhältlich – oder man verwies auf später.
Andernorts wurden Trends zumindest preisgegeben. Erland Herkenrath, Geschäftsführer bei der Zürichsee-Zeitung (ZSZ) und beim Zürcher Unterländer (ZU), teilte mit, dass die bezahlten Auflagen seiner Titel «leicht rückläufig seien, die Abbestellerquote gegenüber dem Vorjahr aber nicht gestiegen ist». Das heisst wohl, dass der Tagi dem ZU und der ZSZ nicht viel anhaben konnte. Darauf deutet auch der Abo-Rückgang hin, den der Tagi in den letzten Jahren am linken Zürichsee-Ufer (provisorisch) auswies. Doch hat dem ZU offenbar auch die Einbindung des Neuen Bülacher Tagblatts vor zwei Jahren nur kurzfristig genützt.
Einen «sinkenden Trend» macht auch Hans Tobler, Abo-Leiter beim Zürcher Oberländer, aus. 2,5 Prozent der Abonnenten, die zum Jahreswechsel eine Rechnung erhielten, hätten gekündigt – gleich viele wie jeweils in den letzten zehn Jahren. «Vom Tagi-Split haben wir nicht viel gemerkt, die Gratiszeitungen spüren wir eher», fügt Tobler hinzu.
Bei der Basellandschaftlichen Zeitung (bz) in Liestal zeigt sich Verleger Mathis Lüdin etwas enttäuscht. Er hatte gehofft, dass der Anschluss an die MZ der bz mehr Neuabos als Kündigungen bescheren würde. Nun rechnet er doch mit einem Rückgang um 200 bis 500 Abos gegenüber dem Vorjahr. «Den einen ist der MZ-Mantel und der Sonntag zu aargauisch, den andern zu umfangreich und die dritten reklamierten wegen des so genannten Zwangsabos», sagt Lüdin. Doch sollte der Tiefpunkt nun erreicht sein. «Dank der Sonntags-bz werden wir in den nächsten Monaten neue Abonnenten gewinnen und die Trendwende doch noch schaffen», ist Lüdin überzeugt.
Zuversichtlich ist auch Markus Jörin, Leiter Lesermarkt bei bz-Konkurrentin Basler Zeitung. «Unser Trend zeigt nach oben, wir haben netto etwa 300 Abos hinzugewonnen», sagt er. Jubeln mag er dennoch nicht. «Wir sind vorsichtig, denn wir wissen noch nicht, wie sich unser neues Gratisblatt News auswirken wird», sagt er.
Und wie siehts bei der Solothurner Zeitung (SZ) aus? Vogt-Schild-CEO Christian Müller stellt klar, dass zum Jahreswechsel nur gerade ein Viertel aller SZ-Abos zur Erneuerung anstand. Von diesen hätten «gut 90 Prozent» die Rechnung von 397 Franken (inklusive Sonntag) bezahlt. Weitere hätten nur mit einem gewissen Entgegenkommen bei der Stange gehalten werden können. Insgesamt scheint aber auch bei der SZ der Trend weiter leicht nach unten zu zeigen.
Markus Knöpfli
Verspätete Abo-ZahlenSeit Verleger und Wemf vor drei Jahren
den Stichtag für die Auflagen- und auch für die Abo-Beglaubigung auf den 1. Juli verlegten, kann die Wemf die überprüften Zahlen erst Ende November online stellen. Damit werden die Abo-Zahlen fast ein Jahr nach der Haupterneuerungsphase publiziert – und kurz bevor schon wieder die nächste ansteht. (mk)

Zürcher Stadtrat will Radio 1

Der Zürcher Stadtrat spricht sich hinsichtlich der Neukonzessionierung ganz eindeutig für Roger Schawinskis Radio 1 aus. Im TV-Bereich schlägt sich die Stadtregierung auf die Seite von Tele Züri, meldet allerdings – wie auch für die Radiogebiete – Änderungswünsche an: Der Stadtrat wünscht sich zwei Konzessionen für das TV-Gebiet Zürich-Nordostschweiz.

 Der Zürcher Stadtrat spricht sich hinsichtlich der Neukonzessionierung ganz eindeutig für Roger Schawinskis Radio 1 aus. Im TV-Bereich schlägt sich die Stadtregierung auf die Seite von Tele Züri, meldet allerdings – wie auch für die Radiogebiete – Änderungswünsche an. Dies geht aus der von Stadtpräsident Elmar Ledergeber und Stadtschreiber André Kury unterzeichneten Stellungnahme des Zürcher Stadtrats hervor, die am Dienstag auf der Website des Bundesamts für Kommunikation veröffentlicht wurde. Die fünf für das Radio-Gebiet Zürich-Glarus eingereichten Konzessionsgesuche von Radio Zürisee, Radio 1, Music First Network, Radio 24 und Energy Zürich erachtet der Stadrat alle als «den gesetzlichen Anforderungen enstprechend». Allerdings steche eine Bewerbung hervor: Jene von Roger Schawinskis Radio 1 «zeuge nicht nur vom persönlichem Engagement des Gesuchsstellers», sondern lege auch Zeugnis ab «von eindrücklicher Professionalität und Erfahrung», heisst es in der Stellungnahme. Radio 1 müsse nach Ansicht des Stadtrates in jedem Fall eine Konzession erhalten. Der Sender sei «als einziger in der Lage», Bewegung in die Radiolandschaft zu bringen, findet der Stadtrat weiter.
Die drei Sender Radio 24, Energy Zürich und Radio Zürisee erachtet die Stadtregierung als gut etabliert. Radio 24 und Energy Zürich seien zwar im Stadtgebiet besser verankert als Radio Zürisee. Trotzdem möchte der Stadtrat auf die Abgabe einer Präferenz verzichten. Damit wolle er verhindern, dass einer der seit über 20 Jahren bestehenden und wirtschaftlich erfolgreichen Sender abgeschaltet werden müsse. Die Stadtregierung möchte dieser delikaten Situation mit einem Änderungswunsch begegnen: Sie schlägt dem Bundesrat und dem Bakom vor, dass für das Radio-Gebiet Zürich-Glarus vier Konzessionen statt der vorgesehenen drei vergeben werden. Damit könnten die vier oben genannten Sender alle für eine Konzession berücksichtigt werden.
Was die Bewerbung von Music First Network für Radio 105 Züri angeht ist der Stadtrat der Ansicht, dass der Sender in der breiten Öffentlichkeit noch zu wenig bekannt sei und sich erst noch bewähren müsse. Zudem verfüge die Betreibergesellschaft bereits über die Konzession für ein Jugendradio in der Stadt Zürich. Von Gesetzes wegen darf allerdings ein Unternehmen zwei Konzessionen halten.
Auch im Fernsehbereich hat der Stadtrat Änderungswünsche: Er möchte, dass im TV-Gebiet Zürich-Nordostschweiz zwei Konzessionen verliehen werden. Damit erst sei der Medienwettbewerb möglich, heisst es in der Stellungnahme. Sollte der Bundesrat und das Bakom dieser Empfehlung nicht folgen, so müsste nach Willen des Stadtrates Tele Züri für die Konzession berücksichtigt werden. Denn der Sender sei in der Agglomeration sehr stark verankert und «realistischerweise kaum mehr wegzudenken», so der Stadtrat.
Dass sich das Bakom von diesen Änderungswünschen beeindrucken lässt, ist allerdings sehr unwahrscheinlich: Die Sprecher des Bundesamtes hatten gegenüber der Werbewoche mehrmals betont, dass Änderungen ausgeschlossen seien, bevor die Konzessionsvergabe abgeschlossen ist. Erst danach könnten Anpassungen mittelfristig ins Auge gefasst werden. Die Stellungnahmen sind für das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), das die Konzessionen ab Frühsommer 2008 vergeben will, ein Bestandteil der Meinungsbildung – bindend sind sie nicht.

Bakom: «Der Beste macht das Rennen. Punkt.»

Weil beim Bundesamt für Kommunikation 75 Bewerbungen für 54 Radio- und TV-Konzessionen eingingen, stellt sich die Frage: Welche rechtlichen und technischen Möglichkeiten haben all jene, die leer ausgehen? Die Werbewoche fragte Marcel Regnotto, Sektionsleiter Veranstalter beim Bakom.

Weil beim Bundesamt für Kommunikation 75 Bewerbungen für 54 Radio- und TV-Konzessionen eingingen, stellt sich die Frage: Welche rechtlichen und technischen Möglichkeiten haben all jene, die leer ausgehen? Die Werbewoche fragte Marcel Regnotto, Sektionsleiter Veranstalter beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom).Werbewoche: In mehreren Stellungnahmen zu den Radio- und TV-Konzessionsgesuchen tauchen alternative Szenarien für Veranstalter auf: So heisst es etwa, wer keine TV-Konzession erhält, könne in Zukunft dennoch meldepflichtiges TV machen. Beim Medium Radio wird öfters gesagt, mit einer anderen Sendernetzplanung könnten noch freie Frequenzen für weitere Anbieter gefunden werden. Welche Möglichkeiten stehen den Verlierern tatsächlich offen? Marcel Regnotto:
Man muss zwischen Radio und TV unterscheiden: Ein TV-Veranstalter, der keine Konzession bekommt, muss dem Bakom bloss eine Meldung hinterlegen und kann dann weiter senden – oder den Betrieb aufnehmen. Je nach dem wie er sich mit den Kabelnetzbetreibern einigt, hat er sogar den Vorteil, dass er das Versorgungsgebiet frei wählen kann. Der Nachteil ist, dass er kein verbrieftes Zugangsrecht und natürlich auch keinen Gebührenanteil erhält.
Wie realistisch ist es aber, dass er bei den Kabelnetzbetreibern einen Sendeplatz erhält? Das kann ich nicht sagen und das wird auch sehr verschieden sein. Hat der TV-Anbieter sich schon eine gewisse Reputation verschafft, wird seine Verhandlungsposition gegenüber den Kabelnetzbetreibern eine stärkere sein als wenn er sein Projekt erst aufbaut. So oder so muss die Aufschaltung aber rein privatwirtschaftlich ausgehandelt werden.
Laut RTVG kann das Bakom auch für nichtkonzessionierte TV-Anbieter eine Aufschaltung in einem Kabelnetz verfügen. Unter welchen Voraussetzungen? Nur wenn ein besonderer Beitrag zum allgemeinen, von der Verfassung vorgegebenen Leistungsauftrag von Radio und TV geleistet wird, kann das Bakom einen Kabelnetzbetreiber verpflichten, ein Programm für eine bestimmte Zeit unentgeltlich zu verbreiten. Doch die Latte ist relativ hoch. Orientiert man sich an der Praxis gemäss altem RTVG, wurde vorab im Informationsbereich eine qualifizierte informative Leistung gefordert.
Es gab also schon Aufschaltverfügungen? Ja, im lokalen Rahmen. So wurde Tele Top der Zugang zum Schaffhauser Kabelnetz geöffnet.
 
Kann sich ein Kabelnetzbetreiber einer Aufschaltverfügung widersetzen? Ja, er kann den Entscheid anfechten. Bleibt es aber nach Abschluss des Rechtsmittelverfahrens bei der Aufschaltverfügung, dann ist diese zwingend.
Angenommen, ein Multimedia-Verlag erhält eine TV-Konzession, um die sich auch ein Nicht-Verleger bewarb. Wäre in dieser Situation eine Aufschaltverfügung gerechtfertigt – aus Gründen der Medienvielfalt und weil der unterlegene Veranstalter unabhängiger ist? Das ist nicht auszuschliessen. Nur suchen Sie damit bereits über die Konzession hinaus nach einer Lösung für sämtliche Bewerber. Die Selektion des Uvek erfolgt jedoch im Rahmen eines rechtlichen Verfahrens, bei dem die Kriterien zur Anwendung kommen, die schon bei der Ausschreibung bekannt gegeben wurden. Der Beste wird das Rennen machen. Punkt. Schluss. Wir denken nicht prophylaktisch, was mit abgewiesenen Bewerbern passieren könnte. Wobei natürlich viele Bewerber, die keinen Zuschlag erhielten, den Uvek-Entscheid anfechten und versuchen werden, eine Beurteilung durch das Bundesverwaltungsgericht zu erwirken.
Nächste und letzte Instanz ist also das BVG – für TV- und für Radioanbieter? Ja. Ist kein Weiterzug an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte möglich? Doch, das kann man unter gewissen Umständen. Aber ein solcher Schritt hat im weiteren Verfahren keine aufschiebende Wirkung. Er hindert also den Vollzug des BVG-Entscheids nicht.
Wie lange dauert es, bis das BVG entscheidet? (lacht) Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! Sie können sich selber ausmalen, mit wie vielen Verfahren zu rechnen ist. Ich würde mal von 6 bis 12 Monaten ausgehen – und so lange kann der Sender aufgrund seiner früheren Konzession dann weitersenden.
Kommen wir zu den Radios: Wie sehen dort die Alternativen aus – mal abgesehen von Radio via Internet und Kabel? Allen, die punkto «UKW analog» nun nach einer neuen Sendernetzplanung rufen und grössere oder mehr Sendeplätze fordern, muss ich klar sagen: Dies kommt nicht in Frage. UKW ist verbaut. Was nicht konzessioniert wird, hat keinen Platz auf UKW. In Kenntnis dieser Tatsache definierte der Bundesrat die Versorgungsgebiete neu. Zwar können noch geringfügige Arrondierungen vorgenommen werden. Aber wir reden hier ja von der Schaffung neuer, vollwertiger Sendeplätze – und das ist ausgeschlossen.
Sie gehörten einer Arbeitsgruppe UKW 2001 an, die damals vom Bakom dringend ein Vorprojekt für die Einrichtung der so genannten Gleichwellenfunktechnik forderte. Damit hätte man – wie in Holland – mehrere neue UKW-Frequenzen schaffen können. Was wurde daraus? Nicht viel, weil die Kosten dafür immens gewesen wären. In der Innerschweiz wurde die Technik zwar erprobt; sie funktioniert auch bei uns. Die Erfahrungen zeigten aber auch, dass der Aufwand aus topografischen Gründen schon in einer kleinen Region hoch ist. Hätte man diese Technik grossflächig verwenden wollen, hätte man sich auf eine tief greifende Neuplanung einlassen müssen. Deshalb entschied der Bundesrat vor etwa zwei Jahren: UKW wird nicht mehr fundamental angefasst. Man blieb beim Status quo. Ein völlig neuer Planungsansatz, etwa für Gleichwellenfrequenznetze, ist von der Traktandenliste gestrichen.
Gibts andere technische Alternativen? Neben UKW gibt es unterdessen die digitale drahtlose Verbreitung DAB+. Eben wurde einem Konsortium eine entsprechende Konzession erteilt. Ein abgewiesener Radio-Gesuchsteller könnte sich dort noch anhängen. DAB+ ist wohl der realistischste Weg, um ein Programm dennoch drahtlos terrestrisch zu verbreiten. Mit dem Nachteil, dass erst sehr wenig Radiogeräte im Umlauf sind, die DAB+ empfangen können.
Wäre es eigentlich möglich, dass in einem Gebiet kein Radio- beziehungsweise TV-Anbieter den Leistungsauftrag erfüllt, und somit keine Konzession vergeben würde? Rein theoretisch ja. Tatsächlich hat niemand Anspruch auf eine Konzession. Auch nicht, wenn er sich in einem Gebiet als einziger um eine Konzession bewirbt.
Interview: Markus Knöpfli

Auf Wunsch richtet Rüegg-Naegeli Räume aller Art ein

Das Unternehmen Rüegg-Naegeli ist seit über 140 Jahren Experte auf dem Gebiet der Büroarchitektur. Nun stellt die Agentur am Flughafen in einer neuen Kampagne das Fachverständnis des Zürcher Möbelhauses in den Mittelpunkt.

 
Das Unternehmen Rüegg-Naegeli ist seit über 140 Jahren Experte auf dem Gebiet der Büroarchitektur. Nun ist die Agentur am Flughafen aus Altenrhein damit beauftragt worden in einer neuen Kampagne das Fachverständnis des Zürcher Möbelhauses in den Mittelpunkt zu stellen und zu verdeutlichen, dass Rüegg-Naegli neuerdings auf für Wohnkultur steht. Demzufolge wird seit Februar in Inseraten, auf Trams und in Radiospots kommuniziert, dass man auch mit der Möblierung kleinerer Raumstrukturen fertig wird.Verantwortlich bei Rüegg-Naegeli:
Stefan Stieffel (Geschäftsführer), Priska Bauer (Mitglied der Geschäftsleitung).Verantwortlich bei der Agentur am Flughafen:
René Eugster (Creative Director), Dominique Rutishauser (Art Director), Beatriz Verdejo (Grafik), Désirée Schmid (Text), Miriam Egli (Beratung/Konzept), Alexander Bayer (Fotografie, Vision Studios).

Adlink vermarktet Community-Website Netlog.com

Adlink Media übernimmt exklusiv die Vermarktung von Netlog. Die pan-europäische Community-Website hat derzeit in der Schweiz mehr Seitenaufrufe als alle anderen Portale.

 Adlink Media übernimmt exklusiv die Vermarktung von Netlog. Die pan-europäische Community-Website hat derzeit in der Schweiz mehr Seitenaufrufe als alle anderen Portale: Gemäss Net-Metrix-Audit generierte Netlog.com im Februar 2008 allein in der Schweiz über 345 Millionen der sogenannten Page Impressions. Mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 25 Minuten pro Person gehört die Website zudem auch zeitlich zu den Spitzenreitern der Studie. Die Social-Networking-Site ist laut Mitteilung von Adlink vor allem bei Teenagern und jungen Twens zur Kontaktaufnahme und zum persönlichen Austausch sehr beliebt. Gemäss Daten des internationalen Medien- und Marktforschers Nielsen Online bestehen 40 Prozent der Schweizer Nutzerschaft von Netlog.com aus 12- bis 17-Jährigen.

Neue Verkaufseinheit bei Espace Media

Die Berner Tamedia-Tochter Espace Media hat seine Verkaufsabteilung neu organisiert. Neu wird ausschliesslich die Division Multimedia Services & Sales für die Werbung in den Produkten der Mediengruppe zuständig sein.

 
Die Berner Tamedia-Tochter Espace Media hat seine Verkaufsabteilung neu organisiert. Neu wird ausschliesslich die Division Multimedia Services & Sales für die Werbung in Produkten wie der Berner Zeitung, dem Bund, Tele Bärn, der Radiostation Capital FM oder dem Nachrichtenportal Espace.ch zuständig sein. Angeboten wird dort das gesamte Produktsortiment, vom klassischen Inserat über Radio- und TV-Spot bis hin zu Sonderwerbeformen und Sponsoring-Gefässen. Bislang erfolgte der Verkauf der Print-, Online- und audiovisuellen Produkte durch drei verschiedene Organisationen. Der erste Schritt zur Neuorganisation erfolgte bereits im Dezember des vergangenen Jahres, als die drei bislang unabhängigen Verkaufseinheiten die neuen gemeinsamen Büros im Multimedienhaus am Dammweg 9 in Bern bezogen. Dreh- und Angelpunkt der neuen Grosseinheit ist ein zentrales Advertising-Desk, das speziell für die neue multimediale Ausrichtung entworfen wurde.
Parallel zum Umzug erfolgte die Reorganisation und Schulung des Verkaufsteams. Neu bieten die Aussendienstmitarbeiter den ihnen zugewiesenen Kunden die gesamte multimediale Werbepalette von Espace Media Bern an.
Die Abteilung Multimedia Services & Sales wird von Matthias O. Hütköper und Martin Bürki geleitet. Unter Führung von Verkaufsleiter Michael Sutter wirken insgesamt sechs Aussendienstmitarbeiter und zwei Key-Accountbetreuer in den regionalen und nationalen Werbemärkten.

Mehr Zeit für den Best of Corporate Publishing

Der CP-Wettbewerb Best of Corporate Publishing (BCP) unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundeswirtschaftsminister verlängert seine Einreichfrist um zwei Wochen: Der neu am Freitag, 28. März 2008.

 Der CP-Wettbewerb Best of Corporate Publishing (BCP) unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundeswirtschaftsminister verlängert seine Einreichfrist um zwei Wochen: Der Bewerbungszeitraum endet nicht wie ursprünglich vorgesehen bereits am 14. März, sondern erst am Freitag, 28. März 2008. Grund sei die enorme Resonanz und der vielfache Wunsch nach Verlängerung, teilten die Organisatoren mit. Bereits hätten sich über 300 Publikationen angemeldet. Insgesamt werden 28 Awards in den Kategorien Business-to-Business und Business-to-Consumer sowie Mitarbeiterkommunikation, Sonderpublikationen und Electronic Publishing vergeben. Erstmals vergeben wird beim BCP 2008 ein Sonderpreis für ein internationales Kommunikationskonzept. Die BCP-Preisverleihung findet am 18. Juni 2008 im Anschluss an den internationalen BCP-Kongress in München statt. Arbeiten können online unter Bcp-award.com eingereicht werden.

Teleclub gründet neues Sportportal

Zusammen mit Swisscom lanciert Teleclub das neue Schweizer Sportportal Teleclubsport.ch. Die Nutzer sollen dort nicht nur breit über das Sportgeschehen informiert werden, sie sollen auch die Möglichkeit erhalten, selber am Geschehen teilzunehmen, mitzudiskutieren und zu voten.

 Zusammen mit Swisscom lanciert Teleclub das neue Schweizer Sportportal Teleclubsport.ch. Die Nutzer sollen dort nicht nur breit über das Sportgeschehen informiert werden, sie sollen auch die Möglichkeit erhalten, selber am Geschehen teilzunehmen, mitzudiskutieren und zu voten.Zusätzlich finden sich auf der Website exklusive Videozusammenfassungen der Axpo Super League, der Champions League und der National League A. Verpasste Tore und die spektakuläre Szenen soll man sich so in Zukunft auch nach einem Spieltag am Computer ansehen können. Nebst Fussball und Eishockey werden aber auch andere Videoberichterstattungen rund um den Schweizer Sport einen zentralen Inhaltsteil bilden. Neben den ausführlichen Berichterstattungen informiert ein Live-Ticker über Tennis, Wintersport, Rad- und Motorsport. Schliesslich sollen aber auch Geschichten abseits der Pisten, Spielfelder und Rennstrecken sowie Meldungen von Randsportarten ihren Platz auf der Seite finden.
Ein Webradio und regelmässige Chats mit Figuren aus der Welt des Schweizer Sports runden das Angebot des seit dem 10. März aufgeschalteten Portals ab.

Wechsel an der Spitze von Swisscom Directories

Richard Erismann verlässt nach fast 10 Jahren als CEO den Verzeichnishersteller Swisscom Directories per Ende März. Sein Nachfolger wird per 1. April Rainer Mühlberger, der zuletzt Chief Information Officer (CIO) und Mitglied der Geschäftsleitung von Swisscom Fixnet war.

Richard Erismann verlässt nach fast 10 Jahren als CEO den Verzeichnishersteller Swisscom Directories per Ende März. Sein Nachfolger wird per 1. April Rainer Mühlberger, der zuletzt Chief Information Officer (CIO) und Mitglied der Geschäftsleitung von Swisscom Fixnet war.
Erismann hat das Joint Venture Directories, an dem Swisscom mit 51 Prozent und die Publigroupe mit 49 Prozent beteiligt sind, gegründet. Er übergebe die Firma in «finanziell und operativ ausgezeichneter Verfassung» und wolle sich nun einer neuen Herausforderung zuwenden, heisst es in einer Mitteilung.
Der neue CEO Mühlberger ist seit fünf Jahren bereits Mitglied des Verwaltungsrates von Swisscom Directories. Er wird gleichzeitig Präsident des Verwaltungsrats von Local.ch. Die auf lokales Suchen und Finden spezialisierte Suchplattform ist seit 1. Januar 2008 eine 100-prozentige Tochter von Swisscom Directories.
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