Des Schusters Schuhe
Public Relations Der BPRA geht in die Offensive. Die Qualitäten seiner Mitglieder sollen bekannter werden.
Public Relations Der BPRA geht in die Offensive. Die Qualitäten seiner Mitglieder sollen bekannter werden.
«In keiner anderen Branche der Schweizer Wirtschaft hat sich der Wettbewerb im vergangenen Jahr derart verschärft wie unter den Public-Relations-Agenturen», erklärte Peter P. Knobel, der Präsident des BPRA, am jährlichen Mediengespräch seines Verbandes. Die 17 Mitglieder des Bundes der Public- Relations-Agenturen der Schweiz haben zwar 2007 immer noch 7,5 Prozent Umsatz zulegen können.
Im 2006 waren es aber 8,2 Prozent. Als Ursache dieses etwas verlangsamten Wachstums ortet der BPRA «das Gründungsfieber in der PR-Branche und die damit verbundene stark wachsende Zahl von kleinen PR-Büros».
In der Wirtschaft kann ein steigendes Bedürfnis nach PR ausgemacht werden. Zudem verschieben sich auch die Budgets für klassische Werbung spürbar in Richtung Information. Das verlockt diverse Journalisten – zum Beispiel von umstrukturierten Zeitungsprojekten – zur Gründung einer so genannten Küchentischagentur.
2’200 solche neuen Büros schätzt der BPRA allein für 2007. Unterstützt wird dieser Trend zur Fragmentierung zudem durch eine neue Gewichtung der PR-Arbeiten. «Etablierte Agenturen werden immer mehr nur noch für hochqualifizierte Dienstleistungen in Anspruch genommen, so etwa auf den Gebieten der Strategieberatung und im Coaching», weiss Christian König vom Branchenleader Farner Consulting. Die Routinearbeiten nehmen die Auftraggeber «zunehmend selber wahr». Und um redaktionelle Jobs wird von den vielen Neuen gebuhlt.
Um in diesem veränderten Umfeld weiterhin erfolgreich auftreten zu können, wird beim BPRA nicht nur der Qualitätsstandard CMS II (Consultancy Management Standard) neu als obligatorisches Kriterium für die Mitglieder des Verbandes erklärt. Der Qualitätsausweis soll in der ansonsten als diskret geltenden Branche auch öffentlich mit einer richtigen Werbekampagne kommuniziert werden. In einer ersten Staffel werden ab Mai fünf verschiedene Sujets in der NZZ geschaltet.
Insgesamt waren im vergangenen Jahr 254 Mitarbeitende bei Verbandsagenturen beschäftigt. Diese erzielten ein Nettohonorarvolumen von 59,8 Millionen Franken.
Die gesamte Branche erwirtschaftete 74 Millionen Franken. Damit entfällt auf die BPRA-Mitglieder rund 81 Prozent.
Das Ranking zeigt, dass die vier grössten Agenturen für 68 Prozent des gesamten BPRA-Umsatzes verantwortlich sind. Farner Consulting erzielte 13,8 Millionen Franken, Trimedia Communications 11,3, gefolgt von Burson-Marsteller und Freicom.
Andreas Panzeri
