Neue Bosch-Kraft für Tassimo

Heissgetränke Kraft Foods ist mit Bosch eine Tassimo-Partnerschaft eingegangen und hat diese stilvoll im Dolder Grand präsentiert.

 
Heissgetränke Kraft Foods ist mit Bosch eine Tassimo-Partnerschaft eingegangen und hat diese stilvoll im Dolder Grand präsentiert. 
Ob Espresso mit feiner Crema, eine köstliche Kakaospezialität oder Latte Macchiato mit den typischen drei Schichten: Tassimo garantiert in den eigenen vier Wänden maximale Getränkevielfalt aus einem System. Das neuste Gerät kann elf verschiedene Varietäten inklusive Tee und Kakao zubereiten. Und für all dies braucht es nur einen einzigen Bedienungsknopf. Die Portionenmaschine für die Genussmittel aus dem Hause Kraft Foods ist in der Schweiz im Jahre 2005 eingeführt worden. Damals spannten Kraft Foods und seine starken Namen wie Mastro Lorenzo, Jacobs, Suchard, Twinings oder Hag noch mit dem Maschinenhersteller Braun zusammen. Inzwischen gehört Braun zu Gillette. Dieses Unternehmen wiederum wurde von Procter & Gamble aufgekauft. Und weil dieser Konzern bereits anderweitig Kaffee serviert, musste Kraft Foods einen neuen Partner finden.
«Dieser Übergang geschah nicht überstürzt, sondern konnte fliessend verlaufen», erklärte an der Medienkonferenz Daniel Meyer, Managing Director Business Unit Schweiz bei Kraft Foods. Der neue Partner Bosch ist seit sechs Jahren im Geschäft mit den Vollautomaten. Die Maschine für Tassimo wurde in Deutschland entwickelt, die Geräte werden aber in der Schweiz gebaut.
Aktuell sind täglich neun Vertreter unterwegs, um beim Fachhandel Stimmung für die neue Tassimo zu machen, wie Max Leuenberger, der Geschäftsleiter von Bosch- und Siemens-Hausgeräte, Geroldswil ZH, bekannt gab.
Als Bühne für die Medienkonferenz unter der Organisation von Richterich & Partner wählte Tassimo die Suite 100 im neu eröffneten Dolder Grand in Zürich. Ein geschickter Schachzug, denn viele Journalisten sind der Einladung vor allem gefolgt, weil diese Suite auch «Jagger Suite» heisst.
Solche Stars werden in Zukunft aber nicht mehr zum Bewerben von Tassimo eingesetzt. Während die Konkurrenz von Nespresso dank dem Hollywoodstar George Clooney nämlich mit einem Image von Glamour wirbt, will Tassimo mehr die breite Masse ansprechen.
Tassimo ist in Sachen Preis mit 39 Rappen pro Kapsel das attraktivste System in der Schweiz. Damit will das Produkt von Kraft Foods vor allem auch bei Familien punkten. Entsprechend ist die Kapsel auch besonders umweltfreundlich entwickelt worden.
In der Schweiz unterliegt der Kaffeekonsum zurzeit einem «umfassenden Wandel», wie Meyer erklärte. Seit rund vier Jahren kann nun ein wachsender Trend zu geschlossenen Kapselsystemen festgestellt werden. Bereits 55 Prozent der neu verkauften Kaffeemaschinen funktionieren nach diesem System.
Wie Michael Krohn, Head of the Departement of Industrial Design an der ETH Zürich und Zürcher Hochschule der Künste, als Gastredner im Dolder erklärte, ist auch ein Wandel der Kaffeemaschine vom rein praktischen Haushaltsgerät zum durchgestylten Objekt und damit zum Statussymbol in einer Wohnung feststellbar. Die Maschine ist damit aus der Küche in das Wohnzimmer gezügelt worden. Auf diesen Trend reagiert Tassimo mit drei verschiedenen Farbmodellen, denen bald eine weitere Palette folgen soll.
Und unabhängig von der Lancierung der neuen Tassimo ist in diesen Tagen eine neue Kampagne für Mastro Lorenzo angelaufen. Für diese Kaffeemarke von Kraft Foods, die ebenfalls Kapseln für die Tassimo anbietet, will die Zürcher Agentur JWT+H+F die frühere Miss Schweiz Christa Rigozzi als neue Botschafterin etablieren. Denn eine Marktforschung ergab kürzlich, dass die Schweizer Kaffeetrinker sich nicht mit der gesamten italienischen Kultur identifizieren, mit der Mastro Lorenzo bis jetzt geworben hat. Christa Rigozzi dagegen verkörpert das gewünschte Markenbild nun präziser: Sie ist Tessinerin, also die perfekte Symbiose aus Schweiz und Italianità. What else!?
Andreas Panzeri

Magazin Seesicht baut Verkaufsteam aus

Das zweimonatlich erscheinende Magazin Seesicht stockt seine Besatzung auf. Ab sofort wird Sabine Lüthi für das Verkaufsteam tätig sein.

 Das zweimonatlich erscheinende Magazin Seesicht stockt seine Besatzung auf. Ab sofort wird Sabine Lüthi für das Verkaufsteam tätig sein.  Sie wird dort zusammen mit Verkaufsleiter Luciano Manuzzi den Inserateverkauf organisieren. Lüthi war zuvor als Verlagsrepräsentantin für The Guide Company tätig. Das im 5. Jahrgang erscheinende Magazin, das Lifestyle-Themen rund um den Zürichsee abdeckt, reagiert mit dieser Personalaufstockung laut einer Pressemitteilung vom Mittwoch auf die erfreuliche Entwicklung im Leser- und Anzeigenmarkt. Gleichzeitig wurde die Geschäftsleitung verstärkt. Die Verlags- und Event-Spezialistin Daniela von Babo zeichnet neu nicht nur für das Finanzmanagement verantwortlich, sondern bringt auch ihr Verlags-, Messe- und Event-Know-how in die Geschäftsleitung mit ein. Von Babo war Partnerin der letztes Jahr an die Vogel Gruppe verkauften Compress Information Group und der 1999 an Reed verkauften Exhibit AG.

Koch Kommunikation: Neuer Standort und neue Gesichter

Die Frauenfelder Agentur Koch Kommunikation ist umgezogen und begrüsst im Sommer zwei neue Gesichter im Team.

 Die Frauenfelder Agentur Koch Kommunikation ist umgezogen. Seit dem 28. April 2008 wirkt sie in einem Loftatelier an der Militärstrasse 4. Der Platz am alten Standort reichte wegen zahlreicher neuer Aufträge nicht mehr aus, wie es in einer Mitteilung heisst. Neben dem räumlichen Wechsel ist auch ein personeller Ausbau geplant: Ab Juli ergänzen zwei neue Gesichter das achtköpfige Team der auf Marketing/Werbung, Public Relations und E-Medien spezialisierten Agentur: Die Grafikerin Monika Beerli arbeitete vorher bei Heer Druck in Sulgen. Der Programmierer Milan Atanasovski war beim Internetanbieter Backslash tätig.

Lästige TV-Werbung wirkt

Lästige Werbekampagnen, die Unmut beim Konsumenten erzeugen, sind gleichzeitig oft die erfolgreichsten. Agenturen neigen nicht selten dazu, bewusst Grenzen zu überschreiten und grundlegende Regeln zu brechen.

 Lästige Werbekampagnen, die Unmut beim Konsumenten erzeugen, sind gleichzeitig oft die erfolgreichsten. Im Zuge der überwältigenden Werbeflut, mit der die Öffentlichkeit heute überschwemmt wird, neigen Agenturen und Unternehmen nicht selten dazu, bewusst Grenzen zu überschreiten und grundlegende Regeln zu brechen. Häufig entspringen die so genannten Aufreger einem Marketing-Kalkül.«Manchmal ist es so, dass schockierende, vielleicht auch nervende Werbung kurzfristig zielgruppenaktiv Umsatzzahlen oder die Bekanntheit steigert. Ob mittelfristig für das Unternehmensimage, die weitere Produktentwicklung und Positionierung bei anderen Zielgruppen eine positive Wirkung entsteht, wage ich zu bezweifeln», hält Konrad Maric, stellvertretender Obmann des österreichischen Fachverband für Werbung im Interview gegenüber Pressetext kritisch fest. Zudem sei das Attribut «nervig» auch immer subjektiv und werde von den Menschen unterschiedlich wahrgenommen.
Oft kommt es vor, dass gerade schlecht umgesetzte und lästige Werbeschaltungen im TV einen großen Effekt erzielen und sehr vielen Konsumenten im Gedächtnis bleiben. So sind beispielsweise einfach konzipierte Putzmittelwerbungen nahezu jedem TV-Zuschauer ein Begriff. Dass Werbung sympathisch, liebenswert und angenehm gestaltet sein muss, gehöre der Vergangenheit an, meint etwa Richard Huntington, Strategieverantwortlicher bei Saatchi & Saatchi.

Kabelschrift in Orange

Telefon Saatchi & Saatchi Simko geht für Orange Business Services auf KMU-Fang.

 
Telefon Saatchi & Saatchi Simko geht für Orange Business Services auf KMU-Fang. 
Das Telekomunternehmen Orange bietet den KMUs neu ein Festnetz- und Mobile-Abo aus einer Hand. Dass viele Schweizer Unternehmen mit ihrer heutigen Telefonlösung unzufrieden sind, bestätigte eine Befragung des Zürcher Büros von Saatchi & Saatchi Simko. Im so genannten «Lovemark Audit» fanden Pascal Schaub und Marie-Theres Ott heraus, dass das wachsende Angebot von Orange Business Services den KMUs praktisch unbekannt ist. Insgesamt 40 Fragebögen liess die Agentur von Unternehmen ausfüllen. Das Ergebnis der qualitativen Studie: Schweizer KMUs können sich spontan eine bessere Zukunft für ihr Geschäft vorstellen, wenn sie zu Orange wechseln würden.
«Fünf von sechs Unternehmen beantworten die Frage mit einem Ja», so Schaub. Strategisch wichtig ist, dass Tausende von KMUs auf eine Besserung warten. Bei der Kommunikation der Lösungsvorschläge haben sich die Kreativen an der bestehenden Businesskampagne orientiert, die auf schwarzem Hintergrund die Markenprodukte prominenter Kunden zeigt. Um das neue Angebot zu kommunizieren, hat Saatchi & Saatchi Simko dem Telefonkabel das Schreiben beigebracht und setzt es gross in Szene – vom TV-Spot bis zur Videobotschaft per MMS. Der Mediaplan setzt einen Schwerpunkt auf Fernsehen und Werbung an Tankstellen.
Christian Lüscher

Cleverer Kolben

Innovation Eine neue Verpackung, halb Tube, halb Dispenser, macht Schluss mit Inhaltsresten.

 
Innovation Eine neue Verpackung, halb Tube, halb Dispenser, macht Schluss mit Inhaltsresten. 
Das Aufbewahren und Entnehmen von Farben stand für den Maler John Rands im Vordergrund, als er 1841 die Tube erfand. Heute werden alle denkbaren pastösen Substanzen wie Cremes, Zahnpasten, Klebstoffe, Salben und Lebensmittel in Tuben verpackt. Die einfache Tube wurde im Laufe der Zeit durch andere Lösungen ergänzt wie zum Beispiel den Dispenser mit Einhandbedienung.
Die Vorteile beider Produkte macht sich eine neue Verpackungslösung zunutze. Sie wurde von der Innovation Network Austria GmbH erstmals in Europa präsentiert. Obwohl sie in der Herstellung nicht viel mehr kostet als die klassische Tube, verbindet die neue Verpackung die Vorteile eines Dispensers mit denen der Tube. Ausserdem bleibt die Packung über die gesamte Lagerzeit luftdicht verschlossen. Das schwere und steife Dispensergehäuse wird durch einen leichten und biegsamen Tubenmantel ersetzt. Der eingebaute Kolben entleert die Tube praktisch bis zum Schluss und vermeidet somit den Verbleib von Restmengen, die bis zu 15 Prozent ausmachen. Damit werden die neuen EU-Richtlinien hinsichtlich Umweltschutz und Energieeinsparung erfüllt. Auch kostenmässig rechnet sich die Lösung. Die Herstellungskosten liegen bei Inhalten des täglichen Gebrauchs bis zu 60 Prozent unter den Herstellungskosten eines Dispensers.
. sf 

Äpfel werben für Zahnärzte

Wer in der Stadt Zürich in den nächsten zwei Wochen Tram fährt, kriegt mit hoher Wahrscheinlichkeit gute Laune. Die Agentur Match Communications hat für das Swiss Dental Center einen Zürcher Kultautoren engagiert.

 
Gesundheit Wer in der Stadt Zürich in den nächsten zwei Wochen Tram fährt, kriegt mit hoher Wahrscheinlichkeit gute Laune. Die Kommunikationsagentur Match Communications hat für das Swiss Dental Center einen Zürcher Kultautoren engagiert. Und dieser verfasste unter dem Namen Stan Michael für die Praxisgemeinschaft Kurzgeschichten rund um den Zahnarztbesuch. Die vier surrealen Geschichten liegen in Hängekartons als Karten zum Mitnehmen bereit. Die Aktion ist Teil einer lokalen Werbekampagne, die Match Communications für Swiss Dental Center konzipierte. Neben den Karten lässt das Swiss Dental Center an der Zürcher Hardbrücke und am Limmatplatz beschriftete Äpfel verteilen und schafft so auf erfrischende Weise Bekanntheit für die am Escher-Wyss-Platz gelegene Praxisgemeinschaft. 

Hauser & Partner inszenierte GV der CS als 3D-Markenerlebnis

Die 3D-Kommunikationsspezialisten von Hauser & Partner waren für die Gesamtgestaltung der Generalversammlung der Credit Suisse vom vergangenen Freitag zuständig. Sie haben dafür im Zürcher Hallenstadion ein dreidimensionales Markenerlebnis geschaffen.

Die 3D-Kommunikationsspezialisten von Hauser & Partner waren für die Gesamtgestaltung der Generalversammlung der Credit Suisse vom vergangenen Freitag zuständig. Sie haben dafür im Zürcher Hallenstadion ein dreidimensionales Markenerlebnis im Erscheinungsbild der Grossbank geschaffen. Vorgabe war, dass die Aktionäre in die CS-Markenwelt eintauchen, durch nichts abgelenkt werden und die Aufmerksamkeit voll und ganz auf die Präsentation der Credit Suisse richten können. Für die Bild- und Designwelt hatte Hauser & Partner sechs Sattelschlepper-Ladungen mit Gestaltungselementen ins Hallenstadion transportiert und war mit 30 Mitarbeitern während zwei vollen Tagen von früh morgens bis Mitternacht vor Ort, wie es in einer Mitteilung heisst. Die 3D-Agentur plante, gestaltete und realisierte für die Credit Suisse bereits bei deren 150-Jahr-Jubiläum europaweit Events, Ausstellungen und Gala-Anlässe.

Agen bekräftigt geplante Stärkung des Medienbereichs

Im Rahmen des am Dienstag veröffentlichten Geschäftsberichts 2007 hat die Agen Holding ihr bereits angetöntes Engagement für den Medienbereich bestätigt und verschiedene Massnahmen angekündigt. Der Umsatz des Pressebereichs stieg von 12 Millionen Franken im Jahr 2006 auf 13 Millionen Franken im Jahr 2007, der Verlust sank von 800'000 auf 350'000 Franken.

 
Im Rahmen des am Dienstag veröffentlichten Geschäftsberichts 2007 hat die Agen Holding ihr bereits angekündigtes Engagement für den Medienbereich bestätigt. Die Unabhängigkeit und die Autonomie des Pressebereichs sollen durch eine Öffnung des Kapitals für neue strategische Aktionäre gefördert werden, heisst es in der Mitteilung. Zudem habe der VR die Crédit Suisse beauftragt, mit dem Management und den Mitarbeitern der Wirtschaftszeitung Agefi die verschiedenen Entwicklungsoptionen zu prüfen. Die Holding ist punkto Umsatz zu 90 Prozent im Gesundheitsbereich und zu 10 Prozent im Pressebereich tätig. Insgesamt konnte die Holding ihren Umsatz steigern und den Verlust etwas vermindern. Der Gesamtumsatz stieg zwischen 2006 und 2007 um knapp fünf Prozent von 124,5 auf 130 Millionen, jener des Medienbereichs von 12 auf 13 Millionen Franken. Der Verlust der Gruppe kam bei 3,23 Millionen Franken zu stehen. Der Verlust im Pressebereich sank von 800’000 (2006) auf 350’000 (2007) Franken. Die Gesellschaft rechnet für den Pressebereich im Jahr 2008 mit einem Umsatz von 15 Millionen und einem EBITDA von einer Million Franken.

Wirz Corporate baut das PR-Team aus

Der 34-jährige Thore Lingel verstärkt neu als Senior Berater PR das Team von Wirz Corporate in Zürich. Grund für den Ausbau sind laut der Agentur verschiedene Neukundenzugänge.

 Der 34-jährige Thore Lingel verstärkt neu als Senior Berater PR das Team von Wirz Corporate in Zürich. Thore Lingel kommt von Deekeling Arndt Advisors in Frankfurt, wo er als Senior Berater vor allem das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA betreut hat. Davor war er sechs Jahre lang bei Weber Shandwick in Hamburg für die interne und externe Unternehmenskommunikation verschiedener Kunden verantwortlich. Hintergrund für die Verstärkung des PR-Teams seien verschiedene neue Kunden im Bereich Corporate Communications, teilte die Agentur mit. Daneben steige die Nachfrage nach PR-Dienstleistungen im Rahmen von integrierten «Total Work»-Mandaten der Wirz Gruppe.

Mehr digitales Radio für die Westschweiz

In der Westschweiz soll das private Radioangebot dank einer neuen digitalen Plattform ausgebaut werden. Interessenten können sich bis Ende Juli beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) um eine der acht Konzessionen bewerben.

 In der Westschweiz soll das private Radioangebot dank einer neuen digitalen Plattform ausgebaut werden. Interessenten können sich bis Ende Juli beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) um eine der acht Konzessionen bewerben. Die digitale Plattform soll das sprachregionale Radioangebot erweitern und die Attraktivität der neuen Technologie steigern, wie das Bakom am Dienstag mitteilte. Zurzeit können in der französischsprachigen Schweiz über das digitale Radio DAB nur Programme der SRG empfangen werden.
Die nun ausgeschriebenen Konzessionen berechtigen den Veranstalter, sein Programm zu kostenorientierten Preisen auf der digitalen Plattform auszustrahlen. Ein Anspruch auf eine Gebührenfinanzierung ist damit aber nicht verbunden. Auch der SRG wird das Recht eingeräumt, auf der Plattform präsent zu sein. Das Bakom geht davon aus, dass auf der Plattform 18 Programme angeboten werden können: acht konzessionierte Programme mit Zugangsrecht, zwei SRG-Programme und voraussichtlich acht Programme, die der Funkkonzessionär bestimmen kann.

RBB: Schawinski weist Forderungen zurück und bittet um Gespräch

Radio 1 wies am Dienstag die Forderungen des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) in einem Communiqué zurück. Sendergründer Roger Schawinski wird die Intendatin des deutschen Medienhauses zu einem Gespräch treffen. Sollte es dennoch zu einer Klage kommen, sehe er dem gelassen entgegen, so der Medienmann.

 Radio 1 wies am Dienstag die Forderungen des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) nach Namens- und Claimänderung in einer Medienmitteilung zurück. Die direkte Antwort an das deutsche öffentlich-rechtliche Medienhaus will Sendergründer Roger Schawinski ebenfalls am Dienstag abschicken. Er wird aber auch persönlichen Kontakt mit den Berlinern haben: Um die Angelegenheit zu besprechen, hat der Medienmann um ein Gespräch mit RBB-Intendantin Dagmar Reim gebeten, wie er gegenüber der Werbewoche bestätigte. Reim hat in das Gespräch eingewilligt; das Treffen soll Ende Mai stattfinden. Schawinski würde es begrüssen, wenn die Differenzen auf diesem Wege beigelegt werden könnten, bevor es vor Gericht geht. RBB, unter dessen Dach es ein Radio eins mit dem Claim «Nur für Erwachsene» gibt, verlangt vom Zürcher Sender, den Namen und Slogan zu ändern oder alternativ nicht mehr via Webradio zu senden. Das deutsche Medienhaus hatte dem Zürcher Radio 1 zuerst Zeit bis 18. April gegeben und die Frist dann bis Dienstag, 29. April verlängert.
Radio 1 erklärte in einer Medienmitteilung vom Dienstag, dass die Forderung des RBB in keiner Weise der deutschen Rechtssprechung entspreche. Als Beispiel verweist der Sender auf die Klage einer deutschen Hotelkette. Diese wollte einem gleichnamigen Hotel in Kopenhagen verbieten, seine Angebote in Deutschland übers Internet zu verkaufen. Die Klage wurde gemäss Radio 1 vom Bundesgerichtshof aber abgelehnt, unter anderem weil kein «hinreichender wirtschaftlich relevanter Inlandsbezug» gegeben sei. Als weiteren Beleg führt Radio 1 eine Aussage von Angela Merkel an, die in ihrem jüngsten Video-Blog sprachlich etwas unglücklich festhielt: «Denn das Herunterladen von Computern ist eine Sache, die nationale Grenzen nicht schützen können.»
Im Streit zwischen RBB und Radio 1 sei die Sachlage noch klarer, heisst es weiter. Wie Schawinski schon betont hatte, bemühe sich Radio 1 in Deutschland nicht um Hörer oder Werbung. Deshalb soll weder Namen noch Claim geändert werden. Roger Schawinski dazu im Communiqué: «Es handelt sich nicht um einen schützensfähigen kreativen Begriff, sondern um einen im Alltag häufig gebrauchten Ausdruck.» Aus all diesen Gründen sehe man einer Klage des RBB mit Gelassenheit entgegen.
RBB-Sprecher Ralph Kotsch sagte der Werbewoche, dass sein Unternehmen vor Gericht ziehen wolle, wenn Radio 1 den Forderungen nicht nachkomme. Die nötigen Schritte würde man gegebenenfalls Anfang nächster Woche unternehmen. Schawinski ist der Ansicht, dass das geplante Gespräch mit Dagmar Reim dennoch hilfreich sein könnte: «Wenn wir uns dabei einigen, kann das Gerichtsverfahren ja immer noch gestoppt werden.» Sollte es zu einer Klage kommen, sehe er dem gelassen gegenüber. Nachgeben werde er definitiv nicht.
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