CVP-Nationalrätin im VR von Radio Zürisee

Radio Zürisee begrüsst mit CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer ein neues Gesicht im Verwaltungsrat und schüttet eine «Jubiläumsdividende» aus.

Radio Zürisee begrüsst ein neues Gesicht im Verwaltungsrat und schüttet eine «Jubiläumsdividende» aus. Die Generalversammlung des in Rapperswil domizilierten Senders hat am Dienstag einer Aufstockung des Verwaltungsrats von sechs auf sieben Mitglieder zugestimmt. CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer aus Männedorf ist für eine Amtsdauer von drei Jahren gewählt worden. Den Verwaltungsrat von Radio Zürisee präsidiert weiterhin Theodor Gut, welcher bis 2010 gewählt ist. Aufgrund des guten Geschäftsgangs im Jahr 2007 hat die Generalversammlung einer Dividende in der Höhe von 14 Prozent des Aktienkapitals zugestimmt. Gesamthaft schüttet Radio Zürisee damit für das vergangene Geschäftsjahr 252’000 Franken aus. Der Sender, der heuer den 25. Geburtstag feiert, hatte 2007 einen Rekordgewinn in der Höhe von 397’000 Franken erwirtschaftet (siehe
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Kopf der Woche: Der Webmaster

Daniel Jörg ist mit dem Web gross geworden und will als Leiter Crossmedia mithelfen, Burson-Marsteller in eine digitalere Zukunft zu führen.

Daniel Jörg ist mit dem Web gross geworden und will als Leiter Crossmedia mithelfen, Burson-Marsteller in eine digitalere Zukunft zu führen.
Digital, integriert und strategisch: Das sind die Kernbegriffe der Ausrichtung im Netzwerk von Burson-Marsteller. Diese Strategie ist schon seit längerem festgelegt. Jetzt befinden sich die einzelnen Agenturen in der Phase des «Roll-out». In allen Ländern werden deshalb Leute an Bord geholt, die das neu geforderte Know-how im Bereich «digital» mitbringen und die theoretischen Ideen in der Praxis auch umsetzen können. Bei der Werbeabteilung von Burson-Marsteller in Bern heisst dieser neue Mann seit Beginn dieses Jahres Daniel Jörg. Er hat hier eine Aufgabe gefunden, in die er all seine Talente von der digitalen Welt über die klassische Kommunikation bis zum Managen einer Unit voll einbringen kann.Das internationale Netzwerk bedeutet für den frisch eingesetzten Leiter Crossmedia einen regen Austausch «und zwar auf täglicher Basis». Das war für Jörg ein wichtiger Grund, wieso er zu Burson-Marsteller gewechselt hat. Die Agentur ist aktuell in viele internationale Pitches involviert. Soeben hat man in Bern für eine russische Niederlassung gepitched, weil die Schweizer in einem bestimmten Bereich mehr Kompetenzen als die Kollegen im Osten haben. Andere Spezialisierungen sind in den USA weiter entwickelt. So zum Beispiel das Online-Campaigning. «Über das internationale Netz von Burson-Marsteller kann ich spannende Projekte hautnah mitverfolgen», schwärmt Jörg.
Im mehr alltäglichen Geschäft will Burson-Marstelller in Bern das Angebot bei bestehenden Kunden abrunden. Die althergebrachten Kompetenzen in den Bereichen Werbung, Editorials/Corporate Publishing und Entwicklung von Corporate Designs werden um eine ganze Reihe neuer digitaler Services ergänzt.
Integrierte Kommunikationsgestaltung: Off- und online, da will Burson-Marsteller Crossmedia hin. Ein gutes Beispiel für diese Angebotsabrundung gegenüber den Kunden ist ein grosser europäischer Autokonzern, für den man bis anhin in erster Linie Corporate-Publishing-Projekte betreute, jetzt aber auch für einen gewichtigen Teil des Web-Bereichs verantwortlich zeichnet.
Ein anderes Projekt in der Umsetzungsphase ist ein neues Webportal mit Web-2.0-Charakter. Dieses soll dabei helfen, das Thema Wissenschaft und wissenschaftliche Berufe bei der Jugend attraktiv zu machen. «Wir kreieren ein Portal mit einem Videoblog, einem eigenen Social Network im Stil von MySpace und wir werden die Website mit den wichtigsten Social-Network-Plattformen vernetzen», erklärt Jörg. Für ihn ist dabei besonders wichtig: «Die Hauptarbeit beginnt erst nach dem Aufschalten. Wir werden den Content ausbauen und zudem aktives Social-Media-Marketing betreiben, um die Site in der relevanten Ansprechgruppe gut zu vernetzen.» Das langfristige Projekt wird ergänzt durch klassische Massnahmen und Aktionen an den Schulen, wie zum Beispiel Feriencamps.
Daniel Jörg hat in Zürich Publizistik, Betriebswirtschaft und internationale Beziehungen studiert. Schon während des Studiums ist er «in die PR gerutscht». Für die Agentur Bütikofer & Company in Zürich jobbte er als «Assistent für alles». Bald entwickelte sich der Nebenverdienst zu einem Mandat als Berater. Der pfiffige Student wirkte zudem massgebend in einem agenturinternen «Think Tank» mit.
Hier wurde von einer Gruppe Gleichgesinnter recherchiert, was es auf der Welt für neue Entwicklungen, Tools und Publikationen gab. Gleichzeitig wurde bei Bütikofer auf einer zweiten Schiene eine Online-Unit gegründet. Diese bekam den programmatischen Namen «Newland». Kurz nachdem der Brand und die Ausrichtung der neuen Abteilung festgelegt war, wurde dort eine Stelle frei, und Jörg konnte den Job übernehmen. «Es war spannend, das Pionierunternehmen in Sachen Online-PR in die Welt der Kommunikation zu integrieren.» Jörg wirkte dort von 2002 bis 2006. Parallel dazu konnte er sein Studium abschliessen. Thema der Diplomarbeit: «Aufmerksamkeits-ökonomie und Weblogs.»
Weblogs aufgleisen wurde nicht nur zu seinem Beruf, sondern war auch die grosse Leidenschaft für Daniel Jörg. Er kreierte interaktive Treffpunkte für Juristen, Banker und CEOs. Er hat eigene Panels aufgebaut, Umfragen initiiert und entwickelte sich zu einem Experten für Online & Weblog Monitoring sowie Social-Media-Marketing.
Nach fünf Jahren wollte Jörg aber auch noch die klassische Seite der Werbung kennenlernen. Er wechselte nach Bern zu Contexta. Hier hat er als Berater 2007 drei Marken der Swisscom betreut, bevor ihn die Anfrage von Burson-Marsteller lockte.
Entstanden ist dieser Kontakt unter anderem auch, weil Jörg noch bei Bütikofer den Agentur-Blog führte und dort «einen kritischen Artikel» über Burson-Marsteller und deren Methode zum Messen von Online-Perceptions ins Netz stellte. «Jetzt hat man sich wieder an den Besserwisser erinnert – und wollte es tatsächlich wissen», lacht Jörg.
In Sachen Internet und vor allem Weblogs will inzwischen jeder mitreden. Und wie definiert ein Fachmann der ersten Stunde eigentlich das neue Tool? «Normale Webseiten sind wie Inselmedien. Schöner Inhalt und vielleicht ein paar interessante Links. Aber sonst relativ statisch und für sich alleine stehend. Ein guter Weblog hingegen ist lebendig, schnell, persönlich und gut vernetzt», erklärt Jörg. Am wichtigsten ist guter Content und der Austausch mit anderen Blogs.
«Deshalb müssen die Verknüpfungen gepflegt werden.» Jörg schätzt die Reifezeit für einen guten Blog auf zwei, drei Jahre. Dann wird ersichtlich, was die harte Schreibarbeit bewirken kann. «Nur Dampf ablassen oder ein oberflächliches Tagebuch schreiben wird nicht viel bringen», weiss der Spezialist. Wer mehr sehen will, sollte mal auf
reinschauen. Die kreativen Spielmöglichkeiten rund um die Maschen des Internets faszinieren Jörg natürlich auch in seiner Freizeit. Er tüftelt an einem eigenen Musikprojekt und die Band nutzt alle technischen Kanäle, um die Bekanntheit vorwärts zu treiben. «Hier kann ich viel ausprobieren, ohne kommerzielle Aspekte und andere Beschränkungen», sagt Jörg. Die Garage-Pop-Band nennt sich «Choo Choo». Im April ist eine CD auf den Markt gekommen, im Juli spielen die Berner Popper am Gurtenfestival. Ansonsten gehe jedes Weekend für einen Gig drauf. Mit seiner Band bloggen und gleichzeitig eine Arbeitsprobe von Jörg sehen kann man auf
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Andreas Panzeri

Klare Wahl dank Multiple Choice

Finanzen Die Basler Agentur Favo hat der Ersparniskasse Schaffhausen ein neues Kleid angepasst.

 
Finanzen Die Basler Agentur Favo hat der Ersparniskasse Schaffhausen ein neues Kleid angepasst. 
Die Ersparniskasse Schaffhausen als älteste Bank der Stadt präsentiert sich von Kopf bis Fuss in einem neuen Kleid. Geändert wurde alles: Hausbeschriftung, Visitenkarten, Produktbroschüren – Basis für eine Imagekampagne. Ein Prozess, der in seinem ganzen Ablauf von der Basler Agentur Favo begleitet wurde. Der Auftrag war, «eine markenstrategische Neuausrichtung zu erarbeiten und einen komplett neuen Auftritt zu gestalten», wie CD Daniel Comte bei Favo erklärt. Das Ziel hiess: nach dem Ausstieg aus dem Bankenverbund Clientis Eigenständigkeit beweisen. Denn besonders im zurzeit turbulenten Bankenbereich sind Werte wie Vertrauen, Verbundenheit und Verlässlichkeit nicht hoch genug einzuschätzen. Und genau das galt es nach aussen hin zu kommunizieren. «Der Wandel sollte spürbar werden.»
Die Region stärken«Dieser Case ist ein Glücksfall», freut sich Favo-Geschäftsführerin Heike Rindfleisch. «Denn er beweist: Je früher eine Agentur beigezogen wird, desto präziser lassen sich die Kommunikationsmassnahmen entwickeln.» Und Massnahmen gibt es viele.
Lange bevor eine Markenstrategie zur Präsentation kam, erarbeitete Favo zusammen mit der Ersparniskasse Schaffhausen mehrere Tools für die interne Kommunikation, aber auch für die Kommunikation mit Pressevertretern und der EBK. «Damals stand selbst der Name der Bank zur Disposition», erinnert sich Heike Rindfleisch. Der Name blieb. Alles andere wurde neu und richtete sich stringent nach der neuen Strategie: Die Ersparniskasse Schaffhausen macht die Menschen in der Region stark.
 
Unter der Leitung von CD Daniel Comte wurden Logo, Plakate, Inserate, Broschüren, ein Radiospot, POS-Massnahmen sowie ein neuer Internetauftritt entwickelt und realisiert. Das Ergebnis ist eine Kampagne, die sich im Stil wohltuend von anderer Bankenwerbung abhebt, ohne an Seriosität und Glaubwürdigkeit einzubüssen. Sie dramatisiert die Zugehörigkeit zur Region und interpretiert die alten Stärken der Bank in einem modernen Licht. Dynamik und Fortschritt sollen dabei «nach innen wie nach aussen» spürbar werden. Die Reaktionen auf Kundenseite sind «bereits sehr positiv», wie man sich bei der Regionalbank freut.    
Andreas Panzeri

Adidas-Ball-Kids für die EM

Fussball Im Rahmen der Fussball-EM 2008 haben Adidas und Intersport in verschiedenen europäischen Ländern mit einer Print- und Online-Kampagne Ball-Kids gesucht. In der Schweiz sind über 1'200 Einsendungen von Jugendmannschaften und Kindern eingegangen.

 
Fussball Im Rahmen der Uefa- Euro 2008 haben Adidas und Intersport in verschiedenen europäischen Ländern mit einer Print- und Online-Kampagne Ball-Kids gesucht. In der Schweiz sind über 1’200 Einsendungen von Jugendmannschaften und Kindern eingegangen. Für einige fussballbegeisterte Kinder geht nun ein grosser Traum in Erfüllung. Die 12 bis 16 Jahre alten Jungen und Mädchen werden live am Spielfeldrand bei einem der Spiele in der Schweiz dabei sein und den Stars die Bälle zuwerfen.

Studie zeigt die Mediennutzung der Sinus-Milieus

Die Publisuisse-Mediennutzungsstudie 2008 hat Neuland betreten. Sie fragte sehr detailliert danach, welche gesellschaftlichen Gruppen welche Medien nutzen, wobei sie für die gesellschaftlichen Gruppen die zehn Kategorien von Sinus, die sogenannten Sinus-Milieus, benutzt hat.

 
Die Publisuisse-Mediennutzungsstudie 2008 hat Neuland betreten. Sie fragte sehr detailliert danach, welche gesellschaftlichen Gruppen welche Medien nutzen, wobei sie für die gesellschaftlichen Gruppen die zehn Kategorien von Sinus, die sogenannten Sinus-Milieus, benutzt hat. Unternehmen oder Branchen, die mit den Sinus-Milieus als Marketinginstrument gearbeitet haben, steht nun also ein erstes detailliertes Mediennutzungsprofil der Milieus zur Verfügung. Man kann, zumindest für die Schweiz, sagen, welche Milieus welchen Medienmix aufweisen. Umgekehrt kann aber auch ausgesagt werden, welche Medien von welchen Milieus wie stark genutzt werden. Diese Verknüpfung von Sinus-Milieus und Mediennutzungsdaten bietet neue Erkenntnisse für Marketing und Mediaplanung. Auftraggeberin Publisuisse wird die Ergebnisse der Studie in den nächsten Wochen in den Publisuisse.news und im Internet weiter vertiefen.
Die Sinus-Milieus fassen die Menschen in der Schweiz in zehn Gruppen von Gleichgesinnten zusam¬men, die ein ähnliches Verhältnis zu grundlegenden Werten im Leben pflegen und ein ver¬gleichbares Konsumverhalten aufweisen. In den letzten Jahren hat die SRG-Vermarktungseinheit Publisuisse wiederholt Unter¬suchungen zu den Schweizer Sinus-Milieus initiiert. Diese haben unter anderem die Bereiche Gesundheit, Medizin und Ernährung sowie den Automobilmarkt untersucht.
Die Frage beim Automobilmarkt war etwa, welche Milieus welches Kaufverhalten bei Autos zeigen, damit sie werbemässig spezifisch bearbeitet und die Auto-Spots zielgenauer platziert werden konnten. Hier schliesst die Studie nun eine Lücke, indem sie detaillierter denn je zeigt, welche Milieus welche Medien nutzen. Die Zielgenauigkeit bei Platzierung der Werbung dürfte somit also zunehmen.
Für die Studie wurden innerhalb von zwei Wochen insgesamt 7’309 webbasierte Einzelinter¬views mit Konsumenten zwischen 15 und 74 Jahren geführt, wie es in der Mitteilung heisst. Inhaltlich deckt die Studie verschiedene Mediengruppen ab, unter anderem TV, Teletext, Radio, Internet, Tages-, Gratis- und Sonntagszeitungen, die Finanz- und Wirtschafts¬presse sowie Zeitschriften. Sie gibt sowohl Aufschluss über die Nutzung dieser Gruppen als auch über die wichtigsten Werbeträger, etwa einzelne Radio-Sender oder Zeitungstitel. Autoren der Studie sind Dr. Kerstin Schoegel und Dr. Clemens Koob, Managing Directors der Strategieberatung Zehnvier in Zürich.
Die 10 Sinus-Milieus:

 

Die Marke und ihr Sexappeal

Branded Entertainment Das Sawi bietet am 13. Juni ein Premium-Seminar rund um Werbung mit Unterhaltungswert. Geleitet wird der Kurs von Manuel Nappo von der Agentur Creative Assets.

 
Branded Entertainment Das Sawi bietet am 13. Juni ein Premium-Seminar rund um Werbung mit Unterhaltungswert. Geleitet wird der Kurs von Manuel Nappo von der Agentur Creative Assets.  
WW: In der Zeit der Werbeüberflutung am TV-Schirm sind neue und unterhaltsame Konzepte gefragt. Was kann der Kurs am Sawi hier bieten?Manuel Nappo: Unser Angebot ist eine vertiefte Betrachtung von erfolgreichen Cases aus dem Bereich Branded Entertainment. Was ist das überhaupt? Woher kommt der Trend? Was gehört dazu? Wo grenzt sich Branded Entertainment von den Bereichen Sponsoring, Media und PR ab? Was kann eine Firma für sich nutzen? Wir zeigen, dass nicht nur in den USA, sondern auch in der Schweiz bereits Ideen realisiert werden. Was läuft in der Schweiz?Auch wenn die Schweiz als Show-Nation klein ist, gibt es bereits ein paar schöne Erfolge zu vermelden. «Beck&Bondi» ist ein super Beispiel. Ebenso «Supermodel» auf 3 Plus oder «Joya rennt» mit den verschiedenen Product Placements. Ein sehr erfolgreiches Beispiel war der Film «Mein Name ist Eugen», welcher von der Mobiliar mitgetragen wurde. Die Versicherung ist eingestiegen, weil in dieser Komödie – bedingt durch die Jugendstreiche – das Thema Schaden sehr originell und sympathisch angesprochen werden konnte. Eine mehr personifizierte Form von Branded Entertainment wird uns immer wieder in diversen Aktionen rund um Melanie Winiger präsentiert. Bei Creative Assets haben wir unter anderem Fiona Hefti als erste Botschafterin das schwedische Modelabel Filippa K lanciert, Maserati in Filme platziert oder für den Edelclub Saint Germain einen eigenen YouTube Channel aufgebaut.
Wer wird am Premium-Seminar über solche Cases referieren?Ich freue mich, dass wir zwei prominente und sehr kompetente Gastdozenten verpflichten konnten. Adrian Brugger vom Schweizer Fernsehen will aufzeigen, was es für Möglichkeiten auch für KMU gibt. Nägeli-Umzüge zum Beispiel hatte in der Sendung «Tapetenwechsel» ein Placement. Was bringt es solchen Firmen, wenn sie in einer nationalen Sendung präsent sind? Wie kann man ein solches Engagement ausschlachten? Es gibt ja viel mehr als die beliebte Möglichkeit, die Kunden auf ein Set einzuladen. Der zweite Referent ist Antoine Monot jr., ehemaliger Programmleiter beim Zurich Film Festival. Er wird erklären, was es bringt, wenn eine lokale Blumenhalle beim internationalen Filmfestival als Sponsor auftritt? Was es L’Oréal bringt, ist klar. Aber was kann zum Beispiel auch ein Hotel Baur au Lac dank einem solchen Engagement gewinnen? Mehr spannende Fragen wird uns der Überraschungsgast aus der Welt des Entertainments beantworten.
Wie gross ist das Interesse bei solchen Prominenten an einem Engagement in der Werbung?Es ist unterschiedlich. Es muss für die Prominenten natürlich stimmen. Man darf sie nicht zur Schiessbudenfigur machen. Einige machen alles, wenn es Geld gibt. Aber die Mehrheit überlegt sich sorgfältig: Was bringt mir das ausser ein paar tausend Franken? Man muss in diesem Zusammenhang sehen: Selbst Madonna als Queen of Pop kann heute ohne Branded Entertainment ihren Weg zum Publikum kaum mehr finden. Für ihre neuste CD spannt sie mit einem Mobile-Anbieter zusammen. Verizon macht Milliarden mit Music-Downloads und Klingeltönen. Da ist es für prominente Musiker nur sinnvoll, sich bei diesen Kanälen anzubündeln. Ich finde es sehr symptomatisch. Es ist für beide Seiten profitabel.
Ein Beispiel aus der Schweiz?Ich persönlich finde, dass Stress es sehr gut macht. Er war ein erfolgreicher Rapper. Aber erst durch seine glaubwürdige Partnerschaft mit Coop kommt er in eine Liga, in welcher er eine professionelle Karriere auf breiter Ebene durchziehen kann. Dank dem Coop-Spot weiss jetzt sogar meine Mutter, wer Stress ist. Umgekehrt erreicht Stress somit viel für sein ehrliches Anliegen Umweltschutz, weil er für sein Engagement mit dem richtigen Brand eine Partnerschaft eingegangen ist.
Für welche Branchen eignet sich Branded Entertainment?Ich glaube für jeden. Wenn es keinen Weg gibt, dann ist es, weil man noch keinen gefunden hat. Sicher sind Branchen prädestiniert, die mit Lifestyle zu tun haben. Luxusgüter eignen sich gut für Testimonials. Konsumgüter und die Autobranche sind auch schon recht weit. Aber ich glaube, dass die Zukunft der Pharma und den Dienstleistern gehört.
Bei Sponsoring und Product Placement müssen gewisse Regeln eingehalten werden. Wird der Kurs auch juristische Tipps vermitteln?Das neue RTVG ist relativ freundlich für Entwicklungen im Bereich Branded Entertainment. Product Placement ist möglich, wenn es entsprechend deklariert wird. Wir werden die Problematik ansprechen, aber es ist kein Schwerpunkt. Uns interessiert mehr das Kreative. Dazu wollen wir sehr «amerikanisch» vorgehen. Am Ende von jedem Kapitel definieren wir ein paar wichtige Punkte, die man sich merken muss. Jeder kennt ja diese Situation: Am Schluss schleppt man einen dicken Ordner nach Hause, der dann irgendwo zwischengelagert und nie mehr angesehen wird. Wir wollen unsere Teilnehmer mit ein paar konzentrierten Antworten, die sie auch anwenden können, entlassen.
Gibt es eigentlich schon viel Literatur zum Thema «Branded Entertainment»? Es wird viel geschrieben. Aber man spürt, dass diese Sparte der Kommunikation noch jung ist. Es gibt noch keine offiziellen Definitionen oder klare Werte wie die vier P – Product, Price, Place, Promotion – beim Marketing. Ich finde es sehr spannend. Wir können die Grenzen selber stecken. Bis sich ein klarer Standard durchgesetzt hat, können wir in der Ausbildung nur die Cases zeigen. Aus diesen muss jeder selber ableiten, was für ihn Sinn machen könnte. Es gibt auch kein Rezept, weil jede Marke wieder anders ist. Jeder Markt ist anders, jede Integrationsmöglichkeit ist anders. Es macht deshalb wenig Sinn, wenn potenzielle Klienten bei uns «etwas wie die Mobiliar» machen wollen. Das kann nicht einfach so auf ein anderes Produkt adaptiert werden. Hier hilft das spezifische Know-how und Netzwerk einer Agentur. Die kann die Win-Win-Situation jeweils neu erfinden.
Sie unterrichten beim Sawi schon seit zwei Jahren im Fach Sponsoring. Wo ist hier die Abgrenzung zu Branded Entertainment?Sponsoring ist der Oberbegriff. Es gibt aber eine Schnittmenge. Wir definieren alles als Sponsoring, wo ein Geldfluss, Dienstleistungsfluss oder Barter-Deal zwischen einem Unternehmen und irgendeinem Format vorhanden ist. Der Hauptgedanke beim Branded Entertainment ist, dass man sich weiterführend überlegt, wie man glaubwürdig auch Einfluss auf den Inhalt nehmen kann. Wenn die Migros ein Open Air sponsert, ist das reines Sponsoring. Wenn die Migros für dieses Festival aber zum Beispiel eine eigene Retortenband ins Programm hievt, wird aus dem Engagement Branded Entertainment. Auch die Fanmeisterschaft M’08 war Branded Entertainment – ein unterhaltendes TV-Format wurde eigens für die Werbung der Migros kreiert und mit Content über den Sender geschickt.
Wie erleben Sie die Anerkennung von Seiten der Kunden – sieht man hier schon ein brauchbares Tool?Jein. Die Kunden finden uns interessant, sie wollen uns kennen lernen. Sie wollen diesen neuen Bereich vor der Konkurrenz nutzen. Aber das Potenzial bei den Marken in diesem Bereich ist noch gross. Das ist ein bisschen das Problem in der Schweiz. Es gibt Omega, Nespresso mit Clooney, IWC mit Kevin Spacey oder Jura und National-Versicherungen mit Federer. Die machen wirklich handfestes Branded Entertainment. Marken, die sich im kleineren Umfeld bewegen, nützen die Chancen hingegen noch kaum in ihrem Mediamix. Obwohl die Kosten im Vergleich zur klassischen Werbung viel kleiner sind und die Wirkung zum Teil viel grösser. Hier wollen wir Aufklärung betreiben, zum Beispiel mit diesem Kurs im Sawi. Hier können wir zeigen, für wen Branded Entertainment gut sein kann und wie man es zu einem eigenen Erfolgsfaktor machen kann.
 
Interview: Andreas Panzeri
 
 
Stars und MarkenSawi-Premium-Seminar «Branded Entertainment – Verleihen Sie Ihrer Marke Sexappeal». Hat Ihre Marke schon den nötigen Unterhaltungswert, um sich von der Masse abzuheben? Oder flimmern Ihre teuren Werbesekunden leeren Sofas entgegen?
Freitag, 13. Juni von 8 bis 18 Uhr mit Manuel Nappo, Managing Partner Creative Assets (Seminarleitung), sowie Adrian Brugger, Leiter Sponsoring Schweizer Fernsehen, Antoine Monot jr., Head Development Condor Films. Info und Anmeldung unter
(Premium-Seminare).?

Microsoft: Neuer Markenname für Werbeangebote

Am jährlichen Microsoft-Event für die Werbe- und Verlagsindustrie hat die Softwarefirma ihren neuen Markennamen Microsoft Advertising vorgestellt. Dieser steht ab sofort für sämtliche Werbeangebote von Microsoft.

 Am jährlichen Microsoft-Event für die Werbe- und Verlagsindustrie hat die Softwarefirma ihren neuen Markennamen Microsoft Advertising vorgestellt. Dieser Name stehe ab sofort für sämtliche Werbeangebote von Microsoft, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. So seien sämtliche digitalen Plattformen, technologischen Dienstleistungen und Werbemöglichkeiten, die Microsoft den werbetreibenden Agenturen und Verlagshäusern anbietet, zusammengefasst. Dazu gehören Atlas, Ad ECN, Ad Center, Drivem, Massive und Screen Tonic sowie die Medienangebote MSN, Windows Live, Xbox und Office Line.

Raiffeisen-Bank gibt sich jugendlich

Kundenpflege Jugendliche haben hohe Ansprüche an ihr Konto: keine Spesen und möglichst viele Goodies sind erwünscht. Mit dem go4free-Jugendkonto bietet Raiffeisen ihren jungen Kunden beides. Diese Botschaft vermittelt die Erlenbacher Agentur Metzgerlehner worldwide partners im aktuellen go4free-Mailing.

 
Kundenpflege Jugendliche haben hohe Ansprüche an ihr Konto: keine Spesen und möglichst viele Goodies sind erwünscht. Mit dem go4free-Jugendkonto bietet Raiffeisen ihren jungen Kunden beides. Diese Botschaft vermittelt die Erlenbacher Agentur Metzgerlehner worldwide partners im aktuellen go4free-Mailing, das an Jugendliche in der ganzen Schweiz versendet wird. Die Teenies sollen jedoch nicht nur auf die frechen Farben, die verspielten grafischen Elemente und die frische, jugendliche Sprache, sondern vor allem auch auf die Goodies anspringen. Neukunden erhalten einen MP3-Player oder -Lautsprecher, bestehende Kunden werden mit diversen Gutscheinen beschenkt. Als Hauptpreis winkt ein Ausbildungskonto mit 1’500 Franken Startguthaben.

Glückskäfer auf der Weide

Landwirtschaft Die Agentur Wapico in Bern hat für die Bauern der IP-Suisse ein neues Kommunikationskonzept entwickelt.

 
Landwirtschaft Die Agentur Wapico in Bern hat für die Bauern der IP-Suisse ein neues Kommunikationskonzept entwickelt. 
Mit zahlreichen Promis aus Kultur und Sport, die sich für die Schweizer Bauern stolz zeigen, hat Wapico in ihrer letzten Kampagne Imagewerbung für die einheimische Landwirtschaft betrieben. Als Lead-Agentur von IP-Suisse, also für 21’000 Bäuerinnen und Bauern, hat die Werbeagentur in Bern seit Beginn dieses Jahres eine Reihe von neuen Aufgaben angepackt. Unter anderem wurde ein neues Kommunikationskonzept entwickelt, welches den anstehenden Veränderungen gerecht werden muss. So sind zum Beispiel IP-Suisse-Produkte in der Migros nicht mehr unter dem eigenen, sondern ausschliesslich unter dem neu- en Label TerraSuisse erhältlich.Diesen Background vor Augen, hat Wapico den Fokus kommunikativ nicht mehr auf die IP-Suisse-Produkte gesetzt, sondern macht noch stärker Imagewerbung. In dieser werden die Leistungen von IP-Suisse herausgestrichen. Das sind der ökologische Anbau, die artgerechte Haltung von Tieren, die Förderung der Biodiversität, kurz: die Erhaltung unseres Lebensraumes. Entstanden sind unter anderem ein TV-Spot, Plakate und Inserate.
Für den Spot hat sich Wapico erneut auf die Zusammenarbeit mit BUF in Paris entschieden. BUF ist weltweit tätig und vor allem auf Animationen mit Tieren und Menschen spezialisiert. Von BUF in Paris und Los Angeles stammen ganze Sequenzen von Kinohits wie «Troja», «Asterix», «Harry Potter» oder «Batman». In engster Zusammenarbeit mit CD René Walker ist nun auch für die Schweizer Bauern ein Studiofilm «von paradiesischer Ausstrahlung und grosser Natürlichkeit entstanden», wie Wapico stolz ist. Ein entsprechendes Plakatsujet wurde auf dem Set fotografiert und in Bern fertig umgesetzt.
Zu sehen sind erste Werbemassnahmen seit Anfang Mai auf den Schweizer Sendern und an Plakatwänden.    
 
 
Andreas  Panzeri

Werbewoche unterstützt Freelancerportal.ch

Die Werbewoche unterstützt ab sofort die im Januar 2008 lancierte Plattform Freelancerportal.ch, auf der sich die Freischaffenden der Kommunikationsbranche zu einem fixen Halbjahres- oder Jahresbeitrag präsentieren können.

 Die Werbewoche unterstützt ab sofort die im Januar 2008 lancierte Plattform Freelancerportal.ch, auf der sich die Freischaffenden der Kommunikationsbranche zu einem fixen Halbjahres- oder Jahresbeitrag präsentieren können. Bisher haben rund 20 Freelancer die Gelegenheit genutzt, sich und ihre besten Arbeiten zu zeigen, darunter preisgekrönte Kreative und ADC-Mitglieder. Für die potenziellen Auftraggeber aus der Werbebranche eine gute Sache. So sagt beispielsweise Markus Gut, CCO von der Young & Rubicam Gruppe: «Konzept und Gestaltung dieser Plattform sind sehr professionell. Denn niemand kann sich die einzelnen Homepages der Freelancer merken.» Plattformgründerin ist Monica Miraldi, ausgebildete Leiterin Marketing-Kommunikation und heute als freie Beraterin tätig. Sie ist überzeugt, dass das Portal dank der Kooperation mit der Werbewoche nachhaltig beworben werden kann: «Davon profitieren alle Freelancer, die darauf vertreten sind.» Wer auf Freelancerportal.ch eingetragen ist, erhält zudem ein kostenloses Abonnement der Werbewoche.

Beat Mühlemann nimmt bei der Publicitas wieder den Hut

Nach drei Monaten als Head of Market Development bei der Publicitas verlässt der frühere Migros-Werbechef Beat Mühlemann die Vermarkterin bereits wieder: Er will die Leitung einer internationalen Werbeagentur übernehmen.

 
Nach drei Monaten als Head of Market Development bei der Publicitas verlässt der frühere Migros-Werbechef Beat Mühlemann die Vermarkterin bereits wieder: Er will die Leitung einer internationalen Werbeagentur übernehmen. Welche das sein wird, wollte der ehemalige Werber des Jahres auf Anfrage der Werbewoche nicht bekannt geben: «Aus Rücksicht auf meinen zukünftigen Arbeitgeber kann ich es noch nicht sagen.» Das Geheimnis soll am Donnerstag gelüftet werden. Brancheninsider warfen die Namen verschiedener Agenturen in die Runde, zu denen es Mühlemann ziehen könnte: McCann Erickson, Publicis oder eine Agentur aus der Y&R-Gruppe. Seitens Publicis und Y&R wurden diese Gerüchte allerdings gegenüber der Werbewoche dementiert, McCann Erickson war nicht zu erreichen.
Beat Mühlemann kommentierte die Spekulationen ebenfalls nicht. Er betonte dagegen, dass sein Weggang nichts mit der Publicitas und den ganzen Veränderungen bei der Vermarkterin zu tun habe: «Darum geht es nicht. Zwar ist bei der Publicitas vieles in Bewegung, doch ist es auch gut, dass sie sich reformiert. Mein Entscheid hat nichts mit der Publicitas, meiner Arbeit dort oder den Vorgesetzten zu tun. Für mich ist es die Erfüllung eines Jugendtraums, eine Werbeagentur zu leiten. Ich weiss, dass ich es mir ein Leben lang vorwerfe, wenn ich diese Chance nicht packe.» Die Anfrage seines künftigen Arbeitgebers sei sehr kurzfristig gekommen. Mühlemann ist sich bewusst, dass sein Weggang bei der Publicitas nach wenigen Monaten zu reden geben wird. «Es wird momentan am Markt sehr viel geschwatzt über die Publicitas. Wer dort arbeitet, der weiss auch, wie viel davon haarsträubend falsch ist. Die Reform ist auf einem sehr guten Weg.»
Die Publicitas bedaure den Entscheid, könne ihn aber angesichts der neuen Herausforderung gut verstehen, heisst es in einem Communiqué. «Wir verlieren nicht nur einen versierten Medienprofi, der Abgang von Beat Mühlemann ist auch menschlich sehr bedauerlich», resümiert Christian Gartmann, Director Media Partner Relations & Marketing. «Beat hat sich sehr rasch eingearbeitet und sich in unserer Reorganisation sofort mit viel Fachwissen und Umsicht eingebracht. Es gab kaum ein Gebiet, in welchem man von ihm nicht wertvolle Hinweise bekommen konnte.»
Publicitas hatte Ende Oktober 2007 bekannt gegeben, dass Mühlemann im Februar 2008 zur Vermarkterin stossen wird (siehe
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Hinter dem Rücken der Werbekunden

Direktbuchungsrabatt Die Vergünstigung grassiert auch online – und offenbar werden die Werbeauftraggeber nicht informiert.

 
Direktbuchungsrabatt Die Vergünstigung grassiert auch online –und offenbar werden die Werbeauftraggeber nicht informiert. 
Als Tamedia letzte Woche mitteilte, dass der Konzern künftig nicht nur im Print, sondern auch im Online-Werbemarkt auf Eigenvermarktung setzt, liess man ganz nebenbei auch eine kleine Bombe platzen. «Tamedia führt ausserdem für alle Online-Angebote eine transparente Kommissionspolitik ein, wobei sich die Vermittlerkommissionen innerhalb von drei Jahren stufenweise dem Niveau der Online-Direktbuchungsentschädigung angleichen sollen», hiess es im dritten Abschnitt.Das Pikante daran: Tamedia tut, als sei eine Online-Direktbuchungsentschädigung (DBE) das Normalste der Welt. Das ist es aber nicht. «Für mich ist das neu. Bisher wurden wir von Tamedia nicht informiert», hält Jürg Siegrist, Direktor des Verbandes Schweizer Werbeauftraggeber (SWA) fest. Und verärgert fügt er hinzu: «Aber das überrascht mich nicht.»
Tatsächlich sprachen die Verleger bisher nie von einer Online-DBE. Ausnahme: Als einziger Verlag hatte die Espace Media schon Anfang 2007 mitgeteilt, dass sie sowohl für die Berner Zeitung als auch für ihr Portal Espace.ch eine DBE gewähre, und zwar eine einheitliche von 1,5 Prozent. Die anderen Verlage dagegen hatten den Online-Bereich sogar ausgeklammert. Offiziell zumindest.
Dabei ist unterdessen klar: Erste DBE-Vereinbarungen zwischen einzelnen Tamedia-Websites und einzelnen Media-Agenturen gab es schon vor etwa zwei Jahren. «Sie entstanden individuell, und im Unterscheid zur DBE bei Print kann man nicht von einem einheitlichen Angebot sprechen», sagt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer. Namen von Websites mit DBE-Vereinbarungen mag er nicht nennen, ebensowenig einzelne Konditionen. Nur so viel: «Die Konditionen waren bisher unterschiedlich, die DBE bewegt sich aber um 15 Prozent herum. Nun wollen wir schrittweise ein unternehmensweites Angebot schaffen.» Zimmers Angaben stimmen in etwa mit Brancheninformationen überein: Dort ist zu hören, dass der Nachlass 15 bis 20 Prozent beträgt – je nach Website und Medienhaus. Jedenfalls hätten nicht nur Tamedia-Websites DBE-Vereinbarungen abgeschlossen.
Wer aber sonst noch? Klare Antworten kamen von der Basler Zeitung Medien und von Edipresse: Dort kennt man keine solchen Angebote. Auch nicht bei der NZZ. Dort fügt Markus Ehrle, Leiter Werbemarkt, noch hinzu: «Wir sehen auch keinerlei Grund mitzuziehen, da in den unterschiedlichen Mediagattungen differenzierte Wertschöpfungsketten und Vermarktungsmodelle bestehen und das Angebot von Tamedia wohl eher auf eine Art Konzernrabattierung hinausläuft.»
Die Antwort von Ringier blieb dagegen bis Redaktionsschluss aus und bei Axel Springer Schweiz machte man daraus ein Geheimnis. CEO Ralph Büchi schrieb: «Wir haben im Online-Geschäft auf Grund des vorderhand noch begrenzten Volumens keine generellen, sondern nur individuelle Lösungen. Und die publizieren wir nicht.»
Das ärgert den SWA. «Wenn jemand eine DBE anbietet, wollen wir das wissen. Wir verlangen, dass dies auch in der Tarifdokumentation vermerkt ist», sagt Siegrist. Der SWA stellt sich auf den Standpunkt, dass alle Rabatte, auch die DBE, dem Auftraggeber gehören, es sei denn, Agentur und Auftraggeber haben vertraglich etwas anders geregelt.
Doch ein Nachlass, der nicht bekannt ist, kann nicht geregelt werden. In der Branche ist man denn nicht nur erfreut über Tamedias «Geständnis», bringt es doch die Media-Agenturen erneut in die Bredouille. Eben erst hatte Carlo Schmid, Präsident der Schweizer Werbung (SW), mehr Transparenz im Mediageschäft gefordert und dazu eine neue Kommission ins Leben gerufen – worauf der BSW auf seine Branchengrundsätze verwies und seinerseits auf Transparenz und faire Honorare pochte. Und nun lenkt Tamedia den Verdacht erneut auf die Media-Agenturen, was in der Branche als «heikel» bezeichnet wird. Das tat BSW-Geschäftsführer Walter Merz auch, als die Werbewoche anfragte.
Es stellt sich auch die Frage, weshalb Tamedia ausgerechnet jetzt ein verstecktes und kleinlautes Geständnis ablegt. Zeigt Carlo Schmids lautstarkes Poltern bereits Wirkung? Nein, sagt Christoph Zimmer, der Entscheid, eine transparente DBE- und Kommissionspolitik einzuführen, sei das Resultat eines längeren Prozesses unter Einbezug aller Verantwortlichen – und ein solcher dauere länger als zwei Wochen. «Transparente Kommunikation war uns von Anfang an wichtig.»
Und wie stellt man sich beim Verband Schweizer Presse zur neuen DBE-Form? Immerhin ist dort eine Projektgruppe «Markttransparenz» seit einem Jahr daran, eine Übersicht über heute gebräuchliche Rabatt- und Kommissionsmodelle sowie deren Konditionen und Geldflüsse zu erstellen. War dort eine Online-DBE schon mal ein Thema? Dazu Toni Vetterli, Leiter Marketing beim Verlegerverband und Mitglied der Projektgruppe: «Nein, noch nicht. Wir sind derzeit noch mitten in der Arbeit und haben mal die Auslegeordnung für Print gemacht. In einer weiteren Phase wollen wir aber auch andere Mediengattungen, auch Online, einbeziehen. Im optimalen Fall gelingt der zweite Schritt in Zusammenarbeit mit den anderen Branchenverbänden und Gattungsmarketern.»
Markus Knöpfli
Grosse UnterschiedeWährend die DBE für Print
je nach Verlag zwischen einem und zwei Prozent des Bruttovolumens beträgt, soll sich jene im Online-Bereich zwischen 15 und 20 Prozent bewegen. Warum dieser grosse Unterschied? Der Grund: Die Online-Volumina sind auf einem wesentlich tieferen Niveau als jene von Print – entsprechend höher ist die Marge. Auch die Vermittlungskommission (VK) ist entsprechend höher und liegt bei 30 bis 50 Prozent. Tamedias Ansinnen, die VK der DBE anzugleichen, überrascht in der Branche deshalb nicht. Bei wachsenden Online-Volumina sei dies normal. Ambitiös sei einzig, dass Tamedia diese Angleichung innert dreier Jahre erreichen will. Eine VK von 20 Prozent sei ab einem Online-Bruttovolumen von 150 Millionen Franken gerechtfertigt, findet ein Insider. 2007 wurden aber erst 52 Millionen Franken in die Online-Werbung investiert, 10,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor.Kein Problem für AdlinkDass Tamedia auch im Online-Bereich ganz auf Eigenregie setzt
, hat Folgen für Adlink. Denn die Goldbach-Media-Tochter verliert 3 von gut 150 Exklusivpachten, nämlich jene für die Tamedia-Sites Sonntagszeitung.ch, Radio24.ch und Telezueri.ch und kann diese neu nur noch in Vermittlung buchen. «Das tut uns nicht weiter weh», sagt Adlink-Geschäftsleiter Stephan Suter jedoch gelassen. «Zwar verlieren wir einzelne Titel innerhalb unserer Themenpools, diese fallen jedoch auf die Gesamtreichweite bezogen nur wenig ins Gewicht.» Zudem seien die Tamedia-Sites ja weiterhin belegbar. Auch die Online-DBE tangiere Adlink kaum, meint Suter. Denn die Werbekunden nähmen die Adlink-Hilfe primär dann in Anspruch, wenn sie Online-Werbepools oder mehrere Titel gleichzeitig buchen wollen, was aus technischen oder logistischen Gründen komplex und aufwändig sei. Tamedias Online-DBE dürfte deshalb eher Web2com und vor allem Admazing weh tun, meint Suter. (mk)
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