Neu aufgefrischte Tradition

Automobil Christa Löpfe hat für Toyota ein neues Kundenmagazin konzipiert und realisiert.

 
Automobil Christa Löpfe hat für Toyota ein neues Kundenmagazin konzipiert und realisiert. 
«Willkommen in der Toyota-Familie!» Dieser Gruss war für Philipp Rhomberg, Generaldirektor Toyota AG, Kern des Briefings für sein Kundenmagazin. Diesem sollte das Medienbüro von Christa Löpfe eine neue Form geben. Die Ideen der früheren Chefredaktorin der Annabelle haben überzeugt. «Christa Löpfes Konzept entsprach genau meiner Vorstellung eines professionell gemachten Magazins», freut sich Philipp Rhomberg. Löpfe gibt das Kompliment zurück: «Ich hatte das Glück, dass das Magazinkonzept und seine Umsetzung unverändert und ohne Kompromisse abgesegnet und unterstützt worden sind.»
Toyotas Kundenmagazin hat Tradition. Walter Frey, der vor über vierzig Jahren die Toyota AG aufgebaut hat, war nämlich einer der ersten in der Schweiz, der die Idee hatte, ein Magazin eigens für seine Kundschaft herauszugeben.
Der «Willkommensgruss» ist seither Programm. Die Sprache ist aber im neuen Magazin mit der konsequent eingesetzten «Wir-Form» noch persönlicher geworden. «Die Inhalte informieren nicht nur, sie sollen auch unterhalten, emotional berühren und der Toyota-Kundschaft einen Nutzen bringen. Genau wie dem Absender», kommentiert Christa Löpfe-Feldmann ihr Konzept. «Deshalb gibt es im Magazin auch keine so genannten Lifestyle-Themen, die nichts mit Toyota zu tun haben. Alle Beiträge haben einen Bezug zum Absender oder zum Leben im, um und mit dem Auto», fügt Chefredaktorin Löpfe an, die auch für die Produktion, Organisation und Koordination des Magazins verantwortlich ist.
Namhafte Journalistinnen und Journalisten wie Stephanie Riedi, Philipp Löpfe, Matthias Mächler und Katja Alves konnten für die redaktionelle Mitarbeit gewonnen werden. Inhouse bei Toyota engagierten sich die Mitarbeitenden mit Inputs und Beiträgen für ihr neues Kundenmagazin, im Besonderen Mark Strähl, Leiter der Toyota PR-&-Sponsoring-Abteilung, und Presseleiter Emanuel Steinbeck.
Auch von der Gestaltung des Magazins hatte Löpfe eine genaue Vorstellung. «Ich wollte weg von der optischen Anmutung eines Geschäftsberichts, hin zum journalistischen Produkt.» Das wurde zusammen mit der Art Directorin Chris Burkhard «adäquat umgesetzt». Daniel Soldenhoff war für die Bildbearbeitung und Reinzeichnungen verantwortlich und Beatrice Mächler für die Bildredaktion. Das Korrektorat lag bei Text Control und die Übersetzungen bei Marco Gehring und Jean-Paul Scherer. Die erste Ausgabe wurde bei der AVD Goldach gedruckt. Das zweimal jährlich herausgegebene Toyota-Magazin hat eine Auflage von 190’000 Exemplaren, erscheint in Deutsch, Italienisch und Französisch. Es kann über
bestellt werden.Andreas Panzeri

Lohnstopp für SRG-Geschäftsleitung ist aufgehoben

Nach Aufhebung des Lohnstopps wurden die neuen Saläre der SRG-Geschäftsleitung bereits festgelegt, die Zahlen werden aber erst nächstes Jahr publiziert. Laut Sprecher Daniel Steiner wird es «keine grossen Sprünge» geben.

 Dass ihre Verwaltungsräte dieses Jahr etwa gleich viel wie 2007 verdienen, gab die SRG am Dienstag bekannt. Die Geschäftsleitung dagegen darf wohl auf mehr Lohn hoffen: Der in den vergangenen beiden Jahren geltende Erhöhungsstopp beim Grundlohn wurde per Anfang 2008 aufgehoben, wie der Blick am Mittwoch berichtet. Die für 2008 geltenden Grundlöhne für die zehnköpfige Geschäftsleitung sind bereits festgelegt worden. Die Zahlen werden aber erst im nächsten Frühjahr mit dem Geschäftsbericht 2008 publiziert. Allzu viel scheint für die SRG-Chefs nicht drinzuliegen: Sprecher Daniel Steiner erklärte gegenüber dem Blick, dass es «keine grossen Sprünge» geben werde. SRG-Generaldirektor Armin Walpen verdiente gemäss Blick letztes Jahr 540’000 Franken, im Jahr davor waren es 534’000 Franken. Der Durchschnittslohn der übrigen Geschäftsleitungsmitglieder ist laut Blick von 364’000 auf 372’000 Franken gestiegen. Die leichte Erhöhung wurde durch gestiegene Leistungsanteile möglich, denn der Lohnstopp galt nur für den Grundlohn.

Effizient drucken mit Rapidas

Verpackungsdruck Seit vielen Jahren ist KBA Marktführer bei Bogenoffsetmaschinen für den Druck von Verpackungsdruck.

 
Verpackungsdruck Seit vielen Jahren ist KBA Marktführer bei Bogenoffsetmaschinen für den Druck von Verpackungsdruck.   
Die Ansprüche an den Verpackungsdruck sind in den letzten Jahren grösser geworden. Verpackungen sollen am POS auffallen, für ein hohes Mass an Wiedererkennung sorgen und trotzdem zu günstigen Preisen herstellbar sein. Dafür sind die Rapida- Maschinen in allen Formatklassen bis hin zur 2-Meter-Anlage Rapida 205 für den Display-Druck geeignet. Die Ursachen für die starke Marktstellung der Rapidas sind vielfältig. Sie reichen von der Bedruckstoffflexibilität der Rapida-Anlagen und ihrer Vorgänger über das grosse Know-how im Bereich der Lackveredelung, verfahrens- technische Innovationen, den robusten Maschinenbau bis zu individuellen Lösungen bei der integrierten Bedruckstofflogistik, die diese Maschinen bieten.Features für hohe LeistungenGrundlage für den Druck auf starke Kartonage, auf Wellpappe oder Plastiktafeln ist der schlanke Bogenlauf. Die dafür notwendige Aggregatbauweise mit doppelt grossen Druckzylindern und Übergabesystemen wurde bereits 1965 im heutigen KBA-Werk Radebeul eingeführt. Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass im Mittel- und Grossformat Kartonagen bis zu 1,2 mm Stärke, Mikrowelle sogar bis 1,6 mm Stärke und mit entsprechend modifizierten Zylindern sogar noch wesentlich dickere Bierfilze verarbeitet werden können. Die Grundkonzeption einer Maschine ist aber noch nicht alles. Hinzu kommen Features, die im Verpackungsdruck für hohe Leistungen, Veredelungsvielfalt, integrierte Logistik und durchgängige Qualitätskontrolle sorgen. Auch hier kann KBA einiges bieten.
Exakte SteuerungMaschinen mit Ein- oder Mehrfachlackierungen sind inzwischen im Verpackungsdruck Standard. Egal ob Dispersions- oder UV-Lackierungen, Flächen-, Nutzen- oder Spotlackierungen – alles ist mit den Kammerrakel-Lackierwerken machbar. Neue Techniken wie das Hybridverfahren mit seinen Matt-/Glanzeffekten wurden bei KBA zur Marktreife entwickelt und perfektioniert. Lackwechsel und Lackreinigung sind heute schnell erledigt. Das gilt auch für den Wechsel der Lackformen oder Kammer- rakel. Der Lackplattenwechsel ist an den Rapida-Maschinen – ob im Mittel- oder Grossformat – längst automatisiert. Mit unterschiedlichsten Rasterwalzen lassen sich Lackauftragsmenge und Lackqualität exakt steuern. Rapida-Maschinen sind zudem seit dem Jahr 2000 emissionsgeprüft und verfügen über das in vielen Ländern von den zuständigen Behörden anerkannte Öko-Zertifikat.
Neben lackieren können Rapida-Maschinen mit entsprechenden Einrichtungen schneiden, perforieren, nummerieren, ja sogar stanzen. Für die störungsfreie Verarbeitung von Plastikmaterialien steht ein bewährter Corona-Turm zur Verfügung.
Verbinden zu GesamtkonzeptenDicke und biegesteife Bedruckstoffe verlangen Druckmaschinen und Bedienern viel ab. Auch hier steht eine Reihe von KBA-Spezialitäten zur Verfügung: Neben der manuellen Nonstop-Variante am Anleger ist für die Rapida-Maschinen auch eine Automatikversion erhältlich. Dabei wird ein Rechen, der sich unter dem Saugbänder- tisch befindet, zwischen Reststapel und Palette gefahren. Dieser hebt den Reststapel weiter an. Ein wesentlicher Vorteil des absenkbaren Nonstop-Rollos in der Auslage ist, dass es in Bogenlaufrichtung einläuft und somit besonders sicher arbeitet. Stopper sind dadurch wesentlich seltener als bei anderen Verfahren. Durch die Absenk- Funktion steht ausreichend Zeit für den Stapelwechsel zur Verfügung. Beide Automatisierungsbausteine entfalten ihre volle Produktivität, wenn sie zusammen mit einer automatisierten Stapellogistik zum Einsatz kommen. Unterschiedlichste Logistik-Komponenten lassen sich dabei zu effizienten und anwenderbezogenen Gesamtkonzepten verknüpfen.
Überwachung mittels RFIDEine Neuheit, die KBA auf der Drupa präsentieren wird, ist das PileTronic- RFID-System. Damit sind erste Komponenten für die RFID-überwachte Bedruckstoff- logistik durch die Identifizierung und Erfassung der Paletten in Anleger und Auslage verfügbar. Am Anleger ist ein Schreib-/Lesegerät installiert, das die auf einem Chip in der Palette gespeicherte Identnummer auftragsbezogen erfasst und über LogoTronic professionell dem MIS/PPS für die Nachkalkulation, Disposition und Materiallogistik zur Verfügung stellt. Darüber hinaus kann KBA PileTronic RFID zur Standort- verfolgung aller Bedruckstoffpaletten in der Produktionsstätte eingesetzt werden.
Im Verpackungsdruck werden höchste Anforderungen an die Qualität gestellt. Farbschwankungen, Passerdifferenzen, Tonen, Schablonen, Butzen dürfen die Verpackungen und damit das Image des Markenartikels nicht beeinträchtigen. Das macht eine durchgängige Qualitätskontrolle und -regelung mit entsprechender Dokumentation erforderlich. KBA bietet diese seit Jahren mit der Inline- Bogeninspektion Quali-Tronic. Sie ermöglicht eine lückenlose Inspektion der Druckbogen. Neu ist DensiTronic PDF, bei dem auf dem DensiTronic-Pult der komplette Bogen gescannt und mit einem freigegebenen PDF verglichen wird. Die jahrzehntelange, enge und erfolgreiche Zusammenarbeit mit internationalen Verpackungs-Konzernen hat dazu geführt, dass KBA als Nummer eins im Bogenoffset- Verpackungsdruck anerkannt wird. Für die nahe und fernere Zukunft hat KBA viele interessante Lösungen zur Erhöhung von Qualität und Effizienz, für neue Anwendungsfelder sowie zum immer wichtiger werdenden Thema Brand Protection in der Pipeline.
.Sabine Flachsmann

Unser Freund, das Poulet

Geflügel Ruf Lanz holt die Poulets der Thurgauer Firma Frifag mit einer TV-Spot-Serie auf den Bildschirm und aus der Anonymität.

 
Geflügel Ruf Lanz holt die Poulets der Thurgauer Firma Frifag mit einer TV-Spot-Serie auf den Bildschirm und aus der Anonymität. 
Ein Ei gleicht dem andern, und bei den Hühnern ist es nicht viel anders. Trotzdem gibt es auch bei den Hühnern den berühmten kleinen Unterschied. Den bemerkt man aber meistens erst beim Essen. Als «erstklassig» gelten die Poulets des Geflügelfabrikanten Frifag. Hinter dem Unternehmen im thurgauischen Märwil steckt kein Biobauernhof, sondern einer der grössten Geflügelproduzenten der Schweiz. Dennoch tut die Frifag aussergewöhnlich viel für die Lebensqualität ihrer Hühner und Truten. Vom Futter über die Haltung bis hin zu umfassenden Hygienemassnahmen. Und statt in zentralen Grossmastbetrieben werden die Küken auf 88 Bauernhöfen, verteilt in der ganzen Schweiz, aufgezogen.

Das Resultat: Die Bauern der Frifag kennen ihre Hühner vom Ei bis zur Schlachtung und können so für eine aussergewöhnlich hohe Fleischqualität garantieren.
Auf Du und Du mit den PouletsKontrollieren kann man nur, was man auch kennt. Hier setzt die frisch geschlüpfte Imagekampagne von Ruf Lanz für Frifag an: In einer TV-Spot-Serie wird in humorvoller Überspitzung gezeigt, wie gründlich die Bauern von Frifag ihre Poulets kennen, und zwar von klein auf.
Da freut sich die Bäuerin unbändig über die Geburt eines Kükens, während der Bauer mit seinem Fotoapparat etwas übereifrig ins Idyll hineinblitzt. Oder der Bauernsohn erklärt dem Vater, dass das Huhn Erwin Liebeskummer wegen einer problematischen Dreiecksbeziehung mit Poulet Berta und Poulet Fredi hat. Und schliesslich sorgt der Besuch von Vater und Sohn in einem Supermarkt für ein freudiges Wiedersehen mit Poulet Heinz – im Kühlregal.
Bei Ruf Lanz zeigt man sich über die Spots rund um mehr oder weniger glückliche Hühner selber sehr glücklich. Die Zusammenarbeit zwischen Frifag und Ruf Lanz war «erfrischend direkt und konstruktiv», erklärt Markus Ruf. Der Crew um Regisseur Patrick Senn und Condor ist es gelungen, die unkonventionellen Storys ohne die gängigen Heidi-Klischees aus der Agro-Werbung auf Film zu bannen. Neben unzähligen Hühnern wurden auch 220 Personen gecastet, um eine spannende Balance der Charaktere innerhalb der dreiköpfigen Bauernfamilie zu finden. Witziges Detail: «Die Bauernfamilie mag ihre Hühner so sehr, dass sie sogar eine subtile Ähnlichkeit mit ihnen angenommen hat», verrät Danielle Lanz.
Andreas Panzeri

FSC: Papier, das nett zur Umwelt ist

Ökologie Hochglanz und Ökologie lassen sich sinnvoll verbinden. Das zeigte die Ivo Druck AG an einem Kunden- Event in Buchs.

 
Ökologie Hochglanz und Ökologie lassen sich sinnvoll verbinden. Das zeigte die Ivo Druck AG an einem Kunden-Event in Buchs. 
Ökologisch sinnvolles Handeln ist gegenwärtig ein viel diskutiertes und aktuelles Thema. Auch die Druckbranche beschäftigt sich damit, da der Rohstoff Holz die Grundlage für die Papierproduktion bildet. Vielfach lassen sich Ökologie und Ökonomie nur schwer miteinander vereinbaren, und das Abwägen zwischen Kosten und Umweltschutz wird für die Unternehmen zum Balanceakt.Engagement für die UmweltUm Konsumenten eine Möglichkeit zu geben, umweltverträglich und ökonomisch sinnvoll zu handeln, wurde 1993 der gemeinnützige Verein FSC (Forest Stewardship Council) gegründet. Die unabhängige Organisation setzt sich für weltweit gültige Regeln ein, um die ökologisch und sozial korrekte Produktion von Holz zu gewährleisten. Als Zeichen dafür dient das FSC-Label, das nur von Unternehmen verwendet werden darf, welche die Zertifizierung erfolgreich durchlaufen haben. So entsteht eine lückenlose, jederzeit nachvollziehbare Produktionskette, die von der Herkunft des Holzes über die Papierherstellung bis zum Druck reicht.
Ivo Druck ist bereits seit Juli 2006 FSC-zertifiziert, darf also FSC-Papier verarbeiten und das begehrte Label aufdrucken. Der Anteil an FSC-Papieren in der Produktion steigt ständig. Um den Trend weiter zu fördern, veranstaltete die Ivo Druck in den Produktionsräumen in Buchs einen Kunden-Event zum Thema FSC. Die Papiergrosshändlerin Antalis vermittelte dabei in einem spannenden Fachreferat Hintergrundinformationen zum Label. Ausserdem konnten sich die interessierten Teilnehmer anhand zahlreicher Papiermuster selbst ein Bild von den verschiedenen FSC-Papiersorten machen. Das Angebot ist mittlerweile riesig. Zur Verfügung stehen unterschiedliche Oberflächen, Papierstärken und Farben.
Qualität und UmweltschutzDas vielfältige Angebot macht es möglich, auch hochwertigste Drucksachen mit FSC-Papier herzustellen. Hochglanz und Ökologie schliessen sich damit nicht aus. Für die Ivo Druck ein sehr wichtiger Aspekt, da das Druckunternehmen als Anbieter von qualitativ hochstehenden Druckprodukten bekannt ist. Auch aufwändige Veredelungen und eine gestochen scharfe Bildqualität lassen sich auf FSC-Papier realisieren. Mit der Entscheidung für FSC-Papier erhalten die Kunden bei Ivo Druck nicht nur die gewohnt hohe Qualität, sie leisten damit auch einen aktiven Beitrag zum Schutz der Umwelt.
Sabine Flachsmann

Publigroupe-GV: Niederlage für Laxey

Niederlage für Laxey an der Generalversammlung der Publigroupe: Die Aktionäre haben am Mittwoch den Antrag des Hedge Funds auf Aufhebung der Eintragungs- und Stimmrechtsbeschränkung mit überwältigendem Mehr abgelehnt. 83,63 Prozent der Stimmen sagten nein zum Antrag der Briten, die geltende Beschränkung von 5 Prozent aufzuheben.

 Niederlage für Laxey an der Generalversammlung der Publigroupe: Die Aktionäre haben am Mittwoch den Antrag des Hedge Funds auf Aufhebung der Eintragungs- und Stimmrechtsbeschränkung mit überwältigendem Mehr abgelehnt. 83,63 Prozent der Stimmen sagten nein zum Antrag der Briten, die geltende Beschränkung von 5 Prozent aufzuheben. Damit sind die 104 Aktionäre an der Generalversammlung in Lausanne, die 53,28 Prozent des Kapitals vertraten, grossmehrheitlich dem Verwaltungsrat der Publigroupe gefolgt.
Dieser hat eine Änderung der Eintragungs- und Stimmrechtsbeschränkung abgelehnt mit der Begründung, die derzeitige Regelung sei für den Schutz der Unabhängigkeit des Unternehmens entscheidend. Zudem entspreche die Eintragungs- und Stimmrechtsbeschränkung sowohl den Interessen der Eigentümer der Gesellschaft als auch ihrer Partner und Kunden (siehe
). Verwaltungsratspräsident Philippe Pidoux begrüsste in einer Mitteilung den klaren Entscheid der Aktionäre. Die Generalversammlung hat auch allen weiteren Anträgen des Verwaltungsrats mit deutlichen Mehrheiten zugestimmt, wie die Publigroupe weiter mitteilte. Die beantragte Erhöhung der Dividende von 12 auf 13 Franken wurde zugestimmt. Schliesslich wählte die Generalversammlung Etienne Jornod, Muri bei Bern, neu in den Verwaltungsrat der Gesellschaft und bestätigte die bisherigen Mitglieder Christian Budry, Gerhart Isler und Felix Weber in ihren Ämtern.

Mediapulse rüstet TV-Forschung auf

TV-Forschung Ob Bluewin-TV, DVB-T oder Video on demand: Mediapulse kann alle messen.

 
TV-Forschung Ob Bluewin-TV, DVB-T oder Video on demand: Mediapulse kann alle messen.Der Empfang analoger TV-Signale ist in Schweizer Haushalten zwar noch immer die Norm, doch gemäss KommTech-Studie 2007 sind mittlerweile etwa ein Fünftel der Schweizer TV-Zuschauer auf digital eingestellt – über Satellit (DVB-S), Hausantenne (DVB-T) sowie über TV-Kabel (DVB-C) oder Telefonleitung (IPTV). Dadurch, dass die SRG letztes Jahr die terrestrische Verbreitung ihrer TV-Signale von analog auf digital umstellte, hat DVB-T einen Schub erhalten, insbesondere in der Westschweiz. Doch auch DVB-C und IPTV werden vorangetrieben. So hofft etwa die Swisscom, die Zahl der BluewinTV-Abonnenten per Ende 2008 auf mindestens 140′ 000 verdoppeln zu können, was knapp fünf Prozent aller Schweizer Haushalte entsprechen würde. Eine ganz neue Situation punkto Digital-TV-Empfang ergibt sich, falls auch Handy-TV (DVB-H) auf Anklang stösst.
Mit dieser rasanten Entwicklung will auch Mediapulse AG mithalten. Die Firma, die in der Schweiz für die TV-Nutzungsforschung zuständig ist, hat deshalb kürzlich ihr TV-Panel so aufgerüstet, dass nun auch alle Haushalte mit Digital-TV gemessen werden können. «Seit Mitte April 2008 enthalten die Telecontrol-Daten nun auch die vollständige digitale Live-Nutzung am TV-Bildschirm zu Hause», sagt Mediapulse-CEO Manuel Dähler. Konkret kann nun auch das Programmangebot erfasst werden, das via BluewinTV oder über neuere Set-Top-Boxen in die Stuben flimmert.
Zwar hat Mediapulse schon bisher den grössten Teil der digitalen TV-Nutzung gemessen. So bot etwa der digitale Empfang über Satellit keinerlei Probleme. Anders war es beim Kabelempfang, wo immer neue Set-Top-Boxen-Modelle die Messung erschwerten oder gar verhinderten. Insgesamt waren bis April etwa ein Viertel der Digital-TV-Haushalte oder maximal vier bis sechs Prozent aller Schweizer TV-Haushalte nicht oder nicht vollständig erfasst.
Die Vervollständigung der TV-Messung wurde dank neuem Ansatz möglich: Statt nur die Signale der Set-Top-Box zu erfassen, fokussiert man nun auf den TV-Bildschirm. Das Telecontrol-System «liest» dort unter anderem Sendernummer und -logo ab. Diese Methode ermöglicht auch das Messen neuer Nutzungsformen, die erst durch den digitalen Empfang möglich werden, so etwa Video on demand oder zeitversetztes Fernsehen mittels DVD- und Harddisk-Recorder. «Die entsprechenden Rohdaten erheben wir bereits, wir analysieren sie aber noch und geben sie erst später frei», sagt Dähler. Erst müssten Konventionen vereinbart werden, etwa zur Frage, wie zeitversetztes mit Live-Fernsehen verrechnet werden soll.
Die Messlücken beim Digital-TV waren in der Schweiz schon mehrfach ein Thema. Kürzlich flammte die Diskussion wieder auf, als SF-Direktorin Ingrid Deltenre von Mediapulse öffentlich eine Erklärung für die seit Anfang Jahr sinkenden SF-Quoten verlangte. Sie vermutet einen Zusammenhang mit der neuen digitalen terrestrischen Verbreitung der SF-Programme (DVB-T).     
 
Markus Knöpfli

Der lange Marsch zu Ruhm und Ehre 

Buch Benjamin Bartels und Maximilian Kohler gingen als Grafikgesellen in Amerika auf die Walz. Wie das Praktikum zur Wanderschaft wurde.

 
Buch Benjamin Bartels und Maximilian Kohler gingen als Grafikgesellen in Amerika auf die Walz. Wie das Praktikum zur Wanderschaft wurde.  
Die Walz, im Volksmund auch als Gesellenwanderung bekannt, hat in Europa eine lange Tradition. Im 12. Jahrhundert zogen die ersten Handwerker los, um in der Fremde zu lernen. Heute wird der Brauch jedoch nur noch bei den Zimmerleuten gelebt. In ihrer typischen Kluft – Hut mit breiter Krempe und schwarze Schlaghosen – wandern sie auf der Suche nach Lehrmeistern durchs Land. Dass eine Walz nicht einzig die Angelegenheit einer Handwerkszunft ist, beweisen zwei Designer aus Deutschland. Benjamin Bartels und Maximilian Kohler haben sich vor etwa einem Jahr auf eine Grafikwalz begeben. Im Rahmen ihres Studiums an der Fachhochschule Wiesbaden gingen die beiden Studenten auf Wanderschaft, um ihr Wissen in Agenturen im Ausland zu vertiefen. «Es ging uns darum, dem Gedanken der Walz zu folgen», so Bartels. Wie die Zimmerleute einem strengen Regelwerk unterworfen sind, wollten die Grafikstudenten ebenfalls eines aufstellen, um dem Vorhaben eine gewisse Ernsthaftigkeit zu geben. Wichtigster Leitsatz war die «Zwei plus eins»-Regel. «Verweile nie länger als zwei Wochen und einen Tag an einem Ort», erklärt Bartels.
Man habe sich an der Wanderzeit der Zimmerleute orientiert, die heute laut Zunftbestimmungen zwei Jahre und einen Tag unterwegs seien. Für Maximilian Kohler und Benjamin Bartels hatte die «Zwei plus eins»-Regel aber einen zeitlichen Zweck: «Wir wollten möglichst viele Bräuche, Biermarken und andere Tastaturbelegungen kennen lernen.»
Für ihr Gesellenstück wählten die beiden Studenten die Autopista Panamericana, jenen interkontinentalen Highway, der Nord- und Südamerika verbindet. Für die Wahl der Panamericana gab es verschiedene Gründe. Zum einen schien es den Grafikern auf Grund der Strassengegebenheiten möglich, die 17’000 Kilometer lange Route in sechs Monaten zu schaffen. Zum anderen ermöglichte sie den Kontakt mit unterschiedlichsten Kulturen und Gesellschaftsschichten. Das wichtigste Kriterium war allerdings, dass der deutsche Pass als 90-tägiges Visum in den meisten amerikanischen Ländern anerkannt ist.
Damit Bartels und Kohler unterwegs zu Arbeit kamen, gaben sie sich den international verständlichen Namen «Gringografico» und richteten eine Website ein, die als digitale Visitenkarte diente.
Am 7. Juli 2005 war es so weit. Ausgerüstet mit dem Allernötigsten startete das Duo in Vancouver die Reise quer durch Amerika. Ganz den Handwerkskollegen gleich, sogar in einer eigenen Kluft. In sportlich schwarzer Kleidung mit einer knallgelben Gürteltasche klopften sie an Agenturtüren. Die Tasche enthielt das so genannte Walzbuch, in das sie, übernommen aus der Handwerkertradition, ihre Zeugnisse der Meister geschrieben bekommen hatten und das letztlich auch als Skizzenbuch diente. Bei vielen Agenturchefs kam die Idee offensichtlich an. Creative Director Jell Helm von W+K: «A ballsy, fucked-up, optimistic idea.»

Um ihre Arbeit als Grafikhandwerker aufzunehmen, hatten die Grafiktagelöhner einen Laptop, eine Digitalkamera, einen Camcorder und Skizzenblöcke dabei. Arbeit zu finden sei, so erzählten die beiden Abenteurer kürzlich in Zürich an einem Orell-Füssli-Anlass, nie ein Problem gewesen. «Die Durchführung schliesslich zeigte uns sehr deutlich die Grenzen auf», so Bartels. «Statt des Druckers nahmen wir Stift und Papier in die Hand. Als Scanner diente die Digitalkamera. Fotoshootings fanden nicht im Studio, sondern auf rostigen Waschmaschinen im Garten statt. Als Fond diente ein Ikea-Vorhang», so Kohler.
In elf Ländern und vier Zeitzonen mühten sich Bartels und Kohler ab. Dabei machten sie die Entdeckung, dass auf dem amerikanischen Kontinent anders gearbeitet wird als in Deutschland. Benjamin Bartels meint: «Werbung auf dem amerikanischen Kontinent basiert nicht auf Konzepten und Briefings. Da muss in erster Linie alles einfach sein. Zwischen Ideen, die in unseren deutschen Köpfen entstanden, und jenen, die in amerikanischen Köpfen funktionieren, lagen teils Welten.»
In 14 Agenturen konnten Bartels und Kohler ihr Wissen vertiefen. Realisieren durften sie während der Walz nur wenige Ideen, die von Kunden auch genutzt wurden. «Wir gingen den Agenturleuten meist in alltäglichen Dingen zur Hand, um sie zu entlasten», so Bartels.
Die Agenturen zu überzeugen, war nicht immer leicht. Die renommierte Werbeagentur Wieden + Kennedy etwa war eine grosse Knacknuss. Die beiden Gesellen hatten zwar Kontaktadressen, doch erwies es sich als fast unmöglich, den «Drachen» am Empfang zu überzeugen. Wieden +Kennedy ist die grösste Agentur Portlands und eine der grössten in den USA. Ein Konstrukt mit einer gewaltigen Organisation. «Nach nervenden Anrufen und hartnäckigem E-Mail-Schreiben landeten wir bei W+K 12», erinnert sich Bartels.
Dieser Unterbereich der Agentur ist eine interne Schule. Jedes Jahr werden aus Tausenden von Bewerbern zwölf ausgewählt, die zusammen als eigenständige Agentur für reale Kunden arbeiten. Bartels und Kohler durften beim Bau eines kreativen Donut-Minigolflochs mithelfen.
Eine Dokumentation der Abenteuer, die zugleich die Diplomarbeit der beiden ist, erschien als Buch mit dem Titel «Gringografico – on the road for food and fame!». Der Verlag Hermann Schmidt hat die Anekdoten der beiden als Tagebuch veröffentlicht. Eine Pflichtlektüre für all diejenigen, die in Zeiten der Globalisierung eine ähnliche Reise unternehmen wollen. Fotostrecken, Skizzen, Illustrationen und Kommentare fliessen zu einem eindrucksvollen Gesamtbild dieser Pionierleistung zusammen. Das Werk steckt in einer knallgelben Gürteltasche, wie sie die beiden Helden tatsächlich auf ihrer Wanderschaft getragen haben. Das Buch von Bartels und Kohler wurde Anfang April mit einem silbernen Nagel des ADC Deutschland ausgezeichnet.
 
Christian Lüscher

Neue Ideen baut Rechtsberatung aus

Die von Filippo Leutenegger verlegte Hauseigentümer-Zeitschrift Neue Ideen erweitert die Kontaktzeiten für ihre Rechtsberatung. Ab Mai steht die kostenlose Rechtsberatung den Neue-Ideen-Abonnenten von Montag bis Freitag neu auch nachmittags zur Verfügung.

 
Die von Filippo Leutenegger verlegte Hauseigentümer-Zeitschrift Neue Ideen erweitert die Kontaktzeiten für ihre Rechtsberatung. Ab Mai steht die kostenlose Rechtsberatung den Neue-Ideen-Abonnenten von Montag bis Freitag neu auch nachmittags zur Verfügung. Der Ausbau erfolge wegen starker Nachfrage, schreibt die Zeitschrift in einer Mitteilung vom Mittwoch. Zudem kann das Angebot nun auch per Mail genutzt werden. Weiter hat die Zeitschrift einen stärkeren Umschlag erhalten und umfasst ab sofort vier Seiten mehr. In einem Service-Teil soll unter der Leitung von Jurist Lukas Kramer über besonders häufige Rechtsstreitigkeiten informiert werden.Die Zeitschrift für das Eigenheim ist am 1. Juni 2007 erstmals erschienen. Die Gratispublikation richtet sich an Hausbesitzer jeglicher Art und erscheint ab 2008 elf Mal pro Jahr in einer Auflage von 630’000 Exemplaren. Verleger und Geschäftsführer der Zeitschrift ist Filippo Leutenegger, Ex-CEO von Jean Frey und ehemaliger Chefredaktor des Schweizer Fernsehens.

Neue Aussichten

Büro Zürich als Business-Standort wird beliebter. Besonders die Lagen in der Nähe zum Flughafen sind für viele Firmen attraktiv. Noch besser ist es natürlich, wenn man seine Büros direkt auf dem Flughafengelände hat.

 
Büro Zürich als Business-Standort wird beliebter. Besonders die Lagen in der Nähe zum Flughafen sind für viele Firmen attraktiv. Noch besser ist es natürlich, wenn man seine Büros direkt auf dem Flughafengelände hat. Mit insgesamt einer Million Quadratmetern vermietbarer Fläche gehört die Flughafenbetreiberin Unique zu den massgeblichen Playern der Schweizer Immobilienbranche. Um diesen attraktiven Geschäftsstandort den Verantwortlichen in den Unternehmen bekannt zu machen, betraute Unique im letzten Jahr Weber Harbeke mit der Kommunikation des Immobilienangebots. Die nun fortgeführte Kampagne dramatisiert, dass diese Immobilien nicht nur in der Nähe des Flughafens sind, sondern mittendrin. Und damit, wie der Claim es ausdrückt, näher bei der Welt. So nah, dass man die Wahrzeichen von San Francisco, London, Barcelona, Rom und Dubai fast schon durchs Fenster sehen kann.

Die Packung macht die Marke

Verpackung Hochveredelte Verpackungen liegen im Trend. Das Kundensymposium der Model-Gruppe stand unter dem Motto «Glitzer & Glamour».

 
Verpackung Hochveredelte Verpackungen liegen im Trend. Das Kundensymposium der Model-Gruppe stand unter dem Motto «Glitzer & Glamour». 
Innovative Verpackungslösungen aus Voll- und Wellkarton sind das Kerngeschäft der Model-Gruppe. Das Unternehmen produziert an seinen Standorten eine breite Palette von unterschiedlichsten Verpackungslösungen. Dazu zählen neben Transport- verpackungen und Displays vor allem hochveredelte Kartonschachteln für Lebensmittel, Süsswaren, Kosmetik und Parfüms. Die Entwicklung und Herstellung edler Verkaufs- und Präsentationsverpackungen gehören zu den Spezialitäten der Model PrimePac in Au sowie der Model Kramp im deutschen Hanau. In spannenden Fachvorträgen am Vormittag und einer interessanten Betriebsbesichtigung der Model PrimePac AG am Nachmittag bot sich den Teilnehmenden die Gelegenheit, Ideen zu sammeln und sich über die vielfältigen Veredelungstechniken vor Ort zu informieren.Unterschätztes MediumMit den Worten: «Wir wollen Ihnen an diesem Symposium zeigen, wie wir Verpackungen veredeln können», begrüsste Elisabeth Model, CEO Model PrimePac AG, die über 50 Teilnehmenden. Gold, Glitzer und Glimmer seien Worte, die die Fantasie schon immer beflügelt und die Menschen überall auf der Welt fasziniert hätten, so Model weiter. Entscheidend sei jedoch, ob das Produkt auch den Wert habe, den es ausstrahle. Ziel sei es deshalb, Verpackungen zu entwickeln und zu produzieren, die einerseits zum Produkt passen und andererseits auch ökologische Gesichtspunkte berücksichtigen, betonte sie.
Mit seinem Referat «Die Verpackung, das unterschätzte Medium» brach Bernd M. Michael, der zu den renommierten Markenprofis Europas gehört, eine Lanze für die Verpackung. «Man spricht über alle Medien, aber über die Wirkungsweise der Verpackung gibt es viel zu wenige Zahlen», so Michael. Er könne nicht verstehen, warum die Verpackungsbranche dafür so wenig tue und das Medium Verpackung nicht endlich ins richtige Licht rücke. Das Märchen «Kleider machen Leute» solle sich die Branche deshalb wie die Bibel zu Gemüte führen.
Technik als Kreativitätskiller«80 Prozent der Packungen präsentieren sich heute farblos, zum Verwechseln ähnlich und sind damit austauschbar», kritisierte Michael. Eine Ursache für diese Situation sieht Michael in den Zuständigkeitsbereichen innerhalb der Unternehmen. In der Regel sei die Technik und nicht das Marketing für die Verpackung verantwortlich. Damit stünden jedoch Stapel- und Transportfähigkeit und nicht eine attraktive Gestaltung im Vordergrund. Einen viel zu grossen Einfluss hätten zudem die Controller, die nach Kosten- und nicht nach Marketinggesichtspunkten entscheiden. Sie seien die eigentlichen Bosse der Marketingabteilungen. In Marktforschungstests gewinne zudem immer das Klischee und nur selten das Ungewöhnliche. Und die Gestaltung verliere sich letztendlich in formalen Aspekten. Als Beispiel für die Vernichtung von Markendifferenzierung führte Michael die Einheitsflasche an, die vor einigen Jahren in Deutschland eingeführt wurde. Die Marke brauche jedoch die Kraft der Unverwechselbarkeit, appellierte er an die Teilnehmer. Viele alte und sehr bekannte Marken, die durch ihre unverwechselbare Verpackung bekannt seien, hätten heute bei den Controllern keine Chance, ist Michael überzeugt. Die Markendifferenzierung sei aber auf Grund des grossen Verdrängungswettbewerbs, der heute in fast allen Produktkategorien besteht, unbedingt notwendig.
Einzigartig seinMichael warnte zudem vor der Gefahr, die von den Handelsmarken ausgeht. Diese sehen immer öfter aus wie etablierte Marken, sind jedoch sehr viel billiger. In Zukunft würden die Handelsmarken noch systematischer im Windschatten der etablierten Marken fahren und Packungen kopieren. Marken müssten ihre Packung deshalb einzigartig und unverwechselbar machen, betonte er. «Die Packung ist die konzentrierteste Werbeeinheit und im Idealfall der Kern der Markenwelt. Sie ist zudem ein Ausweg aus der täglich drohenden Trivialisierung.»
Michael bezeichnete die Parfümeure als Könige, die es immer wieder verstünden, die Persönlichkeit der Marke mit der Packung gekonnt zu unterstreichen. Als Beispiele für Unverwechselbarkeit nannte er die dreieckige Form der Toblerone, die quadratische Packung der Schokolade Ritter Sport oder die Maggi-Flasche. In Deutschland würden 50’000 Marken beworben. Das Durchschnittsvokabular eines Erwachsenen betrage jedoch nur 3’000 Wörter, so dass viele Informationen gar nicht mehr aufgenommen würden. «Wir müssen den Menschen Hilfestellung geben. Die Einzigartigkeit einer Packung ist eine Möglichkeit.» Einigen bekannten Marken ist es in den letzten Jahren sogar gelungen, die Packung als Statussymbol zu etablieren und ein an sich rein funktionales Produkt zu einem hochwertigen Geschenk zu positionieren. Das ist bei den Packungen der Farb- und Bleistifte von Faber-Castell der Fall oder auch bei den Schraubenziehern von Bosch, die in einer hochwertigen Blechschachtel verpackt sind.
Neue Effekte mit PigmentenDer Macht der Farben widmete sich der Vortrag von Corinna Ludwig, Merck (Schweiz) AG, mit dem Titel: «Aktivieren, Differenzieren, Positionieren – Herausforderungen im Marketing». Farben seien Sinneseindrücke, Visionen, Vorstellungen und Emotionen und Teil der jeweiligen Kultur, sagte sie. «So haben wir auch die Markenbilder in bestimmten Farben im Kopf gespeichert.» Das Farbempfinden im Zusammenhang mit bestimmten Wirkungsweisen ist zudem bei den meisten Menschen gleich. So steht Blau für frisch und kühl, Rot für warm und geborgen und Gelb für lustig und sonnig. Mit Effektpigmenten besteht die Möglichkeit, eine zusätzliche Ebene darzustellen und der Wirkung einer Farbe eine neue Dimension zu verleihen. Mit solchen Pigmenten können Natureffekte wie Perlmuttglanz oder Glitzereffekte nachgebildet und für die Farbgebung von Produkten genutzt werden. So haben Tests ergeben, dass Blau mit Effekt für Innovation, ohne Effekt dagegen für Status steht.
Ludwig kritisierte, dass so genannte Farbtrends in der Praxis zu wenig für die Produktpositionierung genutzt würden. Gegenwärtig seien Silbertöne sehr beliebt, mit denen der Betrachter Hightech, Funktionalität und Design verbindet. Als Beispiel, wie sich Farben als individuelles Verkaufsinstrument nutzen lassen,  präsentierte Ludwig die japanischen Verpackungen einer einzelnen Zigarettenmarke. Farblich unterschiedliche Blumensujets auf den Packungen ermöglichen der Konsumentin, die Schachtel nach ihrem  jeweiligen Outfit auszuwählen. Eine Strategie, die zumindest bei den weiblichen Käuferinnen ein voller Erfolg war.    
Sabine Flachsmann
Model-GruppeDie im Verpackungsgeschäft tätige Model-Gruppe mit Hauptsitz in Weinfelden/TG erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen konsolidierten Gruppenumsatz von 700 Millionen Franken (+17,3%).
Die Gruppe besteht aus 20 Tochtergesellschaften in sieben Ländern und beschäftigt 2’861 Mitarbeitende. Für dieses Jahr sind Investitionen von über 100 Millionen Franken geplant, wovon die grundlegende Erneuerung des Wellkartonwerkes in Czosnów bei Warschau und der Werksneubau der Model Kramp GmbH am Standort Hanau die grössten Einzelinvestitionen darstellen.

Viele Ansätze – ein Ziel

TV-Forschung Mediapulse misst Digital-TV neu ab Bildschirm. Doch es gibt noch andere Methoden. Ein Überblick.

 
TV-Forschung Mediapulse misst Digital-TV neu ab Bildschirm. Doch es gibt noch andere Methoden. Ein Überblick. 
Mediapulse, die seit einem Jahr tätige Stiftung für Radio- und TV-Forschung, rüstet sich für die digitale Zukunft und muss sich damit für eine Messmethode entscheiden.Grundsätzlich und global gesehen geht die Forschung heute auf zwei Arten vor, um den TV-Konsum zu messen. Zum einen installiert sie bei den TV-Geräten der Panel-Haushalte stationäre Messinstrumente, die anhand von Frequenzen, Codes und elektrischer Spannung die eingeschalteten Sender erkennen können. Die zweite Messform geschieht mit mobilen Geräten (kleine Box oder Armbanduhr), die von den Panelisten getragen werden. Die eingebauten Mikrofone nehmen Umgebungs- geräusche auf, auch den Ton von Radio und TV, und reduzieren sie auf Codes (Audio-Matching). In einer Zentrale macht man dasselbe mit allen verfügbaren Programmen. Die Codes der Messgeräte werden dann mit denen der Zentrale verglichen, und so können die genutzten Programme erkannt werden. Die Radiocontrol-Uhr, die in der Schweiz bei der Radio- und teilweise auch bei der TV-Messung zum Einsatz kommt, funktioniert nach dieser Methode.
Für beide Messformen stellt die digitale Technik per se kein grundsätzliches Problem dar. Da aber die Technik viele verschiedene Standards kennt, sie zudem neue Nutzungs- und Angebotsformen möglich macht und mit ihr die Zahl der empfangbaren Programme exponentiell zunimmt, sind neue Lösungen nötig, von denen hier die wichtigsten fünf Methoden vorgestellt werden.
Audio-MatchingMancherorts setzt man ganz auf Audio-Matching (wie oben beschrieben). Das setzt allerdings in der Zentrale riesige Rechnerkapazitäten voraus, um neu Hunderte von verfügbaren Sendern aufnehmen, codieren und mit den Messdaten abgleichen zu können. Zum Vergleich: Mediapulse erfasst heute mit dieser Methode rund 180 Radio- und TV-Sender.
CodingBeim zweiten Ansatz vereinbaren die Messgerätehersteller mit den einzelnen TV-Sendern, dass diese zusätzlich zu ihrem digitalen Signal auch noch einen individuellen, für das menschliche Ohr unhörbaren Code mit ausstrahlen (= Coding). Dieser ermöglicht dem Messgerät dann die richtige Zuordnung.
InterfaceEin dritter Weg führt über die Set-Top-Boxen, die jeder Haushalt für den digitalen Empfang benötigt. Diese Boxen sind sehr unterschiedlich. Mit einer individuell entwickelten und nachträglich eingebauten Software (= Interface) lassen sich die Sender jedoch korrekt zuordnen. Auch Mediapulse benutzte bisher diese Lösung für die TV-Forschung.
SIPEin vierter Ansatz, der nun von Mediapulse gewählt wurde (siehe Seite 1), fokussiert auf den Bildschirm: Nur was dort erscheint, wird erfasst. Dazu rüstet man die Messbox im Haushalt mit Screen Interface Processing (= SIP) aus. SIP ist eine Art Scanner, der – für TV-Zuschauer unsichtbar – den Bildschirm Sekunde für Sekunde nach Informationen wie Sendernummer, Senderlogo und anderem absucht und diese speichert.
SubstitutionAls fünfte Möglichkeit zieht man auch eine Radikallösung in Betracht: Statt im Panel-Haushalt bloss ein einziges Messgerät zu installieren, tauscht man fast das ganze vorhandene TV-Geräteset aus (= Substitution). Einzig der Bildschirm und ein allenfalls vorhandener Videorecorder bleiben stehen, Set-Top-Box, Festplattenrecorder (PVR) oder DVD-Player (sofern vorhanden) werden jedoch entfernt und durch andere Geräte ersetzt. Diese erfüllen zwar dieselbe Funktion, sind aber mit Messtechnik und Speichermedien ausgestattet. Dadurch lässt sich das TV-Verhalten der Panelisten noch detaillierter studieren, bis hin zu Lautstärke-, Helligkeits- oder Farbtoneinstellungen auf der Fernbedienung. Auch die Favoritenliste kann eingesehen werden.
Möglichkeiten und GrenzenAlle diese Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile. Zu den Nachteilen gehören etwa die Kosten, die bei einer Gerätesubstitution natürlich besonders hoch ausfallen. Gegen eine Substitution gibt es aber auch wissenschaftliche Bedenken: Sie stelle möglicherweise einen zu starken Eingriff dar und könnte das Verhalten der Panelisten beeinflussen statt es bloss zu messen.
Bei den Varianten Coding und Interface hingegen sind die Messgerätehersteller auf das Mitwirken der TV-Sender oder der Set-Top-Boxenhersteller angewiesen. Die Hilfe ist bisweilen aber schwer oder gar nicht erhältlich, insbesondere von Boxenherstellern und Sendern im Ausland. Wer diese Ansätze wählt, muss deshalb meist entscheiden, welche Programme er messen will und welche nicht. Damit aber gibt man auch den Anspruch auf, möglichst den ganzen TV-Konsum zu messen.
Ähnliches gilt für das Audio-Matching, hier wird der Spielraum jedoch durch die Rechnerkapazität begrenzt. Die Methode hat aber auch gewichtige Vorteile: Der TV-Konsum lässt sich individueller messen als mit jedem anderen Ansatz. Auch die TV-Nutzung ausser Haus kann einbezogen werden.
Bleibt noch SIP, das wie Audio-Matching unabhängig von TV-Sendern, Set-Top-Boxenherstellern und Empfangsart funktioniert, jedoch auch keine Kapazitätsgrenzen kennt. Einziger Aufwand ist die Abstimmung mit dem im Panel-Haushalt empfangbaren Programmangebot. Da mit SIP das Geschehen auf dem Bildschirm beobachtet wird, lässt sich damit nicht nur die Live-TV-Nutzung messen, sondern auch das zeitversetzte Fernsehen mittels Videoaufnahme, Video on demand, DVD oder PVR. Denn beim Abspielen aufgezeichneter TV-Sendungen erscheinen ja die Senderinformationen wieder auf dem Bildschirm. Das SIP kann sie also erneut einlesen und sie auch den ursprünglichen Ausstrahlungen zuordnen.
Betrachten Panelisten auf dem Bildschirm private Video- oder DigiCam-Aufnahmen, wird dies ebenfalls erkannt, unter anderem, weil Senderinformationen fehlen.
Mehrere Methoden genutztWelche der geschilderten Ansätze zum Einsatz kommen, hängt von den Messgeräte- herstellern ab. Einige kombinieren auch mehrere Varianten. Die Schweizer Telecontrol Group zum Beispiel, die Teil der deutschen GfK-Gruppe ist und auch die Messgeräte für das Schweizer TV-Panel von Mediapulse liefert, setzte bis vor zwei Jahren primär auf die Variante Interface. Telecontrol VIII, die neuste Generation der Messkästchen, kann denn auch gegen 30 Set-Top-Boxen «lesen».
«Seit rund einem Jahr lassen sich diese Kästchen aber auch mit SIP ausstatten. Österreich zum Beispiel hat seit Ende 2007 bereits Geräte mit SIP im Einsatz», sagt dazu Matthias Steinmann, der Gründer und CEO der Telecontrol Group Telecontrol arbeitet aber auch mit der Substitutionsmethode. «Wir haben auf Wunsch der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF), das deutsche Pendant zu Mediapulse, das System TCScore entwickelt, bei dem im Panel-Haushalt das TV-Geräteset weitgehend ersetzt wird», sagt Steinmann. Die AGF hat 9’000 solche TCScore- Substitutionssets bestellt und lässt sich das 19 Millionen Euro kosten. 30 Test- haushalte stehen heute unter Beobachtung. Auch Österreich hat 600 TCScores bestellt, was der Hälfte des dortigen TV-Panels entspricht.
Klar ist jedoch: Auch mit diesen Techniken sind nicht alle Nutzungsformen messbar. So werden beispielsweise Handy-TV, Streaming (Internet-TV am PC) oder Downloads auf einem iPod noch nicht erfasst. Doch gemäss Steinmann bietet Telecontrol auch für diese Bereiche schon Lösungen an.
Markus Knöpfli
KlärungsbedarfWas immer die TV-Forschung messen kann – sie kann sich nicht nur auf die Suche nach geeigneten Instrumenten und Messmethoden beschränken, sondern muss auch mindestens drei weitere Grundfragen klären helfen. Nämlich: Soll alles, was gesendet und genutzt wird, auch gemessen werden?
Wo sind der Messtechnik allenfalls Grenzen gesetzt – finanzielle und andere? Und im Hinblick auf zeitversetztes Fernsehen muss (wie heute schon bei Wiederholungs- programmen) vereinbart werden, wann eine Sendung als gesehen gilt. Nur wenn Ausstrahlung und Konsum gleichzeitig (live) erfolgen? Oder auch wenn Teile davon schon eine Stunde zuvor über Handy genutzt wurden? Wird nur gerechnet, was am selben Tag gesehen wird? Und wie zählt man das, was erst morgen oder in einer Woche angeschaut wird? (mk)
Kein grosser UnterschiedWie die SRG hat auch der ORF in Österreich die terrestrische Verbreitung seiner TV-Signale letztes Jahr von analog auf digital (DVB-T) umgestellt. Das traf rund 30 Prozent aller TV-Haushalte, von denen aber fast alle mittlerweile auf digitalen Empfang umgestiegen sind. GfK Austria, die dort für das TV-Panel zuständig ist, misst nun seit Anfang 2008 alle Haushalte mit Digital-TV mittels SIP. Zahlen gibt es zwar noch keine. Doch TV-Forschungsleiterin Alke Sulimma hat auch keine nennens- werte Verhaltensänderung festgestellt. «Trotz der nun grösseren Wahlmöglichkeit ist die tägliche Fernsehnutzungszeit tendenziell rückläufig», sagt sie. Über die Gründe kann Sulimma derzeit nur mutmassen. (mk)
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