Ehemaliger Ringier-Generaldirektor Heinrich Oswald verstorben

Heinrich Oswald, der ehemalige Direktionspräsident des Ringier-Verlages, ist tot. Er verstarb am vergangenen Donnerstag im Alter von 90 Jahren. Oswald war von 1972 bis 1983 Direktionspräsident und Delegierter des Verwaltungsrates von Ringier.

 Heinrich Oswald, der ehemalige Direktionspräsident des Ringier-Verlages, ist tot. Er verstarb am vergangenen Donnerstag im Alter von 90 Jahren. Der Jurist Heinrich Oswald war von 1972 bis 1983 Direktionspräsident und Delegierter des Verwaltungsrates von Ringier. Verleger Michael Ringier würdigte Oswald am Mittwoch in der Boulevardzeitung Blick als «eine der grossen Figuren in der Geschichte des Ringier-Verlages». Oswald habe dem Unternehmen in den 70-er Jahren moderne Managementstrukturen verpasst. Gleichzeitig habe er aber auch dem Journalismus grosses Gewicht beigemessen.
In die Amtszeit von Heinrich Oswald fielen unter anderem die Fusion der beiden Zeitschriften Schweizer Illustrierte und Sie + Er, die Übernahme der C.J. Bucher AG in Luzern, der Ausbau des Druckzentrums Adligenswil oder die Einführung neuer Zeitschriften wie Glückspost oder L’Hebdo. Eine journalistische Pionierleistung erbracht habe Oswald mit der Gründung der Ringier-Journalistenschule, hält Michael Ringier fest.
Heinrich Oswald wurde am 15. Mai 1917 in Riehen BS geboren. Nach dem Studium und dem Anwaltsexamen arbeitete er in der Bundesverwaltung. Danach war er bei der Knorr-Nährmittel AG Handlungsbevollmächtigter und ab 1966 bis 1972 Generaldirektor. 1972 trat er als Direktionspräsident beim Medienunternehmen Ringier ein.

Seitenwechsel

Anzeigenverkauf Nach ihrem Abgang bei der Südostschweiz arbeitet Karin Waltenspühl nun für Konkurrent Stefan Bühler.

 
Anzeigenverkauf Nach ihrem Abgang bei der Südostschweiz arbeitet Karin Waltenspühl nun für Konkurrent Stefan Bühler. Bis letzten Sommer war Karin Waltenspühl noch Anzeigen- leiterin der Südostschweiz (SOCH). Ende Februar, nach Weiterbildung zur Medienmanagerin, reaktivierte sie ihre frühere Beratungsfirma Follow-me und legte den Fokus neu auf Verlagsberatung und Anzeigenregie. Bereits zog Waltenspühl zwei Mandate an Land: Für den Laaxer Zeitschriften-Verleger René Chatelain besorgt sie Anzeigenverkauf, Promotion und teils auch den Aboservice. Ferner betreibt Waltenspühl das nationale Key-Account-Management für den Rheinpool, ein Inseratenkombi des Liechtensteiner Volksblatts, der Rheinzeitung und des Bündner Anzeigers.
Pikant: Der Rheinpool steht in direkter Konkurrenz zur SOCH. Und Rheinpool-Partner Stefan Bühler, Herausgeber des Bündner Anzeigers, reichte mit Roger Schawinski ein Konzessionsgesuch für Radio Südost ein – ein Konkurrenzprojekt zu Radio Grischa aus der Südostschweiz-Medien-Gruppe. Dennoch verursacht der Seitenwechsel Waltenspühl keine Bauchschmerzen. «Das ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. Und ich habe nun einmal dieses Angebot erhalten», lacht sie. (mk)

Top-Player des Schweizer Crossmedia

Crossmedia Multimediales Publizieren hat Zukunft. Die Verlage Media-Daten und Renteria veröffentlichen erstmals eine Angebotsübersicht.

 
Crossmedia Multimediales Publizieren hat Zukunft. Die Verlage Media-Daten und Renteria veröffentlichen erstmals eine Angebotsübersicht. 
Für die einen ist Crossmedia ein Zauberwort, die andern behandeln den Ausdruck als Schimpfwort. So oder so: An Crossmedia kommt in der Medienbranche heute kaum einer vorbei. Denn multimediales Publizieren hat Zukunft, sofern der Inhalt sorgsam abgestimmt und den Ansprechpersonen genügend Möglichkeiten zur Antwort eingeräumt werden. Der Begriff ist schwer fassbar, nicht jeder wendet diesen Terminus gleich an. Unklar ist zudem, wie das Schweizer Crossmedia-Angebot zu gliedern und zu bewerten ist. 
 
Die beiden Medien-Fachverlage Media-Daten AG und Renteria SA, welche die umfassendste Schweizer Mediendatenbank betreiben, haben erstmals einen Blick über die Schweizer Crossmedia-Landschaft veröffentlicht. Im soeben erschienenen Handbuch «Top 150 der Schweiz
er Medien» sind zu diesem Thema in einem separaten Teil gleich drei Neuheiten erschienen: Es handelt sich um die erste Crossmedia-Übersicht in der Schweiz, dann stellen namhafte Medienanbieter wichtige Crossmedia-Cases vor, und schliesslich wird eine Studie über Bedeutung und Gebrauch von Crossmedia präsentiert, welche auf einer Umfrage bei den bedeutendsten Schweizer Verlagen basiert.Erster Angebotsüberblick
Wie sieht der gemeinsame Nenner aus, der ein Crossmedia-Angebot erklär- und vergleichbar macht? Das ist schwer zu beantworten, weil die Schweizer Verlage Crossmedia sehr unterschiedlich anpacken. Media-Daten und Renteria wählten einfache Ausprägungen, zu denen die Crossmedia-Anbieter sich klar äussern konnten. Zunächst werden die Kategorien von Crossmedia-Angeboten geklärt. Handelt es sich um ein offenes Angebot, bei dem der Kunde unter den möglichen Medien frei wählen kann, oder um ein geschlossenes Angebot mit einem fixen Medienpaket? Weiter geht es um die Angebotsgrösse, wie diese im Vergleich mit dem übrigen Angebot desselben Verlages zu beurteilen ist. Dann sind die betroffenen Medienkategorien aufgezählt, und schliesslich wird die Art der Information und Dokumentation über das Angebot bewertet. Dazu dienen einprägsame Symbole, welche den schnellen Vergleich ermöglichen, ergänzt mit der richtigen Ansprechperson.
Am speziellen Fall lernen
Der Überblick lässt eine erste Bewertung zu, doch damit kommt der Interessierte erst auf den richtigen Crossmedia-Geschmack. Um diesen zu stillen, muss der einzelne Fall genauer studiert werden. Im vorliegenden Handbuch werden einige Crossmedia-Cases detailliert vorgestellt. Das lässt sich beispielsweise am Fall der Coop-Presse zur Lancierung des Sondermodelles Amag Seat Alhambra gut aufzeigen: Ausgangspunkt waren doppelseitige Inserate in der Mitgliederzeitschrift sowie einseitige Anzeigen in der Mitarbeiterzeitschrift von Coop, unterstützt durch Plakate, Flyer und POS-Aktivitäten in Coop-Filialen. Damit wurde mit klassichen Printmitteln ein Werbedruck ausgelöst, der online verstärkt werden sollte. Dazu diente die Supercard von Coop. Es gab einerseits Hinweise auf der Homepage und zur Aktivierung ein Mailing an die Karteninhaber. Die Interaktion erfolgte in diesem Fall durch die Teilnahme an einem Wettbewerb, bei dem ein Auto im Wert von über 30’000 Franken gewonnen werden konnte.
Bei diesem Beispiel sind jedoch nicht nur Mittel, Ablauf und Kosten einzeln aufgeführt, sondern auch der Erfolg wird genau spezifiziert. Dieser ist beachtlich: Dank dem multimedialen, genau abgestimmten Werbemitteleinsatz wurden vom beworbenen Automodell 79 Fahrzeuge verkauft. Der Abverkauf stieg danach um 52 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr.
Gilt bei Crossmedia 1+1=3?
Die Schweizer Verlage sind sich über die Bedeutung von Crossmedia einig: 57 Prozent der Befragten geben an, dass für sie Crossmedia heute schon bedeutsam ist, und weitere 32 Prozent bestätigen, dass sie dieses Thema in Zukunft stark beschäftigen dürfte. Dabei unterstreichen die meisten, dass für sie Crossmedia kein Marketing-Gag ist. Die Kunden erwarten von den Anbietern ohnehin keine Auflistung möglicher Medien, sondern eine Beratung, die ein begründetes Konzept enthält. Viele Auftraggeber stehen Crossmedia-Vorschlägen nicht ablehnend gegenüber, sie sind jedoch verunsichert. Das hängt mit der Komplexität des Themas zusammen.
Konkreter äussern sich einige Fachleute, die sich seit Jahren mit Crossmedia befassen. So etwa Walter Weder von der Media Research Group, die jährlich die Werbetrendstudie herausgibt. Weder stellt eine zunehmende Sensibilisierung vor allem bei mittleren und kleineren Unternehmen fest. Eine sehr hohe Crossmedia-Affinität besteht in der Tourismus- und Freizeitbranche. Gross ist der Anteil der «sehr starken» Nutzer auch in den Bereichen Medien/Dienstleistungen und Automobil/Verkehr. Weniger Interesse weckt der multimediale Medieneinsatz in den Bereichen IT/Telekommunikation und Banken/Versicherungen.
Wenn die Leitidee in allen eingesetzten Mitteln gut sichtbar wird, sind Synergien festzustellen, die den Einsatz mehr als bezahlt machen. Bei derartigen Crossmedia-Kampagnen ergibt laut Martin Schneider, Direktor Publisuisse, «1 plus 1 gleich 3». Er hat festgestellt, dass der Nutzen vor allem im Umfeld von sportlichen Grossanlässen stark ist. Events wie die Euro 08 oder die Olympischen Sommerspiele in Peking sind deshalb ideal für Crossmedia-Projekte.
Garant für die erfolgreiche Umsetzung ist die gute Beratung, sagt Publisuisse, und dafür setzt sich auch Sarah Hammami von Tamedia ein. Für sie steht die richtige Umsetzung der Kommunikationsidee im Vordergrund. Denn wenn die Crossmedia-Spezialisten früh ins Spiel gebracht werden, dann ist die Chance am grössten, dass auch die Media-Idee hervorragend wird. Crossmedia kann nicht mit fertigen Packages gemacht werden, stellt Ueli Weber, Leiter von Web2Com, fest. Wenn die Idee gut und der Medienmix richtig sind, nimmt der Konsument Crossmedia als innovative Werbung wahr. Das ist das wichtigste, was sich heute Auftraggeber und Werber von neuen Kommunikationskonzepten erhoffen.

Hannes Zaugg
Konzentriertes NachschlagewerkDas Buch ist ein konzentriertes Nachschlagewerk
für die Medienbranche. Darüber hinaus können die Daten auf der beiliegenden CD-Rom mittels Such- und Darstellungsmöglichkeiten für die tägliche Medienarbeit einfach aufbereitet werden. Media-Pläne lassen sich etwa mit Grobkalkulationen schnell berechnen und direkt in Officedokumente integrieren. Das userfreundliche Arbeitsinstrument verzeichnet alle relevanten Daten zu den über 100 wichtigsten Printtiteln sowie den 40 bedeutendsten elektronischen Medien der Schweiz. (red) «Top 150 Schweizer Medien» (mit Crossmedia-Teil), Ausgabe 2008. Verlag Media-Daten und Edition Renteria SA. 148 Franken (98 Franken für SWA- und VSP-Mitglieder). Bezug:

Auf den Sauhund gekommen

Bücher Robert Stalder, der frühere GGK-Geschäftsführer und Doyen der Schweizer Texter-Szene, hat einen doppelbödigen Kriminalroman mit dem Titel «Der Sauhund» geschrieben.

 
Bücher Robert Stalder, der frühere GGK-Geschäftsführer und Doyen der Schweizer Texter-Szene, hat einen doppelbödigen Kriminalroman mit dem Titel «Der Sauhund» geschrieben. 
WW: Es ist eine verführerische Idee, eine erfolgreiche Karriere als Texter, CD, Denker und Geschäftsführer in der Reifezeit mit einem Buch zu toppen. Wieso haben Sie sich für die Belletristik und nicht für ein Sachbuch entschieden?Rober Stalder: Ich verstehe doch nichts von Sachen. Nur ein bisschen von Menschen, da bietet sich -tristik an. Ob meine Belle- ist, weiss ich nicht.Es gibt Enthüllungsromane, philosophische Stoffe, Liebesromane und Kriminalromane. Warum haben Sie sich für das Letzte entschieden – was hier nicht wertend gemeint sein soll?Nochmals: Ich verstehe nichts  von Philosophie oder Liebe. Nur ein bisschen von Menschen. Und die sind manchmal kriminell.
Solche literarischen Ideen können tragisch gestylt oder unterhaltend sein. Sie haben sich für eine Mischung entschieden. Haben Sie sich diese Neigung zu Kompromissen als Werber angelernt?Unterhaltend soll ein Buch sowieso sein. Tragödien sollen es ja auch sein.
Sie haben schon früher Poesie erfunden und Kabarett gemacht. Dann wechselten Sie in die Werbung. Was hat Ihnen dieses inzwischen bald lebenslange Intermezzo als Werber gebracht?Relativ gut bezahlte Fortsetzung der früheren Tätigkeiten: Industrielyrik und Dienstleistungskabarett.
Sie haben über Jahre hinweg eine regelmässige Kolumne in der Basler Zeitung verfasst. War das eine frühgeschichtliche Ersatzmöglichkeit für das neumodische Bloggen?Ja und nein. Ja, weil Kolumnen auch immer Briefe an die Leser sind. Nein, weil ich oft versucht habe, dass sie das nicht sind.
In Ihrem Roman beschrieben Sie einen perfekten Mörder. Hatten Sie schon immer eine Neigung zur Perfektion?Nein, ich bin eher ein Schlufi.
Das Buch heisst «Der Sauhund». Wieso haben Sie keinen schöneren Titel gesucht?Der Titel ist von Markus Raetz, nicht von mir. Ich fand ihn schöner als meine Arbeitstitel.
Die Schreibwerkstatt unter Ihnen als CD wurde in der Blütezeit der GGK zur Schule für viele junge Texter und spätere Agenturchefs. Sollen diese jetzt auch von Robert Stalder als Buchautor noch einmal etwas lernen?Um Gotteswillen nein. Sonst wird wieder einer erfolgreicher als ich. Wie der Martin Suter.
Ihre Stärke war die Headline. Mit welcher Schlagzeile würden Sie Ihren eigenen Roman verkaufen?Dr Souhung isch wahrschinlech nüt für is Büecherregal. Aber hoffentlech öppis für under d Läselampe.
Und wie geht es mit Robert Stalder als Romanautor weiter?Wahrscheinlich nicht. Ich plane derzeit ein Sachbuch über den Kriminalroman, der sich zwischen tragisch und unterhaltend für beide entscheidet.
Wie geht es weiter mit der Werbung?Wer immer eine Kampagne oder ein Werbemittel von mir will, kann das von mir gegen ein bescheidenes (also meinen Fähigkeiten angemessenes) Honorar haben.
Wie kann die Leserschaft der Werbewoche am einfachsten zu ihrem eigenen «Sauhund» kommen?Den inneren überwinden und in die nächste Buchhandlung gehen. Wenn die es nicht auf Lager hat, bestellt sie es. Am nächsten Tag abholbar.
Interview: Andreas Panzeri
 

Der SauhundDie Titelfigur
in Robert Stalders Kriminalroman führt ein Doppelleben. Das sei zwar anstrengend, meint er, dafür lebe man dann doppelt. Heiri Wenger hat es bis zum Finanzchef eines mittelgrossen Unternehmens gebracht, ist ein fürsorglicher Familienvater, genügt stets den Konventionen. Doch er ist auch ein Serienmörder. Und was passiert, wenn jemand das Projekt Karriereplanung ins Dunkle verkehrt? Allein vom Ehrgeiz getrieben, nicht erwischt zu werden, hat der Finanzchef jeden Mord ein bisschen feiner inszeniert, ein wenig riskanter gestaltet, und triumphiert am Ende als sechsfacher Mörder. Subtil und mit viel zynischem Humor schildert Stalder diesen düsteren Werdegang.Der Kriminalroman
«Der Sauhund» ist im Kontrovers Verlag erschienen. Dieser gehört zur Basler Agentur Bluegummy, Marketing Communications.Der Autor
Robert Stalder führte sechs Jahre die Werbeagentur GGK in Basel und war 1981 bis 1986 in der Agentur Stalder & Suter der Partner des heutigen Autors Martin Suter. Diese ist in das damalige Konglomerat von Jean Etienne Aebi und später Publicis eingegangen. Stalder leitete inzwischen die GGK Düsseldorf. Heute führt er mit seinem Sohn Markus wieder eine eigene Werbeagentur in Basel. Er hat eine Sammlung von Glossen und einen Roman publiziert. (pan)

Freitod heizt Debatte im Web an

Internet Durch den Freitod von Paul Tilley ist die Debatte um anonyme Beiträge im Internet neu entbrannt.

 
Internet Durch den Freitod von Paul Tilley ist die Debatte um anonyme Beiträge im Internet neu entbrannt.  
Über den Freitod von Paul Tilley wird derzeit in den USA, aber auch in der Schweiz heftig diskutiert. Am 22. Februar stürzte sich der 40-jährige Kreativchef der Werbeagentur DDB in Chicago aus einem Fenster. Warum sich der renommierte Kreative aus einem Fenster stürzte, ist bislang unklar. Angehörige sehen im Internet den Grund für seinen Tod. Die Autoren und letztlich die Kommentatoren der Branchenblogs Agency Spy und Ad Scam, die für ihre Bissigkeit bekannt sind, seien für den Suizid verantwortlich, weil Tilley Tage vor seinem Tod persönlich im Web kritisiert worden war.
Die Hetzkampagne gegen Tilley begann am 19. Februar. Agency Spy veröffentlichte in einem Beitrag ein firmeninternes E-Mail, das der DDB-Manager seiner Mitarbeiterschaft verschickte. Im Artikel kritisiert der anonyme Autor den Führungsstil des Kreativchefs, was wüste Beschimpfungen gegen Tilley auslöste. Kurze Zeit später griff auch der Ad-Scam-Weblog das Thema mit einem eigenen Beitrag auf, was zu noch mehr anfeindenden Beiträgen gegen Paul Tilley führte. Drei Tage später nimmt sich der Werbemanager das Leben.
Wie stark die beleidigenden Äusserungen die Entscheidung zum Freitod wirklich beeinflusst haben, wird vermutlich nie beantwortet werden können. Der Fall hat aber die Debatte über die Rechtmässigkeit anonymer Beleidigungen im Internet neu entfacht. Prominenteste Teilnehmerin der Debatte ist die Werberin Nina DiSesa, Chefin des New Yorker Büros der Agentur McCann Erickson. Sie hat sich in einem Videobeitrag mit dem Titel «Sind Blogger gefährlich?» zu Wort gemeldet und kritisiert darin die Berichterstattung auf den besagten Internetseiten: «Weblogs können jemandem Schaden zufügen, wenn sie gemein, brutal und vor allem anonym über andere Personen berichten.»
DiSesa äussert sich nicht nur vor der Kamera, sondern schreibt auch auf den Weblogs selbst Klartext: «Diese hasserfüllten Werbeblogs werden anscheinend von Leuten geschrieben, die über die Branche verbittert sind. Leute, die zu diesen hässlichen Blogs beitragen, sind Verlierer. Viele Menschen da draussen wollen zwar ihre Namen nicht unter die furchtbaren Dinge setzen, die sie über andere Menschen in Umlauf bringen. Doch wenn jemand nicht den Mumm hat, seinen Namen unter einen Kommentar zu setzen, dann sollte er auch nicht die öffentliche Plattform erhalten, sich so destruktiv über andere zu äussern.» Bei den Betreibern von Agency Spy stösst die Kritik auf taube Ohren. Sie rechtfertigen ihr Verhalten in einem Beitrag mit dem Titel «Nina DiSesa hasst dich, mich und alle, die Blogs mögen». Die Anonymität sei deshalb vorzuziehen, weil nur so kritisch über die Branche berichtet und Insiderwissen verwendet werden könne.
Auch in der Schweiz wird seit Tilleys Freitod intensiv über das Problem anonymer Schmähungen diskutiert. Auf dem Newsnetzwerk Facts 2.0 beispielsweise sind ein paar Dutzend Beiträge zum Thema verfasst worden – die meisten davon anonym. Wie in den USA sind die Meinungen hier zu Lande über anonyme Beiträge verschieden. Einig sind sich alle darin, dass die Freiheit im Netz mehr Verantwortung mitbringe. Ganz besonders dann, wenn es um Äusserungen gehe, die sich auf bestimmte Personen und Organisationen beziehen.
Christian Lüscher

Leonhard Sprecher leitet den Verkauf bei AWZ

Beim Direktwerbungsunternehmen AWZ übernimmt Leonhard Sprecher die Leitung der Verkaufsabteilung und trägt damit die Gesamtverantwortung für den Verkauf. Er tritt die Nachfolge von Andreas Berger an.

 Beim Direktwerbungsunternehmen AWZ übernimmt Leonhard Sprecher die Leitung der Verkaufsabteilung und trägt damit die Gesamtverantwortung für den Verkauf. Er tritt die Nachfolge von Andreas Berger an. Davor war Leonhard Sprecher bei PostMail im Marketing für das Segment KMU- und Privatkunden verantwortlich. Weitere Stationen seiner beruflichen Laufbahn waren im Wein- und Spirituosengrosshandel, im Tourismus sowie im Freizeitparkbereich. Bei AWZ soll er die vier strategischen Geschäftsfelder unadressiertes Direct-Marketing, adressiertes Direct-Marketing, IT-Dienstleistungen und Lettershop weiter ausbauen.

Deutschland: Parteien dürfen sich am privaten Rundfunk beteiligen

In der Schweiz ist politische Werbung am Fernsehen weiterhin untersagt, in Deutschland dagegen dürfen sich die Parteien an privaten Radio- und Fernsehsendern beteiligen. Sie dürfen aber laut dem Willen des obersten Gerichts keinen Einfluss auf die Programmgestaltung nehmen.

 In der Schweiz ist politische Werbung am Fernsehen weiterhin untersagt, in Deutschland dagegen dürfen sich die Parteien an privaten Radio- und Fernsehsendern beteiligen. Sie dürfen aber laut dem Willen des obersten Gerichts keinen Einfluss auf die Programmgestaltung nehmen. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärte am Mittwoch ein hessisches Gesetz für verfassungswidrig, das Parteien die Beteiligung an privaten Rundfunk-Unternehmen grundsätzlich verbietet. Der Gesetzgeber dürfe Beteiligungen aber dann untersagen, wenn dadurch Programminhalte beeinflusst werden könnten.
Mit dem jetzigen Urteil soll geklärt werden, ab wann der Rundfunk unter dem Einfluss einer Partei seine verfassungsrechtlich garantierte Freiheit verliert. Mediengesetze anderer Bundesländer machen die Genehmigung zur Rundfunkbeteiligung grösstenteils vom Anteil der Parteien an den Unternehmen abhängig.

Peter Bronhofer wird Marketingchef bei Primetime

Peter Bronhofer wechselt von Tele Top zum Produktionsunternehmen Primetime in Schlieren, wo er die Leitung des Marketings und Verkaufs übernehmen wird.

 Peter Bronhofer wechselt von Tele Top zum Produktionsunternehmen Primetime in Schlieren, wo er die Leitung des Marketings und Verkaufs übernehmen wird. Bronhofer ist laut Mitteilung seit 20 Jahren in den elektronischen Medien tätig. Zuerst war er zuständig für den Aufbau von Television und Teletext bei Radiotele. Anschliessend wirkte er bei IP Multimedia Schweiz als Verkaufsleiter für RTL und bei der Cinecom & Media als Geschäftsführer des Departements Radio. Am 1. Dezember 1999 übernahm er die Stelle als Leiter für Marketing und Verkauf bei Tele Top.
Bei Primetime soll sein Focus auf den vier von Primetime produzierten TV-Sendungen Kochen.tv, Inform.tv, Futura.tv und Wohntraum.tv liegen. Diese Formate werden auf Schweizer Regionalfernsehsendern ausgestrahlt und erreichen gemäss Angaben von Primetime zwischen 250’000 und 400’000 Zuschauer pro Sendung und Woche.

Google erwägt nach Übernahme von Doubleclick Stellenabbau

Google darf das Online-Werbeunternehmen Doubleclick in einer milliardenschweren Übernahme kaufen und will nun bei der neuen Akquisition eine Reihe von Stellen streichen.

 Google darf das Online-Werbeunternehmen Doubleclick in einer milliardenschweren Übernahme kaufen und will nun bei der neuen Akquisition eine Reihe von Stellen streichen. Die Europäische Kommission hatte die 3,1 Milliarden Dollar teure Übernahme am Dienstag ohne Auflagen genehmigt. Nach Einschätzung der Kommission schränkt der Kauf den Wettbewerb auf dem Markt nicht ein. Die US-Regulierungsbehörde FTC stimmte der Übernahme bereits im Dezember zu.
Google gab am Dienstag auf seiner Internetseite bekannt, dass bis Anfang April ein Plan über den Personalbestand bei Doubleclick erstellt werden soll. Der Arbeitsplatzabbau könnte sowohl Angestellte in den USA als auch in anderen Regionen betreffen.

Zu guter Letzt: Uno sucht die Superknolle

«Die Kartoffel als Supermodel» - so beginnt eine Agenturmeldung, die am Mittwoch in die Redaktion flatterte. Geht es um eine weitere Casting-Veranstaltung und hat der bitterböse Dieter Bohlen in eine Modelauswahlshow gewechselt?

 «Die Kartoffel als Supermodel» – so beginnt eine Agenturmeldung, die am Mittwoch in die Redaktion flatterte. Geht es um eine weitere Casting-Veranstaltung und hat der bitterböse Dieter Bohlen in eine Modelauswahlshow gewechselt? Das fragt man sich – böse Szenen mit ausgeschiedenen Kandidatinnen vorausahnend. Doch nichts dergleichen ist zu befürchten: Der Model-Contest dreht sich nämlich tatsächlich um den guten alten Erdapfel, der heuer mit einem eigenen «Jahr der Kartoffel» gewürdigt wird. Eine Uno-Organisation ruft nun zu einem weltweiten Fotowettbewerb auf, der die Knolle ins beste Licht rücken soll. Damit soll die Bedeutung der Kartoffel für die Ernährung, die Arbeit und die Einkünfte der Entwicklungsländer illustriert werden. Der Wettbewerb findet in zwei Kategorien für Amateure und Profis statt. Eingereicht werden müssen die Beiträge bis zum 1. September, insgesamt gibt es 7’200 Euro zu gewinnen. So machen Castings wieder Spass – schliesslich schmecken nur bei diesem Wettbewerb die Hauptdarstellerinnen auch frittiert, gebraten und geschwellt vorzüglich.

Amtl. sankt. TV

René Worni über unabhängiges Privatfernsehen.

 
René Worni über unabhängiges Privatfernsehen.Lieber unabhängig bleiben und nach bestem publizistischem Wissen und Gewissen handeln, als sich vom Staat mit Gebührengeldern abspeisen und gängeln lassen. Doch wenn schon Gebühren verteilt werden, dann, bitteschön, möchte jeder etwas davon abhaben. Das alte Lied über die Dualität von hehren Anliegen und ökonomischen Zwängen, ein steter Eiertanz. Diesen tanzte, man erinnere sich, Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument vor etwas mehr als einem Jahr an der Dreikönigstagung der versammelten Branche vor, indem er für publizistische und unternehmerische Unabhängigkeit brandredete. Doch allen war klar: Der kämpft genauso schonungslos wie die anwesenden Kollegen der multimedialen Schweizer Verlagshäuser um seinen Anteil am Gebührentopf. Und die Branche lebt längst komfortabel mit diesem Unbehagen zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Doch jetzt, anderthalb Jahre später, gibts mindestens für die Kollegen an der Werdstrasse und für ihr Tele Züri einen Lichtstreifen am Horizont. Denn Kantone und Gemeinden wollen mehrheitlich, dass nicht der alteingesessene Tamedia-Sender, sondern Günter Heubergers vergleichsweise schmalbrüstiges Tele Top eine Konzession für die Region Zürich/Nordostschweiz und damit Gebühren bekommt. Tele Züri dagegen sei aus eigener Kraft in der Lage, weiter zu senden. Damit bekäme qua staatlicher Sanktion Tele Züri die einmalige Chance, seinen Brand als einziger staatlich unabhängiger Deutschschweizer Privatsender zu lancieren.
Denn Marke ist alles. Dass sich der Konkurrenz da eine veritable Chance öffnet, hat wohl auch Günter Heuberger gemerkt. Er hat für Tele Top kein Studio in der Stadt Zürich vorgesehen. Das Programm würde einerseits allein durch den Standort des Studios zu urban, zu boulevardig und VIP-lastig, ist er überzeugt. Und Heuberger böte andererseits Tele-Züri-Programmleiter Markus Gilli und seinen Leuten jede Gelegenheit, ihn als Landei zu verunglimpfen, das (hier ein denkbares Argumentationsbeispiel) mit seinem «staatlich sanktionierten Chronistensender am Publikum vorbeizielt». Und abgesehen davon: Ohne Konzession bleibt Tele Züri den Regionen im Sinne der Medienvielfalt erhalten, weil sich der Sender nicht gross um Sendegebiete scheren muss. Das Bakom will vor den Sommerferien entscheiden, dann wissen wir mehr.
René Worni, Redaktor

Manor gibt sich ein neues Gesicht

Manor präsentiert sich mit neuem Konzept, neuem Look und einer Kampagne von Wirz. Die Warenhauskette setzt auf einen feminineren, emotionaleren Stil und den Claim «donnons du style à la vie». Das ebenfalls neue Logo stammt aus der Küche von Wolff Olins in London.

 
Shopping Die Warenhauskette Manor präsentiert sich mit neuem Konzept, neuem Look und einer Kampagne von Wirz. 
Die erfolgreichste Schweizer Warenhauskette entwickelt sich strategisch weiter. Mit dem Claim «donnons du style à la vie» zeigt sich Manor passend zum Frühlingsbeginn in einem neuen Kleid. Der Stil der neuen Manor ist «femininer, emotionaler und moderner», wie PR-Leiter Markus Laub erklärt. Stilbewusst von A bis Z stylt sich Manor zur neuen Topadresse für selbstbewusste Frauen und Männer, die Mode, Trends und Schönheit lieben.Ziel dieser umfassenden Weiterentwicklung ist es, das Profil der Marke Manor mit dem Markenversprechen «donnons du style à la vie» für Kunden noch deutlicher zu schärfen. Mit ihrem neuen Konzept lädt Manor alle Kunden ein, «eine ganze Lifestylewelt zu entdecken, die sich durch die Häuser zieht». Gut leben, sich gut fühlen, gut aussehen, dafür ist Manor die richtige Adresse. Neu werden entsprechend inspirierende Verkaufsstandorte geschaffen.
Alles entspricht dort dem neuen Markenversprechen «donnons du style à la vie», von der Dekoration der Filialen über den neuen Internetauftritt bis zum Outfit der Mitarbeitenden. Für einen imageprägenden Werbeauftritt hat Manor einen internationalen Pitch ausgeschrieben, aus dem die Zürcher Agentur Wirz als Siegerin hervorgegangen ist.
Das ebenfalls neue Logo wurde von Wolff Olins in London entwickelt. Diese Agentur hat auch den Schriftzug für Orange geliefert. Das neue visuelle Erscheinungsbild spiegelt Feminität und Eleganz. Das überarbeitete Logo mit freistehender Blume soll mit seiner verfeinerten Typografie «raffiniert und modern» wirken. In ansprechender Optik unterstreicht es grafisch die neue stilbewusste Aussage der Marke Manor.
Bertrand Jungo, CEO Manor AG, bringt die strategische Weiterentwicklung seiner Warenhauskette auf den Punkt: «Der neue Claim begleitet Manor in die Zukunft und wird Mittelpunkt unseres gesamten Handelns.» Dazu soll auch das Sortiment, bestehend aus attraktiven Lifestyle-, Eigen- und Fremdmarken, sichtbar angepasst werden. «Wir bewegen uns aber nach wie vor im mittleren Preissegment und setzen alles daran, Stil für alle erschwinglich anzubieten», präzisiert Jungo.
Die Kundenbedürfnisse befinden sich im Wandel. Kunden wollen gut leben, sich gut fühlen und gut aussehen. Dabei suchen sie Inspiration und gestalten ihr Leben nach ihrem individuellen Lifestyle. Manor hat die wichtigsten in der Schweiz vorkommenden Lifestyles analysiert und richtet ihr Sortiment konsequent nach diesen aus, durch einen gelungenen Mix von Eigen- und Fremdmarken. Vom modischen Outfit über die typgerechte Kosmetik, den aktuellsten Wohnaccessoires bis hin zur Espressotasse will Manor in Zukunft eine durchgängige Produktpalette für jeden Lifestyle bieten.
Im Rahmen der Weiterentwicklung der Eigenmarkenstrategie konzentriert Manor sich neu auf vier erschwingliche Lifestyle-Eigenmarken: Zu den bereits etablierten Lifestylemarken Avant Première, JJBenson und Yes or No kommt ab Herbst 2008 neu die Marke Maddison hinzu. Maddison repräsentiert Mode und Produkte des täglichen Lebens, die auf eine Kundengruppe zugeschnitten sind, welche Wert auf Komfort und Funktionalität legt.
Avant Première ist Design-orientiert, am Puls der Zeit ausgerichtet und überzeugt mit modischen Hinguckern. Die Qualitätsmarke JJBenson deckt alles für Chic-orientierte Kunden mit einem zeitlos eleganten Stil ab. Yes or No repräsentiert alles, was jung und «cool» ist, und hat sich seit einigen Jahren als Kultlabel für Schweizer Teens und Twens etabliert.
Das emotionale Versprechen «donnons du style à la vie» prägt auch intern alle Bereiche. Alle Manor-Mitarbeitenden bereiten sich im Rahmen einer systematischen Ausbildung auf das neue Branding vor.
Informationsveranstaltungen und Schulungen unterstützen und motivieren die Mitarbeitenden als Markenbotschafter aufzutreten und den Kunden ein stilvolles Einkaufserlebnis zu bieten.
Die Einführung des neuen Manor-Auftritts wird mit Events gefeiert. Vor den grössten Manor-Häusern erblühen Bäume mit Blütenblättern der neuen Manor-Blume. In einem attraktiven Gewinnspiel werden für Kunden drei stylisch-schwarze Fiat Cinquecento verlost. In einigen Häusern bietet Manor zum Launch bis Samstag, 14. März, einen gratis Heimfahrservice mit dem Cinquecento an.
 
Andreas Panzeri
Die Geschichte der WarenhäuserManor AG
mit Hauptsitz in Basel ist eine Tochter der Maus Frères Holding in Genf. Angefangen hat das Unternehmen in Biel. Hier freunden sich die Brüder und Engros-Händler Ernest und Henri Maus mit ihrem Kunden, dem Detailhändler Léon Nordmann an. Sie ermutigen ihn 1902 sowie später noch weitere Kunden zur Gründung von eigenen Warenhäusern. So entstanden verschiedene mehr oder weniger eng verbundene Warenhäuser in der ganzen Schweiz, an deren Namen man sich vielerorts noch lebhaft erinnert: Nordmann, Au Louvre, Vilan, Magazine zur Rheinbrücke, Galeries du Léman, La Placette, Innovazione…Die Marke Manor
– zusammengesetzt aus den Namen Maus und Nordmann – wurde erst um 1965 beim Aufbau einer neuen Corporate Identity kreiert. Seit 1994 sind alle 75 zum Unternehmen gehörenden Warenhäuser der Deutschschweiz, seit September 2000 auch alle Häuser in der Westschweiz und im Tessin in Manor umbenannt.
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