Christa Rigozzi trinkt Mastro Lorenzo nach Regie von JWT+H+F

Ein neuer Auftritt musste her: Kraft Foods Schweiz bat die Werber von JWT+H+F, die Werbung für den Kaffee der Marke Mastro Lorenzo aufzufrischen.

 
 
Ein neuer Auftritt musste her: Kraft Foods Schweiz bat die Werber von JWT+H+F, die Werbung für den Kaffee der Marke Mastro Lorenzo aufzufrischen. Bis dato wurde erfolgreich mit dem Slogan «Mastro Lorenzo. Der einzig Wahre.» gearbeitet und damit Italianità in Reinkultur kommuniziert. Die Agentur entschloss sich dann, den neuen Auftritt eng mit einer neuen Werbeträgerin zu verbinden. Einer Werbeträgerin, die das Markenbild von Mastro Lorenzo laut einer Mitteilung von JWT+H+F perfekt verkörpert: Sie ist Tessinerin, steht also für die perfekte Symbiose aus Schweiz und Italianità. Abgeleitet von der Person Christa Rigozzi entstand dann Kampagnenidee: Grammatikalisch unkorrekte «Celebrimonials». Genauso wie die Miss Schweiz von 2007 eben Hochdeutsch spricht. Diese Zitate wurden ihr übrigens von Textern in den Mund gelegt, die der deutschen Sprache mächtig sind. Die Kampagne startet am 28.4. mit TV-Sponsoring der Sendung «Glanz & Gloria» von SF1 und wird später weitergeführt.
Verantwortlich bei JWT+H+F:
Mike Krüll (Creative Director), Isa McInnes, Martin Bettler (Art Director), Mike Krüll, Markus Tränkle (Text), Anna Kindlimann (Grafik), Rainer Bühler (Strategie), Franco Elsener (Beratung), Mirjam Fabrikant (Vertigo Bühler), Hans G. Syz (Kamera). Verantwortlich bei Kraft Foods Schweiz: Christian Imhof (Brand Manager Coffee Switzerland).

Sieben Arbeiten auf der Shortlist für den Crossmedia Award

Die Jury des Crossmedia Awards hat aus den eingereichten Arbeiten die Shortlist mit sieben Arbeiten nominiert. Daraus werden die Gold-, Silber- und Bronze-Gewinner gekürt. Die Preisverleihung findet anlässlich der Mediarena vom 7. Mai 2008 statt.

 Die Jury des Crossmedia Awards hat aus 37 eingereichten Arbeiten die Shortlist mit sieben Arbeiten nominiert. Der Award, der seit diesem Jahr für das Agenturranking zählt, ehrt nachweislich innovative und erfolgreiche crossmediale Kampagnen. Die Gewinner von Gold, Silber und Bronze werden anlässlich der Goldbach Mediarena 2008 am 7. Mai im World Trade Center in Zürich-Oerlikon bekannt gegeben und gefeiert. Die eingereichten Arbeiten wurden durch eine unabhängige Fachjury unter der Leitung von Geri Aebi (Wirz Werbung) beurteilt. Die Jury war sich einig, dass die Qualität der eingereichten Arbeiten des zum vierten Mal durchgeführten Crossmedia Award weiter gestiegen ist. Die Arbeiten wurden an den Kriterien intelligente Verknüpfung, Innovationsgrad, gestalterische Umsetzung, Erfolgsausweise und Gesamteindruck gemessen.
Die Nominierten sind:
Henkel Schweiz: «Persil Traumhochzeit», OMD Schweiz
Migros-Genossenschafts-Bund: «M’08 Fanmeisterschaft», Publicis
Die Mobiliar: «Shit Happens», Wirz Werbung
Schweizer Illustrierte Style: «Personal Paparazzi – Das Zeug zum Star», Jung von Matt/Limmat
Schweizerischen Bundesbahnen SBB: «Entdecken Sie die Schweiz», Jung von Matt/Limmat
Sunrise: «Free Internet», Advico Young & Rubicam
Swisscom: «Online Karaoke», Contexta

Sulzer, Sutter begibt sich für Chiquita in den Regenwald

Die Werbeagentur Sulzer, Sutter und die PR-Agentur Dr. Peter P. Knobel kommunizieren mit farbenfrohen Anzeigen das Engagement von Chiquita für mehr Arten- und Umweltschutz für den Regenwald sowie bessere Arbeitsbedingungen.

Die Werbeagentur Sulzer, Sutter und die PR-Agentur Dr. Peter P. Knobel kommunizieren mit farbenfrohen Anzeigen das Engagement von Chiquita: Das Unternehmen setzt sich auf den Bananenplantagen ein, um mehr Arten- und Umweltschutz für den Regenwald sowie bessere Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen für ihre Arbeiter zu erreichen. Dafür stehen die Zertifikate der Rainforest Alliance, der Social Accountability International (SAI) und der International Union of Food Workers (IUF) – um nur einige zu nennen. In Zusammenarbeit mit Sulzer, Sutter und der Agentur Dr. Peter P. Knobel AG wurden Textanzeigen realisiert. Anders als bei üblichen Advertorials dominieren hier ganzseitige Bilder über den informativen Text. Von der farbenfrohen Vielfalt des Regenwalds kann sich der Leser also gleich selber ein Bild verschaffen.
Verantwortlich bei Chiquita Switzerland:
Ralph Huggel (Country Manager Switzerland), Nina Allemann (Brand Activation Manager). Verantwortlich bei Sulzer, Sutter: Michael Kathe (CD), Florian Bachofen (Art Direction), Katja Wölfel (Headlines), Lars Bo Müller (Beratung). Text: Claudio Jörg (Agentur Dr. Peter P. Knobel AG), Foto: Stefan Minder, Media: Susana Gonzalez (Initiative Media).
 

Zu guter Letzt: Bundstücke stehen zum Verkauf

Die Zeitung Bund aus der Hauptstadt des Landes zügelte übers Wochenende ins Multimediahaus der Espace Media Groupe. Die Redaktion versteigert nun Trouvaillen aus den letzten 13 Jahren.

 Die Zeitung Bund aus der Hauptstadt des Landes zügelte übers Wochenende ins Multimediahaus der Espace Media Groupe. Hier befindet sie sich künftig unter einem Dach mit der Berner Zeitung und kann so das «Berner Modell» hautnah erleben. Die Blätter bleiben aber nicht allein: Alle Medien, die zur Tamedia-Tochter Espace Media gehören, werden sich in Zukunft im gleichen Haus befinden. So zieht etwa auch das Lokalfernsehen Tele Bärn an den Dammweg 9. In einem Artikel beteuert die Bund-Redaktion, dass der Umzug nichts an der redaktionellen Unabhängigkeit ändern wird. Gelegenheit, um Ballast abzuwerfen, bietet die Züglete aber allemal: In den 13 Jahren, in denen sich die Bund-Redaktion am bisherigen Standort am Bubenbergplatz 8 befand, sammelte sich anscheinend so einiges an. Nun werden die Fundstücke versteigert: Auf dem Online-Auktionshaus Ricardo.ch zum Verkauf steht beispielsweise ein rotes Klappvelo Marke «Resalb-Luxus», das Kantonsredaktor Reto Wissmann lange Jahre als Dienstfahrzeug diente. Oder die Hermes-Schreibmaschine von Reporter Walter Däpp. Oder ein Red Bull aus dem Jahre 1994, das damals in der Schweiz noch illegal war. Wer sich ein Stück Nostalgie erkaufen möchte, hat für die meisten Stücke noch bis Freitag Zeit. Der Erlös der Auktion geht an einen guten Zweck. Also: Bieten, liebe Bund-Freunde, bieten!

SRG in letztem Jahr mit verringertem Defizit

Die SRG hat 2007 ein Defizit von 17,2 Millionen Franken erwirtschaftet. Das sind knapp 8 Millionen weniger als noch im Jahr 2006.

 Die SRG hat 2007 ein Defizit von 17,2 Millionen Franken erwirtschaftet. Das sind knapp 8 Millionen weniger als noch im Jahr 2006. Dennoch ist die nationale Radio- und Fernsehbetreiberin vor allem mit der Ertragssituation nicht zufrieden. Der Betriebsertrag stieg nach einer Mitteilung der SRG vom Montag um 1,5 Prozent auf 1,57 Milliarden Franken. Die Mehreinnahmen bei den Empfangsgebühren betrugen 6 Millionen Franken, der kommerzielle Ertrag wurde um 7,3 Millionen Franken gesteigert.Die Gebührenanpassung von letztem April habe keine Mehreinnahmen gebracht, da diese weitgehend durch die neue Gebührenaufteilung neutralisiert worden seien, kritisiert die SRG. So seien die 30 Millionen Franken, die durch die Erhöhung eingenommen wurden, direkt weiter zu den privaten Anbietern geflossen, um deren Ansprüche zu finanzieren. Auch habe die SRG wegen rechtlicher Verbote und Einschränkungen im neuen Radio- und Fernsehgesetz keine zusätzlichen Einnahmen generieren können, teilte sie weiter mit. Von den Einschränkungen in den Bereichen Werbung und Sponsoring profitierten einzig die ausländischen Plattformen und Werbefenster, nicht aber die SRG und die privaten Fernsehanstalten in der Schweiz.
Massives Defizit befürchtet
In diesem Jahr rechnet die SRG mit einem Defizit von 50 Millionen Franken. Verantwortlich für die Höhe des Verlusts seien auch die immer teurer werdenden
Sportanlässe, sagte SRG-Generaldirektor Armin Walpen am Montag in Bern. Für das Jahr 2009 rechnet die SRG noch mit einem Minus von rund 10 Millionen Franken. Um die Ungleichgewichte zwischen Ansprüchen und finanziellen Möglichkeiten aufzufangen, plant die SRG eine Strukturreform. Die Komplexität des Aufbaus der Corporate Governance und der Unternehmensleitung seien für die Zukunft nicht geeignet, sagte Verwaltungsratspräsident Jean-Bernard Münch. Der Verwaltungsrat werde die Reform mit Unterstützung von einigen Beratern, darunter Benedikt Weibel, selbst durchführen. Die neuen Strukturen sollen am 1. Januar 2010 in Kraft treten.
Auch die durch die technische Innovation bedingte ständige Annäherung von Fernsehen, Radio und Internet könnte laut Münch Sparpotential bieten. Die Medienkonvergenz sei daher ein weiterer Schwerpunkt der Strukturüberprüfung. Einen Antrag auf Gebührenerhöhung könnte die SRG frühestens im Jahr 2010 stellen. Ob die Gesellschaft davon Gebrauch machen wird, liess Walpen offen. Im Bereich der Online-Werbung sieht der Generaldirektor ein Einnahme-Potential, das es noch auszuloten gelte.

D&AD macht Amnesty-Kampagne zur Fallstudie

Der Erfolg der Amnesty International Kampagne reisst nicht ab. Nachdem die Plakate der Zürcher Werbeagentur Walker mit Preisen überhäuft worden sind, ist die Werbeaktion unter dem Titel «Nicht hier, aber jetzt» nun auch vom britischen D&AD geadelt worden.

 
Der Erfolg der Amnesty International-Kampagne reisst nicht ab. Nachdem die Plakate der Zürcher Werbeagentur Walker mit Preisen überhäuft worden (siehe ) und nun u. a. auch in Dänemark zu sehen sind, ist die Werbeaktion unter dem Titel «Nicht hier, aber jetzt» nun vom britischen D&AD geadelt worden. Unter der Rubrik «Creativity Works» zeichnet die britische Studie die Geschichte innovativer Kampagnen nach und untersucht deren Erfolg im Markt. Damit gehört die Arbeit des Schweizer Werber des Jahres Pius Walker neben den Kampagnen für Dove «Evolution», Sony «Balls» und Ikea laut D&AD zu den kreativ erfolgreichsten Markenkampagnen des Jahres. Die Fallstudie wird in Buchform veröffentlich und kann auf der eingesehen werden.

Department bringt Sihlcity in Fussballstimmung

Die Agentur Department lanciert die Fussball Arena Sihlcity im Zürcher Einkaufszentrum. Erstmals zu sehen ist dabei der neue Claim «Alles fürs Leben».

Die Agentur Department hatte im Februar das Budget von Sihlcity gewonnen und im März eine Teaserkampagne zum ersten Geburtstag des Zürcher Einkaufszentrums gestartet, womit 33’000 Besucher mobilisiert werden konnten. Nun lanciert Department die «Fussball Arena Sihlcity». Ein stimmungsvolles Event-Logo und die augenzwinkernde Tor-Tüte soll für jenen Event werben, der neben Einkaufsmöglichkeiten die Gelegenheit zum Fussballschauen und kulinarische Köstlichkeiten bietet. Die Fussball Arena-Kampagne trägt erstmals den neuen Claim «Alles fürs Leben.», zu welchem im Mai 2008 auch die neue Dachkampagne zu sehen sein wird. Verantwortlich bei Sihlcity Center Management:
Christina Haag (Center-Leitung a.i.), Nadine Bachmann-Brunner (Leiterin Marketing und Kommunikation), Philipp Schoch (Projektleiter). Verantwortlich bei Department, Zürich/New York: Oliver Brunschwiler, Johnnes Eisenhut, Reto Vogler, Fabienne Tschanz, Chantal Baur, Oliver Wagner, Markus Tränkle und Franziska Binz.

SWA will Transparenz im Mediageschäft

SWA-Geschäftsführer Jürg Siegrist begrüsst die ins Rollen gekommene Initiative in Sachen Mediageschäft. Es gebe Ausreisser im Markt und Transparenz tue not. Dass es zu gerichtlichen Schritten kommt, glaubt Siegrist gegenwärtig nicht.

 Der Schweizer Werbeauftraggeber-Verband SWA begrüsst die ins Rollen gekommene Initiative hinsichtlich dem Mediageschäft, wie Geschäftsführer Jürg Siegrist der Werbewoche sagte. Der Verband ist Mitträger der formierten Arbeitsgruppe. Siegrist erklärte, dass die Äusserungen von SW-Präsident Carlo Schmid «keine Vorwürfe» seien. Man wolle aber sicherstellen, dass sich der SWA um absolute Transparenz bemüht habe. Wer Carlo Schmid am vergangenen Freitag zuhörte, gewann den Eindruck, dass die Unzufriedenheit bei den Auftraggebern sehr gross ist. Wie schätzt Siegrist die Situation ein? «Die Konkurrenzsituation im Medienmarkt ist stark gewachsen, und das kann Konsequenzen haben. Unsere Kommunikationsbranche ist sehr kreativ, da gibt es Rabattformen verschiedenster Art. Und nicht immer fliesst alles den Auftraggebern zu – da gibt es Ausreisser», so die diplomatische Antwort.
Handelt es sich in Siegrists Augen also nur um Einzelfälle? «Nun, es ist natürlich so, dass bei grossen Budgets wenige Fälle ausreichen, um die Lage dramatisch zu machen», erklärte Siegrist. Dazu gehörten aber immer zwei Seiten, so der SWA-Geschäftsführer: «Es ist leider so, dass nicht alle Auftraggeber die Mediaagenturen fair bezahlen. Dann schauen die natürlich, wo sie zusätzliche Quellen erheben können.» In erster Linie gehe es dem Verband aber um Transparenz: «Wenn ein Vermarkter die Politik hat, dass er den Umsatz um 100 Prozent steigern will, er davon aber nur 25 Prozent als Income erreicht, wollen wir natürlich wissen, was mit den anderen 75 Prozent ist», sagte Siegrist.
Noch nichts klar hinsichtlich rechtlicher Schritte Dass es zu gerichtlichen Schritten kommt, glaubt der SWA-Geschäftsführer gegenwärtig nicht: «Wir sind mit der Arbeitsgruppe gerade erst in der Initialphase, hinsichtlich rechtlicher Massnahmen ist noch gar nichts klar. Wenn sich aber Unregelmässigkeiten herausstellen, muss man weiterschauen.» Dass ein einzelner Auftraggeber von sich aus vor den Kadi ziehe, sei jedoch «nicht auszuschliessen».
Für den Moment begrüsst Siegrist, dass nun die Gelegenheit gekommen sei, prophylaktisch aktiv zu werden. Positiv sei, dass in der eingesetzten Arbeitsgruppe alle Parteien vertreten seien: Auftraggeber, Vermarkter und Agenturen. Bis wann kann man mit Resultaten rechnen? «Das ist noch offen. Wir wollen aber so schnell wie möglich vorwärts machen», bekräftigte Siegrist.
Carole Scheidegger

Kritik der SW am «eigenmächtigen BAG»

Verbandspräsident Carlo Schmid kritisierte am Tag der Werbung in Luzern die Rolle des Bundesamts für Gesundheit bei der Ausarbeitung der diversen Nationalen Programme. Dass dabei die Wirtschaft nicht angehört werde, führte zu Reaktionen.

 Neben den Auswüchsen im Mediageschäft kritisierte Carlo Schmid am Tag der Werbung in Luzern auch die drohenden Werbeverbote und dabei insbesondere die Rolle des Bundesamts für Gesundheit (BAG). In Anlehnung an den Tagungsort befand Schmid, dass das Ambiente in einem Casino durchaus Parallelen zum politischen Leben aufweise. Manchmal habe man fast das Gefühl, es handle sich bei den Aktivitäten unter der Bundeshauskuppel um ein Glücksspiel. Besonders fragwürdig findet der SW-Präsident die diversen Kampagnen aus dem Bundesamt für Gesundheit. Dass die Bürger vor gesundheitlichen Schäden geschützt werden sollen, sei natürlich ein hehres Ziel. Es stelle sich aber die Frage, ob der Schweizer zu seinem Glück gezwungen werden müsse: «Muss jeder Bürger fit wie ein Turnschuh und dafür freudlos ins Grab?», fragte Schmid rhetorisch. Er zeigte auf, welche Konsequenzen ein Werbeverbot beispielsweise für den Eishockeysport hätte: Hier habe eine Studie von Economiesuisse gezeigt, dass ein Grossteil der Vereine von den Einnahmen der Bierindustrie abhänge. Ein Wegfall dieser Mittel würde in erster Linie zu einer Reduktion im Nachwuchsbereich führen, was kaum im Sinne der Prävention sei.
Zu denken gebe der Schweizer Werbung vor allem die Art und Weise, wie gewisse Bundesämter in «überhöht aktivistischer Weise» agieren würden. Wie bereits bekannt wurde, hat sich gegen die Präventionswut nun eine Arbeitsgruppe formiert. Erschreckend findet Schmid den Umstand, dass das BAG die verschiedenen Nationalen Programme, die rechtlich auf tönernen Füssen stehen würden, ohne Anhörung der betroffenen Branchen realisieren wolle. Über den darob erstandenen Unwillen machte sich die Wirtschaft im vergangenen Herbst in einem Schreiben an den Bundesrat Luft. Dieser solle dem «Übereifer» des BAG Einhalt gebieten. Die Verbände wurden anschliessend zu einem Hearing eingeladen, an dem aufgrund kurzfristiger Einladung aber nur die Schweizer Werbung teilnahm. Es ging laut Schmid darum, Informationen hinsichtlich der auf Sommer 2008 anberaumten Vernehmlassung zum Präventionsgesetz zu vermitteln. Der Verbandspräsident versprach, dass sich die SW zu Worte melden werde, wenn das Gesetz einer Vernehmlassung unterzogen wird.
Auf politischer Ebene hatte das Vorgehen des BAG ebenfalls Konsequenzen, wie Schmid weiter sagte: CVP-Nationalrat Markus Zemp habe in der Frühjahrsession eine Interpellation eingereicht, welche den verwaltungsgeführten Gesetzgebungsprozess kritisiert. Das BAG beeinflusse nämlich diesen Prozess massiv. Auch die Schweizer Werbung habe den Eindruck, dass das BAG teilweise eigenmächtig vorgehe und «dank einer hervorragenden Vernetzung» mit unzähligen gesundheitsorientierten Institutionen auch auf grosse Zustimmung stosse. Der Verband sei nun gespannt auf die Antwort des Bundesrates – mindestens so gespannt wie ein Spieler, der den Lauf seiner Roulettekugel verfolge, schloss Schmid seine diesbezüglichen Ausführungen mit einem erneuten Seitenblick auf die Casinoatmosphäre.

Schawinski zeigt Interesse an Rückkauf von Tele Züri

Sendergründer Roger Schawinski würde Tele Züri zurückkaufen und gegebenenfalls ohne Konzession betreiben, sollte der TV-Station die Schliessung drohen. Er sieht Vorteile, wenn der Sender ohne Konzessionsbestimmungen wirtschaften könnte. Für Tamedia ist der Verkauf allerdings «kein Thema».

 Derweil Tamedia um die neue Konzession für Tele Züri bangt, hat Gründer Roger Schawinski selber Pläne für seinen alten Sender, sollte diesem die Schliessung drohen: Er möchte Tele Züri vom Zürcher Medienkonzern zurückkaufen und gegebenenfalls ohne Konzession betreiben. Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer bestätigte gegenüber der SDA eine Meldung der NZZ am Sonntag, wonach der Medienpionier schon vor einiger Zeit sein Kaufinteresse bekundet hat. Tamedia machen im laufenden Neukonzessionierungsprozess negative Stellungnahmen verschiedener Exekutivbehörden zu schaffen. Falls Bundesbern diesen Empfehlungen folgt, dem Sender tatsächlich keine Konzession gibt und Tamedia deshalb Tele Züri schliessen würde, wäre Schawinski bereit, die TV-Station zurückzukaufen.
Der Konkurrent der Tamedia in Sachen Radiokonzessionen erklärte gegenüber der NZZ am Sonntag, dass Tele Züri in seinen Augen gar keine Konzession brauche: Ohne die damit verbunden Auflagen könnte man das Sendegebiet ausweiten und müsste keine Regionalfenster in Schaffhausen und Thurgau ausstrahlen. Wie viele Branchenkenner zweifelt er wohl ebenfalls nicht daran, dass der Sender auch ohne «Must Carry»-Garantie weiterhin von den Kabelnetzbetreibern verbreitet würde. «Ohne Konzession hat Tele Züri viel mehr Entwicklungspotential. Es erstaunt mich, dass Tamedia das nicht sieht», so Schawinski gegenüber der NZZ am Sonntag.
Für Tamedia sei der Verkauf von Tele Züri aber «kein Thema», sagte Zimmer der SDA. Pietro Supino, VR-Präsident von Tamedia, doppelte in einem am Sonntagabend verschickten Communiqué nach: «Tele Züri steht nicht zum Verkauf!». Supino zeigte sich eigens in der Sendung «Züri News» und bekräftigte, dass man weiterhin an den TV-Sender wie auch an Radio 24 glaube. Man sei überzeugt, bei der Vergabe von Konzessionen sowohl mit Radio 24 als auch mit Tele Züri zum Zuge zu kommen. Sollte Tele Züri trotzdem leer ausgehen, werde man zudem «alle Szenarien prüfen», wie der erfolgreiche TV-Sender auch ohne Konzession weitergeführt werden könne, erklärte Supino weiter.

Das Sawi im Wandel

Das vergangene Jahr sei für das Sawi ausserordentlich bewegt und bewegend gewesen, erklärte Präsident Hans-Peter Rohner an der Mitgliederversammlung vom Freitag. Die zunehmende Konkurrenz und Spannungen mit den Trägerverbänden werden das Ausbildungsinstitut wohl auch künftig beschäftigen.

 Das vergangene Jahr sei für das Schweizerisches Ausbildungszentrum für Marketing, Werbung und Kommunikation (Sawi) ausserordentlich bewegt und bewegend gewesen, erklärte Präsident Hans-Peter Rohner an der Mitgliederversammlung vom Freitag in Luzern. Damit war nicht nur der erfolgte Umzug von Biel nach Zürich-Stettbach gemeint: Das Sawi befinde sich mitten in einem Strukturwandel und sehe sich in allen wesentlichen Ausbildungsbereichen intensivierter Konkurrenz ausgesetzt, so Rohner. Den Nimbus als Nummer 1 habe es in verschiedenen Teilbereichen eingebüsst – oder sei zumindest stark gefordert, seine Position sofort zu verteidigen. In Rohners Augen ist es zwingend, dass die internationale Anerkennung der oberen und obersten Ausbildungsstufen erreicht werde. Dies setze voraus, dass das Sawi «so schnell wie möglich» Fachhochschulstatus erringe, befand der Präsident weiter. Man müsse rechtzeitig «wichtige Änderungen» vornehmen. In einer Lagebeurteilung liess Rohner anklingen, dass namentlich in Frage stehe, ob die beiden Trägerverbände Schweizer Werbung (SW) und Swiss Marketing (SMC) weiterhin die Organisatoren von eidgenössischen Prüfungen sein könnten. Konkurrenten des Sawi würden sich an dieser Situation stören. Ausserdem würden sich die Anforderungen der Märkte und der Auszubildenden schneller verändern als die den Berufsprüfungen zugrunde liegenden Berufsbilder. Dies führe in den Trägerverbänden zu Differenzen, so Rohner.

Spannungen in Trägerverbänden Das Dilemma dabei: Orientiere sich das Sawi primär an den Marktbedürfnissen, so würden sich daraus «Spannungen» ergeben mit jenen Trägerverbänden, die Prüfungen organisieren. Orientiere es sich an den Berufsbildern, würde sich das Sawi sukzessive den eigenen Markt kleiner machen, fand Rohner weiter. Er stellte zudem in Frage, ob es heute noch machbar sei, dass jemand Prüfungsleiter, Dozent und Prüfungsexperte gleichzeitig ist. Das sei «in den Augen der interessierten Öffentlichkeit» zunehmend problematischer. Man werde im Sawi eine Diskussion darüber zu führen haben, wie die Trägerschaftsorganisation weiterzuentwickeln sei.
Zur Sprache kam auch die Führungsorganisation des Sawi. Rohner würdigte den verstorbenen Direktor der Westschweiz, Cédric Hinterberger, mit warmen Worten und einer Schweigeminute. In der Romandie leitet nun interimistisch Marcello Romano die Geschäfte, der seine Aufgabe zur Zufriedenheit aller Beteiligten erfülle. Die Suche nach der definitiven Besetzung laufe. Die Direktion Polycom in der Westschweiz wird unverändert von René Engelmann wahrgenommen.
Bedarf nach mehr Stabilität Weniger stabil sei die Situation dagegen in der Deutschschweiz. Die Direktorin Pia Kasper habe zusammen mit den Mitarbeitenden viel Aufbauarbeit in Zürich geleistet. Es seien nach wie vor viele «heikle Situationen» zu meistern gewesen, weil durch den Umzug von Biel nach Zürich sehr viel Know-how verloren gegangen sei. Dies sei heute zu einem grossen Teil wieder kompensiert, doch es bestehe im Sawi Deutschschweiz ganz klar ein ausgewiesen Bedürfnis nach «mehr Stabilität und Kontinuität in Führung und Daily Business», formulierte Rohner. Für Pia Kasper sei eine Top-Priorität die Bildung einer stabileren Bildungsorganisation in der Deutschschweiz und das Wiederheranbilden eines positiven Klimas am Sawi. Darauf lege der Vorstand viel Wert.
Diese Aussage Rohners ist wohl eine vorsichtige Formulierung angesichts dessen, dass aus verschiedenen Kreisen eine deutliche Unzufriedenheit mit der Direktion zu vernehmen ist. Rohner nahm darauf insofern Bezug, als dass er erwähnte, dass viel und auch viel Negatives über die Ausbildungsstätte geschrieben worden sei. Er wolle die vorhandenen Probleme nicht wegreden, rief aber dazu auf, auch das Positive zu sehen. Derzeit herrsche rund um das Sawi Deutschschweiz ein Klima, das durchaus die «Lust auf Selbstzerstörung» beinhalte.
Auch im Vorstand geht es anscheinend hoch zu und her: Das Klima lasse sich durchaus vergleichen mit der Stimmung im eidgenössischen Parlament im vergangenen Dezember. Der Präsident begrüsste die engagierten Diskussionen, doch würden in seinen Augen bei manchen Anträgen nicht nur die Sache im Vordergrund stehen, sondern auch verbandliche oder persönliche Partikularinteressen.
Schweizer Werbung nicht einverstandenKritisch gegenüber der Situation am Sawi steht der Verband Schweizer Werbung: Die SW sei als wichtigste Trägerin des Sawi in Frage gestellt, weil sie sich mit der aktuellen Situation am Lehrinstitut nicht einverstanden erklären könne. Die SW werde sich deshalb über das weitere Vorgehen Gedanken machen und zu gegebener Zeit informieren, teilte der Verband am Samstag mit.
Schwarze Zahlen am SawiErfreuliche Resultate gab es an der Sawi-Mitgliederversammlung in Sachen Finanzen e zu vermelden: Trotz der Investitionen von über einer halben Million Franken in die neuen Schulungsräume in Zürich-Stettbach schloss die Jahresrechnung mit schwarzen Zahlen. Der Jahresgewinn lag bei 28’326 Franken. Pia Kasper wies in ihren Ausführungen darauf hin, dass die Baukosten mit grossen Anstrengungen gegenüber den erwarteten Ausgaben stark gesenkt werden konnten. Laut Rohner trugen ausserdem ein gestrafftes Kostenmanagement, der Abbau von Arbeitsplätzen, Sponsoringbeiträge und die Reduktion von Privilegien und Sonderabkommen zum Ergebnis bei.
Gegen Ende der Mitgliederversammlung gab es ausserdem einige Wechsel im Vorstand zu verzeichnen: Zurückgetreten sind Otto Meier (bis anhin für den VSW im Vorstand), Urs Schneider (SW) und Beat Fritsch (Comm-on). Neu gewählt wurden Moreno Cavaliere (VSW), Daniel Brüngger (SW) und Alessandra Finazzi (Comm-on).

SW geisselt Intransparenz im Mediageschäft

Carlo Schmid, der Präsident der Schweizer Werbung, schlug am Tag der Werbung kritische Töne gegenüber den Mediaagenturen an: Es gebe intransparente Zustände und Geldflüsse im Mediageschäft zu verzeichnen. Eine Arbeitsgruppe soll nun Abhilfe schaffen.

 Carlo Schmid, der Präsident der Schweizer Werbung, schlug am Tag der Werbung kritische Töne gegenüber den Mediaagenturen an: Es gebe intransparente Zustände und Geldflüsse im Mediageschäft zu verzeichnen. Und nicht immer würden den Kunden jene Rabatte weitergegeben, die ihnen zustünden. Die neutrale und objektive Beratung durch die Mediaagenturen sei nicht mehr gewährleistet, so Schmid am Branchentreff vom Freitag im Luzerner Casino weiter. Um hier Abhilfe zu schaffen, ist eine Arbeitsgruppe formiert worden. Darin sind der Schweizer Werbeauftraggeber-Verband SWA, die Schweizer Werbung, Publisuisse, Publicitas, APG und der Verlegerverband vertreten. Laut Schmid müssten Massnahmen getroffen werden, um Transparenz im Mediageschäft herzustellen. Ansonsten drohe, dass sich die Strafbehörden mit der Angelegenheit beschäftigen werden – so wie in Deutschland, wo Prozesse rund um umstrittene Mediageschäfte stattfinden.
Schmid führte aus, dass es nun drei Ziele gebe: Man wolle erstens über Missstände informieren und damit Öffentlichkeit herstellen, was vielleicht schon Abhilfe schaffen könnte. Zweitens soll der Kontakt mit der zuständigen Arbeitsgruppe des Verlegerverbandes geregelt werden. Und drittens sehe er als Fernziel, dass ein Gütesiegel für jene Mediaagenturen eingeführt werde, die sich einem Audit unterziehen.
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