Das Wunder von Denner
Detailhandel Denner setzt mit Vizner Borel auf die Gewinnertaktik von Köbi Kuhn: «Mit dem zwölften Mann zum Sieg.»
Detailhandel Denner setzt mit Vizner Borel auf die Gewinnertaktik von Köbi Kuhn: «Mit dem zwölften Mann zum Sieg.»
Für die bald startende Fussball-EM 08 in der Schweiz und Österreich ist Denner mit Jakob Kuhn eine Kooperation eingegangen. Der Schweizer Discounter setzt auf die Schweiz und auf Köbi Kuhns Gewinnertaktik: «Mit dem zwölften Mann zum Sieg.» Ein Retro-Shirt von der legendären Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz bildet dabei den Kern der einzigartigen Promotion. Mit Tausenden dieser roten Leibchen mit dem weissen Kreuz rüstet Denner «die grösste Fanmannschaft aus, die es in der Schweiz je gab», wie Lajos Vizner und Guillaume Borel bei der Agentur ihre Idee stolz umschreiben. Köbi Kuhns Gewinnertaktik bezieht sich dabei auch auf das Sortiment von Denner, bei dem die Nation «zweifellos nur gewinnen kann», wie Werbeleiter Stefan Maegli ergänzt.Das Retro-Shirt zum Discountpreis von 19.95 Franken ist in hochwertiger Qualität gefertigt und wäre im normalen Modegeschäft viel teurer.
Hinter der Werbeidee versteckt sich deshalb auch eine Geschenkidee von Denner an die Schweizer Fans. Dabei wurde streng darauf geachtet, dass das qualitativ wertvolle T-Shirt nicht in einem «dubiosen Billiglohnland und auch nicht durch Kinderarbeit gefertigt wurde», wie Stefan Maegli betont.
Mit Bezug auf seine trotz Markenqualität günstigen Angebote hat die Agentur zuerst mit dem Claim «Denner. Der Sponsor der Schweiz» arbeiten wollen. Obwohl der Discounter nicht offizieller Sponsor der Euro 08 ist, wäre das wohl rechtlich durchgegangen, weil sich der Claim nicht konkret auf Fussball bezieht. Um aber eventuellen Verzögerungen der Aktion durch rechtliche Einsprachen der Uefa aus dem Weg zu gehen, hat Denner schliesslich auf den Text «Köbi Kuhns Gewinnertaktik» gesetzt.
Die Kampagne umfasst TV-Spots, Anzeigen und diverse Guerilla-Massnahmen. Der Original-Spot dauert 60 Sekunden, später soll als Reminder eine Kurzversion von 30 ausgestrahlt werden. Die erste Ausstrahlung erfolgte am Mittwoch dieser Woche vor und in der Pause zum wichtigen Testspiel von Köbis Nationalelf gegen Deutschland. Begleitet wurde dieser Kick-off der Aktion von ganzseitigen Anzeigen jeweils auf der Titelseite und der zweiten Seite von Heute und 20 Minuten.
Produziert wurde der Spot von Shannon Mildon und Manifesto Films. Regisseur Reto Salimbeni hat mit zwei Kameras gleichzeitig gedreht, um Köbi Kuhn die schauspielerische Arbeit zu erleichtern. Der Nationaltrainer zeigte sich aber «sehr talentiert vor den Kameras und hat auch komplizierte Bewegungsabläufe präzise wie ein Profidarsteller x-mal wiederholen können», verrät Salimbeni. Köbi Kuhn hätte sich auch als Star völlig ohne Starallüren gezeigt. «Er wirkte für alle Mitarbeitenden sehr motivierend auf dem Set. Man nimmt es Herrn Kuhn ab, dass er als Coach eine Mannschaft zu Höchstleistungen führen kann», meint Salimbeni.
Um Kuhn im Film auch visuell als eine solche «Kultfigur» erscheinen zu lassen, hat Salimbeni mit speziellen Cinemascope-Kameras gearbeitet. Die gleiche Optik wurde auch bei «Star Wars» eingesetzt.
Sie ermöglichen das «amerikanische Prinzip», dass der Star in einer Szene als einziger Schauspieler voll in der Schärfe ist.
Für das Etablieren des Schauplatzes hat Manifesto die Aussenaufnahmen im neuen Letzigrund gedreht. Diese Bilder wurden beim Schnitt mit Spielszenen kombiniert, die im Fernsehstudio Uster inszeniert worden sind. Dort musste eine «Spielerkabine» nachgebaut werden, nachdem die neuen Kabinen im Letzigrund «eher wie eine Wellnessoase wirken», wie Salimbeni meint.
Eine natürlich wichtige Rolle bei diesem Spot spielt die Musik. Salimbeni und sein Musikpartner Roman Camenzind und Fred Herrmann haben dazu eine schweizerdeutsche Version von Frank Sinatras «My Way» aufgenommen, mit einem eigens angepassten Text für Köbi Kuhn, gesungen von Endo Anaconda von Stiller Has.
Gezeigt wird im Film, wie Köbi Kuhn als gute Seele der Fangemeinde eigenhändig die Trikots seiner Spieler bügelt. Wenn er alle durch hat, will er sich eine verdiente Pause gönnen. Doch Kuhn hat die Rechnung ohne Denner gemacht. Eine Tür öffnet sich und es werden ihm noch einmal Tausende von Fan-leibchen zum Bügeln gebracht.
Wer sich besonders verbunden mit Köbis Arbeit fühlt, kann sich ein mitgeliefertes Konterfei des Trainers als Keyvisual aufs rote Tricot nähen oder aufbügeln. «Er hat unsere Nationalmannschaft in acht Jahren an zwei Europameisterschaften und eine Weltmeisterschaft gebracht», meinen Lajos Vizner und Guillaume Borel.
Andreas Panzeri
